Zweiter Blatt
161. Jahrgang
Nr. 183
Gießener Anzeiger
scheint kTzttch mtt «utrohme de« earmtag«.
General-Anzeiger für Vberheljen
tie „eiehtiur SteiBeiNittet“ werden dem »Anzeiger* * Biennal wöchentlich beigelegt, da« „Kreilblatt fit ben Kreis GietzeR" zweimal wöchentlich. Die „tanbwirtfdfaftlidKn Mt- fragt*4* erscheinen monatlich zweimal.
Montag, 7. August 19U
Skotanonrdrnck und Verlag der Brühlfchen UnwersuLt« • Buch» und StcinbrutfcreL R. Lange. Sieben.
Redaktion, Expedition und Tniderei: Eichul- (trage 7. Expedition und Verlag: «Mbl. Red cftion: 111 Tek.-Adru AnzcigerGießen.
Die 5chied!gerichkoerträge Ser vereinigien Staaten.
Washington, «i. Ang Ter Lena! ist mit der Bc r öffcntlichnnq der sch icdsgerickitsvert räg e zwischen England und Amerika u n d Frankreich und Amerika, die er vor der Beratung über diese Bei träge ovrnal in, von dem gewöhnlich deiolgren Wege ai' gewichen Ties geschah aui ersuchen der Hcgierung in der Absicht, ihnen weiteste Berücksichtigung seitens bei Presse und bei öffentlichen Meinung angedeihen zu lassen, um dem Senat aus diese Weise die Kenntnis von den inirf» hd)cn Anschauungen des Landes zu erleichtern, die als Basis für die Beratungen dienen werden
Ter Inhalt beider Vertrage in identisch, nur bie (Einleitungen weisen einen kleinen Unler'chieb aui Tic Einleitung des Vertrages mit England hebt den Wunsch der uerrrag schließenden Parteien hervor, das zwischen beiden ".Nationen seil dem Jahre 1814 bestehende friedliche Einvei nehmen, welches durch die im lepten Jahre erfolgte Lösung der schwebenden Streitfragen so sel.r gestärkt wurde, daß gegenwärtig zum ersten Male reine wichtigen Meinung« Verschiedenheiten zwischen beiden Marionen bestanden, dauernd z il ge st alten. Beide Länder hotten be schlosfeu, daß huutig feine Meuiungsverschiedeuheiten mehr Anlaß zu ocinbfehgtcitcn zwischen ihnen geben ober ihre gilten freilnbschaftlichen Beziehungen frören solle
Ter Vertrag enthält sieben Artikel, die mit dem Aus tausch der Ratifikationen in Mrair treten. Turch den Ar titel 1 werben bic Streitfragen zwischen den Vertragschlüßen den Parteien dem Haager oder einem aubcren durch ein be fonberes Abkommen zu bestimmenden Schiedsgericht unterbreitet England behält sich, bevor es ein besonderes Abkommen trifft, das Recht vor, in allen Angelegenheiten, welche die Interessen seiner Tominien mit der Lelbstver- waltung berühren, die Zustimmung des in Frage lommenden Dominien einzuholen. Artikel II sieht die Bildung ein gemeinsame n Ausschusses vor, der iid) aus Ei suchen einer Partei mit jeder Streitfrage befassen wird. Artikel III bestimmt, bie Beschlüsse des Ausschusses iolleii in keiner Keife ben Charakter eines Schiedsspruchs haben, bei Ausschuß jo'.l nur entscheiden, ob bie Streitfrage einem Cchied. gerimt zu unterbreiten tit Artikel VI seht den Beitrag von l'JOh außer Kraft, berührt aber in keiner Weise den Vertrag von 1909 betreffend die Beilegung von Streit fragen zwischen ben Vereinigten Staaten und .Kanada.
Am Soiuitad wurde im Weißen Lause 3:1 Washington zu Ehren des am Betuch bon weilenden iavanifd-cn Admirals Togo ein Diner gegeben. Bräubern Taft brudic dem Admiral ben Wunsch aus, xmpan möchte mit den Vereinigten Staaten, England und Frankreich in der Weirdcwegung tut einen iiUer- nanonalcii Frieden iiiiammcitgebcn. Ter Präsident braditc einen TrinkipruM auf ben .Kaiser von Japan aus, indem ei die weitherzigen und menschenfreundlichen Anschauungen des königlichen Staatsmannes feierte. „Ich anerkenne mit Freuden die wichtige Rolle," erfiritte bet Präsident, „öic Japan für die Erleichtenuig des Abschlusses der LchicdSgerichtsvertragc zwtsdten England und Amerika, >owie Frankreidt mio Amerika gcipicl« bat, dadurch, daß es das große moralifdte Schiedsgerichtsvnnzip bei dem kürzlidicn Abkommen mit Englaiid ohne weitere , vor bebalt-31 oe anerfanntc. Im hoffe und vertraue, daß die Zeit nicht fern ist, wo 3flunn iidi tu der Lage sehen wird, sich her jept 10 verheißungsvoll ctngclritcicn Bewegung aumiMlicßcu "
Die Revolution in Haiti.
Ein Telegramm auö Port-au-Prince meldet: Tic erste Division der A u f st a n d i s ch c n ist am Sonntag früh eingc rückt und hat die Bertelbigimgswerke in Besitz ge
nommen. Tic Anltäuger Firmin:- haben sich ohne 11 n orbnung zurückgezogen. Ter (Manbte bei Vereinigten Staaten erklärte, falls es zu Unruhen käme, würbe er amerikanische Marinesoldaten an Lmtd beordern Lecoute tommt heute, ,"\-imtin morgen hier an. Das JQcer der Aufftöndischen hat Leconte zum vorläufigen libci der Ereknt'.ve eingesetzt; feine Wahl zum Präsidenten fdwmt geliehen.
cn!> 0 rk, 6. Aug Nach einer Meldung des „Reu- nort Heralb" aus Eap S?aitien laiibcteu alle Kriegsschiffe Truppen Zwischen beut sdic 11 ’.'i arinctruppen u'ib Eingeborenen, welche die Läden ausplündern wollten, kam ec zu einem Juso m m e n ft 0 ß Tic Eingeborenen schossen auf einen deutschen Offizier, den sie für einen Anhänger Firmins hielten, und auf ein Boot mit deutschen Marinetruppcn Englische und deutsche Truppen patrouillieren auf den Straßen.
Per Zusammenbruch Der hossiowerte in Siehen, bei der nach 2jahtigern Betrieb 400000 Mk. verloren gehen, uvurbe in der Ciläubigeröcr fam ml ung, bic von zahlreichen Leidtrageiidcu aus Bietzen besucht war, vorn ' onhirvoermaltcr, Rechtsanwalt S? 0 m b e r g er, eingehend dargelegt Ter Gcfcüäftsführcr Der Gesellschaft, Wilhelm Kaufmann, habe von der Fabrikation nichts verftanben, er war früher Wirt, dann Weinreisender und nannte ficb später Btllarbfabrtlant, obwohl er mir Billardqucuc anitatt mit dem jonit üblichen Stoßleder mit einer Stoßplatte aus .'(ilpfcrbhüiit versah Später griff er bic Anregung eines Bekannten auf unb versah Pneumatiks von ber Kontinental- fabrif in Hannover mit einem Gleitschutz von Ril - p f c r b I) n 111, bic aber nicht brauchbar waren, weil bie Haut bic Rasse nicht vertragen konnte. Er fertigte bann Reifen mit eisernem Gleitschutz au, die nicht nur viel 311 teuer, sondern auch viel zu schwer waren. Tie Mittel lnerzn iiabcn teilweise der frühere Architekt, jetzige Rentier Stein, der lüciicralagent Fröhlich :111b bic Kaufleute Marl Frensdorf und Mar Baer in Gießen gegeben. Um nun nicht selber weitere Mittel für bie Piicumatikfabrik hergeben zu müssen, griinbctc man eine Gesellschaft mit einem angeblichen .vapital von 1 >< 1000 Mk. unb zog als Gründer noch den Bankier Jakob Grünewald hinzu. Man fnm mit jtoufmann überein, daß bic Gründer 27 <X)0 Mk. verdienen müßten, ein Betrag der gegenüber dem kleinen Kapital, itad) der Erklärung des noiikursverwalters viel zu hoch ist. Weiter aber war zwischen den Parteien vereinbart, baß 8000 Mk. Vorschuß, ber von ben vier Gründern an Kaufmann gegeben war, ebenfalls von dem Gcsellschaftcr- Hapital ziirückgezahlt werden sollte, wogegen Manfmann für seine Patente, bic, wie damals schon feststand, vollständig wertlos waren, 10 000 Mk. erhalten sollte. Maui mann und bic Gründer haben dadurch 45000 Mk in Anteilscheinen der Gesellschaft erhalten, die in den Büchern, im GrünbungS- profpeft unb in der Eröffnungs-Bilanz fälschlich als Mauf- fumme für die Patente des Kaufmann aufgeführt wurden. Von dem Gescllschaftsfapital kamen nur 105 000 Mk. ins Geschäft, während 35000 Mk. in die Taschen der Gründer flössen.
Maufmann engagierte nun - in seiner Eigenschaft als Direktor — einen Werkmeister, ber ebenfalls wenig Erfahrung in ber Bearbeitung von Gummi hatte. Mit ben 105000 Mk. wirtschaftete ber neue Direktor in unverantwortlicher Weise. Er beschaffte hochelegante Bnreaumöbel, ein Automobil für 18000 Mk., bas kurz vor bem Zusammenbruch .-für 7000 Mk. an Bankier Grünewald veräußert wurde u. a. m. So war bas Gelb sehr halb ausgegeben,
aber man verstaub es. weitere 50 Anteile zu je IO00 Mk unter bic Leute zu bringen Im Grünbungsprospekt wai ben Leuten eine Rente von 2" it Aussicht gefielt, unb biefer Prospekt war von Jakob Stein und A Fröhlich iiiiterzcichnct. DaS die Gründer zusammen '. -"0" Mk be» der Aktion verdient hatten, wurde verschwiegen Gummi Aktien wurden für alle möglichen Cbicftc. um den Leute»» gefällig zu sein, zum Parikurs in Dauich gegeben, obgleich ihr innerer Wert, wie einzelne Gründet versicherteu. da- Doppelte betrug Sw erklärt es itch, daß bei mildere Bütgerstand, unsere Gesckräftsleute in Gießen mit bi ei cm Segen recht reichlich beglück! worben und Ab.r mit ben *200000 Mk. kam Tirchor rt auf mann nicht aus. Man suchte und fand bei ber Darmstädter Bank, gegen Bnrgskkiaii einiger gutsituierter Vorskanb-mitglicdei ber Hafsia einen Bankkredit von 600ix< Mk Den Bürgen würben al > Siebet beit bie Maschinen verpfändet. Doch man brauditc mehr luiib da sich bic Darmstädter Bank selbst gegen weitete Bürgschaft nicht weiter engagieren wollte, so beschloß mau. wenn alle M 11 g l i c b e r zu tiO ihrer Anteile, mit Ans nähme von ->, die nicht bürgen tvollteu, bei ber Mittel deutschen 12U000 Mk aufzunehmen unb bie Darmstädter Baut mit ber Hälfte der Summe abzufinden Rechtsanwalt Hornberger berichtete, bas; ber Konkurs schon vor einem Jahre, als sich bic Darmstädter Bank zurnckzog, ciliärt hätte warben müssen. Ein auswärtiger Bücherrevisor, der bic Verhältnisse brr Hafsia prüfte, loav ;n bent Ergebnis getommeu, daß die t'agc unhaltbar mar; er hatte sich aber bann buch bestimmen lassen, ben Ab schluß |o zu gruppieren und zu gefmltcn, wie ihn ber Dirck tor brauchte Raufmann hatte, so erklärte der Monfiu > öermalter, unter alh n Umst
1910, den Montur» beantragen müssen: hätte er dies getan, so waren den Gläubigern 63 000 Mk. erspart geblieben.
Ter Konkursverwalter teilte mit, baß Direktor Mail’ mann nach seinem Vertrag bis 31 Dez. d I. sein Gehalt hätte erhalten müssen. Er habe ihn aber ivsort eutlafieu, ivcil er erstens den Konkurs nicht schon vor 6 Monaten auinclbrtc, ferner weil er einen Beamten mit 1800 Mk )ahresgeha!i engagiert hat, wozu er nicht berechtigt war, weiter auch, weil er private Darlehen und andere Schulden, mit wibcnechi iidi im Warnen ber Iirma angenammene Wechiel, bezahlt hat. Es liegen and» sonst nodi Grimbe vor, bic bie so fertige Entlassung geietzlich rechtfertigten Das Peisonal muß bis 1. Oktober, soweit es nicht früher eine anders Stelle findet, voll bezahlt werden
Rechtsanivalt Hornberger ist der Ansicht, daß bic Staate- bchörde «ebenfalls Veranlassung finben wird, sich ciugchenn mit dieser Gründung und dein stonlurs der Gesellschaft zu befassen. Es sei im Verlaufe des Konkurses die Irage zn prüfen, ob bie Gründer gezwungen werden sollen, ben Grünbergewinn wieder heraus zu geben. Diese Ira gen seien mit einem Glänbigerausichuß zu beraten. Juftiuat Grün cwatd erörtert bie Rechtsgültigkeit ber Bürg sckaftsleistuug ber einzelnen Mitglieber. Er fragte an, ob alle Mitglieber bie Bürgschaft ctngegangcn seien. Der .Mon kursverwalter erklärt, daß allerdings ber Kaufmann Zrensdorf die Bürgschaft abgcleinit unb auch die Bürg sd'astsurkundc nidit unterzeichnet hat. juftijrat Grunetvald erklärt, für diesen Iall hatte das Darlehen von 120000 ‘?.'ii. bei der Mittcldeuttchen nicht anfgenommen werden dürfen, und die Bürgen konnten iidi für ben Schaben an bic Mit glieber des Aufsichtsrats halten. Er fragt an, was benn ber Aufsichtsrat überhaupt getan habe, um bas Intereste der Gesellschafter 511 wahren und vor Verlust zu schützen. Rechtsanwalt Hornberger teilt mit, daß Rentier Stein bic
Die Zerstörung öes Parthenon.
Aus griechischem Bvven tag: die Marmoidildiäule eines be rühnuni deutschen Mriegshewen, des vor 250 Jahren, am 8. Auguü 1661, in Emden bei Magdeburg geborenen Rcidisgrafen Mar 1 hia r von der -schnleubn r g. Er hat als kurfächi'ischei General und sväicr als venezianischer fveldmarsdiall ^ervorragenc'? Dasicmaten vcrridNet. Sein Rückzug mit der vom Schwedenkönig Karr XII. am 4. Oktober 1704 bei Punik gcidiiagcncn Armee nach Schienen und feilte Verteidigung Morins gegen das vom Sultan Achmed III. entsandte Türken Heer werden von der Mriegsgeichichlc als ausgezeichnete ^eifnlngen gepriesen. Durch die imtcnvähntc Wassciual bewutte er, bau Venedig beim Paiiarowirzer tvricbat 171h Morin unb einige andere griechi.che Inseln bclnett uiid ihm tclbit aui der Esplanade der Stobt Morfu eine Marmorbild'inle setzte, ber heute, an seinem 250. Geburtstage, der Lorbeer nidu kehlen mag.
Aus den Deiikwurdigkeiieit des Marschalls n;bt hervor, daß er auch an einem sehr beklagenswerten lriegci'ichen Unternehmen tfUgcnommcn hat - der Beschießung der Akropolis von Athen -Murz mag dieser Episode, die für die Weben der Mriegedjo redn bcjcidmcnb ist, gedacht fein. Noch junger O'nzier, gehörte Sd'ijleii Inirg zu den vom Grasen Otto von .Mönigsmarck befehligten deutschen Soldnern, die 1687 mt Aiistrage Venedigs auf einer großen Ilottc unter Monimando des '.’lbimralo frvaneesto Morosini nach dem^Pelovonnes segelten, um dort die schon länger als zwe' hundert Jahre währende verrichait der birrdi den Krieg mit Lefler- reich stark bedrängten Psorte zu orecven. Jubelnd begrüßt von den nach Befreiung dürstenden Griechen, fanbeic der "Admiral im Piräus, wo damals noch jene Marinorlöweu S?üter waren, die in unseren Tagen die trotzige Wawl vor dem Arsenal der La.umen- ftadt halten. Ohne der Landung Widerstand m leisten, zog sich die schwache iurkifche Veiatzung auf die Akropolis, bie auf frei!em öelfen gelegene Burg von Athen, zurück Oben ragte noch, ziemlich gut erhalten, der Partbenon, das stolze Meisterwerk des dorischen Stils, eins der bewundernswertesten Arwitetrurwerkc ber Wett, das unter der glänzenden Herrschaft des Perikies zwischen 452 und 4.38 v. Ehr. durch Iktinos und naliikrates als Fenremycl ber jungfräulichen Arbeite ans weißem Marmor erbaut mtb von Phidias und feinen Sdnllern mit Skulpturen, glän;citben Sd-ooiungcn des griechischen Meißels, geschmückt war Seltsame Schicksale hatte der säulengetragene Bau seit dem Untergänge der Götter Griechenlands erlebt: den Christen hatte er als Marien- lempcl und den Anhängern des Propheten seit 1460 al-3 Moschee dienen müssen. Run sollte ihn noch schwereres Verhängnis treffen — die türkische Besatzung lehnte bic Ucbergabe b»r Alropolis ab, die Belagerer aber ließen als ultima ratio die Mörser und?lanoncn ipielen.
Am 23. September 1687 nahm das Bombardement seinen Anfang, zunächst gegen die Propolacu, deren rechter I lüg ei ,u,Dn im Mitlclailer von den Herzögen von Athen zerstört war, um Raum für einen Palaübau zu gewimien, bann, am 26 September, gegen den Parthenon: eine Bombe durchschlug das Dach und en>
zündete das unten ausgei'peichene Pulver — die Marmorblöcke wurden auseinandergcrisscn und der mittlere Teil des Säulen» bau cd zum Einsturz gebrachl. Und wahrend eine Feuersbrunst wütete und Flammeugarbcn emporsdwücn, wurde auch oas Erechthcion getroffen jmb eine seiner seck)s Uaryatiden zer irümmeri. Tic Türken verließen die Burg, in die alsbald die Sieger em zogen, um sie bis zum 4. Apn! 1668 besetzt zu hatten Manches Fragment der Skulpturen mag damals beiseite geschafft worden fein. Morosini gedachte sogar, das Gespann ber Athene aus dem Westgiebel als Trophäe nach Venedig milzunebmen, abei ber Marnwl stürzte beim Herablassen in bic Diese, au» dem Fels» Loben ber Akropolis zerschmetternd. So begnügte sich der Sieger als Trophäe mit den Marmorlöwen der Akropolis. Der ftanzöftsche Zeichner Iaeaucs Earrev, .ber 1674 als Mitglied einer von Ludwig XIV. an den Sultan Abdul Hamid I. entbotene« Gesandtschaft die Mropolis besuchte und von den Skulpturen des Var- iheiwn 21 Skizzen mit Rot- und Weiß stift zeichnete, die beute einen kostbaren Schatz int Cabinet des estampes zu Paris bilden, unb die beiden Reisenden Jacques Spon unb ("George Wheler, bie 1678 oben waren, sind ivohl die letzten gebildeten Europäer gewesen, die den Parthenon iwch in ziemlich guter Verfassung gesehen haben. 9tur bic SfuIpruTcn roaren, wie Larrey bezeugt, schon stark besd'ädigt. O. K.
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— Gin französischer Spr0 chschutz0erband Aui bic Anregung cmeS der angesehensten franwsischen Journalisten, 2ldoli Aderers, Rcdalieurs beim „Temos'. hm hat sich soeben in Paris cm Ausschuß gebildet, dessen Zweck die Gründung eines Bundes der „F re n n d e d e r f r a n z ö s i s ch c n S p r a ch c" ist. Die Ausgabe d'.e'es Bundes soll darin bestehen, die sranzosiicbe Sprache gegen bic Ein'ührnng von Frerndw ör torn unb un- nüpen Neubildungen zu |d)übcn. Wie Lldercr in seinem Auftus beton:, ist seine Anregung weit entierm von jeher Feindseligkeit gegen ftemdes Wesen. Vielmehr handelt es sich darum, der weiteren Verbreitung und der Vermehrung der ilnzähligen Lnslandisd-cn Wörter und unglücklichen sprachlichen Neuschöpfungen, bic seit einer ^icihe von Jahren in den Zeitungen unb sogar in den Büchern au stauchen, rorzubcuge«. Es handelt sich hier nach der Meinung 21derers und seiner Anhänger um eine Gefahr, gegen bie schnell unb gewaltsam vorgegangen werben muß, um die Schönheit und tHcinb d.r franio’ifd?eii Sprache ju erhalten.
Dichter, ttünftler irnb Hauilcuie
Haben iid) sofort bem von 'Aderer ins ^ebfn gerufenen Ausschuß angeschioifen, so daß setne Anregung uimnneibat bevorüehciider Verwirklichung sicher ist. Die Franzosen haben hier also rnrt raschem Entschluß eine Arbeit in Angriff genommen, deren Notwendigkeit auch für bic deutsche Sprache in öcutfchcn Blättern immer wieder mit gewichtigen Gründen bargelegt wird.
— Ein Rönterkaßcli bei Zürich Heber b:: Aus grabung des romi'chcn UancUs Irgcnhaujen oc: Zürich au' einem und befterhaltenen Bauwerkes aus römischer Zeit in der Lsn'chweiz,
berichte: in dec llntid-au l?ro;. Schnltheß, der die langiährigcn Arbeiten selbst zu Ende geführt ha: Dos Aastell, ein Quadrat von 60 Meter Seitenlänge, rat 1,90 Meter stark, Wallmauei 1 aus Gußwcrk und eine meist aus Feldsteinen auigcmhiü Mauci beklcidung. An den Ecken unb in ber Mitte der Fronten springen viereckige Türme vor, die mit dem Maucliinnctcn Our di Eingänge verbunden find. Ter Muteiturm der Ostfront, der von irühernt Besitzern, die hier Schatzgröber-'i getrieben haben, mit Hilfe von Tnnamit sehr zerstört war, bildete da- Aii-gang-ior, das von »wei rechteckigen Türmen ilanfiert war Außero m stellten drei Rcbenpiorten von etwa D2 Meter Breite bie Berbindnng nach auf.en Her. Äufsalleud iind zwei Hohe Mauerschlitze mit Harfen, Gcsäll nach außen und betonierter Sohle, die als Wasscrablauie binnen, und die sich sonst nördlich bet Alpen nicht geftrnden.haben. An ber Sübcdc her- Hnftelle unb tm Südeckkurm selbst wurden erhebliche Reste ber Wohnränrne einer älteren Villa mit Heizanlage, vielie.wt and) einem Baderaum freigelegt: fie war beim Bau des Äaftells zerstört ivorden, und ihre Trümmer hatte man mit eingebaut. Die Auffindung Dieter all reu bürg.rlidien Anneouum. bic Dem militärifthen Bau hatte weichen mühen, ergab im Zn sammenhang mit einigen Münz unden, bic Möglichkeit, our ^nmo historischer Erwägungen die Zeit ber Errichtung zu bestimmen Tas .Haftel! gehörte icdcnfalls zu den Vertetb,gimgsmilogen, die von Tiollerian hinter der im ersten Jahrhundert ongelegicn Verteidigungslmie zur Veritärtung gebaut wurden, um als Sperr- fort zu dienen, wenn die Alemannen den Rhetn überfchriiten halten unb die Grenzwehr auf der Südseite deS Sttome-, ,u durckbrechirn drohten. Das am Ende oes oitltat Iahrhundens angelegte Haftel! wurde, wie die Münzen bemalen, mt bterteil Jahrhundert benutzt, gegen Ende des Iahrhuncetts aber pon den Römern aufgegeben.
— Eine Bronz ebüste des August uc 1 m Briti - fchen Museum. Eme schone Bronzebüstt, die vor einige:: Monaten, von Prof Gar st an g in Mcroe im Sudan entdeckt worden ist, unb von ber man a u
von einer überlebensgroßen Statue d.s Hatters Auguttus hanorN, wurde soeben vom Brintchcu Muieum erworben.
— Lurze Nachrichten aus Ltunst und Wifsen- schaft. Eine italienische L per „Phädra". Ein miigec ftalicnifcher Aomponiß, Ildebraiido P i z z a i 11. der bereu» „21 Nave' von d'Annunfto in Munk gcietzt Hal, arbeit: aeg n wattig an einer £per „Phäora" nad) bet Durgodie oes». Iben Dichters. Tos Werk wird zuerst in den Vereinigten St.ictf.i und dann ent in Italien zur Aufftchrung gelangen Ein Denkmal zur Erinn-:rung an den :"kaler Sisley ist in Morct sur-Llviug. wo er lange gcleb: hat unb wo er auch ge Korben ist, enthüllt worden. Wie die anderen großen Imvi. siontsten Biffaro, Monet und Renoir, die feine Freunde war 1. blieb Sisley lange 3eit unbeachtet, während er heute ;u den anerkannten Größen Dieser Schule gehört. Seine Bilder, von ixr iimgc Mnstcrfüid. in Luxemburg hängen, schildern vor allem Den Tu ft der Landschaften von Ile-de-France.


