Ausgabe 
5.5.1911 Drittes Blatt
 
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f Mg. Dr.' Pfeiffer ^ZenkrIZ.

r©ec 'Herr Referent hat sehr temperamentzE ^"hier ^lnen eigenen Standpunkt dargelegt, aber nicht den der Kvirrmission. Stellen Sie sich vor, daß in der Duma der 2«rag gestellt würde, die russische Schrift abzuschaffen. (Zu- xufht!»: Tas wäre sehr vernünftig!) Was würde man mit dem Mann machen. (Zuruf rechts: Rausschmeißen l Heiterkeit.) Es vewuethd), baf; die deutsche Schrift ohnehin bei uns vielfach veaachtciugt wird. Die ersten Schreibmaschinen mit deutscher ^rchmft kamen ans Amerika. Die deutsche Schrift geht neben

Entwicklung des deutschen Volks und der deutschen Geschichte 5*®* sotten unsere geistigen Schätze besser bewahren. Die H«^»tsache ist, daß man darauf hinausgeht, die deutsche Schrift var-ächlrch zu beseitigen. Das würde dec tatsächliche Erfolg sein.

-petitronSstürnren soll man uns nicht kommen. TaS ist immer so, wie vor Gericht, wo der eine sagte: Ich bringe zwei Zeugen, d« es geschen haben! worauf der andere erwiderte: Ich bringe Manzig, die es nicht gesehen haben. (Heiterkeit.) lieber die o®9e der leichteren Lesbarkeit der Schrift und der Schoruuig E 5?0cn bestehen große Meinungsverschiedenheiten.

Man doktert ja jetzt immerfort an der deutschen Sprache und bec deutschen Schrift herum. Wenn man den Herren den kleinen »"rqec gibt, dann werden sie bald die ganze Hand verlangen. Es gibt Zeitschriften, die in Antiqua gedruckt sind, bei denen man sich fragt: hängt das Ding nun richtig, oder ist es verkehrt ge. druckt? Der Streit um Antiqua und Fraktur ist schon Jahr­hunderte alt. Luther hat mit gutem Grund seine Predigten rn deutscher Schrift ins Volk geworfen, weil er als deutscher Mann sich ans deutsche Volk wandte. (Zurufe links: Luther? Hört! Hört!) Ich spreche hier nur von meinem beruflichen St<rndpm>kt als Bibliothekar. (Aha! links.) Ich stimme dem Antrag Bindewald zu. (Lebhafter Beifall.) Im deutschen Parlament haben wir die Pflicht, für unsere b« währte deutsche Schrift einzutreten. (Brau­sender Beifallssturm.)

Abg. Henning (Kons.) spricht in gleichem .Sinne, im Ein« zelnen nicht verständlich.

Abg. Geck (Soz.)r

Ich stelle fest, daß der Beschluß der Konunission ein­stimmig angenommen ist. (Hört! Hört!) Die Herren, stch f° sehr entrüsten, haben ihr nationales Herz entdeckt, als sie außerhalb des Hauses toaren. (Heiterkeit.) .ich habe vorhin in der Lohnliste draußen vor der Tur des Hauses nachgesehen und siehe da von allen den Herren, die ich hier sehe, habe sich ganze zwölf als gute Deutsche erwiesen, indem sie ihren kkamen in deutscher Schrift eingetragen haben, alle anderen in Antiqua. (Große Heiterkeit.) Als guter Zentrumsmann ist auch Herr Pfeiffer Lateiner (Heiterkeit), auch er steht draußen mit seinem guten deutschen Namen in Antiqua. (Heiterkeit.) Hoffent­lich werden Sie Ihre patriotische Anwandlung nicht soweit aus- vehnen, daß Sie all den Herren die Diäten entziehen. (Große Heiterkeit.) Herr Pfeiffer hat sich auch hier als Künstler und Kunstfreund gezeigt, seine Kunstliebe hat ihn verleitet, für die Eothik einzutreien. Es fällt ja aber niemand von uns ein, die Gothic zu beseitigen und der Kunst eine wichtige Handhabe zu entziehen.

streitet sich doch auch darum, welche Kurzschrift die beste tft; haben Sie schon gehört, daß man deswegen in patriotische Entrüstung gekommen ist? Ist auch nur irgend ein Studenten- zrrkel möglich ohne Antiqua? Die lateinische Schrift ist die inter­nationale Verkehrs- und Verständigungsschcift. liegt im Iliterefse der Kultur und Hygiene.

Abg. Dr. Stresemann (Natl.)-

Die Frage hat eine außerordentlich große Erregung in weiten ötceifen hervorgerufen. Es spielt da ein anerkennenswerter Jde- puSmuä mit. Aber die Tragweite des Beschlusses, den wir heute «fassen, wird außerordexitlich überschätzt. Die Fraktur ist, so wird behauptet, eine deutsche Schrift, d > e deutsche Schrift, die Schrift der deutschen Kultur. Ja, wenn das richtig ist, warum wird denn auf den deutschen Schulen daneben noch Antiqua gelernt? Es gibt Namen von bestem Klang in der deutschen Ge­schichte, die für Fraktur, und Namen von bestem Klang, die für Antiqua sind. Da sprechen Sie doch nicht den einen deutsches Empfinden ab! Jakob Grimm auf der einen, Bismarck auf der anderen Seite! Der Briefwechsel mit Charlotte von Stein ist auf Anordnung Goethes in Antiqua geschrieben, von der ersten bis zur letzten Zeile. Die Goethegesellschaft bedient sich durchweg der Antiqua, weil sie glaubt, im Geiste Goethes zu handeln. Der Verband deutscher Handlungsgehilfen hat sich ein­stimmig für den Kommissionsbeschluß ausgesprochen, ebenso der deutsch-nationale amerikanische Lehrerverband. Das gibt doch zu denkem Letzten Endes ist es eine Zweckmäßigkeitsfrage, wenn Zwei Schriften neben einander gehen, welche von ihnen geeignet ist, unsere deutsche Kultur besser zum Verständnis des Auslandes zu bringen. Dr. Arning hat mich gebeten mitzuteilen, daß, als der Vurenkrieg tobte, in Afrika die Haltung des deutschen Volkes wenig Verständnis fand. Und als er erstaunt danach fragte, da wurde ihm gesagt: sorgen Sie dafür, daß Ihre gelesenslen deutschen Zeitungen in Antiqua erscheinen, dann könnten wir deutschen Pioniere mehr für das Deutschtum eintreten. Das ist feine Par- teifrage. t

Abg. D. Naumann (Vp.)k

Es handelt sich in keiner Weist um eine Parteiangelegenheit; sondern jeden einzelnen leitet fein künstlerisches, wissenschaftliches, deutschsprachliches Empfinden. In diesem Sinne unterscheide ich mich von meinem Parteigenosien Stengel, der sowohl als Referent nie als Privatmann gesprochen hat. Tie psyckvlogische und die charakterologische Seite darf man nicht unterschätzen. Goethe, nenn er einTenkmal setzt, wenn er etwas ganz ausgefeilt hirftekt, nimmt allerdings die Antiqua; das meiste, was wir von ihm -aben, tvas aus Fluß, aus Geist herauskommt, ist trotzdem in Deutsch geschrieben. Ist denn in den romanischen Ländern, die nicht in den Schulen mit deutscher Schrift geplagt werden, der Geist und die Energie soviel besser entwickelt? (Sehr gut!) Unsere Kaufleute klagen sehr über die Schrift in den Briefen, die sie aus Frankreich bekomnien.

Die Verhandlung dauert fort.

Freitag: Rcichsversicherungsordnung.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 5. Mai 1911.

" Vost - Personaln ach richten. Angenommen zum Postanwärter: Feldwebel Sachs in Heppenheim a. d. Bergslr. 93 e ft a n b c u: J)ie Poslsekrelarprüfung Ober-Poüassistent Volk in Offenbach, die Telegravhenassisleiitenprnfimg Telegraphenanwärter E h in i g in Mainz. U e b e r t r a g e n: dein Postsekretär « ohl - Hase ans Offenbach eine Ober-Postsekretärstelle bei dem Postamt in Gießen, dem Ober-Postassistenten Foren köpf in Darmstadt eine Bureaubeamlenstetle 2. Klasse bei der Ober-Posldirektion. Etatsmäßig a n g e st e l l t: Postsekrelär Mantel in Mainz. Versetzt: Die Postsekretäre B e ck e r von Heppenheim a. d. Berg­straße nach Darmstadt und Karg von Darmstadt nach Köln; die Postässislenlen Altvater von Gernsheim nach Hagen i. Wests., 23 u e b von Krozingen nach Mainz und Herms von Gebern nach Zörbig (Bez. Halle); der Telegraphenassistent Walcker von Mainz nach Konstanz. Entlassen: Telegraphengehilie Daniel in Mainz.

"DerJahresberichtderKrieqerkameradschaft Hassia" über das 36. Verbandsjahr 1910 (das 39. der alten Hcüsia") ist erschienen. Danach schlossen sich dem Landesverband 16 Vereine an, bis aui vier Neugründungen des Jahres. Aktive Mitglieder zählen diese 16 vereine 832 und passive 86. Ter Militär- verein Semd hat sich auigelöst. Der reine Zuwachs beträgt daher 15 Vereine. Am Schlüsse des Jahres besaß dieHassia" 964 Ver­eine nut 61829 aktiven (Ende 1909 = 60 537) und 6338 passiven (Ende 1909 6692), zusammen 68 167 Mitglieder (1909 = 66 795). Die Vermehrung beläuft sich sonach aus 968 'Mitglieder. Der Kapitalienstock derüaifm" und ihrer Stiftungen hat Ende 1910 eine Höhe von 263 903,23 Mk. erreicht. Das bedeutet im Vergleich mit dem Vorjahre eine Vermögenszunahme von 15 668,23 Mk. Das Kapitalvermögen der Verbandsvercinc betrug 628 387 Mk.,

Universitäts-Nachrichten.

Hk. Das neue österreichische Wehrgesetz soll, wie dieKlin.-ckherapeut. Wochenschr." mitteilt, folgende Acndernng im Präsenzdienst der einjährig-freiwilligem Mediziner erhalten. Während sie bisher sechs Monate als Soldaten bet der Truppe und sechs Monate nach Erlangung des Doktorgrades als Assistenzarzt-Stellvertreter dienten, soll «nun der Truppendienst auf drei Monate, welche in die Universitätsferien fallen, beschränkt werden. Dagegen wird der militärärztliche Dienst auf neun Monate ausgedehnt, von welchen seä)s Monate dem Spitaldienste, drei dem Dienste als Truppen­arzt gewidmet fein sollen.

Gerrchtssaal.

Leipzig, 4. Mai. Vor dem vereinigten zweiten und dritten Strafsenat deS Reichsgerichts begann heute der Spionageprozeß gegen den ehemaligen Souffleur des pol­nischen Theaters in .Posen, Siegmund Zbierski. Im Eröffnungsbeschluß wird er des versuchten Verrates mili­tärischer Geheimnisse beschuldigt. Er' soll versucht HMen,

gegen Ende 1909 = 607 705 Mk. Die Bibliothek des Verbandes besitzt jetzt 973 Bände, hat sonach in 1910 eine Vermehrung um 86 Bände erfahren. Einschließlich der Neuanschaffungen für die Ausstattung der Geschäflsstelle hat das Verbandsinventar nunmehr einen Werl von 5500 Mk. Die Vereine schätzten ihr Mobilien­eigentum Ende 1910 aui 479 322 Mk., Ende 1909 aui 472 039 Mk. Dte Eiuuahmen betrugen 95 256,14 'Ulf., die Ausgaben 86 702,45 Alk., ergibt einen Kassenvorrat von 8553,69 Mk. Der Voranschlag für [911 schließt mit 70 931,25 'Ulf. Die Entwickelung derHassia"- eterbefafie ist in ein ruhigeres Tempo gefommen. Ihr Stand ist heule 4189 079 Mf. Versicherungskapital auf 16 350 versicherte Per- {onen. Gegen das Vorjahr 965 GUI Mk. Versicherungskapilal und c-850 versicherte Personen mehr. Im Jahre 1910 kamen 135 Sterbe- fätle zur Auszahlung mit 19 728 'Ulf., im ganzen bis jetzt seit Be­stehen der Kasse (1. Oftober 1907) 344 Slerbefälle mit 45 448 'Ulf. ".!'?b^ahlten Versicherungsgeldern. Hinsichtlich der Verems- tätigkeil stand im Vordergrund des Interesses der .Veteranen-Appell in Darmstadt, der am 14. August unter Teilnahme von 6000 Kame­raden in glänzender Weise verlief. Die Veteranenfahrteii nach den Schlachtfeldern von 1870/71 gelangten in großer Zahl zur Ausführung, weil die Eisenbahn -Verwaltungen ganz anßer- gewöhnlich günstige Vorzugsbedingungen bewilligt hatten. schwere Verluste erlitt dieHassia" durch den plötzlichen Tod ihres Ehrenmitgliedes, des Grafen Waldemar von Öriola, der am 16. April in Berlin an den Folgen eines Unfalles starb, und durch das am 29. August erfolgte Hinscheiben des 1. Präsidenten, General­leutnant Hof, der fast 6 Jahre lang die LeiliNig des Verbandes hatte. Ter geschaflsführende Vorstaiid setzt sich nunniehr wie folgt ziisanimen: Freiherr von Heyl, Generalniajor a la suite der Kavallerie, Darmstadt, 1. Präsident; Beck, Ulajor a. D., Darm­stadt, 1 stellvertr. Präsident, Referent für die laufende Kassen- oerwaltung; Dr. Vogt, Medizinalrat, Butzbach, 2. stellvertr. Präsi­dent und 1. Schriftführer, Referent für Neuausnahmen, Fahnen- gesuche, Jahresberichte, Ehrentafeln, Lotterie; Dr. Lahr, Obei> amtsrichter, Geh. Justizrat, Hauptmann d. L. a. D., Darmstadt, 2- Schriftführer, Referent für Beschwerde-, Streitsachen, Zürich- Versicherung und die Lebensversicherung; Waldecker, Hauptmann d. L. a. T., Darmstadt, Schatzmeister, Referent über den Kyffhänser- 23und, Redafteur desHessischen Kamerad" und Geschäftsführer der SterbefasseFriedrich Wilhelm".

** Gießener Volksbad. Im April ds. Js. wurden 9058 Bäder verabreicht gegen 8645 im März 1911 und 9072 im April 1910 oder im Durchschnitt täglich 302 Bäder gegen 279 un März 1911 und 302 im April 1910. Der Besuch im einzelnen verteilt sich wie folgt:

Schwimmbad: 3459 Männer, darunter 1199 zu 10 Psg., 789 Frauen, 190 10

Wannenbäder 1. Klasse 242 Männer, 74 Frauen, 2. 810 508

Brausebäder 1. Klasse 1057 Männer, 352 Frauen,

E . .» ..2- . ,, . 1223 422

-lampf- u. Herßluftbäder, sowie Massage zus. 107 Männer, 15 Frauen. Die Personenwage wurde von 220 Personen benutzt und das Bad von 3 Personen besichtigt.

"Ritt dem Schutz der Vögel beschäftigt sich eine in der heutigen Nummer enthaltene Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts, worauf besonders hingemiesen sei.

Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach, 4. Mai. In Her heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde für die Lungenheil­stätte in Davos außer dem jährlich zu entrichtenden Beitrag ein außerordentlicher Betrag von 100 Mk. bewilligt. Der Fehlbetrag in Höhe von 9709.49 Mk., der durch die Ver­untreuungen des ehemaligen Vorstehers der Jnvalidenver- sicherungsstelle Ripper entstanden ist, soll auf iden Vor­anschlag verbucht werden. Die Gevichtskosten, die durch die aussichtslose Einklage des Fehlbetrages entstanden sind, be­ziffern sich auf 956.20 Mk. Die Schaffung einer vertrag­lich gu besetzenden Stelle eines Gartentechnikers anstelle eines vorhandenen Gärtners wurde beschlossen. Der Ge­halt soll ans der für Gärtner vorgesehenen Lohnsumme bestritten werden. Für die Erneuerung und Versetzung der Akkumulatorenbatterie des alten Elektrizitätswerkes nach der neuen Zentrale wurden 42 000 Mk. bewilligt. Die Stadtverordneten erklärten sich damit einverstanden, daß die noch zur Verfügung stehenden Zinsen aus der Kl-afft- schen Stiftung aus dem Rechnungsjahr 1910 im Betrage von 2507.13 Mk. mit 600 Mk. dem Verein für Naturkunde für Mufeumszwecke, 500 Mk. der Ferienkolonie und 1407.13 Mk. der städtischen Beratungsstelle für Säuglings- unb Mutterschutz zum Zwecke der Verleihung von Still­prämien überwiesen werden. Außerhalb der Tagesordnung brachte Beigeordneter Walter einen Dringlichkeitsantrag ein, für die maschinelle Anlage des neuen Elektrizitätswerkes, das bereits zum 1. Dezember dem Betrieb übergeben werden soll, die erforderlichen Mittel in Höhe von 300 000 Mk. zu bewilligen. Die Angelegenheit soll erst int Verfassungs­ausschuß beraten werden.

d. Mainz, 4. Mai. In der H o l z i n d u st r i e ist heute eine Einigung zu Stande gekommen. Nach längerer Beratung zwischen den Vorständen des Möbelfabrikanten- und Schreinermeister-Verbandes und den Vertrauensleuten der vereinigten Holzarbeiter wurde ein auf vier Jahre laufender Vertrag angenommen. Die Arbeiter erhalten eine Lohn- erhöhung von 6 Pfg., die sich auf die vier Jahre verteilt; die Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stunde an Sams­tagen tritt mit nächstem Jahre in Kraft. Außerdem wird ein Schlichtungsausschuß eingesetzt. In einer am Abend ab­gehaltenen Versaminlung der Holzarbeiter wurde diesen Ab- inachungen zugestimmt.

Kreis Wetzlar.

= (Steifen ft ein, 3. Mai. Die Ruine Greifenstein, die bisher im Innern ein wüstes Durcheinander bot, scheint neuerdings einer gründlichen Aufräumung unterzogen wer­den zu sollen. Unter Leitung des Burgbaumeisters Seiler- Braunfels sollen die Fundamente der Feste freigelegt werden, um dadurch einen vollständigen Lageplan der Burg­anlage zu gewinnen. Auf welche Art die Burg in den jetzigen Zustand gekommen ist, darüber schweigt die Geschichte. War doch die Feste Greifenstein selbst für den französischen Ge­neral Turenne uneinnehmbar.

sich Schriften usw. zu verschaffen, die in WirMchLeit wbefl nach feiner Meinung geeignet waren, die Sicherheit des» deutschen Reiches zu gefährden, und dies in der Absicht getan zu haben, sie einer fremden Regierung zu übern Mitteln. Geladen sind zwei Sachverständige und sechs Zeugen. Zbierski kann sich nur durch einen Dolmetschen verständlich machen. Auf Antrag des Reichsanwalts Frei­herrn Eberz und .Rockenstein wurde wegen Gefährdunig> der Staatssicherheit für die ganze Verhandlungsdauer die Oeffentlichkeit ausgeschloffen.

Wandern und Heilen, Bäder und Sommerfrischen.

# Deutsche Verkehrspropaganda in Amerika u n d England. Zur Heranziehung des amerikanischen und enq. liscl)en Fremdenverkehrs hat der Verlag der illustrierten Zeitschrift Deutschland" in Düsseldorf eine große S o n d e r - N u in m e r f u r A merika (American Travellers Edition 1911) unter Mit- Wirkung der Staatseisenbahnen und Verkehrsvereine Deutschlands in englischer Sprache heransgegeben. In einem stattlichen Bande von 172 Seiten haben .sich Schriftsteller von Rnf ein Stelldichein geg.beii zur Schilderung der dentschen Städte mit ihren hervor- raqcnditen Sehenswürdigkeiten und der landschaftlich schönsten Ge­biete Deutschlands. Heber 200 künstlerische Illustrationen führen nns von der Reichshanptstadt in die großen initleideutschen '13er- kehrszentren Leipzig und Dresden, in den deutschen Osten, den Harz imd die Thüringen Lande, an die Wasserkante mit den interessanten Küsten- imb Hafenstädten, in die vornehinen Fremdenstädte Hannover, Kassel, Hildesheim und Brannschweig. Durch den Nordwesten Tentschlands geht es in die Städte der Jndnstrie uiid Arbeit, von Essen zum lieblichen Niederrhein nach Düsseldorf, wo wir Kunst, Schönheit nnd Jndnstrie in dem reizvollen Rahmen der ^Rheinischen Gartenstadt" vereinigt finden. Do in heiligen Köln mit feinem ein­zigen Tom und der alten Kaiserstadt Aachen gelangen wir an Bonn und dem Siebengebirge vorbei an den romantischen Rhein und ferne idyllischen Seitentäler. Wir begrüßen das Deutsche Eck am Zu­sammenfluß von Rhein nnd Niosel, genießen das herrliche Pano­rama von Deutschlands schöiistem Strom zwischen Koblenz und dem goldenen Mainz, ivähreiid uns aus der Ferne Frankfurt, die Höhen des Taunus mit seinen berühmten Bädern, die Bergstraße und ,Alt-Heidelberg", Straßburg, sein berühmtes Münster und die Vogesen grüßen. Von Mannheim wandern wir durch das Badener Land mit seinem Schwarzwald und Schwabenland imb beende« unsere Reise in München und im Bayrischen Hochland. Es war ein kühnes und schivienges Unterfangen, im Rahmen eines einzigen, wenn auch umfangreichen Bandes, den Toiwisten durch die deutschen Lande zii führen. Die Zeitschrift mußte sich daher darauf be- chränken, durch besonders markante Striche das riesige Panorama festznhalten. Text imi) reicher emgeitreutcr Bilberschmnck erfüllen diesen Zweck in sehr gelungener Weise. Tie Fülle prächtiger Jliu- Irationen ist nicht nur geeignet, den Fremden zu zeigen, daß Deutsch- lands Gaue eines der hervorragendsten Tonristenlänber bilden, sie werben vielleicht auch manchem Deutschen, bem bas Anslanb oft "der bie Heimat geht, bie Augen für bie Sehenswürbigkeiten und Naturschönheiten im eigenen Lanbe etwas öffnen. Die Nummer bringt als Einleitung brei sehr interessante Aufsätze zur Würbigunq ber beutsch-amerikanischeii Beziehungen von Dr. Drechsler im. Amerika-Institut, Professor 'Ul ü n ft e r b e r g, bem amerikanischen Austausch-Prosessor unb 1. Direktor bes im vergangenen Jahre qegrünbeten Anierika-Jnstitnts in Berlin, und Herniaiin Ridder dein Verleger der Newyorker Staatszeitung. Besonders hervor­gehoben sei ferner noch ein Aufsatz über das'deutsche Verkehrswesen von Geheimrat Dr. von der Leyen.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

G i e ß e n, den 5. Mai 1911.

Einer langgehegten Idee, die inzivischen zahlreiche Freunde gefunden hat, erneut Ausdruck zu verleihen und gleichzeitig mi- seren verehrten Stadtvätern die Bitte zu unterbreiten, unseren. Vor- chlag willkommen zu heißen und baldigst zur Ausführung yi bringen, soll der Zweck dieser. Zeilen sein.

In letzter Zeit ist unser Städtebild sehr verschönert worden durch die gärtnerischen, noch nicht ganz abgeschlossenen Anlagen, >te beide Wieseckufcr zieren und warhaft herzerquickend ist der Blick von der Wicscckbrücke bis Bahnhofstraße und Frank­furter Straße, wenn er die Alicestraße entlang streicht. Nur eines wirkt störend, die armselige Wieseck selbst. Wie viel schöner, wie vollendet in seinem Ganzen würde es wirken, wenn die Wasser­fläche doppelt so breit wäre, als sie jetzt ist und so tief, das; nicht der verunreinigte Grund der Wieseck zu schauen wäre, daß Schwäne ungestört darauf hinziehen könnten.

Dies alles zu erweichen, wäre eine Kleinigkeit. Zahlreiche Anhänger hat das Projekt einer Stauung der Wiescck um ca. 1 m kurz vor dem Cisenbahuviadukt und dem Einfluß des alten Stadd- grabens bereits gewonnen und ein gut Teil der Kosten würde- aus deren Kreisen zur Verfügung gestellt. Es wäre eine breite Schleuse dort zu errichten, die eine einmalige Reinigung des Wiesecö- grundes im Jahre ermöglichen müßte, und bei Hochwasser das Andrängen des Lahnwassers zurückhalten könne. Einige Schwan- l>äuser müßten ihren Einwohnern Schutz vor Regen und Mlte bieten.

Wer etwas Sinn für Schönheit hat, muß diesem Projekt ge­wogen sein und unverständlich ist cs dem Einsender dieser Zeilen, der als Laie sich gewichtige Gegengründe nicht benfen kann, daß es nicht schon früher zur Durchführung kam.

kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag den 7. Mai, Jubilate: Gotterdienst.

3n der Stabtlirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Prof. D. E ck.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst.

Pfarrer Schwabe.

Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.

Pfarrer Schwabe.

3n ber Zohannerkirche.

Vormittags 9*/3 Uhr: Pfarrer Ausfelb.

Vormittags 11 Uhr: Kinberkirche für bie Johann es gemeinde.

Pfarrer A u § f e I b.

Abenbs 8 Uhr: Bibelbesprechnng im Johannessaal.

Nächstkünftigen Sonntag Eaniate, ben 14. Mai, nehmen in beiben Kirchen bie Frühgottesdienste nm 8 Uhr und in Ver­bindung damit die Christenlehren für die Nenkonfirmierten wieder ihren Äniang, und zwar zum erstenmal für bie Neukonfirmierten aus ber Markus- unb Johannes gemeinde. Die Eltern werben gebeten, ihre Hinber bazn anzuhalten. Ebenso ergeht an die Dienstherrschaften und Lehrherren die Bitte, dafür bie Zeit frei­geben zu wollen.

Katholische Gemeinde.

Gottesdienst.

Samstag ben 6. Mai 1911:

Nachmittags um 5 Uhr unb abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

Sonntag den 7. Mai, 3. Sonntag nach Ostern: Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte.

um 7 Uhr: Die erste heil. Diesse.

, um 8 Uhr: Austeiliing bet hl. Kommunion.

um 9 Uhr: Hochamt mit Prebigt.

, um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.

Nachmittags nm 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.

Dienstag nnd Freitag abend um 6X Uhr ist Uiaianbachl.

Der Aktiengesellschaft Apollinaris-Brunnen vor­mals Georg Kreuzberg in Neuenahr ist die alleinige Lieferung des Tafelwassers für die Kabine des Luftschiffs Deut,chland- übcrtragen worden. ' D*/<