Ausgabe 
5.4.1911 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

D

V

April

Nachdem die Beigeopd-netenwahl

In der letzten K re iSta q S

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

9*^

Welter

1911

bis 4. April = + 4,9 0 3, 4. , - - 1.7

4,

4.

5.

des in Münzenberg erlittenen ist, sondern sich auf dem Weg

ein Vater an den Folgen ZchlaqanfalleS nicht gestorben

-er Bessern n q befindet.

AlSfcld, 4 April. > tznng des KreiscS Alsfeld

am 3.

, 3.

Höchste Teinveratur 9iieb vielte,

NE NNE

NE

ßan^cl.

-m Hungen, 4. April. Bei den diesiäbriaen Holz Ver­steigerungen lvarcn die Preise etwas niedriger als im Bor- inbre, tuns haupljächlich aus das vorhandene W i n d f a l l h o l z znrückznstihren in. Es kosteten im Durchschnitt: 2 R>n. Buchen- cocheiler 1317 Mk., 2 Rrn. Bticheu-'Knüpvel 8 10 Alt., 3 Rin. Buchcu-Ltöcke 510 Mk., 2 Rin Eicheu-Nundscheit 1216 Alk., 2 Nin. Eichen-Prügel 68 Mk., 2 9lm. Birken-Priigel 12 Alk., 3 Rur. Buchen-Reiier 3.00-3.40 Alk., 5 Nur. Eicheu-Reitcr 2.40-2.60 Alk^ Andere o!aarieu ivrucu nn Preise deineutivrechcud.

'* Gießener Volksbad. Im März wurden 8645 'der verabreicht gegen 7 974 im Februar 1911 und 8554 im ilärz 1910 oder im Durchschnitt täglich 279 Bäder gegen 285 in, .ebruar 1911 und 276 im März 1910. Ter Besuch verteilte sich

Bew. Himmel | Bed. Himmel Sonnenschein

wie iolgt:

Schivuninbad: 3151 Männer, darunter 774 Frauen,

Wannenbäder I. Kl.: 253 Männer, 86

Märkte.

|] Kirchhain, 4. April. Dein heutigen Schweine markt ivarei, ctiva ' 50 Ferkel und Läuter zugetahren. Alan bezahlte für kleine,e Ferkel 22 - 26 Mk., für gröbere Ferkel 3550 Alk. und für Läu'er 6090 Alk. das Paar je nach Grobe und Qualität

fc. Frankfurt a. M., 4. April. Heu- und St roh markt. Angctahreu waren 7 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 3,103,50 Alk., Stroh (Kornlangslroh) 0,00 bis 0,00 Alk., Wirrstroh 0,000,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft langsam. Tie Zufuhren waren aus Overhessen und den Kreisen Piebmq und Hanau.

716 zu 10 Pfg. 163 10 , Frauen,

37 I | 87 I i 70

2 I

2

4,9

4,3

3,4

= Hungen, 4. April. ...

vom 23. Februar die kre.sämtliche Bestätigung gesunden hat, wurde in der heutigen Gemeinderatssitzuug der neugcwählte Bei­geordnete Rentner Hch. Seibert von Bürgermeister Senat in

a. a ii ch gerügt,

immer längs am voran!».. So hiess es in der guten alten Zeit. Dieses Wort gilt für uns moderne Menschen nicht mehr! Wer heute vorwärts kommen will, für den heisst es, alle Kräfte anspannen, vor allem die Gesundheit, die schneidigste Waffe im Lebenskämpfe, allzeit frisch erhalten. Um das au erreichen, muss man auf eine durchaus gesunde Kost bedacht sein. Dazu gehört, dass man täglich morgens und nachmittags Kathreiners Malzkaffee trinkt. Er ist unschäd­lich, bekömmlich, wohlschmeckend und billig.

maJLtöl

den ne?ie?tenUtfiPr?mOmob scnfä^ycbäbcr mit den Kissen sind nach Äun ghahn und Or^«Untersuchungen von Professor Dr.

= B E E

braucht nicht auszufallen, meine Herren, wenn Sie sich ancewöhnen. }).: yhert-Tabletten bei sich zu fuhren und bei belegter Stimme oder rauhem Hals davon zu nehmen. ..iss gibt kein besseres Mittel, um

vlirn" Ums M }m1?umnln 8of°Xt kIar und Msch v ist. d(.j Inhalt zahlloser Zeugnisse über die

W n kung unerreichten W v b e r t - Tablet t e n Su

Das Urteil im Metzer Prozeß.

Metz, 4. April. Das Urteil im Prozeß Lorraine Svortrve wurde heute abend gegen 6 Uhr 20 gesprochen

" ro^9ei? ^emeinschastliclien Hausiriedens- d 0 ^,c n e Iangnis, wegen Veranstaltung Konzertes ohne polizeiliche Erlaubnis aus vier Mark Geld- ich?n <?nHÄ?dPhp!inAn hQS S e h l wegen gcmeiindjart-

auf üier Wochen Gefängnis, gegen m c rin r e nzer wegen groben Unfugs auf eine Geldstrafe Oon K 80 Mk. eventuell je 16 Tage Haft, gegen ^ourn^rs Ernst Marrn und Bracchi wegen groben Unfugs aus ie 30 Mark Geldstrafe eventuell 6 Tage .Haft, gegen Nicola wegen Aufruhrs am sechs Monate Gefängnis, wegen grobeir^Unsugs aus 30 Mk. öieldstrasc eventuell 6 Tage Hast gegen «chnerder wegen Widerstands, Bedrohung und Bestechung am sechs Monate Gefängnis; den Selbenlebten S die Unteriuchungsha t angerechnet In der

das Gericht aus daß dr/ Veranstaltung als dn? juicben ser und daß gemeinschaftlicher Hausfriedensbruch vorlicgc \

Sport.

®em Gießener Sport-Verein von 1900 orlL6? ?mnmel7r gelungen, seine Osterwellspiele endgültig zum Abschluß zu bringen. Am Karfreitag spielt auf dem Sport­plätze an Her Hardt der Fußballklub! Hohenzvllern aus a l l e a S ^u,!tc^r'tCsn können wir also einen Vertreter von Mittel- * * unserer Stadt begrüßen und zwar nicht den Ichleclstcjten. Hohenzollern Halle besitzt 2 repräsentative mittel- deutiche Fußballipieler, die in den diesjährigen Spielen um den Kronprinzenpokal ihren Verband vertreten dursten. Außerdem gibt ihr erst kürzlich errungener Sieg über den norddeutschen Meister in Braunschweig ein gutes Zeugnis für das hohe fport- liche Können der Mannschaft. Am 1. Osterfeiertag ist eine süd- deutsche Mannfchaft nach hier verpflichtet und zwar der Fuß- balttlub B ritan n i a zu F r a n ks u r t a. M. Auch) dieser Ver- trerer ^on Süddeutlchland befindet sich sportlich in einer sehr o?rm. Zn den Spielen um die Nordkreismeisterschast von Suddeutschland war Britannia auch diesmal ein ernster Bewerber uuu steht mit an erster Stelle. Beiden Mannschaften geht vor rh L>t?r^9plC!hLeifc ^u guter Ruf voraus, so daß ein feines unb sportlich gutes Spiel bestimmt zu erwarten ist.

sein Amt eingeführt.

Kreis Alsfeld.

ms; den Krcisaiihschnßiiiiigliedcrn die zweite WagcnNasse der Eisenbahn vergütet würde, diese aber die dritte und vierte !r>aqenklasse bei ihren Reisen nach Alsfeld benutzten. En Mitglied des Kreisaussehusses soll dazu erklärt haben, sie liquidierten nicht, sondern sie bekämen die zweite Klasse ver­gütet. Ein anderes Mitglied soll erklärt haben,das gehöre nicht hierher". Richtig ist, daß den Kreisausschußnntqliedern die zweite Klasse bezahlt wird und daß ihnen neben den tiäten von 6 Mk. auch noch eine Vergütung von 30 Psq fir den Kilometer bezahlt wird. Es erhält somit ein Kreis- ausschußmitqlied bei 25 km Entfernung 6 und 7,50 Alk. = 13,50 Alk. und die zweste Wagenklaffe vergütet.

Kreis Schotten.

b. L a u b a ch , 2. April. Nach dem kürzlich erschienenen Jahresbericht des Gymnasiums Fridericia­num ist die Gesamtzahl der Schüler von 111 auf 119- tiegen. Das Schuljahr 1910/11 wurde mit 11-1 Schülern ind einer Schülerin begonnen. Davon traten im Laufe >es Schul ahres 4 Schüler aus und 7 neu ein. Aus dem neugegründelen Alumnat besuchten 15 Schüler das Gym­nasium. Der im Herbst abgehaltenen Reifeprüfung für Nichtschüler hatten sich 11 Prüflinge unterzogen, 4 von ihnen bestanden die Prüfung Am 11. Februar fand das münd­liche Maturitätsex am en statt, zu welchem 11 Oberprimaner zugelassen worden waren und die Prüfung bestanden. Das Schuljahr wird am 8 April geschlossen, der Wiederbeginn ist auf den 24. April, festgesetzt.

Höckers o ort, 4. "April. Unser altes Schul- haus, ein im Jahre 1836 erbautes Bauernhaus, welches sehr beschränkte und enge Räume hat, soll durch einen N e uj- bau ersetzt werden. Demnächst wird mit den Bauarbeiten begonnen werden.

X Ulfa, 4. April. In nicht allzu ferner Zeit wird die Wassersrage, die unsere Gemeindeverwaltung schon oftmals beschäftigt hat, zur Zufriedenheit der Bewohner­schaft gelöst sein, da ein Wasserleitungsbau jetzt in Angriff genommen wird.

§ Vom oberen Vogelsberg, 4. April. Die warmen Tage der verflossenen Woche haben den Pflanzen wuchs außerordentlich begünstigt, besonders haben die Tal-, wiesen eine vielversprechende Grasnarbe angesetzt. Weniger erfreulich sehen die Wintersaaten aus, da das meiste Getreide auSgewintert odex durch die zahlreichen Mäuse im Spätherbst vernichtet worden ist, so daß eine Neubestellung nötig wird. Durch den anhaltend hohen Schnee in diesem Winter hat der Hasen bestand sehr gelitten. Mag einesteils die Nahrung den Tod vieler Nager herbeigeführt haben, so hat auch andernteils das Raubwild einen scharfen Bernichtungskämpf geführt. Behördlicherseits ivurde angeordnet, daß das Aus- 'chneiden und Abbrennen der Hecken bis zum 1. Oktober zu unterbleiben hat, was im Interesse des Vogelschutzes sehr zu begrüßen ist.

* Baukosten des StadLtheaters hätten, wie am Montag tn der Versammlung des Bürgervereins wurde, bet einem Voranschlag von 600 000 Mark 800 000 Mark betragen. Wie von zuständiger Seite mit- geteilt wird, ut diese Behauptung unrichtig. Die Bau^ kosten de» Theaters mit allen Einrichtungen (Gestühl ufw betragen bOO 000 Mark und weitere 50 000 Mark sind für den sog. Fundus (Bühnen-Ausstattung usw.i ausgewendet Ä Von einer Ueberfdjreitimg des VoranschLges nm 200000 Mart^ kann alfo gar keine Rede sein.

" Zur Submission der städtischen Fuhrlöhne sei nutgeteilt, daß die Offerten für Einspänner bei sechs Bietern für Pferd und Stunde auf Mk. 0,77, Mk. 0,85, W. 0 95 unö Mk. 1,00 gelautet haben. Der Unternehmer Bender war der billigste^ Der Preisunterschied ergibt im Jahre bei den oon öer etnöt benötigten 12 Einspännern zwischen der Bender,chen und der nächstbilligsten Offerte Alk. 25003O00, ®le &tobt il'tzt weniger aufzuwenden hat.

hi-. c Q ic r- Es sei darauf aufmerksam gemacht

daß die Vorstellungen vonFlachsmann als Erzieher" am heutigen 2£bcnb und vonWeg zur Hölle" in 'der ^leisten dreuagabonucmtntiDorUrllmig am 7. d fflito. Gclcg-nhL fa etwa noch -m^Ich-ndc Gnlschcinc zu »erroertm. 8 0 ' I

Luftichiffahrt.

Eine neue Fahrt Zeppelins.

Stuttgart, 4. AprU. Graf Zeppelin kommt Freitag mit dem LuftschiffDeutschland" hierher, um dem Königspaar zur Silberhochzeit zu huldigen. Nachmittags erfolgt die W e i t er­sah r t n a ch B a d e n und von dort am Dienstag oder Mittwoch nach Düsseldorf.

Deriiiitcbte*.

Die gewonnene Wette. Der Schauspieler Lange fastd, was das pathetische Reden betrifft, einen Nachahmer in seinem Kollegen Nikolaus Heurteur, der das Publikum nicht durch das, was er sagte, sondern durch die Art seines Vortrages hinriß. Er war sich der Macht seiner Stimme und des Tonfalls i"o bewußt, daß er einst mit Eastelli um eine Flascl-e Champagner wettete, es hänge nur von ihm ab, ob und an welcl-er Stellei Ieiner Rolle, ja selbst bei welchem einzelnen Wort er applaudiert werde. Castelli suclste sich eine lange Tirade in der Rolle Hcur- teurs aus und bezeichnete mitten in dieser das Wörtchenund" als dasjenige, das die Wette entscheiden sollte. Der Schauspieler trat auf die Bühne, sprach« die Tirade mit immer heftigerem Pathos, stieß das bewußte Und fürchterlich heraus, ließ gleich danach die Stimme langsam verhallen und hatte, wie bie_Deutsche; Bühne" mitteilt, seine Wette gewonnen, denn ein Sturm von Applaus ging im Publikum los.

zehn Prozesse mit einer Streitsumme von IV2 Millionen Dollar- gegen die Soutbern-Eisenbahn wegen angeblich gefälschter Lade­scheine in Verbindung mit der Zahlungseinitellung der Firmu Knight Yancy & Co. angestrengt.

wurde u.

IL , 768 471

Brausebäder I. 10x3 295

IL 1324 280

?nmpf- und Heißluflbäder sowie Massage zusammen 148 Männer, 12 Frauen. Die Personeuwage ivurde von 200 Personen benutzt, as Bad von 2 Peisonen besichtigt.

Landkreis Gießen.

---- Ettingshausen, 4. April. Von dem Sohn des Mineralwasserhändlcrs Bender wird unS mitgeteilt, daß

Aus Staöt iiitO LcsuS.

Gießen, 5. April 1911.

Zur Berufswahl

3it Ostern steht wiederum eine große Zahl von jungen Leuten mit ihrer Entlassung von der Schule vor der wich­tigen Lebensfrage der Berufswahl. Sehr mit Unrecht wird nun hie und da noch von der Ergreifung eines .Hand­werks Abstand genommen in dem Glauben, das Handwerk habe keine Zukunft mehr. Wenn auch einzelne Handwerts- jweige durck die Industrie zurückgedrängt worden sind, 0 haben sich dafür wieder andere vandwerkszweige durch )ie moderne Entwickelung gegen früher sehr gehoben, es hat sich soaar eine Reihe von neuen Handwerkszweigew gebubet und ist in bester Entwickelung begriffen. Dadurch, dag sich das Handwerk den durch die moderne Techuii ver­änderten Verhältnissen anzupassen verstanden hat, wird es stets den ihm gebührendeii Platz zu behaupten wissen. Umsomehr, als es eine ganze Reihe von Gewerben gibt, in denen die individuelle handwerksmäßige Tätigkeit nie­mals durch schablonenmäßige Fabrikprodukiion ersetzbar ist. Hiernach bildet das Handwerk nach wie vor jedem, der dazu Neigung, Veranlagung und ernstes Streben mitbrinqt, eui befriedigendes Auskommen und mindestens ebensoviel Auslichten auf einen reichlichen Verdienst, ja selbst zur Er­werbung von Wohlstand, wie jeder andere Beruf auch. Die Zugehörigkeit zahlreicher angesehener Handwerker zu Reichstag, Landtag, Gemeindevertretung und anderen ossentlichen Körperschaften beweist weiter, welches berech- hgte Ansehen das Handwerk überall genießt. Das Hand­werk zerfällt in soviel Zweige, daß es jedem, der Neigung und Anlage sur technisch praktische.Betätigung hat, möglich ist, ein ihm zuiagendes Tätigkeitsgebiet zu finden. Die Er- areisung eines Handwerks ist zudem nicht mit besonderen Aufwendungen verbunden, denn die 3jährige, in einigen tpenigen Handwerkszweigen 4jährige Lehrzeit erfordert in öer Regel nur verhältnismäßig geringe Kosten, in vielen Gewerben wird sogar schon während der Lehrzeit £erVl0er -"hu gezahlt. Hierin unter. 10)61061 |id) das Handwerk vorteilhaft von vielen Berufen mit hohen Ausbildungskosten z>. B. den akademischen, die r.um ^eil fast durchweg stark überfüllt sind und deshalb trotz ihrer sehr hohen Ausbi'ldungsüosten zurzeit auch.schlechte Aussichten bieten.

746,6 2 5

746,1 06

746,1 3,8

Huntsville ^Alabama, 4. April Vicrund-man«^ <12 Leffe, wobei «S sichm nahezu L-. Mülwueu S& tiü wurden gegen die LouisOllle- und RashoUle-Eisenbahn und drei.

abgestimmt und der Ausschußantrag, der den Beitritt zum Beschlus der Ersten Kammer beantragt, gegen 10 Stimmen (Sozialdemo Traten, Freisinnigen und die Abg. Bach und Lutz) abgelehnt. E bleibt also dabei, daß der Ort Wieseck wieder der Stadt Gießei zugeteilt wird.

Bei der Abstlmmimg über den Gesetzentwurf, di e Land stände betr., wird Artikel 2 nach der Fassung der Ersten Kamme, gegen 11 Stimmen angenommen. Ebenso finden die folgenden Artikel nach dem Ausschußan.^ag gegen 510 Stimmen Annahme

Bei der Abstimmung über die Verfassungsänderung wird Artikel 67, naäHem Abg. v. Brentano nochmals bei' Standpunkt des Ausschusses näher erläutert, mit allen gegen 5 Stimmen angenommen.

lieber Artikel 75 der Verfassung wird getrennt abgestimmt uni Absatz 1 und 2 nach dem Ausschußantrag angenommen.

Bei Absatz 3 dagegen wird der Ausschußantrag gegen 12 Stimmen abgelehnt und damit die Fassung der Ersten Kammer genehmigt.

Die Sitzung schließt darauf um 2V? Uhr. Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr

Vorbereitungen zum kommenden Wahlkampf.

Die Vertreter der p 0 m rn e r s ch e n Provinzialorgani- sationen der nationalliberalen Partei und der Fortschrittlichen Volkspartei sind unter Zu­ziehung von Vertretern der beiderseitigen geschäfts'ühren- oen Ausschüsse zu folgender Vereinbarung über die Provinz Pommern gekommen: Der Fortschrittlichen V 0 l k s p a r t e i sind als Kampffeld zugewiesen worden die drei von ihr gegenwärtig vertre.enen Wahlkreise S ralsnnd, Grcifs:oai'd und Stettin, sowie die beiden gegenwärtig konservativ ver­tretenen Wahlkreise Randow-Greifenhagen (Abg. v. Stein­äcker) und Kolberg-Köslin (Abg. Malkewitz). Den Natio­nal liberalen sind überwiesen worden die fünf konser­vativ vertretenen Wahlkreise Belgrad-Schivelbein (Abg. von Brockhausen), Neu-Stettin (Abg von Bonin), Greifenberg- Kammin (Abg. v. Normann), Pyritz-Salzia (Abg. v. Put- litz), Naugard-Rügenwalde (Abg. Siebenbürger). Je eine nationalliberale und eine Kandidatur der Fortschrittlichen Volkspartei soll aufgestellt werden in den drei Wahlkreisen Stolz-Lauenburg, Bütow-Schlawe-Nummelsburg, Anklam- Demmin. In dem Wahlkreis Usedom-Wollin, der der Fortschrittlichen Volkspartei nach dem Tode des Abg. Dr. Delbrück in der Ersatzwahl an die Sozialdemokraten ver­loren ging, wird Fabrikbesitzer Hellmuth Töpfer in Fipken- walde als gemeinsamer witdliberaler Kandidat aufaestellt.

In den Verhandlungen zwischen der nationallioeraleu Partei und der Fortschrittlichen Volkspartei über ein Wahl­abkommen für Thüringen ist nunmehr eine Verstän- bigung auf folgender Grundlage erzielt worden: Das Wahlabkommen erstreckt sich von den 12 Wahttreften, die das Gebiet der thüringischen Staaten umfassen, auf 10. In fünf Wahlkreisen, nämlich in Eisenach, Gotha, Schwarzburq- Rudolstaot, Schwarzburg-Sondershausen und Reuß j. L. ist den Vereinbarungen gemäß die Fortschrittliche Volks­partei zu vorbehaltlofer Unterstützung der nattonalliberalen Reichstagskandidatur verpflichtet. Dasselbe gilt für die nationalliberale Partei in den Wahlkreisen Meiningen- Hildburghausen, Sonneberg-Saalfeld, Weimar, Altenburg und Reuß ä. L. den freisinnigen Kandidaturen gegenüber. Die Wahlkreise Jena-Neustadt und Koburg bleiben von dem Wahlabkommen ausgeschlossen.