Ausgabe 
7.1.1911 Erstes Blatt
 
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^örbenntfl deS kirufmännischen Unterrichts 17,500 TM , 79a, Tonische Privat-Unterrichtsanstalten (Aussicht 850 Mk), 80, Handwerkskammer 6000 Mk., 80a, Lxrndwerkergenossen- schäften 1500 Mk., 82, Dampfkesselprüfuna, Einnahme 62 016 Mk., Ausgabe 53 016 Mk., 83, Eichwesen, Einnahme 128000 Mk., Ausgabe 23 810 Mk. Da der Ausschuß für den Nachmittag eine Besichtigung verschiedener Staatsgebäude in Mainz vorgesehen hatte, wurde die Sitzung um 11 Uhr abgebrochen An der Fahrt nach Mainz nahm als Regierungsvertreter Geh. Rat Dr. Becker teil.

Der gestrige Bericht befaßte sich u. a. auch mit dem Brauw- kohlenbcrgwerk Ludwigshossnung im Zusammenhang nut der Versorgung der Provinz Oberhessen mit Elek­trizität aus einem staatlich zu errichtenden Elek - trizitäts'iver'k. Wie unS hierzu von anderer Seite mit- geteilt wird, dürste das, was bezüglich der Provinz Oberhesien in der Notiz gesagt war, nicht durchweg zutrefsen. Richtig ist allerdings, daß die Provinz mit dem Staat wegen Abgabe von Elektrizität aus einem bei Wölfersheim zu errichtenden staatlichen Werk in Unterhandlung steht. Richtig ist dagegen nicht die weitere Bemerkung, daß für den Fall des Abschlusses eines Vertrags mit dem Staat das Lißberger Projekt ganz fallen gelassen werde. Wie wir zu wissen glauben, ist das Proiekt Lißberg nicht aufge- geben; nur deshalb kann es z. Zt. noch nicht verwirklicht wer­den, weil verschiedene Faktoren, aus deren Mitwirkung man ge­rechnet Halle, versagt haben. Wenn deshalb nunmehr einstweilen die Perlorgung der Provinz Oberhessen mit Licht und Kra t aus einer anderen Quelle erfolgen kann, so ist dies jedenfalls mit Freuden zu begrüßen. Dadurch wird ermöglicht, daß die Frage des Ausbaues der Wasserkraft in Lißberg in aller Ruhe behandelt werden kann. ____________________________

Zu dem Entwirf der neuen Zernsprechgebührenorduung teilt dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" gegenüber den unrich­tigen durch die Presse hervorgerusenen Austastungen mit, die Vor­lage bringe durchweg eine Ermäßigung der Grundgebühr um 10 Mk. jährlich sür sämtliche Neve. Ferner wird die Gespräch- gebühr überall von 5 Psg. aus 4 Psg. herabgesevt. Des weiteren wird nicht mehr verlangt, daß jeder Grundgebührenteilnehmer jähilich mindestens 20 Mk. für 400 Ortsgespräche zahlen muß. Darüber hinaus sührte der Budgetausschuß um eine abgekürzte Stichzählung zu ermöglichen, eine gestasselte Pauschgebühr ein, die sich bei dem steigernden Rabatt bewährt. Dadurch tritt bei voller Ausnutzung eine weitere Herabsetzung der Gesprächsgebühren auf 3 Psg. in der letzten Staffel ein.

Trotzdem wird sür den telephonischen Ortsverkehr der stark benutzenden Teilnehmer eine Eryöhung der jährlich zahlbaren Vergütung eintreten, die in Anbetracht der großen Inanspruch­nahme der Einrichtnna als unbillig nicht bezeichnet werden kann.

Von besonderer Bedeutung endlich ist, daß die Gebühr sür Fernge spräche bei Entsernungen bis zu 20 Kilo­meter um 10 Psg. herabgesetzt werden soll. Der Ent- wurs ist also nicht vertehrsseindlich, gerade das Gegenteil ist der Fall. Die sür den Mittelstand von der Presse angeführten Gesprächszahlen gehen weit über die amtlich ermittelten Durch- schuillszahlen hinaus. Daß die Vorlage aus eine Bevorzugung des stachen Landes vor den Städten hinauslaufe, ist ganz unrichtig, nach den amtlichen Erhebungen werden mindestens 66 Proz. aller Teilnehmer eine Gebührenermäßigung erfahren, darx'ii kommen 80 Proz. aus die Netze in den mittleren und größeren Städten und nur 20 Proz. entfallen auf kleinere 8er- nnuelungsanstalten mit weniger als 100 Stellen.

(Eine Arbeiterbewegung im Ruhrgebiet.

Die Blätter melden aus Essen: Am Donnerstag fanden im Ruhrrevier 36 Belegs chaftsversammlungen statt, die von drei Vorständen gemeinschaftlich einberufen worden waren. Es wurde eine gleichlautende Entschließung angenommen und in der Hauptsache eine Lohnerhöhung von 15 Prozent gefordert. Für nächsten Sonntag sind über 50 Ver­sammlungen geplant.

Lüttich, 6. Jan. Der AusstandderDeraarbeiter am linken Maasufer ist fast allgemein: 16 000 Bergleute befinden sich im Ausstand. Im Lause des Tages griff der Aus­stand, wenn auch in geringem Maße, auf das rechte Maasuser über. Alles ist ruhig.

Dcitifcdtcs Uctcb.

Der Kaiser begab sich am Freitag vormittag auf einige Tage nach tzubertusstock.

Der Gcoßherzog von Baden verlieh den Staats­sekretären Dr. L i s e o und v. Kiderlen-Wächter das Groß- kreuz des Ordens vom Zähringer Löwen.

stoppt, der Apparat fällt zur Erde, schlägt erst mit dem Anlaus­gestell, dann mit dem Schwanzende ziemlich vernehmlich aus, dann ist es ruhig um mich her, und ich denke, eine Zigarette rauchend, über die jüngsten Erlebnisse nach, bis die Stimme meines Lehrers mich aus meinen Meditationen jäh ausschreckt:Geflogen sind Sie zwar ganz gut, aber den Motor baden Sie auch in der Lust abgestellt, und ich habe Ihnen doch fünfhundertmal gesagt, daß Sie das nicht dürfen! Diesmal ist noch alles gut gegangen, aber usw." Reumütig, physisch wie moralisch erschüttert und zerknirscht, verspreche ich angesichts einer verbogenen Achse Besse­rung. Für heute haben die Veriuche ein Ende; Nachdenken, Dis­kussionen sowie Besprechungen des Geschehenen wirken wiederum belehrend und ermutigend sür die Zukunst!

Es folgten nun, je nach den Witterungsverhältnissen, in gewissen Zeiträumen weitere Versuche, welche ohne Zwischenfälle Verliesen, mein Zutrauen zum Apparat wie zu mir selbst in Kürze wesentlich stärkten, so daß ich mir eines Abends vornahm, ohne vorherige Verständigung meines Lehrers einen Rundslug um den Platz zu versuchen. Dieser gelang denn auch an­standslos, wobei ich Gelegenheit hatte, mich von der unbedingten Sicherheit, Lenkbarkeit und Gefügigkeit des Eulerschen Flugappa­rates zu überzeugen: vor allem war ich erstaunt über die Wir­kung der,,Gauchissements", auchAilerons" genannt, welche dem Apparat sofort die horizontale Lage, bei sachgemäßer Bedienung, verleihen.

Che ich diesen ersten Rundflug ausführte, sagte mir Euler, der meine Absicht trotz aller Verstellungskunst doch wohl erraten haben mochte, ich solle nichts tun, was ich mir nicht vor dem Fluge mit Bestimmtheit vorgenommen hätte, denn es sei für eilten An länger verkehrt, während des FlugeS Dispositionen zu treffen oder solche zu äubern.

Nach diesem Fluge erfolgte dann an späteren Tagen (die Witte­rung war meist sehr ungünstig) die Erledigung des Flugzeug- sührerpatenles in Gestalt von drei Runden zu ca. 5,5 Kilometer mit je einer Zwischenlandung, welche nicht über 150 Meter von der vorher bezeichneten Landungsstelle entfernt sein durste.

Seinerzeit war ich aus meine Erfolge recht stolz, ob mit Recht ober Unrecht lasse ich dahingestellt sein, jedenfalls werden es jene Schüler, welche vom 1. Februar 1911 ab nach den neuen Bestimmungen ihre Prüfung ablegen wollen, erheblich schwerer haben, und ich bin deshalb sür meine Person dankbar, haß ich noch nach den alten Bestimmungen geprüft werden durfte, zumal Zeit und Witterung die Erlangung des Patentes nach der neuen Methode kaum zugelassen hätten.

Soviel steht für mich jedoch fest, daß, ohne anderen zu nahe treten zu wollen, ich mir einen besseren, gewissenhafteren Lehrer als Euler kaum deriken kann, und ich möchte ihm an dieser Stelle meinen wärmsten Dank sowie meine Anerkennung dafür auS- sprechen, daß er weder Mühe noch Verantwortung scheute, mir die Ausangsgründe der Flugtechnik beizubringen.

Jenen aber, die das Fliegen erlernen wollen, kann ich diesen vorzüglichen Lehrer samt feinen iuoetiäffigcn Apparaten nur ivlnnflai» empfehlen.

Ausland.

Das Befinden deS Kaisers Franz Josef ist aus­gezeichnet. Er dürfte in den ersten Tagen der nächsten Woche die gewohnten Fahrten von Schönbrunn nach der Hofburg aufnehmen.

.DerTempS" gibt die vom Wölfischen Bureau veröffent­lichte Petersburger Privatdepesche wieder und bemerkt, die Be­schuldigung, die deutsch-russischen Beziehungen trüben zu wollen, könne stch nicht gegen denTemps" richten. Das Blatt zitiert sodann die von ihm über die Potsdamer Be­gegnung, sowie die heutsch-russisä>en und die österreühisjch-russiscliLnr Beziehungen veröfsentlichten Artikel und sagt: Es würde den Tatsachen zuwiderlausen, wenn man behaupten wollte, daß der Temps" versucht habe, Argwohn zwischen Berlin und Petersburg zu säen. In unseren Auaen ist die deutsch-russische Entente be­rechtigt und vom Gejichtspunkte des allgemeinen Friedens aus nützlich.

DasEcho de Paris" veröffentlicht den Wortlaut des von dem Zaren zum Neujahrstage an den Präsi­denten Fallißres gerichteten Glückwunschtele­grammes und hebt hervor, daß Kaiser Nikolaus die Worte für dasbefreundete und verbündete Frank­reich" gebraucht und hierdurch die Bündnistreue bekräftigt habe. Nach der Rede des deutschen Reichskanzlers und den Erörterungen in der deutschen Prefse können diese Worte nicht als eine bloße Höflichkeitsformel angesehen werden.

Bei den Wahlen zum finnischen Landtag erhielten die Sozialdemokraten 27 256, die Ausiirnen 17 134, die Jnng- j sinnen 13 544, die Schweden 10 337, die Agrarier 3579 Stimmen.

König Alfons und Ministerpräsident Canalcjas sind am Freitag vormittag in Malaga eingctrofsen. Der König wurde lebhaft begrüßt.

Aus Peking wird gemeldet: Ein kaiserliches Edikt genehmigt das Abschiedsgesuch des Präsidenten des Ver­kehrsministeriums Tang-Schao-Pi wegen andauern­der Krankheit. Sheng-Kung Pao, der bisherige zweite Vizepräsident dieses Ministeriums, wurde zum stellvertretenden , Präsidenten ernannt. Lichingfong , früher chinesischer Ge­sandter in England, wird stellvertretender erster Vizepräsident. Man nimmt an, daß der neue Beamtenstab eine entschie­denere Haltung in den Fragen der Eisenbahn­anleihen einnehmen wird.

Eine neue Bäderbahn.

fc. Erbenheim, 6. Jan. Heute tagte hier eine gut besuchte Versammlung, die sich mit dem Bau derLändchcn- bahn" beschäftigte. Landrat von Heim bürg führte aus, daß feit dem Jahre 1897 eine Verbindung desLändchen" mit Wiesbaden geplant sei. In Betracht käme eine Voll­bahn, die elektrische Schnellbahn WiesbadenFrankfurt und die Fortsetzung der elektrischen Straßenbahn Wiesbaden Erbenheim. Von der elektrischen Schnellbahn und der Fortsetzung der Straßenbahn müsse heute Abstand genom­men werden, wenn es auch möglich sei, daß die Schnell­bahn dermaleinst gebaut würde und vereinzelte Züge an Orten desLändchen" halten würden. Der Stadtverordnete Heß führte aus, geplant sei die Fortführung der Strecke WiesbadenErbenheim, deren zweites Gleis demnächst ge­legt würde, als Vollbahn über Nordenstadt, Wallau, Diedenbergen, Marxheim nach Hosheim. In Hofheim Ein­mündung tn die bestehende Strecke LimburgHöchstFrank­furt und w-eiter von Hofheim eine Fortsetzung über Soden KronbergOberurselHomburg und Einmündung in die Strecke Friedberg Bad-Naubeim, wodurch eine Taunusbäderbahn im wahren Sinne des Wortes geschaffen würde, die sich in das große Netz der Staatsbahnen füge und nach ihren Gefäll- und Krümmungsvcrhältnissen als S ch n e l l z u g s l i u i e ausgebildet werden könne. Komme sie zur Ausführung, so werde der schon so lange bei der Staatsbahnverwaltung beantragte Taunusbäderzug Ber­lin Kassel Bad-Nauheim Homburg Wiesbaden- KreuznachMünster am Stein den neuen Weg nehmen, die Orte Kronberg und Soden in sich aufnehmen und damit erst zum Taunusbäderzug werden. Die Herstellung einer elektrischen Eisenbahnoerbrndung von Kronberg nach König­stein und vielleicht nach Eppstein würde die weiteren Ziele einer Taunusquerbahn sein. Von NauheimFriedberg- Homburg sotoie von Kronberg und Soden werde man dann nicht mehr Über RödelheimHöchst bezw. Höchst fahren, um nach Wiesbaden zu gelangen. Wie schon erwähnt,

Man wird heutzutage viel nach der Zukunst der Aeroplane ge­ragt, eine Frage, die gewiß ebenso berechtigt wie schwierig zu beantworten fein dürste: meine Ansicht glaube ich dahin zui'ammen- sassen zu sollen, daß nach dem Stande der heutiaen Technik an eine allgemeine Verwendung als Verkehrsmittel nicht gedacht werden dars, denn eine Flugmaschine braucht relativ viel Raum, da sie etwa 10 Meter breit und 1315 Meter lang ist. Auch bedars sie eines Anlauses von 2830 Meter, um sich zu er­heben, falls die Bodenbeschaffenheit dies zuläßt, ferner 300 Meter zum Landen. Diese 300 Meter sind lediglich eine Lizenz, deren der Flieger bedarf, um sich seinen Landeplatz mit Sicherheit aus- suchen zu können: die Flugmaschine macht bei der Landung selbst selten einen längeren Weg als höchstens 50 Meter. Schließlich sind die Motoren noch nicht genügend zuverlässig und die Appa­rate selbst von Wind und Wetter recht abhängig.

Zu militärischen Zwecken hingegen, roie Aufklärung, Stö­rung der rückwärtigen Verbindungen usw., könnte ich mir die Flugmaschine in ihrer jetzigen Gestalt bereits erfolgreich denken.

Wer mit dem Gedanken umgeht, das Fliegen zu erlernen, dem sei gesagt, daß ein Flugapparat weder ein oisenes Grab noch ein Kinderspielzeug ist, daß Schneid, Besonnenheit, fester Wille und Ruhe Grundbedingungen sind, um ein Fach beherrschen zu lernen, das bereits heute, aus Grund der Ersahrungen vieler tapferer Männer, zu einer exakten Wissenschast geworden ist.

Daß das angebrochene Jahr manchen wackeren Deutschen finden möchte, der bereit ist, den Gesalzen der Aviatik zu be­gegnen, um Deutschland auch auf diesem Gebiete zu seinem rechten Platz zu verhelfen, das wünscht der Schreiber biefer Zeilen von ganzem Herzen. P. ti.

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D ie Palastrevolution am Hvftheater zu. Braunschweig, mit der die Oessentlichkeit erst kürzlich bc- kannl wurde, wird jetzt in einer amtlichen Darstellung bekannt gegeben. Zn den Vorkommnissen, bei denen der verdiente Hos» ta pell meist er Riedel wegen einer während der Probt- begangenen Beleidigung der Sängerin Röder gemaßregelt worden war, Der- öffentlichen dieBraunschweigischen Anzeigen" eine Erklärung der Hof- und Oberbofämter. Diese besagt, daß die Penfioniernng des Hvskapellmeisters Riedel mit feinem Streit mit der Öberljoifängerut Röder nichts zu tun habe, Ried,! vielmehr mit Rücksicht auf fein hohes Alter und das Fortschreilen der Leistung der Oper eine jüngere Hilfskraft beigegcbin werden sollte Weiter wird erklärt, der Entschluß, daS Engagement der Sängerin Röder nicht zu erneuern, sei bereits vor dem Bekannt­werden der gegenseitigen Silagen gefaßt worden. Tie Ausiüh- rung der allenfalls in tinmägimg gezogenen Ptmsionierung, Riedels werde lediglich bcfilheunigt durch die Begleitumstände, die bei der beigelegten Klage und Widerklage zutage getreten seien Tie schroffe Form M an Riedel gerichteten Schreibens falle lediglich dem Generalintendanten v. Wan gen he im zur Last, der die volle Verantwortung dafür durch die Eiurcichuna eine- Abschiedsgesuches Übernommen habe. Wie verlautet, wird «Vfitn das Berliner ^MontagMatt" CeUWflUFA d-S

füge sich diese Bäderbahn in das System der Staatsbahn ein. Von Oberursel geht sie von der £itv» Frankfurt bezw. Höchst Rödelheim Oberursel Hckmbura Fried­bergBad-Neuheim aus, schafft in Kronberg Verbindung mit der Linie Frankfurt bezw. Höchst Rödelheim Kron­berg, ferner in Soden Verbindung mit der Linie Frankfurt bezw. HöchstSoden und in Hofheim und Kristel mit der Eisenbahnlinie HöchstNiedcrnlfausen. Es ist angenom­men, daß nicht sofort die ganze Taunusbäderbahn xivc Aus­führung kommt, sondern boß als erste Rate dieser Bahn die ,^andchenbahn" ausgeführt werde. Die Fortführung nach den Taunusbädern erfordere bei der Durchschueiduug mit der Linie HöchstNiedernhausen, um nicht uuuütz die schon erstiegene Höhe zu verlieren, die Einführung der Bäderbahn bei Hof heim unter Verlegung dieses Bahuhoses in der Richtung nach Höchst. Die Verbindung mit Frank­furt zwinge nun auch zu einer Stellungnahme zur Frage der Herstellung der Schnellbahn FrankfurtWiesbaden, und da sei gesagt, daß beide, Schiteilbahn ttudLändchen- bahn", unabhängig von einander, fe.bstänbig bestel-en kön­nen. Nachdem Landrat von Heimburg, die Landtagsabg. Bartling-Wiesbaden und Wolsf-Biebrich, Beig. P.'tri^Wies- baden sich mit den Ausführungen des Vorredtters tinDerftan- den erklärt und Regierungsassessor Welter im Auftrage des Regierungspräiidenteu bemerkt hatte, der Regieruugs- präsideitt wüusche, daß die projektierteLändcheubichn" als Vollbahn ihrer Bolleubuug bald eutgegeugebracht werde, wurde ein Arbeitsausschuß decVollbuyn Wiesbaden Erbenhetm Hofheim mit Weitersühruug als Badecbahn via Sodcn Kronberg Homburg" gebildet. Gewählt wurden: Landrat von Heimburg, 'Biacrer Heyne-No rden- stadt, Stadtverordneter Heß, Fabrikant Horn imb Beige­ordneter Petri von Wiesbaden, Lehrer Wiitgeu-Nvrbenslabt u. a. Der Ausschuß soll zunächst Eingaben an beit Obec- präsibenten und an bas jjioilfabuiett bes KörttgS ausarbeiten.

Zlus Staöt unO CrtiiO.

. Gießen, 7. Januar 1911. Eheschließungen in Gießen.

In unserer Stadt sind im abgelauseuen Kalenderjahre 184 Eheschließungen vorgenommen worden, die sich aus die einzelnen Ntonate wie folgt verteilen: Januar 8, Februar 7, Rkärz 16, April 20, Mat 20, Juni 12, Juli 15, August 15, September 12, Oktober 31, November 17, Dezember 11. Es traten in die Ehe im Alter zwischen 18 20 Jahren 1 Tlann und 23 Frauen; 2124 I. 33 TI., 71 F.;

25-29 I. 92 M., 58 F.; 3034 I. 33 TI., 15 F.;

35-39 I. 11 TL, 10 F.; 40-49 I. 10 TL, 6 F.;

5059 I. 3 TL, 1 F.; 60-69 I. 1 TL, F.

Es entfallen bemach bet 31 000 Seelen in unserer Stadt im verstossenen Jahre auf 1000 Einwohner rund 6 Ehe­schließungen, eine Zahl, die erheblich hinter Durchschnitt in Deutschland zurückbleibt. Nach dem neuesten statntlichen Jahrbuch für das Reich (Ergebnisse von 1908) heirateten auf 1000 Einwohner in den preußijchen Provinzen Cüprcnücn 6,9, Weüpreußen 7,1, Pommern 7,6, Posen 6,9, Schiesten 7,4, Hessen-Nassau 7,9, Rheinland 7,6, Hohen^ollmi 8, in den übrigen Provinzen über 8, in der Stadt Birlm 10,2 Paare. (Berlm schlägt in Deutschland mit dieser Zahl den dlefotb.) Interessant ist die Tatsache, baß es bei unS im Oktober die meisten heiratslustigen Tienschen gab. Tie Feststellung bes Alters ber eheschließenden Männer und Frauen (die feit dem Jahre 1908 sestgestelU wird), zeigt, daß die Tiehrzahl der Tiänner im Alter von 2529 Jahren heiraten, nämlich 92 ober rund 50 Proz. aller männlichen Personen, die 1910 geheiratet haben. Bei den Damen verschiebt stch dies auf doS Atter von 2124 Jahre auf 71 EhestaubSlandibatinnen. Nimmt man aber die Zahlen für beide Altersklassen 21 24 und 2529 Jahre zusammen, so bleiben sich die Zahlen der Heiratenden beider Geschlechter etwa gleich, nämlich 125 Tiänner und 129 Frauen) es sind dieS etwa rund 67 Pcoz. aller eingegangenen Ehen.

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Herzogregenten in einem Artikel, der die Vorkommnisse am Hvf« tl>eater behandelte, Älöajeslütsbeleibiguiigskluge erhoben.

Preisausschreiben. Dre Bürgermeisterei in Rom hat einen internationalen Wettbewerb sÜä ein lateinisches Gedicht ausgeschrieben, das bie Stab« Rom zum Gegenstände haben soll. DaS Gebücht, das in beliebigem! Versmaß versaßt sein kann, soll nidn mehr' als dreihundert Veiss zäl-len. Als Preise sind eine goldene «und zlvei silberne Ticbailleni ausgesetzt, zu der goldenen Medaille tritt ein Geldpreis von! 1000 Lire, jeder der silbernen ein foldjcr von 500 Lire hiiizu^ Die Arbeiten sind gedruckt oder als Manuskiipt in drei Ezempture^ dem Sindaco (Bürgernieister) von Ro>n (Drpitol) bis fpäirfLniS zum 1. März 1911 einznreiick>en. Die Arbeiten sind mit eiuemi Kennwort zu verseherr. In einem verschilosscnen BriesuiuschlagS ist ber Name anzugcben. Die Prcisverteitturg Hübet am 21. April 1911 statt.

Forschungsreise. Legationsrat Dr. Map Frhr. von Oppenheim tritt im Januar 1911 eine neue Reise nach Syrien und Mesopotamien an, beten Zweck neben; geographischen unb ethnographische Studien in arämolognchen Forschungen und Grabungen besteht. 9tad) demGlobuS" soll namentlich der Teil Hatas im Tale deS (Sbabur und das weltlich« obere Mesopotamien auSgegraden werden. Tie Reise iuirb zwei oder drei Jahre dauern.

Ein Fortschritt im Fernsprechwesen. Eine bedeutsame Eriindung, die eine große Verbesjerung im Fcrrv- sprechwesen bedeutet, ist dem amerikanischen Ttajor Sauier gelungen, dem Leiter der Lustschissahrt, des F-ernsprechwes^nS und der Telegraphie in der amerikanischen Armee. Er hat einen neuen Apparat gebaut, mit dessen Hilfe eS möglich ist, daß zehn Personen au gleicher Zeit über einen einzigen Tratst sprechen könne Tie Entdeckung fußt auf ber Verbindung bet Prinzipien deS drahtlosen mit der des gewöhnlichen Fvrnspreck><-is. Tie Nachrichten nehme ihre Laus durch die den Draht um, gebende Lust Besonders für den Sprechverkehr auf große Ent­fernungen ist der neue Apparat von großem Vorteil, da die Meldungen viel deutlicher hörbar sind, als bei einem gewöhn, liche Ferngespräch Ter Apparat ist verhältnisinäßig einfach und kann mit geringem Kostenaufwand dem aewöhnUc1)en F-ern, sprecher angefügt werden. Ter amerikanische Ossizier hat darauf verzichtet, feine Erfindung patentieren zu lassen.

ff u r < VZ a tt' r tli f r- n j u -? 'Jun" u 29 ( f n ( rf) n f t Bei dem Walzer-Wettbewerb "der Woche erhielten unter 4222 eingesandten Arbeite Kapellmeister Siegfried Elsner in Breslau den erste, Frl. Fay-F oster in Wien den zweilen unä Ivnkiinstier Philipp Gretscher in Stettin den dritten Preis. Tiefe drei, sowie seck)s weitere zum Ankaus vorgeschlagene Wirke, weiden Anfang Februar unter dem TitelTanzwalzer ber Woche" in Truck erscheinen In Li egnitz ist Prosessor Dr. Johannes Stosch, Prwatbozet sür deutsche Sprache und Literatur an der Universität Stiel, im Aller von 53 Jahren gestorben. Von 18831896 gehörte er dem Lehrkörper der Marburger llnivcrfU-r -in.