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Sänger auf der Terrasse, wobei das Kurhaus illuminiert
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Geh. Justizrat Prof. Dr. Kohler-Berlin, der Stadt für ihre Gastfreundschaft Dank aus. Später wies Prof. Dr. Jitia- Amsterdam auf den reichen Dainenflor hin, dein das dritte Glas geweiht wurde.
. Auf dem schattigen Festplatz herrschte ein fröhliches Treiben. Die munteren Weisen der Musikkapelle lockten zahlreiche Pärchen jum Tanze auf dem grünen Rasen, so das; die Zeit nur zu ichnell verging und die auswärtigen Gäste wieder an die Rückwanderung denken mutzten. Am Abend fand in der Turnhalle geselliges Beisammensei.l mit anschließeirder Tanzmusik start. Am Pfingstsamstag, nachmittags 3 Uhr, brach in einem Hause der Bahnhofstrasse hier ein Zrmmerbrand aus, der rechtzeitig bemerkt wurde und im Entstehen gelöscht werden konnte.
Die Summe des Lebens ist gezogen. Sie heißt Treue Arbeit, selbstloses .Schaffen zum Nutzen seiner Mitbürger unserer Stadt..
U. Offenbach, 6. Juni. Aus Dem hiesigen Gefängnis entsprungen ist heute nacht dec 25 Jahre alte Dachdecker Andreas Gunkel, der sich lvegen Diebstahls in Untersuchung befand.
Die Sänger waren entzückt von allen Darbietungen. Starkenburg und Rheinhessen.
der Bade- und Kurverwaltung auf dem Bahnhof empfangen. Hierauf folgte Besichtigung dec Quellen, Badchäuser, Kur- bcunnen und Anlagen, welche die größte Bewunderung erregten. Der Gondelfahrt auf dem Teich schloß sich der Fünf- Uhr-Tee am Teichhaus an. Das daran anschließende Fest-
öder gar die Wagenführer zum Besten zu halten. Es ist als ein Wunder zu betrachten, daß ein solcher Fall nicht schon früher eingetreten ist. Immerhin würde es sich emp- ehlen, in der Licher Straße die geplante Einfriedigung der Straßenbahn bald vorzunehmen. Auch in der Marktstraße, auf dem Markt usw. sollten die Eltern ihre Kinder
des Großherzogs ist heute abend der zweite Kongreß der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Wirtschaftsphilosophie hier zusannnengetreten. Zu dem Begrüßungsabend, der von der Stadt im Saalbau zu Ehren des Kongresses gegeben wurde, hatte sich eine sehr stattliche Schar auswärtiger Gäste mit ihren Damen und den hiesigen Mitgliedern dec Vereinigung versammelt, darunter auch StaatS- nnnister Dr. Ewald. Oberbürgermeister Dr. Glässing hieß
R.-B. Darmsta dt, 6. Juni. Unter dem Protektorat
Ausland.
Aus Bar s u r Aube wird gemeldet, daß die Winzer, unter denen die Entscheidung des französischen Staatsrats große Erbitterung hervorgerufcn hat, in vielen Orten Versammlungen abgehaltcn haben, um gegen die Einteilung des Cham- vag ne g c b i c t es in zwei Zonen Einspruch zu erheben. Abends wurden die Winzer durch Sturmglocken unb Feuerzeichen aufgefordert, nach Bar sur Aube zu ziehen, um dort Protestkundgebungen zu vcranstaltep. Fußtrupven und Reiter sperrten jedoch die nach der Stadt führenden Straßen und Brücken ab, so daß die meisten Winzer ihr Vorhaben aufgeben mußten. 300 Winzern gelang es gleichwohl, in die Stadt zu kommen, doch wurden sie von Dragonern vertrieben. Die Gendarmen nahmen zahlreiche Verhaftungen vor. Die Ausschüsse des Winzer- verbandcs wollen den für morgen angekündigten Erlaß über die Entscheidung des Staatsrats abwartcn. Falls diese nicht ab- geändert wird, sollen die Gemeindevertretungen von neuem ihre Entlassung geben und die Steuern verweigert werden.
Kaiser Franz Josef empfing am Dienstag vormittag in Schönbrunn den König der Bulgaren in Privat- audienz. Der Empfang war, so wird berichtet, sehr herzlich unb, dauerte länger als 20 Minuten.
Arbeit von Erfolg gekrönt worden ijt. Ein wie bedeutender Teil dieser Arbeit gerade von Ihnen geleistet worden ist, weiß außer ihrem Ressortchef niemand besser als ich, auS der Zeit, wo der Entwurf der Reichsvcrsicherungsordnung aufgestellt wurde. Ich bitte Sie, überzeugt zu sein, daß ich Ihre Verdienste um das Zustandekommen dieses wichtigen Gesetzes sehr hoch cinschätze und daß ich Ihnen für Ihre treue und hingebende Mitwirkung bei der Lösung dieser großen und schweren Arbeit aufrichtig dankbar bin. In aller Wertschätzung Ihr ergebener v. Bethmann-Hollweg.
Ausgestaltung unserer Licht-, Kraft- und Wasserwerke uird an seine Verdienste um unser Schulwesen.
Jedem Bürger und jedem Beamten schenkte er für berechtigte Wünsche immer gern Gehör.
Wenn auch in den letzten Monaten sein Gesundheitszustand ihm verbot, mit gewohntem Eifer in der Stadtverwaltung mit- zuarbciten, so war doch auch in dieser Zeit seine Meinung in mancher Angelegenheit von ausschlaggebender Bedeutung, zum letzten Atemzuge hat er der Stadt und seinem Amt Aufopferung gedient.
Kreis Friedberg.
w. Bad-Nauheim, 6. Juni. Die englischen Sänger wurden bei schönstem Wetter von dem Vorstand
n. Offenbach <a. M., 7. Juni Tie hiesige Polizei soll einen: Antrag der Verwaltung gemäß um vier neue Schutzleute vermehrt werden und die nächsten Donnerstag stattfiiwende Stadtverordnetenversammlung die Mittel dafür im Betrage von
Kreis Lauterbach.
Lauterbach, 5. Juni. Heute, am 2. Pfingstseiertag, veranstaltete der hiesige Zweigverein des Vogelberger Höhen- . llubs in Gemeinschaft mit den Zweigvereinen Frankfurt a. M., c m ■ -- • - < r ■ 7\.aJ,.rlno Danau und anderen benachbarten Zweigvereinen solvie dem Ver-
wurde vom Wagen umgeworfen und kam so unglücklich zu kehrsvereiu Lauterbach ein größeres Waldfest im sogen. Fall, daß das linke Vorderrad über den Körper hinwegrollte Hainig, einer nahe bei Lauterbach gelegenen, mit uralten und diesen in zwei Stücke teilte, so daß der Tod äugen- Eichen und einem vom Vogelsberger Höhenklub erbauten Ausblick lich erfolgte. Den Wagenführer, der unmittelbar sichtsturm gekrönten Höhe. Um 3 Uhr nachmittags sand vom vor dem Vorfall kräftig geschellt hat, soll kein Verschulden Marktplatz zu Lauterbach aus gemeinsamer Abmarsch mit einer treffen. Er war nach dem traurigen Vorfall so erregt, daß dAusittapelle statt. man ihn sofort vom Dienst ablösen mußte. - Wir haben wiederholt auf das förmlich zum Sport ausgebildete Treiben der Kinder hingewiesen, an der Licher Straße kurz vor dem Nahen der Straßenbahn über die Schienen zu laufen
Drei Buben toaren vor dem Wagen schon hinweg, der Wagen- ührer gab Signal und verlangsamte die Fahrt und trotzdem lief das Kind noch vor den .Wagen.
** W a n d e r v o g e l. Am 4. und 5. Juni fand der Hessengautug des. Wandervogel ,in Holzhausen im Westerwald statt, an dem sich über 200 Wandervögel beteiligten. Nach der Begrüßung dura- den Gauleiter zogen die Teilnehmer, ge- ührt von einem deutschen Michel in Zipfelmütze und Holzschuhen, trotz der anfänglichen Einsprache des Nachtwächters, in größter Einigkeit mit ihm durchs Dorf .und erfreuten ihre Quartierwirte durch Ständchen. Der nächste' Tag brachte einen Spaziergang nach Ruine Beil stein, und auf einer großen Waldlichtung zwischen Beilstein und Greifenstein wurde das Mittagsmahl bereitet. Beim Gesangswettstreit in Greisenstein erntete die Ortsgruppe Gießen, die außer Konkurrenz sang, reichen Beifall. Die Preise im Einzelsingen kamen nach Bonn, Büdingen, Höchst und Tübingen. In verschiedenen Abteilungen gmgs wieder nach Holz- „ . ., „ , ,
hausen. Nach der einfachen .Schlußfeier bot der Nachtwächter die Gäste willkommen und bann sprach dec 1. Vorsitzende, mit dem altehrwürdigen Lied „Hört ihr Herrn intb laßt Euch m ~ - - - -
ägen" Feierabend. Um sich mchr Gehör zu verschaffen, hatte er seine Hellebarde, Laterne und sein Horn mitgcbracht. Am 3. Feiertag flogen die Vögel nad) allen Richtungen auseinander. Der schöne Verlauf des Tages ließ den Wunsch laut werden, im nächsten Jahre im Taunus zusammenzukommen.
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** Der erste tödliche Unglücksfall durch die Straßenbahn hat sich gestern nachmittag 3 Uhr in der Licher Straße ereignet. Das kleine 4 Jahre alte Töchterchen des Eisendrehers Büttner spielte mit anderen Kindern in der Anlage zwischen den Schienen und der Friedhofsmauer. Mit einem andern Kind an der Hand wollte es wohl in die in der Landmannstraße liegende Wohnung der Eltern und lief unmittelbar aus den Anlagen über die Schienen. Im gleichen Möment kam von der Kaserne her ein Wagen, in den nach den Bekundungen zahlreicher Zeugen des Vorfalls die kleine Büttner sozusagen hineinlief.
Die Beerdigung des Beigeordneten Georgi.
Gießen, 7. Juni.
Tie Beerdigung des Beigeordneten Kommerzienrat Ludwig Georgi fand gestern nachmittag 4 Uhr auf dem alten Friedhof statt. Tie Trauerfeier fand in der Friedhofs- lapelle statt, in der der mit vielen vrachtvollen Kranzspenden bedeckte Sarg aufgebahrt war. Die Kapelle war von einer überaus großen Trauerverfammlung so dicht besetzt, daß viele Leidtragende keinen Einlaß'finden konnten. Anwesend waren u. a. Provinzialdirektor Dr. U sing er, Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Emmelius und Keller, sowie die meisten Stadtverordneten. Der Turnverein von 1846, dessen eifriges Mitglied und zuletzt Ehrenmitglied der Verstorbene war, hatte eine Fahnendeputation entsandt. Pfarrer Ausfeld hielt die tief ergreifende Gedächtnisrede über die Schriftworte des 37. Psalmes, Vers 5: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird es wohl machen." In schlichten, herzlichen Worten schilderte der Geistliche das Leben und die Wirksamkeit des Verstorbenen in Familie und .Haus, Geschäft und öffentlichem Leben. Nach der Einsegnung und dem Gebet hielt dann Oberbürgermeister M e c u m bent Beigeordneten der Stadt Gießen folgende Gedächtnisrede:
Zum zweitenmal in kurzer Zeit beklagt die Stadt Gießen den Verlust eines hervorragenden Bürgers, dem lange Jahre das höchste städtische Ehrenamt eines unbesoldeten Beigeordneten an- vertraut war.
Schon in der bewegten Zeit nach der Wiederaufrichtung des Reiches gehörte Ludwig Georgi zu den führenden Männern unserer Svadt, und in verhältnismäßig jungen Jahren wurde er zum Stadtverordneten gewählt. Er gehörte den: Stadtvorstand 28 Jahre lang an, darunter 19 Jahre als Beigeordneter, Abgesehen von anderen Teputationen und Kommissionen, war er Mitglied der Schuldeputation seit seinem Eintritt in das Stadtverordneten- Kollegium, der Deputation für das Gas- und Wasserwerk, der später das Elektrizitätswerk angegliedert wurde, seit ihrer Begründung im Jahre 1887, des Schulvorstandes, des Kuratoriums für die höhere uud erweiterte Mädchenschule und der juristischen Kommission seit 1888 und 1889.
Wenn wir diesen langen Zeitraum überblicken, steht sein Bild immer als dasselbe vor unseren Augen, als das des ehrenhasten, auf das Höchste gerüsteten Maunes. Wie er sein Geschäft unb seine Fabriken mit der peinlichsten Rechtlichkett und Gewissen- hafttgkeit, mit den größten Anforderungen an sich selbst leitete, wie er unter den Kaufleuten als Vorbild, als der Königliche Kaufmann dastaird, müssen wir auch dein Bürger die Palme höchster Bürgertugend zuerkennen. Ter Einfluß, den er aus seine Mit- bürger ausübte, gründet sich vornehmlich auf seinen Charakter. Er war ein Mann voll Hingebung und Treue, voll schöner Menschlichkeit und lvarmen Empfindens, voll Geist und Kraft. Er konnte aber auch seine politischen Gegner — und andere hatte cr wohl kaum — die volle Stärke seines Geistes und Mutes sühlen lassen.
Zwei Eigenschasten waren für die Richtung seines Lebens bestimmend: eiserne Pflichttreue und Drang zur Wirksamkeit für das Allgemeine. Tie ganze Bürgerschaft erkennt dankbar an, die unermüdliche, selbstlose Arbeit, den strengen Pflichteifer, womit er sein Leben lang in öffentlichen Aemteril gewirkt hat. Begabt mit weitem Blick und eigner Initiative, hielt er anderseits auf gewissenhafte Arbeit und stand int gegebenen Augenblick dafür ein, daß kein wichtiger Beschluß gesaßt mürbe, ohne sorgfältige, ernsthafte Prüfung. So hat er außergewöhnlich viel beigetragen zum Emporblühen unserer Stadt und ihrer früher nie geahnten Entwickelung. Ich erinnere nur an die Begründung und spätere
Ans StnOt Nttd Land.
Gießen, 7. Juni 1911.
•* Lehrerpersonalien. Bestätigt wurde dec von dem Fürsten zu Psenburg unb Büdingen in Büdingen auf die Lehrerstelle an dec Eemeindeschule zu Büches präsentierte Lehrer Karl Hofmann zu Bisses.
** Landw. Studien fahrt. Tie von der Landwirt s ch a f t s k a m m e r für Hessen für Juli beabsichtigte Stdien reise nach Hannover und Oldenburg verspricht eine interessante Reife zu werden. Den Teilnehmern wird hierbei Gelegenheit gegeben, sowohl intensiv bewirtschaftete Ackerbauwirtschaften, Saatgutwirtschaften zu sehen, wie die Schweinezucht in renommierten bäuerlichen Betrieben in Hannover und Oldenburg kennen zu lernen. Die Vorteile des elektrischen Betriebs auch für bäuerliche Wirtschaften an Ort und Stelle zu sehen, hierzu bietet die Umgegend von Hannover gute Gelegenheit. Ta, auch die bekannten Zuchtgebiete der Oldenburger Pferde und Rinderschläge, sowie jedenfalls einige Moorkolonien besucht werden, wird den Teilnehmern viel Interessantes und Lehrreiches geboten. Die Landwirte, die an der Studienreise noch teilzunehmen beabsichtigen, können ihre Teilnahme noch umgehend bei der Landwirtschaftskammer in Darmstadt anmelden.
*' Das Museum im alten Schloß ist während der Anwesenheit des Großherzogs unb bec Großherzogin geschlossen.
Als Zeichen der Dankbarkeit für diesen, seltenen Mann haben hier Kränze niederlegen lassen die Stadt Gießen, die Stadtver- ordnetcn-Versammlung und die städtischen Beamten.
Provinzialdirektor Tr. Usinger legte dann mit herzlichen Worten des Gedenkens 'einen prächtigen Kranz an dem Grabe des verstorbenen stellv. Provinzialausschuß- und Kreistagsmitgliedes nieder. Weitere Ansprachen hielten Justizrat Metz für den Verein der fortschrittlichen Volkspartei, Kommerzienrat Schirmer für den Verein der Tabakindustriellen, Parteisekretär Kuhlmann-Tarmstadt für den Landesausschuß der fortschrittlichen Volkspartei, Redakteur Heß für den Gießener Turnverein von 1846 unb Kaufmann Ehr. Georg für das Personal der Firma.
Hieraus begab sich die Trauerversammlung in langem Zuge zu dem Georgischen Familiengrab, wo nach Vornahme der kirchlichen Amtshandlung durch den Geistlichen Herr Gutspächter Bornemann von der Freimaurerloge „Ludewig zur Treue" dem Verstorbenen den letzten Schüdcaruß der Loge nachrief.
Damit war die einfache, aber erhebende Trauerfeier beendigt, die einem der besten Bürger Gießens galt.
öfter darauf Hinweisen, beim Ueberschreiten der Straßenbahngleise die größte Vorsicht zu üben.
Von anderer Seite wird uns noch berichtet: Wie die Ermittlungen ergaben, trifft den Wagenführer kein Verfchul- >en, sondern das Kind lief direkt vor Den Wagen. Eine Anzahl Kinder neckte in der Friedhofsanlage einen dort auf einer Bank sitzenden Betrunkenen und als dieser aufsprang, f ~ ■
iefen die Kinder fort über die Schienen der Straßenbahn. L°lV , . Finger unter Mitwirkung von Solisten der Kürkapelle im neuen Konzcrthaus fand außerordentlichen Beifall bei allen Zuhörern. Die Kurbehöcben bclvicteten die
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tius ,!der vom Großherzog kurz vorher zum Geh. MeLizinal- rat ernannt wurde, übernahm das Präsidium. Im Vordergrund des Interesses standen die Vorträge des Geheimen Regierungsrates Prof. Dr. Z nutz-Berlin über die physiologischen und hygienischen Einwirkungen der Seereisen, des Geheimen Medizinalrats Dr. His-Berlin über die Psychotherapie der Kurorte und des Geheimen Medizinalrats Dr. Eulenburg-Berlin über die Einwirkungen der Seeklimate auf das Nervensystem. Abends bot die Stadt Kolberg den Gästen ein Festessen, an dem auch der Groß- Herzog teilnahm.
— Der Kampf gegen das Opium in China, der mit großer Hartnäckigkeit durchgeführt wird, hat merkwürdige Folgen gezeitigt. In $unnan, einer der Provinzen, in denen das Opium in ungeheuren Mengen produziert und daher sehr wohlfeil verkauft wurde, gibt es heute kein einziges Mohnfeld mehr. Zwei europäische Reifende, die Doktoren Talbot und Rigaud, haben ueuerDings Diese Tatsache festgestellt. Aber zugleich mit dem Opium ist auch der früher so berühmte Honig von §)unnan verschwunden, da alle Bienen nicht mehr genügend Blumen zum Einfammeln den Honigs fanden und als unschuldige Opfer der gesetzgeberischen Maßregeln wegstarben. Die neuen Kulturell, Getreide und die Erbsen, die den Mohn ersetzt haben, tonnten, den Bienen nicht genügend Ersatz bieten. Für die Bewohner der Provinz scheinen sich jedoch auch nicht die erwünschten Folgen eingestellt zu haben. Früher waren sie die stärksten Opiumraucher im chinesischen Reiche, und nach einer kurzen Pause scheint es jetzt, als ob die dem Laster Verfallenen von neuem wieder rasch an Zahl zunehmen; nur daß sie, anstatt wie früher ihr eigenes Opium zu rauchen, ein eingeführtcs nehmen müssen, das sie zweimal soviel kostet. Andererseits nimmt auch der Verbrauch des Alto holsin Chip azu, und die Trunkenheit wird tzaufiger. So werden die Chinesen bald bemerken, daß sie keinen vorteilhaften Tausch gemacht haben, als sie die Opiumsucht verdrängten und dafür den Attoholismus ins Land bekamen.
Landkreis Gießen.
’4 Gacb enteich, 6. Juni. Eine rege Bautätigkeit entfaltet sich in letzter Zeit in unserer aufstrebenden Gemeinde. Draußen an der Bahnlinie nach Lich zu, in dec Nähe der Kreisabdeckecei, sind um die im letzten Jahre erstandene neue Kalkfabrik eine ganze Gruppe von Häusern int Bau, darunter eine Blockstation für Güterzüge. Im Orte selbst sind an der Straße nach Hausen mehrere Häuser errichtet worden; in die Augen fällt besonders eine größere Zigarrenfabrik, die ein Berliner Fabrikant, der sich seither im Orte immer schon Zigarren Herstellen ließ, baut. Die Fabrik wird von einheimischen Unternehmern und Arbeitern aufgeführt. Auch im nahen Hausen wird eine Zigaccenfabrik bedeutend vergrößert. Eine Menge Arbeitsgelegenheit wird so für unsere Umgebung geschaffen.
,XKlosterArnsburg,6. Juni. Tie Pfingsttage brachten durch das prächtige Wetter begünstigt, der alten, so schön gelegenen Klosterrnine wieder einen ganz außergewöhnlichen Besuch. An den beiden ersten Feiertagen hatten Hunderte von Aus- slüglcrn auS nah uitb fern das idyllische Fleckchen Erde als Wanderziel gewählt. Die Touristen, die zumeist über Münzeu- berg oder von Gießen, Schiffenberg und Garbenteich den Jäger- Pfad her kamen, nahmen am Abend dann größtenteils den Weg durch das prächtige Gottesackertal nach Lich, >vo die Züge der Haupt- und Nebenbahn Mühe hatten, den starken Verkehr zu bewältigen. Heute, am 3. Feiertage, der in der ganzen Umgebung noch gefeiert wird, mag der Besuch des Klosters die Zahl 2000 überstiegen haben. Es wurde das Jahr es scsi des Rettungshauses begangen, wozu die Landbevölkerung von der Laubacher bis zur Butzbacher Gegend immer zahlreich zu- sammenströmt, besonders sind Holzheim, Gambach, Dorf-Gill und Grüningen vertreten. In der Mittagsstunde kam Wagen hinter Wagen mit Festbesuchern, die dem erhebenden Gottesdienste im Walde, dicht an der Klostcrmauer, beiwohnten. Pfarrer Roos°- Breitenbach a. H. und Pfarrer D e g g a u - Darmstadt, der für den verhinderten Pfarrer Ettling-Rödgen b. Siegen eingetreten war, hielten eindrucksvolle Festansprachen, denen inmitten der friedlichen Waldesstille eine große Gemeinde andächtig lauschte. Gemeinsame Gesänge aus dem Arnsburger Liederbuch sowie eine Reihe vou Chorälen, die der Gemischte Chor und der Posauneu- chor aus Gambach unter Leitung von Pfarrer Graf vorlrugeu, erhöhten noch die weihevolle Stimmung, die über dem Ganzen lag. In einem Schlußwort gab Stistsdechant K l i n g c l h ö f s e r - Lich einen kurzen Jahresbericht der Anstalt, die im abgelaufenen Jahre rund 40 Mädchen durch Schwestern und eine Lehrerin Unterricht und eine gründliche Erziehung angedeihen ließ. Au die Hauptfeier im Walde schloß sich noch eine Nachfeier mtfer den schattigen Bäumen vor dem Rettungshaüse, neben der Paradics- tirche. Noch verschiedene Ansprachen wurden gehalten, nochmals konnte man sich an den schönen Leistungen des gemischten Clwrs nnd der Posaunenbläser erfreuen. Die Freunde der Erziehungsanstalt wurden in den weiten Räumen des Rettungshauses, des einstigen Bursenbaus, gegen ein geringes Entgelt) noch mit Kassee und Kuchen reichlich bewirtet. Außer den Festte jnehmern lvarcu auch noch zahlreiche Ausflügler erschienen, die sich an dem bunten und bewegten Volksleben, das hier der dritte Pfingsttag immer bietet, sowie an den alten Trachten, wie sic in der Butzbacher und Grüningev Gegend noch erhalten sind, erfreuen wollten. Der Besuch war so, stark, daß in den Räumen und im Garten der Klosterrestauration kein Plätzchen mehr zu findeu war.
-ch. Hungen, 6. Juni. Bei seiner Heimkehr vom Gesangswettstreit in Londorf wurde dein Gesangverein ^Eintracht", dec in 2(61. A, Klasse I mit 225 Punkten den 1. Preis, bestehend in einem Trinkhorn nebst 100 Mark und mit 130 Punkten den Ehrenpreis des Großherzogs, bestehend in einem prachtvollen vergoldeten Pokal errungen hatte, gestern abend ein schöner Empfang bereitet. Dec Verein mürbe mit Musik am Bahnhof empfangen und durch die Stadt nach dem Schloß geleitet, wo Dekan Hainer den Dirigenten, Lehrer Metz, beglückwünschte.
Hansabundestages in Berlin verkehrt am Sonntag, 11. Juni, ein Sonderzug von Wiesbaden über Frankfurt—Bocken- heim—Gießen, Kassel nach Berlin, zu dem die Fahrt etwa die Hälfte des normalen Fahrgeldes kostet. Der Zug kommt vormittags 101,4 llhr hier au und geht um 10.51 Uhr wieder ab. Die Ankunft in Berlin (Potsdamer Bahnhof! erfolgt nm 6.50 Uhr nachmittags. Der Fahrpreis beträgt ab Gießeir für die 2. Fahr- ______________________ vuu ,
Wse 13,30 Mark und für die 3. Klasse 9 Mark. Tcr Zug 5600 Mark bewilligen. Der Llntrög stützt sich auf eine Eingabe halt auch in Marburg. Aumeldungen zur Mitsahrt sind gn die des Polizeirats Bräuniq. Danach hat Osfenbach nur 63 Schutz- Hansabunds-Oxtsgruppen zu richten, 1 Icu.te he; 212 000 .Einwohnern, während doch auf je 1000 (Süv
Heißt
Dam;
Selbs


