Ausgabe 
7.2.1911 Erstes Blatt
 
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Schlwettläufe auf dem hoherodrtopf.

Der Schtklub Wintersport in Gießen verans^iltete am vergangenen Sonntag unter sehr starker Beteiligung auf Dem Qohcrodskopf seine ersten Schi-Wettlaufe tm Vo^els- betfl, die einen außerordentlich günfliaen Verlauf nahmen, schon am ^Samstag war eine große Anzahl Schiläufer auf dem Kollerods- topf eingetrofsen und in den Abendstunden wuchs der Beiuch so stark an, daß ein großer Teil der Ankommenden in Brulngesham m fßriuaiauartieren Unterkunft suchen mußte. In den NachmtttagS- sruitden war die Schuliugend von Breutigeshain und von RudtngS- bain, teilweise unter Führung ihrer Lehrer, eifrig am Ucbni, Ehrend von Mitgliedern deS Schiklubs die Strecken für Die Wettläufe mit bunten Fähnchen abgefiedt wurden.

Der Sonntagmorgen brachte zuerst starken Nebel, und da zudem der Schnee sehr stark vereist war, hatten die Teilnehmer an dem Dauerlaufüber 10 Kilometer, ber nur Don Mitgliedern dcs Klubs ausgesahren werden durfte, erhebliche Schwierigkeüen zu Überwinden. Während des Laufes wurde es klar, und wenn auch die Sonne nid>t aus den Wollen trat, so hatte man dafür nach jeder Seile hm einen entzückenden Fernblick und sah die Läufer schon von weitem antommen. Die fengcießte Höchstzeit pon einer Stuiide wurde nur von zwei Läufern Inapp Überschritten. Erster wurde 3uL Walther mit 40 Minuten; zweiter Erwin Soch, briiter Karl Neurath. JuliuS Walther errang damit die Nleislerschast des Klubs im Dauerlauf.

Kurz nach B'eeiwigung bu» DaueriauieS wurde der Damen« lauf abgehallen, ui dem Hilde Jäger, Gteßen, den ersten, Kath. Stein,Hohcrodskopj, den zweiten und Attita Rosen­berg, Gießen, den dritten Preis errang.

Inzwischen hatten die Frül>züge nach Schotten noch zahl­reiche Zuschauer gebracht, die meist aus Schneejchuben tarnen, und auch die Teilnehmer an dem Jugendlauf und dem VolkSlauffanden sich am Klubhaus ein, wo um 12 Uhr das gemeinsame Mittag­essen des Schikluüs ftatlfanb und kurz danach das deS V.-E., der mit Nücksichl aus die Wettläufe feine Wanderung auf diesen Tag verlegt hatte. _,

Kur» nach 1 Uhr wurden die Schüler am Start versammelt inib in zwei Altersklassen cingeteilt, um die jüngeren nicht zu benadjitiligcn, und um 1,30 Uhr begannen die Jugendläufe, die manchen luftigen Zwischenfall aufiviesen und fvlgcndk^ Ergebnis hatten: 1. Erwin Jäger, Gießen: 2. Karl Döring, Rudings­hain; 3. Kurt Vetzberger, Schotten; 4. Werner Gunkel, Gießen; b. Trapp, Gießen. Weitzel und Frank in Breun­geshain, die dieselbe Zeit gebraucht hatten. Merkwürdigerweise wurde von der jüngeren Altersklasse bedeutend besser gelaufen, als in der älteren. Bedauerlicherweise mußte der beste Läufer, H e l m-Gießen, ausscheiden, da er mehrmals einen Schi verlor, und durch das Wnfdptallen fo viel Zett embüute, bau er aut die 8. Stelle rückte, obschon er nur 30 Sekunden mehr gebrauchte, als die mit dem 5. Preise ausgezeichneten.

Auch der V 0 l k s l a u f, an dem tote beim Jugendlauf, ebenfalls weit über 30 Bewerber teilnabmcn, verlief sehr interessant und anregend. Erster wurde Sauer, Gießen, 2. G r ü n i n g , Breungeshain, 3. Neumann, Ruduigshain, 4. M 0 h r, Breun­geshain, ö. Schuch, Wetzlar.

Die Preisverteilung fano um 3 Uhr im Klubhaus statt. Es Tarnen außer Jugcndschrifteii, Lehrbücher Über Schneeschuhlauf, Bilder und praltische Ausrüstungsgegenstände »ur Verteilung, wie Wickelgamaschen, Touristenbestecke, Kompasse, elektrische Taschen­lampen, Becher na.

Der außerordentlich gute Besuch und die rege Anteilnahme der Bevölkerung haben gezeigt, daß die Wirksamkeit des Gießener Schiklub nicht vergeblich gewesen ist, und daß der Schneesporb im Vogelsberg ebenso entwicklungsfähig ist, tote in anderen Ge­birgen, die dadurch auch im Winter einen regen Fremdenverkehr aufzuweisen haben und dadurch eine nickst zu unterschätzende Ein­nahmequelle. Haffentlick) ist der zweite diesjährige Schikursus,

£utt|diiffat)rt.

Darmstadt, Truppenübungsplatz, 6. Febr. Auf dem Flugplatz bestand heute nachmittag der fchweizc- rische Oberleutnant Real die Flugführerprüfung auf einer E u l e r f l u g m a s ch i n e vor den amtlichen Zeit- neymern des deutschen Luftschifserverbands.

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** Fußball Am Sonntag fand auf dem Trieb das Meisterschaftsspiel V. f. B. Gießen gegen Wetzlar statt Seiner Uel-erlegenheit gab der hiesige Verein dadurch Ausdruck, daß er feinen Gegner mit 13:1 Toren schlug. Nächsten Sonntag findet ebenfalls auf dem Trieb du DteisterfchaflSspiel statt zwischen V s. B. Gießen und dem vorauSsickstlichen (Me- roinncr der Meisterschaft, dem F. C. ,Lahn" liegen. Die Spieltuchtigkeü bei den Mannschaften verspricht den Zuschauern ein schönes, abwechslungsreiches Spiel ansehen zu können.

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Brand der Hohen Pforte.

Konstantinopel, 6. Febr. Das Gebäude der Pforte ist heute nacht tcüroeifc niedergebrannt. Das Feuer brach üi öem in der Mitte des Gebäudes befindlichen Telegraphenamt aus, verntchtete die Bureaus des S.aalsrels, einen Lett des Ministeriums des Innern um) des GroowntritUes. Die A r ch i v e des Staatsrates und des Mmisteriums des Innern find ver­brannt. Tie beiden Flügel, in denen sich das Ministerium des Aeußern, die Äanzlei des Großwefirrates und der Saal des Mmisterrales befinden, wurden durch die Feuerwehr gerettet. Sämtliche Minister begaben sich an die Unglücksstätte. Die Ur­sache des Brandes ist unbetannl. Bon den hundert Amtsdienem, welche das Erdgeickwtz bewohnen, »vutden zivanztg verhaftet, cbenio zwei Polizisten. Die Polizei und Die öffentliche Meinung ist der Ueberzeugung, daß eine verbrecherische Brandlegung vvrliege, von derselben Hand, die feiner Zett den Brand im Par­lamentsgebäude verursacht hatte.

Tie Regierung soll mehrere Drohbriefe erhalten haben, daß alle öffentlichen Gebäude niedergebrannt würden.

Konstantinopel, 7. Febr. Wie verlautet, ist das Feuer im Gebäude der Pforte im Telegraphenamt entstanden, wo ein; Öfen die Nacht über brannte. Wichtige Staatsakten, die in einem besonderen Gebäude untergebracht waren, wurden ebenfalls ge­rettet, ebenso die Dokumente des Großwesierrates und des Mi­nisteriums des Innern. Nur die in Bearbeitung befindlichen Alten über laufende Geschäfte sind tettweije verbrannt. Das Ministerium deS Innern dürfte unter dem Brande bedeutend leiden. Die Tätigkeit des Staatsrals stockt vollständig.

Andere Feuersbrünste.

Newyork, 6. Febr. Die P e t r 0 l e u m t a n k s der Stan- dard-Oit-Geieilichaft in N e w 1 e r s e i) standen gestern in Flam­men. Im Verlauf des Brandes erfolgten heftige Explo­sionen. Das Kohlenlager selbst ist gesicherl Bisher liegen keine Meldungen über ernnere Verletzungen vor.

Oviedo, 6. Febr. Eine Anzahl Gebäude, in denen ins­besondere die Asturische Bank, das Haupttelephonamt und die Tabakspslanzungs-Geiellschaft find, wurden durch Feuers- b r u n st zerstört.

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ZumJntendantendesBraunschtoeigerLof- theaterS ist der Großherzoglich Hessi,che Kammer Herr Alexandn: von Frankenberg und Ludwigsdorf ernannt worden. Er stand früher, zuletzt als Hauptmann, im Leibgarde-Jnfartterlo- Negiment Nr. 115, war s. Zt. mttttärischer Begletter des Erl>-

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großher-ogS, und bann Ordomrantzosskrier deS GrvffberHog- Enckk Ludwig von Hessen und bei Rhein. Nach feinem Austritt aus btt Armee war er diensttuender Kammer Herr der ersten Gemohliu deS Großherzogs, schied später auS diesem Dienste aus und nahtq seinen Wohnsitz in Honnef a. Rh.

Ei ken bahnun f a N in Berlin, llnterm 6. Fe­bruar nnrb aus Berlin amtlich gemeldet: Atif bcirt Bahnhofe Baumschulwcg fuhr heute früh 5.53 Uhr der vom Potsdamer Bahnhof tommenhe Dorort^ug in den von Nicderschönweide-JohalmiStlstil nach dem Berliner Stadt­bahnhose ausfahrenden Zug. Sechs Personen wurden schwer, 21 leicht verletzt. Die Maschinen und vier Wagen sind entgleis! Der Materialsck>aden ist bedeutend. Als Sck)uldiger lammt der Lokonwtivführer des vom Pots­damer Bahtthof kommenden Zuges in Frage. Er überfuhr das Haltesigtial und rannte dem andereit Zug in die Flanke^ Dar Betrieb wurde um 12.15 Uhr wieder ausgenommen.

Kleine Tagerchronik.

Der seit dem 3L Januar vermißte NeichSgerichtSrat Weller in Leipzig, ein geborener Darmstädter, ist als Leiche auS der Pleige gezogen worden.

Die Witwe von Schillers Enkel, Freifrau Mathilde v. Schiller, ist, 75 Jahre alt, in Sttitigart gest 0 r 0 en.

Die im D j ö r k e s u n d abgetriebene Eisscholle, auf der sich 2j3 Fischer befanden, ist an der Insel Seekar gelandet. Tie Fischer wurden sämtlich gerettet.

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