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zu uttterjniBen, mvem sie nur Brot nehmen aus Bäckereien, die ihren Arbeitern die gestellten Forderungen bewilligen.
Tas Frauenorgan „Die Gleichheit" erzielte bei 76 386 Mark Einnahmen, und 63147 Mark Ausgaben einen Uckerschuß von .13 240 Mark. Tie Zahl der Abonnenten stieg von 82 000 im Jahre 1909 auf 94 500 im Juli 1911.
Auf der Tagesordnung der diesjährigen Konferenz, deren tzweitägige Beratungen dem allgemeinen Parteitag voraufgehen, steht neben der Erörterung des Geschäftsberichts das Thema „Tie Frauen und die Reick-stagswahlen" und das Thema „Tie Frauen tnni) die Gemeindepolitik". Taneben interessieren die zahlreich ein- gelaufenen Anträge, die sich besonders mit Mutter- und Kinder- schutzbestrebungen, sowie mit der Säuglingsfürsorge und dem Krankenkassenwesen befassen. Von den Berliner „Genossinnen" wird insbesondere eine Agitation gegen den Vorentwurf zum Strafgesetzbuch, ferner eine Stellungnahme zum Kinder schütz und zur Mutter- und Säuglingsfürsorge verlangt.
Die Eröffnung de; Elbctunnels.
Aus Hamburg wird uns berichtet:
In aller Stille, fast sang- und klanglos, wurde heute. Donnerstag, morgen der neuerboutc Elbetunnel, ein Meister werk moderner Technik, dem Verkehr übergeben. Ter Tunnel wurde zu dem Zwecke erbaut, den 12 Kilometer langen Weg den bisher der Güter- und Wagenverkehr von den St.-Pauli Landungsbrücken über die Elbbrücke bei oer Veddel nach Stein wäcker nahm, beträchtlich abzukürzen. Der Bau des gewaltige, Werkes, dos mit einem Kostenaufwand von 11 Millionen , Mark erbaut wurde, begann int Sommer 1907, nachdem im November 1906 die Bürgerschaft 10'2 Millionen Mark bewillig hatte. Im Jahre 1909 ereignete sich bekanntlich bei dem Tunnel bau ein erheblicher Unfall insofern, als beim Einsturz des nad harter Mühe ausgeschwemmten sandigen Grundes infolge vo: Entwicklung von Preßluft ein Gemisch von Wasser und San titit großer Gewalt in die Höhe geschleudert wurde, wodurch di. Arbeiten eine empfindliche Störung erfuhren. Bis auf Verhältnis mäßig wenige Teile ist das große technische Kunstwerk fast vollen bet Auf der St. Pauli-Seite ist eine Einfahrtshalle vorgebaul, die je vier Einfahrts- und Ausfahrtstore besitzt, durch welche mai zu den Fahrstühlen gelangt, die in einem Zeitraum von kaum einer halben Stunde mehr als 5000 Menschen befördern können Der Tunnel selbst liegt nur zwei Meter tief unter dem Wasser spiegel; die geringe Tiefe wurde deshalb gewählt, weil auf di< Gesundheitsverhältrnsse der Arbeiter Rücksicht genommen wurde Zwischen den Fußwegen zieht sich die Fahrbahn hin, die nidy gan8 eine Breite von zwei Metern hat. Die Verbindung mi der Außenwelt wird durch vier Aufzüge hergestellt, von bene) >eber 30 Personen Raum bietet. Tie Lasten-Fahrkörbe besitzet eine Tragkraft von 10 000 bezw. 6000 Kilo. Der Höhenunter schick zwischen dem Straßenpflaster und dem Boden des Tunnel rohres beträgt nicht weniger als 23 Meter; die Fahrkörbe gc brauchen zur Zurücklegung 30, der Personenfahrkorb nur 21 Sekunden. Die Beleuchtung des Tunnels erfolgt durch elektrisch. Glühlampen. Der nötige Strom wird aus dem in der Nähr eigens für diesen Zweck errichteten staatlichen Kraftlverk geliefert Die Benutzung des Runnels ist für Personen unentgeltlich, für Fuhrwerke und Tiere betragen die Gebühren 5 Pfennig bu 4 Mark. Zu dem Bau wurden nur deutsche Fabrikate Der wendet, mit Ausnahme der in Neuyork hergestellten Fahrstüle.
Aus Stadt und Land.
Gienen, 8. September 1911.
♦* Vom Manöver, 7. Sept. Mit einem Vorgefecht bei Petterweil begannen heute vormittag bü Brigademanöver der 87er und 88er in der westlichen Wetterau und am Abhang des Taunus. Heddernheim, Ginnheim, Hausen bildeten das Zentrum der blauen 87er, Friedberg und Bad-Nauheim das Zentrum der roten 88er. Um V-7 Uhr rückten die Truppen aus, die 88er südwärts, die 87er iwrdwävts, bei Petterweil erfolgte um Mittag der Zusammenstoß der Vorpostenkette. Die Fühlung der beiden Gegner war hergeskellt, es wurde der Rückzug in die Quartiere angetreten und Volrpostenbiwaks angestellt. Das Biwak der Roten stellte das 2. Bataillon der 88er vor Ober-Erlenbach, das des Gegners das 2. Bataillon der 87er bei Stierstadt am Urselbach. Morgen wird sich das Ge- fecbt von Oberursel gegen Kronberg in die Höhen fortsetzen uno die „Landser" werden manchen Berg steigen müssen. lAuch eine Batterie der 3. Fußartillerie ist eingetrofsen und unterstützt die blaue Partei. In den Manöver-Proviantämtern der 21. Division werden große Vorräte auf- äestaut; solche sind errichtet in Idstein, Usingen vom 6. bis 12. September, in Friedrichsdorf und Bockenheim vom 9. bis 15. September und bei Kamberg für die Tage 11. bis 15. September. Das Gelände um Grävenwiesbach, Laubuseschbach und Niederlauken gibt das Gefechtsfeld für die 42. Brigade ab. Ein interessantes Gefecht entspann sich bei Heinzenberg auf der Höhe 380, die von den Siern besetzt war. Diese wurden schließlich von den 80em um ganaen und über Naunstadt zurückgedrängt. Auf dem Hardtkopf, Höhe 367, südlich Grävenwiesbach setzten sich die 81er wieder fest, auch hier wurden sie besiegt. Einen schönen Anblick bo- eine Ulanenattacke. Diesen Kämpfen wohnte der türkische Thronfolger in Begleitung des Majors Emvor Bey bei; beide begaben srch nach Schluß des Gefechts nach Saalburg und Homburg. Eine zahlreiche Menge von Schlachtenbummlern bevölkerte das Schlachtfeld. Die Schlacht bei Miehlen, die die beiden Parteien der 49. Jnfanteriebrigade auskechten, ist im Gang. Die starken Schanzwerke und Verteidigungsanlagen der 116er machen den 115errt und 168cm den Erfolg beim Angriff schwer. Auch heute abend bezogen die Truppen Biwak. Morgen geht die Schlacht aus und die Soldaten beziehen wieder Quartiere. Die rote Partei führte gestern und. heute Generalmajor N-oeldechen, Kommandeur der 25. Artillerie-Brigade.
"Der Männer-Turnverein Gießen veranstaltet am nächsten Sonntag seinen letzten Turngang in diestm Sommerhalbjahre. Es mar ursprünglich vorgesehen, von hier auS über Albach nach Laubach zu gehen. Da aber die letzte Hälfte dieses Weges auf staubiger Landstraße in glühender Sonnenhitze zurückgelegt werden müßte, ist der Plan geändert morden. Früh morgens geht es mit der Bahn bis Borsdorf und von da immer durch Wald in SVgftünbigem Marsche über Ulfa nach Laubach, mo Mittagsrast gehalten wird. Nachmittags mirb mieder nur burch Walb ber gelben Markierung nach in lx/2 Stunde nach Grünberg gewandert, woselbst gemütliches Zusämmensein mit den dortigen Turnern vorgesehen ist. — Die Turnhalle und Turngeräte sind soweit wieder in Ordnung gebracht, daß der gesamte Turnbetrieb, dessen Leitung der Vorstand dem Turner Karl Fix übertragen hat, in allen Abteilungen am 18. d. Mts. wieder angenommen werden kann.
** Unverbrennbares Holz. Man hat, wie die „Nature" beruhtet, in Amerika ein neues Verfahren erfunden, Holz unverbrennbar zu machen. Bisher ist es nur auf Gerüste, Türen, Parkettfußböden ufw. angewandt worden, aber es ist unwahrscheinlich, daß sich das Verfahren auch auf Möbel antoenben läßt. Es besteht im Imprägnieren des Holzes mit Ammoniumsulfoborat mittels Elektrizität. Diese so getränkten Hölzer halten jegliche Feuerprobe aus. Bei einer öffentlichen Probe haben Buchen-, Fichten- und Pappeltüren von 18 Millimeter Stärke während einer Stunde den Angriffen bes Feuers Widerstand geleistet
Türen aus Blech bei denselben Versuchen waren schon oonig vernichtet, als die imprägnierten Hölzer noch unversehrt waren. Wenn man diese Imprägnierung nun auch noch auf Möbel ausdehnen kann, so könnte das Ergebnis die Unterdrückung vieler Brände sein. Falls sich das Verfahren wirklich als so praktisch erweist, wie die Amerikaner behaupten, so ist es außer Zweifel, daß die Zahl der Gegenstände, die jetzt aus .Eisen verfertigt werden, zugunsten von Verfertigungen von Holzgegenständen abnehmen wird.
Landkreis Gießen.
x Saasen, 7. Sept. Ihre goldene Hochzeit begingen Schneidermeister Köhler und seine Ehefrau aus dem Wirrberg. Köhler ist Kriegsveteran aus dem badischen Feldzug 1848/49.
Kreis Lauterbach.
— AngerSbach, 7. Sept. Die Ptaul- und Klauen- euche, die zweifellos aus dem Schlachthaus zu Lauterbach >ier eingeschleppt rourbe, verbreitet sich allmählich weiter. Bis jetzt ist in drei Gehöften die Seuche amtlich feflgeftetlt vorder». Zur Beaufsichtigung der Sperrmaßregeln roncbe ein Gendarm hierher kommandiert.
Kreis Friedberg.
x Friedberg, 7. Sept. Heute abend verunglückte ier 55 Jahre alte Fuhrknecht Frank aus Schwalheim am Ehausseehaus, als ihm ein Automobil entgegenkam. Er wurde so schwer verletzt, daß er auf dem Transport in das fiospital st a r b. Frank ist schon 30 Jahre im Baugeschäft Mörschel im Dienst.
L. Fried berg, 7. Sept. Heute in früher Morgen- lande erschoß sich der hiesige Seminarist Iug Hardt in seiner Wohnung.. Jnghardt »var Schüler der SUafie Ila sobn eines Bäckermeisters in Lollar. Er wohnte mit einem »nderen Mitschüler in einem Zimmer zusammen. Dieser Mit- ehüler verließ ihn früh morgens und fuhr mit seiner Klasse ;u einer Unterrichtsnbnng nach Ossenheim. Während dessen Fortseins wurde die Tat begangen.
Starkenburg und Rheinhessen.
m. Offenbach, 8. Sept. Auf schreckliche Weise ums Heben gekommen ist gestern abend der Bäckermeister Gg. 3af. Bader von Münster bei Dieburg. Er hatte Futter nt Felde geholt, aber sein Pferd wurde scheu und ging burch. Bader fiel vom Wagen, blieb aber mit den Beinen hängen, so daß sein Kopf aus der Erde schleifte. Als man vor dem Dorfe das Gefährt einhielt und den Verunglückten befreite, war er bereits bewußtlos und starb noch in der Nacht, ohne das Bewußtsein erlangt zu haben.
Kreis Wetzlar.
△ Garben heim, 7. Sept. Im Zusammenhang mit der Zusammenlegung der Feldmark hatte die Gemeinde auf >er Pferdsweide eine Obstpflanzung von 220 Aepfeil'äum en vornehmen lassen, die sich leider sehr schlecht bewährt hat. Tic Bäumchen zeigten schon von Anfang keinen rechten Fortgang und sind jetzt infolge der fortgesetzten Dürre vielfach eingegangen.
iv. Wetzlar, 7. Sept. Der Regierungspräsident in Koblenz hat durch landespolizeiliche Anoronungen vom -0. Juni d. I. die Abhaltung von Schweinemärkten im Kreise Wetzlar mit der Maßgabe gestattet, daß zu den Märtten nur Schweine aus dem Kreise Wetzlar zugelassen werden dürfen.
Geriehtssaal.
Hamburg, 7. cevt. Vor ber Slraikammer des 4. Landgerichts imid heute die Verbandluug gegen den früheren Vor- •iuenben ber Geesthachter Spar- unb Leifokasse, Schweigmanu, Halt, der beschuldigt wird, mehrere Jahre hiiwurch "Unter- ifhlag ungen in Höhe von ca. 189000 Mk. zum Schaden der spar- und Leifokasse begangen zu haben. Der Angeklagte, der lefiänbig ist, wurde zu einer Gefängnis st rafe von - % Jahren, unter Anrechnung von 8 Monaten Untersuchungs- -aft, unb zu drei Jahren Ehrverlust verurteilt.
Vermischtes.
* Bränbe. lieber den Walbbrand bei Malin e d h teilt bas Kölnische Lanbratsarnt mit: Vier Kompagnien Pioniere sind an ber Branbstelle tätig, die im Verein mit Arbeitern ber benachbarten Dörfer bemüht sind, dem rasenden Element Einhalt zu gebieten. Die ganze Arbeit ist noch immer darauf -gerichtet, dem Feuer, den Weg zu dem an der rechten Seite des nach Snrbrodt führenden Weges liegenden ungeheuren Walde yu versperren. — Nach einer Meldung der Münchener Neuesten Nachrichten aus (Straubing ist im gräflich Seins- heimschen Walbebei Hirschling ein großer Brand aus- gebrochen. Das in ber Nähe abgehaltene Manöver würbe abgebrochen. Militär verrichttt Löscharbeiten. Tie (Straubinger Feuerwehr ist mit Extrazug abgegangen. — Ter in Touristenkreisen weitbekannte Kaifer-Franz-Josef-Aussichts- turm auf einem 422 Meter hohen Berge bei 9t u feig ist nieder- gebrannt. — In Elsterberg äscherte ein Großseuer das Fabrikgebäude der Mechanischen Webereien August Strobel unb Kießig & Heyer ein. 350 Webstühle wurden vernichtet. Ter Schaden wird aut über 5 00 000 Mark geschätzt.
' Das rätselhafte Verschwinden zweier Geschwister beschäftigt die Berliner Kriminalpolizei. Seit drei Tagen werden der fünfjährige Sohn Franz und die vierjährig. Tochter Lieschen des zu Schöneberg wohnhaften Arbeiters- Tobian vermißt. Beide Kinder spielten, wie täglich, so auch Montag mittag, an der Ecke der Koburger und Mühlenstraße. Als sie ganz gegen ihre Gewohnheit auch zum Kaffee nicht nach Hause kamen, begab sich Frau T, nach dem Spielplatz, fand aber zu ihrem Schrecken die Kleinen nicht vor. Die Eltern erstatteten sogleich Anzeige bei der Schöneberger Kriminalpolizei. Auf besonderen Befehl des Polizeipräsidenten von Schöneberg wurde das ganze Gelände der Umgebung abgesucht, ohne eine Spur von den Vermißten zu finden.
* Die Irrfahrten des Sudanesen Charnis Ma - b r o u I, ber seit Sonntag aus dem Lunapark in Berlin verschwunden war, haben schnell ihr Ende gefunden. Ter Neger, der ebenso wie feine übrigen Starnrnesgenossen im Luna park sich einer allzu großen Beliebtheit bei gewissen Besucherinnen erfreut, hatte am Sonntag nachmittag freien Ausgang erhalten. Obwohl Charnis kein Wort deutsch spricht, war es einer feiner Verehrerinnen geglückt, den Schwarzen zu einem Stelldichein vor den Toren des Lunaparkes zu bewegen. Charnis machte mit [einer weißen „Braut" zunächst eine Automobilfahrt unb lan- oete bann in ben verschiebensten Berliner Nachtcafes, wo er sich einen Rausch antrank. Zuletzt verlor Charnis noch seine weiße Freunbin, unb so irrte ber Subanefe während bes ganzen Dienstags in Berlin umher unb geriet schließlich in den Friedrichshain, wo er erschöpft einschlief. ®tn Schutzmann entdeckte ihn und schaffte ihn nach ber türkischen Botschaft, die für die Rückbeförderung in .ben Lunapark sorgte.
* Der Kapellmeister auf dem Zweirade. Bei der französischen Infanterie genießen, ebenso wie bei uns, nur die Stabsoffiziere, Hauptleute und Adjutanten das Vorrecht, zu reiten, aber mehr als einmal ist in Frankreich bereits der Plan erhoben worden, auch den Militärkapellmeistern diese Vergünstigung einzuräumen. Bisher mußten die militärischen Meister des Taktstocks bei Märschen und in den Manövem auf eigenen Füßen ihrer Truppe vorauf wandeln, was für die älteren Militärkapellmeister ein hartes Opfer bedeutet, das körperlich zu leisten, viele kaum imstande sind. Der neue Kriegsminister Messimh hat [ich mm mitfühlenden Herzens der geplagten militärifcben Jünger oer edlen Frau Musika angenommen. Zwar werden die franzö-
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Märkte.
11 Marburg, 8. Sept. Der heutige Schweinemarkl war sehr gut besucht. Ferkel kosteten das Paar 16 20 Mk., Lärftt 40—80 Mk. unb Mastschweine 120—140 Mk. Der Handel rror lebhaft. — Am 13. September findet hier ein großer Herbst-Pferde« markt mit Verlosung statt.
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fischen Wpellmeister auch künftig nicht hoch zu Rosse einfoertrafr-i dürfen, aber ein neuer Erlaß des Kriegsministers erlaubt ibnr die Benutzung des Zweirades. Alle Militärkapellmeister erfefr Klasse und auch jene, die das 45. Lebensjahr erreicht haben, bürfr künftig auf Märschen unb in den Manövern Rad fahren, aber dem französischen Volke das Idealbild eines tapfer feinet Musikerheer vorausmarschierenden Taktschlägers nicht zu raubet ist zugleich bestimmt, daß beim Marsch durch Dörfer und £h-, schäften die Kapellmeister sich aus dem Sattel zwängen müsset um ihren altüberkommenen Platz an der Spitze ihrer Getreu^ einzunehmen. Bei Paraden und Besichtigungen ist die Benutzur« des Rades verboten.
* Brasilianische Bahnen. Die brasilianische Verkehrs. Verwaltung bat soeben eine Statistik über die Eisenbahnen der ÜF» publik am Ende des Jahres 1909 veröffentlicht. Danach besaß du Land damals 19 536,9 Kilometer im Betriebe und 4431,6 im Bcu Vrojekliert und amtlich genehmigt waren 5218,6 Kilometer. S-i 1900 hat die Zahl der tnt Betriebe befindlichen Strecken um 422(,. Kilometer zugenommen. Im Jahre 1910 dürften über 150 Kilometer hinmgekommen sein. Von der angebenen Gesamt-Kilometer, zahl entfallen auf Bundesbahnen bezw. unter Bimdesverivaltuic stehende Bahnen 2959,1 Kilometer, auf verpachtete Bundesbahn^ 6228,0 Kilometer, auf Bahnen mit Bunbeskonzession und nut Zms- garantie 254"),*< Kilometer, auf Bahnen mit BundeLkonzesfion ofon: Zinsgarantie 1710,3 Kilometer und auf Bahnen mit Staatskon- zession 6032,5 Kilometer. Die stärkste Entwickelung weist ber Stak 2. Paulö auf.
Kleine Taqeschronik.
Ingenieur Richter, auf ber Heimreise begriffen, am gestrigen Donnerstag in O f e npe st eingetroffen und ar, Bahnhof von mehreren Journalisten empfangen worden. Richtr- erklärte, keinerlei Auskunft erteilen zu können, erstens west c vorläufig zum Schweigen verpflichtet sei, andererseits, weil n müde sei. Richter hofft, nach kurzem Aufenthalt hier unb « Wien bald im Kreise seiner Familie sein zu können.
Der nut einem Kostenaufwand von 10a/4 stiillionen Mark nach reichlich vierjähriger Bauzeit fertig gestellte 428 Meter lange Elb?. Tunnel in Hamburg, durch den eine feste Verbindung zwisch^ der Stadt Hamburg und dem linksseitigen Elhufer Steinwärdn, geschaffen ist, wurde am Donnerstag dem Verkehr übergeben.
Ein Kraftwagen der Linie von Wildbad über Herrench nach Gernsbach ist bei Loffenau mit einem L a st a u t o m o bii z u s a m m e n g e st o ß e n. Der Personenwagen stürzte über b> Straßenböschung hinunter. Seine Insassen wurden zum«?, f ch iv e r verletzt, eine Frau lebensgefährlich.
In Neuhork sollte am Mittwoch die Hochzeit des vielfache!! Millionärs Astor stattsinden. Sie wurde auf unbestimmt Zeit verschoben. Dem „Berl. Lokalan-." zufolge weigerten sich alle Geistlichen, die Trauung vorzunehmen, ob gleich ihnen 1000 Dollars angeboten wurden. Menten suchen nndi einem willfährigeren Geistlichen.
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Handel.
Die Reichs-Post- und Telegraphenverwaltunz l veröffentlicht im Amtsblatt des Reichs-Postamts folgende Bekanntmachung; 1. Vom 1. Oktober ab werden im inneren deutschen Verkehr sogenannte Brieftelegramme versuchsweise jip gelassen, das sind Telegramme, die während der Nacht telegrapW an ben Bestimmungsort befördert unb dort wie gewöhnliche Britic Möglichst auf dem ersten Bestellgang abgetragen ober Abholern in der für gewöhnliche Briefsendungen üblichen Weise ausgehändigk werden. 2. Die Brieftelegramme find zwischen den nachbenanntm Orten zugelassen: Aachen, Augsburg, Bamberg, Barmen, Berlin (Rohrpostbezirk), Bielefeld, Bonn, Braunschweig, Bremen, Breslau, Bromberg, Cassel, Chemnitz, Coblenz, Cöln, Colmar M, Crefeld, Cuxhaven, Danzig, Darmstadt, Dessau, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Duisburg, Elberfeld, Emden, Erfurt, Essen (Rühr', Ehdtkuhnen, Flensburg, Frankfurt (Main), Frankfurt (Oder, Freiburg (Breisgau), Gera (Reuß), G t e fe e n , Görlitz, Göttingen, ■ Halle (Saale), Hamburg, Hannover, Karlsruhe (Baden), Kiel, Königsberg (Pr.), Köslin, Leipzig, Liegnitz, Ludwigshafen (Rhein Lübeck, Magdeburg, Mainz, Mannheiin, Metz, Mülhausen (W München, München-Gladbach, Münster (Westfi), fRorbWai, Nürnberg, Oldenburg (Grhzgt.), Osnabrück, Passau, flauen (Vogtland), Posen, Potsdam, Regensburg, Rostock (Mecklenb.), Saarbrücken, Schwerin (Mecklenb.fi Stettin, Stralsund, Sttatz- bürg (Els^fi Stuttgart, Thorn, Trier, Wiesbaden, Würzburg. Zwickau (Sachsen). 3. Es ist jedoch statthaft, Brieftelegramni ; auch über diese Orte hinaus innerhalb Deutschlands mit bei Post weitersenden zu lassen. In diesem Fall ist in der W>rch die Anstalt anzugeben, von der ab die briefliche Weiterbeförderung eintreten soll (vgl. unter 5). 4. Die Brieftelegramm dürfen in den genannten Orten nur während der Zeit von 7Uhi i abends bis 12 Uhr nachts aufgeliefert werden; die Auflieferuil- kann bei sämtlichen Annahmestellen erfolgen, soweit diese süi die Annahme von Telegrammen geöffnet sind. Soll die Auslieferung brieflich erfolgen, so hat der Absender für den redt- zeitigen Eingang des Brieftelegramms bei ber Haupt-Tc!.'- graphenanstalt des Aufgabeorts Vorkehrung zu treffen. 5. Tr Brieftelegramme müssen durch den gebührenpflichtigen Vemck „Bft" ober „Brieftelegramm" vor ber Adresse als solche getan* zeichnet und dürfen nur in offener Sprache abgefaßt fein. Ar Wortzahl ist schon vom Abseirder anzugeben. Die Anwendmg einer vereinbarten abgekürzten Adresse sowie die Bezeichnmg „postlagernd" ist statthaft. Bei den Brieftelegrammen sind di' Vermerke: Dringend, Antwort bezahlt, Vergleichung, telearapher- lagernb, Empfangsanzeiae, mehrere Mreffen unb einschreikr. nicht zugelassen. Die Adresse hat zu lauten: --- Bft = Johan Müller, Leiterstraße 17 Bonn, ober im Falle zu 3: =Bft= Schubach, Euskirchen-Cöln. Im übrigen haben Form und Tb- assung den Bestimmungen der Telegraphenordnung zu eck- prechen. 6. Am Bestimmunasott ist die Eilbestellung nih tatthaft. Eine etwa erforderliche Nachsendung erfolgt brieflti und ohne Gebührenansatz. Unbestellbare Brieftelegramme werk» wie unbestellbare Telegramme behandelt. 7. Für das Bril- telegramm wird eine Gebühr von 1 Pf. für jedes Wort, m» bestens jckoch ber Betrag von 50 Pf. für jedes Brieftelegranri erhoben. Die Gebühr ist nach oben auf eine durch 5 teilber Summe abzurunden. Der Einpfennigtarif findet nur auf t<ü Brieftelegramm selbst Anwendung, nicht auch auf gebührenpflib- tige Diensttelegramme, die burch ein Brieftelegramm veranlcke | werden oder sich auf ein solches beziehen. 8. Von dem ZeitpuriwI der Ueberweisung des Brieftelegrammes durch die BestimmunK'l Telegraphenanstalt an die Postanstalt wird das Örieftelcgrarn» ” als gewöhnlicher Brief angesehen und behandelt. Die Verwaltung leistet für die richtige Ueberfunft der Brieftelegramme ober bereit Ueberkunft und Zustellung innerhalb bestimmter Frist keine 0» währ unb hat Nachteile, die durch Verlust, Entstellung ober Verspätung ber Brieftelegramme entstehen, nicht zu vertreten. 2ir Gebühr wirb auf Antrag nur bann erstattet, wenn das Bnei- telegramm durch Verschulden des Telegraphenbetttebs verlom gegangen ober später angekommen ist, als es bei Aufgabe utb Beförberung als gewöhnlicher Brief mit der Post angefomrr.en . wäre.
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