Nr. 185 Erstes Blatt M Jahrgang Morttaq, 7. August 190
Aichener Anzeiger
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General-Anzeiger für Oberheffen LSSL
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Ni Dorrmtioq 9 Uhr. VSdmgen: $entfprt<er Nr. 50 E«fchSst?ftelle vahnhofstratze 16a. •meteeMi v. «eck.
Schwächliche Hlaroftopolitit.
Daß am Dcrgnnflcncrt Freitag eine Verständigung jprn schon Deutschland und Frankreich in der Marokkofraqc zustande gekommen ist, klingt ja im grosten und ganzen erfreu ltd' Tic Kompensationen, zu denen ftrti ."vrantreidr bereit crllärtr, inrrbeii nun gepriiit und bearbeitet werden, und über die sich daraus ergebenden strittigen Punkte hätten sich die beiden Regierungen dann schlüssig zu. machen und die beiderseitigen Parlamente schließlich ihr Votum abzugeben. To-5 kann naturlidt noch geraume Zeit dauern, und deshalb ist die Verständigung vorläufig nur al* eine prinzipielle zu bezeichnen. Sic legt die an Deutschland für die Besitz nähme -cs ganzen Marokkos biirdi .vranlrcid) abzutreten den Kompensationsgebiete nur in ihren tärundzügen fest, scheidet also vor allem dasjenige aus, was, wie Togo, T»'i>ili nstv., nicht mehr in Betracht kommt Das einzige Koni p e n f a 1 r o n s o b i c f i ist eben Französisch xoiitjo zum giöiicrcn und kleineren Teil; dabei ist aber strittig, wieviel Deutschland an der Müfte erhalten soll. Der zweite strittige Punkt bernht darin, welche m i r i f d) n f 111 d) e n Vorrechte Deutsdiland, ivcitn es auf alle inarokka nische Politik verzichtet, nod) in Marokko eingeränmt ei hält, ob nur die ihm im Vertrage von 1901) voii Frankreich ,ugestandeiten Rechte, oder (flöße re, burd) die ernstesten Ga ranticn scstgelegte, die fid) sowohl auf ganz Marokko, als auch auf Rgadir uub das Susland er,trecken können.
Der allgemeine Eindruck in Deutschland ist, dastDeutschland von seinen guten Ansprüchen bereits allzuviel nachgelassen stabe und bei den weiteren Verhandlungen unbedingt an seinen Rechten festhalten müsse. Die „Münch. . eitest. Rachc" stellen auf eirund vieler Zuschrift cn fest, alle Volkskreise m Süddcutsdilaub ständen geschlossen hinter der ftcqtcruiig, wenn s.e ?,ran.reich gegenüber fest bleibe, ’.nd) die fortschrittlichen Ergaitc bestätigen jetzt, dast Herr v. giberltn mit seinem Schritte tu Agadir das Richtige getan i abe und seine Änsprüdie wahren müsse. Das war m der „Freisinnigen" sowohl wie in der „Voss. Atg." zu lesen, und nie „Hessische liberale Wochenschrift" schreibt in einem Leit nrtifcl ihrer letzten Nummer:
Tast mir jebe anständige Gelegenheit benützen, um unseren N o l o n i ei l b e s i i; z u erweitern oder burd) AnS- iaufd) zu verbessern, t <t dnrd) anS richtig. Ter Reid und die Mistgiinit iinsercr englischen uub kanjöfifdjcit Mitbewerber darf im3 darin nicht adschredeii. Solche ^.«aschlappcn unb ^lngsimeier ,vollen wir doch auch nicht sein, das; mir äugft(id) suriutiudcn, wenn mit ein onhrcr ‘e-’’ ’T unter die 'Jlnic halt. Wer da icht mit Ruhe und Gelassenheit sagen kann: lieber Freund, last dar-, eine faust habe ich auch, unb wenn du c5 durchaus wünschest, Sann lolhi du sie |puren, aber wollen wir nicht erst vcr- tuchen, in Gitte einig zu tuerben ? — der darf sich nicht wundern, wenn er und) bei anderen Gclegeithcitcn ab! nicht voi- hanben angesehen toitb. Unb nod) eine andere politische Seite hat die SacheES kann und nicht gleichgültig sein, wie sich die nttli- tarijche Alachi Fra,itrcichS zu der unserigen gefialtci. Ter Wc- dankc an .Revanche" lebt in Frankreich immer noch, er erhalt verstärkte Raliruug durch die Stärkung bet militärischen Macht. Unb eine Stärkung dieser Macht — niinbtftcno aber eine eingebildete — bedeutet eS, wenn (3ran(reid) ftd) sagen kann: wir können einige schwarze Armeekorps mehr gegen die deutsche Grenze ausstellen. Diesen (Glauben int Sictm zu ci- ,ticken ober ihm weitigsteuS burd) entsprechenden 2'iaeljiaiis.steiäi
Richard Wagners letzte Stunde.
Auf Grund authemischer schriitiichcr und tuundtichcr Mittei lungnx gibt der Verfasser des groi.cn biographischen Werkes über Richard Wagner, Earl Fr. Glaienapp, in dem soeben er ichienenen sechsten Bande, der diese timfassendste Schilderung do5 gebens bev Meisters abschlietzt, eine genaue Darstellung von WagncrZ letzten Stunden.
Dec Meister war la nicht eigentlich 'rank actvcsen, iuib io tvoi sein plötzliches Hinicheiden auch die ihm Näd'sten ganz über laschend. Jmar hatten die Proben, die groben Vorbereitungen und die 16 Ausführungen, die zum erstenmal d m bmtidicn Publikum die Wunder des „Parsifal" vermittelten, den Meister sehr an gestrengt, und als er Ende September 18N2 m Venedig enblid) Ruhe taub, macht en sicli die 'Jiadmurfungcn des Sommers in tincr grasten Ersctwvning geltend, und jene MvaniüTaniäUc, die ihn schon längere Zeit plagten, traten häufiger auf Dazu kam das 'dilechte Wetter, bas halb ein mit. Regen und Sturm lasteten auf 'einer Stimmung und nahmen ihn auch körperlich nut. Als im Januar 18b3 dicsc Krampfe schwerer auitraten und länger anhielten, zog der Wagner behandelnde Arzt Dr. Keppler cuun zweiten Arzt, Dr. Kurz, hmzn, der das Leiden als eine Magen ueuralgic bezeichnete, es ober als gutartig bczenlmete und ’idi durchaus beruhigend ausipracki Die verordnete Mafsagckur tat dem man(cn io gm, hast er sich gegen Ende des Monats wieder austerordentlich wohl fühlte und zu seiner Gattin scherzend sagte: „sic nmrden wohl niemals ft erben Wagner zeigte gerade in
diesen letzten Monaten eine Milde und iieitcrfcit, wic man sie bisher nicht an ihm bemerkt Er marine seinen Vorsatz, sich „über nidns mehr zu ärgern“, wahr, und war von groster Rach giebiglcrt. -3it leinem ganwn Auitrcten machte sich bis üt die letzten Tage eine große Elastizität uub Jugendlichkeit bemerkbar: .Nramp'ainälle konnten seine Rüstigkeit und Beweglichkeit nur kurze Jcit lähmen Beim Fasching im Februar mischte er 'ich mitten in das ärgste Maskengewühl. „Sein Schritt war claimcb, ja lugcndlich, ber 5topf hoch gehoben: man iah ihm an, dast er, ivelcher der gemeinen Geselligkeit gern den Rücken kehrte, iidi wohl fühlte unter bicicr inbelnden Schar, glcidifom mit teil nahm an bi es em Fasckmngsicknvank, der llnmaskiette inrtcr dieser vermummten, kindischen Menge".
'’todi am Vorabend des 13. Februar war er int Familienkreise mild, ruhig und freudig. Er inollte fick gar nicht von bat 'S einigen (reimen: „Jfiaberdjcn, bleibt boci) noch," jagte er immer, und so wurde es schr^ spät. Gegen 11 Uhr spielte er — wohl durch die Lektüre der Fouq^fchen Undinc darauf gebracht — dar Schlust des „Rhcmgold", die Mlagc der Rheintöchter mit ihrem „Falsch und feig ist, was dor: oben 'ich freut“. „Wie gut," fuhr er bann fort, ^dast wir fdxm zeitig es ertönm Haven, bei; cs crerulich und treu nur tu der Tiefe ist!" Spät legte er sich an diesem letzten Abend seines Lebens zur Ruhe. Als er fuh in der Frühe des 13. Februar erhob, sagte er zu seinem Diener Georg ahmmgsvoli: „XKutc must td) mich in acht nehmen". Rach dem Frühstück ging er au» sein Jimmer, um zu atb.nen; er war gerade bcbci, eine Abhandlung „lieber das Weü'liche
ein Gegengewicht zu bieten, ba5 ist auch eine ootihfebe Arben, die bem Frieden, wie bem Interesse Deutschlands gkeidxrweile näht.
Das; heute viele Kreise m Deutschland einiger masten besorgt und verstimmt sind, ist erklärlich, indem die ans tonrtige Presse das „prinzipielle liebemnfonnncu7' schon als eine '.'Niederlage Deutschlands kennzeichnet. So f di rieben die „Dimes":
Man kamt wohl mit Sicherheit sagen, dast da? Vertan,vn der Abtretung eines bebeirtciibcit Teiles des jranzönschen Kongos ob r ipid’ttacr Punkte an der Nüstc nidit mehr bestehl. Die Vcr nunderung her deutschen Fordern »gen ist durch eine töebietserivciterung im Hinterland ausgeglichen. Einige Vorteste, die Deutschland gewährt werden, sollen dazu dienen, die äs ' ii t 1 t di c 'VI c i )t u ii fl i it Deutschland z u b r rn bi gen. Die An -arbcining der Einzelheiten wird allerdmgs grostc Sdmu- ngkeiten machen. Es ist gut, dast durch eine offizielle Rote ein glückliches Fortschreilen der Verhandlungen lestgestellt worden
Tie Beurteilung der h'age in Deutschland.
Wenn and) so heftige Ausfälle, wie sie in der „Post" gegen die deutsche Regierung und den Kaiser geriditet waren, dein das Blatt die Veranlasinng des Uinsdiwungs und Rach gebens zufchrieb, nicht gebilligt luerben können, so ist bod) nicht zu leugnen, dast aus den Beröffentlidmngen ein Zn- rückwcichen Tcutsd)laiids heransgelesen werden kann
Die nmtlid)c „Nord d. A llgem. Ztg." fdfrribt in ihrer Wochenrundschau:
Heber b n Fortgang der beui)d; sranzösischen 11 ittetlHUiblungen in den amftiniidvn Fragen wurde Freitag anitlidi mitgrtedt, das; rüic AunähCiung über den prinzipiellen Standpunkt )ta« gifuiibcu habe, die Einzell'cücu unterliegen inbeB iwd) genauer- Regierung n sich bis auf weiteres veriagcn, der Ccficntlid)tcit Mitteilungen >u machen. Dabarch ivftrbe, wie die ,^Leftmüistcr Gazette“ zutre'fend bemerfte, bas Ergebnis der Verhandlungen ui Frage gestellt werden. Der Mahnung des englischen Blattrü zu geduldigem Abwarten must man fid) anjchlicsteu. Gern fei festgestellt, dast die beutidv Presse üt den grosten Blättern aller [niTgcrlid'cn Parteien gegenüber inanden ausländischen Beim- rul i.niiigsversuchen kühl i;nb ycrtrauciib geblieben in
Die Rationalliberale Korrespondenz aber schreibt sehr scharf:
Aus bev Fainare würbe eine Scbamab.' Englands ^.rohreden wurden zwar offiziös mit luhler Gela>'enneit beantmortet, aber Chi-, fakli che Ergebnis scheint nach den Meldungeil französischer und imflliirfier Biatter darin zu bestehen, dast Deutsdstand '"ein politisches Desinteressement an Marokko erklärt, wahrend <"vrüitf- rciti) ihm bainr irgend welche mehr oder weniger weitgehende Grenzregulicrungen in anoercn Zeilen Afrikas zubilligt. Wäre dies richtig, dann iritrbr ine burd; die Dangevahn ,\hnfer Wilhelms II. cingclciictc Marokkopolilik des D inichen^Reiches mit einem l(äfllid>cii Rückzüge Deutschlands endigen. Der Tag, an bi’iu unser Sdjiüc ben i)afen von Agadu verlassen würden, um in ;;uh:n'i dieses g.os-c aicikanifchc >düstenland bedingungslos der iranzöfi'cheu Republik zu uberiaffen, würbe die ^chastung eines neuen fran-ojiichen iiordasritaiiijcheu üoloniairciches bc» deuten, dem wir nichts Gleick-wertiges ciugegenzuietzen hätten. Millionen Deutsche wurden einen solchen Ausgang der deutjcheii Maroklopolitik als die Dokumentierung tiefster nationaler Schwäche an scheu, al-.- den Tag der ersten grosten 'Niederlage ieil Gründung des jungen Teutickien Reiches
Gewist in es vor'chncli gehandelt, wenn bcutichc Prei organe in den Heftigsten Aeuyerungen den Kaiser unb die Regierung
im Mai schlichen“ niederznichreiben Es regnete in Strömen, und der Siimmel zeigte ein und-urchdringliches ©rau. Als bet intime Fremd» des Hanfes, ^oukofsky. Denen vertraulidn: Aufzeichnungen eine genau' Scbilbcning deS Sterbetages enthalten, gegen 2 Uhr »um Mittagessen kam, sand er alles wie gewöhnlich: man plauderte ruhig unb n’artew auf Wagner, bis dieser fdiicf;Ud) sagen liest, er fühle fuh nicht ganz wohl Run ging man zu Tuch: vorher eilte noch Frau Wagner in des Meisters Arbeitszimmer und kam mit der Rachricht zurück: „Mein Mann hat iciuci: MTanu'i, und zwar ein wenig stark. Aber cs Ivar besser, dast ich ihn allem liest."
Wagner hatte unterbcnrn ruhig gearbeitet, ferner Gewohnheit gemast beim Auf und Abgeben ferne ('kbrrnfen ausarbcüend, um ne bann am Schreibtisch meberzuschreiben. Dabei hatte ihn der Anfall überwältigt, mit dem er, wie er es gewohnt war, allein fertig werben wollte. Nur eine treue Dienerin war im 'itcbCTiuiuni. Sie Höne ein sich steigerndes heftiges Auinostcn und Stöhnen: inötc; bmcptctc sie, \o furchtbar wie diesmal habe er noch nie geächzt und gestöhnt. D:r Meister last an den Ausgang wie ,c> oft ruhig abloarten zu wollen. Plötzlich zog er hntig bic Mitngrl und rief, vor Schmerzen kaum der Sprari.c mächtig: „Meine Fran und der Doktor'.' Fron Bsagner iano ihn bereits im heiligsten Ringen: immer gervaltsamer hatte iüü bev .'tarn pf Ott wickelt, und er torattc ihn weder durch '.'heber- irtüdai noch durch das Einnüimen eines scharstni Medrkamailes abl'chwachen. Währnid dreier Ärämpfe wüst wohl m seinem Verzen ein Blutgefäst geiorungen iein, wodurch Dann der Tod herbev- gefübrt wurde. ' Ermattet liest er sich in irmcrn Ankleideraum nur cm kleines Bänkchen nieder. Der Diener hatte ibn von einigen lästigen .«Neidungsilücken befreit; dabei fiel die icköne, ihm von ferner Gattin geschenkte TaichLnuhr aus den Tcpvtch. Er rief noch: „Meine llbr!" Dicfe Worte sollten feine lebten fem. Er jchlost ermattet Die Augen zum tiefen, ewigen schlummer , der Diener wollte wadrgenommen haben, dast er zweimal mit den Schultern aufgczuckt habe.
Al« Dr. Keppler eintret, mar der Meister tot: alle Wieder- bclebungsveriuche waren f nicht!os. Unicroencn waren die Kinder ganz adirungslos: man sprach von euicm in Aussicht genommenen An slug, und bic Rachndn vom Tode des Vaters wirkte wie nn Donnerfchlag. Frau Wagner aber wachte 25 Stunden lang bei dem teuren Leichnam.
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Aus der Hauptversammlung der Deutschen Gesellschaft sür Vorgeschichte,
die am Samstag in Koblenz eröffnet wurde, sprach zunächst Univerfitttsproicijor Tr. K o s s i n n a > Berlin- über „Tic deutt'che Vorgeschichte, eine hervorragende nationale Wissenschast". Als zweiter Redner bthandctte bas Ausfchustmitglied Günther 'Sob- lenz' bas Thema: „Aus Rheinlands Ur- und Vorgeschichte. Der' Redner ccftag.: cs, dast sich jo viele Fuudüuäe aus oer Rhcinprorünz in dcr ganzen Welt zerstreut fänden, und
ronm des dem Abjchlust naben Vertrages mit Frank. . >w mi - greifen, da man ihnen io eitigtflctifeiten kann, dast niemand irciH. was hx bieiern Sertrage steht Ab i M Unerhört an dielen gmitnt icrngcn Vorgängen besteht dock» eben bot in. dast bas dem »die Volk und iciuc geieyxn ästige Vertretung, dei bruffhe Reichstag, wllüänbm als quanlitN n^gliireable? bdraduet wer- den. Wir mochten bemgeacinibcr als unserc Meinung ouoiprcdKn, dast die Frage, t»b Dem'chland in Marokko vor Frantteick' rnrut weicht, mdii "eine iolrtif ist. die lebig!uü "eint von ibcrler Wie.n ter und bat deutsche» Kaiser aitgehr, sondern eine Frage h t e ba* beut'die Volk mit , u ent > chetden Hat ’^'raor in einer 3c'L die an die ickui'ankcirde Politik Fnednch Di! bttms 1\". mnnett, entumir itdi das deiit'die Volk bcicii, dast <x -war dnrckhnis monnrdt'di gesinnt ist. bleiben null und bleiben wird, hast aber and) bic Monarcknc ihre m naimngemonim Grenz- bat. unb dast es nidit genullt tit. in obfolunfli’Chet Willkür über Lebensintereisen der bnitidKii Ration ciuutyabeii zu la'icn
Eine studenlischc Kundgebung.
X» alle a. d. Saale, .'». Ang. Dcr S1 ösener m on • gr e tz deutscher Korpsstudent en saridte folgendes Telegramm an Staatssekretär v Kiderlen- Wächter:
Die in volle zu einer aust rordemlicheu Tagung v isanimelten dcmichen Llorposludeiiten gestalten sicki. Euer EiuUeiiz zu der mtliäingcn Vertretung luunch nanonalcr Inte»essen ihre B e g c i ft c t u n g und i r c u b i g ■. ' Ve.tr a u • n knttdzugeben, und gelohnt treue Gesolgichait zur Wahrung vatctl.tndiicher Ehre und ©röste.
Tie franzostiche Auffasiung.
Der „Figaro" schreibt:
Dir deutsche Regierung, rocldtc im 91 mang ctma^ gan; be- souixres von uns verlangt hatte, Itai am l August ein bedeui tu> em geschränkt es Verlangen ncfteill, das .iluu nofbnit noch weil entfernt mar. was unsere Regierung ent diloneit ift, niuubicini Es Itandelt itch gegenwärtig bariim, dicien Aroiuh-itraiiin immer kleinee zu machen, bis er verschwindet. BoDckwitcl Eamiwn hat in Berlin die genaue unt) bestimmte Grenze on OZetnet-s- alnretung mitgrtcdi, bic mir Demjdp.and gegen innen V c r z,di t aus deutsche Betätigung in Marokko zugeitebni würben. Wie wir vor artu lagen meldeten, ist für uns niemals die Rede davvil gavrieii, Libreville aut,mgeben. Die Grenzbe- ri d) t i g u n g würbe also nicht an der Allste, iondcrn i m Binnenlandc a ii der >t a m c r u n o il g r c n > c statt finden. Vielleicht würden and) die Dcmichen uns einen Gebiels- ftrid) int Rarden dieser Molonie abtrclen
Das Vorgehen Spanien?.
Paris, 6. Aug. Wic die Agencc Haoas aus Elkfur unter dcm 5. Aug mcibct, nahm dcr Rittmeister £tnto die Kaserne des .Haids Abd es Sei am in Besitz. Es ist dies die letzte, die die Triippen des Maglizen nod) bc- jafjen. Ein Teil der Soldaten ivird in bei Laterne fest gehalten.
Aundgebungcn der Arbelterverbandc Spaniens und Frankreich».
Madrid, 6. Aug "eilte vormittag fand hier eine vom Allgemeinen A r b e i te rve r b a nde Sm niens und der 2L11 g c in c i n c it Arbeiterverein-- gung Frankreick) s einberiifcnc Versammlung statt, in dcr gegen jede kriegerische Eroberung Marokkos .Vcrwahiiing eingelegt ivindc Die französischen Vertreter gaben die Versicherung ab, da Proletariat Frank reid)s werde sich jeder friegertkhen llntcrnehnning durch ©cneralausstand und Sabotage widersetzen.
die Provinzialmuscen in Bonn und ui Trier viel zu ipäi gc gründet worden ssnd. In den letzten Fahrzehntcu sei bic Sammel tätigkit vorgeschichtlicher Fundstücke b sser geworden. Im Rhein- land seien bekanntlich bic ältesten Slnircn menschlichen Leben? gc- unben worden, der Reanderichabcl und der homo Heideld-rgeni.s. Erst in der neuen Zeil habe inan in oer Gegend von Andernach hochinteressante nralre Funde von Steinen, Bi oiuen und Pflanicn gemacht.
llniPcrsitätsprofessor Fleischer Berlin hielt einen hoch* intcreifantcn Vorttag über bic „Entwickel u N g der gcr- manischen Mu s i k“. Ei zeigte aus fiaiindicu Zitaten, bar, die Römer bic Sprache der Barbaren unichön fanben, das; aber jede Stelle dafür Zeugnis ablrgi, dast bic Musik bei beit Germanen in hoher Blütc st a n d. Tie ^Hörner holten keinen Schlachlgcsaug, wohl aber di Deutschen Ter Liang bi t Musik war ihnen ein vrophezci nbes Heiligtum, clivas Nationales. Sie bosasten, genau wie heute, eine groi$c jPlengc von Bolks liebcrn. Die Lieder zer'allen m tiein?lieber, Svolliwber, Trau > gelänge und Zauhergciänge. öclbcnliebcr verherrlichten bic Held .i, ihr epischer Gehalt eignete sich »u Sdiladitgcfangcn Das älteste t'ieb, das Hildebra ndtslicd, ist uns mit Musik c r - halten. Der Redner saug cs m künstlerischer perfekter Ausführung. Tic Begleitung gab ein Ihraähnlichcs Instrument Vis besteht aus einem .Halten nnb Rahmen, in dem ox.-r mwerander- licke Saiten hangen, die auch der bescheidenste Mu'ikhcld bcnur,en konnte. Instrumente aus dem 5. bis 6. Jahrhundert n Ubi. find in Deutschland erhalten. Tie Stimmung der Iustrnmcnie. war Gcundton, Quart. Quim mit ihren Choven. D-as ergibt inraicr Drciklänge. Auch bic heutigen Volkslieder haben nodi' Trnklänge. Als Beispiel lang der Redner „Es bnuü ein Ruf ruic Donner hall". Ter Tret klang ist etwas Dcutichnalionales. Die Gnechen gebrauchten bev TretHang, d. h. bic Harmoui', gar nicht ober wenig Wir haben heute lein Instrument, bas bic Lure errcidsr. Sie ift victumsangreicher an Tomabl uno reicher an Mianggtbung. Am nächsten käme ihr bas Waldhorn, doch erreicht es sie her weitem nicht. Der Redner liest durch einen Inianteriemusiker Weisen blaicn, die alle Hörer erstaunen machten. Ter Slang ift reich, stark, voll, rein und mächtig, da mochten ine Römer wohl in schwächlichem Emvnnden erschrecken. Tie Lurc strebt in eleganter Windung in abwärts verjüng Lent Rohre über das Haum des Bläsers, nm dort in einem Schatt- berfier anszulaufeu, der btt Gestalt eines Schildes besitzt und dessen Oesinuwz nach vom geht. Das ist etwas Urdeuti'ches. Tie Germanen haben bic Ausik begründet. Tic kleine Tro mixte ans Pompeji ift keine Vorlage zur Lurc, sie bat ja nur ein mar höbe Tön Diese Instrumente nnb mit der Lure gar nicht lonkurrenziähig. Der Redner bewies seine Ansichten an ichön< n Lickrtbübern. Das Wort „Lurc" ist neu, dcr alte Rome ift vc: schollen. Wahrscheinlich hieß cs Trumoa 'Trompete«, wie alic 91 amen her alten Instrumente germanisch sind.
Nach Professor Fleischer sprach der berühmte Schwcdc Reich--- antiauaT Tr. Mon 1 clius über bic Entwickelung der Kid ..


