Ausgabe 
6.3.1911 Erstes Blatt
 
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LAMPE

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Bestbewährte

70% Stromersparnis Grund Prix Brüssel 1910 Durch die Bektrlxttltswerke und Initallations- goecharte tu beziehen.

Anergesellscb&n, Berlin 0.17

fangreiche Vorlage über die Gemeind eumkag en' reforrn zur Verabschiedung bringen.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 6. März 1911.

w TageSkalender für Montag, 6. März: Stadt- theater: VolkFvorstellung: .Kabale und Liebe/ Anwng 8 Uhr

Kirchlich-positive VortragStagung in Steins (flotten. Montag abend 8*/^ Uhr: Konsistorialrat D. Walther- Koflocf: Hat sich JesuS in btc Menschheit eingerechnet oder sich ihr gegenübergestellt? Dienstag vormittag 10 Uhr: Geh. Konsistorial- ral D. Seeber g-Berlin Äntorilät und Freiheit. Dienstag nachmittag 3'/, Uhr: Geh. Kirchcnrat Prof. D. Ihmel S-Leipzig: Durch religiöses Erleben zur religiösen Gewißheit

*

** Ordensverleihung Der G roßh eoczv g hat das Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Hauptmann Freiherrn v. Wei-- te rShausen im Preußischen Kriegominrsterium, seither Batteriechef int 2. Hess. FeldartMerie-Regt. Nr. 61, ver- liehen.

Ausland.

Aus Bukarest meldet man: Bei den Kammerwahlcn wurden aus dem zweiten Distriktswahlbezirk gewählt: 67 regie­rungsfreundliche Konservative, 5 Mitglieder der geeinigten Oppo­sition und zwar drei ^konservative, Demokraten und zwei Liberale. Acht Stichwahlen sind erforderlich. Die Sozialisten und die Nationalisten, die sich zum erstenmal bei den allgemeinen Kam­merwahlen um Mandate bewarben, vermochten nur wenige Stim­men aufzubringen.

Blättermeldungen zufolge, hat ein Impresario dem früheren Ministerpräsidenten Briand für eine Vortrags-Tournee in sämt­lichen Hauptstädten Europas und Amerikas ein Honorar von 300 000 Franks an geboten. (!) Briand hat auf das Anerbieten noch keine Antwort erteilt.

Im türkischen Abg cor d n e t e n h au s wendete sich bei der fortgesetzten Beratung des Budgets der Führer der gemäßigten Liberalen Ismail Kemal gegen den Bagdadbayn-Ber- t r ag. Er verlangte, daß die Bahn mir bis El Helif gebaut und die Verbindung zwischen Konstantinopel und Bagdad durch die Linie HomsBagdad hergestellt würde. Der Großwesir legte die Vorteile der Bagdadbahn dar und erklärte, daß der Staat zum Weiterbau der Bahn durch einen Vertrag gebunden sei, den die Regierung nicht brechen dürfe. Die Negierung könne sich höchstens bei den Verhandlungen günstige Bedingungen sichern. Die Bahn könne unmöglich bei El Helif enden. Wegen der jähr­lichen Ausgabe von 300 000 Pfund könne der Staat den Weiter­bau nicht preisgeben und die Aussicht auf eine Zollerhöhung von 4 Proz. einbüßen. Der Großwesir sprach schließlich die Hoffnung aus, daß sich ein Einvernehmen über den Weiterbau der Linie BagdadÄassra ermöglichen lasse, da alle Beteiligten einsehen würden, daß die Türkei mir ottomanische Interessen verfolge.

OSRAM

tag wurden der Vorsitzende Rößler und der Schriftführer Nagel gewählt. Es folgte dann eine eingehende Besprechung über den Gesetzentwurf betr. die Privatbcamtenversicherung (Militär­anwärter).

m. Offenbach, 6. März, lieber die Anzahl der hier be­schäftigten Arbeiter gibt der Verwaltungsbericht der Bürgermeisterei näheren Aufschluß. Danach waren in 313 (311 im Vorjahr) Betrieben, die unter 20 Arbeiter beschäftigten, 1831 (2114) Arbeiter tätig: in 133 (132) Betrieben, die 20100 Ar­beiter beschäftigten, zusammen 6131 (6019) und in 46 (42) Be­trieben mit über 100 Arbeitern, zusammen 10 595 (9555) Ar­beiter. Insgesamt waren demnach in 492 (485) Betrieben 18557 (17688) Arbeiter beschäftigt.

rm. Schönberg, 5. März. Unregelmäßigkeiten in seiner Kasse haben den Gemeinderechner Gy. Reh- man von hier in den Tod geführt. Am Freitag fand eine kreis­amtliche Revision statt, bei der ein Fehlbetrag von mehreren Tausend Mark festgestellt wurde, über deren Verbleib R. keinen Aufschluß geben konnte. R. hat sich nun am Samstag auf dem Speicher seines Hauses erhängt. Allgemein galt R. als ver­trauenswürdige Persönlichkeit. Er hinterläßt eine Frau und 6 unmündige Kinder.

Kreis Wetzlar.

Wißmar, 5. März. Lehrer M ergental ist mkt dem 1. April nach Niederwetter versetzt. Der Schulvorstand hat in seiner Sitzung am Freitag beschlossen, die erledigte Schulstelle dem Lehrer Richard Kuhl aus Kinzenbach, zurzeit Lehrer in Nisterberg im Westerwald, zu übertragen. Wißmar besitzt die stärkste Landschule im Schulaufsichtsbezirk Wetzlar.

=> W ihm ar, 5. März. Ein recht bedauerlicher Vorfall ereignete sich gestern abend gegen 11 Uhr hier, dem beinahe zwei Menschenleben zum Opfer gefallen wären. Der öfters dem Trünke ergebene Arbeiter Stroh von hier bekam mit seinem jüngeren Bruder, als dieser nach Hause kam. Streit. Er soll dann seinen jüngeren Bruder mit dem Tode bedroht haben, worüber dieser in Verzweiflung flüchtete und in einen über drei Meter tiefen Teich sprang. Der zufällig hier irr Ferien weilende Musikschüler August Rein sprang ihm nach, um ihn zu retten, wurde aber mit in die Tiefe gerissen. Erst als Leute mit Stangen berbeieilten, gelang es dem Retter, mit Anstrengung aller seiner Kräfte den bereits Untergesunkenen wieder an die Oberfläche zu bringen; und so wurden denn durch Hälfe der Leute beide noch rechtzeitig gerettet. Die Mutter des Retters, Krankenschwester Nein, sorgte dafür, daß beide gleich in richtige Pflege kamen.

(s( Lausbach, 5. Ntärz. Hier wurde heute nachmittag bei Gastwirt Rinn unter zahlreicher Beteiligung der 6. Turu- tag des Lahn-Dünsberg-Turnerbundes abgehalten. Als stimmberechtigte Vertreter waren einschließlich der Ausschuß- Mitglieder 45 Abgeordnete erschienen. Vorsitzender Daubert Wieseck gab den Jahresbericht. Der Bund hat auch im ab­gelaufenen Jahr einen Zuwachs erhallen durch die Vereine Anne­rod, Burkhardsfelden, Reiskirchen und Roth. Es gehören nun­mehr 26 Vereine mit 1950 Mitgliedern dem Turnerbunde an. Der Bericht des Bundesturnwarts Schmidt-Launsbach stellt die im allgemeinen befriedigende turnerische Tätigkeit der Vereine fest. Die Jahresrechnung schließt mit einem Barbestand von 164,05 Mk. ab. Das diesjährige Bundesturnfest wird am ersten Julisonntag in Atzbach gefeiert, während die Bundesfahrt nach Daubr ingen und der Herbstturngang nach Großen- Buseck geplant ist. Der Turnverein Wieseck, der stärkste des Bundes, blickt im Jahre 1912 auf sein 50 jähriges Bestehen zurück, aus welchem Anlaß ihm zu seiner Jubelfeier für 1912 das Bundesfcst zuaesprochen wird. Aus der Vorstandswahl gingen hervor: Daubert-Wieseck, 1 Vorsitzender; Bürgermeister Schmidt- Lollar, Stellvertreter; Schmidt-Launsbach, Turnwart; Dorth- Gr.-Buseck, Stellvertreter; Reinecke-Wieseck, Schriftführer; Ver­lach-Bieber, Stellvertreter. In den Bundesausschuß wurden wie­der- bezw. neugewählt: Hört und Rinn-Launsbach, Geißler- Lollar, Lotz-Wieseck und Karber-Odenhausen. Zum Schluß wurde dem Ehrenmitglied Schlag vom Turnverein Hausen eine besondere Ehrung zuteil. Aus Anlaß des vorjährigen Bergfestes auf dem Schiffenberg überreichte ihm der Vorsitzende ein Diplom und die Versammlung brachte ihm ein kräftigesGut Heil" aus. Auf das fernere Blühen und Gedeihen des Lahn-Dünsberg-Bundes stimmte die Versammlung gleichfalls ein dreifachesGut Hell" an.

Hessen-Nassau.

n. Diez 5. März. Die Stadtverordneten haben in ihrer gestrigen Sitzung die Pflegegeld sätzeim neuen Auguste- Viktoria-K rankenhaus für auswärtige Privatpatienten in der 3. Klasse von 2 Mk. auf 2,60 Mk. für Erwachsene und von 1,50 aus 2 Mk. für Kinder unter 10 Jahren erhöht. Die Unter­richtsräume der Realschule werden durch Hinzunahme der bisherigen Direktorwohnung erweitert. Der Voranschlag des neuen Krankenhauses für 1911/12 erfordert einen Zuschuß der Stadt von 3000 Mk. Der Voranschlag des städt. Gas- und Wasserwerkes sieht einen Gewinn von zusammen rund 10000 Mk. vor, dagegen erfordert die Realschule einen Zuschuß von etwa 15 000 Mk

X. Aus Kurhessen, 3. März. Für den Umfang des Regierungsbezirks Kassel ist eine am 1. April d. I. in Kraft tretende Polizeiverordnung erlassen wor­den, nach der zur öffentlichen kinematogra phischeu Vorführung nur solche Bilder gelangen dürfen, deren Darbietung von der Ortsvolizeibehorde vorher genehmigt worden ist. Mindestens drei Tage vor der Vorführung ist zu die>em Zweck der Ortspolizecbehörde ein Verzeichnis vorzulegen, das die Titel der einzelnen Bilder, unter denen sie in den Handel gebracht weroen, und den Namen der Fabrik, die sie hergestellt hat, enthält. Auf Verlangen ist jedes zur öffentlichen Vorführung bestimmte kinemato- graphische Bild vor erfolgter Genehmigung einem Beamten der Polizeibehörde in einem von dieser zu bestimmenden Raume vorzuführen.

Deutscher Ucicb.

Zur ^weiten Beratung des HauslMts für das Reichs­amt des Innern beantragt das Zentrum int Reichstage folgende Entschließungen:

1. Den Reichskanzler zu ersuchen, im Reichsamt des Innern eine Zentralstelle zur Förderung der Tarifverträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zu errichten, 2. den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß die ärzt­liche Anmeldung der gewerblichen Bleierkrankungen zur Pflicht gemacht wird, 3. den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß durch Bundesratsverordnung die Arbeiter in Zelluloidwareusabriken gegen die Gefahren für Leben und Gesundheit insbesondere gegen Brand­gefahr tunlichst geschützt werden.

Im Anschluß an btc Verhandlungen des preußischen Ab­geordnetenhauses über den Rhein Hannoverkanal und die Drohung, den Kanal 10 Kilometer vor dem festgesetzten Endpunkt endigen zu lassen, wenn die Stadt Hannover ftch nicht bald entschließe, den Hafenbau in Angriff zu nehmen, erklärte Stadtverordneter Tramm in der letzten Sitzung der städtischen Kollegien, daß Hannover keine Vernachlässigung der gesetzlichen Aufgaben vorgeworfen werden könne. Die Regierung habe Han­nover vier Jahre über ihre Absicht im Unklaren gelassen und habe dann Bedingungen gestellt, denen Hannover nicht habe zu­stimmen können. Hannover habe kein Interesse an einem Um­schlaghafen und könne deshalb nicht allein bauen, sondern es müsse ein Ausgleich darin gefunden werden, daß der Staat in Gemeinschaft mit den übrigen Interessenten den Hafen baue. Diese Forderung müsse die Stadt um so mehr erheben, als niemand garantieren könne, daß der Kanal bis Magdeburaweiter- geführt werde. Im übrigen betonte der Redner, daß der Minister erst das Gesetz ändern müsse, wenn der Kanal nicht bis zum festgesetzten Ende durchgeführt werden solle. In diesem Falle seien aber die ganzen Kanalgarantien hinfällig. Der ganze Vertrag sei auf die Erklärung des Ministers auch von den Städten Hannover und Linden bereits wegen Irrtums an­gefochten worden, um zu betonen, daß man picht geneigt sei, auf garantierte Rechte zu verzichten.

Das Präsidium des deutschen Handelstages und das Direktorium des Hausabundes für Gewerbe, Handel und Industrie schlossen ein Abkomm en über die Abgrenzung der Arbeitsgebiete des deutschen Handelstages und des Hansabundes ab sowie über die gemeinsame Bearbeitung großer wirtschaftlicher und wirtschaftspolitischer Fragen.

Der Prinzregent von Bayern hat aus Anlaß seines bevorstehenden 90. Geburtsfestes den Staatsminister v. Podewils und den Kriegsminister v. Horn in den erblichen Grafenstand erhoben. Ferner verlieh der Regent dem langjährigen Aka­demiedirektor v. Kaulbach das Prädikat Erzellenz und dem Stiftsprobst v. Türk das Großkreuz des St. Michael-Verdienst­ordens.

- Die Programme der politischen Par­teien in Deutschland werden gerade jetzt vor den Reichstagswahlen öfter durchgelesen werden. Dr. Phil. Karl Mahler hat im Verlag von O. Gracklauer (Richard Gold­acker) in Leipzig eine kleine, zweckentsprechende Zusammen­stellung herausgegeben, die jetzt in zweiter Auflage er­schienen ist. Me Schrift enthalt die neuesten Pro­gramme uni) sozialen Grundaltjchauungen sämtlicher poli­tischen Parteien Deutschlands. Auch wurde die neue Auf­lage vervollständigt durch Einschaltung wichtiger Pro­gramme neuer Parteien und wirtschaftlicher Vereinigungen. Bei der Zersplitterung unseres deutschen Parteiwesens ist eine derartige lückenlose Zusammenstellung der Partei­programme im politischen Kampfe für jeden Wähler sehr geeignet.

Aus Breslau meldet man: Eine stürmisch verlaufene Mit­gliederversammlung des Deutschen H ol z a r b c i t e r v er- bandes, Zahlstelle Breslau, lehnte mit 1087 gegen 150 Stim­men die Vorschläge des Berliner Schiedsgerichtes ab und beschloß, am Montag in den Ausstand zu treten. Die Arbeitseinstellung umfaßt etwa 2000.

Vermischtes.

* Der Hosenrock in Berlin. Die Berliner Hutten schon feit einigen Tagen Gelegenheit, die neueste Errungen­schaft auf dem Gebiete der Pariser Damen mode, die ja auch bereits auf einigen Bällen zu sehen war, in den Scham- fenstern einer Firma der Friedrichstraße zu bewundern. Aber aus den Aeußerungen der Beschauer konnte man nur wenig von Sympathie und Anerkennung für den Hosenrock heraushören. Am Freitag nachmittag zeigte sich eine lebende Dame den Berlinern öffentlich in dem neuen Kostüm. Die zierliche Parti etin, die diese führende Rolle übernahm, erschien zwar nicht auf der Straße, sondern sie postierte sich in dem Schaufenster einer Firma in der Tauentzien- straße. Sie trug ein in Paris verfertigtes, langes, schwarz- seidenes, golddurchwirktes Gewand, das bis zum Kme reichte und mit grünem Samt kragen und grünen Chiffon­manschetten besetzt war. Diese elegante und im Grunde nicht plump wirtende Toilette sand nach unten hin ihre Fortsetzung in den beiden, ebenfalls schwarz,eidenen Hosen, die an den Seiten die Ceffnungen für die Füße hatten. Das Erscheinen der Dame rief in der Tanentzienstraße eine ge­waltige Aufregung hervor. Erst strömten Hinderte zusam­men, um das neue Kunstwerk der Mode zu betrachten, und bann fanden sich immer größere Scharen ein. Schließ­lich entstand eine erhebliche Verkehrsstockung. Es dauerte nicht lange, so kam ine Polizei und veranlaßte im Interesse

* Erledigte Lehrerstellent^ Die mit einem ebang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Haisterbach, eine mit einem ebang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Schwickartshausen, mit der Organistendienst ver­bunden ist.

* * Der Kreistag des Kreises Gießen setzte in seiner Sitzung am Samstag den Voranschlag für 1911 auf 608 960 Mk. fest und die Beiträge auf die Gemeinden auf 340 510 Mark. Geh. Justizrat Schäfer wurde in den Provinzialtag wieder- und Rentner Erich Wassers ch leben als 9. Ver­treter neugewählt. (Näherer Bericht folgt)

* * Kirchlich positive Vorträge. Es wird nochmals auf die heute abend in Steins Garten beginnende Kirchlich positive Vor tragsta gung aufmerksam gemacht. (Siche den Inseratenteil.) Die Vorträge sind öffentlich und unentgeltlich; auch Domen sind willkommen.

* * Wohltätigkeits-Konzert des Kronhauerschen Quartett-Vereins. Die jetzt erfolgte Abrechnung hat einen reinen Ueberschuß von 877,50 Mk. ergeben, welcher Betrag der Bürger­meisterei übergeben worden ist.

Landwirts chaftskammer. Am Samstag hielt der Vorstand seine 6 3. Sitzung ab. Es gelangten zunächst eine Anzahl Verwaltungsfragen zur Erledigung. Eingehende Besprechung fanden die Ausführungsbestimmungen zum Reb­laus g e f e tz. Zu der Bekanntmachung, betr. die Aus­führung des Reichsgesetzes über Bekämpfung der Reblaus wurden verschiedene Aenderungsoorschläge angenommen, die dem Ministerium unterbreitet werden sollen. Die Anord­nung dec Preisfestsetzung beim Markthandel mit Schla chtvieh auf dem Schlachthof in Mainz soll bei dem Ministerium beantragt werden. Das LandcSmeliorations- wesen wurde ebenfalls eingehend besprochen und zu den Be­stimmungen der Maschinenprüfungsordnung ein Antrag an­genommen. Die für 1911 in Aussicht genommenen Maschinen- prüfungen und Eortenbauoersuche fanden Genehmigung.

- Stadttheater. @5 fei daraus hingewiesen, daß in der heutigen Volksoorstellung von .Kabale und Liebe" auch Frau Baumeister zum ersten Male nach ihrer Krankheit wieder auftritt und zwar in der Rolle der Lady Milford.

Fünfte Landes - Verbands-Aus st ellung hessischer Geflügelzüchter. Wegen der Gefahr der Uebcrtragung der Maul- und Klauenseuche, bic in Rhein­hessen und Starkenburg herrscht, hat das Ministerium die Beschickung der Gießener Geflügelausstellung mit Federvieh aus den beiden Provinzen verboten. Da für die Ausstellung allein nahe an 1000 Stück Großgeflügel aus Oberhessen an» gemeldet sind, hat der Vorstand des Geflügel- und Vogel- zuchtvcrcins Gießen und Umgegend e. V. 1897 beschlossen, die Ausstellung doch abzuhalten.

Landkreis Gießen.

g. Watzenborn-S t.em berg, 4. März. Bei der heutigen Bei geordneten wähl wurde Jobs. Philipp II,mit 199 Stimmen gewählt, der Gcgenkanoidat Ludwig .vaas II. er­hielt 182 Stimmen. 4 Stimmen wurden für ungültig erklärt.

---Garbenteich, 6. März. Der Gesangverein Viktoria eierte am Samstag abend fein 32jähriges Stiftungs - e st. Der SaalZum grünen Baum^ war dicht besetzt. Ge- angsvorträge, Thoauu um) Konzert füllten den Abend aus. Reichen Beifall fanden besonders die Liedervorträge, die zeigten, daß die gesangliche Ausbildung der Sänger aus der Höhe steht. Die Konzertstücke der Kapelle des Dirigenten Harnisch-Steinberg waren nur gut zu nennen; die Theaterspieler entledigten sich ihrer Ausgabe vorzüglich. Das Ehrenmitglied Lehrer i. P. V ö l- sing hielt eine Ansprache, in der er die hohe Bedeutung des Volksgesanges hervorhob, die Ereignisse des Vereins während des verflossenen Jahres nochmals vorüberziehen ließ und die Mitglieder ermahnte, in dem bisherigen Streben fortzufahren. Sein Hoch galt dem ferneren Blühen des Vereins, sowie dem bewährten Dirigenten Herrn Harnisch. H. Mohr gcdackste noch besonders der Gründer des Vereins und I. Stumpf überreichte vier Mitglieder Ehreuoiptouie. Uiu uou) folgender Tanz hielt alt und jung bis in später Stunde beisammen.

Kreis Büdingen.

--I-. Büdingen, 6. März, -uie beiden hiesigen La­ternenwärter sind in den Streik getreten. Sie fordern Erhöhung des Lahnes, die ihnen vorn Gemeiude- rat nicht prinzipiell verweigert, sondern die Entscheidung bis zur Beratung des neuen Voranschlags zurückgestellt wurde. Bis zur Neubesetzung der bereits ausgeschriebenen Stellen versehen Gaswerksarbeiter den Laternenwärter­dienst.

4- Büdingen, 5. März. Die Musterung der Militär­pflichtigen beginnt in Büdingen am 30. SOZarx, und zwar im Rathause. Am 30. März haben sich zu stellen Die Militärpflich­tigen der Gemeinden Altenstadt, Alt-Wlldermus, Aulendiebach, Bergheim, Bindsachsen, Bleichenbach, Bösge>äß, Büches und Bü­dingen ; am 31. März: Burg bracht, Calbach, Diebach a. H., Dudenrod, Düdelsheim, Eckartshausen, Gelnhaar, Gtauberg, Hain- chen, Hain-Gründau; am 1. April: Heeaheim, Himbach, Hitzkirchen, Höchst a. d. N., Illnhausen, Kefenrod, Langenbergheim, Lindheim, Enzheim, Lorbach, Merkensritz, Michelau, Mittelgründau, Oberau; am 3. April: Orleshausen, Rinderbügen, Rodenbach, Rohrbach, Liommelhaufen, Stockheim, Vonhausen, Wenings und Wolf.

Kreis Schotten.

§ Nieder-Seem en, 3. Marz. In nicht allzu ferner Zeit wird auch unsere Gemeinde in dem Besitze einer Quell­wasserleitung sein. Die Arbeiten hat ein Bauunter­nehmer aus Lauterbach übernommen.

Kreis Friedberg.

= Friedberg, 5. März. Die m den achtziger Jahren woch wegen des frühen Beginns um 7 Uhr und der zeitigen Rück- den in Dieser Woci-e hier uigiid) abends um 8 llgr im L>aalbau aufgeführt. Die reichlich 2 Stunden dauernde Aufführung wird sicherlich eine starke Anziehungskraft auch auf unsere Leser aus­üben. Zum Besuch empfiehlt sich besonders der kommende Mitt- wo chwegen des frühen Beginns um 7 Uhr und der zelligen Rück­fahrt um 10,16 Uhr. An anderen Tagen wäre diese erst um 11,52 Uhr möglich.

s^iuitcnburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 6. März. Der Landesverband Hessen für Militäranwärter hielt heute im Saale des Perleo" unter dem Vorsitz von Rößler-Darmstadt seinen Ver­bandstag ab, der von Vertretern aller Hess. Vereine gut besucht war. Auch waren Vertreter aus Bayern, Württemberg, Baden, Elsatz-Lothringen und Hessen-Nassau erschienen. Ter Vor­sitzende erstattete den Jahresbericht, aus dem die eifrige Tätigkeit des Vorstandes sowie die erzielten guten Erfolge zu ersehen waren. Hs 'olgte noch Rechnungslegung. Auch der Wirtschafts- Plan für das Jahr 1911 fand Annahme. Hieran schloß sich die Beratung einer Anzahl vom Landesverband und einzelnen Vereinen gestellten Anträgen für den im n. I. in Dresden stattfindenden Deutschen Bundestag und den nächsten Berbandstag, die An­nahme sanden. Bei der Vorstandsersatzwahl wurden neu gewählt I Ruppel und Appel-Darmstadt. Als Vertreter für den Bundes­

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