Nr. 25?
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Erster Blatt
161. Jahrgang
Mittwoch, l- November 19U
® »Reiter Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Die heutige Nummer umsaszt 12 Seiten.
Vie Kriegslage in (Tripolis.
Die gestrigen Meldungen über die Zurückeroberung von Tripolis stellen sich alS übertrieben heraus. Es steht aber fest, das; die Italiener zurückgeworfen worden sind und daß die Türken zwei FortS zurückerobert haben. Davon schweigen natürlich die italienischen Meldungen, die heute cingelaufen sind und sich in allgemeinen Redensarten um die Schwierigkeit ihrer Lage herumzudrücken suchen.
Ein amtlicher türkischer Bericht.
K o n st a n t i n o p c l, 31. Olt. DaS Kriegsministcrium veröffentlicht folgendes Telegramm des Kommandanten von Tripolis: In der Nacht vom 26. Oktober unternahmen die Truppen einen allgemeinen Sturm gegen die italienischen Stellungen, wobei sie die Verteidigungslinie der Italiener an einzelnen Punkten durchbrachen. Ein Teil der Angreifer drang durch die Pal- mcnhaine hindurch bis zur Stadt. Unser rechter Flügel durchbrach nach längeren deftigen Angriffen alle Vcrtcidi- Sslinien des Feindes, der zurückgeworfen
c. Ter Feind konnte den gegen die Befestigungen von Said Miöri und Hani gerichteten Sturmangriffen mcht standhalten. Er räumte dieFortS und floh. Truppen und Freiwillige besetzten die Positionen und nahmen die Verfolgung der Flüchtigen auf. Ter Feind eröffnete aus seiner Stellung hinter der Verteidigungslinie ein Feuer mit Schncllfeuergeschützen und Mi- trailleusen und wurde hierbei von in Verschanzungen verborgener Infanterie unterstützt. Trotzdem legten die otto- manischen Truppen großen Mut an den Tag und brachten nur durch Gewehrfeuer die Festungen zu Fall, auf denen die ottomanische Flagge gehißt wurde. Die Verluste des Feindes sind unbekannt. Tie Türken hatten etwa 40 bis 50 Tote und efh>a 100 Verwundete.
Die Eroberung zweier FortS durch die Türken.
Einer telegraphische» Meldung Nechat Beis zufolge behaupteten die Italiener die Forts Said Misri und Hani bis 28. Oktober nachts und räumten sie dann. Der Kriegs Minister richtete an die Korpskommandanten ein Zirkulartelegramm, mit dem er ihnen von den heldenhaften Angriffen der türkischen und arabischen Streitkräfte, die Eroberungzweier Forrsvon Tripolis, von den großen Verlusten der Italiener und der Erbeutung einer großen Menge Kriegsmaterial, endlich der Gefangennahme zahlreicher Feinde Mitteilung macht und ferner davon, daß die Italiener in die Stadt fliehen. Der Minister glaube, bald die Wiedereroberung von Tripolis melden zu können. Die abends hier verbreiteten 97achrichten verursachten in Stambul freudigste Erregung.
Berlin, 1. Nov. Der Zeitung „Sabah" ist ein Telegramm aus Malta zugegangen, das die Wiedereroberung der Stadt Tripolis aukunoigt. Die Italiener hätten 1000 Tote und Verwundete verloren. Der ,/Tanin" erhielt letzte Nacht ein Telegramm des Abgeordneten Rahmt aus Tripolio, das besagt: die Italiener konnten unserem Angriff nicht standhaften und mußten sich zurückziehen. Sie schlossen sich in die Stadt ein. Zwei Forts in der Nähe der Stadt wurden genommen, und in ben Händen der Italiener befinden sich noch drei Forts. Tie Italiener ließen viel Munition, Ka
nonen und Gewebre zurück. Man hofft, die Stadt zu entsetzen. Die italienischen Bef st ganzen von Tripolis wurden von drei Kolonnen angegriffen. Tie mittlere und linke trieben die Italiener in die Stadt, ohne die Ver eibi gungSlinie ganz zu erobern. Tie rechte Hanptkolonne hat alle Befestigungen genommen. Dor Tripolis kommandiert Oberst Nascheb, Ma;or Fethe ist etabsdjef.
Tie Darstellung der Ztaliencr.
Tripolis, 31. Okt. (Agenzia Dlefani.) Der heutige Tag ist ruhig verlaufen. Infolge ungünstigen Windes konnten bic Flugzeuge, bie Erkundungsflüge Vornahmen, nur fünf bis sechs Kilometer über Die italienischen Reihen hinausgelaitgen Innerhalb dieses Umkreises würben keine feindlichen Ansammlungen bemerkt. Ter Tampscr „BoSnia" ist mit ben fremben Militär- und Marine-Attaches an Bord von Tobruk, Tema und Ben-Ghasi hier einge troffen und hat Nachrichten mitgebracht, daß in den genannten Orten alles feinen gewöhnlichen Gang gehe. Für die Truppen sind reichliche Lebensmittel und für die Tiere reichlicher Futtervorrat vorhanden. Mit der Ausschiffung der Truppen wird fortgefahren.
9t o m, 31. Okt. Die von auswärtigen Blättern verbreiteten Meldungen aus Konstantinopel über neue riesige Verluste der Italiener bei Tripolis werden von der Agenzia Stesani als absolut falsch und sinnlos bezeichnet.
Tripolis, 31. Okt. (Ageucia Stesani.) Seit gestern ist, abgesehen von einigen unbedeutenden Alarmierungen der Vorposten, nichts neues vor^ekom- men. Wie gemeldet wird, soll der Kommandant der Türken mit Hilfe der übrigen Chefs die zwischen den Arabern und Türken aufgetauchten Meinungsverschiedenheiten zu beseitigen suchen. Ein gefangener türlischer Soldat erklärte, daß die Türken vor dem Verlassen von Tripolis und der Oase an jede Familie und die Zahl ihrer Mitglieder eine entsprechende Menge Gewehre und Munition verteilt hätten. Ties würde die Menge der aufgefundenen Waffen erklären. Siebenhundert kürzlich gefangene Araber wurden an Bord des Dampfers „Minas" nach den Tremiti- Inseln gebracht. In Homs ist die Lage unverändert. Sammlung.n für die Familien der Gcfalleucu und Acrivundeteu.
Rom, 31. Okt. Ter König hat dem Ministerpräsidenten G i o l i t t i 100 000 Lire f ü r die Familien der im Kriege Verwundeten und Gefallenen und eine gleiche Summe des Roten Kreuz überiviesen. Banken, Spartassen und andere Institute, sowie Privatpersonen haben beträchtliche Summen zur Unterstützung bet Familien der gefallenen unb verwunbeten Solbaten angewiesen.
Eine Unterredung mit lliderlen Wächter.
Berlin, 1. Nov. Der Staatsserretär v. Kid er len- Wächter hatte gestern abenb eine etwa zweistündige Unterredung mit dem Vertreter des türkischen Botschafters, Botschaftsrat Fahreddin Bey.
Der Rücktritt öcs Kabinetts v. Gautsch?
Ter österreichische Mimfterprä,ioent o. Gautsch will zurücktreten: bie Meldung kommt einigermaßen überraschend, nachdem er jüngst im Abgeordnetenhaus bei seinem Hinweis auf bie notwendige Mitarbeit der Tschechen so- ivohl von bie)en als auch von beutschnationalen Rednern Zustimmung gefunden hatte. In der Teuerungsfrage war Herr v. Gautsch namentlich einem drohenden Eisenbahn- Ausstand mit sehr scharfen Worten entgegengetreten. Irn ungarischen Abgeordnetenhause sind die Verhandlungen über die Wehrvorlage wieder gescheitert.
Wien, 31. Okt. Wie das Wiener Korr.-Bureau erfährt, unterbreitete der Ministerpräsident v. Gautsch dem
Kaiser auf Grund des heute nachmittag abgehaltenen Ministerrates den Abschied deS Kabinetts.
Wie aus parlamentarischen .'Trcifcn verlautet, übernimmt v. Gautsch die Bildung deS neuen Kabinetts nicht.
Als Nacknolger des Freih.rrn v. Gautsch gilt der „Neuen Freien Preise" .usolge der bisherige UnterrichtSminister Graf Stuergkh, der in der letzten Wocbe zweimal beim Kaiser in Audienz war. DaS Kabinett deS Grafen Stuergktt dürste ein reinesBeamtenkabinett mit provisorischem Charakter sein unb ein Uc Hergangs Minister t u ni darstellen.
Ofcnpest, 31. Okt. Der Präsident des ungarischen Abgeordnetenhauses Albert Ber zcv t tzn, der mehrere Wochen hindurch bemüht war, die Opposition zur Einstellung der Obstruktion gegen die Wehr- Vorlage zu bewegen, veröffentlicht eine Erklärung, aus der hervorgeht, daß feine Verhandlungen mit der Opposition gescheitert sind, und daß infolgedessen die Regierung nicht beabsichtigt, mit der Opposition in direkte Verhand- luitgcn zu treten, da hie Anschauungen der verschiedenen Fraktionen der Opposition auscinandergeben, so daß keine Aussicht vorhanden ist, die Erledigung der Wchrvorlage durch eine Verständigung mit der Opposition sicherzustellen.
Deutsches Ueich.
Ter Kaiser cmpjing am Dienstag vormittag den Reichskanzler v. B e t h m a n n - H o l l w e g.
Tie amtliche Straßburger Korrespondenz veröffentlicht: Zur Vornahme d e r W a h l e n zu der Ersten Kammer des Landtages für Elsaß-Lothringeu ist der L a n d w i r t f ch a s t s r a t auf Tonnerstag den 9. November, vormittags, zusammenberusen. Es sind zu wählen je zwei im Hauptberuf in der Landwirtschaft tätige Personen, in den Bezirken Ober-Elsaß, Unter-Elsaß uno Lothringen, deren je einer aus jedem Bezirk bäuerlicher Kleinbesitzer sein muß. Zur Wahl zweier Mitglieder in die Erste Kammer des Landtages tritt die Handwerkskammer am Donnerstag den 9. November, vormittags, in ihrem Dienstgebäubc in Straßburg zusammen.
Endgültiges amtliches Wahlergebnis der 2 11 ct)wah l Kon h anz -Ueberlingen am 27. Oktbr. Abgegeben wurden insgesamt 29159 Stimmen. Davon erhielten Gärtnermeister Schmid- Singen (natlib.) 15 113, v. Rüpplin - Konstanz (Ztr.) 14 046 Stimmen. Schmid ist somit gewählt.
Im Reichstagswahlkreise Bie l e fe l d - W i e be n b r ü ck ist die Kandidatur des früheren Staatssekretärs Grasen Posa- dowskl) beschlossen worden, unb zwar wird er als gemeinsamer Kandidat des Zentrums, der Konservatipen unb der National' liberalen iminieren. Tie Fortw.rittliche Voltspartei hält bie Man- didatur Tr. SchepVs aufrecht.
Tie Leitung der F o r 11 aj r i 111 i d) c n Volkspartei veröffentlicht einen Aufruf, in bem sie zu Gelbsammlungen ausfordert. In dem Ausruf heißt cs:
Tie taktische V e r st ä n d i g u n g mit ben National- liberalen sichert in den meisten Wahlkreisen ben einheitlichen Aufmarsch unb die gegenseitige llntetftiibung der liberalen Parteien Die Sozialdemokratie verfügt über einen Kriegsschatz von nahezu zwei Millionen Mark, rougrenb ben Agrariern nicht minder reiche Mittel neben dem Parleisonds unb Kaliiubven- tionen unb sonstigen Quellen zur Verfügung stehen. Wir vertrauen aus die Lpfersreudigieit ber Parteifreunde in Stadl unb Land und erbitten tatkräftige Unterstützung.
Ausland.
Präsident Fallier es unterzeichnete ein Dekret, »voburch die französische Kammer auf ben 7. November cinbc* rufen wird. — Der am Dienstag im Elysse abgehaltene Mi- niiterrat billigte den Entwurf zur Linderung der Lebensrnittel- unb der Mietsteuerung. Präsident Falliöres unterzeichnete ein Dekret, wodurch das erste und zweite
Das Wetter im November.
Der November ist in unseren deutschen Mittelgebirgen bereits der erste Winter monat. Sehr häufig bringt er aur ben Höhen des Taunus, bes Vogelsbergs unb ber Rhön eine länger dauernde Schneedecke, die die Saison des Wintersports eröffnet. Auch in ben Niederungen können^Schneefälle unb Frostperioden schon Vorkommen, wenn auch eine Schneebccke von einigem Benanb eine sehr seltene Erscheinung ist. Tie mittlere Tageswärme sinkt von 70 am 1. November auf rund 3 am 30. Der Wärmerückgana ist geringer als im Oktober, wo bic xageS- temperaturen von 13° auf 7Ü herabsanken. Tie mittlere Monats- temperatur beträgt für Frankfurt 4,6 °, für Weilburg ^Lahntal) nur 3,5°. Tie Mittelgebirge m 400 Meter erreichen nur 2°, in 600 Meter ca. 10 Monatswärme. Warme Nachmittage können im Turchschnitt nicht mehr erreicht werben, xie mittlere Nachmittagswärme beträgt am 1. November 9—10 , je nach der Ortslage, am 30. nur noch 4—5°. Tie Nachttemperaturen linken von ca. 4° am 1. auf ca. 1° am 30. November. In außer- gewöhnlichen Fällen können diese Mitteltemperaturen aber ganz beträchtlich überschritten werden. So stieg am d. Nov. 1899 bie Nachmiilagswarme auf 20° an, während am 28. Nov. 1890 zur selben Tageszeit 8° Kälte herrschten. Eine ähnliche Warme- fchwankitng kann auch in den Nächten beobachtet iverden. xer 4. Nov. 1899 hatte eine sehr milde Nacht von 14 mittlere Nachtwärme des Atigust) und am 23. Nov. 1858 herrschte nackts eijige .'kälte von —15". Sommer unb Winter können de- sotidcrs im November sich nahe berühren. Normalerweise treten 8 Frosttage aut Im Jahre 1858 stieg diese Zahl aber aus 23 an, 1877 unb 1900 dagegen kam kein einziger Frosttag vor. Auch E i s t a g e, an denen lelbit nachmittags das Thermometer nicht über 0° steigt, wurden schon öfter beobachtet, -on dem sehr kalten November 1858 siebenmal.
Ter Novembcrhimme l ist trüb unb bereits echt winterlich. 16 Tage, mehr als die Hälfte bes Monats, sinb völlig bedeckt. Nur der Dezember hat noch eine größere Anzahl trüber Tage fi8i aufzuwci.cn Zum Vergleich sei aum an den heitersten Monat des ganzen Jahres, den August mit nur 6 trüben Tagen, erinnert. Es kann vorkommen, wie nn Jahre 1906, bau der .November ausschließlich bedeckte Tage bringt. Die geringitc 45c- wöllung weist leit 1857 der November 1884 auf, doch kamen auch in bi dem Monat noch 12 trübe Te.ge vor. Eben o ungünitig üib die Nevclverhältniss e. Ls kann im Turchschnitt nut 5 Nebeltageti gerechnet werden. In ben Mittelgebirgen wird
diese Zahl aber weit überschritten. Hohe NÄelwahrscheinlichkeit ist für die ersten Wlntermonate in größeren Höhen bis 1000 Meter sehr charakteristisch. Dir kommen jetzt während der nächsten zwei Ntonate in cie dunkelste Zeit des Jahres mit wenig AuSücht auf Sonnenschein. Tas ist in gesundheitlicher Beziehung wenig erfreulich. Zu den Wetterkrankheiten gehört u. a. die Influenza, die sehr vom Sonnctischein abhangt. SBinter- sonne tötet offenbar bi; Anstcckungs'eime, während auf trübe Tage viele Jnstuenzaerkrankungen folgen. Aehnliches gilt für die Atmungsorgane. Auch die Arbeitsfähigkeit und Muskelkraft stehen nut der Stärke bes Sonnenscheins, der chemisch wirkenden Strahlung der Sonnenwärme, in enger Beziehung. Wahrend der Sommermonate bleibt bie Muskelkraft, nachdem sie im Frühtahr sich gesteigert hatte, infolge ber hohen Wärme konstant, ohne weiter aniuiteigen. Erw un September mit dem Sinken der Temperatur mit wieder eine Verstärkung ein. Anfang 'JTooember setzt aber infolge der geringen Lichtstarke unb Temperatur eine Abnahme ber Muskelkraft ein, bie erst im Januar wieder in Zunahme übergeht.
Tie monatliche Nie ber schlagshohe beträgt ca. 50 mm, etwas weniger als in den beiden benachbarten Monaten Oktober und Tezembcr. Der nasseile Nooemoer wurde 18/2 beobachtet mit mehr als 150 mm, der trockenste 186/' mit ca. 11 mm <Franksurt). Mit steigender Höhenlage des Ortes nimmt die Regenmenge zu. Recht hoch ist im November bie Zahl ber Niederschlagstage. Durchschnittlich regnet es an 15 Tagen des Monats und nur ber Dezember hat eine etwas größere Regen- Häufigkeit. Scheidet man rür J>ie Nieoerungen aus den Nieder- schlagstagen biejenigtn mit Schnee,ack aus, dann kommen tm Mittel 3 Schneetage vor. 1874 waren es aber 9 Tage. Eine Schneedecke wurde 1887 und 1902 an 6 Tagen gemessen.
Tie häufigste Windrichtung ist tnc süowestliaic, ba..ejen ko. men aber auch Nordost- unb Omornde oerhll.niSmäßig häustg vor, sehr selten ledoch eine nordwesttiche Luftströmung.
Ter vergangene Oktober hat mehr Regen als der September gebracht. Im gan^m wurden 17 Taae mit Niedersarlag beobachtet, alio mehr als dir Halste des Monats. Noch regnerischer waren die Mittelgebirge, trockener Rhein- und Main- ebene. Doch erreicht die monatlickse ^iiedersch.ag»menge mit ca. 46 mm nur knaov die normale Menge von 49 mm. In feinen Därmeoerhal.niisen war der Monat um 0.4' zu warm gegen das langjährige Mittel. Ter wärmste Tag war der 13. mit 19° Nachmittagswärme.
— Gin Denkmal für einen Erfinder bes Blitzableiters. In dem kleinen französischen Städtchen Nsrac ist feierlich durch den Präsidenten ber Republik das Tenkmal tür den französischen Physiker de Romas enthüllt woroen. Ter französische Gelehrte entdeckte gleichzeitig mit Franklin den Blitzableiter, und die französische Akademie sprach ihm später den Ruhnt der Priorität an dieser großen Erfindung zu. Tas Tenknial steht auf einem hohen Marmorsockel, über dein man aufrecht in itnnenber Haltung bie in Bronze gegossene Gestalt deS Gelehrten sieht, dem es nicht vergönnt war, die Ehren feiner Entdeckung zu genießen, da eine schnellebende Nachwelt ben Namen be Romas fast vergessen hatte.
CK. Ter erste Kongreß der Indianer. Aus Neu- york roiro berichtet: In Columbus, Ohio, ist nun der erste Kongreß der amerikanischen Indianer zui'anunengetreten, der über die Lage der roten Nasse Beratungen ab hält und Mittel unb Wege finden soll, um bie letzten roten Männer vor ihrem Untergang zu bewahren. An dem Kongresse nahm eine Reih: von Indian,.rn teil, die sich an amerikanischen Hochschulen umfassendes Wissen und moderne Bildung angeeignet haben. Ter Kongreß hat eine Anzahl von Plänen ausgearbeitet, die darauf abzielen, bie Indianer systematisch zum Ackerbau zu erziehen unb sie mit beg mo> deinen Prinzipien ber Landwirtschaft vertraut zu machen Ein anderer Plan bezweckt die Heranziehung der Indianer zur technischen Ausbildung, da bisherige Eriahrungeti gezeigt haben, daß die roten Männer für bie Mechanik unb die technischen Wissenschaften aufialtenb gut entwickelte natürliche Anlagen besitzen.
— Kurze Nawrityten au» ftunit unb Wissenschaft. Ter Botaniker uno Zoologe Proieft'or Tr. Wilhelm H e b an ber Technischen Hochschule in Hannover, feiert am 3. November feinen 70. Geburtstag. Er ftanrmt aus Verden, Provinz Hannover. — Am 29. Oktober starb der Geheime '.'.(tn jmalrat Tr. Richard ftroemer, Itrcftor ber Pro«in,i«t-Irren anstatt zu Conrad st ein ^Kreis Stargard) im 62. Levens, ahre. Er war Muglied des Mebizinalkollegrums ber Provinz West preußen zu Danzig. — Der ^Direktor oeS Kaiserlichen Instituts tür Experimentalmedizin zu 2 t. Petersburg, Professor Tr. Wladimir Balerianowiftch Vobvysocky und der Direktor des „Rockriekler Institute for Medical Research" zu Neu y ort, Professor Tr. Simon Flexner, wurden zu orbentl’.crin mitgltärern beS Instituts für erperimentelle Therapie Zu Frankfurt a. M. ernannt.


