Ausgabe 
7.6.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten.

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milde, sich bietet näm Mcyrheiks'

Zöv'k'A nrfril. Vi*.

Garung in Mexiko.

Das neue Regiment in Mexiko scheint durch Blutströme zur Ordnung schreiten zu wollen:

Reu York, 6. Juni. Rach einer Meldung aus Tue» Ion (Arizona) bei Campania sind in dem Altardistritt 2 8 Gegner Made ros, sogenannte Liberale, summa­risch erschossen worden. _

Tie Reuyort Times meldet aus der Stadt Mexiko: Die Kundgebung der Anhängerinnen des Frauenstimm­rechts führte zu einem ernsten Tumult, bei dem neun Personen erschösse n worden sein sollen.

ind Sie ergrimmt?

Iber die schlechte chaffenheit Ihres R* o fahren Sie lortuit gediegene Mxk /

das große Wunder, wird aber ebenfalls nicht alten, lieben Illusionen hinzuacben. Das Blatt itd) der Sozialdemokratie micl'i t tTlfiYlal die' biidung mit dem Liberalismus an.

,st die beste

$»te Reinheit und Erj'W* Ohne ZomU

Die Nachwahlen zum Reichstage dürften bis aus eine für den verstorbenen Abg. Kirsch 'Düsseldorf) als abgeschlossen gelten. Seit den Neuwahlen im Januar 1907 haben im Reichstage 4 5 N achwahlen stattgesunden. Bet 29 tonnten die Parteien ihren Besitz Haiti) behaupten. Das Verlust und Gewinnkonto der Par leien bei diesen Nachwahlen stellt sich wie folgt: Die S o - zialdemotraten gewannen 9 Mandate, idäi)- reut) s i c kein s verloren, die Welfen gewannen ein Mandat, die fortschrittliche Bolksparlei gewann 2 und verlor Mandate, die Rationalliberalen gewannen 3 und verloren 6 Mandate, die konservativen verloren 4 Mandate, die wirt­schaftliche Bereinigung verlor 3 Mandate, beide Parteien haben ein neues Mandat nicht erobert, das Zentrum gewann ein Mandat und verlor ein Mandat.

Deutsches Aeieh.

Die Rvrdlan dsr ei' des .>r a iicrs wird nach den bisherigen Benimniuiigeit im Anschluß alt die Kieler Regallatagü am 3. Juli ihren Anfang nehmen und bis zum 3. August dauern. Der uau'c-r beabsichtigt, nach Rückkchi' von der Norbtandsreise dem Anfang August inAllen Grabow" stattfindenden Kavallerie- t-xerzieren der Garde-Kavallerie beizuwohnen und alsdann in Wilhclmshöhe Wohnung zu nehmen. Tie K aisermanö- ver find aus den 11. bis 14. September fcttgesetzt, denen sich cau 16 September eine Festungsübung bei Dhorn anschließt, an der auch der Kaiser teilnehmen wird.

Wie dieSchlauche Zeitung" mitteilt, wurde P rinz Fri ed- r i Wilhelm von Preuße n mit der dauernden Ver­walt u n g des Landratsamts Frankenstein betraut. Der l'i. herige Landrar Freiherr von Schirnding wurde'zum Ober- verwaltungsgerichtsrat ernannt.

In Münster wurde der frühere Generalvikar und jetzige Kapitularvikar Tr. utriusque juris Felix v. Hartmann zum. B i s ch o f g e w ä h l t.

An den Vortragenden Rat im Reichsamt des Innern, Geh. Oberregierungsrat Spiel Hagen, einem Reffen Friedrich Spielhagens, hat nach derFrkf. Ztg." der Reichskanzler folgendes Schreiben gerichtet:

^ehr verehrter Herr Soielhagen! Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen zu sagen, wie sehr tch mich auch für Sie freue, daß die an die Reichsv ersicherungsordnnng verwandte große

lüliift, Wissenschaft und Leben.

EinBekenntnisVerlaine s. Paul Verlaine, der neben Müsset daS größte lyrische Genie in, das Frank­reich hcrvorgcbracht, Hal nun im Luxembourg-Park sein Denkmal erhalten, und seine von der Lust und dem Leid des Lebens so seltsam gezcichneren Züge, in denen die heiße Sinnlichkeit eines antiken Fauns sich so gcheimnis voll mit der schmerzlichen Sehnsucht eines gefallenen Engels vereinte, blicken herab auf die spielenden minder und die plaudernden Bonnen. Auch im frauzö;ischen Blätterwald steigen, durch die Einweihung des Denkmals zu neuem Leben wachgerufen, alte Erinnerungen auf, und die tragt}di verklärte Gestalt desarmen Lelian" wird uns durch manche interessante Veröffentlichung in ein helleres Licht gerückt. Zu den wichtigsten dieser neuen Beiträge, die uns einen lieferen Einblick in die Seele Verlornes gestatten, gehört ein Brief, den Jules Ctaretie im Temps veröffentlicht. Er ist die Antwort auf eine Besprechung des Gedicht­buchesSagesfe", in dem der früher so leidenschcullich ui die Netze der Welt verstrickte Poet in erschütternden Tönen von feiner Belehrung und der Weisheit in Golt singt. Claretie hatte in seiner Kritik au eine Szene erinnert, tue das Paradoxe, das Spöttisch-Frivole in des Dichters Person- lichkeit kennzeichnen sollte. Es war im deutsch-fran-ösischen Kriege, in der Stunde der K a p i i u 1 a 11 o n v o n P a r t s, als Verlaine und Elarelie in der schmerzlich bewegten Menge auf dem Ratbausplatz standen. Mitten nt dem Kummer über den deutschen Steg ries der Dichter, der doch auch ein guter Patriot war, Moltke und Bismarck tiber Wagner vergessend, laut lachend aus: ,/Jhtn, wir werden wenigstens gute Musik hören." Auch daran erinnerte der Kritiker, daß Verlaine fricher niemanden grausamer verspottet habe als den frömmelnden Spießbürger und nun selbst in seine Nähe gerate. In einem Bries vom 8. Januar 1881 ant­wortete nun Verlaine:

Der größte Zufall hat mir beit Atm atz des ^entvs vor Augen gebracht, in dem Sie iid), lieber eia rette, mit mir und meinem BuchWeisheit" beschäftigen. Ich lebe das ganze ^ahr auf dem Lande und bekomme teiue Zeitung unter die vande als höchstens einmal das Kreisblättchen oder alle acht -tage^etit englisches Blatt. So kann ich Ihnen denn cr)t ll»t Jur oD« an manchen Stellen etwas scharfen und beztehungsretchen Zeiten danken, die .Sie mir in dieser Ehromk gewidmet haben. Er-

politische Tagesschau.

Eine Prophezeiung Bebels.

Für eine Neuauflage der Manschen Schrift überdi. Klassenkämpfe in Frankreich" hat "K n g u st Bebel ein Vor wort geschrieben, das berVorwärts" unter der Ueberschrift Eine W a h l b e t r a ch t u n g" als Pfiugsstleitartilel ab druckt. Bebel kommt darin wieder auf seine jüngst in Ham bürg ausgesprochene Ansicht zurück, das;

n i ch l i n d e r Z a h l d e r M o 1t b n t e, die t on großen Zu sälligteiten abhangt, sondern in der Zah. ber Stimmen, o; zeigen, welchen Buben die Partei im Volte hat und wohin iid) ihre Anhängerschaft verbreitete, der Schwerpunkt für ihre Machtschätznilg liegt."

Von den -nächsten Wahlen erhofft Bebel eine so starke Steigerung der sozialistischen Stimmen, das; möglicherweise eilte Wendung der deutschen Politik dadurch herbeigeführt werden könnte:

Voraussichtlich werden die nächsten Rcichstagswahlcn der Partei, im Vergleich zu den vorhergehenden Wahlen, einen er b c b l i d) c n Stimmenzuwachs einbringen. Aber als wirk kicher Gewinn kann nur angesehen werden, ivas über dreiund emhalb Millionen Stimmen binausgeht, da die ungünstige Situe tuwi der Wahlen int Jahre 1907 uns mindestens eine Viertel Million Stimmen kostete, die wir bei normalen Wahlen hätten mehr haben müssen. Es wird sich alw fragen, wie weit bis in den nächsten Wahlen der Stimmungs und Gesinnungswechsel in den lleinbürgcrlidjen und kleinbäuerlichen Schichten eingetreten ist. Alsdann könnte int Verein mit den vermehrten Arbeiterstimm nt eine sehr erheb!idic Steigerung der sozialdemokratischen Stimmen zahl eintreten, die alsdann Regierungen und herrschende Silanen veranlassen könnte, die Frage zu stellen WaS nun? Un.- über die Antwort auf diele Frage den Stopf au verbrechen, ist nicht unsere Ausgabe. Es lann alsdann möglicherweise einer jener welthistorischen Momente eintreten, die der En: ividcfung eines großen, zahlreichen und intelligenten Volkes, wie es das deutsche ist, neue Wege anfzwingen, mögen di: herrschenden >ilassen wollen oder nicht."

Bebel ist und -bleibt als Parheipolitiker ein großer Lptimist. Cb er sich von dem erwähnten welthistorischen Moment schon wieder dengroßen siladderadatsch" vrr spricht? DasBerl. Dagebl.", dem wir die obigen Aus führungen entnommen haben, spottet über das Warten auf

T ie Entscheidung über das Bismarck- Nationaldenkmal auf der Elisen höhe. Aus Köln wird uns berichtet: Der Große Ausschuß und der Große Kunstausschuß, welch' letzterem die Entscheidung über das zu errichtende Bismarck-Raiionaldenkmal auf der Elisen* höhe zufällt, hat auf den 24. Juni seine Sitzungen in Wiesbaden cinberusen.

Volksschauspiele in Baden 1911. Man schreibt uns: Mit großem Erfolg wurden int vergangenen Jahre in Baden an zwei Orten, auf der Veste Tilsberg bet Heidelberg und in Detigheim, Volksschauspiete Veran­stalter, die weit über die Grenzen des Landes Beachtung und Anerkennung fanden. Tie ursprünglich primitiven An­lagen und Einrichtungen der Naturbühnen wurden in­zwischen durchgreifend erweitert und verbessert. Auf der von drei Seiten vom Neckar umflossenen malerischen Burg­ruine Tilsberg finden nunmehr auch während des kom­menden Sommers öfters Vorstellungen statt, wobei größten­teils die schicksalsreiche Vergangenheit der Burgen und Schlösser des schonen Ncckancue- als Stoff verwendet wird. Einen außergewöhnlichen Erfolg hatten insbesondere die Tellspiele in Letigheim. Tie Besucherzahl erreichte im ersten Spieljahre bereits die beträchtliche Höhe von 40 000 Personen, und diese Aufführungen fanden in der in- und ausländischen Presie Anerkennung. Ausführliche illustrierte Trucksachen und Programme über die Voltsfchaaspiele in Baden sind durch die Amtliche Mskunftftelle der Großh. Badischen Sraatseisenbahnen im Internationalen öffent­lichen Verlehrsbureau in Berlin, Unter den Linden 14, kostenlos zu erhalten.

Ein internationaler Kongreß für Meeres Heilkunde sand am gestrigen Tienstag nach­mittag in Stolberg statt. Ter Großherzog von Mecklenbura- Schwerin war dabei amvesend. Es nahmen über 400 deutsche Äerzte teil, sowie Vertreter Eesterreich-Ungarns, Norwegens, Dänemarks, Italiens, Belgiens, Rumäniens und Spaniens. Der Großherzog eröffnete bie Versammlung mit einer Ansprache, in der er der Tatsache gedachte, daß seinem Vorfahren Friedrich Franz I. die Gründung des ersten deutschen Seebades Heiligendamm zu danken sei. Er wünschte, der Kongreß mögt Li: Erlenntnis der Seehcilkraft fördern. Ter Rektor der Universität Rostock Pros. Tr. M gr -

1840 noch über - . unserer Einfuhr gen ui; und konsumreise Güter waren. Mit anderen Worten: das Deutsche Reicki tauscht immer mehr Arbeit gegen fremdländische Roh stofsc ein. '

Die Stein kohle nförderung des Teutschen Reichs . 26 398 000 Tonnen und betrug im Jahre 1910 152 882 000 Tonnen. Die Steinkohlenförderung nahe um 126,5 Mill. Tonnen, d. h. um 479 Proz. gestiegen Roch größere Fortschritte zeigt die Ro Heisenerzeil- g u n g. Sic betrug im Jahre 1870 1391 000 Tonnen und im Jahre 1910 14 793000 Tonnen Die Roheisenerzeugung des Deutschen Reiches ist also um mehr als das Zehnsache, um 13,4 Mill. Tonnen, d. h. 964 Proz. gestiegen. Hand in Hand mit dieser Entwicklung unserer Industrie geht natürlich die Vermehrung unseres nationalen Wohlstandes. Rur wird man sich vor dem Glauben hüten müssen, daß unsere wirt schastliche Entwicklung auch tu den nächsten 40 Jahren die gleich günstige oder eine auch nur annähernd günstige sein wird. Das ist nach menschlichem Ermessen vollständig aus geschlossen, und einige Wettei-,.ichen deuten schon daraufhin, daß wir uns auch auf minder gute Zeiten rüsten müssen. Es ist ia auch undenkbar, das; die Kohlenförderung und die Roheisenerzeugung in den nächsten 40 Iah reu ebenso wie in den vergangenen 4 Jahrzehnttn steigen könnte.

Tie Arbe lcn des preußischen Landtage?.

Der preußische Landtag scheint in der Erledigung ber parlamentarischen Arbeiten hinter dem Reichstag nicht zurück- stehen zu wollen. In der Presse war kürzlich die Ansicht vertreten worden, daß das Herrenhaus von den ihm vor- liegenden größeren Gesetzen nur ba-3 Berliner ZwcckverbanbZ- ijcclj vcrabschicben werde, daß jedoch bas allgemeine Zweck- verbanbsgcsctz und das Feuerbeszaitimgsgesctz nicht mehr zur Erledigung kommen wurden. Wie unserem Berliner 9)ht- arbcitcr aus unterrichteten Kreisen mitgekeilt wirb, ist biese Ansicht irrig. Der -ZweckverbanbS - Ausschuß wirb bas allgemeine Zweckverbandsgesctz spätestens bis zum 13. b. M. verabschieben, während der JuslizcutSschuß des Herren­hauses bie Berotmig bcs Feuerbestattungs - Gesetzes an einem Tage, nämlich ben 10. b. MtS., zu verabschieden gedenkt. Tic Vollversammlung des Herrenhauses wirb also in ber Lage sein, alle biese Gesetze bis zum 23. Juni ver­abschieden z'.l können, so daß oicse Gesetze bei einer etwaigen Zurückverweisung an bas Abgeordnetenhaus von diesem noch in der Zeit bis Anfang Juli beraten werben können.

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lauten Sie mir, unter uns einige Einzelheiten richtig zu stellen und nud) ganz sachte einige Ihrer Bchauvtilitgen zu wehren: daß ich 1871 jenen blutigen Witz mit der Musik von mir gegeben habe, ist möglich, obgleich id) mich nicht daran erinnere: man sagt ja bisweilen so vieles, um das Publikum auf der Galerie zu be­lustigen oder es zu reizen oder für nichts und wieder nichts. Tas Beste wäre freilich, schweigsam und zurückhaltend zu sein, und auf diesem Slandouutt glaube ich heute endlich angelangt zu sein, wo id) für die Welt ein Abwesender bin. Ta, wo man nichts ist, da verliert aud) die Pose ihre Rechte!"

Verlaine erinnert daran, daß er seine Pflicht als Bürger während dcr Belagerung von Paris getan habe, fick) an der Verteidigung der Stadt mit der Waffe in der Hand beteiligt und dadurch wohl auch Verzeihung für die allzu heftige Aeußerung seiner Wagner-Verehrung erlangt habe.

Eine andere Beobachtung: warum behandeln Sie bie Ver­öffentlichung von Tichtungen, die so rein wie nur möglich den gegenwärtigen Zustand meines Geistes ausdrücken, als Exzen- trijität? Von meiner Bekehrung brauche ich Niemandem zu sprechen: das ist meine eigenste Angelegenheit, mein persönliches Glück, bie späte erblühte Blume meiner Seele, beten Gnliaituiig id) mich nun ausschließlich widme, die ich mit Liebe und Vor licht oflege, um sich aus ihr die Frucht dieser Nachblute meines Sommers entwickeln zu scheu. Aber nn allgemeinen gewrocheu, warum ist es denn so erstaunlich, daß ein Memck) zu dem Glauben seiner Kindheit zurücktehrt, zu der Religion seiner Vater, feines Vaterlandes, m dem Gott, den ihn seine, Mutter gelehrt hat und in dessen Armen sein Vater gestorben ist? Nehmen wir hinzu, daß dieser Golt, daß diese Religion, daß dieser Glaube in Treue erhallen und mit Trost beschenken neun Zehntel von Framr.ichs Frauen und die ungeheure Mehrzahl unterer teuren Juten, ohne alle die Unglücklichen zu zählen, die mitten au; dem Lebensweg auftichten und ermutigen."

Zum Schluß gibt Verlaine nocy ein künstlerisches Be­kenntnis, in dem er auch nach seiner Bekehrung noch an den alten Idealen sesthält.

Ich habe mich allmählich als menschliches Wesen stark gewandelt, aber id) rechne mich noch heuie mit dem^Herzen zu jenen Tichtern, die in demParnaß" von 1866 zuerst aujiraicn. Diese Gruppe hat zäh und heiß gekämpft und sich tapfer gehalten. Es steht einem verstehenden uno edel­mütigen Geiste wie dem Ihrigen wohl an, die Veteranen dieser Nachhut der Romantir zu unterftu-en, die zugleich die Vorhur einer neuen :lUitst 11, die französisch und christ­lich zugleich ist. Tas ist meine se.ste Ueberzeugung."

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Bei der Aufstellung der Kandidaten für die nächsten ReichstagSwahlen wird von den Parteiorganisationen großer Wert darauf gefegt, die Zahl der D o p v e l m a n d a t a r c zu vermindern. Während die kleinen dcutscheii Landtage fast teilte Doppelmandatare mehr besitzen, in auch in letzter Bit die Zahl der Toppeimandatare im preußischen unb baip rischen Landtage erheblich zurückgegangen. Im preußischen Abgeordnetenhause sitzen zurzeit 70 Tovpelmaudatare, von denen aus die Rechte und das Zentrum 54 entfallen. Auch die Konservativen und das Zentrum, die zurzeit mit 24 resv. 22 Doppelmandatare belastet sind, streben dahin, bei den nächsten Reichstagswahlen diese Zahl bedeutend herab­zusetzen. '

Zur (Entführung Des Jngenicurs Richter.

Saloniki, 6. Juni. Ter Dvageman der beim dien Bot­schaft ist ucn Kalinopotis mrüdgclchri. Er äußerte, daß in der Angclcgcnhcit des entführten Ingenieurs Richter vor 1 l -sagen leine Entscheidung zu er märten ici. Die Bauern von Kakmopolis versprachen eine Vervinbung mit bett Räubeni herzu stellen. Viel- leid.t gelingt solches burdi Vermittelung eines ehemaligen Banden' führ er;-. Nach türtischen Quellen ist ber Sd)lupstvinkel der Räuber bei Livadin Von anderer Seite wird ein griccknschcS Kloster oberhalb Spizi genannt.

5 cna, 6. Juni. Tie Zcißw crkck erhielten vorn deutschen Konsul in Salonift bas folg ende Telegramm:Keine Nachricht) neu Richter angegangen; Versuch Verbinbimg Räubern Hcrzu- stelleit ,iwd) erfolglos."

Seiten n amiitbnitennin',- »- beites '6nhn- V;

Otto Scnaaf. : 1

Teutschlands Wirlschaflsentwicklung.

DaS letzte Heft derMitteilungen" des Wirrschaftlichen Vereins zu Düsseldorf enthält in der Wiedergabe des Jahres­berichts des Gencraksekretärs Tr. Beumer einige be­merkenswerte Zahlen, die die glänzende Entwicklung unseres Handels, unserer Industrie und unseres Wohlstandes in den letzten 40 Jahren zeigen Unser Eins u y r handel betrug im Jahre 1872 3465 Mill. Mark und 1910 8934 Mill. Marl, unser A us f u h r handel stieg m dem gleichen Zeitraum von 2492 Mill. Mark auf 7475 Mill. Mark. Warnend in diesem Zeitraum unsere Einfuhr um 5469 Mill. Mark, also um rund 158 Proz. stieg, vermehrte fick; unsere Ausfuhr um 4983 Mill. Mark, um rund 200 Proz.

Dieses Ergebnis ist um so günstiger, als etwa < \ unserer heutigen Gesamteinfuhr nach dcr Berechnung eines bekaun- teu Nationalökonomcit Produktionsmittel sind, während

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Nr. 131 Erstes Blatt M. Jahrgang Mittwoch, 7. Juni 19U

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erscheint täglich, außer Av A» nioiicitUch7LDs,merttl-

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