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5.7.1911 Erstes Blatt
 
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grüne Linie

im Ganzen

dem

Hessen-Nassau.

Gellern nachmittag

begegnete

von Münchholzhausen, Kreis

Darmstadt, 4. Juli. Nach Rücksprache

mit Minister des

Innern wird heute noch Auszahlung der Einquar

tierungsgelder amtlich angcordnet.

Bitte sämtliche

so daß ein Ausfall gegen 1910 Da das Unternehmen schon im

Monat April Mai Juni

1911

39 402

40 958

43127

1911

97 981

103 306

1096'6

Augenblick starker Regen cinsetzt. Die Einnahmen aus Personenverkehr der Straßenbahn stellen sich wie folgt:

von Alk. 1323 sich ergibt.

1. Vierteljahr einen Rück-

um das hat, hielt

rote 1911

58 579 62 387

66 489

Linie 1910 50129 67 663 76 500

Mai 10148 11157

zusammen 30 353 31618

1910

35 870

46 815

48 267

1910

85 999 Personen

114 478

124 767

ijch Bieber, 4. Jul,, dem Gastwirt Fr. Amend

Juni 10 675 12 162

Zustandekommen dieser Schöpfung besonders bemüht die Festrede.

zus 187 455 194 292 123 48/ 1309^2 310 903 3-'5244Personen

Es wurden demnach im 2. Vierteljahr 1911 14 341 Personen weniger befördert als im gleichen Zeitraum 1910. Vergleicht man den Verkehr 1911 mit 1910 in den einzelnen Monaten, so wurde im April auf beiden Linien von 11 982 Personen die Bahn in diesem Jahre ,nehr benutzt, wogegen die Benutzungsziffer in, Mai um 11 172 und im Jun, um 15 161, im Ganzen in den zwei Monaten um 26 333 Per­sonen, zurück ging, ein Ausfall, der allerdings bedeutend ist und zum Teil auch auf ungünstiges Wetter zurückzuführen ist. Es steht nämlich fest, daß bei heißem Wetter mehr ge­fahren wird, als bei kühler Witterung, auch wird die Be­nutzungsziffer erhöht, wenn bei starkem Verkehr in der Stadl, der ja stets in gewissen Stunden sich einstellt, im richtigen

gang in der Beförderung von 10 000 Personen zu verzeichnen hat, so ergibt dieser Rückgang efür das erste Halbjahr rund 2400 Personen.

** Diebstahl. Vor einigen Tagen wurden einem hie­sigen jungen Manne, der die Gepflogenheit hatte, den Schlüssel seiner Stube abzuziehen und außen an die Wand zu hängen, ein guter Anzug und ein Paar Lackstiefel gestohlen. Eine in der Rocktasche gewesene Gratulationskarte wurde ihm gestern mit Poststempel Weilburg vom Dieb zugesandt.

Landkreis Gietzen.

= Garbenteich, 4. Juni. Zum Gesangs-Wett­streit des GesangvereinsViktoria" hier an Pfingsten 1912 sind die ersten Rundschreiben an die Vereine verschickt und damit mit den Vorarbeiten begonnen worden.

(?) Lich, 4. Juli. Folgende Depesche unseres Land­tagsabgeordneten, die in weiten Kreisen der Bevölkerung mit Befriedigung ausgenommen wird, war heute hierangeschlagen:

Emsenörrngen zuin Neubau des Eichener Amtsgerichtsgebäudes.

(Für Form und Inhalt aller unter Dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Der Ausstand der Seeleute.

Lvndon, 4. Juli Während der Ausstand in Hüll, Liverpool, G r i m s b h und V e l f ast durch die Bewilligung der Fordermigen der Gewerkschaftler vollständig beendet zu sein scheint, ist die Beilegung des Streiks in Manchester nur teil­weise. Die Lage in Sonth-Shiclbs, Glasgow und Leith ist noch ungeklärt.

Die meisten .'Hafenarbeiter nahmen heute in Hüll dieAr- b e i t w i e der auf. 9tur gegen tausend Getreidearbeiter und raufend Kohlentrimmer verweigerten die Aufnahme der Arbeit, da sie das gestrige Utbercinfomincn für ungenügend erklären. Auch die Müller befinden sich im Ausstande. Sie verlangen Anerkennung ihres Verbandes, sowie sofortige Lohnerhöhung.

Manchester 4. Juli. Die Polizeimannschaften, welche mit Waren beladene Wagen begleiteten, wurden von den A u s st ä n d i g e n mit Steinen beworfen und mehrere von ihnen verletzt. Der Handelsverkehr ist zum Stillstand gekommen. Leicht verderbliche Produkte aller Art sind in Gefahr, verloren zu gehen.

April 1911 Mk. 9534 1910 8361

völlig aus freiwilligen Zuwendungen der Bürgerschaft be. stritten. Bürgermeister Dr. Wevers, der sich

aus einem Tischkasten, ber mit einem Meisel gewaltsam er­öffnet wurde, die Geldkassette mit einigen hundert Mark gestohlen. Verdächtig ist ein junger Mann, der vor kurzem sich in Lehrbach aufhielt.

Kreis Lauterbach.

^Lauterbach, 4. Juli. Gestern vormittag wurde das tn der Bahnhofstraße hier neu errichtete Sparkassen- g e baude der Bezirkssvarkasse Lauterbach e i n a e w e i h t. An den üblichen Einweihungsakt, dem außer den Vorstands- und Aufstchtsratsmitgliedern Kreisrat von Bechtold und Kreisbauinspektor Hechler, nach dessen Plänen und Leitung der Bau ausgeführt wurde, beiwohnten, schloß sich ein Fest­essen der Teilnehmer int Hotel Schüz an. Die öffentliche ^nV^5e^na^Trte neuen Sparkassengebäudes erfolgt am 7. Juli b._ Js., bic Zahltage find auf Freitag und Sams- iag festgesetzt. _ In dem feuer- und diebessicheren Panzer- raum der Kasse sind zur allgemeinen Benutzung Schrank­sacher (sog. Safes) ausgestellt, die gegen eine billige Miete zur Ausbewahrung von Wertgegenständen an das Publikum abgegeben werden.

Kreis Schotten.

*

In der Angelegenheit betr. den Amtsgerichtsneubau sind mir bereits so viele Zustimmungserklärungen zugegangen, daß gegen dieselben die .Attacken der Herren Troß unib Bindewald wenig besagen.

Dlaß die Getroffenen schreien würden, habe ich erwartet.

In der Zuschrift des Vereins der oberhessischen Rechtsanwälte steht deutlich geschrieben und ebenso in meinen begleitenden Be­merkungen, daß im Interesse der Richter, der An­wälte, der Parteien und der Rechtspflege die Aus­führung des Bauprojekts unterbleiben müsse.

Demgegenüber behauptet Herr Troß, es gehe aus der Zu­schrift hervor, daß nur einige stark beschäftigte An­wälte durch die Trennung der Gerichte benachteiligt feien und daß sie aus Geldinteresse sich dagegen äußerten.

Das ist eine unwahrhaftige Kampf Methode, mit der gleichzeitig den Anwälten nichtige Motive unterstellt werden. Es genügt, diese Manier des Herrn Troß zu kennzeichnen. Ver­teidigung und Abwehr solcher Gehässigkeiten ist unter der Würde des Angegriffenen. Nach dem Grundsatz , was ich denk' und tu trau ich andern zu" handelt Herr Troß weiter, wenn er die Rathausfrage mit der .Amtsgerichtsfrage in Verbindung bringt.

Kürzlich hat Herr Stadtverordneter Eichenauer erklärt, es falle einem, wenn man nahe der alten Klinik wohne, schwer, für deren Verwendung als Rathaus zu stimmen, weil in un­glaublich gehässiger Weise Eigeninteresse untergeschoben werde. Ich habe erwidert, das dürfe einen nicht füntmern, man müsse sagenich blick' herab von meinem Tier auf das Getümmel unter mir".

Immerhin bedarf die Behauptung des Herrn Troß, ich sei einer der Hauptbefürwortcr der Verlegung der städtischen Aemtcr in die alte Klinik, der Richtigstellung. Ich habe nie in dieser Hinsicht einen Antrag gestellt, habe vielmehr einem Gegner des Projekts zugerufen:ich spreche nicht für die Klinik als Rathaus, weil ich in der Liebigstraße wohne und ich würde nicht dagegen sprechen, wenn ich am Walltor wohnte".

Dieser Gegner des Projekts hat nebenbei bemerkt, früher erklärt,weiß Gott, Heinrich, das gäb' e wunnerschö' Rathaus".

Ich bin eingetreten dafür, daß das Gebäude bald in irgend­einer Weise verwendet und nicht zur Ruine werden, unb daß man den Garten nicht verbauen solle, ich habe bei der in meiner Abwesenheit beantragten und beschlossenen Besichtigung den Eindruck gewonnen, daß das Gebäude sich eigne, habe aber niemals in der Stadtverordnetenversammlung für oas Projekt geredet.

Gegenwärtig beschäftige ich mich mit Interesse mit einem Projekt, das eine andere Verwendung der Klinik und mit einem solchen, das einen neuen Rathausbau vorsieht. Der .Anwurf des Herrn Troß ist daher frivol.

Die Frage der Errichtung deL Amtsgerichtsgebäudes ist ledig­lich zu beurteilen aus den Rücksichten auf die Rechts­pflege. Mit dieser hat Herr Troß nichts zu tun; er führt auch in seinem Artikel neben der Behauptung, es seien 40 bis 50 Zimmer mehr nötig wobei wohl eine Null abznstteichen ist hauptsächlich die Wertsteigerung des Wiesengeländes an. Also hatte ich doch Recht, als ich auf diesen Vorteil der Wiesen­besitzer hinwies. Die Wiesenbesitzer sind, von Westen nach Osten gerechnet: Wilhelm Löber VI., Stadt Gießen, Wilhelm Löber VI., Stadt Gießen, . Wilhelm Löber VI., Stadt Gießen, Großh. Landeseigentum, Wilhelm Löber VI., Philipp Lampus, Eduard Sack, Wilhelm Löber VI.

Wiesenbesitzern zuliebe, auch wenn zu ihnen der Fiskus und die Stadt gehört, baut man kein Gerichtsgebäude; die Wünsche, die am Freitag seitens des Nordostvereins dem Herrn Minister vorgetragen worden sind, Ausschließung eines Stadtteils usw., haben mit der Rechtspflege nichts zu tun.

Den Herrn Bindewald kenne ich nicht und lehne es ab, auf seine an Anmaßung und Unartigkeit dem Produkt des Herrn Troß nahekommenden persönlichen "Angriffe mich $u äußern.

In der Frage der Universität Frankfurt habe ich den Stand­punkt eingenommen, daß Staat und Stadt alles für die Uni­versität Gießen tun müssen, um sie konkurrenzfähig ans - zustatten, dazu gehören die von mir genannten Kliniken und Institute, für die ich eintroten werde. Den gleichen Standpunkt nimmt meine gestrige Ileußerung ein wo ist ein Widerspruch?

Ich schreibe jetzt nichts mehr, folgen weitere beleidigende An­griffe, so sprechen wir uns im Gerichtsgebäude, es ist noch Platz dort,

Justizrat Grünewald,. Rechtsanwalt,

Interessenten zu benachrichtigen. Fenchel, Landtagsabgeord­neter". Damit ist eine Angelegenheit aus der Welt geschafft, die seit Herbst die Gemüter hier und in einigen Nachbar­orten verstimmt und erregt hatte. Es dreht sich um die örtliche Zulage, die die Stadt im Herbst für die Verpflegungs­gelder des Militärs bewilligt, die aber nicht genehmigt worden war. Ein Schreiben an den Landtagsabgeordneten führte zu dem obigen erfreulichen Ergebnis. Die Leute, die den Betrag der Heeresverwaltung von 1,34 Mark täglich bereits in den Händen haben, werden jetzt noch 66 Pfg. für den Kopf nachträglich erhalten.

Kreis Büdingen.

-I- Büdingen, 4. Juli. Um den Mitgliedern der nicht beteiligten Zweigvereme im V. H. C. Gelegenheit zu geben, das am 25. Juni auf der Ronneburg aufgeführte Fest­spielIm Glauben stark, in Treue fest" anzusehen, ist eine Wiederholung auf Sonntag den 16. Juli beschlossen. Die Hauptaufführung ist mit Rücksicht auf die diesmal zu erwartenden Besucher aus Oberhessen auf 4l/2 Uhr nachmittags festgesetzt. Sie ist um 6 Uhr beendet, so daß den Besuchern die Möglichkeit gegeben ist, sowohl über Hanau, wie über Mittelgründau bezw. Büdingen m ihre Heimat znrückzukehren. Zur Hauptprobe vormittags 11 Uhr werden wieder Eintritts­karten zu ermäßigten Preisen ausgegeben.

(?) Nidda, 4. Juli. Gestern morgen kam es in einer hiesigen Wirtschaft zwischen drei Maurern und drei Hau­sierern zu einer blutigen Schlägerei. Im Lause derselben wurde mit Flaschen, Glasern usw. geschlagen. Einer der Maurer wurde so geschlagen, daß dec Arzt in Tätigkeit treten mußte. Da auch die Gendarmerie auf dem Kampfplatz erschien, durfte die Schlägerei ein ge­richtliches Nachspiel haben. Als heute morgen der Hotel- befitzer Weil von Salzhausen mit seinem Wagen nach Nidda fuhr wurde das Pferd scheu und raste die Straße nach Nidda hinein. Herr Weit wurde vom Wagen geschleudert und ein Stückwegs m i t g e s ch l e i s t. Er wurde zum Arzt gebracht, der sofort einen Verband anlegte.

+ Borsdorf, 1. Juli. Die vormals Hugo Uhl'sche Wirt­schaft ging durch Kauf an Schneidermeister Otto Klans von hier über.

Kreis Alsfeld.

Lehrbach, 4. Juu. deute mittag wurde in der Lenzscheu Gastwirtschaft im Nebenzimmer eingebrochen.

Wetzlar, auf einer Radtour zwischen Frankenbach und^Fellings- pausen ein schwerer Unfall. Amend wollte in voller Fahrt eine kurze abschüssige Kurve der Straße nehmen. Er stürzte dabei und flog un Bogen über die Straße hinweg, wobei er in einer Fichte hängen blieb. Zum Glück war ein Arzt schnell zur Stelle, der die in den Körper gedrungenen Holzteile an Ort und Stelle entfernte und den Schwerverletzten durch sein Automobil nach Gießen in die Klinik brachte.

x Brandoberndorf,4. Juli. Ein Einbruchs­dieb stahl wurde in dem etwa 10 Minuten von hier ent­fernt liegenden Jagbschlößchen des Herrn Lust aus Frankfurt verübt. Der Dieb stieg nachts durchs Fenster ein und durchsuchte alles das Schlößchen ist jetzt nicht bewohnt, übernachtete, zechte und ging morgens, nach­dem er seine Kleider mit denen von Herrn Lust vertauscht hatte, gemütlich im Walde spazieren. Förster Bornemann, der die Kleider erkannte, veranlaßte mit einigen Wald­arbeitern seine Festnahme. Der Verhaftete wurde von der Gendarmerie nach Usingen verbracht und entpuppte sich als ein erst am 28. v. M. aus dem Zellengefängnis Butzbach entlassener Sträfling.

O Altenkirchen, 3. Juli. Zum vierten Make wer­den hier unb in ben Filialgemeinden Vorkehrungen für die Kölner Ferienkolonie getroffen. Es gilt dies- mal 180 Kinber unterzubringen. Pfarrer Racke hatte zu einer Vorbesprechung Einlabungen in beit hiesigen Pfarr­saal ergehen lassen. Sämtliche Kinber im Alter von 5 bis 13 Jahren werben auf Kosten ber Frau Oelberrnaun-Köln zu einem Pflegesatz von 1 Mk. täglich auf vier Wochen in Fa­milien unteraebracht. In ber ersten Augustwoche treffen sie unter Begleitung mehrerer Schwestern auf Station Offen­bach ein, wo sie nicht selten auf Leiterwagen abgeholt werben.

= Naunheim, 3. Juli. Zur .Hebung und Förde- rung ber Form- unb Zwergobstbaumzucht, namentlich über bie vorteilhafte Ausnutzung ber vorhanbenen Mauer- unb Häuserwände fanden hier durch Kreisobstgärtner Rntsch- Biedenkopf praktische Unterweisungen nebst Vortrag statt.

X Frankenberg, 3. Juli. Dem Landes Hospital Haina ist die Ermächtigung zur Annahme des Nachlasses der verstorbenen Ehegatten Hospitalsdirektor Dr. Scheel in Haina erteilt worden. Der Nachlaß besteht in Wertpapieren im Nenn­werte^ von 134114 Mark mit einem Kurswert von rund 128 850 Mark, in ausgeliehenen Darlehen in Höhe von 10 500 Mk. und einem Grundstücke in Kassel nebst Hausrat. Der in Kassel versammelte Landesausschuß hat heute beschlossen, den genannten Kapital- und Immobilien-Nachlaß als ein besonderes dem Landes­hospital Haina gehöriges Vermögen durch den Landeshauptmann nach Maßgabe der bestehenden Bestimmungen zu verwalten. Aus dem Kapitalsbestande sind zunächst zu decken die Legate und ver­schiedenen Kosten. Tie Einkünfte des noch verbleibenden Ver­mögens sind in erster Linie zu verwenden zur Leistung der den drei unverheirateten Schwestern des Dr. Scheel bewllligten Unterstützungen, sowie ber der Witwe Bernhardt zugesicherten Jahresrente, ferner zur Ausbesserung ber Verpflegung solcher Pfleglinge 2. Klasse, die aus besseren Familien stammen und eine bessere Verpflegung bisher gewohnt waren und sich vor allem Sinn und Verständnis dafür bewahrt haben, durch die Gleichstellung mit den Kranken 2. Klasse indessen besonders un­angenehm berührt werden, sowie zur Unterstützung hilfsbedürftiger Hinterbliebenen von Hospitalsbearnten, Dienern oder ständigen Arbeitern usw. Wenn später die Einkünfte des Vermögens zu den vorbezeichneten Zweaen nicht völlig aufgebrancht werden, so soll der verbleibende Rest zur Erleichterung der Landgemciirden des Kreises Frankenberg dienen, die auf ihre Kosten Pfleglinge im. Landeshosprtal Haina zu unterhalten haben.

o. Laubach, 4. Juli. Um die schon lange geplante Errichtung einer Schwimmbadeanstalt in unserer Stabt zu ermöglichen, würbe tu einer Generalversammlung bes Eis- vereins ber Beschluß gefaßt, bic Vorarbeiten zur Erbau­ung in bic Hand au nehmen. Hierzu würbe ein Ausschuß gewählt, ber die Platzfraae zu prüfen hat und von fach­männischer Seite genaue Projekte mit Kostenvoran.chlägeu ausarbeiten lässt. Zurzeit laufen unter ber Einwohnerschaft Cinzeichnungslisten um, bie den zu erwartenden Besuch ber Badeanstalt feststeilen sollen. Ihr Ergebnis wirb beweisen, ob eine Rentabilität bes Unternehmens zu erwarten ist.

Kreis Friedberg.

x Bad-Nau heim, 4. Juli. Ter amerikanische Unabhängigkeitstag wurde heute wie alljährlich festlich begangen. Das Kurhaus und oie Terrasse trugen die ameri­kanischen Farben. Auf der Terrasse war anläßlich des 9iatioiin[» festes nachmittags Festkonzert der Kurkapelle. Tas Abend­konzert brachte Einlagen des deutsch-anierikanischen Quartetts. Nach dem Feuerwerk und dec bengalischen Beleuchtung des Parkes war im Konzerthaus Ball mit Blmnentänzen.

Starkenburg und Rheinhessen.

'V WormS, 4. Juli. Gestern erfolgte auf dem Hohen Darsberg bei Neckarsteinach die Einweihung^ des Wormser Kinder-ErholungSheims, wozu Sonder­züge viele Hunderte von Wormsern ins Neckartal brachten. Das Erholungsheim steht in Bezug auf seine Größe und feine Einrichtungen beispiellos in Deutschland da. Es ist während des ganzen Tages in Betrieb und nimmt innerhalb dieses Zeitraumes den achten Teil sämtlicher Wormser Schulkinder aus. Besonders bemerkenswert ist, daß das Heim ausschließ­lich aus freiwilligen Spenden der Bürgerschaft gebaut morden ist,* ebenso werden die erheblichen jährlichen Betriebsunkosten

Ans srrro Land.

Gießen, 5. Juli 1911.

'* Pfarr person allen. Der Großherzog hat den durch die Dekanatssynode des Dekanats Friedberg für den Rest der laufenden Wahlperioden vollzogenen Wahlen des eoang. Pfarrers Wilh. Wahl zu Beienheim zum Dekan und des eoang. Pfarrers Otto Vogel zu Reichelsheim 311111 Stellvertreter des Dekans des Dekanats Friedberg die Be­stätigung erteilt.

"Von der Straßenbahn. Die Benutzung unserer Straßenbahn im abgelaufenen Vierteljahr stellt sich im Ver­gleich zu den Ergebnissen des gleichen ZeitramnS im Vor­jahr, wie nachstehende Tabelle angibt, etwas ungünstiger.

Beförderte Personen

Tas Eingesandt bes Landtagsabgeordueten Herrn Justizrat Grünewald beschäftigt sich in dem Montagsartikel derart mit einem betreuenden Wiesenbesitzer, daß man mit der Pelzmütze nach ihm werfen kann, um ihn zu treffen.

Es ist kleinlich von großen Männern gehandelt, wenn ab und zn mal ein Kleiner den Vkund auftut und vor ihnen nicht wie vor einem Evangelium halt macht. Ein wahrhaft großer Mann mm; auch mal Widerspruch hinnehmen, wenn ein ehrlicher Mann, und sei er auch weder Jurist noch (belehrter, anderer Meinung i,t, wenn sie von Herzensgrund kommt. Hierzu scheint sich aber der Herr Einsender nicht aufschwingen zu fönnen ober SU wollen, denn er ist gewohnt, daß sein Wort allmäckstig wirkt. Stadtverordnete haben schon bedauert, daß solch gewandter Redner im Stabtparkament sitzt, da man bei Erwiderung ev. der Ge­fahr der Lächerlichkeit ausgesetzt werden könne. Ich bcdaure solches und gehe gern mit einem Gegner, und sei er noch so scharf, auf den Fechtboden zur Kreuzung geistiger Waffen. Solcher von Herrn Grünewald unterschobener Eigennutz eines Wiescnbcsitzcr von feinen Eltern ererbtes Gut ist unfein. Ich habe den Ban des Amtsgerichtsgebäudes begrüßt aus dem Grunde, daß es un- erem geschädigten Vorstadtviertel zum Vorteil gereiche, insbe­sondere, wenn die Verbindungsstraße zwischen Grünberger und Marburger, Straße hergestellt ist. Solcher Meinung war nicht ich allein, sondern dies war die Meinung des Gesamtvorstandes Norbop. Auf die nähere Entwicklung in dieser Beziehung ein- zugchen, würde zu weit führen. Auch ein Laie wird einsehen daß solches für den Stadtteil von Vorteil fein wird. Für den Fiskus liegt die Sache derart wie dies wohl ein so weit aus- djauenber Mann wie Exzellenz Gnauth eingesehen baß auch seinem großen Gelänbekomplex große Zukunft baburch wirb. Wm nun btefen Wiesenbesitzer betrifft, so ist es nicht einer, sonbern brci. Für ben einen kommt ber Amtsgerichtsbau zur Bebauung feiner Wiese nicht in Betracht, benit bie Fortsetzung ber Lanb- grafenftraße ist genehmigt und wird jedenfalls nicht rebressiert werben, so innig auch wohl manche Wünsche (wie sich solche zu Neujahr zuweilen einstellen) dahingehenb finb. Schon einmal, es war in einer großen Versammlung imEinhorn", kam Herr Grünewalb auf tiefen Wiesenbesitzer zu sprechen. Leicht wäre mir bie Zurückweisung gewesen, aber es war mir zu kleinlicl'. ^.as gleiche tat er einmal in ber Stabtverorbnetenversammlung. Leiber hat sich mein Schweigen gerächt, wie wir bies in seinem Auftreten bieses Eingesanbt sehen, wo er mich bes Eigennutzes beschuibigt. Nach biefer Erörterung überlasse ich es meinen Mit­bürgern, herüber zu befinben. ob solche ungerechtfertigte Vor- würfe am Platze finb. Mit oernselbeii Recht könnte ich sagen, Grünewalb setzt seine ganze Macht unb Autorität ein zur Schaffung der Bürgermeisterei in bie alte Klinik. Als ich damals gegen bic Verlegung ber Bürgermeisterei sprach, sagte er später: Löber wünsche ben Bau auf den Robberg. Ich will heute nicht zurück­halten zu sagen, bas; Herr Grünewaio recht vielen Grunb unb Boben in jenem Stabtleil besitzt unb bereits mehr Gewinn barauS bis jetzt schon gezogen hat, als ich mit meinen von ben Vätern ererbten Gütern. Es war 4 Uhr als ich bas Eingesanbt erhielt. Ich war gezwungen, mit meiner lcibenben Frau nach Wildbab zu gehen, obgleich ich gerne geblieben, ba ich wußte, baß ber Sturm nach unserem ersten Schriftstück nicht ausbleiben würbe.

Wilhelm Löber, Stabtverordneter.: