Ausgabe 
5.7.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Mittwoch, 5. Zull I9U

Erstes Blatt

W. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

Nk. 155

Ter «lehener Anzeiger erscheim täglich, außer Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchentlich

riebenerZamiliendlätlrr, zweimal roöd)cntI.Krel$> blahfürbtnKrei$6it6tH (TienStag und Freitag); zweimal monatl. Lanb wirtschaftliche -eitfragen T^erusprech - Anschlüsse. für bte Redaktion 112, Verlag u. Expeditton 51 Adresse für Depeschen:

BezugdvretS: monatlich 75Vf^ viert ek- iährlid) SNL 2.20; durch 2lbf)ole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost 9)11.2. viertel* * jährt ausschl. Bestellg. ZeilenpreiS: lokal 15Pi, auswärts 20 Pfennig. Ghefrcbafteiir: A Goetz. Verantwortlich für den volmschen Teil: Auqun Goetz; für .Feuille- ton^,,Dermischle4" und .Gerichtüsaal-: $1. Neu­rath; für »Stadt und Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck.

General-Anzeiger für Cberhessen

unna^Mn ans.ig« Rotdfionsöru» und vtrla- d«r vrührichtn Univ.-Vuch> und Steinöruderei n. Lange. NtdaMon, Lrpeditiaa und vruckerei: Schulstratze 7.

bi» vormittagsEhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Seschästrstelle Bahnhofstraße 16a.

Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.

Agadir.

Tic Entsendung des deutschen Kriegsschiffes an die maroffanifdic Küste hält fortgesetzt die europäische Tiplo ntatic und die öffentliche Meinung in Atem, doch sind Ent scheidungen in der Sache noch nidit ergangen.

Das KanonenbootP anthc r", das ans der Heim reife von Deutsch-Lüdwestafrika nach Agadir entsandt wurde, wird nunmehr durch den >kreuzerBerlin" a d g e l ö st , da die Rückkehr desPanther" zu einer gründlichen Repa­ratur nicht länger aufschiebbar ist. Ter KreuzerBerlin" hat schon am 29. Juni den Hafen von Kiel ver lassen : er nahm Kurs nach der Ostsee, angeblich, um dort tunlenlelegraphische Hebungen abzuhalten. In Marine kreisen soll es ein offenes Geheimnis gewesen sein, das; der Kreuzer den Befehl erhalten hatte, nach Marokko zu gehen, und man vermutet, Daß das Kriegsschiff bereits in der Nähe der marokkanischen Küste ist.

Aus Paris liegen folgende neuere Meldungen vor:

Im Minister rat hielten die Minister eine allge­meine Besprechung über die äußere politische Vage, besonders über Marokko, ab. Nach Schluß der Sitzung empfing Eaillaux den Besuch des italienischen Bot schasters.

Nach dem Ministerrat mürbe eine. Note nicht ausge geben. Ter Grund für diese Schweigsamkeit ist angeblich darin zu suchen, daß die e n g l i s ch e A n t w o r t, die erst heute mittag in einem Kabincttsrät sestgestellt wurde, noch nicht in offizieller Form e i n g e a a n g e n ist, doch wurde angedeutel, daß die englischen und russischen Regierungen den französischen Botschaften m London und Petersburg in ihren Unterredungen Mitteilungen gemacht haben, die für Frankreich durchaus beiricoigcnb sind

In den Aandelgängeu oer Kammer wurde behauptet, sranzösischerseits sei in Vonbon der Gebaut e angeregt wor den, E n g l a n b solle ein Kriegsschiff nach M a -> rokk0 schicken. Tiefer Vorschlag zur Güte fand ober bei dem Premierminister Asquith und dem Minister des Aeußern Sir Edward Grey nicht die geringste Gegen- liebe.

Im Laufe der Kammersitzung erklärte der Präsident Brisson, er habe von den deputierten Pourqerh de Baisse rin, Janrös mib Vaillauh Interpellationsantröge bei-r. die deutsche Demonstration erhalten. Ter Ministerpräsident erklärte, da. der Minister des Aeußern abwesenb sei, könne der Zeitpunkt für die Interpellation nicht festgesetzt werben; falls bie Regierung fie an nehme, bevor der Minister zurück gekehrt sei, werde die Festsetzung des Zeitpunktes vertagt.

Ter ehemalige Marineminister Vanessan schreibt «in Sivele": Tic Blätter, welche seit Jahren am lebhaftesten zur Besetzung von Marollo durch Frankreich gedrängt haben, tragen heute das größte Erstaunen und die größte Ent lüslung über das Vorgehen Deutschlands, nach Agadir zu ziehen, zur Schau. Sie vergessen, daß wir Franzosen in Easablanea und im Lchaujagebiet sitzen mic Leute, die leine Lust haben, fortzugehen Unsere Diplomaten in un­serer Unwissenheit und ihrem Ehrgeiz schickten sich schon an, auf das Kapitol zu steigen, als Spanien sich Nordmarokkos bemächtigte. Nun, angesichts des Schauspiels, wie Deutsch - lanb die Hand auf den Süden Marokkos legt, stürzt, bas ganze Kapitol zusammen. Das französische Volk wird die erforderliche Kaltblütigkeit und den Frieden

bewahren, den die Ignoranz und der Ehrgeiz seiner Tiplomaten so schwer gefährdet haben.

Entgegen den unbestimmten Nachrichten aus französi­scher Quelle, daß £ e ft e r r c i ch das Vorgehen Deutschlands in der Marokkofrage nicht billige, schreibt das offiziöse Wiener Fremdenblatt: Bekanntlich hatten sich zuerst die französische Republik, sodann Spanien zu Interventionen im Innern Marokkos veranlaßt gesehen, welche mit der Gefährdung nationaler Interessen durch die herrschende Unruhe begründet und von Erklärungen begleitet wurden, und durch die sich sowohl die französische wie auch die spanische Regierung zur Wahrung der in der Algeciras- alte sestgclegicii Grundsätze bet ihren Aktion en ausdrücklich bclannten. Indem Oesterreich-Ungarn dieser Versicherung Vertrauen schenkt, hak es sich auf die abwartende Haltung beschränkt und sieht auch vorläufig keinen Anlaß, aus der selben hervorzutreten. Selbstperständlich verfolg^ Sester rcich-Ungarn mit S v m p a t h i e den jün g st en Schritt der deutschen Regierung .welche sich bei ihrem Unternehmen ni : :: rr auf da > Spaniens, sondern auch aus das international anerkannte Recht feder ziviKjier.en Mach, berufen fand, ihre Staats­angehörigenii schützen, wo immer ,i* an Eigentum oder Leben bedroht werden. Tagegen scheint der gegenwärtige deutsche Schritt ange ichls der offenen Erklärung des Ber­liner Kabinetts, die sich gleichsam ähnlichen Versicherungen Frankreichs und Spaniens anschließt, nach hiesiger Auf­fassung geeignet, zur Beruhigung der doch nicht mehr^gan- klaren Situation in Marono das Seinigc in dem Sinne beantragen, daß bie grundsätzli von allen Mächten im Auge behaltenen Prinzipien ber Algecirasakte unverändert erhalten werden. Jedenfalls wäre dies die Lösung, die auf allen Seiten von vornherein auf Zustimmung rechnen könnte, falls die marokkanische Frage infolge der letzten Ereignisse wieder in das Stadium der europäischen Dis- kussion treten sollte. Tiefen Standpunkt dürften vor allem jene Mächte entnehmen, die, wie auch Qesterreich Ungarn, nicht birefr interessiert, umso größeren Wert dara if legen müssen, das; für ihren Handel mit diesem Reiche die Vorteile der in der Algecirasakte ftipuliertenoffenen Tur" luciter- l)in wie bisher bestehen bleiben. Bei dem Umstande, daß Ccfierreidj-llngarn unter den nach Marollo importierenden Ländern die vierte Stelle einnimmt, wirb sich die Mo­narchie gegebenenfalls in ber marokkanischen Frage vor allem von bcu gebotenen Rücksichten auf die,e luirtjdinyidKjL Beziehungen leiten ktffdt.

Im e n g l ische n Unk er hause fragte Balfour den Miuisterpräsidenten, ob es int öffentlichen Interesse mög sich sei, Mitteilung über M a r o t1 o zu machen. A squi t h erwiderte: Tie Angelegenheit, auf Die Balfour hinweisk, zieht bas brauche ich nicht erst zu sagen die ernste Aufmerksamkeit ber Regierung auf sich. Diplomatische Mitteilungen werden in diesem Augenblick ausge tauf ch t. Ich glaube aber nicht, baß es angebracht ist, gegenwärtig mehr zu fügen. Tee Liberale Tapib Mason fragte an, ob nicht nach Artikel 8 ber Algecirasatie ber Generalinspekteur des diplomatischen Korps darüber zu berichten habe, welche iuirlfc.inen Maßregeln zum Schilpe des Lebens und Eigentums ber Fremden zu ergreifen seien und ob nicht nach Artikel 9 der Alle bas Diplomatische Korps im Falle, daß Beschwerden erhoben werben sollten, den Generalinspektcur ersuchen tonne, Erhebungen anzu stellen und einen Bericht auszustellen, endlich, ob irgend welche Beschwerden erhoben morbcii seien. Asquith er­widerte: Ties ist feine Anfrage, welche ohne vorherige

Ankündigung gestellt werden folltc Wenn Mason sie fchrift lich 'vorlegen will, würden Erhebungen ange^tellt iverdeu.

Nach einer Meldung der Agence Havas aus El K sa r vom 3. ds. begab sich Ober st Sylvestre mit mehreren Offizieren am Morgen in die Kaserne, in welcher sdwrifische Truppen untergebracht waren, und erklärte, er benötige des Gebäudes für die spanischen Truppen. Tie Soldaten waren genötigt, die Kaserne mit Pferden und Maultieren zu räumen, worauf sich die Spanier dort einrichteten. Nach einer anderen Meldung sind 250 spanische Soldaten in L a r r a s ch cingctroffcn.

Wie ans Meli11 a gemeldet wird, nahmen die Spanier neue Positionen ein und rjicften in das Gebiet der Beni Sibel em

Ans Hessen.

Tic Neuwahlen zum Landtage werden nach einem Ausschreiben des Staatsministeriums voraussichtlich auf Freitag, 3. November, anberaumt werden.

Deutsches Reich.

Ter Kaiser wird voraussichtlich heute seine Nord­landreise antreten.

In 3 1 Berliner Versammlungen, die von der sozialdemokratischen Parteileitn n g ciubc- rufen waren und die den gewöhnlichen Massenbesuch anfzu- weiseri hatten, wurde gestern das Landtagswahlrechk und die Maroklosrage besprochen. _______________________

Ausland.

Präsident balliere* ist am Dienstag nachmittag an Bord desEdgar Quinet" in Amsterdam eingetrosfen und wurde im Landungspavillon von der Königin, dem Prinzen Hem rieb, den Spitzen der Behörden und den Mitgliedern der franzö- fischen Gesandtschaft begrüßt.

Tie WienerNene Freie Presse' schreibt: Wie mir von informierter Seile erfahren, fanden in der letzten Zeit zwischen £ e st e r r e i ch - U n g a r n , Italic n und R n ß l a n d zwang - lose Besprechungen über die albanesische Frage statt. Es wurde festgestellt, daß die drei auf dem Balkan in erster Linie interessierten Mächte in ihrer Auffassung über die Lage auf dem Balkan vollkommen nbereinstimmen. Eine Ucberein>timmn»g erweist sich schon deshalb von großem Vorteil, weil hierdurch uh'- Balken float en, die ans d--r gegeuwärlig-v Situation bti Türkei Vorteile für sich herausschlagen wollen, entnehmen werden, daß sie nicht ans die Unterstützung einer der drei Großmächte zu rechnen haben werden, sofern fie Ziele verfolgen, die dem Frieden abträglich feien.

Der Parteitag der tschechischen Sozialdemo­kratie beschloß, einen selbständigen Klub im Reichsrat zu gründen. Dem Klub, dessen Gründung sofort vorgenommen wurde, gehören fänttliche *25. tschechische Sozialdemokraten an.

Im englischen Unterhaus wurde die zweite Lesung der S e epr i senb il l angenommen Der Antrag der Ovpoiitton, die Londoner Teklaration einer Kommission von Sachvkrständigen zu überweisen, wurde mit 30l gegen 231 Stimmen abgelrhni. Tic Abstimmung riet eine heftige Kundgebung auf den Bänken der Unionisten hervor. Man hörte den Ruf:Verräter! Ihr fpekuliert mit der Nahrung des Volkes."

Tim Ministerpräsidenten Stolhvin nahestehende hiesige Streite erhalten aus Bad Elster ungünstige Nachrichten über Stolypins Befinden. TicBirschewija Wjedomosti" er fahren zugleich, Stolyvin sei von feinen Aerzten eine lange Aus­spannung angeraten morden nnd Stolypin (hebe seinen Rück­tritt an.

vom Universltätsftu-ttim der Krauen im Sommer 19(1

Es war vor.inszniehen, daß die im Herbst 1908 eriolgte Zulassung der Frauen zur Immalriktilalion an allen deutschen Universitäten aus die Stellung be-.> weiblichen Geschlechts zu in akademischen Studium und die Ciuioicflung der daraus gerichtete:'. Bewegung von entscheidendem Einfluß fein mußte. Von Semester zu Semester fchtvillt denn auch die Zahi. der studierenden Tgmen an; sie betrügt diestn Sommer 2352 gegen 1132 im Sominrr 1909, innerhalb 2 Jahren also eine 'Anfwärtsenttvicklung, die nut aller Bestimmtheit crmurten läßt, daß der Höchststand noch nicht erreicht ist, zitmai auch die Vermehrung der Gelegenheit für die Frauenwelt zur Erwerbung des Reifezeugnisses natuv- gcmäß den Zufluß der Frau zur Hoch'wule weiter sördert. Lei verhältnisntäßige Anteil der Frau am bcutid^cn Uuiversitats studium ist jn diesem Semester ans 4,4 vou Hundert der Getarnt- tutdentenzahl gestiegen. Tie große Mehrzalsl der Lrtudenlinnen, nämlich ctiua 2100 bis 2200 von 2552, ist reichsangehörig und davon stammen etwa ztvci Trittcl aus Preußen, das demrutch am Fraucnstttdinm verhälttiismäßig sehr stark beteiligt in. Aus Bauern ist der Zugang an Studentinnen relativ gering, wogegen Hamburg ganz beträchtlichen Anteil hat. Tic Ausländerinnen stammen überwiegend aus Rußland, aber auch Nordamerika uno Oesterreich-Ungarn sind stark vertreten. .

Bei der Verteilung der Studentinnen auf ine verschiedenen Fakultäten und Studienfächer »eigt sich neuestens nn^ jedem Semester bie steigende Vorliebe der^ Fran fiir die Fächer der philosophischen Fakultät int engeren Sinne, also für PHUo sophic und Geschichte, worauf die Frau freilich auch Begabung und Neigung zunächst verweist. Aber auch die Aussicht, durch die Erstehung der Lbcrlehrerinnenprüsmig 'ich eine Existenz zu uchern, mag bei der Berufswahl überwiegend das ausschlaggebende Moment sein. Andererseits ergeben die neuesten Zahlen, day der ärztliche Berns auf die Frau nicht bie An z iehuii g s kr a s t ans- zuüben vermag, die vielfach angenommen wurde. Denn wahrend vor wenigen Jahren noch die Hälfte der Studentinnen ^Medi­zinerinnen waren, ist jeut bereit Anteil auf etwa ein -vnii'tel i eruntergegangen. Zurzeit studieren Philofophic, Philofophte und Gcfchichtc 1438 Frauen gegen 1217 im Vorjahr, Mathematik mw Naturwiffenschaftcn 423 gegen 313, Medizin 549 gegen >1-, Siaatswin'cnschasten und Landwirtfchatt 56 gegen 55, Rechts.vincw schäften 42 gegen 26, Zahnhcickunde 31 gegen 38, Pharmazie < gegen 4 und evangelische Theologie 6 gegen 4.

Hinsichtlich des C v i c 5 des Studiums der <y r a n er­gibt sich eine starke Bevorzugung der preußischen Univeriitaten und insbesondere der Hochschule der Reichshauplstadt. An den zehn preußischen Unitxriiräten inb 1736 Studentinnen eingeschri oen.

an den drei bayerischen 238, an den -.wei badischen 313 und an den übrigen iecks einzelstaatlichen, einschließlich Straßburg nur 235.

Jin einzelnen ergeben 'ich iolgenb; Besuchszi'sern: Berlin 695, Bonn 250, Göttingen 203, Mind en 198, Heidelberg 158, Freiburg 155, Breslau 1*29, Münster 107, Königsberg 91, Mar­burg 83, Leipzig 81, Greiiswakd 7b, 3er. t 69, .stiel 51, Halle 49, Tübingen 42, Straßburg 34, Gießen 3 3, Erlangen 28, Würz- bnrg 12, Rostock 6.

Die Zahl der an den llnivcrsilätcu des^ Reichs als H ö i c r inne n zugelasicnen Zranen beträgt diesen Sammer 1212, so daß derzeit insgesamt 3764 Frau.u am deutschen Universitäts unterricht teilnehmcn gegen 3395 im Vorfahr.

*

Gin neuer Dinofaurierf u n d. Das Gebiet des Felfengebirges R o ck y M ountain S' im Ssteil ter Vereinigten Staaten hat sich bereits als außerordentlich mid)tbai an v c r il c i n c r t c )i Wirbeltieren gezeigt, die als Besonderheiten der Tterirelt der Neuen Welt anznschen sind. Es handelt sich habet um die Dinosaurier, jene großen Reptilien, ^ie in bei sogenannten Sekundär zeit die Stelle einnahmen, die die Säuge­tiere in der Tcrtiärzeit haben, d. h. die Könige der Schöpfung waren. In den letzten Jahren find nun eine Menge von Versteinerungen dieser riesenhaften Tiere gefunden wordeit, aber sie alle müssen an Bedeutung zurückstehen hinter einem Funde, der vor einiger Zeil gemacht wurde und über den W. L. B c a s le!) im Scientisie American berichtet. Ter Trachodon in nam- lid) nicht nur ein ganz neuer Typ der Tinofanrier, sondern er ist auch wohl das b c st e r h a l t c n e Fossil, au' dch- man bisher gestoßen ist. Tas Sielen sand sich »odi mit i em e r Haut bedeckt, die naturli chin versteinertem Zuuande^ ist, aber alle Einzelheiten ziemlid) genau erkennen läßt. Der junb gelang einem Vetcranen der Fossili.njagd, dem Amerikaner E. H. Stcrnlcy, uni) wurde sogleich r>oit_ bem Naturmirorucheii Museum in Äewyork für eine namhaite Summe erworben. Von dem Tiere wurde dann aud) eine genaue Nachbildung h.-rgestellt, die fein vermutliches Aussehen zeigt in jenen sabclhafttn fernen der Urteil. Das Tier ähnelte dem wohlbekannten Iguanodon, unterschied sich aber von ihm durch die Form des Kopfes, die eine entieriue Acl'nlichteit mit dem V -id aunvciü. -ehr wahr sch ein lich vollzog sich die Ledensw.-iic des Tradwdvns zu^emein großen Teil im Wasser, woraus die ver^oältnisniätzigc -l in ine

i

Diese Schwimmhaut läßt sich freilid) nur f;"-c die VorderNiyc fcftücücn, da an den Hinteren und am ^clswanz _D-i .'caiit mdit erhalten ist. Be: d-cm 2lv>ban des gefundene'.'. Lie.es ist man mit solcher Vor«ich: zu Wege gegangen, fctv; die Zeichnung der

Haut sür das bloße Auge deutlid) erkennbar ist. Man darf au- nehmen, daß das Tier nicht in eine eintaibige Haut gekleidet war, sondern daß cs verschiedenartig gefärbt sich darstellic. Wie war es nun möglich, daß dieses Tier in einem tast völlig nnver- sehrten Zustande sich als Mumie aus der Kreidezeit erhielt? Nad) der Annahme des Direktors des Newyorker Nattirhtstorifchen Mu­seums, Osborn, ist es durdi einen Zufall dem Zahn der Aasfresser entgangen mnd lange Zeit in großer Sonnenhitze der freien Lnft ausgesetzt gcblieocn, wahrsdwinlich aus einer irodciicit Sandbank, so das; seine Haut, anstatt zerstört zu werden, eine richtige natürliche Gerbung erhielt. Tas Skelett blieb also wie m einem Satt von Leder cingehnllt, der durch seine gegerbte und gehärtete Haut gebildet wurde, und so überstand es die unge­

heuren Zeiträume, die seitdem bis zur Gegenwart verslossen sind.

T i e nächste voll st ä n i) i g e S o n n e n f i n lt e r u i s. In diesem Jahre hat mir eine vollständige Soniicnsinsternis stalt- gcfundcn, die im wahren Sinne des Wortes ins Wasser gesallcu ist. Sie war überhaupt nur int Stillen Ozean sichtbar, nnd das aus einer Strecke, wo nur wenige öoe oder ipärlid) bewohnte G ii nvöe gi legen siick. Bei dem

werden die Bedingungen etwas besser sein, wenigstens nad) der idagc Der Totalitätszonc. Tic kurze Tauer der vsllitandigcn Verfinstcrung ist aber ein für die Astronomen unerfreulicher Um­stand, da von dieser selbstverständlitt' ber llnitang der Bcobach- tuiigm, die Dabei gemocht werden tonnen, in erster Linie abhäng!. Es ist schon bei einer Dauer von etwa iünf Minuten, Die ats verhältnismäßig lange gilt, schwierig, in diese Zeit^ mehrere vhoto- grophische Ausnahmen mit uint Fernrohr, Dem Speltroskoo usw. und die Beobachlnng mit dem Ange hineinzudrüngen. Bei Der am 17. Aprtl 1912 statttindenDen Finsternis wird mau aberjiod) viel bescheidener sein müssen. In einer Hinsicht ist diese Finsternis sehr merkwürdig, utDcnt sic eine Unzulänglitt-keir ber sonst doch schon recht Hochstehenden Himmclskunde aufdeett. Zuerst hatte mau lumtlid) yerausgerechnct, c Die Finsternis schon in Der Nähe von Paris eine oollständige, wenn auch von sehr kurzer Taucr fein würde, nnd daß Die Zahl cer Totalität in Spanien sich aus >echs Sekunden belauien würde Tas schon wenig genug, schein', aber nock zn viel zu sein. *.'iad) den Berechnungen verichüdenee Fachlenre, die in derNatutC .usammengestellt werden, luiro bic Finsternis c.ttwedcr nberhanrt nur eine ringförmige oder ihre iufel nir außerordentlich kurze 3C'*1 Zu beoLmd)teii ein. Für einen Plah in der Nähe von Svoru wird Die Zone der Totalität 166 Meter breit, ihre Dauer nur < - Sekunden sein. Es würde also für DlU Astronomen ein Kuns'ft tick bedeuten. Ort und Zeit genau richtig zu greifen.