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4.3.1911 Drittes Blatt
 
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M Jahrgang

Drittes Blatt

Nr. 54

Erscheint tSgNch mtt NuSnahme beS GermtogS.

DieGießener ZamMendlStter" roerben bem Anzeiger^ viermal wöchentlich bcigelegt, ba3 Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Dierandwlrlfchastlichev 3ctb fragen" erscheinen monatlich zweunal.

Redaktion, Expedition und Tnickere.: Schule ftrage 7. Expedition und Verlag: e-^51. Redaklion:^4S112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.

disferenzen des Herrn Professor Tr. Weber in (Ließen mit der Forstbehörde ist Redner der Meinung, das; Promsor Weber im Rechte sei; cs sei doch diesem in erster Linie darum zu tun, Ersparnisse unnötiger Kulturkostcn in den Stoaiswaldimgen her beizuführeo. Tie Form dieses Streikes forme ihm, dem Redner, freilich auch nicht gefallen und sei im Interesse der Sache zu beklagen.

Abg. Stöptcr (natL. erörtert kurz einige forftlickie Miß-> stände int Vogelsberg und tritt für eine raschere Aufforstung! desselben ein, damit auch Hessens größtes Wasserreservoir wirt- schmstlich besser ausgenutzt werden könne. Weiter unterstützt der Redner die vom '2lbg. Tr. Schmitt angeregte stärkere Verwertung der Buchenschwcllen.

Abg. Tr. Osann naiL1 wünscht, biß man sich heute schon über Vorschläge zu Erivarniffen im Forstwesen äußern möge, 'damit man sie bei den Verhandlungen im Vereins achungsausschuß DcrmcTtbcu könne.

Abg. Raab Sozd bringt eine Reihe lolaler Beschwerden über angebliche Mißstände in der Behandlung der Waldarbeiter vor. Tie Holzarbeiter müßten schon vor Tagesanbruch ihre Arbeit beginnen und hätten bis zum späten Abend auszuharrcu durch diese übergroße Ausnützung der Kräfte würden ami> Ijäuiigcr Unfälle herbeigesührl. Ten .Hauptgrund zur Unzufriedenheit der Waldarbeiter bilde die Akkordarbeit.

Abg. Korell Bbd.) regt an, bei der ictzigen star'.ei! *\a frage nach guten Jagden und den hohen Preisen, die vet den

Vei der Forderung eines Truppenübungsplatzes * für das 14. badische Armeekorps bringt Abg. Hug (Zcntr.) Wuniche der beteiligten Gemeinden vor.

Abg. Haußmann (Vp.).

Leider ist bei der Anlegung des Platzes Württemberg nicht berücksichtigt worden, obgleich der von und vorgeschlagene Platz viel besser geeignet, wäre, als der jetzt in Aussicht genommene.

Generalmajor Staabs:

Natürlich iil mit der größten Sorgfalt vorgegangen worden. Es mußte Rücksicht darauf genommen werden, daß die Truppen nicht unnötig durch unnötige Märsche angestrengt werden. Der gewählte Platz ist durchaus günstig. Ec trägt allen unteren en Rechnung. Tie Truppen können dort mehr geschont toerben als anderswo. Die Wünsche der Gemeinden bezüglich der Ncutani gelber und der Pachibedingungen sollen bcrüasichtigt werden.

Abg. Dr. Punsche (Natl.)t

bemerktzu der Resolution über die Militärlieferun^en, diese sei nicht etwa fo gemeint, daß die Privatindustrie einfach ausge- schaltet werden solle, sondern die Militärverwaltung soll in ihren eigenen Betrieben eine Kostenberechnung ausmacheu, unter Ein­schluß der Ausgaben für Gehälter usw. und das %ur Gruiwlage des Vergleiches der Preise machen. Man müsse die Privatindustrie, wenn sie für den Mobilmachungssall liefern soll, instand setzen, auch im Frieden ihre Einrichtungen dafür aufrecht zu erhalten.

Die Ausgaben deL Militäretats werden genehmigt. Beim Württemberg:scheu Etat nimmt das Wort

Württemb. MilitörbcvollmächtigtLr General b. Toner:

Ich war nicht im Saal, als der Abgeordnete Keil seine Rede begann. Wie ich höre, hat er sich Ausfälle gegen das württcm. bergische Kriegsministerium erlaubt, die der Herr Praiuent schon als ungehörig zurückgewiesen hat. Herr Keil hat bmnit wir gezeigt, wie sehr er geneigt ist, sich über b c r f a iu n g 8 mäßige Grundlagen leicht hinwegzu setzen. Iw weise seinen Angriff auf das würltcmbergische Ariegsministerium auf das allerentschiedenste zurück.

Beim außerordentlichen EtatFestungen" verweist Abg. TrimOom (Zcntr.) auf die R a v o n b e s ch r ä n k n n ge n , unter denen die Festungsstädte zu leiden haben, z. B. Köln. Bon der L u f t s ch i f sa h i t sind infolgedessen diese Städte ousgeschlonen, weil Festungen nicht überflogen werden dürfen. Vielleicht liest der Kriegsminister den entsprechenden Teil einer Rede, die ich beim Zuwachssteuergesetz gestalten stabe, nach. (Heiterkeit.) Ich bitte, die Eingabe der Stadt Köln zu berücksichtigen.

Generalmajor Wandel:

Wir sind genötigt, unsere Festungen zu schützen, werden aber die Eingabe der Stadt Köln wohlwollend erwägen.

Der außerordentliche Etat wird erledigt, ebenso die Ein« nahmen vor dem TitelErlös aus dem Verkaufe von Grund« stücken" (Tcmpelhofer Feld).

Ein VertagnngLantrag wird angenommen.

Abg. Keil (Soz.)'

persönlich: Wir merken nur selten, daß wir ein württembergisches .Ariegsministerium buben, vielleicht ist das ganz gut. Es ist mir nicht eingefallen, ausfällig zu werden.

. rotunn: Dienstag 2 Uhr.

Schluß 6!L Uhr.

Samstag, 4- März

Rotationsdruck und Verlag der Vrui-. gen Universitäts - Buch- und cteinbrudcvci.

R. Lange, Dießen.

bringt Dünsche der Feuerwerks» unb Zeugoffiziere auf Gleich­stellung mit den Fromoffizieren zur Sprache. Diese Wünsche be» ziehen sich nicht nur auf finanzielle Fragen, sondern die Feuer­werks« und Zeugoffiziere wollen auch die Möglichkeit haben, ein­mal Hauptmann zu werden. Die Feuerwerks, und Zeugoffiziere werden wie Stiefkinder behandelt unb sind verstimmt über die ihnen gegenüber seit Jahren befolgte Politik der Zurücksetzung und Demütigung.

Generalmajor Wandel:

Die Vorwürfe des Vorredners sind durchaus unbegründet. Erst kürzlich ist eine erhebliche Besierstellung der Feuerwerks- und Zeugoffiziere erfolgt. Eine völlige Gleichstellung kann a«8 dien st- -ichen Gründen nicht erfolgen. UebrigcnS besteht der gleiche Zu­stand auch bei der Marine, ohne daß dort zu irgend welchen Reibungen gelommen ist. Tie Feuer wer ksoff-iziere als Stiefkinder ober schlechthin als Arbeitöoffiziere zu bezeichnen, geht nicht an. Wir Offiziere arbeiten alle. (Beifall.)

Abg. Schwärze-Lippstadt (Zentr.):

Die Sozialdemokratie hat kein Recht, Anklagen zu erbeben. Sie verweigert das Budget und alle Steuern. (Abg. Hue: Aber

bezahlen muffen wir siel) Der Redner bespricht die Arbeitsvcr- hältnisse in den Militärwerkstätten seines Wahlkreises.

Aba. Hue (Soz.)"

spricht zur R e s o l u t i o n seiner Fraktion. . Ihr Wortlaut stimmt genau Überein mit der zum Marmee»at euigebrachten unb dort abgelehnten Resolution. Es handelt sich um. d,e L t cf er u n fl»- bedingungen der Heeresverwaltung, die Verpflichtung der Lieferungsfirmen, auf den Abschluß von Tarifverträgen hinzuwirken sowie um die Mitwirkung der Arbc.terauS,chuffe in den Betrieben der Heeresverwaltung. Der Redner bezieht sich be­züglich ber ÄoaliiioiiSf reibet t ber S taat. 5a r beit er auf bte Verhandlungen eines Kongresses der dinJHi(6cn Gewerk- schäften unb bemerkt aus den Widerspruch dcS Abg. BehrenS, die Herren die hier militärfromme Reden hielten, pflegten braunen vor ben Arbeitern Brandreden zu halten. Die Verherrlichung der Firma Krupp die früher Dr. Beumer im ReickStage be­trieben habe, scheine jetzt Herr Behrens übernommen zu staben. Ter Redner spricht emqchend über Attordabzüge, die bet Krupp gemacht seien, über die Wobnungsverhältnisse in Essen, für die er nicht allein die Firma Krupp perantwortlich mache, sondern daS ganze kapitalistische System und verlangt, vom Präsidenten zur Sache gerufen, eine staatliche Regelung des Wohnungswesens für die Arbeiterschaft.

Abg. Mommsen (Vp.):

Wenn Dr. Votistoff gesagt hat. er halte daS Zentrum für st a a t s f e i n d l i ch e r als die Sozialdemokratie, ,o ist das seine persönliche Ucbcrzeugung (Hört! Hört! im Zcntr.), die sehr viele und gute deutsche St'atsbürger heute teilen. Ich wurde das Wort staatsfeindlich weder gegenüber den Sozialdemokraten noch einer anderen Partei, auch nickt der äußersten Rockten gebrauchen. Aber in der heutigen politischen Situation ist für das liberale Bürgertum das Zentrum die allerschwer st e Gefahr. (Unruhe im Zentrum, Lacken rechts.) Darum ist seine Bekämpfung unsere Hauptaufgabe. (Zurufe im Zentrum.) Unserer Partei­leitung ist pon einem Bündnis mit den Sozialdemokraten nichts bekannt. Der Redner sprickt über die ArbeitSverhältrriffe in den Danziger Betrieben und verlangt auch für diese die den Spanbauer Arbeitern bewilligten Zulagen.

Abg. Dr. Will (eil. Zentr.)

geht auf die gestrigen Ausführungen Pot'ckoffS ein. Woher weiß Dr. PottboJ. daß das Arbcitskamincrgcsetz nicht mehr gemacht werden soll? Wir sind jedenfalls nickt schuld, wenn es sckeitert. lOho-Rufc links.) Kommen Sie uns nicht immer mit Prophe­zeiungen, warten Sie doch die Wahlen abk

Abg. Hoch (Soz):

Denken Sie vielleicht, uns macht es großen Spaß,-hier lange Reden zu halten? Wenn wir aber ter Verwaltung nicht fort- während auf die Finger sehen, wird überhaupt nichts für die Arbeiter getan.

Abg. Gicsberis (Zentr.) k

Es ist unser gutes Reckt, hier zu fpredjen. DaS lassen wir uns nickt verkürzen. Wir bitten den Minister, die Behauptungen Hues über Akkordabzüge bei der Firma Krupp zu untersuchen. Wahrscheinlich wird sich Herausstellen, ?.'f, nicht viel daran ist.

Vizepräsident Dr. Schultz

schreitet ein, als auch dieser Redner wieder gewerkschaftliche Strei­tigkeiten anschncidet, unb macht barauf aufmerksam, baß er diese persönlichen Auseinanbcrsetzungen, die mit dem Militäretat durchaus nichts zu tun habe^ nicht mehr zulassen werbe. (Beifall.)

ASd. Keil (Soz.):

Es ist wirklich fraglich, ob bas w ü r t t e m b e r g i s ch e Kriegs Ministerium bas Gelb wert ist, bas dafür ausge­geben wirb.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderheffen

Vizepräsident Dr. Schultz:

Herr Hue hat nicht breiviertel Stunden gesprochen (Abg. öu c: Sehr richtigI Heiterkeit) unb die Frage nur gestrerst. Wenn ich jeden Redner bei jedem Satz zur eadhc rufen woll.> wenn er vom Thema abschwcift, wurden wir überhaupt nicht fertig werden.

Tie ZentrumSrcsolutionen werben angenom­men, die sozialdemokratische wird obgelchnt.

BeimVerkehrswesen" bemängelt

Abg. Carstens (Vp.) die Vertrage bezüglich der sogenannten Subven tionSwagcn ".

Generalmajor Wandel:

ES kommen nur wenige Fabriken in Frage und zwar IS. Tie Verwaltung hat Einheitspreise veranlaßt. Jede tzavrik. Die ein brauchbares Modell liefert, wird zugelasien. Die Behaup­tung, baß Wagen derselben Qualität an Private billiger abge­geben werden als an die Militärverwaltung, ist nicht richtig.

Abg. CarstcnS (Dv.):

Ich habe Beweise m Händen. Private zahlen 17 000 Mk-, die Militärverwaltung 22 OOO Mark.

Generalmajor Wandel:

Bitte, stellen Sie uns das Material zur Verfügung.

Abg. Carstens (Vp.):

Ich bin dazu bereit I

Eine Zentrumsresolution, die einen Ausbau der Pcnsiouö« und Witwen- und Waiscnasse fordert, wird nach kurzer Begründung durch den Abg. Dr. Becker (Köln, Zcntr.) an­genommen.

Angenommen wirb eine Resolution der Bubgctkom- Mission, wonach bei Waffen- unb M u n i t i o n 8 l i e f e - rungen die billiger liefernde Privatindustrie mehr heran­gezogen werben soll.

Deutscher Reichstag.

140. Sitzung, Freitag, den 3. März.

Am Tische des Bundesrats: Frhr. v. Heering en.

Präsident Graf Schwerin-Lowitz eröffnet die Sitzung um 1 tthr 15 Min.

Der millMrefafo

(Neunter Tag.) k

Di« Beratung wird beim .Artillerie- und Waffen - wesen" fortgesetzt.

Abg. Dchrcnß (Wirtsch. Dgg.):

Die Arbeiter bei der Heeresverwaltung sind Si-alsarbeiter, darum können wir ihnen die ganz unbeschränkte Koalitionsfrei, beit nicht zugestehen. Sonst kämen wir zu Zuständen wie beim Eiscnbahncrstrcik in Frankreich. Man soll den Arbeitern aber g^ '.allen, sich verbandsmähig zusammen zu schließen. Natürlich müssen diese Organisationen auf den, Boden staats- treuer Gesinnung stehen. Ten ZentrumSrcsolutionen, die den Arbeitern weitere Rechte gewähren wollen, stimmen wir zu. Die sozialdemokratische Resolution auf

Förderung der Tarifverträge lehnen wir ab. An sich ist unS die Tendenz angenehm, aber die Sach« hätte nur einen Zweck, ivenn einheitlich auf der ganzen Lime vorgegangen würde, und wenn der Reichskanzler alle Refforts dazu verpflichten würde. Der Redner versucht die An­griffe des Abg. Hue beim Marineetat gegen die Firma Krupp zurückzuweisen, wird aber vom Vizepräsidenten Spahn daran ver­hindert. Der Redner legt daher sein Material auf den Tisch des Hauses nieder.

A6g. fViffr. b. Gamp (Rp.):

Ts wäre des Reichstages würdiger, wenn nicht solche Kleinig­keiten hier immer eine so große Rolle spielen würden. (Zustim- mung.) Kein Parlament beschäftigt sich soviel mit solchen Lumpereien wie gerade der deutsche Reichstag. (Lebhafte Zustimmung.) Ein einziges Ressort kann doch gar nickt einseitig vorgehen! Da müssen doch erst alle Verwaltungen Vereinbarungen treffen. Am besten wäre es, alle Resolutionen würden zurückgezogen. (Beifall.) Viel steckt nicht darin! macht wirklich keinen erhebenden Eindruck, wenn eine Pattei immer die andere zu übertrumpfen sucht! (Zustimmung.)

Abg. Dr. Becker (Kölu. Zentr,):

Wir ziehen unsere Resolutionen nicht zurück, wir hoffen viel- mehr auf eine große Mehrheit für sie. Tic Angriffe be3 Tr. Pottboff sind um so unverständlicher, alö die Fortschrittler im preußischen Abgeordnetenhause genau dieselben Resolutionen ein- gebracht haben wie wir hier. (Hört! Hort! im Zentr.) Nicht wir sind staatsfeindlich, sondern die Freisinnigen, die jetzt mit den Sozialdemokraten Zusammengehen. (Zuruf links: Wie Sie früher!) Sorgen Sie nur dafür, daß Sie nicht von Ihre,, roten Freunden untergebuttert werden! Der Redner empfiehlt nochmals den Ausbau der Arbeitcrausschüsse und die Sicherstellung ihrer Mitglieder.

Abg. Zubeil (Soz.):

Auch die freien Gewerkschaften stehen auf dem Boden der Staatsordnung. Für uns sind bic jetzt behandelten Fragen mindestens ebenso wichtig wie die Bewilligung neuer Schiffe ober neuer Bataillone. Im Namen ber Siegburger Arbeiterschaft bitte ich bie AnterschlagungSasfäre noch einmal strena zu untern'ckcn. Ter Redner bringt Wünsche der Arbeiter militärischer Werk­stätten vor unb bespricht besonders die Verhältnisse in Spandau.

Generalmasor Wandel:

Dir sind überzeugt, daß die Straßburger Arbeiter nicht damit einverstanden sind, daß sie vom Abg. Bohle als Sozialdemokraten bezeichnet werden. (Sehr richtig! vecktS.) Tie Techniker sind etwas schwierige Herren und geben fortwährend Grund zu Er­örterungen. Wir baben zur Beseitigung aller Beschwerden zwei Kategorien von Technikern geschaffen. Wir verhindern die AuS- Übung bc5 KoalitionsrechtS nicht, nur lassen wir keine sozialdemo­kratischen unb staatsfeindlickien Tendenzen aufkommen. (Beifall.) Wir sind durchaus bereit, die Wünsche der Arbeiterschaft durch deren Vertreter, die ArbeiterauSschüsie, entgegenzunehmen unb legen der Tätigkeit der Arbeiterausschüsse kein Hindernis in ben Weg. (Widerspruch bei den Soz.) Es ist unrichtig, daß in Spandau eine Wohnungsnot besteht, wie hier behauptet wird.

Abg. Sommer (Vpj)'

bis zu 50 Jahre alt werden, bevor sie in selbständige Stellungen kommen: vielleicht könne man auch durch Verleihung des Titels iyorfhimtmami" c:ivae für die »icpntntion der Forstassistenten tun. Tie Regierung härte bei Zeiten etwas tun rollen, um dem großen Andrang zur Forstkarrieie Einhalt zu tun. Vielleicht empfehle cs sich., die roezielle Forstprofcssnr in Gießen aufzu- heben, icie dies auch München tat, unb die jungen Leute zu veranknien, ihre Fachstudioi wo anders zu machen.

Geh. Rat Milbrand entgegentc kurz und bemerkt, daß die Regierung schon früher vor dem Studium des Forstfaches dic jungen Leute gewarnt hrbc. Zu der vom Finanzausfchuß vorgeschlagcnen Aufhebung der Qberförstereicn Friedberg, Schaaf­heim, Trebur, Miesccl und Worms, der Stellung von zwölf Ober­förstern uni) fünf Assistenten aus den Inhaber, sowie zu dem Vorschlag auf weitere Vereinfachungen in der Forswerwaltung werde sich die Regierung erst äußcm, wenn bic Frage in der Kommission für Vereinfachung ber Staatsverwaltung zur Behänd- limg iomme. Tagegen könne er schon heute erklären, daß die Regierung mit dem weiteren Antrag des Ausschuffes, statt der jetzigen Tagegelder der Obcn'örster einen Ticnstaufwand von 350 Mark für jeden Oberförster zu bewilligen, einverstanden sei.

Abg. Lutz Bbd bespricht die Forswerhälinisse im allgemeinen unb rügt namentlich biß viel zu kostspieligen Bauten für Lber- försterwohuungeu unb forstliche Lict'chaftsgcbäirde. In seinen weiteren Ausführungen betont ber Redner die ^colwendigkeit, unnötige .üuliurtoftqi ju mparen. Bezsvnrch der ?Ncinungs-

Vizepräsident Dr. Schultz:

Das ist eine ganz ungehörige Bemerkung, bie Sie sich sparen konnten!

Abg. Steil (Soz.):

Im Süden sind überall Sozialdemokraten in ben Staats­betrieben. Und wenn sie in bic Kommunen oder Landtage ge­wählt weiden, werden sie beurlaubt unb zwar ohne Lohnabzug. Das sollte ber preußische Kriegsmmister sich zu Herzen Nehmen, unb wenn ihm barüber die Haare zu Berge stehen! (Heiterkeit.) Der RebnöV fordert ben weiteren Ausbau ber Arbeiterausschüffr

Württembergischer Generalmajor Dorrer weift Behauptungen des Vorrebners als unzutreffend zurück. Auf Einzelheiten kann ick nur antworten, wenn ich vorher orientiert werbe. Die Löhne finb erhcblick erhöht worden, auch in Ludwigs­burg. Wünsche der Arbeiicrausschüffc werden stets geprüft und nach Möglichkeit berücksichtigt.

Damit schließt die Aussprache. Es folgen per- sönliche Bemerkungen.

Abg. Hcngsback (Soz.):

Ich habe leider nicht mehr bas Wer« erhalten. Aber geschenkt wirb nichts.

Abg. Dr. Pvtthojf (Vp.):

Auck ich bin nickt für schronkenloie Koalitionsfreiheit, sondern erkenne die geschlichen Beschränkungsn an.

Abg. Behrens (Wir!sch. Vgg.):

Ich weise c-3 zurück, baß ich die ^nkreffc.. ber Großindustrie vertreten haben soll.

Abg. Giesberts (Zentr.):

Ich hatte mich bei in Grafen Schwein erkundigt, ob er eine Ausspracke über bic Essener WohnungcverhältMe zulofscu würde. Er bat das verneint Nun Hot Hue dreivi.rtel Sloaden gesprochen unb mir hat man bas Wort nbactuitten.

hes^che swette Hammer.

R.B. Tarmftadt, 3. '.Olütv

Am Regrerimgstiichc: Staatsminister Ewald, Minister des 3nnem v. Homberg!, Geheimräte Milbrand, Tr. Becker, S ü f f c r t, Best und Geh. Oberjorstrat ^W a l t h e r.

Vizeprösidcnt K o r c l l eröffnet um 9> ? llhr dic Sitzimg. Cs wird sofort in bic Tagesordnung cingctrctcn:

Emzelberalnng des Staatsvoraiischlags.

Kavstel 1, Reste aus früheren Jahren, wird ohne Debatte genehmigt. Bei Kapitel 2, Mameral- und Forftdcmiäncn, gibt Geh. Rat Wilbrand namens der Regierung die Erklärung ab, daß sie mit den Bvischlägelt des Finanzausschusses tinncr- l'tanben sei.

Abg. Tr. Schmitt Zentr.) regt an, die Regierung möge sich für bic größere Verwendung von Holzschwellen bei ben Eisenbahnen interessieren, namentlich bei der preußisch ckessuckren Eisenbahngcmeiuia ast. T: präparierten Holzschwcllcn seien dauerhafter, als Eiscnsckiwellen.

^eh. Oberjorstrat A a l t h e r ist erfreut, baß die Regierung in icrcm Bestreben, ein weiteres Absatzgebiet für die hessischen -Holz,ck>wellcn zu gewinnen, aus dem vause llnlerftützung findet. Tie Forstverweltnng midme bicicr Frage schon fett längerer Jeu fort gesetzt die größte Aufmerksamkeii.

Abg. o. Brentano beflogt die migünftigc Stellung der Farftasiiftenten unb das langsame Aufrücken, worunter namentlich! auch bic akademisch gebildeten Beamten zu icib-cn hoben, bic oft |