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m sich schließen, sich int Lause der Jahre vertieft und verstärkt haben. Im Namen her Regierung und ich glaube unter voller Zustimmung aller Mitglieder des Hauses erwidere er auf das herzlichste die herzlichen Frcnndschaftsansdrückc, welche der hervorragende Minister der auswär' tigen Angelegenheiten Frankreichs in Bezug auf Großbritannien vor einigen Tagen gebraucht hat. Der Minister ührte dann iveiter auS: Ich will die Gelegenheit ergreifen, nm auf die Tatsache hinzuweiscn, daß in diesem Jahre die Feim des 50jährigen Jahrestages der Begründung der Einheit Italiens fallen wird. Diese Gnubcit rourbt er stritten und erzwungen unter der Shmpathie der großen Mehrheit der Bevölkc rung dieses Landes und seitdem die Einheit erreicht ist, hat eine unerschütterliche Herzlichkeit zwisäum beiden .Vrönig ■ reichen bestanden und ist eine dauernde auf wechselseitigem Verstehen und Wohlwollen bcgriindetc Freundschaft erreicht worden.
Tas Oberbaus.
London, 6. Febr. Im Oberhaus erklärte bei der Abrcß- aussprache £orb Lansdowne unter Bezugnahme auf bie jüngsten «beunruhigenden Berichte aus Mazedonien über die bei der Entwaffnung angcwendetcn Mittel: Ich weiß nidn, ob die britische Regierung von diesen Vorgängen unterrichtet ist, aber ich hoffe es: Wir werden hören, daß sie wachsamen Auge, beobachtet werden. Wir tönnen nicht überrascht sein, wenn die Kommentare darauf hinaus laufen, daß das Vertrauen in das neue konstitutionelle Softem der Türkei ernstlich erschüttert sei. Ich bin überrascht, daß in der Thronrede nichts über die Lon doner Deklaration gesagt ist. Die meisten würden gern gesehen haben, wenn ein internationales Brisengericht anstelle der nationalen Prisengerichte gesetzt wäre, auf die wir uns jetzt verlassen müssen. Aber unsere Zustimmung hing von zwei Dingen ab, nämlich von einer befriedigenden Zusammensetzung des Gerichtshofes selbst und von einer befriedigenden Fassung dec Bestimmungen, nach denen der Gerichtshof zu richten habe. Die Stellung Großbritanniens ist verschieden von der einer anderen Macht. Aus diesem Grund ists entschuldbar, wenn wir diese Angelegenheit mit kritischerem Auge betrachten als andere Mächte.
Deutsches Kcicb.
Ter Kaiser ist der „historischen Kommission für die Provinz Hannover, das Großherzvgtum Oldenburg, da- Herzogtum Braunschweig, das Fürstcntirm Schaumburg Lippe und für die Hansestadt Bremen" als Patron ibei» getreten.
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wieder ^u besuchen, und dort eine Versammlung ab»u* halten, um den Untertanen in Persien bekanntzugeben, daß er die ^rachfolgeschast in der kaiserlichen Krone Indiens angctreteii habe. Die Thronrede kündigte sodann Vorschläge für die Rege-, lung der Beziehungen zwischen den beiden Häusern betf Parlaments an zum Zwecke wirksameren Arbeitens an der Verfasnmg, ferner Maßregeln zur Ausdehnung der Altcrspension, auf Personen, die bisher infolge Genusses von ArrnenunterslLtz i ungen kein Anrecht besaßen, weiter die Einführung einer Bei» icherung der Jndustriebevölkerung gegen Krankheit unU Invalidität und eine Versicherung gegen bie Arbeite- losigkeitin Industriezweigen, wo sie vorzugsweise zu Tage triiU
Nachdem die Thronrede verlesen war, verließ das könig liche Paar den Sitzungssaal und kehrte auf demselben Weg? nach dem Buckingham Palast zurück. Die ganze Zeremonie batte kaum eine halbe Stunde in Anspruch genommen.
Das Unterhaus.
London, 6. Febr. Das U n t e r haus versammelte sich heute nachmmittag 41/» Uhr, nm über die Adresse zur Be antwortung der Thronrede zn beraten. Verschiedene Förmlichkeiten verzögerten jedoch den Beginn der Aussprache, so daß Balfour sie erst 61/* Uhr eröffnete. Da Sir Edward Gr eh wegen des Todes seines Bruders abwesend war, berührte Balfour die äußere Politik nicht. Er kritisierte Winston Churchill wegen der Ruhestörungen in Südwales und bezeichnete die Affäre in der Sidnep-Street als eine Vereinigung dunkelster Tragödie mit etwas waS man fast Farce nennen könnte.
Lord Balfour gab in Bezug aus die Erklärungen der Thronrede über daS-Budg et der Überzeugung Ausdruck, daß die vermehrten Ausgaben für Zwecke der Verteidigung absolut notwendig seien. Er hieß die Andeutung willkommen, daß der Marinehans halt eine Erhöhung zeigen werde. Er bedauere den Abschluß des RezeprozitatsabkommenS zwischen Amerika und Kanada und er- flärtc, daß das Abkommen ein großes Unglück für das Reich sein würde, wenn es ratifiziert werden würde. Bezüglich der Verlas sungsfrage sagte Balfour, die Regierung habe dem Hause in der berühmten Vorrede znr Parlamentsbckl erklärt, das; sie eine zweite Kammer, die so zusammengesetzt sei, daß sie die Verfassung wirksam sichere, für eine Notwendigkeit halte. Wolle die Regierung eine solche Kämmer gewähren oder beabsich tige sie, ihre knappe' Mehrheit zn einer fundamentalen Aendernng der Verfassung auSzunützen?
Premierminister Asauith sagte über die Aeußerung Balfours, daß er eine starke Vermehrung der Ausgaben für die Vor teidigungskräfte annchme, er könne Balfour nur raten, eine Haltung geduldigen Abwartens einzunehmen. Obschon idi mich jeder eingehenderen Bezugnahme auf die auswärtigen Angelegen 0ettcii infolge der Abwesenheit Sir Edward Greys enthalte, fuhr der Premierminister fort, so kann ich die tonventionellen Wendungen der Thronrede erläutern und sagen, das; sich unsere •nfernationalen Freundschaften, die. wie dos .'naus uni das b wissen, reine ausschließlichen sind nnd seindseligen Tendenzen
Ves Kreises.
>orf a. b. Lahn de I ist zur LerhM« I Aitern unb Men- I tii zu 'Men.
»führt rocrom loim-i Minde ist uns uÄI MM g gl r. 22 vom 18-wan rbnung vom 20. oidcrhandl'lnge" ar.
London, 6. Februar.
Die Eröffnung des Parlaments durck) den König in P-erson ist jetzt wieder zu einem festen Brauch geworden. Während ber letzten Jahre der Regierung ber Königin Viktoria hatte man den Brauch fast ganz fallen lassen, aber König Eduard hat ihn bei seiner Thronbesteigung sofort wiÄrer ausgenommen und König Georg steht im Begriff, dein Beispiel seines Vaters zu folgen. Die a.ten glanzenden Zeremonien der Eröffnung haben nichts von ihrem i.m|)OTriecenbcn Charakter verloren. König Georg fuhr mit der Königin Mary in dem berühmten von sechs isabellen- farbenen Pferden hannoverschen Schlages gezogenen Staats - wagen vom Buckingham-Palast na chd°em Hause der Lords. Die Fahrt ging die Mail entlang über die Horse-GouardS Parade und dann White Hall hinunter y,ach Westminster. Dort angekommen begab sich das Königspaar sofort in den Staatsn^AeidPre'im, t,Afs x'vn'if in her zu öer Beralungshalle der Lords führenden tönig'ichen Galerie zu erscheinen. Hier bildete sich die königliche Prozession, die aus einer Schar von Herolden und hohen Beamten des königlichen Haushalts bestand. Als das König?paar in die Halle trat, erhob sich die gesamte glänzende Versammlung, Peers und PceresseS, Bischöfe, die Mitglieder des diploma tischen Korps: König Georg ergriff die Hand der Königin und führte sie zu dem links stebenden THronsitz. Dann wendete er sich zu den Versammelten und ersuchte sie, sich zu setzen. „Black Rod" („ber Träger des schwarzen StabeS") der hohe Beamte des Hauses der Lords, der bic Botschaften von den Peers Sem Haufe der Gemeinen übermittelt, wurde sodann entsandt, um die Gemeinen zur Schranke des Hauses der Lords zur Vernehmung der Thronrede zu sorderii. Wenige Minuten darauf erschien der Sprecher an der Schranke, gefolgt von einer dichten Schar von Mitgliedern des Unterhauses. Der Lordkanzler reichte dem König knieend eine gedruckte Kopie der Thronrede. König Georg erhob sich und las das Dokument vor. Der König ist zwar kleiner an Gestalt als sein Vater, aber mit einer etwas stärkeren Stimmt begabt, und seine Worte schallten mit vollem Klang durch die ungeheure Halle.
Die Thronrede.
K o n st a n t i u o p e l und London in Sachen der Bagdab- bahn zu melden wissen, ja, eS scheint sich sogar gestern eine türkische Ministerkonferenz ernstlich mit dieser Frage beschäftigt zu lhrben, wie aus der Hinzuziehung des Genc- raldireltors der aiiatolischen Bahn, Huguenin, hervorgeht. Daß Frankreich hierbei mit England an einem Strange zieht, darf als sicher gelten. Befremden aber muß es im ersten Augenblick, daß sich das Londoner Kabinett nicht mit Berlin in Verbindung gesetzt hat. Und doch ist das eigentlich nur natürlich und deutet gleichzeitig die Richtlinien an, in denen sich die Verhandlungen bewegen dürften, zu denen zweifellos die türkische Regierung vorher die Zustimmung Deutschlands eingeholt hat.
Wenn die Türkei an das Londoner Kabinett mit Vorschlägen in der Bagdadbahnfrage herangetreten ist, so war das nur natürlich. Hat sie doch ein Interesse daran, daß das Unternehmen auS finanziellen Gründen nicht ins Stocken gerät oder auS politischen hinsichtlich seiner Durchführung 'biS zum Persischen Golf scheitert, ganz abgesehen von der Erhöhung der türkischen Änfuhrzölle, die hiermit in engstem Zusammenhänge steht. Da nun für England das Interesse an der Bagdadbahn, wenn man die Frage der Kapitalsbeteiligung und der Schiffahrtskonzessron auf dem Euphrat und Tigris einstweilen offen läßt, erst hinter Bagdad beginnt, so ist es klar, daß sich die Verhandlungen nur um die letzte Strecke, Bagdad-Koweit, drehen können, zumal diese in die der anatolischen Bahngesellschaft gewährte Konzession nicht cinbexogen wurde. Hier Hal also die Türkei freie £>anb und dürste England Ümso leichter zu einer Kapitalsbeteiligung an der Bagdad bahn überhaupt, die ja auch von Deutschland gewünscht wird, unb zu einer Zustimmung zur Erhöhung der türkischen Einfuhrzölle bestimmen können, als England, dessen Einfluß im südlichen Persien und am Perjijchen Golf ja schon jetzt allgemein
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Die Thronrede lautet:
^ndem ich das erste unter meiner Regierun» gewählte Parlament eröffne, gedenke ich vor allem des' schmerzlichen Berllistes, den das Reich durch den Tod meines geliebten Vaters erlitten hat. Als er vor Jahresfrist lento Thronrede an Sie richtete, batte niemand vvraussehen^können. daß sein Leben, das er in unermüdlicher opsermütiger Tätigkeit dem Wohle seiner Untertanen widmete, m kurzer Zeck plötzlich beendet sein sollte. Indem ich mich dem unersorichlichen RaN'chlliß der Vorsehung beuge, schövfe ich ans fernem Beyptel Mut, und fühle mich in meinem tiefen Kummer durch bie Teilnalyne getröstet, bie mir von entern Volk in jebem Telle meines Reichs darge'oracht würbe Der König hieß fobann ben nach Vollenbung feinen Mission in Sübafrifa zurückgekehrt en Herzog von Gon- liaugbt willkommen unb brückte bic lebhafte Genugtuung aus, daß ber Herzog hi allen Klaffen bes südafrikamschen Gemeinwesens mit Kunbgebuitgen der größten Begeisterung und Loyalität emp- l'auqen nrrbe. Die Beziehungen zu ben auslänbischen Mächten bezeichnet bie Thronrebe als bauentb freunbhd). Tie Thronrede kündigt an, daß infolge der Kündigung des Handelsvertrages sollens der japanischen Regierung Verhandlungen über ben Abschluß eines neuen Vertrages eingeleitet seien, bie, tote er hoste zu einem befriebigenben Abkommen führen werben. Hier- cruf heißt es weiter: Die häufigen Klagen über Schäbigungen bes britischen Hanbels burch bie fortgesetzte Unsicherl-eit auf den Hanbelsstraßen im südlichenPerfien bewogen meine Regierung, obwohl mit Widerstreben, sich mit energischen Vorstell ungen an die persische Regierung zu rieten, bie seither ber Angelegenheit ihre Aufmerksamkeit zuwendete. Es machte sich in ber letzten Zeit eine gewisse Besserung bes Zustanbes auf ben Straßen bemerkbar. Daher schlagen meine Minister vor, bic weitere Entwickelung abzuwarten, bevor wir aus bie Annahme ber eigenen Vorschläge bringen, bie in jedem Falle fein anderes Ziel verfolgen, als bas Ansehen ber persischen Regierung wieberherzustellen unb ben Hanbel zu schützen. Mll großem Interesse sehe ich ber kommenden Mai zusammentretenden Reichskonfcrenz entgegen, in ber sich bie leckenden Minister ber SelhfiDermaltungsEolonicn unb bes Mutterlandes vereinigen werben, um über wichtige Angelegenhecken zu beraten, bie ihnen von einzelnen Regierungen unterbreitet werben sollen. Der König erflärt sodami, daß 7 bie Absicht habe, nach ben, Krönungsfeierlichkeiten die indischen Des itzuugQr
Ans Liessen.
.+ Mainz, 6. Febr. Gestern fanb hier eine Vertreter» Versammlung des R h e i n - M a i n g a u e s beS Allbentschen Verbanbes unter bem Vorsitz bes Gymnasiallehrers Grünschlag statt, bie ausgezeichnet besucht war. Heber bic politische Lage berichtete ber Borsitzenbe bes Allbentschen Verbandes, Rechtsanwalt C l a ß, Mainz. Er erörterte zunächst bie Entwicklung ber reichsländischen Versassungsfragc, schilberte bic Verhältnisse in ben polnischen Landesteilen unb berührte sodann die günstige Entwicklung unserer auswärtigen Politik. Im Anschluß hieran wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Die Vertreter-Versammlung erblickt in ber burdi den Gesetzentwurf über bie Verwssung Elsaß-Lothringens vorgeschlage- nen Aenberung bes Zustanbes im Retdislanbe eine schwere Ge- fäljrbung bes Reichsinteresses und hofft, baß dieser Entwurf nicht die Zustimmung bes Reichstages findet. Soll eine Aende- rung bes bestehenben Zustanbes oorgciwmmen werden, so erachtet ber Gautag bie Einverleibung Elsaß - L 01h ringens in bas vniareich Preußen für bas einzige Mittel, bas bem Lanbe Ruhe nnb Orbnung roiebergibt unb ;■ SBiebergcroinnung feiner Bevölkerung gewährleistet."
Neue Vagdadbahnverhandlungen.
Der Bau einer Eisenbahn von Kvnia najch Bagdad ist im Jahre 1899 der deutschen Gesellschaft ber anatolischen Bahnen konzessioniert worden, wobei von vornherein in Aussicht genommen war, die Bahn bis zum peitschen Meerbusen durchzuführeii. Da England, Frankreich und Ruß- Imtd von diesem Unternehmen eine Stärkung des deutschen Einflusses in Kleinasieii und seine Ausbreitung Mich in Mesopotamien fürchteten, haben sie sich, obwohl ihnen das von deutscher Seite freigestellt war, jeder Kapitalsbeteiliguug an dem Bahnbau enthalten und es mit Freuden begrüßt, als die Arbeiten im Jahre 1907, sei es wegen technischer Schwierigkeiten (Ueberschreiten des Taurus), fei es auS Mangel an Mitteln, ins Stocken gerieten. Zwar hatte man deutscherseits (1903) England eine Vertretung un Direktorium angeboten, um es für das Projekt zu gewinnen, aber dieses Anerbieten fand nicht nur eine schroffe Ablehnung, nein, je weiter der Bahnbau fortschritt, desto größere Schwierigkeiten suchte man ihm zu bereiten, indem man in London, wie im Jahre 1903, so auch im Jahre 1909 feine Zustimmung zu der Erhöhung der türkischen Einfuhrzölle davon abhängig machte, daß aus diesen nicht mehr, wie bisher, die Kilometergarantie für die Bagdadbahn bestritten würde.
Eine kleine Abschwächung der Haltung Englands gegenüber der Bagdadbahn ließ sich erst feststellen, als im Dezember 1909 "Sir Ernest Cassel, der englische Direktor der oltomanischen Bank in Konstantinopel, in Berlin weilte, um über die Vorschläge der deutschen Bagdadbahngruppe hinsichtlich einer britischen Mitwirkung an der Ausführung dieses großartigen Unternehmens zu verhandele TieseS Entgegenkommen hing wahrscheinlich damit zusammen, daß durch den Verkauf der französischen Zweigstrecke Morsina-Andana (südlick) von Bulgurlu) an die Bagdadbahn- qese lisch ast Frankreich seinen Widerstand gegen daS deutsche Unternehmen bis zu einem gewissen Grade aufgegeben und sich damit einen, wenn auch bescheidenen Einfluß im Direk- Torium gesichert hatte, wie ihn neben Deutschland und der Türkei auch Oesterreich-Ungarn, die Schweiz usw. besitzen. England wollte also nicht den Anschluß versäumen, doch führten die Verhandlungen damals zu keinem Ergebnis, sei es nun, daß Sir Ernest Cassel ein Kartell zwischen der Bagdadbahngesellschaft und der zu gründenden anglo-otto- manischen Schiffahrtsgesellschaft auf dem Euphrat und Iig> is als Preis für die englische Kapitalbeteiligung vor- icktug, sei es, baß er für bie letzte Strecke ber Bagdadbahn .Bagdad-Koweit), die überhaupt noch nicht endgültig festgelegt ist, gmiz bestimmte, das englische liebergetoidht am persischen Golf berücksichtigende Wünsche geltend machte.
Durch die Potsdamer Monarchenbegegnung und die babei getroffenen Abmachungen über die Bagdadbahn frage ist diese nun in ein neues Fahrwasser gelangt. Dadurch, bah Rußland in eine Verbindung des nordpersischen Eisenbahnnetzes mit der Bagdadbahn willigte, trennte es sich offiziell von den bagdadbahnfeindlichen Machten, und eS ist bei den Bcsvrechungen über die Ergebnisse der Potsdamer Begegnung schon wiederholt darauf hingewiesen worden, das; bic nächste Folge dieser veränderten politischen Lage i'i amuidfc Anschluß Englands und Frankreichs an die Bagdabbahnmächte fein müsse, wollten sie sich nicht allen Einflusses im mittleren Orient begeben. Unb diese Erwar- mng scheint fick) jetzt erfüllen zu sollen. Nachdem schon Mitte Januar fast bie gesamte englische Presse dafür plädiert patte, jetzt bic mit Deutschlaub bestehenden Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Bagdadbahn auszugleichen, weil es leinen Zweck mehr habe, ihre Fertigstellung hindern zu wollen, und man auch in Frankreich bei Befprechnng ber Verhandlungen über die auswärtige Politik stets darauf hingewiesen hatte, daß man sich im mittleren Orient nicht ausschaltcn lassen dürfe, gehen seit einigen Tagen Nachrichten durch die Presse, die von Verhandlungen zwischen
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»nnahme von Anzeigen ßotationsönid und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vnch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. 2nnd* * E.beß• deu b!tz Mrm1taia%ni9niih” Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle Vahnhofstrahe lös. ^"zc.gcntcü: H. Beck.
anerkannt ist, besonderen Wert darauf legen muß, daß das etzte Stück der Bagdadbahn unb ihr Endpunkt nidyt einer rem den Macht ausgeliefert wird, daß zum mindesten die Strecke Bagdad-Bassorah zur Hälfte mit englischem Gelde gebaut und daS Protekwrat Englands über Koweit (türkisch) und Ndohammeran (persisch) anerkannt wird.
Ob man in Konstantinopel die englischen Wünsck)e in vollem Umfange erfüllt, bleibe dahingestellt. Jedenfalls lürftc man das nur rm Einvernehmen mit Deutschland tun, so daß hier absolut Feine Gefahr besteht, die beut]dum Jitter essen könnten durch das eng lisch-französisch-türkische Abkommen gefährdet werden. Vielmehr wird man ci^nur begrüßen können, wenn ein solches zustande kommt. Denn ganz abgesehen davon, daß der deutschen Bagdadbahn dann die reichen Mittel Englands und Frankreichs zugeführt werden, verschwinden auch ReibungSflächen, die bei den unsicheren Besitz Verhältnissen am Persischen Golf leicht zu einem englisch-türkischen und, weil der Endpunkt der Baa- dadbahn 'dabei in Frage kommt, auch zu einem enghisck>- deutschen Konflikt führen könnten. Und wenn solche Kvn- flikte werben vermieden werden firmten, ohne daß Deutschlands wirtschaftliche Interessen und die Integrität der Türkei verletzt wird, so kann man damit mir Hu fried en sein. Herr v. Liderlew-Waechter hatte richtig spekuliert, als er auf dem Umwege des Abkommens mit tRuMnd die Bagdadbahnfrage in FMß brachte, deren endgültige Lösung wohl ljeute keinem Zweifel mehr tuiterliegt.
Die Eröffnung bes englischen Parlaments.


