Ausgabe 
4.2.1911 Zweites Blatt
 
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biefe hie und da dirftretcn und auch Abtrag tun, wird die Existenz dieses Standes schwer bedroht. Daß die Möglichkeit vorliegt, solchen Berufsständen aufzuhelfen, liegt auf der Hand. Ter goldene Boden des Handwerks und des Kaufmannsstandes beruht auf der Warenqualttät. Das Warenhaus führt zwar billigere Waven, aber sie sind schlechter. Durch reelle Preise und reelle Ware kamt und muß sich dieser Stand aber auch selbst helfen. Auch die Landwirtschaft, die der Redner zum Vergleiche heran- zieht, war auf die Selbsthilfe angewiesen, und sie hat diesen Weg seither mit, großem Erfolg, beschritten. Das erste Mittel zur Hebung dieser Stände sei die Intelligenz, und es sei darum be­sonders erfreulich, festzustellen, daß gerade in Hessen das Schul­wesen vorbildlich zu wmnen sei, sowohl Volksschule als auch die höhere Schule. Vorbildlich sei auch die ländliche Fortbildungs­schule, die viel zur Förderung der Intelligenz der gesamten Land­bevölkerung beitrage.

Auch dem Beamten und Privatbeamten müsse geholfen werd.'N. Seine Klagen sind wahlberechtigt. Aber auch hier darf nicht vergessen werden, daß das Wohl der Allgemeinheit über dem Wohl des Einzelnen zu stehen hat und daß darum die Hilfe nur langsam und allmählich kommen kann. Durch ein Privat- Veamtenversicherungsgesetz wird gegenwärtig versucht, diesen Be­amten zu helfen, und wenn die Materie auch schwierig ist, so ist doch ein guter Abschluß des Gesetzes zu hoffen.

Im Vordergrund des Interesses steht weiter der Arbeiter- ftand. Auch seine Wünsche sind bis zu einem gewissen Grade berechtigt. Doch ist zu bedenken, daß für den Arbeiter schon sehr viel getan worden ist, daß die Fürsorge für ihn )taj schon sehr weit entwickelt hat, so weit, daß die Nachbarstaaten nur zögernd unserer Entwicklung folgen. Augenblicklich große Summen für die Arbeiter aufzubringen, sind wir aber nicht in der Lage. Darum muß auch hier abgewartet werden.

Handel und Industrie kann den Zollschutz nicht entbehren. Keine Partei wird es wagen, an die Finanzzölle, die eine Ein­nahmequelle von 670 Millionen Mark bedeuten, ihre radikale Hand zu legen. In gleicher Weise bedarf die Landwirtschaft des Schutzzolles. Bis auf 95 Prozent wird unser Fleischbedarf im Inland gedeckt. Die Landwirtschaft ist heute noch Nährstand und insofern, als zwei Drittel unserer Rekruten vom Land ge­stellt werden, auch Wehrstand. Sie ist der Jungbrunnen für die Erneuerung unserer großen Städte und unserer Industrie. Deutsch­land ist kein Agrarstaat, auch kein Industriestaat. Landwirt­schaft und Industrie sind aufeinander angewiesen. Deutschland ist darum Industrie- und Agrarstaat. Trotz der großen Bevöl­kerungszunahme ist der Fleischverbrauch nicht gesunken, sondern im Verhältnis zur Zunahme noch gestiegen. Ein Beweis dafür ist die Tatsache, daß von den 80 000 Schweinen, die aus Oester­reich eingeführt werden dürfen, nur 1000 in Wirtlichkeit über die Grenzen gebracht wurden. Der Grenzschutz muß noch schärfer gehandhabt werden, und wenn der einheimische Konsument sich den gesetzlichen Maßnahmen zu unterwerfen hat, umsomehr muß man dies auch von dem Ausländer verlangen. Denn wenn unsere Märkte verseucht werden, dann erst wird eine Fleischnot sich bemerkbar machen.

In der Frage der Finanzpolitik hob der Redner vor allem das Sparsamkeitsprinzip hervor und erklärte im Falle seiner Wahl, eine praktische Beruhigungspolitik treiben zu wollen, derart, daß er mit allen Mitteln, die ihm zu Gebote ständen, die direkte Besteuerung vertreten wolle, weil er der Ansicht sei, daß die indirekte Besteuerung auf ihrem Höhepunkt angekommen fzt und es für das Dolkswohl eine große Gefahr bedeute, wenn man durch weitere Besteuerung der Lebensmittel die schwachen Schultern noch mehr belaste.

Ueber Parteipolitik führte der RÄmer ungefähr folgendes aus: Das Vaterland über der Partei. Man wählt nicht eine Partei, sondern eine Person, einen Abgeordneten. Die Politik, die er treiben will, ist, wie er schon im Eingang seiner Rede be­tont hat, eine Einigungs- und Sammlungspolitik, und wenn es auch nicht geglückt sei, alle bürgerliehen Parteien auf einen Kan­didaten zu einigen, so müsse er doch das Ideal einer solchen Politik hochhalten. Zum Schlüsse seiner Ausführungen gab der Redner die Gründe an, die ihn bewogen haben, für die national- liberale Partei zu kandidieren, wenn er auch ihr Mitglied nicht gewesen sei. Nicht deshalb habe er das Mandat angenommen, weil etwa die nationalliberalen Vertrauensmänner zuerst zu ihm gekommen seien, sondern well er die nationalliberale Partei als die Mittelpartei ansehe, die dazu berufen sei, die Gegensätze von rechts und links auszugleichen. Eine solche vermittelnde und versöhnende Partei ist notwendig. Entweder gewinnen die ex­tremen Rechten die Oberhand, oder die exstteme Linke. Beides aber ist schädlich. Er schloß mit der Ausforderung, wer diese seine Polittk billige, möge sich ihm anschließen.

Der lebhafte Beifäll bekundete, daß die Ausführungen des Redners die Zustimmungen des größten Tells der Versammlung gefunden hatten.

Nach einer Pause von 5 Minuten meldete sich Rechtsanwalt Spohr das Wort. Er habe sich davon überzeugen können, daß d-ie beiden Redner der nationalliberalen Partei in äußerst ruhiger iund sachlicher Weise den Wahlkampf eröffnet hätten. Er hätte aber bemerkt, daß zu viel vom Erreichten aus vergangenen Tagen gesprochen und zu wenig Gewicht auf die im deutschen Volke nicht berechtigten Zustände gelegt worden sei; auch schiene es ihm, vis ob der Kandidat in seinen Forderungen zu mäßig gewesen sei, worm er als Mann des Fortschrittes nicht beisttmmen könne. Er ^am^dann aus Has Imps- und Kurpfuschergesetz zu sprechen, und twinschte zu erfahren, welÜM Stellung der Kandidat zu diesen Frageii nehme. Die Versammlung war mit der Erörterung, als Nicht zu einer politischen Versammlung gehörend, nicht einver­standen. Es zeigte dies sich ganz besonders, als der folgende Redner, Dr. Strinkmann, in derselben Frage das Wort ergriff Durch große Unruhe und Schtußrufe wurde der Redner schließlich gezwungen, von semen medizinischen Ausführungen Abstand zu nehmen. Professor Gesivius und Dr. Osann stellten sich auf den Standpunkt, daß sie die Wichtigkeit dieser Fragen wohl zu würdigen wüßten, sich aber doch dem Urteil der Sachverständigen anvertrauen müßten.

Nachdem Rechtsanwalt Kaufmann nochmals aufgefordert hatte, Kr Professor Dr. Grsevms am Tage der Wahl einzutreten, schloß er die Versammttmg mit einem Holl) auf das deutsche Vaterland

21ms Stadt itnO Laird.

Gießen, 4. Februar 1911.

Zum YvetteGuilbert-Konzertam II. Februar in der Aula wird uns geschrieben:

UeS Lemmtre, der feinsinnige Pariser Belletrist, Mitglied ber französischen Akademie, sagt folgendes über die ßünftlemicbeiiuina Yoette Gullberts: Glaubt man wirklich, daß sie ihren Erfolg dem verdankt' was sie singt? Nein, nur wie sie es vorträqt, ist der Schlussel zu dein Eindruck, den sie auf Menschen ausübt. Wäre sie sonst so wunderbar aufgefallen in einem kleinen Theater der Vorstadt, umringt mit routinierten Kulisseumenlchen, die alle ihre Mittel spielen ließen um den Ersolg zu erzwingen, während sie noch nichts von all den Tricks wußte. Nein, sie hat ihre eigenen persönlichen Hilfsmittel, die nicht ans der Routine hervorgehen sondern ein Ergebnis einer tiefen, eigenartigen Veranlagung sind u"d wett über das hmausragen, was in den vorgetragenen Stücken enthalten »st. Ehansons, Stiaßenliebchen, die eine Leeture kaum S09eJ! tannen, letzt Yoette Lichter auf und enthüllt burd) deren Vortrag dramatische Entwickelungen, die nie- inanö zwischen den Zeilen ahnen konnte." Zum Schluß

Artikels legt Lemaitre der großen nn?L eo °0V' bo.d) "'lt ihrer wundersamen ^^'-^'^dretationsknnst die alten, etwas ver- 'Frankreichs neu zu beleben und aus der Rokoko-Evoche, wie aus den bukolischen Weifen ihr uchcr ebenso K91 nripnha?, a.l~ l erl in ihren A 0el)ort l,nbcn' wissen, wie wundersam die große -lseuse auch hierin neue Welten zu enthüllen iinslande ist.

Landkreis Gießen.

bgeu, 2. Febr Gestern ging der hiev abge- Mlene Kochschul- unh Handarbeits-Kursus zu

Ende. Ms Abschluß fand un Verlsersehen Saale eine Aus- stellmrg der von den Schülerinnen gefertigten Handarbeiten und eine kurze Prüfung statt, zu der die Eltern der Schüle­rinnen, der Orts- und Schulvorstand und die Lehrerfamilien eingeladen waren. Als Vertreter des Kreisamts war Re­gierungsrat Welcker erschienen. Mit ihm batten sich zwei Vertreter des Kreises Mainz eingefunden, die die Einrich­tung und Leitung der Kochschule kennen lernen wollten, um auch im dortigen Kreise die Einführung zu ermöglichen. Die Antworten der ^Schülerinnen gaben Zeugnis, daß so­wohl die Leiterin Frl. Mutschler, als auch die Lernenden die Zeit gut ausgenützt hatten. Ebenso glatt wurden auch die Fragen des Herrn Dr. Gengnagel beantwortet, der den Damen in wenigen Stunden das Wissenswerteste bei Hilfe- leisttmgen in Unglücksfällen, wie solche taalich vorkommen, mitzuteilen verstanden hatte. Hieran schloß sich nun ber obligate Kaffee an, bei dem man Gelegenheit hatte, die Backl'unst der Kochschülerinnen in verschiedenen Sachen, Kuchen, Torten usw., zu begutachten. Ansprachen und Heine Vorträge trugen sehr zur Belebung der Schlußfeier bei.

----- Londorf, 3. Febr. Die LandwirtschaftSkammer für Hessen veranstaltet am nächsten Sonntag, 5. Febr., nach­mittag, hier im Gasibause zurStadt Gießen" einen Vor­trag über:Welche Art der Rindvieh Haltung ist für den bäuerlichen Betrieb zweckmäßiger, Zucht- oder einfache Abmelkwirtschaft?" Redner ist Oekonomierat Weiße l-Lich.

-eh. Eberstadt, 3. Febr. Bei der heilte vor­genommenen Beigeordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Will). Müller I. auf weitere 9 Jahre ge­wählt. Am Sonntag, den 5. Februar, veranstaltet der hiesige GesangvereinLiederkranz" eine Abend- unterhaltung mit Ball.

Kreis Alsfeld,

Nieder-Ohmen, 3. Febr. Im Gasthause von Ludwig Langohr II. findet am Sonntag nachmittag ein Vortrag über:Feststellung des Düngebedürfnisses eines Bodens und zweckmäßige Anwendung der Düngemittel" statt. Redner ist Landwirtschaftslehrer Dr. Lung-Alsfeld-

Kreis Lauterbach.

= Lauterbach, 3. Febr. In unserer Stadt wird demnächst ein altes, ehrwürdiges Gebäube verschwinden. Es ist das Geburtshaus des Turnvaters Spieß, des Begründers und Förderers des Schulturnens, dessen hundertjähriger Geburtstag vor einem Jahre in allen Schulen Hessens und darüber hinaus gefeiert wurde. In einem Hose hinter der Kirche gelegen, ist das Haus von vielen Fremden, die unsere Stadt besuchten, unentdeckt ge­blieben. Der Eigentümer, Spediteur Theodor Günther hier, beabsichtigt nun das baufällig gewordene Gebäude, das seither nur als Lagerraum diente, niederzulegen und an dessen Stelle einen Neubau zu errichten. Noch vor einem Jahre, am hundertsten Geburtstage des Vater Spieß, hatte man eine Gedenkfeier an dem Hause veranstaltet und es zum letzten Mal mit Tannengrün geschmückt. Seither stand das Gebäude unter Denkmalschutz und war mit einer einfachen Tafel, deren Inschrift an die Geburtsstätte dieses Mannes erinnerte, geschmückt.

-r. Lauterbach, 2. Febr. Die Frage der Genehmi­gung der D a m p f k e s s e l a n l a g e der Firma Karl Sand­mann, Seifensiederei in der Obergasse hier, beschäftigte heute erneut den Kre isausschuß, nachdem die Sache bereits dem Provinzialausschuß in Gießen vorgelegen hatte und von diesem wegen inzwischen vorgenommenen Neue­rungen an der Anlage an den Kreisausschuß zurückverwiesen worden tour. Aus feuer- und gesundchellspolizeilichen Grün­den ist von einem Anwohner der Obergasse gegen die An- lagepläne Einspruch erhoben worden. Diese Partei bean­tragt in der heutigen Verhandlung, der Neuanlage die Genehmigung zu'versagen und den Betrieb der Seifensiederei überhaupt aus der Stadt zu verweisen, andernfalls mir das Talgschmelzen innerhalb der Stadt zu verbieten, da die belästigenden Gerüche auch in Zukunft nicht aufhören wür­den. Der Beklagte erklärt, hierauf unter keinen Umständen freiwillig eingehen zu wollen, sein Betrieb sei mit bedeuten­den Kosten neu eingerichtet worden, eine Belästigung seiner Nachbarn durch üble Gerüche käme künftig nicht mehr vor. Die vernommenen Zeugen wollen teils durch Geruch be­lästigt worden sein, teils wurde von ihnen die Sache als nicht so schlimm dargestellt. Auch der Sachverständige, Ge­werberat Dr. Gerhardt aus Gießen, gibt an, daß die in Frage stehende Anlage allen billigen Anforderungen der Neuzeit entspreche und besonders Geruchsbelästigungen wähl künftig gar nicht mehr oder in nur geringem Maße Vor­kommen würden. Als toeiterer Sachverständiger bekundet Kreisphysikus Dr. Henrici, daß wegen der verhältnismäßig seltenen Vornahme des Talgschmelzens eine Gesundheits- schädigung der Anwohner durch schlechte Dünste nicht an- genommen werden könne. Das Urteil in der Angelegen­heit soll in der nächsten Kreisausschußsitzung verkündet wer­den. Dem Spezereiwarenhandler Ludwig Winde­knecht von Duett wurde die nachgesuchte Genehmigung zum Kleinhandel mit Branntwein erteilt.

Leipzig, 3. Febr. Tas Reichsgericht verwarf die Revision des Verfahrens gegen den Redakteur Z i e 1 o w s k i und Genossen, tu dem die Angellgckttn von der Strafkammer in Siegen am 10. Dezember 1910 wegen Beleidigung des Land- rats Schroder - Berleburg verurteilt worben waren.

Eisen iNuhr), 3. Febr. Tas hiesige Schwurgericht hat iin Wiederaufnahmeverfahren bes Meineibs Prozesses gegen Schröder unb Genossen beni Antrag bes Staatsanwalts gemäß sämtliche Angeklagten f r e t g e s p r o ch e n. Die Kosten wurden der Staatskasse auserlegt.

Dcrinifcbtes.

* D i e Ab nah ni e der Nebeltage in London. Wenn die Erkenntnisse einer soeben veröffentlichten neuen Statistik sich auch in der Ziikunft bewahrheiten, so wirb Lonbon in absehbarer Seit nicht mehr bte Nebelstabt sein, als die es heute gilt. Man weiß, baß un Winter in Lonbon ber Nebel an ber Tagesorbnnng ilt, unb nicht selten so bicht ivirb, baß bie ganze Stabt am Tage zii künittichem Lichte ihre Zuflucht nehmen muß. N»m haben bie Beobachtungen gezeigt, baß bie Nebettage in Lonbon gegen früher abgenommen haben. Wenn man Die 27 letzten Jahre in Perioden von je neun Jahren cmtcilt, so ergibt sich auf diese verschiedenen Zeitabschnitte folgende Berechmma: In ber Zeit von 18*43 bis 1892 brachte jeher Winter burchschnitttich 29 Nebettaae. In dein Zeitraum von 1892 1901 sank biefe Zahl auf 27 Nebettage im Jtrhr, unb in ben letzten neun Jahren gar auf 10 Nebettage wahrend des Winters. Man führt biefc auffällige Veränderung auf das Zusammenwirken einer ganzen Reibe von Urfachen zurück, ^.le große Zunahme der flepflaftevten ober asphaltierten Straßen- fladjen erleichtert den Abfluß ber Regemvässer und trägt damit bei, öte Atmosphäre weniger feucht zu machen. Dieselbe Wirkung hat auch bie Vermehrung der geheizten und erleuchteten Wohmmgen. c>u gleicher Zeit teilt das Observatorium von Greenwich mit, baß bie durchjchnttlliche Winbstärke während der Wiruerzeit in ben

letzten Jahren zugenommen hat unb bannt natürlich auch bie Nebel, bilbung verringert mürbe.

* Das gestörte Kannibalen mahl. Ter französische Oberst Moll, ber vor kurzem in Wabai als tapferer Solbat auf dein Felbe der Ehre siel, konnte auf seinen Urlaubsleisen nach Vari-, manches ivunberliche Erlebnis aus dem schwarzen Erdteil erzähle« Mon Dimanche berichtet von einem dieser Abenteuer, das Moll selbst erzählte:Eines Tages geriet ich im Kongo mitten unter einen Kannibalenstamm. Ter Häuptling war gestorben, bie Trauer- ieiev sollte beginnen. Tie Frauen bes Verschiedenen standeii irauernb beisammen, ihr ganzer Körper war mit Maniokmebl dicht bebeeft, sie sahen so weiß aus wie Fische, bie in bie Bratpfanne sollen Man lub mich ein, am Leichenschmause tellzunehineu, unb als ich fragte, was es zu essen gebe, wies man gemütlich auf du in Mehl gebabeten Witwen. Ntm begriff ich ben Ausdruck trog, loser Verziveisiung in ben Mienen ber gepuberten Tarnen. Ich lehnte sosort bie Eiillabimg ab unb erklärte, baß ich mich mit aller Kraft bieser Hinopferuna der Wittveii widersetzen würde. Ter Üoch konnte das nicht begreifen, ganz verzweifelt lief er umher unb wiederholte ein übers andere Mal:Was soll ich nun ben (Säfte« oorjetzen ?" Ich gab ihm zum Ersatz ebenso viel Ochsen, als er Witwen schlachten wollte, aber bie Kannibalen zeigten sich bodjß unzufrieben mit bieser Programmänberung, und wirklich ia^,« eine ganze Reibe von Notablen ab. Sie wollten an einem jo prosaischen Leichenmahl nicht teilneljmen, und lehnten es ad, sich wegen einer solchen Bagatelle zu bemühen".

*Was haben Sie denn?" fragte ber Herr im Weitersahren, haben Sie etwas verloren? Herrgott," fuhr er bann plötzlich auf' als er des Kutschers zustimmendes Kopsnicken sah,am End' gar ich möchf fast wetten meine Handtasche?"W^ trns, gnä' Herr," erwidert der Fiaker,Sie g'winnen!"

* Bewährt.Wie bewährt sich denn die Kochkiste, bk du deiner Frau vorige Weihnachten geschenkt hast?" Oh, als wir sie zerhackt und in den Ofen gesteckt hatten, kochte es ganz famos."

* Der Storch.Aenn'chen, Toll dir ber Storch wieder ein Brüderchen bringen'?" ,)Ach, frag' mich doch gar nicht, Mama du läßt den Storch doch wieder 'rein!"

vüchertisch.

iChemischeund biochemische Uebunge n." Zur Einführung in der Chemie für höhere Lehranstalten und zum Selbstunterricht, sonderlich auch zur .Fortbildung des Lehrers und zur Vorbereitung aus die Mittelschullehrerprüfung. Bon Richard Fischer, Stuttgart, Franckh^sche Verlagshandlung. Das Buch ist dazu bestimmt, dem Schüler der höheren Lehranstalten als Anleitung beim praktischen Arbeiten im chemischen ober bio­logischen Laboratorium zu bienen. Anorbnung unb Auswahl bes behanbelten Stoffes ermöglichen aber auch ben Gebrauch bes Buches beim Selbstunterricht, in der Hand des Lehrers zur Anleitung für zahlreiche, im Experimentalunterricht verwendbare Versuche und endlich auch bei der erfolgreichen Vorbereitung aus das Mittelschullehrerexamen.

Die nach- A ppvf a einä am Sonntag dem 5. Febr. -teilenden ßvl £ilv von 1? Uhr mittag* bis 12 Uhr nachts nur für dringende Fälle sicher anzutrefFen : D 4/s

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Markte.

Gießen, 4. Febr. Marktbericht. Auf heutigem Wocben- markte kostete: Butter pr. Pfb. 0,901.00 Hühnereier 1 et. 1011 Vfg., Enteneier 1 Stück 0 Psg., Käse pr. St. 68 Vs., Käsematte pr. St. 56 Vfg., Tailbeii pr. Pr. 0,80-1,00 M., Hühner pr. Stt 1,001,60 Alk., Hahnen pr. Stück 0,801,80 Alk., Enten pr. St. 1,802,20 Mk., Gänse bas Pfb. 7580 Psg., Ochsen- fleisch pr. Pfb. 8492 Vfg., Rtnbfleisch pr. Pfunb 8488 Vfg,. Kubfleisch 70 Psg., Schweinefleisch pr. Vfunb 8096 Psg., Kalb- fleisch pr. Pfb. 8488 Vfg., Hammelfleisch pr. Vks. 6084 Vfq.L Kartosselii pr. 100 Kg. 7.50 bis 8.00 Alk., Weißkraut bas Stück 2(T bis 30 Pfg., Zwiebeln per Ztr. 8,0010,00 Alk., Altlcb das L'iter 20 Pfg., Birnen per Pfb. 1520 Mk., Äepfel per Zlc. 10 bis 15 Mk., Nüsse 100 Stück 50-60 Pfg., per Ztr. 000 Mk» Bohnen per Pfb. 0000 Pfg. Marktzeit von 82 lltjr.

fc. Frankfurt a. M., 3.Febr. Heu- unb Strohmarkt. Angefahren waren 10 Wagen Heu unb 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 3,008,dO Alk., Stroh (Kornlangstrob) 0,00 bi? 0,00 Alk., Wirrsiroh 0,00 0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft flott. Die Zufuhren waren aus Oberhessen unb dem Steife Tiebuig.

F.6 Wiesbaden. D ie h h o f-M ark tb e r i cht vom 3. Febr. Auftrieb: Rinder 61 (Ochsen 12, Kühe 55, Bullen 0), Kälber Schafe 34, Schweine 204.

Tendenz: Rinder ruhig, Kälber gebrückt, Schafe unb Schweine mittelmäßig. Preis Durch»

pro 1UU Pfb. schnittsprei;

Vebenb» schlacht pro 100 tziunS nxt . 0eivid)( vebenb» etilaec.

cn| en. von-brsvon-biswicht

Vollsieischige, ausgemästete. höchsten

Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 4648 8486 47 85

Junge, fleischige, nicht au§gemd|iete unb

ältere ausgemästete 4345 8384 44 83

Mäßig genährte junge unb gut ge­

nährte ältere 3942 7832 40 80

llngejochte ... 4850 8788 49 b7

Färsen, K ü h e.

Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.

Schlachtwertes 44-48 8084 46 82

Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren . . 3841 7274 39 73

Wehere ansgemallete Kühe und wenig

gut entwickelte lüngereKühe u. Färsen 8337 6671 35 68

Wiavig genährte Kühe imb Färsen . . 2932 64- 66 30 65

Kälber.

Vkälber . . . . 64-66 107-110 65 108

Ulittlere Mast- unb beste Saugkälber . 5662 94-103 59 98

Geringere Alan- unb gute Saugkälber 47-50 79-84 48 81

Geringere Saugkälber 5255 8796 53 91

Schafe.

Weibemastschafe 4000 8000 40 80

Schweine.

Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner

Lebendgewicht 49-51 64-66 50 65

VollfleiscMge Schweine über 2 Zentner

Lebendgewicht 49-51 64-66 50 65

Vollfleischige Schweine über 27, Zentner

Lebendgewicht 48-49 62 - 64 48 63

yleiltoige Schweine unter 80 kg Lebenb-

Newichl . . . . . . . . . . 4851 6265 49 63

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