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9.1.1911 Erstes Blatt
 
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Montag, 9. Januar M

Erstes Blaü

W. Jahrgang

GichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

VeznqSpreis: monatlich 75, viertel­jährlich Mk. 2.20: durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; drrrch diePost Mk.2. vrertel- jährL arrsschl. Beitellg. Zeilenvrers: lokal 15 Pf., auswäils 20 Pfennig. Ehesredakteur: A Goetz. Verantwortlich für ben volitifcheu Teil: August Goetz; für .Feuille­ton", .Vermischtes" und ^Gerichtssaal": K. 9leu- rath; für ^Stadt und Land": E.öeö; für den Anzeigenteil: H. Beck.

Nr. 7

Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: ri er mal wöchentlich SiebenerZamilienblätler, ÄiDcunal ivÖchentl.KtctS: vlattfürdenNreirSiehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wirtfchaftliche Zettfragen Fernivrech - Arrschlüsse: für dre Redaktion 112, Verlag u. Exvedinon 51 Adresse für Depeschen:

Annahm? von Anzeigen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. bis vo^nagT^uK Expedition für Büöingen: Vahnhosstrahe 16a. - Telephon Nr. 50.

Die heutige Nummer umsafzt 10 Seiten.

Die deutsch-russische Verständigung.

Während dre englischen Blätter ihre Mißstimmung über idie deutsch-rus.ische Annäherung im allgemeinen verbergen, gelingt dies der französischen Pre.se schlecht, obwohl einige Variier Blätter, so dasJournal des debats", sich bemühen, hie Sache darzustellen, als sei die deutsch-ru,sische Verstän­digung Haupt,ächlich im russischen Interesse abgeschlossen worden. Manche Presseäußerungen stützen sich schon aus den angeblichen Wortlaut des deuisch-rus,ischen Abkommens über Persien. Darin heißt es u. a.:

Artikel I: Tie russische Regierung erklärt sich bereit, sich, der Verwirklichung der B a g d a d b a h n nicht zu widersetzen, und sie verpflichtet sich, der Beteiligung fremden Kapitals au die,em Umernepmen lein Kstnoernis zu bereiten, unter der Voraussetzung, daß Rußland kein Opfer pekuniäre oder wirt­schaftlicher Art aoverlangt wird.

Artikel II: Um den Wünschen der deutschen Regierung ent- > gegenzukommen, die dahin gehen, die Bagdadbahn mit dem etwaigeii ^Retz der persischen Bahnen zu verbinden, verpflichtet sich die russische Regierung^ sobald dies Netz gebaut ist, den Ban der Linie zu verwirklichen, welche an den persisch-türlischen Grenzen die Linie von Sadphe nach Kanikin verbindet, so daß die Abzweigung der Bagdadbahn und die Linie von Kanikin nach Bagdad vervollständigt wird.

Artikel III: Tie deutsche Regierung verpflichtet sich, keine Eisenbahn in einer anderen Zone zu bauen, als die Linie Bagdad zur russischen Grenze und Noro-Peräeu-Kamliu, und ihrem materiellen ober diplomatischen Beistand keinerlei Unter­nehmungen in dieser Zone zu leihen. Tie deutsäze Regierung ertlärt, daß sie in Persien leine politischen Interessen habe uiiü Kur kommerzielle Ziele verfolgen werde. Anderseits wird die russische Regierung forlsahren, dem Handel Deutschlands in Per­sien den Grundsatz der absolut gleichen Behandlung zuzuerkennen.

Der russische Minister Sasonow hat auf eine Anfrage diesen Wortmut nicht gerade verleugnet, wahrscheinlich ijt er aber zum mindesten mnvollständig, da ja. die vom Reichs­kanzler angedeuteten Stellen fehlen.

Petersburg,?. Jan. Sasonow antwortete einem Vertreter derNowojf Wremfa" auf die Frage wegen des angeblichen Dokuments über den Inhalt der Pots­damer Unterredung, das von einem englischen Blatt ver­öffentlicht wurde, folgendes:Es sei in der Diplomatie nicht üblich, Mitteilungen über schwebende Verhand­lungen zu veröffentlichen, außerdem erscheine es ihm überflüssig, beä der gegemuärtigen Gelegenheit über die Potsdamer Unterredung sich zu äußern, da er nur wieder­holen könne, was er derdiowoje Wremja" im Oktober gesagt habe. Wenn die Unterhandlungen der Mächte ein Uedereintommen erzielen würden, so würde dies kein Ge­heimnis bleiben, sondern in vollem Umfang veröffentlicht werden.

P a r i s, 7. Jan. Der Londoner Korrespondent des Echo de Paris" telegraphiert: Ter heute veröffentlichte Wortlaut des russisch-deutschen Abkommens-Entwurfes be­stätigt den pessimistischen Eindruck, welchen er im Hinblick auf die englisch-russischen Beziehungen hervorgerufen hat; man meint zwar, daß das französisch- ruffifche Bündnis unversehrt sei, und hofft, daß die Triple- enlente fortbestehen werde, doch sei es unleugbar, daß Sassonow durch seine Verständigung mit Berlin den Geist des englisch-russischen Paktes vom 31. August 1907 verkannt habe, mit welchem durch die Verständigung über die asiatischen Jnreressen die europäische Solidarität der beiden Vertragsmächte hergestellt worden sei. Es werde nunmehr Aufgabe der englischen und französlschen Diplo­matie sein, die Tripleentente in Europa, wenn schon, in diesem Sinne kräftig zu erhalten.

Ein Sonderberichterstatter desMatin" telegraphiert aus Petersburg: Die Behauptung, daß die Potsdamer Zusammenlunst den Anfang vom Ende der Tripleentente und sogar des französi,ch-ru,llschen Bündnisses bedeute, daß die Verhandlungen betreffend Persien das Vorspiel einer allgemeinen Verständigung des Dretkaiser-Bundes feien, daß Rußland seine Freundschaften, seine Sympathien und seine Politik je nach den Jahreszeiten wecysle, ist eine große Beleidigung für den Kaiser Nikolaus, der erst vor einigen Tagen zu jemandem aus seiner Umgebung ge­äußert hat, die Tripleentente ist sefter als die Triple- All ia nee.

TerTemps" schreibt über die russische Note betreffend das russisch-deutsche Abkommen: Frankreich tonne darüber nicht er­staunt sein, daß fein Bundesgenoise die asiatischen Angelegenheiten so behandelt, wie es die afrifaiufd?en Angelegenheiten behandelt. Das französisäi-deutsche Maroktoabwmmen von 1909 geht von denselben Grundsätzen aus, wie das russisch-deutsche Abkommen von heute. Das Gefüge der Bündnisse wird weder durch das eine noch durch das andere, Abkommen berührt. Aoer nnnn wir au, richtig sein wollen, müßten wir gestehen, daß die russisch- deutsche Verständigung uns Franzosen einige Gewissensbisse ein­flößen kann. Rußland hat durch billige Ausgleiche mit Englanb und Deutschland das Gebiet seiner asiatischen I n t e r ej f e n von etwaigen Widerstän­den frei g e m ach t. Frankreich hat seit zehn Jahren für den Schutz und die Entwicklung feiner Interessen in Syrien und Mesopotamien nichts derartiges getan, aber Frankreich könnte noch immer das B e i s p t e l s e i u e s B n n de s g e n o s s e n u a ch- ahmen. Sollte es nicht, um sein syrisches Eisenbahnnetz lebens­fähig zu machen, sich mit England und Deutschland D e r ft ä n b i g e n, bamit das anbere ihm den Weg nach Aegypten, das letztere ihm den Weg nach Vtesopotamien öffnet.

DasJournal oesu- ebn iv |u/ecdH uver oas russisch- deutsche Aöiommen: Wir haben dura-au-- nichts dagegen einzu- wenden, daß Rußland und Teuifchlapd |ia> inner einander bezüglich! des Baues von Eisenbahnen in Zentraiasien und Westasten 'ver­ständigen. Höchstens tonnen roir darüber das Beoauern aus­sprechen. daß die rustische Regierung io lange gebraucht hat, um ihre Interessen bei dem Bagdadbahnunternchmen zu erkennen uiw

das sie die uns ursprünglich bargebotene Gelegenheit vernachlässigt hat, bem fransö|i|üprniniu;cn Eiultuk einen größeren Anteil au dem Unternehmen zu sichern.

vom hessischen candesanrschich der Nationalliberaien.

Darmstadt, 8. Jan.

Der Landesausschuß der Nativnalliberalcn Partei für das Großyerzogtum Hessen hielt heute vormittag im Gartcn- saal des städtischen Saalbaus eine außerordentlich zahlreich aus allen neun hessischen Reichstagswahltreisen besuchte V e r t r a u e n s m ä n n e r v e r s a m m l u n g ab, die über fünf Stunden andauerte und zum einzigen Gegenstand der Beratung die b c v o r st e h e n d e R e i ch s t a g s w a h l u n d die Stellung der Partei dazu hatte; auch fast sämt­liche hessischen Abgeordneten der Partei wohnien der Be­ratung bei. Ten Vorsitz führte Reichs- und Landlagsabg Tr. Osann, der die Versammlung mit herzlichen Worten begrüßte und nach Feststellung der zur Teilnahme an der Beratung berechtigten Delegierten einen einleitenden Be­richt über die gegenwärtige politische Lage erstattete, der mit allseitigem Beifall au,genommen wurde. A.sdann er­folgten die Berichte der einzelnen Wahlkreisoorsitzenden über den Stand der Verhältnisse in den verschiedenen Wahl­bezirken und daran schloß sich eine eingehende Ansprache, an der sich natürlich nur die offiziellen Delegierten der Partei beteiligten. Die Versammlung nahm am Schluß der Aussprache mit allen gegen 810 Stimmen unter rnutem Beifall folgende von Rechtsanwalt Kaufmann- Gießen vorgeschlagene Entschließung an:

Der Landesausschuß der nationalliberalen Partei Hessens billigt die Austastung, die der gefchäftssührende Ausschuß in feinem Schreiben vom 11. und 19. Oktober 1910 an den hessischen Landcs- itorftanb der fortschrittlichen Volkspartei niebergelegt hat. Er hält auch seinerseits die Zersplitterung der bürgerlichen Parteien nur für verderblich und die Sozialdemokratie för- v-ernd. Der Landesausschuß würde es mit Freuden be­grüßen, wenn bei der bevorstehenden Reichstagswahl über ganz Hessen eine Einigung der bürgerlichen Par­teien in bem Kampfe gegen bie Sozialdemokratie als gemeinsam: Gegnerin ermöglicht werden könnte und fordert die einzelnen Wahlkreisorganisationen auf, in diesem Sinne die Verhandlungen über die Ausstellung von Kandidaten zu führen."

Nach Annahme dieser Entschließung erfolgte noch die Ergänzungswahl für drei ausgeschiedene Mitglieder, für welche die Herren Landtagsabg. Oberbürgermeister Köh­ler-Worms, Handelskammersyndikus Meesmann- Mainz und Mühlenbesitzer S ch ud t-Friedberg gewählt wurden. i

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Zu vorstehendem Bericht wird uns weiter noch ge­schrieben:

Aus der Schilderung der einzelnen Wahlkreisvertreter ging hervor, wie verschiedenartig gelagert die Parteiver- yältniste in Hessen sind und wie fast in jedem Wahlkreis eine andere Konstellation in der Parteigruppierung zu verzeichnen sein wird. Wir haben rein länoliche Wahlkreise, in denen naturgemäß der Bund der Landwirte eine hervor­ragende Stellung einnimmt, und dann wieder solche, in denen die Jndustriebevöllerung eine Hauptrolle spielt und in welchen deshalb alle bürgerlichen Kräfte aufgeboten werden müssen, um sich der sozialdemokratischen Gefahr zu erwehren. Weiter haben wir Wahlkreise aus städtischen und ländlichen Wählern gemischt, in welchen Rücksicht auf .linksliberale Wähler $u nehmen ist. Bei dieser Sachlage kann von einer einheitlichen Gestaltung der Wahlen durch ganz Hessen nicht wohl die Rede fein, sondern es müssen oie einzelnen Wahlkreise aus ihren Verhältni.sen heraus und in Verbindung mit benachbarten Wahlkreisen mit ähn­lichen Verhältnissen die Entscheidung treffen, welche Ver­bindung durch den geschäfis,ährenden Ausschuß ent.prechend bem Parteistatut gefördert wird. Es erscheint aber gerade bei der Verschiedenheit der Verhältnisse auch angezeigt, wenn nicht von einer Zentrale aus Parteiparolen gegeben werden, bei welchen die Befürchtung besteht, daß pe die Wähler doch nicht befolgen werden. Somit mußte auch jedem Wahlkreise bis zu einem gewißen Grade die Freiheit der Entschließung gegeben werden.

Tie vorstehende Entschließung bedeutet aber dabei zu­gleich die Betonung des Grundsatzes, der übrigens ein­mütig von der Versammlung angenommen wurde, daß man dem bedrohlichen Anwachsen der Sozialdeuioiraiie Mil aller Schürfe eillgegenzutrechii habe. Dabei wollte man die Reihen nicht daouciy schwächen, daß man die Wähler, die zusammenzustehen hätten, bei bem ersten Wahlgang in einen Zwist verwickelte, aus welchem sich Line einheilliche Schlachtreihe gegenüber der Sozialoemocralie ergeben würde. So bedeutet die Entschließung nur eine Fort­bildung der auf dem Parteitag in Kassel von Bassermann ausgesprochenen Idee, daß man es den Organisationen der Provinzen ober der Wahlkreise zu überlasten habe, wie die für die nalionalnberale Partei gun,iig,te Sieg^saussicht geschaffen werde. Tabei muß mit Entschiedenheit betont werden in erster Linie volle Sekbststänoigteit der Partei nach rechts und liNiS, auch Hervortehrung der Gegensätze gegenüber den auf der Regien stehenden Parteien, wie aber auch die Betonung der w.rtschaftllchen Fragen gegenüber der fortschrittiia)en Vollspartei. Auf diesem Wege der Selbständigkeit wird auch die nalionalnberale Parier fort­zuschreiten haben, um nicht durch allzugroße Annäherung an die Parteien von rechts ooer lints vet der Wählerschaft in Mißtredit zu kommen. Das |i,iD die allgemeinen slchtsp nulle, die in der Versammlung von den verschiedensten Strömungen in der Partei in den Vordergruno gepellt wurden um) die dort aua) fast gin|niumlge Bullgnng ge­sunden haben.

Zur (Eröffnung der preußischen Landtages.

Aus Berlin wird uns geschrieben: \

Der Landtag tritt, wie bekannt, am 10. Januar zu, einer neuen (Scj)ion zusammen. Nach der Erüssnung 'des Landtags imWeißen Saal" des Berliner Schlosses, bic durch ben Ministerprä,ibenlen v. Bethmann-Hollweg nach ben veränderten Reisedispostlivnen des Kaisers er­folgen wirb, hält bas A b g e o r d n e t e n h a u S fane erste Sitzung am gleichen Tage um 1 Uhr nachmittags ab, in ber ber Finanzminister Lentze ben neuen Etat enibnngeit wirb. Voraus,ichtlich wird alsdann bas AbgeordnelLUhilUs eine mehrtägige Pause eintreten lassen, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, zum Etat Stellung zu nehmen. Von. ben in Aussicht gestellten Entwürfen bürste dem Abgeord­netenhaus in der nächsten Woche nur bas Zwecksver­bandsgesetz zugehen, während die anderen Gesetze ersr später vorgelegt werden sollen. Tas Herrenhaus Wirb am 10. unb 11. Januar zwei kurze geschäftliche Sitz­ungen abhalten und sich alsdann auf unbestimmte Zeit vertagen. Ihm werden in nächster Zell zugehen die Wege- Ordnung für Ostpreußen, die rheinische Landgemeindeord­nung und das Wegereinigungsgesetz.

Im Mittelpunll des Jnteresjes steht neben dem Staats-^ Haushaltsetat für 1911, der ja die im allgemeinen günstige Finanzlage Preußens erkennen lassen joü, so daß von An­leihen und Steuererhöhungen wahrscheinlich abgesehen wer­den kann, das Gesetz über die Zulassung der fakultativen Feuerbestattung in, Preußen. Was außerdem den Landtag tu seiner neuen Session beschäftigen durfte, läßt sich in aller Kürze auszählen. Es sind: das bereits ertvahnte Zwecks- veroandsgesetz, welches die Bildung von Zweaverbänden städtischer Gemeinwesen zur Lö,ung gemeinschaftlicher Auf­gaben ermöglichen soll, eine Vorlage auf dem Gebieta des Fürsorgeweiens, durch die der Verwahrtosung der Jugend mehr als bisher vorgebeugt werden soll, eine Novelle zum Gesetz, betressend die Dienstvergehen nichtrichterllcher Be­amter, die eine Wiederaufnahme des Verfahrens im Diszi­plinarverfahren einführen will, eine Vorlage über den An­kauf von Fischereiberechtigungen durch den Staat, um bic Streitigkeiten aus Anlaß ber Schädigungen der Fischerei durch den Ausbau von Wasserstraßen zu beseitigen, Ge setzesvorlagen über die Regelung der Schulpfllcht der Taub stummen, über Einführung des Fortbiloungsschul.wanges in Gemeinden über 10 000 Seelen und über Errichtung länd­licher Fortbildungsschulen, eine Vorlage betrefseno das Schleppmonopol auf den Wasserstraßen, ein Entwurf zur Bekämpfung des Prämienlosenschwinoels, ein Starkstrom gesetz, eine Nebenbahnvorlage, sowie einige Ciiigemeindungs- vorlagen. Dazu noch zwei weitere Vorlagen aus dem Ressort der Bauverwaltung, mit denen sich schon bas Herrenhaus in seiner letzten Tagung beschäftigte, nämlich die Vorlage über bie Reinigung Der Straßen unb über die Wegeordnung in Ostpreußen.

Sine amtliche Erklärung über Sas Zilwachzsteuergcsetz.

DieNord d. ,A l l g c'm. Z t g." schreibt in ihren Rück­blicken:

Bald nach Wiederbeginn ber Sitzungen wirb ber Reichstag bie Beratung über bas Zuwachssteuer- gesetz zu Ende führen. Wie wir hören, besteht bie Absicht, mit ber zweiten Lesung bes Entwurfs etwa am 16. Januar zu beginnen. Dadurch wird die unentbehrliche Grundlage für die weitere Beratung des Etats geschaffen. Tenn bei Ertrag der Zuwachssteuer bildet einen entscheidenden Be­standteil der Einnahmen, welche erforderlich s.nd, uni bei Hinzutritt der Heerestierstärkung und der üe.buflerien Vete­ranenversorgung das Gleichgewicht des Etats zu erzielen. $n dem wichtigsten Grundsatz ihres Finanz-Programms, keine neue Ausgabe ohne gleichzeitige Deckung einzustel.en, werden die verbünde.e.i Regierun­gen unbedingt festhalten; bie Part.i.n des R.ichs- tages haben sich nichr minder entschlossen gezeigt, ihn wie für 1910 auch für den nächstjährigen und die folgenden Etats mit Strenge durchzafuhren. Nachdem das Zuwachs­steuergesetz jetzt in dreimaliger Lesung in der Kommis,ion eine über das gewöhnliche Maß weit hinausgehende Durch­arbeitung erfahren hat und aLe Einwendungen zu wieder- holten Malen durchgesprochen worden sind, dar, Dorau^- gesetzt werden, daß der Reichstag dem von ihm selbst unter Zustimmung wcillster Vollskreise angeregten Gedan.en nun­mehr den C.,araller einer endgülligen usn)lieung geben wird. Die Tragwei.e dieser En.schl.eßung i,i so groß, daß sie durch beit Widerstand vercinzllker Gruppen und ortllcher Jnteres.en nicht mehr wird beeinträchtigt werden lönnen."

Der König von Spanien auf afrikanischem Boden.

König Alfons hat die von Spanien nach langen unb heißen Kamp,en an der afrLan.fujen Küste erstrittenen Er- solae durch einen persönllchen Be.uch gekrönt. In Me­lilla wurde am Samstag bei strömendem Regen in Geaen- wart des Königs, der in feiner Beglellung be.inbllchen Mi­nister und seines Ge,olges eine Fewme.se zelebriert. Sparer wohnte König Al,onso ber Ucoerreiajüng neuer Fahnen m Regimenter bet unb nahm den Vorbeimarsch von 10 000 Mann entgegen. Im einz.lnen wird gone/bet: 110'A 2an. ,>er König Alsans begab jidi gestern

n Begleitung des Mlnmerprästoemen E a n a l e i a s uno des Krl.g-- und MarmeniiNiners unter lebyasten Zurufen dc? Menoc an taub. An Bord begrüßte iyn per Gouverneur Ä i enge taiiifcyem Boden bewillkommneten die Beyolloen und ber trän zoiiiwe General Toutee den König. Nacy Anlwruna Oe? °