Ausgabe 
1.8.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Ausland.

Das englische Unterhaus nahm die Verhandlung über das Versicherungsgesetz wieder auf und wird sie wahr­scheinlich in den nächsten beiden Tagen fortsetzen.

Der neue Vertrag über die neuen türkischen Bahn- bauten sieht auch den Bau von Dafenanlagen in San Giovanni di Medua vor. Dem Vertrage zufolge muß die Gesellschaft die Studien der Bahnen der europäischen Türkei Linnen 16 Monaten beendigen und der Regierung die Pläne nebst den Angaben über die Baukosten vorlegen. Falls die Regierung die Baupreise zu hoch findet, erfolgt die öffentliche Ausschreibung. In diesem Fälle entschädigt die Regierung die Gesellschaft für die Kosten der Studien mit 30 Pfund per Kilometer. Dem StottSeime Turc" zufolge stimnrte Frankreich infolge des Abschlusses der Bahnverträge einer vierprozentigen Zollerhöhung Und der Anwendung der Patentsteuer auf Fremde zu.

Deutsches Reich.

DerBerliner Lokalanzeiger" meldet aus Straß­burg: Der bereits seit langem vorausgesehene Riß im lothringischen Block zwischen den liberalen und klerikalen nationalistischen Führern, der bei der vorwöchigen Hauptversammlung mit Mühe ver­mieden worden war, ist nunmehr eingetreten. Der Block bat nämlich in Metz bereits für den ersten Wahlgang eine Einigung mit dem Zentrum geschlossen. Darauf ist der frühere Vorsitzende und jetzige Alterspräsident, Geheimer Justizrat Ditsch aus der Partei ausgetreten. Man er­wartet weitere.Austritte.

ZurPreußisch-Süddeutschen Klassenlotterie" wird noch gemeldet: Diese erhält ihre Wirkung vom 1. Juli 1912 lab. Für Baden ist in dem Vertrage für die ersten Jahre eine Garantiesumme von 690 000 Mark jährlich zugcsagt. Für die folgenden Jahre der Vertragszeit erhält Baden einen Gürags- anteil nach Verhältnis der abgesetzten Lose. Die Lose werden in Baden durch Lottericeinnehmer vertrieben, die von einer badischen Behörde angesteklt werden.

Aus Statt und Land.

Gießen, 1. August 1911.

Musiker und Lehrer.

Auf dem 24. allgemeinen deutschen Müsikertag, der dieser Tage in Zittau stattfand, wurde auch ein Antrag verhandelt, vom Kultusministerium einen Erlaß zu er­wirken, der den Volksschullehrern die Schädigung der Zivil- berufsmusiker durch privaten Musikunterricht, durch die Leitung von Gesangvereinen usw. verbietet. Der Antrag wurde schließlich zurückgezogen zugunsten eines anderen, der das Präsidium des Musikertages beauftragt,gegen die Musikunterrichtstätigkeit der Schullehrer die von Fall zu Fall notwendigen Schritte zu unternehmen".

Die Anträge sind typisch, wenn es sich darum handelt, zu zeigen, was aus einer Sache herauskommt, wenn man sie lediglich als Standesfrage behandelt. Selbstverständlich haben die Musiker das gute Recht, ihre Standesinteressen wahrzunehmen, ebensogut wie die Lehrer dies Recht für sich in Anspruch nehmen; aber wo höhere sachliche Interessen in Frage stehen, da müssen bei den Musikern so gut wie bei den Lehrern die Standesfraaen zurücktreten. Das. sach­liche Interesse ist hier offenbar die Pflege und Verbreitung guter Musik. Wer dem am besten dient, der dient unserm Volke, mag er Musiker oder Lehrer sein. Es gibt bekannt­lichMusiker", die verzweifelt wenig von guter Musik verstehen, und es gibt andererseitsSchullehrer", die in der edlen Kunst das höchste leisten. Wo kein Mangel an guten Musikern ist, z. B. in großen Städten, da sind wir durchaus der Ansicht, daß die Lehrer sich nicht bemühen sollten, den Berufsmusikern das Brot zu nehmen. Wie die Dinge aber auf dem Lande und in kleinen Städten liegen, das brauchen wir unseren Lesern nicht auseinanderzusetzen. Schließlich kommen in dieser Frage außer dem musikali­schen Können noch Persönlichkeitswerte in Frage. Ein Volksschullehrer mit bescheidenem musikalischen Können kann vermöge seiner persönlichen Eigenschaften ein besserer Musiklehrer und ein besserer Gesangvereinsdirigent sein als der ausgezeichnet ausgebildete Berufsmusiker. Es wird dem Musikertag denn auch wohl nicht viel nützen, wenn er die Behörden gegen die Konkurrenz der Vokksschullehrer aufruft, weil eben die Behörden in erster Linie die oben erwähnten sachlichen Gesichtspunkte ins Auge fassen müssen. Der einzige Weg, vorwärts zu kommen, ist für die Musiker der, baß sie ihren Stand von minderwertigen Elementen freihalten und als Künstler und Persönlichkeiten das Beste leisten. Dann findet sich alles andere von selbst, und es bedarf keiner .Erlasse und keiner sonstigen behördlichen Maßnahmen,

Gewitter und Zeuerschäden.

- Die Unwetter am Sonntag haben in Oberhessen mancherlei Schaden, aber auch den langersehnten durch­dringenden Regen gebracht. In Ruppertsburg glichen die Straßen Bächen, das Wasser drang in die Gehöfte und Ställe; der Blitz äscherte die Scheune des Landwirts Konrad g y ein. Bei Grünberg und Queckborn bis Mücke herrschte ein Hagelwetter. Bei den genannten Orten stand heute noch das Wasser in den Gräben. Die Flüßchen des Pogelsbergs, die bisher einen sehr niedrigen Wasserstand zeigten, sind sehr gestiegen. Bei Oberkleen, Hörnsheim und Dillingen wurden Kornhaufen vom Blitz getroffen und brannten nieder. In Rieder-Weisel traf ein sogen. Walter Schlag das Haus des Landwirts Häuser; das Ge­bäude ist stark beschädigt.

Es liegen noch Nachrichten aus folgenden Orten vor:

-n. Göbelnrod, 31. Juli. Gestern nachmittag kam nmertoartet ein schweres Gewitter über unseren Ort. Der Regen floß in Strömen, gemischt mit haselnußgroßen 'Stiefeln. Straßen und Wege waren in kurzer Zeit über­schwemmt und stellenweise drang sogar das Wasser in die Keller ein. Auch die Gemarkung hat infolge dieses Wetters .großen Schaden erlitten, indem die Frucht mancher Uecker ganz niedergeschlagen oder teilweise mit dem Boden sortgerissen wurde.

+ Lauter, 31. Juli. Gestern nachmittag hielten sich heftige Gewitter zwei Stunden lang über unserer Gemarkung und endigten gegen 6y4 Uhr mit einem starken Hagel und sehr starkem Regen. Die Wassermassen waren so groß, daß sie Kornsicherlinge aus dem Felde bis in die Mitte des Orts schwemmten. Das Feld in der Richtung nach Grünberg zu wurde am schwersten vorn Hagel getroffen. Der Schaden an dem Getreide ist bei der jetzt reifen Frucht sehr groß. Auch die Obstbäume wurden vom Sturm uno Hagel viel be­schädigt und die noch unreifen Früchte heruntergeschlagen. Die meisten Einwohner sind versichert.

Lauterbach, 31. Juli. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr schlug der Blitz bei dem hier niedergegangenen Gewitter in den Schornstein des hiesigen Schlacytyofgebäu- des ein ohne jedoch zu zünden. Dagegen wurde in der Küche des über dem Schlachthause wohnenden Fleischbeschauers Blum und auf dem Dachboden durch Zersplitterung von Balken und Mauerwerk einiger Schaden verursacht. Vor einigen Jahren wurde das betreffende Gebäude schon einmal durch Blitzschlag beschädigt

Laub ach, 31. Juli. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr zog ein schweres Gewitter über unsere Stadt. In die Scheune des Landwirts Konrad Lauk schlug der Blitz ein, ohne zu zünden. Verschiedene Korn haus en außer­halb^ der Stadt wurden durch Feuer vernichtet. Auch int Schloßgarten hat der Sturm mit verheerender Ge­walt gewütet, mehrere Bäume teils abgebrochen, teils ent­wurzelt. In Ruppertsburg wurde eine mit Ernte­vorräten reichlich gefüllte Scheune durch Blitzstrahl ent­zündet, sie brannte vollständig nieder.

** Die Verkehrs-Einnahmen aus dem Per- sonen-und Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung: 1. für die Eisenbahndirektionsbezirke Frank­furt a. M. und Mainz: a) im Monat Juni 1911 12 051000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr 757 000 Mk. = 6,70 Prozent; b) in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 35 055 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 928000 Mk. = 2,72 Prozent; 2. für die Preußisch-Hessische Eisenbahn­gemeinschaft: a) im Monat Juni 1911 177 486 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 17131000 Mk. 10,68 Prozent; b) in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 519 744 000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr 36140 000 Mk. -- 7,47 Prozent.

* Personalien im Steuerwesen, Der Groß­herzog hat am 29. Juli d. I. den HauptsteueramtSassislenien Karl Carl in Mainz zum Revisionskontrolleur und den Finanzaspiranten Karl Weidmann aus Gießen zmn Haupt­steueramtsassistenten ernannt. Erledigt ist die Stelle eines Steueraufsehers in Sprendlingen (Rheinhessen).

** Zulassungen zur Rechtsanwaltschaft. Am 16. Juni wurde dem Rechtsanwalt Dr. Friedrich Bangel zu Offenbach neben der Zulassung bei der Kammer für Handels­sachen zu Offenbach und dem Amtsgericht daselbst die gleich­zeitige Zulassung zur Rechisanwaltschatt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg erteilt; am 19. Juni wurde der Referendar Franz Mäher zu Mainz zur Rechtsanwaltschaft bei dem Land­gericht der Provinz Rhei.nhessen, am 20. Juni wurde der Re­gierungsassessor Dr. Otto W a l l v t zu Darmstadt zur Rechts­anwaltschaft bei dem Oberlandesgericht, am 1. Juli wurde der Gerichtsassessor Ludwig Hill zu Mainz zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen zugelassen: am 6. Juli wurde dem Rechtsanwalt Dr. Hermann Rothschild zu Offenbach neben der Zulassung bei der Kammer für Handcls- fachen zu Offenbach und dem Amtsgericht Offenbach die gleich­zeitige Zulassung zur Rechtsanwaltschrft bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg erteilt; am 17. Juli wurde der Gerichts­assessor Eduard Rompf aus Gießen zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Bad-Nauheim zugelassen.

** Das Großh. Hessische Regierungsblatt, Bei­lage Nr. 22, ausgegeben am 31. Juli d. I., hat folgenden In­halt; 1. Bekanntmachung, die Genehmigung von Schenkungen betreffend. 2. Bekanntmachung, die Satzungen der Haftpflicht­versicherungsanstalt der land- und forstwirtschaftlichen Berufs­genossenschaft für das Großherzogtum Hetzen, hier: Abänderung des § 18 Abs. 2 der Satzungen betreffend. 3. Bekanntmachung, den Steuerausschlag zur Bestreitung der Bedürfnisse der Land- judenfchaftskasse für das Rabbinat Darmstadt II für 1911 (Rj.) betreffend. 4. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Etatsjabr 1911 genehmigten Umlagen der Kommunalbedürfnisse in der Gemeinde Kostheim im Kreise Mainz. 5. Ordensverleihungen. 6. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. 7. Zulassungen zur Rechts­anwaltschaft. 8. Dienstnachrichten. 9. Dienstenthebung. 10, Dienstentlassungen. 11. Charaktererteilungen.

**.SalzstreuungalsStaubl>indemittel. Die Klagen über die gesunoheitsgefährdende Staubentwicklung der Automobile nehmen immer mehr zu und immer lauter werden die Forderungen zur Abhilfe. Im Hinblick auf diese wirklich brennende Frage dürfte die Veröffentlichung einer derBauwelt" entnommenen Notiz angebracht sein: Die Stadtverwaltung von Hagen unternimmt seit einiger Zeit mit bestem Erfolg Versuche mit Salzstreuungen als Staubbindemittel auf chauffierten Straßen. Zur Verwen­dung gelangt das sogenannte Gewerbesalz, dem wegen der Steuer zwei Prozent kalziniertes Sodasalz beigemengt ist. Das Salz wird mit Sandstreumaschinen auf die Straße gebreitet und dann mit Wasser übersprengt. Die sich bil­dende leimartige Lösung hindert den Staub tagelang. Die Kosten stellen sich auf 1,9 Pfg. für den Quadratmeter, ohne Spesen und Anfuhrkosteii, sind also viel geringer als für die fertigen Lösungen, wie Westrumit,. dazu kommt noch die leichtere Lagerbarkeit."

** Der KonditorgeHilfenvereLn Gießen hielt am Sonntag auf dem Windhose seine Gründungsfeier ab. Trotz der ungünstigen Witterung und anderer Veran­staltungen hatten sich viele Gäste eingefunden und der Saal war gegen Abend bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein­geleitet wurde die Feier durch einige Konzertstücke, dann sprach der Vorsitzende, Herr Kerle, zu den Gästen und dankte für das Interesse, das sie dem Verein entgegen brachten, ebenso dest Kollegen, die den Verein tatkräftig

unterstützten. Im Namen der Konditorinnung der Pro­vinz Oberhessen und Starkenburg, sowie der hiesigen Kvn- bitormeifter übersandte Hofkonditor

Glückwünsche. Auch mehrere auswärtige Gehilfenvereine sowie Kollegen sandten Glückwunschtelegramme. Es folgte dann eine Verlosung«, die durch Spenden von Fabriken, Ge.- schäften und Gehilfen sehr reich bedacht war Nach der Verlosung wurde ein Tanz veranstaltet, der die^ tzestteil nehmer noch lange in guter Stimmung zusammenhielt

Kreis Büdingen.

Nidda, 31. Juli. Unsere ®leijtltnb'etfäjule feierte gestern ihr Iah r es fest im sch atttg en Kinder garten neben der Kirche. Festlich geschmückt kamen ^0 Kinder unter Führung der Schwester angezogen und führten, mancherlet Spiele aus, wobei ihnen allerdings die große Hitze sehr hinderlich war. Hierauf wurden sie pach einer kurzen An­sprache des Vorsitzenden des Kuratoriums, Pfarrer Wer­ner, mit Milch und Bretzeln bewirtet. Leider mußte wegen eines drohenden Gewitters die Feier rasch abgebrochen wer­den. Der Jahresrückblick war ein günstiger, fein ^odessall war vorgekommen und auch keine schwere Erkrankung.

Unter-S^mitten, 31. Suh. Gestern wurde unter allgemeiner Beteiligung die am Freitag auf der Bahn ver­unglückte Frau Rau zu Grabe gebracht. Es ist letzt festgestellt, daß die Frau, um sich in die Staffelsche Fabrik vor dem Sturm zu retten, von ihm ersaßt und vor den Zug geschleudert worden ist. Sie hinterläßt fünf Kinder und fünf Enkel.

Bad Salzhausen, 31. Juli. Das gestrige Konzert der 116er Kapelle aus Gießen war sehr gut befudbt; befon- ders das Abendkonzert vor dem Kurhaus sand großen Anklang. .

(?) Altenstadt, 31. Juli. Ein Knecht ernes hiesigen Landwirtes wurde am vergangenen Samstag auf dem Felde von einem Hitzschlag betroffen. Er kam abends von der Arbeit nicht mehr zurück und wurde dann morgens früh von den Leuten des betreffenden Landwirtes auf der Arbeitsstelle tot aufgefunden.

Kreis Alsfeld.

Nieder-Ohmen, 31. Juli Gestern nachmittag gegen 6 Uhr zog ein schweres Gewitter über unsere Ge­markung. Ein Blitzstrahl fuhr in einen Kornacker und setzte das reife Korn in Brand. Der Acker brannte ab. Das Gewitter war von Hagel begleitet, der aber feinen Schaden anrichtete. In Saasen lagen die Hagelkörner noch lange nach dem Gewitter wie Schnee auf dem Erdboden. In Ruddinqshausen, wo gerade Kirmes war, schlug der Blitz in einen Birnbaum und zündete den um den Stamm be­findlichen ausgedörrten Nasen an. Der Sturm warf den getroffenen Baum zu Boden.

Kreis Friedberg.

L. F r i e i) b e r g, 31. Juli. An den Besuchstagen, Mon­tags und Donnerstags, kommen viele Kurfremde, insbeson­dere Russen, hierher und besichtigen das Schloß, dessen Be­sichtigung seit einigen Wochen von dem Hofmarschallamt er­laubt wurde. Im Innern der Gebäude wird immer noch ge­arbeitet; eben werden 11 Zimmer neu tapeziert. Auch das ehemalige Kreisamtsgebäude, das in Grotzh. Familieneigen- tüm übergegangen ist, wird neu hergestellt. Es ist das ein­zige der vom Großherzog erworbenen Gebäude, das stehen geblieben ist und wird als Hofgärtnerwohnung dienen.

L. Friedberg, 31. Juli. Die Mathildenstiftung für den Kreis Friedberg zur Rettung sittlich verwahrloster Kin­der hat nach seinem soeben veröffentlichten Rechenschafts­bericht für 1909 eingenommen 27 976 Mf. und verausgabt 26 449 Mark,

Hcffcn-Nassau.

w Wiesbaden, 31. Juli T er Von wende des Aufsichts­rats der Chemischen Werke, vorm. H. E. Albert in Biebrich, Ernst Albert, der sich seit einigen Tagen am Karersee in den Dolomiten aufhielt, wird vermißt. Er wollte eine Tour ohne Führer unternehmen und ist von dieser Tour nicht mehr zurückgekehrt. Eine ausgesandtc Hilfskolonne hat bisher keine Spur von dem Vermißten gefunden.

Sport.

Bundestag des Deutschen Radfahrer- Bundes in Frankfurt a. M. Der Großherzog von Hessen empfing mehrere Herren vom Haupt-Aus­schuß, sowie die Herren C. Schmitt als Ehrenvorsitzender des Darmstädter Veloeiped-Club und Herrn Georg Schmitt- Offenbach als Vorsitzender des Offenbacher Bieyele-Club in längerer Audienz und nahm deren Einladung zum Be­suche des Bun des festes des deutschen Radfahrerbundes in Frankfurt a. M. entgegen. Der Großherzog hat sein Erscheinen bei dem Bundesfest und insbesondere bei dem Begrüßnngsfest am Samstag den 5. August zugesagt.

Cowes, 31. Juli. Die Kaisers achtMeteor" gewann das.Rennen der großen Schoner,Whits-Heather" wurde zweiter. Die d e u t s ch e I a ch tS o p h i e E l i s a- bet T)" gewann den internationalen Herausforderungspokal; die Jacht König Alfons'Hispania" mit dem König an Bord wurde zweite.

Getreide-Wochenbericht

der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 26. bis 31. Juli 1911.

Öftere Haltung, die sich in der Berichtswoche im Getreidehandel zum Ausdruck brachte, waren neben den Befürch­tungen wegen dec mutter- und Kattofselernte in erster Reihe be­unruhigende Meldungen über die russische Ernte ausschlaggebend.

7 UÄftl9Jft wie sie von amtlicher russischer Snte dargestellt wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls darf man Nicht außer Acht latzen, bau es sich dabei nur um einzelne Gebiete handelt, wie dies in dem weiten russischen Anbaugebiet alljährlich * 1 wehr oder weniger der Fall zu sein pflegt, und daß das für die Ausfuhr Haupt,achlich in Betracht kommende Hinterland des schwarzen Meeres durchaus befriedigend abschneiden soll. Aller­dings gewinnt man immer mehr den Eindruck, daß sich die an

Ernten geknüpften Erwartungen nicht ganz SES&U Sowohl aus dem Nordwesten der Ver- aus Ganaba lagen diesmal ermäßigte Schätz- hmr lsJs°rbr wackerer Änlaß für die allgemeine Festigkeit S von,Niederschlägen in Indien und nicht

M^pie zeltwene ungümtige Beurteilung der politischen Lage, um fn C, SDZome%crtin:atytcn lich im deutschen Getreibehandel

iUj-®e!tiUU9' als hier die Möglichkeit eines Fehl-

in Betracht gezogen wurde. Hinzu

S?-' b^?its ^bt Futtermangel bemerkbar zu

jL. FL;. die Störung im Schiffabrtsbetriebe

r Grenzen zog, war auf dem Lieferungs- beinahe A^weise ziemlich lebhaft, zumal Rußland

t StoyTer auftrat, so daß angesichts großer betoHTmf Weizen und Roggen höhere Preise

inußten. vafer kam angesichts der frühen Ernte rum Vorschein, ohne sonderliche Kaus- Sn&raS1 k mr Lieferung blieb indes die feste Haltung 0011 d°rt vorliegende Kaufaufträge maßgebend. Rustlsche Gerpe war anfangs weiter anziehend, doch schwächte sich die Tendenz nach Erledigung der Juli-Verhindlichkeicen wieder

stieß bei ihren Stteifzügen im Olympgebiet auf eine andere Räuberbande. Zwei der Räuber wurden erschossen, ein Soldat ist verwundet worden.

Der vormarschdes früheren Schahs von Persien.

Lo n d o n, 31. Juli. Wie demStandard" aus Teheran ;ünterm 30. Juli gemeldet wird, ist der frühere Schah von Astrabad mit starken Streitkräften nach Teheran aufge­brochen.

Aus Odessa melden dieEvening News", daß aus Baku die Nachricht etnqclaufcn sei, daß die Anhänger des Exschahs an Zahl abnehmen. Die Bachtiaren haben sich bis auf den letzten Mann für das neue Re­gime erklärt.

Deutsche Kolonien.

Daß Schicksal der Kolonne Frankevberg.

Aus Deutsch-Südwestafrika wird amtlich gemeldet: Da es trotz aller Nachforschungen bisher noch nicht ge­lungen ist, Aufklärung über das Schicksal der Kolonne Fran­kenberg zu'schaffen, und außerdem auch die am Okavango gelegene Polizeistatton Kuringkuru und die 60 Kilometer westlich von Andara (Libebe) gelegene Oblateumission Nian- gana gefährdet erscheinen, entschloß sich der Gouverneur, eine stärkere Expedition in den Nordosten des Schutzgebietes zu entsenden. Die Expeditton setzt sich aus zwei Kompagnien, einer halben Batterie, einer Maschinengewehrabteilung und einem Verkehrszug zusam­men. Angesichts der Länge der Etappenstrecke ist ein Trup­penaufgebot in einer Stärke von etwa 200 Mann erforder­lich. Die Führung übernimmt Major Hins ch. Der Kom­mandeur der Schutztruppe, Major von Heydebreck, wird ebenfalls die Expedition begleiten.