von dfe'em aber im übrigen getrennten unb für sich abgeschlossenen FcuerraumeS geworfen unb verbrannt. Ein entlassener Geselle batte Anzeige erstattet. CS würbe festgestellt, daß zur-Zeit der Tat die Kohlen in Weißglut glühten unb baß in dem Raume eine Temveratu: von minbeften* 2000 biS 3000 Grab Celsius herrschte. Die Ansicht des SaclMrstü'.'digen ging babin, daß btc Tiere in dem Feucrrcmm keinen Augenblick mehr gelebt haben können unb daß diese Art der Tötung die denkbar schmerzloseste sei: gewöhnlich würden junge Hunde, Kaden usw. ertränkt: dies dauere aber länger unb sei mit erheblichen Schmerzen für die betreffenden Tiere verbunden. Das schöffengerichtliche Urteil ttnirbe ausgehoben unb der Angeklagte freigesprochen.
DaS Jngendfest 1910
besuchte auch der verwitwete Balmarbeiter A. W. von hier. TeS andern Tags erzählte die Ch. R. Ehefrau seiner Haushälterin, W. habe sich aus dem Feste mit einem jungen Mädchen herum» gedrückt unb knüpfte noch einige, nicht gerade schmeichelhafte Be- merlnngen daran. Ties war Veranlassung, baß zwischen bem W. unb der 91. eine Auseinandersetzung stattfanb, bet welcher beiderseits nicht eben gewählte Ausdrücke gebraucht wurden. Aul erhöbe;! e Vrinatttage wurde die R. wegen Beleidigung zu einer fieinen Geldsra e verurteilt. Sie focht das Urteil an unb begehrte, für straffrei erklärt zu werden, da W. sie ebenfalls be- leidiat habe Tas Gericht hielt jedoch das verurteilende Erkenntnis erster "nstan- aufrecht, indem es ausfuhrle, daß die R. von vornherein'b'-le-digt unb die Ursacl-e zu dem ganzen Zusammenstoß gegeben, habe.
CtnVergletch.
Tie ledige M. Z. von N. nnb die H. S. Eh.nrau von da haben sich aegensestig beleidigt. Tas schöfstimcrichtlschc Urteil ist nicht nach W"nsch ausgefallen unb von beiden Testen ange- focksten werden. Heute jedoch sind die «Streiffeite fiüger, sie nehmen die gefallenen Beleidigungen sowie die gestellten S'rafanträge zurück und teilen sich nach -<,',ne der Sach? in die Kosten.
Im Armenhaus
zu G. wohnt der Taglöhner E. N. nebst Frau unb der Bürsten- macheu ü. CH. M. nebst Frau. Beide Familien leben seit län- aerer Zeit in ©reit unb haben schon öfter die Gerichte beschäftigt. Heute haben sich die Eheleute M. zu verantworten, welche die Ehesrau R. des Diebstahls bezichtigt haben und deshalb beide vom ©chösfengericht zu G. zu je 10 Mark Geldstrafe verurteilt worden sind. Sie wollen freigcsvrochen sein, weil die von ihnen ausgestellte Behauptung wahr sei. Das Gericht vertagte die Sache und ordnete die Beiladung von Zeugen an.
Automobilsahrer unb Straßen Polizei.
Der Chauffeur W. K. von D. hat gegen ben Kreisstraßenwärter ©ch. r-nn 9? -M. Vrivo*klaae erhoben, weil dieser einem andern Chauffeur gegenüber ifm für den größten Stromer erklärt habe. Tas ©chösfengericht Bad-Nauheim hat den Angeklagten mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. In her heutigen Verhandlung stellte sich heraus, daß der Angeklagte die angebliche Aeußerung bei der Ausübung seines Dienstes getan hat, das Gericht sah sich deshalb genötigt, die Verhandlung auszuleeen, H nach Ar'i'ck 77 des Heß' Aussübrung^aesetzes zum Bürgerlichen Grsttzbuch zur Strafverfolgung gegen Beamte zunächst eine Vorentscheidung des Verwaltungsgerichtsbofes erforderlich ist. daß der Beamte seine Befugnisse überschritten habe, ober eine Erklärung beS vorgesetzten Ministeriums, daß von einer solchen Vorentscheidung abgesehen tverden solle.
Petersburg, 4. April. Der Avpellhos verurteilte den früheren Matrosen Pawashe wegen Verkaufs von geheimen Signalbüchern an einen ausländischen Marineagnaten zu 12 Jahren Zwangsarbeit.
Arbeiterbewegung.
Epernah, 1. Avril. Tie Kellermeister der Wein- Häuser der Chamvaane sind wegen Lobnfraaen in den A u s st a n d getreten. Man befürchtet, daß diese Bewegung die in dem Weinbaugebiet bereits herrschende Unruhe noch erhöhen werde.
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Memel, 4. April. Nachdem wegen Entlassung zweier Arbeiter die Arbeiter einer hiesigen Holzsirma die Arbeit niederlegten, faßte der Arbeitgeberverband Memel den Beschluß, die allgemeine Aus sperr ung für den 10. April anznkündigcn, falls die Arbeiter der betreffenden Firma am Sonnabend die Arbeit nicht zu den alten Bedingungen aufnabmen. Falls dies geschieht, find die Arbeitgeber zu Tarisunterhandlungen bereit. Von der Aussperrung werden insgesamt 2000 Arbeiter betroffen.
Kopenhagen, 4. Avril. Außer den Maurern und Tischlern trifft die Aussperrung der Elektrizitätsarbeiter sämtliche Arbeiter der Holzindustrie, namentlich die Säge- werksarbcitcr, Maschinentischler, Klempner und Baubandlanger. Tie Zahl der in Kovenbagcn und in den Provinzen Ausgesperrten beträgt insgesamt 14 000.
vermischte».
* Ter prelißische Staat und die Anfänge der deutschen Burschenschaft, lieber die Stellung der ersten Ieuaiichen Burichenfchast zu Preußen teilt Professor <d er in an Haupt in den „Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Burschenschaft unb der deutschen Einheitsbewegung* iBand I, S. 103) folgende beachtenswerte Stelle aus einer noch ungedruckten Teukschrift deS Ieuaischen BurscheufchasterS Wnton vauot mit, die auch aus das Verhältnis der Burschenschaft zu Friedrich Ludwig Zahn ein bezeichnendes Licht wirst: .Ich lernte Jahn kennen und fonntc ihm meine Zuneigung nicht verlogen. Mas fratzenhaft in der Noch- abmung seiner Schiller erschien, mußte ich in feinem eigenen Velen als freie Originalität anerkennen, und mo3 als falsches Streben im Turnverein, oft nicht von ihin ausgehend, au’ jeden Fall nur nie einen Auswuchs fernes kräftigen Willens erklären. Ich fand in seinem Streben nicht jenes Ueberfvannte, jenes Phantastische, mic in dem mancher Ieuaifcheu Freunde. Er hielt sich fest nn der Wirklichkeit, boule nitf ihr mutig vertrauend fort, unb seine Hoffnungen verloren steh nie in den Wolken. Bei ihm ging mir zuerst ein Bild des Preußischen Staates auf, er lehrte mich seine Kräfte und feine hoffnungsvolle Zukunft kennen; er regte in mir den Wunsch auf, diesem Staate, in dessen Fortschreiten ich das Wohl von ganz Deutschland berufen sah, einst, ivenn ich sie gestärkt, meine Kräfte zu weihen."
Kleine Tageschronik.
In Wertingen (Bayern) erfolgte in einem Brauereikelter eine Benzinexplosion, wobei ein Dienstmädchen getötet und die Tochter deS Brouereibesihers, sowie ein anderes Dienstmädchen, schwer verletzt wurden.
In Nom schoß ein etwa 70 jabrtger Mann namens Desanti in ber Peterskirche mit einem Revolver auf eine Gruppe Priester, ohne zu treffen. Er verwundete jedoch den Polizei- beamten, ber ihn verhaftete. Es scheint, -baß es sich um einen Geisteskranken handelt. Ter Täter ist ein aus Tignano (Istrien) stammender, in Rom ansässiger Lesterrcicher.
An der Küste von © u f f o l k wurde durch eine starke Sturmflut die alte, teils im Meer versunkene Stadt Dun- w i ch freigelegt. Es wurde eine große Menge Silber - und Goldmünzen, teilweise ans dem 7. Jahrhundert, gefunden.
An 1500 Knopfarbeiter zogen nach Anderville, wo die Fabrik Marchand & Hebert sich befindet, die ihre Arbeiter entlassen batte, weil sie einen neuen Vertrag unterzeichnen sollten. Die Menge schlug trotz der Anwesenheit ber Gendarmerie über 3 0 0 Fenster des G bäudes ein.
In Birkenhead, einer vielfach von Chinesen bewohnten Stabt in der Grafschaft Chester, kam es in der Nacht zum Sonntag zu N a ss e n kä m p s e n , toeil angeblich Chinesen englische Damen auf ber Straße beleidigten. Eine Menge von ungefähr 2000 Personen überfiel bad chinesische Viertel.. Es kam zu einem blutigen Handgemenge. An ben Chinesenhäusern würbe viel Schaben angerichtet. Gestern wiederholten sich die Gewalttaten. ______________________________
Märkte. '
fc. Frankfurt a. M. Sebweinemeirftbericht vom 5. Avril. Aufgetriebeu waren 1317 ©duveiue. Voll fleischige Schweine von
80 bis 100 ke Lebendgewicht 47.00 49.00 Mk., Schlachtgewicht Gn.Oj-62.00ül f., vollsteifchige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 47." 47. 0 Mk, Schlachtgewicht 60—Gl.00 9)1 f.; vollsteifchige
Schweine von 100—120 k? Lebendgewicht 46.50—49.00. Pik., Schlachtgewicht 59.50—61 Mk. ■ vollsteifchige Schweine von 120 l)i-5 150 ke Ledeneaewicht 47.00—49.00 Mk., Schlachtgewicht 59—61.00 Mk.: FeNschweine über 150 kl- Lebendgewicht 00.00 bis 00.00 Mk., Schlachtgewicht 00.00—00 Mk. Satten 00—00 Pik. Geschäft mittelmäßigbleibt Uebetftnub
Amtlicher Wetterbericht.
D c f t e n f l i d) e Wetterdienststelle Gießen.
Verlauf ber Witterung seit gestern früh: Ter liefe Druck weicht nach. Ost- unb Sudeuropa zurück, während von Norden das L>ochdruckgebiet fick ausbreitet Deutschland steht noch im Bereich der kalten nördlichen Luftströmung. Daher ^traten wieder all ent ha Ich en Nachtfröste auf und nielfach fallt noch Schnee. Tie Mittelgebirge haben über 10 Grab Kälte Auch, beute herrscht noch kaltes wolkiges Weiter mit Schnee. Ta Mitteldeutschland noch von dem Tief über Italien beeinflußt wird, bessert sich das Wettet nur langsam.
WetterauSsichien in Helsen am Donnerstag dem 5 Avril 1911 : Meist heiter und trocken. Nachtfrost, auch nm Tage kühl, östliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Tie Erledigung der heff. Gesetze über die Verwaltungsreform.
R. V. Darmstadt, ö. April. Die Zweite Kammer beschäftigte sich heute mit den Rückäußcrungen der Ersten Kammer zu den drei Gesetzen über die Berw altungs- r e f o r m. Tas Gesetz über die S t ä d t e o r d n u n g wurde nach den Beschlüssen der Ersten Kammer angenommen. Bei der Landgemeindeordnung entstand über das passive Wahlrecht der Volksschullehrer bei den Gemeinderatswahlen eine längere Aussprache, die mit Beitritt zu dem Beschluß der Ersten Kammer endigte, daß die VolkS- schullehrer nicht in den Gemeinderat wählbar sein sollen. Dieser Beschluß wurde mit 20 gegen 19 Stimmen gefaßt. Auch dem Beschluß der Ersten Kammer, daß der Höchstbesteuerte jeder Gemeinde im Gemeickderat Sitz erhalten soll, wurde zugestimmt, doch soll er nur beratende Stimme haben.
Die Sitzung dauert fort.
Washington, 5. April. Dem Präsidenten Taft ging aus Anlaß der Ratifikation des Handelsvertrages zwischen den Vereinigten Staaten und Japan eine in herzlichen Worten gehaltene Depesche des Kaisers von Japan zu. Tast gab in feiner- Erwiderung der Hoffnung Ausdruck, daß der Handelsvertrag dazu beitragen möge, die Bande zwischen beidim Staaten noch enger zu schließen.____________________
Tic junge Mutter ist oft im Zweifel, was sie dem Kinde und) her Entwöhnung für Nahrung geben soll. Ter Zusatz von „Ntufefe" zur Milch erhöht den Nährwert derselben, unb die „Klifeke" Suvve wird von Kindern gern genommen und gut vertragen. _______ hvT/n
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