Ausgabe 
1.11.1911 Erstes Blatt
 
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Nendorf, 31 Okt Tir Regierung zeigt Mc ?l n t - finbung au*5gebetmter Kalifelder an. RogtkrungS- bcamte prophezeien ba» Ende deS deutschen Monopol-.

Amtlicher wetlerdencht.

Oeffentlirbe ® e 11 e r b i e n ft ft e 11 e Sieden.

WetlerauSsicdten in Heften am DoimerStag, den 2. November 1911 Aickheiterud, trocken, kühl.

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,fien p> lauf liegenden UnalairfnvfirM^feN, ^tebepatbifcfrn Wmbtr- TfT(it|ffit und teilweifen fanatischen Geträskigkeit der Pmiptdeknftimo«- »euaen pir Uederzeuquna von einer schuld beweiben im Einne er Anklage nicht gelangen konnte und sonnt aul Freisprechung erkennen ninlitk. Tie* ade um so mehr, als dem Angeklaaten von allen «zeugen, die ihn näher konnten, die aderbeften Zeugnisse ausaeftellt Sorten waren. Mit diesem Urteil biidte nunmehr eine Anaele.'.en- j.tt, an die sich leider viel unbegründeter und gehässiger Klatsch (tfnür<i bat, endgültig erledigt fein.

rm. Ösfendach a M, 1 Nov. Gegen den Lehrer P e t e r. t r rn einer hiesigen VolkS-Mäbchenschule tätig tft, wurde vor Ftfrrrren Ätonaten ein Drsiwlinarverfahren etngeleitrt, weil er |X ufiffrititen für bad sozialdemokratische Cfftlt- Vefocx Tfbenbblatt geliefert hatte. Das Disziplinarvenahren bat

mit einem Freispruch des Angeklaaten aeentet. dem ober mbetmfltqcben wurde, künftig die Mitarbeit für dieses total- lanofratiirfie Organ ernzuftellen. Wegen der Verwendung eine- kÄul Mädchens zu Botengängen nach dem Abendblatt erhielt Peter JO Mk. Geldstrafe auserlegt.

Stuttgart, 31. Oft. Das Schwurgericht verurteilte den Redakteur des sozialdemokratischen WitzblattesWahrer §akob" Berthold Hey mann wegen Vergehens gegen den j 18 t des Strafgesetzbuches zu 300 Mk Geldstrafe. Unter An­lage standen zwei Bilder der im vorigen Jahre erschienenen jatb^lifennummer.

Paris. 31. Okt. DaS Schwurgericht verhandelte heute trgen den fcauvtmann Mevnier, der angeklagt tft, seine iraut, Frau Madeleine Doloigne, sogenannte Baronin d'Ambri« Court, ermordet zu haben Ter Angeklagte erzählte, daß er die furchtbare Tat in unsinniger Eifersucht volli'ührt habe und erkannte an. daß er dafür die Strafe tragen müsse. Er wurde zu zehn Jahren Zuchtbaus verurteilt.

Miskolc, (Ungarn), 31. Okt. DaS Geschworenengericht fpradi den Raubmörder Eduard R e g u l a , der in bet Ortschaft (heienn die auS drei Personen bestehende Familie deS Gastwirts ftttnrirf) Etciolrr ermordet und beraubt hatte, deS vorbedachten RtN'bmorbes schuldig, worauf ihn der Gerichtshof zum Tode durch den Strang verurteilte.

Cuftfcbiffabrt.

Karlsruhe, 31. Ctt DaS Kartell der südwest b e u t s ch e n L u f t s ch i f s e r » e r e i ne plant für Frühjahr 1912 wieder einen Deutschen Z u v e r l ä s s i gfe i t S sl u g.

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Mannheim, 31. CTt. Das Luftschiff Schütte-Lanz Hot um 3 Uhr 65 Mm. einen Aufstieg unternommen. ES nahm die Richtung SchwetzingenHeidelberg in einer Höhe von 150 Metern und ist nach eimtünbiger Fahrt um 5 Uhr glatt gelandet. U. a beteiligten sich an der Fahrt Professor Schütte. Führer bed Lustschisses war Hauptmann v. Müller. Die Steuervorrich­tung arbeitete ausgezeichnet.

cn lebt mit feinem icn in einet Loh Tchlvagn. 5r soll einer Tislbschublate ,t. Ter Anqctlag:- 'liier Strafen, tv n Diebstahl bot r chl und treibt siü aupwerhandlmig ig geladen ist.

ioch halte mit einem Mgten Nachir/nü ' i gcnwtt unb Lck itiiqe Sagt tarati nt Äetök begaben Nachdem '». ttnt ohne M zu »« ehr gesehen. 9-

Ter Angeld- M. wieder in te »ert morden. idjt, vielmehr ter cn Setwg bezcü^ riebberg dessen M :m als Zeugen w rfcitnt, dem Shnwg reisprechuns-

Friedrichshafen, 81. Okt. Zur Erhöhung der Trag- fibigfeit desL. Z 9". der von der preußischen Heeresverwal­tung abgenommeit worden ist, soll noch eine Gaszelle in tzas Lustfchifs eingebaut werden Die Länge des Luftschiffes wird dadurch von 132 auf 140 Meter erhöht werden.

Sport.

o Ortenberg, 30. Oktober. (Ein Wettspiel zwischen F-E. Orlen berg und F.-E. Schotten endete mit einem Biege Orlenbergs mit 8:2.

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Kleine Tagerchrontt.

Anläßlich seines Namensfestes bat ber Prinzregent von Dahernan eine Reihe von Jugendfürsorgevereinen 150 000 Mk I auö der LuitpoldinbiläumSspende überwiesen.

Zum Zwecke rittet M u 11 e r st i f t u n g im Betrage von einer Million Mark als Jubiläumsgabe zum 400j übrigen 1 jub 11 um der Reformation im Jahre 1917 wird auS >t Prov.nz Sachsen als der Heimat ber Reformation an Aufruf cn bav evangdifebe Deutschland vorbereitet. Die Stiftung soll zur Sinterung ber Sckzulnot ber Evangelischen in Oesterreich bienen.

Das Bil l nosener Tal in Südtirol wurde an seinem engsten Teile durch einen großen Erdsturz ver schüttet. Der Verkehr ist unmöglich.

In Bulgarien ist die Cholera siür erloschen er­klärt worden.

Heftige Regengüsse und Ueberschwemmungen haben die Telegraphen- und Eisenbahnverbrndungen tut Departe­ment Algerien unterbrochen Zahlreiche Grundstücke stehen unter Was, er In Maison Carr4e Rovige und Haman-Heluan

sind auch Personen umgekommen. Aus dem mrbannnttkrrns6rn Friebhvfe in Mustapba wurden die Gräber bloßqclegt.

In ftiero besiegte bei einer Ringkampfvorführung der Ringer Dolgow seinen Gegner KeSbek AuS Wu! hier­über durchschnitt KoSbek seinem Gegner bic Kehle und ver­wundete den Schiedsrichter lebensgefährlich Der Täter wurde nur mit großer Mühe überwältigt.

Bei I w i tz wütet seit drei Tagen ein großer Moorbrand, der über 100 Morgen Mtciernftanb vernichtete und die 400 Morgen große Besitzung der deutschen Besiedelungsgenossenschaft ertönte.

Im Gefängnis in Minsk empörten sich mehrere zu lckenSlänglichem Zuchthaus Serurteilte und befreiten ins­gesamt 105 Gefangene, die mit Revolvern auf die Gendarmerie schossen. Zwei Gefangene wurden getötet, fünf Ge­fangene und ein Gehilfe des Pristaws ver w u n d e t.

Eingesandt.

Für Form und Inhalt allti unter oicici Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung

Gießen. Ich möchte mir erlauben, die Aufmerksamkeit aus die F r a » z ö s e l e l in der B a h n h o l S >v i r t s ch a l t 2. Klasse in Gieß.n zu lenken. Aul der Speisekarte «and ich heute abend dort verzeichnet: Schnitzel i li Chasseur Teuniedoa Sc. C6pe* (? flauem?) Haricote veru. :C- Aus meine Bemerkung, daß früher ft e t 6 deutsche Ausdrücke aut der Karte standen, und warum diese A e n d e r u n q voraenommeu sei, wurde ich belehrt: ,Tle deutsche Sprache ist zu arm dazu Ter betreffende Kellnerlei schon 25 Indre NN Nach" und .er habe ein be'onderes großes Wörterbuch baffir*! Aul einem Betriebe, der mehr oder minder unter Staatsau'ftcht steht, sollte so etwas doch nicht vorkommen.

Handel.

Die Zahlnngl'chw'erigke'teu ber Göttinger Bank.

Göttingen, 31. Oki. Nach betrt von der Treuhand-Gesell­schaft ausgestellten Status der Göttinger Bank, flTiiengcfdlfdnft, betragen die Vermögrnswerte nach Abschreibung von 3 000 000 Mk. Außenständen 7 424 168. bic Schulden 8 356 114 Mk. In ber Masse liegen also 81 Prozent. Dre heute von über 2000 Gläubigern besuchte Versammlung beschloß, der Dank, solle ein Moratorium bis zum 31. De>?mber 1913 gewährt werden j Ter Vorstand sei sofort abzuberufen und Liquidation einzu-« fetzen, denen ein stebenkor^iger Glaubigeratuäsctnrß übergeordnet wird. Dre Gläubiger verzichten auf ihre Forderungen, insoweit cs jc- weüs erforderlich ist, um eine Ueberschuldung adzuwenden und dadurch den Konkurs zu verhüten und eine außergerichtliche Licnii- bation zu ermöglichen Die Bankhäuser: Dresdener Bank, Hildes­heimer Bank und Klettwig & Reibstein haben sich bereit erklärt, Forderungen bis zu 100 Mark voll auszuzah.en und die übrigen mit 3 Prozem zu lombardieren.

Die Häuteverfteigerungen der letzten Wochen teigen überall ein langsames Ansteigen ber Preise, besonders für Groswiehhäute. BesonterS auf kleineren Plätzen kommt die Aus- wärtSteivegung scharf zum Ausdruck. Es hat dies seinen Grund darin, >oerl zum Winter die Nachftage nach Bodenleder sehr stark ist unb die kleineren und mittleren Gerber aus ihrer Reserve herausgelockt werten, weil die Preise für Sohl- und Brandsol-l- leter sich befestigt haben. Die letzte Versteigerung der Genossen­schaft Kassel, bei ber auch die Gießener Schlachthofsfclle zum Ausgebot kamen, nahm folgenden Verlauf: Es tarnen bei sehr zahlreichem Besuch zum Verkattf 773 tote Ochsenhäute, 162 schwarze Ochsenhaute, 56 rote .Wcideochsenhäute, 654 Bullen haute, 2890 Knh- imd Rinderhäute, 6253 Kalb- und 1943 Schaf- unb Hammel- felle. Bei flottem Gebot und lebhaftem Zuschlag wurden erzielt: Rote Ochsenhäute 5765 Pfg. (am 14. September b. I. 56v? bis 64 Pfg.), schwarze Ochsenhäute 54»/,61V, Pfg. (54 bis 62 Pfg.), rote Weideochsen häute 55V,56 Pfg. (55V, Pfg-), Bullenhaute 52V,54V? Vfg- (49V,53'/, Pfg ', rote Rinder- häute 65V,68r/j Pfg. (65V,681/, Pfg.), rote Weiderinderhäute 54V,55 Pfg. (54Vs Pfg-), rote Kuhhäute 611/,67 Pfg. (61V, bis 67V, Pfg-), rote Weidekuhhäute 53V,54 Pfg. (531/, Pfg.), schwarze unb bunte Rinderteiute 6364 Pfg. (52V,64V, Pfg.), schwarze und bunte Kuhhäute 5965 Pfg. (58V,64 Pfg.), das Pnmd bei Schlachtung mit Horn ohne Schweifbein und Maul. Kalbfelle mit Kopf brachten 5,8510,55 Mk. (5,5011,25 Mk.), Kalbfelle ohne Kopf 6,5011 Mk. (6,059,55 Mk.), per Stück. Es wurden verkauft per Pfund: Mastkalbfelle 85 Pfg. (81 Pfg.), Fresser häute 63v2 Pfg. (60 Pfg.), Schaf- und Hammelfelle brachten: Blässen 30V, Pfg. (27V, Plg ), fruhgeschorene Wollfelle 40 bis 4iv, Äg.) (39Vs4ÖV, Pfg ), große Wollfelle 45 Psg. (41 Pfg.), Lammfelle 21V, Pfg- (1822 Pfg.). 2<e nächste Versteigerung ist am 14. November b. I.

Letzte Hacbriditcn«

Tie Ersatzwahl in Rattbor.

Ralibor, 31. dt. Endgültiges amtliches Wahl­ergebnis der ReickiStagsersatzn?ayl im 7. Ratidorer Wahl­kreise vom 27. Oktober. Insgesamt nntrben 18351 gül­tige Stimmen abgegeben. Für Grundbesitzer Lapletta- Ratibor (Zentrum) 8689, Pfarrer BanaS-Lrwvwiy Pole) 4399, Rcgierunasrat Lüdke-Ratibor (Reichspartei) 3467 unb Gewerkschaftssekretür Sckwoob-Kattowitz Soztaldcmvkr.) 1800, zersplittert sind 3 Stimmen. Stichwahl zwischen Sapletta und BanaS ist erforberlich unb findet am 8. No­vember statt.

S nflurj einer Fabrik.

Nogent-sur-Seine, 1 Nov. In der Gemeinde Merio t stürzte gestern nachmittag eine im Bau befindliche Mal - fabrik ein und begrubvieleArbeiter unter den Irümntern. Die sofort begonnenen Rettungsarbeiten an denen sich Soldaten und Feuerwchrmannschaften be­teiligten, forderten bis Mltlernacht fünf Tote und acht Verletzte zu Tage. Die Rettungsarbeitm wurden bei Fackel- licht fortgesetzt. Doch fehlt es an Geräten, um bis zu den noch unter den Trümmern Liegntden zu gelangen, deren Zahl etwa 50 betrügt.

Tie Revolution in Eh'na.

Peking, 31. Okt. Sine Gesellschaft geflüchteter Ausländer, die hier eingetroffen ist, meldet, daß während der Revolte $n Taiyuensu viele MandsckzuS und durch unglücklichen Zu­fall auch vier AuSlä nder verwundet nmrbeit Diese wurden in ein Krankenhaus gebracht und dort gut gepflegt, sie befinden sich auf dem Wege der Genesuny. Die übrigen -.'lus« länber sind unter dem Schutz ter AuMndtschen, die die Eisen­bahn von Taiyuensu bis zur großen Mauer bc» setzt halten, in Taiyuensu geblieben.

In Pe fi n g h.lt die Aufregung «t. Die fiemdindischen Truppen bewachen die Gesandtschattm. 70 französische öjlbaten beschützen die Kathedrale von Peilang. Man glaubt, daß das 5?lhnfterium morgen -urucktritt.

RESTAURANT

HOTEL

Eintritt frei

Eintritt frei

Ab 1. November 1911, täglich abends 8 Uhr: Grosse Familien - Konzerte des renommierten ungarischen Künstler - Quintetts

Kälmann

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c EinbSlelE iinem 3°^ un- It imtd. 35SS

Zum Einhorn

Mittwoch, den 8. November, nnchmittags 3 Uhr, im Matthäusaaal, Kirchstraße 9:

Mltgliederversammluner: Gemelndeblätter (Pfr. Meisinger-Frlnk.- Crumbach und Pfr. Hess - Michelstadt i. Abends 6 Uhr in der Stadtkirche: Fesürottesdienst, Pfr. Wissix-Bad-Nauheim.

Abends 8'/, Uhr: Familiennbend in Steins Garten. L Praktisches - iJhristentum in England. Pfr. Schlosser aus Rodheim. 2. Leiden und Freuden eines Jugendfürsorgers Pfr. Röschen aus Freienseen. Donnerstag, den 9. November, vormittags 10Uhr im Johannessaal: Oeffentlichc Jahresversammlung. Morgenandacht. Referat von Pfr. Wurm-Stuttgart: Was fordert die Gegenwart von der Inneren Mission, und welche Forderungen hat die Innere Mission an unsere Gegenwart zu stellen. DI/U

Zur Teilnahme ladet herzlich ein

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Schmeckenbecher. Schwabe. Dr. Weimar.

Jabreslest des Otieitas. Vereins iiir lenere Mission

findet za Gießen am 8. n. 9. Nevember »tatt.

Verein für Frauenstimmrecht«

Ortsgruppe Gleesen.

Dienstag, den 7. November 1911, abends 7V, Uhr. im kleinen Saale des Hotel Schüi,:

s== General - Versammlung

SM, Ubr im großen Saale des Hofe! 6d)i#:

Oeffontlicher Vortrag

von Herrn Prof. Tr. Mittermcier: d IP/il D,Stellung und Aufgabe des Richters". Eintritt 30 für Mitglieder geg. Borz. der MügliedArarte frei.

liiilieWälilffteLa*g$walrei$e$liieta!

Das Vertrauen, das mir in Gießen und Wieseck in dem letzten schweren Wahlkampfe im März entgegengebracht worden ist, gibt mir das Recht, noch einmal die herzliche Bitte an alle liberalen Wähler des Wahlkreises zu richten, sich nicht irre machen zu lassen durch Flaumacherei und unwahre Ausstreuungen.

Es handelt sich bei der Wahl um eine wichtige politische Entscheidung. Wir haben ehrlich den Frieden gewollt, nun müssen wir kräftig den Sieg wollen! Auch wenn die Antisemiten bis zum letzten Mann den Nationalliberalen unterstützen, so ist der Erfolg doch auf unserer Seite, wenn nur alle Wähler, die mir im März ihre Stimme gaben, jetzt für meinen Freund Urstadt eintreten.

Adoif Korell

Pfarrer in Königstädten.

Köiiiqstädtm, 30. Oktober 1911.

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