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Nr. 31 Erstes Blatt 161. Jahrgang Montag, 6. Jcbruor 19U
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Stai tzeneral-Anzeiger für Oberyeffen LKM
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« Bübingen: Zernsprechet Nr. 50 Se!chäst5ftelle Bahnholstratze (6a. Waemd, H. s--r.
Die heutige Nummer umfosit 10 Seiten.
Der persische Zinanzminifter erschosien.
Teheran, 4. Febr. Der Finnnzminister Sani ed " a u l e h wurde bei seiner Rückkehr aus dem Medschlis von -wer Armeniern erschossen. Die Verfolgung her Mörder wurde ausgenommen.
Es ist einstweilen, solange nicht ausführlichere Nach- lichten vorliegen, völlig unklar, ob dieser Anschlag politischen Charatter trägt, oder nur einen persönlichen Racheckt bedeutet. Denn wenn auf der einen Seite versichert wird, das; der eine Täter in Mazandcran in den Diensten kani ed Daulehs stand und große Gcldforderungen an ihn bitte, deren Erfüllung ihm der Minister verweigerte, so nuß es doch auf der anderen Seite in höchstem Maße auf- allen, daß beide, der Mörder, wie sein Mitschuldiger, der sich als Angestellter einer Teheraner Druckerei ent- nippte, Grusiner, also russische Untertanen, sind. Es liegt wher bei den gespannten russisch-persischen Beziehungen er Verdacht nahe, daß die Täter in höherem Auftrage schandelt haben, um einen Mann zu beseitigen, der Rußland in höchsten! Grade verhaßt sein mußte, weil er zu den Häuptern der freiheitlichen Bewegung unter der Regierung -).>tuzafer Eddins gehörte und überdies ein ausgesprochener Deutschenfreund war. Daß der eine der Attcn- io.ter daneben mit Sani ed Dauleh persönliche Differenzen hatte, fällt wenig ins Gewicht. Bot sich doch gerade dadurch für Rußland eine .Handhabe, ihn zu dem Anschlag zu nennögen, den er umso eher unternehmen konnte, weil ir als Grusiner der russischen Gesandtschaft ausgeliefert herben muß, die, wenn der Anschlag in ihrem Auftrage, liier auch nur, was wir für wahrscheinlicher halten, nn Interesse einer russischen Gruppe erfolgt ist, ihn vermutlich der Bestrafung entziehen dürfte, indem sie die beiden 2ater bei passender Gelegenheit entweichen läßt.
Ist die Annahme, daß es sich bei dem Mordanschlag nuf Sani ed Daulch nicht um einen Akt der Privatrache, icnbcrn um cm politisches Verbrechen handelt, richtig, so wird man sich fragen müssen, aus welchen Motiven die Bussen eigentlich die Beseitigung des persischen Finanz- winisters "für sie zweckdienlich hielten. Und darauf fällt i c Antwort bei der Undurchsichtigkeit der persischen Ver- ntnisse einigermaßen schwer. Aber spricht es nicht Bände, venu der Regent von Persien, Rasr ul Mulk, noch immer zögert, nach Teheran zurückzukehren? Beweist das nicht, daß er die dortige Lage noch immer für viel W verwirrt hält, um sich von der wirllichen Uebernahme der Regentsck>aft eine Beruh-igung des Landes zu versprechen? Denn wie steht es eigentlich setzt in Persien? Dos Medschlis, das persische Parlament, tritt für die Aufrechterhaltung resp. Wiedererlangung der politischen und wirtschaftlichen Integrität des Landes ein. Das englisch- russische Ablommen hindert aber die Durchführung dieser Politik. Rußland hält noch immer einen Teil des Nordens be- setzt, während England unter dem Vorgeben, daß es der per- s'schen Regierung bisher nicht gelungen sei, im Süden Ruhe zu schaffen, mit einer Besetzung dieser Landstriche durch udische Trappen droht. s)hm hat sich ja allerdings in ’Bter 3cit das Verhältnis Englands und Rußlands zu 1'erfüll einigermaßen gebessert. England hat Persien für die Wiederherstellung der Ruhe im Süden eine längere Artft gewährt, und Rußland hat es durchzusetzen verstanden, das; ihm Persien für die Schädigung russischer Staats- '-ngehöriger die verlangte Genugtuung gegeben hat. Aber im Hintergründe gibt cs noch Differenzen genug. So in der Frage der Anleihe, die England dem Reiche des Löwen schon seit längerer Zeit angeboten hat, um es dadurch noch mehr in ivirtschaftliche Abhängigkeit zu bringen, so in der Frage der zollfreien Einfuhr von Automobilen und
in der Konzession von Automobilverbindungen auf den von Rußland in Persien gebauten Straßen, die man in Petersburg kategorisch verlangt, wenn man Nordpersien räumen soll.
Der Erfüllung dieser beiden Forderungen widersetzt ich aber das persische Parlament aufs entschiedenste, wählend die unter dem Druck von London und Petersburg tchende Regierung die Anleihe bei der von englischen Kapitalisten abhängigen kaiserlich persischen Bank befürworte! und in der Mutomobilfrage wohl mit sich reden lassen würde. Ob diese Haltung der persischen Kabinetts nui darauf zurückzuführen ijt, weil es ganz genau weiß, daß das Medschlis nie in diese weitere Durchbrechung der persischen Selbständigkeit willigen würde, bleibe dahingestellt Jedenfalls scheint man, wenn eine russische oder and russisch-engliiche Gruppe daranging, das hervorragende Mit glied des Kabinetts, den Finanzminister Sani ed Dauleh durck) Meuchelmord beseitigen zu lassen, hier der Ansicht zu sein, daß dieser das eigentliche Hindernis für die Erfüllung der russisch-englischen Wünsche bildet. Möglich, das Sani ed Dauleh, weil er sich bei der augenblicklich rech! prekären Lage Persiens nicht anders zu helfen wußte, den Mantel auf zwei Seiten getragen hat, daß er also England und Rußland die Erfüllung ihrer Forderungen offiziell zusagte, während er insgeheim das Medschlis zum Widerstände anstachelte.
Solange nicht, wie gesagt, ausführlichere Nachrichten über das Attentat in Teheran vorliegen, ist es schwer, sich über seinen Charakter ein Bild zu machen. Unb auch wenn die Untersuchung beendet ist, wird man, wie das einmal in den verzwickten persischen Verhältnissen liegt, ihr Ergebnis keineswegs als über jeden Zweifel erhaben betrachten dürfen. Ist aber Sani cd Dauleh tatsächlich das Opfer eines Anschlags geworden, hinter dem eine englischrussische Interessengruppe steht, und unterliegt er seinen Verletzungen, so dürfte damit ein Mitglied des persischen Kabinetts beseitigt fein, das, wenn auch nicht offen, für die politische und wirtschaftliche Integrität Persiens eintrat und so dem Medschlis den Rücken stärkte.
Zur Reichstags - Ersatzwahl in Gießen.
Tie Entscheidung des Bundes der Landwirte.
Gießen, 6. Febr. Der Bund der Landwirte hielt gestern nachmittag hier im „ Felsenkeller" eine sehr gut besuchte Vcrtra uensmänn er - Ve rsa minlun g ab, in der über die Stellungnahme des Bundes zur bevorstehenden Reichstags-Ersatzwahl beschlossen wurde. Landtagsabgeord. Korell-Angenrod berichtete über die gegenwärtige politische Lage, worauf nach einer längeren vertraulichen AuSsvrache mit allen gegen 5 Stimmen beschlossen wurde, für die Kandidatur des Oberlehrers Dr. Werner einzutreten. Die fünf gegen diesen Beschluß stimmenden Vertrauensmänner waren für Stimmenfreigabe.
Wahlerversammlungen.
Versammlungen der nationalliberalen Partei fanden am Samstag nachmittag in Geilshausen, Nidda und Odenhausen statt, am Abend in Kesselbach, Londorf und Allertshausen; am Sonntag in Climbach, Allen- dorf und Mainzlar. Redner in diesen Versammlungen waren außer dem Kandidaten Prof. Dr. Gisevius die Herren Prof. Luley, Prof. Dr. KrausmLller und Rechtsanwalt Kaufmann.
Wählerversammlungen der fortschrittlichen Volkspartei finden in den nächsten Tagen statt in Heuchelheim am Dienstag abend, in Bleichenbach, Ranstadt und Langsdorf am Dienstag nachmittag bezw. abend. Redner ist in allen Versammlungen der Kandidat Pfarrer K o r e l l - Königstädten.
Deutsche- Ikicb.
Der Kaiser nahm nach der Kirche im königlichen Schloß den Vortrag von Dr. Goldschmidt über die Fortschritte auf dem Gebiete drahtloser Telegraphie entgegen. AnwescM' waren Prinz Heinrich, der Chef des GenerälstabeS der ^lrmce, der Staatssekretär des Reichsmarineamts, der Kriegsminister, der Staatssekretär oes Reichspostamtes und verschiedene andere Herren.
Die „Nordd. All gern. Ztg." schreibt in ihrer Wochenrundschau über das Expose des Grafen A ehren- thal in dem Ausschuß der österreichischen Delegation für auswärtige Angelegenheiten und über die später folgenden Darlegungen des Ministers: Tie Erklärungen des Grafen Achrenthal fanden hier bei der Regierung und der öffentlichen Meinung sympathische Aufnahme. Der günstig Eindruck seiner Aussührungen beruht auf der Festigkeit und Klarheit, mit der der leitende Staatsmann Oesterreich Ungarns die schwebenden Fragen der auswär- tigen Politik behandelt. Namentlich gilt dies von der un* tmwundenen Zustimmung zu der Veränderung, die durck; die Potsdamer Mouarchenbegegnung und im Anschluß daran in den deutsch-russi'chcn B.z ehungen eing:*treten ist. Mit aufrichtiger Befriedigung wurden bei uns die Mitteilungen des österreich-ungarischen S aatsmannes ausgenommen, aus denen hervorgeht, daß sich die Beziehungen Oesterreich- Ungarns und Rußlands zueinander in fortschreitend freundlicher Entfaltung befinden. »
Ter N o r d d e u t s ch e L l o 1; d hat seinen Dampfer „Roland" an die Tü rtei verkauft. Das Schiff soll, ebenso wie die früheren verkauften „T-armstadt" und „Oldenburg", zu Truppentransporten nach Arabien verwandt werden. Alle drei Dampfer werden mit eigener Bemannung des Norddeutschen Lloyd nach Konstantinopel überführt werden.
Aus HanaU wird ntty berichtet: Eine gestern hier abgehaltene nationalliberale Vertrauensmäimerversammlung des R e i ch s t a g s w a h l k r e i s e s H a n a u - G e l n - Hausen-Orb hat einstimmig beschlossen, für die bevorstehende Reichstagswahl als n a t i o n a 1 [ i b e r a l c n Ka n- did aten den kominunalständifchen Landesbauinspektor Baurat Wohlfahrt in .Hanau aufzustel'en. Die national- liberale Parteileitung wird mit den anderen bürgerlichen Parteien in Fühlung treten, um auch diese dafür zu gewinnen, für den nationalliberalen Kandidaten einzutreten.
Aus Braunschweig wird berichtet: 92tid) den am Sonntag vormittag von der Sozialdemokratie in vier Lokalen veranstalteten WahlrechtSversamm' I u n g e n sammelte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge an, die die Straßen johlend irr ter .Hochrufen auf das allgemeine Wahlrecht durchzog. Am Bvhlweg, wo das Schloß liegt, staute sich die Menge. Sie wurde bald von berittenen Schutzleuten zerstreut, ohne daß es zu Zusammenstößen gekommen wäre. Auch vor der Wohnung des Staatsminister Dr. v. Otto sammelte sich eine Menge an, die von der Polizei schnell auseinandergetrieben wurde. Verletzt wurde niemand.
Tie Beisetzung Singers im städtischen Zentral- friedhvf in Friedrichfelde hat am Sonntag bei schönem, frühlingsmäßigem Wetter und ungeheuerer Beteiligung stattgefunden. Der Zug setzte sich um 12 Uhr vom Geschäfts Hause des „Vorwärts" in Bewegung. Drei Stunden später harrten in den angrenzenden Straßen viele Tausende des Anschlusses an den endlosen Zug, der um 5 Uhr auf dem Friedhof anlangte. Man schätzt die Teilnehmerzahl auf Hunderttausend. Zu dem Friedhof, wo Ansprachen gehalten wurden, waren nur die Abordnungen zugelasseir, insbesvn dere die ausländischen. Polizeimannschaften waren in großer Anzahl aufgeboten, es kam indes keine Unordnung vor.
Gietzener Aonzertverein.
Zweiter Orchesterabcnd.
Gießen, 5. Febr.
Aus 2 Teilen fügte sich das Programm des heutigen Abends Zusammen: Hugo Heermann galt der erste, Beethovens E - m o l l - S i; m p h o n i c bildete den zweiten. Der Name Hugo ü'ccrmanit bedeutet cm Programm für sich; sehen wir doch in dem Füngling üint über tiO Jahren den Altmeister der Geige, den berufenen Wahrer Joachimsä^r Tradition, der das bloße Können nichts, das Innerlicl>c, die Persönlichkeit, die das Können erst zur Kunst abeit, alles gilt. Lange Jahre sind cs her, daß Herr Heer- nunn Lier mm levtenmal gespielt hat; als wäre cs gestern genesen, schien es, als er mit den klingenden glockenreinen Toppel- «rrfspassagen der Raffichen Suite das Konzert eröffnet hatte. Es i: der alte Hugo Heermann, fein markiger und doch so unendlich e.egaMer Strich, die Sauberkeit, Abgerundhcit und Weichheit der ' Tonbildung, die sein euicl immer besonders ausgezeichnet hat. DieNeicht hat der Ton an Stärke etwas nachgelassen, um dafür an Weichheit noch m gewinnen. Und doch: g a u z der alte Hugo Heer- : 3:amt, wie er meiner Erinnerung vorschwebte, schien er mir heute cast zum Schluffe, in der Zugabe, dem meisterlich gespielten Bach, dessen Charakter er so ganz gab, wie eben nur er es kann und einst Joachim es konnte. Und ich glaube, noch mancher hat es Schauert, daß Heermann seine so einzige Kunst heute in Kleinig- iffiten — mehr ist doch schließlich auch die Rausche Suite, abgesehen v letteicht vom ersten Satze, nicht — zersplitterte, statt sie in einem i großen zusammenbängenden Konzert vertieft vor uns auszubreiten. Aür Birtuosenlcistuugen wie das moto pcrpetuo von Raff oder Är eine so äußerlich süße, ja süßliche Eantilcne wie das Spohrsche Öbagio ist doch eine so vornehme Kunst wie die Heermanns eigent- liich zu schade. Ordentlich erfrischend wirkten danach die temvera- inicntoDllen und geistvoll gearbeiteten ungarischen Weisen Hubays: i hier glcichlalls aus Joachimscher Schule hervorgegangene Geiger- liomponist hat mit dein, 5oeermann gewidmeten Werkchcn seiner Wigarischeu Heimat ein pietätvolles Andenken und seinem Instrument ein wertvolles Stück geschenkt.
Das Orchester spielte, außer der Beglettung zu den Vwlrn- vorträgen, in der ersten Wteiluna noch die Gnegiche Peer Gynt- Suite ein ja durch alle möglicheil Verarbeitungen überall bekanntes Werk, das in der Originalbearbeitung von ganz hervorragendem Reize ist durch das Wechselnde der Stimmung, die durch Tonfärbungcn und -Schattierungen überaus glücklich getrosten wird Die Wiedergabe durch das Orchester des Palmengartens zu Frmckstrrt a. Ai. unter Leitung des Herrn Prof. Trautmann war vorzüglich: eine fein durchdachte unb abgestimmte Leistung, die das Publikum zu lebhaftem Beifall hinriß, für den wiederum das Orchester, in vornehmer Weise, durch eine Orchesterzugabe einen Satz aus einer auch hier ichon bekannten Symphonie von Tschaikowsky, dankte.
Und dann kam die C-moll-Symphonie unb „die Herrlichkeit der höchsten Tinge baute sich Regenbogen über Regenbogen aneinander auf", wie Schumann einmal sein überguellendes Empfinden in Worte kleidet, als er „mit 1000 Entzückten unter den Tempelsäulen der Symphonie wandelt". Unb noch einmal mag Schumann, ber schwärmerischste aber wohl auch kongenialste Verehrer Beethovens, herhalten, um zu tagen, was uns heute erfüllt: , Schweigen wir herüber ! So oft gehört im öffentlichen Saal wie im Innern, übt sie unverändert ihre Pc acht am alle Lebens- aüer aus glcübnne manche große Naturcrschcnmngen, bic, ,o ort sie auch wiederkehren, uns mit Furcht und Bewunberung erfüllen. Auch biefe Symphonie wird nach Jahrhunderten noch wieber- Hingen, ja gewiß, so lange es eine Welt und Musik gibt." Schweigen wir darüber'. Nur danken wollen wir von ganzem Herzen dem Orchester und seinem vortrefflichen Leiter, die trotz aller cntgegenstehenbcn Schwierigkeiten, von denen das große Publikum io wenig ahnt, diese ausgezeichnete Autfuhrung, ge- schasten haben. Unb danken dem Konzertverein, der uns solche Gabe geschenkt hat! m-
_ Süditalienische Jubiläumsmarkeu. Um den I 50. Jahrestag des Plebiszits vom 21. Oktober 1860 zu feiern, das bekanntlich mit überwältigender Mehrheit den Anschluß von Neapel
I und Sizilien-an das Königreich Italien verfugte, wurden ausschließ
lich für die süditalienischen Provinzen Iubiläumsbriesrnarken aus- aegeben. Sie find nur in Süditalien käuflich, haben aber in ganz Italien Geltung. Es sind Marken zu 5 und 15 Centesirni, aber sie werden um je 5 Centesirni teurer verkauft. Der Ueberschus; soll den großen Jubiläumsfesten dieses Jahres zugute fomrnen. Das Brustbild Garibaldis nimmt, von einer Inschrift umrahmt, die Mitte ein.
*
— Die chinesische „Verfassungshymne". Tie von der Pekinger Regierung im geheimen geschürte Volksbegeisterung, bic bas Edikt über bic vorzeitige (Einberufung des Reichs Parlaments entfacht hat, findet ihren Ausbruck in einer „Verfassungshymne", bic jetzt allenthalben auf ben Straßen von Peking zu hören ist. Die Berfassmigshymne lautet nach einer Heber- setzung, die in den „Tsingtauer Neuesten Nachrichten" gegeben ist, folgendermaßen:
Unser Kaiser
Unser — erhabener Kaiser
Gab im zweiten Jahre seiner Regierung
Ein Edikt heraus,
Tas im fünften Jahre feiner Regierungsperiode
Eine Befassung uns beschert, Worob hoher Jubel herrscht.
lieber die Parlamentseröffnung Sind der Kaiser und feine Minister desselben Sinnes,
Und Regierung und Volk sind eins. Tem Vaterlande blühen Nutzen, Ruhm und Glück.
Laug lebe unser Kaiser!
Tie Kaiser der alten Tynastien Pao, Sckun, Hü und Tang
Nehmen an der Freude teil, daß heute uns die Verfassung wurde,
i Chinas Kaiser, Tcr Lersassungskaiser!
Alle zweiundzwanzig Provinzen des Reiches
Freuen sich der Verfassung.
Frohlocket nun!
In Verfaffung
Und Reformwerk
, Bilden drei eins (das heißt: Kaiser, Regierung, Volk)!
। Vorwärts geht's jetzt von Tag ZU Tag,
1 Und an Reichtum unb Macht westet sich das Reich.
Europa, Amerika und Japan, ! sie selien allzugleich
I Daß China sich an Versafsuno unb Kaiser freut!


