Nr. 55 Erster Blatt M. Zahrgang Montag, b. März Ml
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S«S General-Anzeiger für Oberhessen Si?S
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(Siebener Aonzertvereiu.
Gießen, 5. März 1911.
Dritter Kammermusikabend.
Das Rebnerguartett holte beute seinen im 'JZoöcmbei ausgefallenen Strcichquartettabend nach, mit einem anderen abc nicht minder reizvollen Programm, das durch Einfügung eine. Klavierauintetts, wobei Professor Trant mann den Klavier vart führte, eine glückliche Abwechslung auswies. Drei Nationer kamen in den vorgetragenen Decken zu Dort; und cs laßt siä kaum,cm größerer Gegensatz denken, als ihn die drei, auch zeitlich musikgeschichtlich so verschiedenen Werke darstellten. TaS mo berne Frankreich eröffnete mit Claude Debussys Stteickauarteu ov 10 in G-rnoll den Reigen, einer hochinteressanten, eigenartigen Arbeit. Wenn ich mit einem Vergleich den Eindruck dieser, ich möchte fast sagen visionären, traumhaften Musik, bei hei alle Empfindungen sich wie in Schleier gebufft, schattenhaft geben, wiedergeben darf: es ist Maeterlinck in Tönen. Der erste Saß von einer verhaltenen, nervösen Leidenschaft, aber immer ge- dämvfl, dann ein ganz bizarrer, spukhafter Pttzicatosatz, der durch ein schmerzlich-schwermütiges, sehnsüchtiges Andante abgelöst wird: schließlich wieder unruhiges Trängen und Treiben, das nicht zur Ruhe kommen kann: aber immer ist alles wie nickt wirtlich erlebt, wie ein Traumgesicht. Unendlich seinnervig verästelt: säst durchweg spricht jedes Instrument seine eigne Sprache und nur selten vereinen sich alle zu melodisch klangvoller Einheit, dann allerdings immer von paecknder Wirkung. Gibt dem Debussyschen Quartett das Geisterhafte, Blutlose meinem Empfinden nach sein charakteristisches Gepräge, so ist, das Dvoraksche Quintett ganz sinnliches, warmes Leben, Fleisch und Blut: cs war richtig, <s nicht, wie ans dem Programm vorgesehen, direkt hinter dem Debussy zu spielen, wo seine glutvolle Wirklichkeit gerobeiu brutal gewirkt hätte, während es, hinter Beethovens op. 132 gestellt, überaus glücklich von dessen tiefinnerlicher, aufwühlender, vergeistigter Sprache zum frischen Leben des Tages hinübersührte. Die alles von Dvorak von unverkennbarer prächtiger nationaler Art, mit dem kräftigen Erdgeruch des heimischen Bodens. Ta- zwlscken Beethovens großes A-rnoll-Streichguartett, eines der mnf letzten schwer- und tiefgründigen Quartette, die den Abend de§ Großen bezeichnen und uns als heilige Vermächtnisse Kunde geben von^dem letzten schweren Kämpfen und Ringen dieser gefälligen Seele, die dem körperlichen Leiden und dec Taubheit
Trotz bot. Von ganz besonders ergreifender. Wirkung ist der Nittelsatz, das Dankgebet an die Gottheit: witz-stark muß Beet- )oocn doch, trotz des tragischen Leids, das auf ihm lastete, das .'eben empfunden und geliebt haben, wenn er solche Töne des Dankes fand.
Ausgezeichnet war die Wiedergabe der drei Werke durch die Künstler, die ihrem so unendlich verschiedenen Charakter meister- ,aft gerecht wurden. Es hieß Guten nach Athen tragen, wollte man im Einzelnen ein Langes und Breites zum Lobe des treff* id>cn RebnergUartettS hier aussühren: der Name, den sich die Vereinigung in her musikalischen Welt erworben hat, bc lagt alles. Auch daß öerr Pröll Trautmann, der als Mitglied des Gießener Rebnettrios in ständiger Fühlung mit den Frank furter Künstlern ist, sich int Quintett zu vollkommener Einheit mit ihnen zusammensand, bedarf keiner weiteren Hervorhebung.
Das Publikum, das in Anbetracht der vorgerückten Jahreszeit des Charakters des Konzertes als reinen 'Kammermusikabends und der mancherlei sonstigen Veranstaltungen des heutigen Sonntags recht zahlreich erschienen war, spendete lebhaften Beifall nach jedem Werke und, nachdem ein kurzer Kamps zwischen Wollen und Nichtkönnen während desTebussyguattetts zugunsten Der lieben alten Gewohnheit bald entschieden war, auch zwischen den einzelnen Sätzen der Werke, ja sogar nach dem Mirtelsatz des Beethoven-Quartetts. Ich beicheide mich: dixi et salvavi animam meam. , , . . m.
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— Prinzregent Luitpold an die Künstler. Prinzregent Luitpold non Bayern hat an den Minister des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten, Dr. v. Wehner, folgendes Handschreiben gerichtet: „Getreu den Traditionen meines Hauses und dem Vermächtnis meines hochseligen Herrn Vaters habe ich stets das I n - leresse für die Schönen Künste mit besonderer Sorgfalt gepflegt. In den Tagen, in denen ich der Vollendung meines 90. Lebensjahres entgegengehe, gedenke ich deshalb, in inniger Zuneigung der gesamten Künstlcrschaft, deren unermüdlich aufwärts strebender Schaffenskraft unser liebes Bayern, feine Hauptstadt und sein Königshaus so viel zu danken haben,' und ich will meinen Gefühlen der Anerkennung und des Dankes dadurch
Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.
Stimmungen vor den Reid)stagswaf)Ien.
Auf die Ausführungen des Herrn Prof. Lulev in der letzten Nr unseres Blattes über die bekannte Rede des Abg. Sttesemann - übrigens hat die parteiamtliche „Nationallib. Korresp." gestern ähnliche Feststellunyen wie Herr Luley veröffentlicht geht uns von der zuständigen fortschrittlichen Seite heüte eine Erwiderung zum Abdruck zu. Wir möchten, wie wir schon einntal bemerkt haben, über das Thema „Gisevius und der Bund der Landwirte" keinen langen Streit mehr mit Worten entfesseln, denn wenn sich auch von einem Wort „kein Jota rauben" läßt, so droht die Sache doch zum mindesten langweilig zu werden. Prof. Luley wird voraussichtlich wieder entgegenhalten, es sei etwas anderes, wenn man es dem Bund der Landwirte einfach überlasse oder nahelege, für den nationalliberalen Kandidaten einzutreten, als wenn man mit ihm verhandle und besondere Zusagen mache, die nicht ursprünglich im Pro gramm des Kandidaten gestanden haben. In Friedberg scheinen, nach dem folgenden Bericht, weite Kreise im Bürgerin m des Willens zu sein, die sozialdemokratische llebermacht durch ein Zusammengehen der bürgerlichen Parteien zurückzuweisen. lieber die neuesten großen Parteiversammlnngen, die am Samstag und Sonntag in Gießen stattgefunden haben, berichten wir im 2. Blatt. Wir beginnen mit dem
Offenen Brief an Herrn Pros. Luley.
Sehr verehrter Herr Professor!
Ich verstehe Ihre Erregung. Es muß in der Tat peinlich für Sie fein, die Beziehungen zum,B. d. L. nicht mehr abftreiten zu können. Ist es Ihnen aber heute nicht noch um einiges peinlicher, sie abgeftritten zu haben? Die Erklärung des B d. L. stellt e/ic doch arg bloß. Sie haben also doch um hie Bundesunterstützung yeworben. Ihr Kandidat hat also doch mit den Herren eine Besprechung darüber gehabt. Er hat also doch dieselben Zusicherungen gemacht wie der Kandidat der Antisemiten. Tas geht ja noch über das hinaus, was von unserer Seite behauptet worden war! Wozu dann die Ableugnung von ganz belang losen Nebendingen?
Wir wollen nicht spotten, sonst zitteren die Anttfe miten wieder den ersten Psalm. Aber nicht wahr: Hätten Sie die Erklärung dck^B. d. L. gelesen, bevor Sie Ihren Aufsatz schrieben, — Sie hätten manches anders formuliert. Das Wichtigste bleibt doch bestehen: Herr Tr. Stresemann hat eine scharfe Rede gehalten für den Liberalismus d. h. gegen den B. d. L. und gegen den Herrn v. Hehl. Sie suchten die Unterstützung des Bundes nach. Ist das kein grundsätzlicher Unterschied? Für Herrn Tr. Stresemanns Schlußwort war es sehr -günstig, daß unsere Parteigenossen in Flensburg einen ganz ähnlichen tollen Streich gemacht haben wie Sie hier. Das hebt sich nach Ihrer Ansicht auf Auch nach der Ansicht der Wähler? Die sollen in Flensburg nur getrost den Fortschrittler durchfallen lassen; also hier in Gießen ganz gerechter Weise den Nationalliberalen. Einverstanden?
Mit vorzüglicher Hochachtung Metz,
Vorsitzender des Vereins der fortschrittlichen VolkSpartei für den ersten hessischen ReichstagSwahlkreis.
Versammlungen der fortschrittlichen Volköpartei.
Die Fortschrittliche Volksvartri hack, so tautet ein bar- teiamtlicher Bericht, Der uns zum Abdruck zugeht, in den letzten Tagen mit einer lebhaften Wahlagitation ein gesetzt. Der Kandidat, Herr Pfarrer Korell, sprach am Freitag in Allendorf und Großen-Linden. In ersterem Orte fand eine Aussprache mit dem antisemitischen
Gegenredner Tb. Reuther statt, die von dem fortschrittlichen Parteisekretär Kuhlmann fortgeführt wurde. In Groß en -Lin den waren wiederum der deutschsoziale Ge ncralicfretär Henningsen und Herren aus Langgöns als Gegner anwesend. Am Samstag sprach Herr Pfarrer Ko - veil in Grüningen und Klein-Linden. Beide Ver lammlungcn waren, wie auch die vorhergehenden, stark besucht. In'Grüningen war ein anderer antisemitischer Par teijelrelär, Herr Rieschke, erschienen, der auf die 1 stündigen Ausführungen des Referenten zwei Sttinden lang in einer Tour antwortete. Parteisekretär Kuhlmann antwortete. Unterdessen war Pfarrer Korell nach Klein-Linden gefahren, wo eine ausgedehnte Debatte mit Herrn Vetters von der Oberhessischen Volkszeitung und mit Herrn Nippel aus Hagen stattsand, in die dann auch noch der christlich-soziale Parteisekretär zbuhlmann in später Stunde ein- grisf Herr Reichstagsabg. 5 o m m e r sprach am selben Mend in Treis a. d. Lda., wo ihm Herr Hesse für die Kandidatur Werner entgegentrat. Jin Cafs Leib zu Gießen sprach Herr Reichstagsab. Kops ch. Außerdem fanden am Samstag noch 14 Versammlungen statt, in denen die Herren Henk, Eberle, Staubach, Garnier, Lenchtgens, Klein, Burger, Goldschmidt, Strecker, L e i tz, Pfeiffer und Wolf für die Kan didatur Korell eintraten. — Am Sonntag wurde hie Agitation in noch größerem Maßstabe fortgesetzt. Es fanden 41 Versammlungen statt, in Denen außer den oben genannten Personen noch die Herren Bethe, Röder, Balje r, 11 r ft a D t, Reiß und Haag als Redner auftraten. Eine geplante Versammlung in Echzell mußte ausfallen, da das Auto, das den Redner an Ort und Stelle bringen sollte, versagte Herr Pfarrer Korell besuchte 15 der ab- gehaltenen Versammlungen und hielt kurze Ansprachen. Fast überall waren antisemitische Sekretäre erschienen. Die Der Rednern der' Fortschrittlichen Bolkspartei entgegentraten.
Eine gemeinsame Kandidatur in Friedberg-Budingen.
-- Friedberg, 5. Mär;. Heute nachmittag fand hier eine aus dein gosainien Reichstagswahlkreis Friedberg - B ü d i n g c n sehr Zahlreich besuchte Versammlung von ?l ngebörigen des B u n d e s b e r L a u d w i r te, der N a t i o n all- liberalen und des 3 e n tr u m s statt, in der über ein gemeinsames Vorgehen der bürgerlichen Parteien bei der nächsten ReickstagSwahl beraten wurde Man war m der Versammlung, in der u. a. die Herren Mühienbriitzcr S ck u d t - Görhelheimer Stühle, Landwitt W e i t h - Nieder Wöllstadt, Rechtsanwalt S ck r ö °- o e r - Friedberg ^Zentt. - und Laiidwii l Hensel- Dortelweil sprachen, sich Darüber einig, bei der nächsten Wahl gemeinsam d o r ä n g c i) e n unh versprach sich davon auch ein günstiges Ergebnis. Ws Kandidat wurde Biedizinalrat Tr. Vogt in Butzbach in Aussicht genommen Weiter wurde die Bildung eines Ausschusses beschlossen, dem außer den Einberuf.'rn der Versammlung, den Herren Schudt-Görbelheirner Mühle, Wttth Niederwöllsiadt und Buchhändler 2 e r i b a - Friedberg je fünf Herren der beteiligten Parteien angehören sollen. Der Ausschuß soll die Einigungsoerhandlungen zum Abschluß bringen und die Wahlvorbereitungen einleiten.
In dem Bericht über die Beriamnilung der wirtschaftlichen Vereinigung (Nr. 33, 1. Blatt) ist Herrn Krumm infolge eines DruckiehterS die Aeußerung zugejchrieben, 60 kleine Branntwein brenner empfingen so viel an Liebesgaben wie die vier größten Brenner Es muß nicht 60, sondern „60 000 kleine Branntweinbrenner" heißen.
Neue Ruhestörungen in Metz.
Metz, 5. ,März. Heute abend gegen 7 Uhr kam cs hier wiederum zu einem Krawall. Zwei einheimische junge Leute randalierten auf der Römerstraße und gerieten in einen Wortwechsel und dann in Streit mit Unteroffizieren. Es sammelte sich eine große Menschenmenge an.
Schutzleute mußten einschreiten und nahmen die beiden jungen Leute fest. Aus der Menge wurden Rufe: Vive la France! A b as la P russe! laut. Bei dem Zusammen- stoß sollten die Unteroffiziere blank gezogen haben, auch auf der anderen Seite von dem Messer Gebrauch gemacht worden sein. Eine authentische Darstellung war bisher nicht zu erlangen. Hier war zunächst das Gerücht verbreitet, daß es sich bei den jungen Leuten nm Mitglieder der Lorraine Sportive handle: das stellte sich aber später als unrichtig heraus.
Metz, 4. Mürz. In der Angelegenheit der Lorraine S p o r t i v e ist den neun Beschuloibten, S a m a i n und acht Genossen, nunmehr die Anklageschrift zugestellt worden. Sie lautet nach dem „Lorrain" gegen drei Angeschuldigte auf Hausfriedensbruch, gegen Samain außerdem auf öffentliche Aufreizung zum Ungehorsam gegen die Gesetze und behördliche Anweisungen, sowie auf unerlaubte Veranstaltung eines öffentlichen Konzerts. Im übrigen erstrecken sich die Anklagepunkte auf die Veranstaltung und Beteiligung an den Straßenkundgebungen._______________
Der Kaifer in Wilhelmshaven.
Wilhelmshaven, 5. März. Der Kaiser un-d Pr inz H einrich trafen kurz vor 12 Uhr im Exerzierhaus ein. Nachdem der Kaiser die Front der aüfgestellten Truppen abgeschritten hatte, hielten Konsistorialral Schorn und der katholische Marinepfarrer Erdmann Ansprachen, worauf die V e r e i d i g u n g von 1200 Rekruten durch Oberleutnant zur See Büchse! erfolgte. Anschließend hieran hielt her Kaiser eine kurze Rede, in der er auf die Heilighattung des Eides hinwics. Nach der Feier nahm der Kaiser militärische Meldungen entgegen und fuhr mit dem Prinzen Heinrich nach dem Kasino, wo um 12i/2 Uhr Frühstück zu 101 Gedecken stattfand. Ter Kaiser verließ um zwei Uhr das Kasino und fuhr int Automobil nach Dem Hafen, wo er sich an Bord des Linienschiffes „Deutschland" begab.
Wilhelmshaven, '>. März Heute abend .K Uhr fand beim Kaiser an Bord des Linienschiffes „Deutschland" Abend täfel statt, zu der Staatssekretär v. Dirpitz und die anwesenden Flaggoffiziere geladen waren.
Oldenburg, 5. März. Der Kaiser hatte heule vormittag auf seiner Reise nach Wilhelmshaven einen Aufenthalt von etwa zwei Stunden. Der Kaiser wurde auf dem Bahnhof bom Großherzog und dem Erbgrohherzog empfangen und "begab sich mit ihnen nach dem Palais zum Frühstück. Gegen 10i/2 Uhr setzte der Kaiser die Reise nach Wilhelmshaven fort, wohin ihm Der Groß Herzog morgen folgen wird, um an Den Besichtigungen teilzunehmen
Au» Hessen.
R. B. Darmstadt, 5. März. Der Gesetzgebungs- au s s ch u ß d e r E r st en Kammer hat am Freitag nachmittag seine Beratungen über dieBerwaltungsgesetz- revii i o n ausgenommen und in einer dis zum späten Abend ausgedehnten Sitzung den Gesetzentwurf, bett, die Städteordnung, erledigt. Dem Vernehmen nach hat der Ausschuß an der von der Zweiten Kammer Der Vvr^ läge gegebenen Fassung nur wenig nicht prin.zipielle Aen- derungen vorgenommen, so daß eine Verständigung darüber mit dem anderen Hause keine Schwierigkeiten bereiten dürfte. . Im Laufe der Woche wird der Ausschuß auch die Vorlagen über die Landgemeindeordnung und die Verwaltungsrechtspflege in Beratung nehmen. Das Plenum der Ersten Kammer wird alsdann in der zweiten Hälfte des laufenden Monats zu mehrtägigen Verhandlungen zu- fannnentreten und neben den drei vorgenannten Gesetze entwürfen auch die vom Ausschuß bereits fertig gestellte um -
Ausdruck gegeben, daß ich mit einem Kapital von 100 000 Mart eine Stiftung für Pensionen an tüdj- lige bedürftige Künstler errichte. Hiernach wollen Sie das weitere veranlassen und mir den Entwurf des Stifiingtsbriefes vorlegen Tie königliche Hostasse ist zur Auszahlung der Summe von 100 000 Mk. angctoiefai. München, 4. März 1911. Gez, Luitpold, Prinz von Bayern."
— Eine französische Ehrung Uhdes. Aus Paris wird berichtet: Durch ein tragisches Zusammentreffen ist es Fritz v. Uhde versagt geblieben, eine Ehrung noch zu erleben, die Frankreich dem berühmten Maler zugedacht hatte. Am Sonnabend, als in Deutschland der Traht die erfte Nachricht von Dein Ableben des Meisters in alle Gaue trug, schritt die Akademu der schönen Künste in Paris dazu, ihn zu ihrem Mitglied zu wählen. Die Todesbotschast wurde an Der Seine erst später bekannt. Obgleich die Wahl nun annulliert werden muß, wird die Akademie doch das Protowll der Sitzung und der Wahl Der Familie des verstorbenen Künstlers übermitteln. Erst dann wird zu einer Neuwahl geschritten. Bisher hat es sich nur einmal ereignet, bafs ein sranKösischer Akademiker vor seiner Ausnalstns in die Akadamie dem Reiche der Lebenden entrissen wurde. Ed- mond ?Lbout wurde am 24. Januar 1884 gewählt, imb das Datum für die offizielle Aufnahme und bat Empfang in der Akademie war auf den 16. Januar 1885 festgesetzt. Doch kurze Zeit vorher starb About, ohne jenen Ehrentag erlebt zu haben.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Dem Kunsthistoriker Geh. .Hoftat Professor Tr. Henry Thodc in Heidelberg, der -,um 1. April d. I. vom Lehramt zurücktritt, ist der Titel Geheimer Rat 2. Klasse verliehen worden — In der amerikanischen Botschaft ;u Berlin überreichte am Sonntag nachmittag Botschafter Hill mit einer Ansprache beni Göttinger Geographen, Professor Hermann Wagner, im Auftrag ber ,,Nattonal Geographieal Society of America" die Oullummedaille für seine Verdienste um die geographische Wissenschaft. Der Feier wohnte Minisierialbirektor Lewald, der Vorsitzende der Geographischen Gesellschaft Penk und der Bruder des Geographen, Exzellenz Adolf Wagner, bet. — Der niederländische Leutnant zur See d eW a l erhielt von Der niederländischen Regierung einen Auftrag zur geographischen Grfot - schung Neuguineas.


