161. Jahrgang
Zweites Blatt
llk. 209
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roeiben dem betgelegt, bat tw“ iroeimal fttichen Lett- zweimal.
Gefahr verteidigen werden.
£ie Prüfung der französischen Dsrschläge.
Massen st reikansgesorden werden.Ä3n*<ie dieser Äunb- ebungen hat sich in d n Werkstätten und frmt'en eine leddaste Zropagand
der angcschlosienen Organisationen und alle«uu> iuiorDern, diesem unverantwortlichen. baJ Anse Arbeiterschaft schäbigenden Treiben mit of
Tte „Gtetzener $aw „Anzeiger^ viermaW „Xreliblatt ftr bet wöchentlich. Tie kragen" erschein
-ii5 Ott।c Ätcd/kuic gegen Die Höhe
ni.der uno 01c Lptttter sloge.r
wieder ein englische; Gerücht über die Haltung der Hailers.
L London, 5. Sept. Tie Lonntayszeitung „Ren- nolds Newspaper" behauptet zu wtffcn, daß c^S bte Absicht des deutschen Kaisers gewesen sei, im Hcrbst dieses JahreS einen Besuch ab zu st alten, und zwar wollte er bei einem hervorragenden Mitglied des englischen HochadelS weilen, aber mit ntudjid t aus die
Tie „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt^ Jgr
Xie in den Maroiwv.rha.a'.ung.ii c.niektetenc Unterbrechung ' i ihc Ende erreicht. Tie Besvtcchungcnjzwischen Herrn von >tidkilcn>Wacchtcr und dem franzosisc^n Bot,chafter kub gestern wieder auigcnümmcn worden. Ten UmstM einem glatteren Fortgang der UnterhanuuutW
aber nicht gern haben will, tarnen, leckte vor ihnen em Dl
unb horchte auf. — ..Ter Herrgott? ll. -nci, .1. li.ci' ' inurmelte sie, „Alt wetoen! Öen man ta mz a.es uaeciedl! '
— Kurze Nachrichten 2 us Kunst und SSiffen- schatt. Tem Reichtiommifiar für die Jntermaonale rtuiniaul- icUung in Rom lyii, pistorieu- unü Bi.D> ismaler Iroieffoc Alchur Kampf in Berlin wurde vom König von Württemberg o.is ümcnlreu; der Wurttemdergifche» Krone peiliegen, mit ivelchem der persönliche Sibel vcrbmiden ist.
Lm besuch der Marquis von Lustine bei Goethe im bahre Mö.
Im Fahre 1813 machte der Marquis dc Custine eine Reise burch Teuischland, die ihn auch nad) Weimar mhite, wo er den Vorzug gcnov, bei Goethe Beiucl» mad-en zu Dunen iie „net'.ie Bleue ' unmcmlidjl nun Briese, Die der Marquis von dicker Rcise an seine Mutter geschrieben Hai, uno Darm iinbcn sich sehr interessante Sleußcrungen über Den embrud Den er von Goethe empfangen hat.
,Lch werde, so schreibt der Marquis seiner Mutter, übermorgen zu Goethe ausS Land gehen, er hat mid) Dorthin an- geloben. Ich empfinde vor ihm nicht Die *
beit Nie habe ich ein so vornehm tragiwts .Uuuv g^ehen, wie das |einige; das ist ein antiker Hetd, Der burd) Die Ni^ng- len und Trivialität unseres Jahrhunderts beDiuat i|t. 7-enn er Die tlugen erhebt, mochre man sagen, dag er über me seiden der Mensacheit weine, llmnöglich ist es. den jicij einer zarten unb ’einen Ironie ju schildern. Die er selbst Koinplunemen oft beimischt. die sich aber in unserer Sprache nicht wiedergrbcn lant. Ich habe zu ihm nur Tcuti'd) gesprochen, vogttich ich darin nur halb ausdrücken kann, was icq will, ober ich lagt« zu ihm: „Unsere Sprache selbst drückt unseren Gharakter nut m unserem eigenen Lande aus: sind wir m der Fremde, so must man. welche Sprache man auch spreche, daraus verz.cmen, verstanden zu werden, und man must, so gut c-.> eben geht. Die Sprache der Anderen sprechen: Denn mir nun en Dann *uaj< Wünschen uns mitzuteilen — was unmöglid) ut —, lonoeni das. Die Anderen sich uns nntteüen." Hierauf hat er mit ein paar höflichen Worten geantwortet und — 'ich nicht mugctcut. *oa glcici-viel ick) lasse mich nicht abschrecken und werde vor ivahrha,: übeilcgmrn Persönlichkeiten von einer uiimcr.alcn Ucbcricgen beit nie verlegen. Denn während ich einem simplen Geirrten nid t^ zu sagen weist, gibt es nichts, wovon man mit vinem Manne wie Goeth. nicht sprechen mochte, weil man am den erneu Blick hebt, Dan er alles Durchdringt und aut Den urnrnb von allem jieht. Es ist dies Der einzige Mensch, Der nichts liebt uno Dcnnoa nicht die Spur trocken ist. Lein (SkDanle bat ihn bi.« ins Leere geführt, und es ist eine ganz außerordentliche ciianuumg. dost er aui Dieser Höhe nicht Dos Liröt genmOcn Hot. Er ist denn auch unglücklich, er gesteht es selbst, aber man verzeiht ihm alles, um Der erhobenen Traurigkeit seines Gesichtes und um De> Feuers willen, Das ihn belcot, so bald er lpad)t. _ -ver.n sieht man von Werlhec bis Faust, und die Entsernung ist grv6 Er würde Tir mehr als irgend ein Mensch gciallen, unD au io*:_- noch niehr. Denn er liebt dos Naturliaie uver alles. Er ist 64 Jahre alt und erinnert erstaunlich an Den ycmetaopi.
sozialdemokratische Treiben.
Auch der Ausschuß des deutschen Arbeiterkongrcsses ist der Ansicht, daß das Verhalten der deutschen Sozialdento- fvatic eher geeignet ist, den Krieg herbeizuführcn, als zu verhindern. Tiefe Verwahrung gegen Die sozialdemokratische Kundgebung hat Lme ganz besondere Ve- DlUlKo9(n, 6. September. Ter Ausschuß des beut- schen Arbeiterkongresses, der den GefamtverbanD der christlichen ^Gewerkschaften Deutschlands, Den Teut,ck>- nationalen Handlungsgehilfen-BerbanD, die Verbände der katholischen Arbeiter-Vereine Deutschlands, den Gefamt- oerband Der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands und verschiedene Rationalvcrbiinde von Privat- und ^laals-Be- diensteten mit 1 250 000 Mitgliedern vertritt, beschloß folgenden Aufruf zu Zerlassen:
Die Organisation Der deutschen « 0 z i a l d e m 0 k r a t 1 e unD ihre Presse haben in letzter Jett Kundgebungen veranstaltet, in denen in der Hauptsache die deutschen Arbeiter im tyalle euier kriegerischen Verwicklung unseres Vaterlandes zum polttstchen
Roch in einem anocrcn Brrc c oe» Marquis findet sich eine 1 Aeußei-ung über Goethe, in der sich die gleichen Eindrücke wider- । spiegeln: „Roch ein Wort über Goethe, er hat einen Uus- önuf von erhabener Traurigkeit. Nie habe ich eine edlere Phh- siognomie gesehen. Es ist wahrhaftig ein tragischer schmerz, Der fid) m ieinen Augen unD aus seiner Stirn malt, und sein Mund ist von unendlicher Zartheit" Tiefe ^dnievrungen des liljaljngcn Goethe verdienen ’vegen iitcr Anschaulichkeit unD wegen des Verständnisses, das Der Fran rose dem deutschen Meister rnt- gegenbri’.ig'., einen amelmlichen Platz unter Den zeitgenömschen Berichten über Den Lichter. kf.
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— (Jin neuer Konflikt an Der Wiener Sosoper. Fräulein Lucie WeiDt, erste Dramatische Sängerin^er Oper, hatte vertragsmäßig vom 21. August, bis zum 2. September ibrni Urlaub. Am 17. August fühlte Die Künstlerin sich nicht wohl unD erbat sich für Die folgenden drei Tage Unaub. Am 1b. August erschien sie nicht in Der Oper, und am selben Tage fanDte Direktor Gregor cinai Arzt in Die W.hnung Der Künstlerin. Ter Arzt traf Fräulern Weiot leood? nid?t an. Da sie bereite abgcreiü war Als Fräulein Weidt nun wieder ui Der Oper cridjieri, um ihre Gage zu erheben, wurde ihr bedeutet. Daß sic eine Strafe von 3500 Kronen zu zahlen hätte. Tie Üünft- lerin ging hieraus zur Direktion und hatte mit Dem Direktor Gregor einen heiligen Auftritt. Direktor Gregor erbat iid) Bedenkzeit, um zu überlegen, ob er Die Strafe rückgängig machen soll oder nickn.
— Die Entdeckung einer libyschen Toten nabt in Tunis. In den großen Wäldern, die die Abhänge des Piebel :Horro in Tunis bedecken, bat Tr. Car10 n eine bebeu- iviiDe libysche Tolenstadt ausgriunden. Die eine beionDere uu|- inerfiamleit Dadurch erweckt, daß Die Stelen Grabsteine noch last alle aufrecht in der Stellung gesunden wurden, die n- feit 3abrbnnbiiten einnehmen. Racvdem man |ic von Dem Gestrüpp bciteit hatte, das sie ganz übtiDedtc, konnte man cm xntxv würdiges Bild dieses antiken Friedhoss ausnehmen aic Stelen sind entweder grob behauene oder regelrecht in Liotten- oder PuramiDcns-rm zugeschnittenc Sandsteinblocke Einige Darunter tragen das Zeichen des Halbmonds: au- cm« anderen vt eine Büite mit erntc Stiadlenkrrne bärge,.eilt, ut an Den uoer- lu’erteil Sonnenkult Der alten Ltbyee crinnq^ ' ,
Gin Flieger im 9. Jahrhundert. Die ersten Ansänge Der Flugkunst scheinen noch w-tter zurück,U.egen, ass man visher angenommen hat. In Der Violwth^Llle Rattonale
in Der Lun. „Cmgeidjtagen hat^, oa^ob.n*" ricfrn ne, „tus Ki.euj Da: s eingeichlagen!' — „T-s Dau, ,errif .'n!" — „Trr Hc^rgotl ist auch hin!" — Das .Auttcrlriii bi ui) stehen
ebungen hat sich in den Werkstätten und
>a seitens sozialdemokratischer SMtm •. iür Den 'nie lebhafte lc n t r »R e n g 5 i tb t e i - ben auS b eh 4 rt i f e n bet diriftlidB-Wationalen Arbeiter an die 3 en t r alte i t u n« b me isen. Ter unterzeichnete Ausschuß hebt sich beSball ran!Ml, d e Mitglieder Freunde auf»
Siehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderheffen
trciern aller republikanischen ®rur*| bem br'bengen portugiesischen Gesandt Chagas g.lungcn. ein gemäßigt-re jt a d i n c 11 au bilden, das sich folgeiide setzt: Präsidium und Inneres: Ioao ___■ IufkWI
Lotte Aeuhtres: Augusto b c V a s c< n c e?l 0 >: <v; nanzen: Tnartc Leite: stricg IHmcnto de C a st r 0 Ma- rine: Ioao de McnczeS; Les entlichc Atbetten ^.domo PaeS; Kolonien: Eelestino Almcida. .uia S-,
Neber die Pcrsönlichkeüen Der neuen Minister fttlr.cb- mcn wir bem „Verl Tigeb!." solgende AngarHn:
Ter neue Ministerpräsid nt und Minisier bes Innern, jaao Chagas, ist von Berus Journalist. Als ioliNt tont r stets mit schneidiger Feder iür die repnblifamidxn Ioeeu gekämpft Nad, der Revolution trat er in die Diplom am* lar iiere ein und wurde von der provisorischen Regierung mm Gesandten m Pans ernannt. E ha gas steht in den fümzm.r Jahren Er ist ein eleganter Lebemann und siel trüber in den republikanischen Versammlungen unter seinen meist schlicht gekleideten Parteigenossen stets durch seine einxis Danbnbaite Kleidung auf. Seit einigen Monaten ist Chagas mit einer Iran- zösischen Sünfilerin verheiratet.
Justizminister Lotte ist von Berus Jurist, er war bisher als Richter tätig unb ist nie besonders b.rvorgetrelen
Ter Nachfolger Bernardino Machados im Ministeruim der auswärtigen Angelegenh.iten, Tr Augusto d e B of t 0 n - cclloö, war früher Professor der Medizin in Vihabon. wo er eine große Minik besaß Aus Bitten seiner republikanisdien Parleigenosien gab er nach der Revolution seine sehr euitrag- lidje ärztliche Tätigkeit am und ubernobm den Posten des pot tugiesischen Gesandten in Madrid. Als lolcher hat er
in Paris befindet sich ein Buch cincS arabischen Schriftstellers auS bem 17. Ialwhunderl, El Makkari, mit,dem Tttel „La cnleur du ranuau frais bc l'CLpagne". ES ist cm Lammel- wcrk, das der politischen und literarisch.'n Geichickle Der Araber in Lvanien gewidmet ist. In diesem Buche findet sich solgende Gc- chichte über Ibn-Firncks, den Leibarzt des Kl-Flisen Äbderahman 11., der im 9. Jahrhundert in Spanien herrscht Ibn Firnas war mcht allein ein weiser Arzt, sondern auck) ein geidjidter xon- lrukteur und genialer Erfinder Er litte sich ein Uhrwerk aus- gedacht, mit dessen Hilfe er hoffte sich in die Lütte erheben zu können, wie die Vögel. EineS Tages nun wollte <wn- Firnös seine Erfindung bem Volke von Cordova Donubcn. xa& Volk versammelte sich und man sah ihn sich in die Luft erheben, wie er es versprochen hatte. Aber er tonnte sich Dort nur einen Augenblick halten unb siel darauf unter Dem lauten Lachen Der Menge wieder zur Erde zurück. Hiermit sd ließt die Geidnchte. Eine genaue Beschreibung des Flugapparates oes Ibn ,juna5 emb.lt sie nicht. Leider läßt sich aus Den Mitteilungen auch mck.t ersehen, welcve Quelle El Makiart zu seiner Crzuhlung gehabt hat, so daß es nickst nachgcprüft roerD:n kann, ov der Bericht eure geschichtliche Tatsache ober nur em aradifcheS Märchen ist.
ich vorzüglich bewährt. .
Ter neue Finanzminister Duarte Lette Brera da Silva war früher Professor am Poltstechnikum in Porto und eit der Revolution Präsibeitt der Munizipalität voiiPort-vEr ist ein Mann in den fünfziger Satiren, sehr wohthabend, neben ChagaS eine der elegantesten Ersdieinungen untn ben Rivu- blikanern. Vor einigen Monaten hat Duarte Leite tiu#c Beu in Berlin geweilt, um die deutsche ReichshauoHadt kennen zu lernen. _ , ,
General Pimen10 b e Castro, der jegt zum Krieg.- Minister ernannt wurde, ist bisher öffentlich so gut wrc gar nicht hervorgetreten. Dagegen ist sein Kollege im MarinemiNiUerium, Ioao de M e n n e z e S, seit langen ein bekannter Republikaner. Auch er ist von Beruf Journalist. Er war bisher Redaküiir an Camachos Zeitung „A Lucia" unb hat m einer Re»Iw von Schriften gemäßigt sojialistisckst! Ansichten vertreten Man halt ihn für einen der fähigsteii Köpfe unter den Republikanern. 311 Der Nationalversammlung spielte er mit seiner ruhigen Besonnenheit wiederholt die Nolle des vermittelnden Ltreitlchttchters. Die provisorisck;e Regierung hatte ihn im Eltober 1J1O zum Tirektor des Uiiterrickstswes -ns im Ministerium des Innern er> nannt. Er demissionierte aber bald, um volle Aktionssreiheit zn
Der neue Minister der öffentlichen Arbeiten, Sibonio Paes, war bisher Professor der Mathematik a.i der Universität Coimbra. Er l?at früher sehr radikale Ib.en öci- treten, schloß sich aber in der Nationalversammlung der gemäßigten Gruppe Camackos an. Er steht im Anfang der vierziger Jahre unb gilt für außerordentlich begabt Der Kolonial- miniftcr Eelestino Almeida hat lerne bcioitbcrc Rolle m Der republikanischen Bewegung gci'ucli । konstituierenden Natwiialversammlung nid-i h rvorgetreteii c eine (Ernennung besonders iit ein Beweis für das unverkennbare Bestreben, in die Kabinettskombincttioii keinen Der anerkannten re- vublttanischen Führer einlret.n zu lassen. Damit unheilvolle persönliche Zwistigkett.il vermi.ben bleiben.
als vor bet Pause. . f.
Köln, 5. Sept. Die „Köln. Ztg.' mcfoct ou? <5crhn: Eine Zusammen Mitt t zwischen bem tetaaWfrfretär 0. Slibcr- len-Lrächter unb bem französischen <>oifd)aftct Camdon findet heute nicht statt. An amtlicher - eutlmet Stelle wer den die Mitteilungen geprüft, die Herr Camvan nach seiner Rückkehr bei dem gestrigen Besuche mcfchte Die Prüfung nimmt natur gemäß einige Tag« in 91 n- spruch, woraus der Botscha,ter von bcc dentfchen Antwort in Kenntnis gesetzt wird.
Tie Besitzergreifung Jfni».
Barcelona, .5 Sept. Tie an dem spanisch-maroNa Nischen Handel beteiligten Kreise telegraphierten an die Regierung, indem sie energisch die Besitzergreifung Ifnis durch Spanien innerhalb dec sestgese^ten Frist verlangen, andernjalls würde Die schlechteste Wirtung im Lande her- vorgeruscn werden, da man Die Nichtbese^ung auf die dagegen gerichteten Angr.f,e der französischen Presse zurücksul-ren wurde, Die hier einen lie en Elitorua machten. Cs ivird eine Versammlung einbern,en, um Die Regierung aitszusordern, die Rechte Spaniens zu iv a h r e n. ___________________________________________
Das neue portugiesische Kabinett.
Tu- Konstituierung , en portugies.schen Ministe riuni*> ist icpt erfolgt. Nach dem Scheitern der Versuche Duarte Leites und Brito Camachos, rin Kabinett m.t Ver-
ben beit cntgeaenzutreten. L such, eine so frieblimc Lage, wie biejenig.,--x,-
Volk gegenwärtig befindet, auSzunüden, um uincwfoMale Revolution vorzuberciteii, alS einen Verrat tn Boll und Datcr- laiib. Wir fdiäpm die Segnungen beS Fyc^en», »er und feit 40 Jahren bci'djieben ist, unb wünschen tzich Lusrechtertialtuns. dieses Friedens. Um so mehr legt allen »euiKbui VolkSgenosseii die gegenwärtige kritische Lage bie Pflicht a«,' bie Dentschc Ratioi: einig und geschlossen zu erhalten in bem S - an eben, uniere Volks- wirtschaft weiter zu entwickeln unb dem deutschen Solle Arbeit unb Brot zu sichern sowie bie Würde irnb da» Anscbcn Du? Deutschen Reiches zu wahren. Tas Gebarc« der Sor.aldemokratie ist leider nur zu sehr geeignet, tut AuS -mde ben indruck zu erwecken, als wurde im Falle einer ki -§erischen Verwicklung in Deutschland die soziale Revolution auebmcmn un > die Wider tandskraft der deutschen Nation geschwächt^ sein 'Es ist zudem m höchsten Maße eine Gefährdung beff Frieden und ein direkter Anreiz für das Ausland, die Friedliche Entwicklung Deutschlands unb seiner $Beltnurticbaft tzewalliam zu hindern, nicht zuletzt zum schwersten SmadMt der deutschen arbeitenden Stände. Wir erheben gegen bmqs vatu^andSieinblidie und arbcitcrschädigenbe Treiben der Sozialovuokratte e u c r g 1 > ck P r 01 c ft. Wir fordern zugleich alle christlich und national gesinnten Arbeiter und Angestellten auf, der Mopaganda des politischen Massenstreiks mit aller Entschied-ahnt Mgegenzutrcten. Ter unterzeichnete Ausschuß erklärt iiaincM der IV* Million Mitglieder der ihm angeschlossenen Orgänisationk-.n, daß die christlich gesinnten Arbeiter, Gehilsen, 3rbienftetfi und Au- gestellten solidarisch mit ahen übrigen Stanbmi unb Vollsgcnoslen bä-' Ansehen unb bie Ehre unseres Vaterlandes in der otunbe
Die loziai-emolrMfich« Massenkundgebung.
bie am Sonntag im Park bei Berlin statt
fand, scheint, entgegen manthttl Berichten, manche Erwar- , tungen der Genossen cnttSujcktt zu haben. Die Zahl der Tdlncbmer wird vom „Bm-warts" auf 200 000 geschätzt; . Da6 Berliner Tageblatt" übertrumpft ihn noch mit der Angabe e4 waren beinahe eine viertel Million gewesen. Der Berichterstatter der „Tägl. Rundsch." schreibt, er habe mit dem Vertreter der „Köln. Ztg." das Feld durchmessen und sei mit dem Kölner Kollegen zu der Ueberzeugung gekommen, daß nicht mehr als 20000 Personen an der kund gebung teilgenommen hätten.
In der „Freis inniaen Zeitung" wird die Wirkung Der sozialdemokratischen Kundgebung wie folgt beurteilt :
Was durch solche Kundgebungen erreicht wird, tft gerade Da# Gegenteil von Dem, was man erstrebt. Einmal wäre es Die größte Torheit, die es gibt, wenn bet einem internationalen sandel bie eine Partei von vorncberein sagte: „2tcbc .yreunbe, regt euch nickst aus: auf einen Krieg lassen wir es kcineskalls ankommen " Wenn aber Die Sozialdemokraten ermvcnden soll- ten, daß schlimmstenfalls nur einige KapttaUftcn geschädigt werden ivüibni, sofern wir ungenügende Kompematwnen erhalten, 10 ist bat völlig unrichtig. Das hat kaum emer bester dargelegt alS Der Sozialdemokrat E du a r d B e r n stet n, der am 13 August dieses Jahres an küntber Stelle im „Vorwärts", ohne von der Redaktion des Blattes berichtigt zu werden, geschrieben hat: Marokko ist keineswegs nur als Cbjeft Der Verpachtung seiner ürbidMe und Betriebe wirtschaftspolitisch von Jntereste. Werden in Marokko Zustande geschaffen, auf Grund Deren Die Ausfuhr eines bestimmten Landes Vorzugsstellung gegenüber der Aussutir anderer Lander erhält, so wird die deuttche Dollswirttchaft und werden mit dieser Deutsche Arbeiter in entiprcd>eiiDein Verhältnis benachteiligt." - Run wrrd wohl kein eiitmcr Franzose oder Engländer glauben, daß Herr v Kiderlen.Daechter au, die sozial- deinokrattschc Resolution hin sich des tKüdbalte.;, den ihm utstere Rusttmg gewöhn, begibt. Insofern ist die Treptower Kundgebung also nur ein Schlag i n s Wasser. Aber daiur kann sie in anberur Beziehung einen schlimmen, von Den Veranstaltern gewiß nicht beabsichtigten Erfolg zeitigen. ES ist leicht möglich, dast man sich im Auslände einredet, hinter die,er Reiolution stehe, wenn nichi bie Midrheit, so doch cm auBctorbcntlid) großer Bruchteil Der deutschen Nation und eS könne dahn mr Falle des Ausbruch«» eines Krieges zu schweren inneren Krisen het uns kommen, die unsere Schlagfertigkeit dlufornd) macht. Tiefe Erwägung kann gerade für die Chauvinisten drüben — und deren .-lniadl und Einfluß ist nicht gering — em neued Reiz- nuttcl sein, ihrcnetts eine kriegerische Entscheidung iu provozieren Die Herrschasten roinDen sich fretitd) arg verrechnen. Aber daS wäre Dann gleichgültig; die Haupstache ist, wir hätten gerade infolge Der unbegreiflichen Haltung Der SojialDnnofratie, einen Krieg mit allen seinen schrecken. '
Ter Ausschuß des deutschen Arbeiterkougresies gegeu daS
— Der tote Herrgott In t r neueste Nummer seines ,^eimgartcn" erzohu Teter Rosegger: . üem . ochiten Punkt der Alpsteigirrate, genaun „am der Lchon- , wo die seit alten Zeiten cm Dezkreuz. Cs batte einen stamm, eine bräterne smickwand, ein Bretterdach und einen jchongoamitzten weißen Christus. Nun ging eines SonniagS ton D<t kt.d)e heim in scywüier Hoibsommer.utt an 2: tiauetsleuic. binicn crcm aui zwa ürucken humpelte ein Mütterlein, längst tn den Jahren, Da sich Frauen ni±: mehr lunger machen, ic.iucrn alter, t^enn ich ton ihrer Altersanzaoe ieas Jahre aojieht, so Haben .liier. Das mandirr gern crrcuhen.
Mittwoch, 6. September M
RotenontDnirf unb Verlaq per Vr ihpschen Umpcrfuätl - Buch- ui'.^S^Htda!ckerei.
R. Lange, । ttetzen.
--
Redaktion, Erpedition unb ■*
ftraije 7. Erped upn un> tWriegt
Redaktion: 112. Tel.-Abr^AnzotzerGießen.


