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2.1.1911 Erstes Blatt
 
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W. Jahrgang

Montag, 2. Januar 19H

Nr. 1 ____

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bis wrmuV"s"'üh" Expedition für Viidingen: Bahnhosstratze 16a. - Telephon Nr. so. p. B--I.

Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.

anderer Rundtanz die melancholische Bezeichnung

ornen-

Lisfiguren.

Rücksicht auf die neu hinzugekommenen Gebäude, einige Gevauoe der Irrenanstalt in Gießen und Beamtenwohngebäude bec chirurg. und Augenklinik in Gießen urtb wegen der inzwischen in Kraft getretenen neuen Preisverzeichnisse für Unterhaltungs-

rung meiner Wenteuer.Nun," meinte er schließlich,ich bin noch niemals zweimal am gleichen Tage von zwei Königen eingeladen worden. Wollen Sie wirklich noch einmal, essen?" Eine andere lustige Szene, in der ebenfalls die Kostümfrage ihre Rolle spielte, ereignete sich später in Kiel. Der Admiral

Der Kaifer und Admiral Montagu.

In.London sind vor kurzem die'Erinnerungen" des bekannten englischen Admirals Montagu ersclnenen, der sich in den Krim­kriegen und während des großen Aufstandes in Indien besonders ausgezeichnet hatte und sowohl mit dem verstorbenen König Eduard als auch mit dem deutschen Kaiser in nahen persönlichen Bezieh­ungen stand. Als Patenkind der Königin Viktoria stand er schost von Kindheit an mit der britischen Herrscherfamilie in engen Berührung, und die persönlichen Erinnerungen. an die ihm be­freundeten Monarchen verleihen dem Buche einen besonderen Reiz.

Als ein begeisterter Freund des Segelsportes, als Mitglied der Royal Dacht Squadron sah man den britischen Admiral auch oft in Kiel, und wenn immer der Kaiser in England weilte.

Nicht uninteressant sind auch die Namen der verschiedenen hübschenNebenfiguren". Es gibt nämlich außer einerein­fachen", einerdoppelten", einervierfachen" und einer ..ge­kreuzten vierfachen Rebe" auch eineWiener Rebe", eineKali­fornische Rebe", eineSchnabel-Rebe" eineZirkel-Rebe" usw. Außerdem heißt ein Eisrundlauf auch derReken-Amerikaner". Aus Gesundheitsrücksichten sehr zu empfehlen scheint die Aus­führung eines anderen Rundtanzes zu sein. Er soll eine massage- ähnliche Wirkung auf den Körper au«üben und trägt darum den Namender Äntihypochonder". Und während wieder ein

In Kav. 28 werden unter Zentralbauwesen für die Lande s- Universität Gießen als erste Rate 8500 Mk. für die Herrichtung der Anatomie der alten Veterinäranstall verlangt, wozu erläuternd bemerkt wird: Schon lange besteht die Absicht, das pharmakologische Institut von dem Hanse Sonystraße Nr. 2 in größere' Nähe der Kliniken zu verlegen, zudem auch das fragt Haus für die Institntszwecke nur unvollkommen geeignet ist. Durch Inbetriebnahme der neuen veterinär-med. Jnstirute sind die Räume der alten Klinik frei geworden utnsd soll jetzt das pharmak. Institut in die bisher von dem veterinär-anatom. Institut inne- gehabten Räume untergebracht werden. Für Umbau im Zoo­logis chenJn st itut werden neu 3400 Mk. eingestellt, wodurch an "dem im Jahre 1909 für Erbauung einer Hörsaalbaracke ge­nehmigten Betrag von 15000 Mk. 10 400 Mk. gespart werden. Duc/' i-2 uepla.it. Verlegung wird die lish.r an bert Fonds für öffentliche Zwecke als Eigentümer des Hauses Lonystraße 2 zu zahlende Jahresmiete von 2000 Mk. erspart.

Die Erhöhung des Betrages für laufende Unterhaltungsarbei­ten von 203 000 Mk. um 6000 Mk. auf 209 000 Mk. ist nötig mit ...... Gebäude

nahm an Bord seiner Jacht gerade sein Morgenbad, als man ihm zurief, der Kaiser käme mit seiner Gig herangefahren.Was sollte ich tun, völlig unbekleidet wie ich war?" Da ertönte auch schon die Stimme des Kaisers:Montagu, kommen Sie schnell herauf, ich will Ihnen Ihre Instruktionen geben." Majestät," schrie ich verzweifelt,ich kann nicht, ich bin ja ganz nackt!"Schadet nichts, kommen Sie rauf?" tönte es zurück. Zum Glück hatte mein Badetuch respektable Dimensionen, td) packte mich ein, so gut es ging und kletterte hinauf.Wie ein alter Nero sehen Sie aus in Ihrem Aufzuge," meinte der Kaiser lächelnd, bevor er mir die Instruktionen für das bevor­stehende Rennen erteilte. Entgegen dieser fröhlichen Toleranz in Toilettenangelegenheiten leg.e König Eduard auf sorgsame und korrekte Kleidung besoirdercs Gewicht, und wenn immer ein Offizier nicht vollkommende rigueur" angezogen war, rügte er jeden Mangel.Mehr als einmal sagte er mir bei Gesell­schaften im Marlborough House mit einem mißbilligenden Kopf­schütteln:Victor, mir gefällt nicht deine Art, die Orden zu tragen, du mußt das ändern." Wer bei der nächsten Gelegen­heit fand er wieder Grund zur Kritik und meinte verzweifelt: Ich habe dir doch erst vor einem Jahre gesagt, daß du das ändern solltest, und nun kommst du genau wieder so daher. . ."

Unabhängigkeit stallsinden. Ter Telegraphendirektor sei ange­wiesen worden, die Zensur ausschließlich auf gefälschte Nachrichten zu beschränken. Der Minister erklärte, die Mel­dung, der britische Gesandte habe um die Entsendung eines Kriegs- schifles nach dem Teio gebeten, für unrichtig.

kröne" führt, heißt ein lieblicher Wiener Eisreigen, bei dem die Partner sich cinaitbcr nähern und bann wieder fliehen, sehr charakteristischDas Kokettieren". Ein anderer Reigen er­hielt den interessanten NamenDer Unbewußte". Eine Dame erfand noch einen Schnörkel dazu, und so haben wir nun außer­dem noch einenUnbewußten mit Schlinge". Gleichfalls^ von einer Dame einer Wienerin ward der schelmischeSpitz bubenachter" ersonnen. Wienerinnen ifoarcu es auch, die sich eine gaitze Reiheüberseeische" Figuren widmen liefen, z. B. die Figuren ,,Bagamoio",Timbuktu",Uganda",Sansibar". Schließlich gibt es auch noch eine Reihe vonEisscherzen". Ta lernen wirHexen- und Affentänze", aber auchLilien ftengel" undFliederblüten" kennen: oder man führt uns das von Holletschek erfundeneZopfflechten" vor. Die an einen geflüchteten Zopf erinnernde Eisfigur entsteht, wie Holletsch in seinerKunstfertigkeit im Eisläufen" angibt, dadurch, daß der Schlittschuhläufer die Füße übereinander kreuzt, die Fußspitzen' ancinanbertiiüt, das Körpergewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilt und bann mit den Hüftenfortwährend und abwechselnd seilliche Drehungen ausführt". Dadurch beschreiben beide Füße gleichzeitig Schnabelwendungen und der Körper bewegt sich nach rückwärts. Eine sehr hübsche Scherzfigur ist auch derWal­fisch. Dem Umriß des Tieres werden sogar durch Dreiwendungen auf beiden Füßen zwei Linien beig'efügt, die die beiden ausge­stoßenen Wasserdampfstrahlen darstellen.' Dieser Walfisch ist schwä ­bischer Herkunft. L($r stammt aus Heidenheim in Württemberg.

giesischen Köirigsthron zurückzukehren. Nur fragt es sich, ob die Aussichten dafür schon jetzt so sicher sind, daß er es wagen kann, sich in Konspirationen mit portugiesischen Royalisten und Klerikalen zum Zwecke einer in Portugal zu entfesselnden Gegenrevolution einzulajsen. Es werden zwar jetzt auf dem Wege über Madrid-Paris Nachrichten verbreitet, die die Luge in Portugal als ziemlich gespannt schildern. Man spricht von Unzufriedenheit bet Prole­tariat und Handwerkern und von Disziplinlosigkeiten in Heer und Flotte. Ja, man will wissen, daß Theophil Braga des Heeres und der Flotte nicht sicher ist, und daß man in Lissabon einer weit oerbreLcten Verschwörung zugunsten der Wiedereinsetzung König Manuels, oezw. des Herzogs von Oporto, auf die Spur gekommen sei.

Man wird gut tun, diese Nachrichten vorläufig mit einer gewissen Zurückhaltung aufzunehmen. Der Weg Madrid .ist ohnehin nicht der einwandfreieste, und wenn auch Royalisten und Klerikale noch immer über einen star­ken Anhang in Portugal verfügen, so haben sie doch, was Armee und Flotte anbetrifft, nur einen Teil der Offiziere, keinesfalls aber die Mannschaften hinter sich. Mag auch Theophil Braga der Zivilbevötterung hie und da vor den Kopf gestoßen haben, so hat er doch nichts verabsäumt, um durch allerlei Vergünstigungen die Soldaten auf seine Sette zu bringen, so daß sie keine Veranlassnüg haben, ihn und die Republik im Stich zu lassen.

*

Die jetzige Regierung verbreitet nur günstige Nach­richten, denn sie hat allen Anlaß, eine weitere Beunruhi­gung im Lande gar nicht aufkommen zu lassen.

Lissabon, 1. Jan. In Portugal herrscht, voll­kommene Ordnung. Die provisorische Regierung hielt heute Nachmittag einen Neujahrsempfang ab, wobei Tausende von Per­sonen und Mitglieder <der Regierung Dorbeibefilierten.

Berlin, 31. Dez. Die portugiesische Gesandt­schaft teilt mit, daß die Ausstandsbewegung in Portugal bisher leine Veranlassung zu Gewalttätigkeiten gegeben habe: die Aus­stande wurden auf allgemeine Anregung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch schiedsrichterliches Eingreifen der Regierung bcigelegt. In den letzten Tagen waren überhaupt teilte Aus­stände. Die Finanzlage bessere sich täglich dank der in die öffentliche Verwaltung gebrachten Gesundung. Die Disziplin des Heeres und der Manne sei tadellos. Die Besatzung der Kriegs­schiffe, welche kürzlich den Tejo, hauptsächlich wegen der Cholera auf Madeira verlaßen ^hatten, führte die Aufträge der Regie­rung vollkommen aus. Tie Ordnung sei vollkommen wieder- b.erg v.eUt. Nach v.k 2:nf.rnötigem Ä'eHdjut der ' Rc^ablil haben fich~ die Verhältnisse mehr konsolidiert, als nach diesem kurzen Zeitraum hätte für möglich gehakter werden können. Tie reli­giösen Leidenschaften seien gänzlich zur Ruhe gekommen, nach­dem die Kongregationen, die wahre Quelle der Agttation, auf­gelöst seien. Innerhalb der Republik bestehen' keine Verschwö­rungen, auch nicht auf Seiten der Monarchisten. Nur jene Elemente seien angeklagt, die sich gegen den Staatsschatz ver­gangen haben. Die Feinde der freiheitlichen Gesin­nung des Landes murren und verbreiten aus dem Hinter­halt beunruhigende Gerüchte. Alle Vorbereitungen wer­dengetroffen, damit die Anfang April stattfindenden Wahlen sich unter Wahrung der größten Unabhängigkeit vollziehen.

L i s s a b i n , 31. Dez. Der Minister des Aeußeren empfing die Vertreter der Isländischen Presse und erklärte: Die Ruhe in Portugal und die finanzielle Lage bessere sich täglich. Die Tiszivlin im Heer und der Marine seien gut. Die Agitation der Orden sei beendet. Entgegen anderslautenden, von den Feinden der Republik verbreiteten tendenziösen Gerüchten würden die Wahlen im April des nächsten Jahres in voller

Eisfiguren nennt der geübte Schlittschuhläufer die kunst­vollen Spuren, die er mit der Kante feines Schlittschuhs auf die Eisfläche zu zeichnen versteht. Solcher Eisfiguren gibt es schon einige Zehntausende, so versichern uns die Sachverständigen. All diese vielenSchritte",Märkische",Rundläufe",Reigen" und Eisscherze." mußten selbstverständlich eine feste Benncnung er­halten. Der Aufgabe der Namengebung hat man sich nun im Reiche der Eislaufkunst teils mit sachlichem Ernst und Erfinder- stolz, teils aber mit frischem Hmnor i"'terzogen namentlich hat man auch die Galan vie liehcusw.^digerweise recht oft zu Worte kommen lassen. Eine grofjc Zahl von Eiskünstlern scheint nämlich trotz desfalten" Sports, dem sic sich hingibt, wärmeren Gefühlen zugänglich zu sein und widmet nencrfunbenc Figuren mit Vorliebe ihren Damenbekanntschaften. Auf solche Weise entsteht dann einMiz^"- oderMinna-Marsch", ein23a- lerien-Achter", einPaula-Schritt", einBerta-Hwischenbogcn- achter", einAdiwalzeck" usw. Sehr beliebt ist aber, wie schon

Uns dem hessischen Staatshaushalt.

Ersparnisse bei den .Land ständen werden unter Kap. 13 im Neuen Budget ebenfalls vorgesehen. So werden für die Kosten der Ersten Kammer, die seither noch 19 220 Wk. betrugen, für 1911 nur 17 220 Mk. und für die Zweite Kammer, für die im Vorjahre noch 101488 Mk. vorgesehen waren, nur 93 688 Mk., als m. 7800 vorgesehen sind. Bei beiden Kammern werden also etwa 10 000 Mk. gespart.

Bei Kap. 17. Ober-Rechnungskammer, wird aui die erschienene Denkschrift verwiesen und ein Betrag von 2250 Mk. weniger gefordert, da die in 1910 nur auf den «Inhaber bewilligte, vierte Kanzlistenstelle in Wegfall gekommen ist und man ver­suchen will, mit drei Kanzlisten auszukommen. Bei der Justi- fitatur sind 3000 Mk. mehr eingestellt, da man versuchen will, die mehr mechanischen Arbeiten der Justifikatur von Probatoren erledigen zu lassen, die geringere Vorbildung zu haben braudjen und deshalb auch toeniger Gehalt zu beziehen brauchen. Um Härten zu vermeiden, ist beabsichtigt, als Probatoren zunächst eintretenden Falles die dermalen bei der Justifikatur dauernd verwendeten Finanzaspiranten anzustellen, soweit sie hierfür überhaupt in Betracht kommen können.

Bei Kap. 23, Ministerium des Innern, find statt teile bisher 8 nur 7 vertrag ende Räte vorgesehen, da! die freigewordene Stelle (Heinrichs) schon seit März v. I. nicht mehr besetzt wurde. Dadurch sind 6200 Mk. weniger eingestellt. Im gleichen Kap. sind 5400 Mk. für Kanzleibedürfnisse weniger gefordert. Nach Auflösung des Postaversums sind bei Kap. 26 für Porto, Telegramme und Fernsprechgebühren 12 200 Mark weniger gefordert.

(Eine Gegenrevolution in Portugal?

Ms in den letzten Tagen gemeldet wurde, der junge Exkönig Manuel wolle eine englische Universität besuchen und dann auf Reisen gehen, bis ihn das portugiesische Volk einst nach Lissabon zurückrufen werde, konnte man sich eines leisen Lächelns nicht erwehren. Es hat wohl noch keinen König im Exil gegeben, der nicht nament­lich in der ersten Zeit nach seiner Entthronung alle Hebel in Bewegung gesetzt hätte, um wieder in das Land seiner Väter zurückzukehren. Und so kam die Nachricht nicht unerwartet, daß König Mannet von Wood-Norton zum Heihnachtsfest nach London gereist sei, um dort Unter­redungen mit bekannten portugiesischen Royalisten, vor allem mit dem ehemaligen Gesandten in London, Marquis de Soveral, zu führen, die sich natürlich nur um die Frage gedreht haben können, ob die Entfesselung einer roya­listischen Gegenrevolution und mit ihrer Hilfe die Rück­kehr der portugiesischen Königssamilie nach Lissabon mög­lich sei.

Erfahrungsgemäß folgt bei allen StaatsUmwälzungen auf die Revolutionsbegeisterung eine Zeit der Ern ti ch - terung, der Kritik. So auch jetzt in Portugal. Man hatte von der Vertreibung des Königshauses erwartet, daß die Gelder, die es zur Bestreitung seines luxuriösen Lebens verbrauchte, jetzt dem Lande zugute kommen würden, und man hatte mit Bestimmtheit darauf gerechnet, daß die republikanische Regierung die von ihr proklamierte Am­nestie in vollem Umfange aufrechterhalten und sich jeder Beeinträchtigung der Person ichen Freiheit en.htt en würde. Statt dessen muß man sehen, daß sie eben auch nur mit Wasser kochen kann. Denn die Steuern sind dieselben ge­blieben, und das scharfe Vorgehen der republikan schen Re­gierung gegen ausländische Journalisten, die an ihr Kritik geübt hatten, als auch gegen die Mitglieder des höchsten Gerichtshofes, die gegen die angeklagten früheren Minister nicht so einschreiten wollten, wie es Theophil Braga ver- lanate, erinnert nur gar zu sehr an die Diktctturzeit des verhaßten Franco. Aber man darf nicht vergessen, daß Theophil Braga eigentlich zu diesen Maßnahmen gezwungen ist, soll Portugal die Krise überwinden unb die Republik sich weiter konsolidieren. Beweisen es doch die Revolurions- ereignisse selbst, daß Braga mtt einer starken monarchi­schen Unte^strömung im Lande zu 'rechnen hat, nicht nur in Heer und Flotte, sondern auch im Volke ^selbst. Nur das republikanische Lissabon machte die Revolution und erklärte die Republik, das Land wurde überrascht und stand am 5. Oktober lediglich einem fait accompli gegenüber. Es ist darum sehr verständlich, daß die neue portugiesische Regierung die Ausschreibung von Wahlen zum Parlament soweit als möglich hinauszögert und die Zeit bis dahin benutzt, ihre Herrschaft weiter zu festigen. Denn das neue Parlament soll das fait accompli vom 5. Oktober gutheißen und es soll Portugal eine neue Verfassung geben. Wenn aber eine größere Anzahl monarchistischer Abgeordneter hineingewählt wird, so dürften der Republik ungeahnte Schwierigkeiten erwachsen und die Mächte sich weigern, sie anzuerkennen.

Unter diesen Umständetr bleibt natürlich dem König Manuel die Hoffnung unbenommen, dereinst auf den portu-

versäumte er nicht, Montagu zu sich zu Gast zu bitten. Bei einer Regatta in Cowes, noch zu Lebzeiten der Königin Viktoria, kam es habet zu einem lustigen Konflikt. Der Admiral wurde von der Königin zur Tafel befahlen, abends um halb neun sollte er in Osborne zum Diner eintreffen. Unmittelbar nach Empfang dieser Einladung überbrachte man dem Admiral ein großes Kuvert mit dem Siegel des deutschen Kaisers: es war eine Einladung, am selben Abend an Bord derHohenzollern" mit dem Kaiser zu speisen. Das Schlimmste war, daß zu beiden Einladungen ver­schiedene Trachtet: vorgeschrieben mären, zum Dürer bei der Köni­gin die Hoslleidung, zum Diner beim Kaiser die kleine Admi- ralsunisorm. Der vielbeyehrte Gast war verzweifelt: was sollte er tun. In seiner Not signalisierte er dem Prinzen von Wales, dem späteren König Eduard, sein Dilemma, und bat um einen guten, sreundsck Jtlidjen Rat. König Eduard traf ein salomo- ntlches Urteil: er riet dem Freunde, erst zur Königin zu gehen und dann schleunigst zum Kaiser. In wilder Hast schlüpfte Montagu in die seidenen Beinkleider und raste nach Osborne. Unmittelbar nach dem Diner beurlaubte ihn die Königin, und nun galt mit Sturmes eile zurHohenzollern" zu kommen. Die erste Schwierigkeit", so erzählt der Admiral,mar, einen Ort ausfindig zu machen, wo ich die Hoftrackit mit der Uniform wechseln konnte. Ich entschloß mich schließlich, das in der Droschke ßu tun, und flehte den Kütfcher an, nicht allzu rasch bergab zu fahren. Wie jedermann weiß, ist es nickst schwierig, sieh in einer Droschke aus- und wieder anzziehen, selbst bei völliger Dunkel­heit: aber dann kommt ein Augenblick, wo man anfstehen muß, um die Toilette zu vollenden, und das war das Dilemma. Ich versuchte alles, umsonst.Kutscher!" rief ich schließlich,halten Sie einen Augenblick und schlagen Sie das Wagendach zurück." Es regnet in Strömen," meinte der Rosselenker bedächtig, aber ich beharrte bei meinem Vorsatz:Das ist einerlei. Sie sind sowieso naß, und über mich können Sie Ihren Mantel halten." Tas Arrangement bewährte sich prachtvoll, ein paar Augen­blicke später kam ich zur Landungsstelle, sprang in die bereit aaner , emztoiroaiöei» uiiv. ©tiji ucucoi m uuci, wie wun stehende Barkasse und war wenige Minuten später an Bock) her | angebeutet ward, auch die Nennung einer Mssigur nach ihrem

Hohenzollern". Ter Kaiser empfing mich mit seiner gewöhn-1 Erfinder oder ihrer Erfinderin. So schuf z. ,B. Alfred Blcttter lichen Herzlichkett und amüsiert: sich dann köstlich über die Schilde-' denBlatter-Bogenachter", Alexa,wer DiamaMidi denAlexander^ "v Nebenachter", ein Fräulein Minni Sommer erlaub dieSommer-

Figur unb gemeinsam setzten zwei Wiener Eiskünsller benDinstl- uno Jolk-Flügelachter" in die Welt. Dann werden für die Eis­figuren namentlich auch gern sachliche Bezeichnungen gewählt, die auf das auf der Eisfläche entstandene Linienbild oder auch mit auf die zur Ausführung der Figur erforderlichen Körper­bewegungen Bezug nehmen. Da kennt man z. P. einen Horn- schritt, einen ^chnabelschritt, einen Brillenschritt, einen Gegen- schlingenwendungsschrttt, einen Gegenwiegenhornschritt, einen Schlangenbogenschritt, einen Gegendreierschritt usw.

arb eiten.____________________________________________

Ministerwechscl in Gcsterreich.

Wien, 31. Dez. Die morgigeWiener Zeitung" wird nachstehendes Allerhöchstes Handschreiben veröffentlichen:Mein lieber Freiherr v. Bienerth! Ich beauftrage Sie mit der Bildung eines neuen Ministeriums für die im Reichsrate vertretenen Königreiche und. Länder und sehe Ihren Einträgen hierüber entgegen.