W. Jahrgang
Erstes blatt
Die heutige Nummer umsajzt 12 Seiten.
Mahir Said.
Tie türkische Thronrede.
— Spitzbergen a l s neues Goldland. Aus Lon
don wird bcnd;tct:
— Sturze Nachricktei
in einem
ihm gc-ungt der aus n. Vvrteibigicn.
Rom, 3 Uhr 200
sogar über die polnische gelinden Borgeschmack von sehr netten.
Aber lassen wir das!
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der alten Mauer v 0 nAlesia. :aung im alten Ales ia macht der
(Dienstag und Freitag); zweimal monail. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlülfe: für die Redaktion 112,
Nr. 243
Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich
loser Wildfang. Als sie mit keckem Satz aus den Tisch sprang, hatte sie die Zuschauer int Zügel. Eine Polin von entzückender Wildheit, von einschmeichelnder Zärtlichkeit war Fräulein Scholz. Nur ein Barbar wie ihr Gatte tonnte auf den Gedanken kommen, sich von ihr scheiden zu lassen, wie der lyrische Berwalter nicht mit Unrecht meinte. Herr Goll war dieser Gatte. Von allen stand er vielleicht allein nicht am rechten Platz. Er konnte in dieser Rolle nicht aus sich heraus gehen. Er mußte gehobene Charge bleiben, fand sich aber famos zurecht, und seine Schadenfreude, als er hinter dein Wandschirm stand, wirkte überwältigend. Fräulein Brehm war eine gute „StadtratsgattinMarta Gaffrey ein humorvolles, echtes Minchen. Auch die Ausstattung war hervorragend. Tie inusttalische Leitung hatte Herr Alfred Frannck. Ter Beifall war außerordentlich, und der Enolg dürfte den des fidelen Bauern bei weitem übertreffen. N.
eite jener alle:
Wirtschaft. Man hätte dann einen dem Chaos, einen netten sogar, einen
Gietzener Stadttbeater.
Polnische Wirtschaft.
Sehr lustig geht es zu in der Welc, die die Herren Kraatz, Okonkowski, Schönfeld und Gilbert aus seltsamen Menschen,Witzen, Musik und mancherlei Einfällen zusammengebosselt haben, so lustig und toll wie in einer polnischen Wirtschaft. Und darin scheint mir der beste Witz des ganzen Werkes zu liegen, daß es die Verfasser mit gutem Humor und harmloser Selbstironie eine polnische Wirtschaft genannt haben. Es ist auch nicht anders, und wenn man den tollen Inhalt erzählen wollte, dann müßte man eine ganze Abhandlung schreiben, um einige Ordnung in diesen Wirrwarr von toller Laune und unbekümmerter Lustigkeit zn bringen. Aber wozu wäre das nütze? Vergnügt soll es sein, lachen soll man, daß einem der Atem vergeht — lieber Gott, was tuts, daß hinter allem dann ein grauer, eintöniger Aschermittwoch steht? Ter selige, jauchzende, unsinnige Fasching ging ja voran. Und soll man die Fugend nicht genießen, iveil das grämliche Alter hinter ihr hergeschlottert kommt wiö ein trauriges Gespenst? Tas wäre albern, und Lachen ist so außerordentlich gesund, wie die Aerzte sagen, die auch manchmal recht haben, wirklich. Am besten wäre schon, man konnte sich so langsam zu Tode lachen . . . meinetwegen
Platz steht, wirkt er Wunder. Nicht nur seine Regie, auch sein Stadtrat war glänzend. Alles war scharf pointiert; lein Zaudern, fein Zögern. Er ging mit einem Schneid aufs Ganze, der den außerordentlichen Erfolg bringen mußte. Er ließ den Zuschauer überhaupt nicht zur Besinnung kommen, er hatte ein Tempo vvrgeschrieben, das mitriß und bei offener Bühne immer neuen Beifall brachte.^ Treu zur Seite stand ihm Ludwig Großer als Hans Fiedler, der sich vom lyrischen Fraucir- rtdjtler, jawohl, über die Stallmagd zum schneidigen Liebhaber iT.tiüiäeltf. Mit Else Jüngling hatte er den größten Erfolg. - Sprich, stott, findig. Fräulein Jüngling war nicht weniger enolg = L -'Uch; im 'Jcr.iner itinh batte Verve und Schick, war ein ladel-
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0er ita!knifct)=türii|die Krieg.
Tic Wiedereröffnung des türkischen Parlaments.
Konstantinopel, 14. Oll. Unter dem üblichen Zeremoniell hat heute nachmittag die feierliche Eröffnung der außerordentlichen P a r l a m e n t s s e s s i 0 n stattgcfundcn. Ter Sultan, der Marschallsunisorm trug, erschien in Begleitung des Thronfolgers, zweier Prin zcn und der Hofwürdenträger. Gleich daraus verlas der Großwesir die Thronrede, die die Senatoren und Deputierten stehend anhörten. Sodann verrichtete der Scheich-ul-Fslam die üblichen Gebete, wobei auch die Vernichtung Italiens, das die Türkei verräterisch angegriffen habe, erfleht wurde. Hierauf verließ der Hof das Parlament, während die Stammet zur Wahl des Präsidiums schritt.
Konstantinopel, 15. Oft. Tie Kammer wählte mit 86 gegen 55 Stimmen Ahmed Riza zum Präsidenten. Für die vereinigte Opposition kandidierte
Die Sache hat auch eine ernste Seite. Ter Regisseur, glaub' ich, könnte uns ein Stückchen davon erzählen, und doch hat er gestern den ganzen Abend gelacht, selbst, als er Hiebe bekam. Tas ist Lebenskunst, wahrhaftig! Tiefer Hermann Norden ist ein Teufelskerl. Wenn er am rechten
Gilt Gefecht in Tripolis.
14. Ott. Zn der lebten Nacht griffen gegen Mann türkischer Infanterie i t a -
erichr der Pariser 'Jifabemic nähere Mitteilung. Es in Mauer ansznfinden, von
wieder eingetragen, der seinerzeit im tiefsten Geheimnis nach Spitzbergen entsandt worden war, um dort Umersuchungen nach dem Vorkommen von Gold zu beginnen. Tie heimgekehrten Mitglieder der Expedition bringen die überraschende Feststellung mit, daß das kühne Wagnis mit einem ungeahnten Erfolge abgeschlossen hat: man । ;;n> Sieben, in de.. 11 goldhaltiges Quarz in großen Mengen vorkam und zwar in solchem Reichtum, daß eine Ausnutzung dieser neuen Goldguelle sicheren Gewinn gewährleistet. Nach den Forschungen der Expedition wird jedoch Spitzbergen irrt nur in die Reihe der Goldländer einrucken, man fand auch andere mineral'sche Reichtümer, die einen Abbau lohnen. So entdeckte man große Marmorablagerungen und em weit ausgedehntes r ichcs Kohlenfeld. An Bord des „Riparto" hat man 15 Tons Marmor und jO Tons der gefundenen Kohle mit nach England gebracht, um als Probe und Beweis zu di-nen. Line Gesellschaft, die bu Ausnützung dieser natürlichen Reichtümer Spitzbergens in die Hand nehmen will, ist bereits in der Bildung begriffen.
ist ie; Dampfer „Riparto"
schaft. Freiherr v. Puttkammer wurde zunächst auf ein Fahr mit der Wahrnehmung der Zmendantengeschäfte bei dem Königlichen Theater in Hannover betraut. — Tie Stockholmer Zeitung „Tagens Nyheter" meldet: Ter diesjährige Nobelpreis für Literatur wird Maurice Maeterlinck verliehen. — Ter 7. Internationale Kongreß für Kriminal-Anthropologie, der dieser Tage in K ö l n abgebalten wurde, nahm für die nächste Tagung Lfenpest und Stockholm in Aussicht. Ern bestimmter Entschluß wurde noch nicht gefaßt.
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der aller Parteien heute mehr alS je ein Interesse daran haben, sich bei den Januarwaylen ihre Wahlireise zu retten, sogenannte Nizzawahlkreise, wo die Reichstagskandidaten ruhig an der Riviera weilen lonüten, da sic mangels jeden Gegenkandidaten tou) gewählt wurden, givr es heute nur noch in verschwindendem Maße.
Berlin, 15. CIL Ter Reichskanzler begab sich zum Vortrag zum Kaiser nach Huberlusslock.
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politischen Teil: August ssä General-Anzeiger für Gberhessen ASM
Annahm? von Anzeigen Hofafionsbrutf unö Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinörudcrci n. Lange. Redaktion, Srpedition und Druckerei: 5chttlstraße 7. Lanä-r E.Heb:°ür den bis wrmiSU9UiU)C^ Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhosslrahe 16a. Anzeigenteil: H. Beck,
Gallier unter Berciugeurnx Ulefü gegen Cäsar Ste bestehl aus einer Baiis von starten, grob»
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Ferner erklärt die Thronrede, daß der Sultan wahrend seiner Reife mit Freuden die loyale Gesinnung Ru- mäniens bemerue und stellt schließlich mit Genugtuung fest, daß die Beziehungen zu den übrigen Mächten und be- nachbarten Staaten ausrichtig und freundschaftliche seien. Tie Thronrede schließt: Halten wir an unserer Politik fest, dem Rechte anderer keinerlei Eintrag zu tun und un- |ere eigenen Rechte zu schützen.
Tie Stimmung der Kammer.
Berlin, IG. Olt. Äer Berliner „Lokalanz." meldet aus Konstantinopel: Es wird von Regicrungsscite zugegeben, das; die Sri m in u n g der K a m m e r so entschlossen kriegerisch sei, daß das Kabinett sich nur dann halten lann, wenn es seine bisherige Friedenspolitik aufgibt und sich zu scharfem Widerstande entschließt. Im Falle eines Rücktritts des jetzigen Kabinetts wird Hilmi Pascha, der sich klar und unumwunden für den Widerstand ausgesprochen hat, Großwesir werden.
Wie gut unterrichtete Kreise wissen wollen, wird der Großwesir beim Verlesen seines Programms in der Wammer Vorschlägen, Frieoensverhandlungen mit Italien ein» zuleiten. Würde die Kämmer widersprechen, so wird dies als Mißtrauensvotum aufgefaßt werden und das Kabinett Said Pascha muß demissionieren.
tienische Vorposten in dem Abschnitt westlich vom Posten bei B u m e l a n a mit lebhaftem Gewehr- feuer an. Tie Italiener erwiderten mit Znsanterieseuer und einigen Schüssen aus Schiffsgeschützen. Nach ungefähr einer Stunde zogen sich die Türken zurück; ।ic hinterließen einen Zoten und ein Maschinengewehr mit Munition. Auf italienischer Seite wurden zwei Soldaten leicht verwundet.
Rom, 15. Ott. Ter „Messagero" erhielt aus Tripolis weitere Einzelheiten über das Scharmützel in der vorletzten Nacht. Tie Türken scheinen nicht die Absicht gehabt zu haben, sich des Brunnens von Bumeliana zu bemächtigen, sondern vielmehr eine P r 0 v i a n t k a r a- wane zu decken, die sich in der Richtung auf Suni-bcn- Adia bewegte, wo eine türkische Ableitung von 300 Mann ohne Proviant steht. Als die türkische Abteilung gegen 3 Uhr morgens bei den italienischen Borposten erschien, eröffnete das 42. Jnfcmteriebataillon, unter dem Kommando des Majors Tentino, unterstützt von einer Batterie, das Feuer. T ie Türken erwiderten und zogen sich in der Richtung auf Garian zurück. .Sie ließen ein Geschütz und drei Tote zurück.
K 0 n sr a n t i n 0 p e l, 15. Okt. Nach hier vorliegenden Meldungen hatten die I t a l i e n e r bei dem gestrigen nächtlichen Angriff der Türken auf italienische Borposten g r 0 ß e Verluste. Tie Türken zogen sich mit einem Verlust von fünf Toten und einigen Verwundeten unter heftigem Flankenfeuer zurück.
Italien fordert bedingungslosen Rückzug der Türkei.
Rom, 15. Okt. Wie das „Giomale d'Zlalia" zck wissen glaubt, benachrichtigte die italienische Regierung feine Verbündeten und Freunde, daß sie die unerschütterliche Absicht habe, zur bedingungslosen Annexion von Tripolis und Cyrenaika und den damit zusammenhängenden Gebieten zu schreiten. Ter Türkei könne keine Art von Souveränität über diese Gebiete gelassen werden, nachdem man zum Krieg habe schreiten müssen. Tas würde die öffentliche Meinung Italiens nicht dulden. Bor allem nicht nach den Repres- Italien, zu denen die Türkei gegriffen habe, nach Ab-
Montag, 16. Oktober 1911
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Die Schlutztagung de; Reichstag;.
Am Dienstag tritt der am 25. Januar 1UU7 gewählte deutsche Reichstag in den letzten Abschnitt seiner Legis laturperiode ein. Er hätte eigentlich schon im Sommer sein Dasein schließen müssen, da es sonst nicht üblich ist, den Reichstag noch zu einer besonderen Herbsttagung (17. Ott. bis 15. Dezember) zusammenzuberusen. Aber der Wunsch Beth mann-Hollwegs war es, noch möglichst viele Gesetze unter Dach und Fach zu bringen, um womöglich auch den üolcn Eindruck, den vor allem die Neichsfiitanzresorm beim Volte hervorgerufen hatte, zu verwischen. Fast alle feit Bern Abgang Bülows (Juli 1909) erfolgten Reichstagsersatzwahlen schlugen gegen Konservative und Zentrum aus, so daß dem gemäß aller Voraussicht nach der neue deutsche Reichstag einen starken Ruck nach links erhalten wird. Herr v. Belh- mann-Hollweg wird auch das völlige Fiasko feiner auswärtigen Politik im Reichstag spüren. Tie Abgeordneten sind, zumal vor den Reichskagsneuwahlen, durchaus gezwungen, auf die Stimmung des deutschen Volkes Rücklicht zu nehmen, und diese betrachtet Herrn v. Bethmann als einen gar zu stillen und stummen Reichskanzler, wie wir ihn bisher noch nicht gehabt haben.
Das Arbeitsprogramm des sterbenden Reichstags verdient nicht allzuviel Beachtung. Ist es doch ganz ausgeschlossen, daß die Gesetzvorlagen, deren Verabschiedung die Regierung wünscht, in dieser kurzen Zeit unter Dach und Fach zu bringen, selbst wenn man die Qualität der Gesetze der Quantität opfern will. Die Regierung legt auf das Privatbeamtenversicherungsgesetz den größten Wert, wohl im Einverständnis mit allen Parteien. Seine Verabschiedung ist vielleicht möglich, wenn man, Ivie beim Schiffahrtsabgabengesetz, sich dabei in keine umständlichen Erörterungen vertieft. Auch der Handelsvertrag mit Japan, sowie die Erneuerung des Handelsprovisoriums mit England, können erledigt werden, vielleicht auch die kleine .Strafprozeßnovelle, das Hausarbeitsgefetz und die Aende- rutig des § 114a der Gewerbeordnung.
Das Schicksal der Strafprozegordnung dagegen scheint besiegelt zu sein, seitdem sich juristische Autoritäten für ihre gleichzeitige Beratung mit dem neuen Strafgesetzbuch ausgesprochen haben, und vollends würde die positive Erledigung der neuen Fernsprechgebührenord- uung im Zeichen der kommenden Neuwahlen vom Regie- rungsstandpunlte aus durchaus verfehlt fein. Dazu finkt alles übrige, was in dieser Legislaturperiode erledigt werden sollte, aus den verschiedensten Gründen unter den Tisch, so z. B. Pie Errichtung eines Kolonialgerichtshofes, das Arbeitslammergesetz, die Tagegelder der Kolonialbeamten, die Aenderung des GerichtslostengefetzeS, die Aufhebung des Hilfskasfengesetzes, das Kurpfuschergesetz und der Entwurf über die Ausgabe kleiner Aktien.
Bringt das die Stürze der Herbstfefsion mit sich, so läßt sich heute noch nick)t einmal feststellen, ob neben dem Privatbeamtengesetz, dem SchisfahrtSabgabengefetz und den Handelsverträgen auch die übrigen oben genannten Vorlagen so oder so erledigt werden können. Tenn da die zahlreich eingebrachten Anfragen Über die auswärtigen Angelegenheiten, Lebensmittelteuerung, Handhabung des Vereinsrechtes us-v., dem Reichstage viel Zeit wegnehmen werden, jo läßt sich kaum crioarteii, daß er über den 1. November, ober sagen wir auch 15. November hinaus trotz der Herbstdiäten beschlußfähig bleiben wird. Tenn das ist es ja gerade, was die Herbsttagung von vornherein zu einer ziemlich unfruchtbaren stempelt, daß die jetzigen ReichStagSmitglie-
I ■ III II »■ Hilf
icr Inschriften unb schönen Kunst
behauenen Felsblöcken imo aus schichten von Holzbalken, die mit Steinlagen regelmäßig wechseln. Tie Holzbalken find in sehr gefcl icltcr Form cmfgeschichiet gewesen uno waren durch Eisen- nägcl miteinander verbunden. Natürlich sind an der jetzt aufgefundenen Mauer von Alesia die meisten Dalken verfault und zerstört. Aber man kann noch genau die leeren Stellen erkennen, die sie zwischen den Steinen gelassen haben, und man findet noch die Cifennögel, mit denen sie einst zusammengehalten wurden. Bei den Grabungen wurde am Fuß der Mauer ein steinernes lugclförmiges Wurfgeschoß, fast juei Kilogramm schwer, gefunden. Auch die gallische Strai> rourue entdeckt, die durch die Mauer nach dem Innern der Scadc führte. Tie Breite dieser Straße beträgt fast 15 Meter. Sie befindet sich im Osten der Befesttgung.
tf. Eine Alarmglocke für Grubengas. Ein australischer Chemiker hat, wie die „Nature" berichtet, eine Vorrichtung ersonnen, die geeignet zu fein scheint, Grubenunfälle zu verhüten. Tie Anwesenheit benimmter Mengen von Grubengas, auf die die Erfindung eingeitelü werden kann, wird nämlich selbsttätig durch ein Läutewerk angezeigt. Tie Vorrichtung besteht in einem U-förmigen Rohr, in dem zwei Platinspitzen angebracht sind; diese sind mit einem elektrischen Element und einer Kungel verbunden. Gewöhnlich taucht nur die eine Plaun- svitze in das Quecksilber ein, während die andere darüber hängt. Auf der Seite, wo sich die cingeiauchte Platinspitze befindet, ist das U-Rohr^ durch eine poröse Platte verschlossen. Ist in der Umgebung des U-Rohres nun Grubengas vorhanden, so diffundiert es durch die poröse Platte hindurch, der Truck in diesem Schenkel des U-Rohres nimmt zu, und infolgedessen steigt die Quecksilbersäule auf der anderen Seite, bis sie schließlich bei einer gewissen Menge vorhandenen Grubengases die Platiuspitze berührt und gleichzeitig das Läutewerk zum Erklingen bringt.
Konstantinopel, 14. Okt. Die Thronrede besagt: Zu der Zeit, in der die Regierung in Anwendung der in der letzten Session genehmigten Gesetze zur Verwirklichung der Maßnahmen zur fortschreitenden Entwicklung des Landes schritt, nm so nach und nach die unzähligen Irrtümer und Bernachlässigiingen der Vergangenheit wieder gut zu machen, erhielt sie das Ul t i m at u in Italiens, durch das Italien sich bemühte, unter dem Schein der Gesetzmäßigkeit seine aggressiven Absichten gegen Tripolis zu verbergen. Tie Pforte antwortete innerhalb der festgesetzten Frist, indem sie ihre Bereitwilligkeit versicherte, zu unterhandeln und die wirtschaftlichen Wünsche zu erwägen, soweit sie den geltenden Verträgen den Rechten und der Würde des Reiches entsprächen, und indem sie Italien bat, seine Zotdernngen genau anzugeben, damit sie unverzüglich in Unterhandlungen eintreten forme, ohne den Krieg in Betracht zu ziehen. Vor Ablauf der von Italien selbst geletzten 24 stündigen Frist er = öffneten dieSchisie, die irttecnationalenRegeln verletzend, iinoermutet das Feuer auf die ihnen auf dem adriatifchen Meere begegnenden türkischen Torpedoboote, die, ohne zu wissen, daß Feindseligkeiten bestanden, sich beeilten, die italienischen Schiffe, gemäß dem unter den Schiffen befreundeter Nationen herrschenden Brauche, zu grüßen. Infolge der fortwährenden Angriffe gegen gewisse türkische Plätze an der Adria, in Tripolitanien und in Cyronaika und gegen Kriegsschiffe und Handelssahrzeuge, welche von dem Ausbruch des Krieges nichts wußten, ergab sich die Notwendigkeit, das Parlament vor der gewöhnlichen Zeit einzu- b e-r u f c n. Tie Pforte wandle sich alsbald an die befreundeten M ächte mit der Bitte um Vermittlung, um dem Krieg ein Ende zu machen unter Bedingungen, die mit dem legitimen und geheiligten Rechten der Türkei und ihrer nationalen Würde vereinbar seien, Erwartung der Ergebnisse der Bermlitl'ings- versuche und der Antworten der Mächte, ergriff die Pforte nichtsdestoweniger die notwendigen Maßnahmen zur Verteidigung ihrer Rechte und legitimen Interessen. Ter unerwartete Angriff Italiens, der alle zivilisierten Völker in Staunen setzte und erregte, lähmte die friedlichen und fortschrittlichen Bemühungen der Türkei, welche, die friedlichen Bestrebungen der Mächte teilen, sich der zivilisatorischen Auigabe widmete, welche Parlament und Nation im Bereich der menschlichen Kräfte zn erfüllen bemüht waren. Aus Pflicht gegen die legitimen Rechte und Interessen ergibt sich die Notwendigkeit einer brüderlichen Einigung der Ottomanen lür die Größe der Nation und die Verteidigung gegen derartige Angriffe.


