Ausgabe 
6.6.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 150

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

bic Mctallgewcrbc und

Gewerbe.

Mil bcr Ausgestaltung des Unterrichts an der Fort

Apotheken

den 22. Mai 1911.

end

»rwistüchl im Preis

Tierietzener tfomilienblätter'* werden dem .Anzeiger^ viernral wöchentlich beigelegt, das Krelsblatt fflr den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Gruppe c: die Zicrgewerbc und sonstigen

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- fitaee 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen.

Bcrufsgcnoffcnfchaft für den BttailfjanM?

Vom Vorstand der Sägerei Beruf s-Ge- nossen s chaft geht uns die folgende Zuschrift zu: Eine große Anzahl Zeitungen brachte in ihren Parlamentsberich- ten die Notiz, daß in der dritten Lesung der Reicbsversiche- rungsordnung die Errichtung einer besonderen Berufs- genoss e n schäft für den Detailhandel beschlossen morden sei. Tiefe Mitteilung ist durchaus irrig, denn nicht der Reichstag ist für die Errichtung von Verussgenosfen schäften zuständig, sondern der Bundesrat. Ter Reichstag hat vielmehr lediglich zu § 560, in welchem die der Unfall- Versicherung unterliegenden l^werbegruppen aufgeführt sind, beschlossen, für das .tzandelsgewerbe, das bisher zu den Betrieben der okuppc 10 gehörte, eine besondere Gruppe, Sir. 11, zu bilden. Zu dieser Ohuppc gehören aber sowohl der Groß- wie der Kleinhandel, soweit diese beiden Geschäftsformen der Versicherungspflicht unter­liegen. Lediglich in der Aussprache wurde von dem Antrag steiler die Errichtung einer besonderen Berufsgenossenschaft für den Detailhandel besürwortet, dagegen von einem anderen Abgeordneten bekämpft. Ter Vorstand der Sa» gerei-Berufsgenossenschaft steht fast einstimmig aus einem anderen Standpunkte. Auch in den Gcnosscnschastsver- sammlungen haben sich nur wenige Mitglieder der Sägerei» Berufsgenossenschan für die Errichtung einer Sonder» Berufsgenossenschait für den Detailhandel ausgesprochen, nachdem in überzeugender Weise aus die schwerwiegenden Bedenken, die der Errichtung einer Sonder-Berufsgeuossen- schäft nach der materiellen wie der ideellen Seite entgegen* stehen, hingewiesen worden war.

Im nächsten Jahre wird der Vorstand der Gcnosscn- schaftsversammlung einen neuen Gefahrentarif zur Be­schlußfassung vorlegen. Sollte die Statistik ergeben, daß »die bisherige Veranlagung der Detailhandelsbetriebe zum fTcil mit warten yertnüpft war, so wird der neue Ge- fahrentaris einen entsprechenden Ausgleich bringen. Jeden­falls erscheint es nach den angestellten Ermittelungen durch­aus unwahrscheinlich, daß eine eigene Berufsgenossenschaft dem Detailhandel günstigere Versicherungsbedingungen, we­nigstens für die nächste absehbare Zett, bringen könnte.

'^niker d(t

Lenen j, Ch N vet.

Ijauptoerfammlung öes öcrbanöes landwirtschaftlicher ftreditgcnossenschaften Badens.

Heidelberg, 3. Juni. Tie von etwa 1000 Mitgliedern besuchte 27. Hauptversammlung des V e r b a n d c s Landwirt- f ch a f l l i ch e r K r c b i t g c n o s s e n f ch a f t e n Badens wurde heute vormittag 11 Uhr int großen Saale der Stadlhalle vom Vorsitzenden Lekvnomieral Schmidt-Freiburg mit einer Ansprache eröffnet. Er teilte den Verbairdsbeschlus; mit, die Ver­bandsvereine durch ein Zirkular zu einer durchgreifenden N o t - h i l s S lc i ft u n g für die Wassergeschädigten des Taub.rtales auszufordern. Xiamens der Regierung begrüßte Ministerialrat Arnold dre Versammlung. Ter Rechenschaitsberlcht bezeichnet das abgelaufene Geschäftsjahr troy der vielfach schlechten Erute- crgebnmc in Bezug auf die Geldgeschäfte innerhalb des Mrcbit» verbandes insofern als günstig, als die Mitglieder zuitahmen und di? Umsätze und der Reingewinn bei vielen Vereinen gestiegen srnd und trotz zahlreicher Rückzahlungen von Svareinlagen über die Erwartung viele Ueberschußgelder bei der Rheinischen Hnpo- thekenbank als Ausgteichsitelle angelegt werden konnten. Ter Verband zählte am Schluß des Geschäftsjahres 1910 422 Ver­eine nut 63 156 Mitgliedern. Ter Geiaintumsatz belief sich aus 102 130 000 Mark. Sandwirtschaftsinspektor Vilhauer - Moß bad) empfahl die möglichst schleunige Abgabe voit Rüben- und rabakstecklingen an die durch Hochwasser Geschädigten des Zauber« lales.

Dienstag, 6. Zuni fyst

Rotationldruck und Verlag der Brübl'schen UniversitälS - Blich* und Steindruckerei.

9L Lange, Gießen.

^chschnle MaiBl |*le,

usbilduDRsstätte ff stes Institut der Prospekte frei. V

101

enberg

Süd-A>hge'

Gießen, den 22. Mai 1911. Anwesend sind die Herren: Geb. Kommerzienrat Hcicheb

Sitzung Großhcrzoglichcr .Handelskammer Gießen für die Mvci)*c Gießen, -llsscld und Lauterbach.

P r o t o k o l! - A v s z n g.

TOß. Gegen mater^ n<- =ner'e«h-ra iilt sich die

Agent A- C-ra,l

JO. __

heim als Vorsitzender, ftommerjicmat Schirmer als 1. stell vertretender und Kommerzienrat Grünewald Alsfeld als 2. stell

ern 9^ 20 it-

4.4® J.-ati

bildungsi'chule cm vorcrliärtc Weite bat unsere Stad! und die ule eine widrige Neuerung erfahren, deren Einführung durch einstimmigen Beschluß der hiesigen Hand wcilsm eisfcr erzieht wurde, die die Rachleile, die intur- gcmäß der Abend und Sonntagsunierricht im öJcfolge bat, nicht verkannten und ihren Lehrlingen Gelegenheit geben wollten, die Möglichkeit besserer theoretischer Fortbildung im Handwerk be­nutzen zu können. Tie Neueinrichtung das kann heute schon gesagt werden bedeutet zweifellos einen großen Fortschritt auf dem Gebiete acnerbhdicr Schulbildung, der hoffentlich in all n Städten des Großherzogiums praktische Nachahmung findet, im Interesse der Schule und der Schüler." TieSchulveriassung und Lehrpläne" der Bingener gewerblichen Fortbildungsschule, die in diesen Tagen an die '. ewerbevereinsoorstände des Groscherzog- tums versandt worden sind, geben ein klares Bild über die Ge stattung der Schule und die Verteilung des reichen Lehrstosfes auf die verschiedenen Unterrichts jähre und die einzelnen Berufsgruppen. Ter Unterricht findet Mittwoch nachmittags von 27 Uhr in getrennten Sommer- und Winterhalbjahren von je 20, also ins­gesamt 40 Schulu ocken statt. Tie hauptsächlichsten Vorteile dieser neuen Schulart für den Handwerterstand sind wohl darin zu suchen, daß bic Lehrlinge nur an einem Nachmittag der Woche ihrer praktischen Ausbildung entzogen werden, daß der Sonn tagszeichenunterricht mit diesem Unterricht verbunden wird und daß der Unterricht dieser gewerblichen Fortbildungsschule eine gute Verbreitung für die gewerblichen Prüfungen bildet.

** Un getreuer Arbeiter. Ein Arbeiter vom Güter- b a h n h o f wurde int verflossenen Samstag abgefaßt, als er aus einem Versandgut einige W ü rste entwendete. Eine Durchsuchung seiner Wohnung ergab indes keine Anhaltspunkte, daß er derartiges schon mehr getan Hal. Somit muß seiner An­gabe, es sei dies der erste Fall, Glauben geschenkt werden. Seine Arbeitsstelle hat er damit verloren und eine Bestrafung wird wohl nicht ausbieibeit, obwohl es sich nur um Genußmittel handelt.

** Unfal 1. In einer hiesigen Schlosserei geriet am Samstag ein Schlosserlehrling aus Lumda in die Transmission der Maschine und cs wurde ihm der linke Arm gebrochen. Ter Arm mußte in der Klinik abgenommen werden.

** Abgefa ß t. In der Nacht zum Sonntag bemerkte eine Schutzmannspatrouille in einer Hofreitc bcr Schloßgasse Gr rausch und als sie näher kam, liefen zwei junge Burschen davon. Sie wurden ergriffen und es stellte sich heraus, das; sie zwei Einbrüche ausgcsührt hatten. In einem Laden hatten sie außer der Kasse mit etwa 10 Mark alles mögliche eingepackt. Vorher hatten ne sich im Laden auf Gas Eter gekocht und sich satt gegessen und getrunken. Tic Burschen sind erst 13 Jahre alt und haben schon mehr Straftaten verübt.

SunDlreiö Gießen.

Langgöns, 5. Juni. Ant Sonntag, 11. Juni, findet der vom Gesangverein Germanta veranstal­tete G e s a n g s w e 11 sl r e i t statt. Das Klassensingen be­ginnt morgens in den Sälen ztlnt Gamdrinus, zumSttnvanen und in der Festhalle aus dem Festplatze. Es beteiligen sich 33 .Vereine am Preissingen und ist Sangessreundert Ge­legenheit geboten, viele erstklassige Vereine und selbstge- wählte Lieder von den berühmtesten Komponisten zu hören. An Geldpreise werden 1300 Mk. ausgegeben, sowie 35 wert­volle Kunstgegenstände. Tas Ehrenpreissingen findet in den betreuenden Sälen statt, das Hauptehrenpreissingen in der Festhalle auf dem Festplatze.

Kreis Alsfeld.

w. Alsfeld, 3. Juni. Gestern nachmittag fanb hier im Beisein des Kreisrats Tr. Heinrichs und des Bürgermeisters Tr. Völsing und der Eltern der verschiedenen Schülerinnen die Schluß feier her Wander hau shaltungsfchule statt. Tic Zahl der Schülerinnen betrug 25: den Kursus leitete die Haus­haltungslehrerin Hölzer. Ferner unterrichtete Sanitätsrat Tr. Schlosser die Schülerinnen in der Krankenpflege, und ließ haupt­sächlich praktische Anweisungen über die erste Hilfe bei Unglücks­fällen denselben zu teil werden. Tas Gelernte wurde übrigens allgemein als ausgezeichnet belundet.

Kreis Friedberg.

m. Friedberg, 4. Juni. Ter Buchdrucker Jakob Kolmarschlag und der Schriftsetzer Heinrich May feierten gestern ihr fünfzigjähriges Arbeitsjubiläum bei Hosbuch- ducker Karl Bindernagel. Weiter sind bei demselben Arbeit­geber der Schriftsetzer Karl Wilhelm, sowie der Schriftsetzer Heinrich Sang, der erstere 23 Jahre, der letztere 42 Jahre tätig. Nach Ansprachen des Inhabers, in Gegenwart des ganzen Arbeitspersonals, wurden den beiden ersteren je eine goldene Uhr und Kette nebst Widmung überreicht, während die beiden letzteren namhafte Geldgeschenke ausgehändigt er­hielten. Stoch lange, blieb man dann gesellig beisammen.

L. Friedberg, 2. Juni. Tas neu erbaute und mit dem früheren Krankenhaus vereinigte Hospital ist ganz sertigge- ftcllt. Ein großer, schöner Garten ist neoen dem Hospital an­gelegt worden, an den man eben die letzten Hände anlegt. Personcn- aufzug und elektrische Beleuchtung stnd eingerichtet.

L. Bad-Nauheim, 5. Juni. Gestern nachmittag reisten die indischen Fürstlichkeiten, die längere Zeit hier zur Kur weilten, wieder ab von hier. Sie begaben sich mit ihrem zahlreichen Gefolge direkt von hier zu den Krönungsfeierlich­keiten nach London.

Hessen-Nassau.

'( Franken berg a. d. Eber, 2. Juni. Ein alter schöner Brauch wurde auch in diesem Jahre wieder heute geübt. Es handelt sich um den historischen Frankenbcrger Maizug, bei dem der Pfingstmaien zum Schmuck der Kirchen und Häuser etngcholt mar. Am Freitag vor Pfingsten, als dem Tage der Freija, bcr germanischen Göttin bei Frühlingsschönheit, zieht jebes Jahr unsere Jugenb hinaus, um ben Sommer zu holen. In Erinnerung, baß cs sich bei Diesem Zuge um eine Tarstellung des Kampfes ber Jahreszeiten, bes Sommers mit bem Winter, handelt, geschieht dieser Auszug bcr Sckuljugeub bewaffnet. Heute in aller Frühe zogen 2 Trommler, fchlagcub burch alle Straßen. Gegen 9 Uhr versammelten sich sämtliche schulpilichtigcn Knaben bcr Stabt auf her Höhe bes Burgvlatzcs, uni ben Kriegszug zu hüben. Tie Buben waren mit allen möglichen alten Waffen ausgerüstet, teilweise auch eigenartig uniformiert. Neben bem Hauptmann würbe bic Schar auch von einigen Leutnants geführt uno auch mehrere Fahnen waren int Zuge. Voran ein Musikkorps, um­schwärmt von einem sogenannten Butzemann ein im Gesicht geschwärzter Knabe, angetan mit Schurzfell unb blumen- geschrnücktem Beil) unb von ben stäbtischen Vertretern, ben Geist­lichen unb Lehrern begleitet, ging es vor bas Tor, wo sich bcr Zug zunächst auilöste. Tie Knaben gingen nach Hause, währenb bie Trommler unb der Butzemann bas schon am Morgen begonnene Werk bes Aufhebens von Gaben (Cofern in bcr Stabt besorgten. Ttc Vertreter ber Stabt, die Geistlichen unb Lehrer begaben sich mit einem Wägen unter ben Klängen ber mitziehenben Musik in bett Malb, wo bie erforberlichen Maienbäume (.Birken- von stäbtischen

2lus rutOt ubiO Land.

Gießen, 6. Juni 1911.

»cvfaufötag der Großherzogin.

Die A n ku n f t des G r o ß h e r z o g s und der G r o ß - Herzogin in Gießen ist endgültig auf Freitag, 9. Juni, festgesetzt. Tie Autunft des Großherzogspaares erfolgt so frühzeitig, um persönlich bei Einrichtung der Vertaufsstäiide mitzuwirken. Tie Herrschaften werden im alten Schloß Quartier beziehen uiiö bis zum 15. hier bleiben. Vergangene Woche waren der Obersthosrnarschall Frhr. v. Ungern-Stern- berg und der Karnrnerherr Frhr. Tr. v. Leonhardi hier Und besichtigten mit Provinzialdirektor Tr. Usinger unter Führung von Architekt H. Meyer die bisher getroffenen .Anordnungen in Steins Garten. In einer mehrstündigen Besprechung würben alle nötigen Vorarbeiten noch fest­gesetzt. Tas rege Interesse aus allen Ständen von Gießen und Umgebung läßt auf eine lebhafte Beteiligung am Empsangstag schließen.

" OrdenSangelegcnhcit. Der König von Preußen hat dem Hauptmann Frhrn. v. Gienanth im Generalstab der General-Inspektion der Kavallerie die Erlaubnis zur An­legung des Ritterkreuzes 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen erteilt.

Staatsawalt. Ter Großherzog hat den Amts­richter bei dem Amtsgericht Osthofen Slug. Bernhardt zum Staatsanwalt am Landgericht der Proomz Starkenburg ernannt.

** Lchrprpersonalien. U eher tragen wurde dem Lehrer Johannes W c n z c l zu Weiskirchen eine Lchrcrstclle an ber Gcmcinbeichulc zu Bieber Kr. Cftcnbach . Erlebigr ist eine nut einem evang. Lehrer zu befeßenbe Sehrerstelle an bcr Gemcinbcschule zu Sollar.

** Gewerblicher Unterricht. Man schreibt uns: Kürzlich ist in B t n g c n eineg ew c rb l ich e Fo r t b i l b u it g s- schul e" in Anweseul-eit von Vertretern ber staatlichen unb stabil scheu Behörbeu, sowie ber verschiebeneu gcioerblicpen Beiufsgruppcn eröffnet roorben. Es ist bies eine ber ersten Sckiulen Hessens, bic eine Verbi nbung von Fortbildungsschule unb Sonn­tag s s ch u l e barstellt. ImGewerbcblatt"^ heißt cs barüber: ,,Abweicheitb von bem seitherigen Abenb- .Fortbilbungs unb Lonntagsuuterricht wirb in Zukunft ber Unterricht bcr gewerb­lichen Fortbübtuigsschule an einem Werktage unb zwar M itt - wo ch nachmittags nach einem bestimmten Sehrplan erteilt, ber con bcr Großh. Zentralstelle für bie Gewerbe in Tarnistabt genehmigt worben ist. Ferner werben bie einzelnen Hanbwcrk.- gruppen getrennt unb in Fachklasscu untcrricptci, unb zwar in ©nippe a: bic Baugewerbe mib verwanbteu Gewerbe, in Grupped:

Arbeitern gefällt unb aufgelabcn würben. Stach einem einfachen Frühstück, das Die Stabt zu stellen Ijn:, ging es ,urück. Am Tor wurde ber prndige Maien wagen von der dort wieder verianiinettcn jugendlichen Kricgsfchar in Empfang genommen und mit Musik unb Jubel burch bic Stabt bis zu ben Kirchen geleitet.

vertretender Vorsitzender, Türbeck. Klingspor, Stoll, Röhr, Rühl, Rinn, Stammler, Zurbnch unb bet Snnbikus.

1. FortbilbungSschiilzwang für weibliche kauf­männische Sl ngestcllte.

2er Verein weiblicher kaufmännischer Angestellter tu Osicßen l>at bet bei Großh. Bürgermeisterei Gießen bic Einführung bes FortbilDungssamlzwaiigS für bic int Haubclsgcwcrbc tätigen iveib lichen Angestellten beantragt. Von Der Oiroßh. Bürgermeister, i über Diesen Antrag zu einer gutachtlichen Acußcruug anigcsorbcri, erhebt bic Hanbclskamnicr nach einem auvfülrrlidicn Sicferat bes Synbikus bic iiachstchcnbe Erklärung zum Beschlüsse: Tie Han- bclskammcr erkennt bic Stotwenbigkcit einer besseren Aus- und Fortbildung für die im Hanbelsgeweibe tätigen ivciblichcn An gestellten im Interesse bes gesamten KansmannsstanDes an. Sic ist bcr Sin sicht, daß bie) es Ziel in wirksamer Weise burch 2-in- fühtuug bes ForkbilDungsschulzwaugs erreicht werben tarnt.

Unter au.führlichcr Bcgtünbiing soll int Sinne bieses Be­schlusses an bie Großh. Bürgermeisterei Gießen berichtet werben.

2. Haltestelle bei Block Dorlar.

Von einer großen Anzahl in Gießen kauseuber Interessenten ber Wetzlarer Gcgeub wirb bie Einrichtung einer Haltcstejlc bet Block Torlar an bcr Bahnstrecke GießenWetzlar gewünscht. Torlar sei wohl eine Stauon ber Sinie LollarWetzlar, boch sei bcr Weg über Abcubftern ober Wetzlar nach Gießen mit großen Umstänblichkciten verknüpft. Wiewohl bic seitherigen Bemühungen in bicser Richtung erfolglos geblieben sind, beschließt bic Handelskammer, int Interesse bes Gießener Hanbelsstanbcs nochmals bei ber Eisenbahnverwalkung vorstellig zu werben.

3. Heimlicher Waren handel.

Ter sogenannte heimliche ober niiangemclbetc Warenhanbcl ist schon seit langem Gegcnstanb ernster Klagen ber Detaillisten. Zur Behebung bicses SAißstanbes forbern sie üt Eingaben an bie gesctzgcbeiibcn Körperschaften eine Aenbcrung ber Gcwcrbc- orbiiung oahtn, baß jebe Warcnoerrnittelung in größerem Maß­stabe anmelbepslichtig ist unb baß berjenige, bcr Waren vermittelt, auch bies äußerlich unb für jcberntQnn erkenntlich zum Ausbruck bringen muß. Tie Hanbclskämmet erklärt ihre Zusttmmung ju biefen Bestrebungen.

4. Prüfuitg des Grüiidunbshergangs einer Aktiengesellfchaft.

Zur Prüfung des Grüubuugshcrgangs der in eine Akticn- gescllschatt umgewanoeltcii Wcrkzeugmafchinenfabrik unb Eisen­gießerei von Hcyligcnstaedt & Eomp bestellt bic Handelskammer in Gemäßheit von tz 192 H. G. B. die Herren Prokurist Her­mann Wül-Gießen unb Ingenieur Eonstantin Menlc Frankfurt am Main zu Revisoren.

5. Bekämpfung ber Winkelbankiers.

Der Zentralverbanb des Teutschen Bank- unb Bankieraewerbcs in Berlin hat neuerbings bie Bekämpfung der Winkelbankiers badurch zu förbern gesucht, daß er in seinen Geschäftsräunicn eine besondere Zentralstelle errichtet hat, bereit Ausgabe es fein soll, bas einschlägige ^Material zu sammeln unb zu prüfen, bas Pu­blikum burch öffentliche Warnungen von bcbenflid)cn Geschäfts- verbinbungen abzuhaltcn unb bie weitere Verfolgung ber ein­zelnen Fälle zu betreiben. In seinem Vorhaben hat ber Vcrbanb bie Unterstützung bes preußischen Ministeriums des Innern, der Justiz unb bes Ministeriums für Handel unb Gewerbe baburd) erfahren, baß von btesen Behörbcn entsprechende Anweisungen an die Polizeibehörden ergangen sind. Von dem Großh. Mini­sterium des Innern um eine Aeußerung darüber ersucht, ob auch für das Großherzogtum Hessen bcr Erlaß einer Anweisung an bie Polizeibehörbeu nach bem Vorgänge Preußens crforbcrlid) erscheint, hat bie Hanbelskammcr auf Grund der cmgcftelltcn Erhebungen die gestellte Frage bejaht.

6. Einheitliche Regelung der Feier des Buß - und Bet tag es.

Die Gwßherzogliche Handelstammer Lssenbach ist bei dem Großh. Ministerium des Innern dahin vorstellig geworden, daß die Großh. Regierung einer eventuellen Verlegung des hessischen Bußtages auf denselben Wochentag, an welchem die Feier des preußischen Buß- und Bettages ftatmnbct, zusttmmeu möge. Tenn bie Schaffung eines neuen Feiertages würbe für Hessen mit wirt­schaftlichen Nachteilen, unter welchen befonbers Handel unb Jn- bufirie zu leiben hätten, verbunben sein. Um Unterstützung dieser Eingabe ersucht, hat uch bie Hanbelskimmer gleichfalls gegen eine Verlegung bes hessiichen Buß- unb Betrages ausgesprochen, weil Tein triftiger Gruub vorlicge, eine Aenberung in ben bis­herigen Zuständen eintreten zu lassen.

7. Bestellung von Sachverständigen.

Einem von der Handelskammer gestellten Slntrag entsprechend find nunmehr von dem Großh. Amtsgericht Gießen die Herren Siegmund Rosenbaum, Moritz Strauß unb Louis Wetterhahn, sämtlich in Gießen, als Sachverstänbige zur Begutachtung von (betreibe, Mehl, Kartoffeln, Futter- und Düngemitteln im all­gemeinen verpflichtet worden.

8. Nacht-Fernsprechdienst.

Tie Kaiserl. Lber-Postdirekkion Darmstadt hat bie Abhaltung des beschränkten Stachtdienstes bei der hiesigen Ferm'prech-Ver- mittelungsstelle aus Die Dauer eines weiteren Jahres genehmigt, nachdem Die Handelskammer die Gewährleistungssumme von 650 Mark wiederum übernommen hat.

9. Fernsprechverkehr Gießen Frankfurt a. M.

Slus Grund neuerdings eingelauiener Klagen über die lange Tauer in der Vermittelung von Gesprächen zwischen Gießen und Frankfurt a. M.,^ welche ihre Ursache nur in einer Ueberlaftung der vorhandenen Fernsprechleitungen haben kann, hat die Handels­kammer bei ber Kaiserl. Cber-Postdirettion Darmstadt bic baldige Herstellung einer weiteren Fernsprcchleitung GießenFraiikfurt am Main beantragt.

10. Lage bes Eisenerz-Bergbaues im Kammer­bezirk.

Der Königl. Eifcnbahndircitton Frankfurt a. 9N. wurde der übliche Bericht über bie Sage bes Eisenerz-Bergbaues im Kammer- bezirk während der Zeit vom 1. Oktober 1910 bis 31. März 1911 erstattet.

11. Eisenbahnprojekt Alsfeld Niederaula- Her s f e l d.

Eine Anfrage ber Handelskammer Trier hat der Handels-

Zweites Blatt W. Zahrgang

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General-Anzeiger für Sderhesfen

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