Nr. 1Z8 Erstes Blatt 161. Jahrgang Dienstag, 1. ilugnst 191t
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WV General-Anzeiger für Oberhejjen Wch-
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Vie Geheimhaltung der Marottoverhandlungen.
Am gestrigen 'Montag haben zwischen dem Staatssekretär v. rtiderlen unb dem französischen Botschaster Can, Kon die Besprechungen wieder begonnen, über die im einzelnen noch nichts Bestimmtes verlautet. 9hir einige Lügen werden auch heute wieder zerstreut, und zwar diesmal von der französischen Regierung. Sie läßt durch die „Agcncc Havas" erklären, eine Tarstellung des „Matin" sei unwahr, wonach Botschafter C a m b o n zu .Herrn v. Äther- len-Wächt er, als dieser in einer Unterredung über bic marokkanische Angelegenheit eine scharfe Tonart anuxindte, gesagt haben soll: „Aber mein verehrter Herr Minister, «ie vergessen, daß Ihr Souoerrain in Miel sagte „Mit oder ohne Kompensation, Marokko ist mir gleichgültig"."
Blätter verschiedenster Barteifärbung behagen es, daß niemand im Volke von den fielen, nach denen die Marokkoverhandlungen gerichtet sind, etwas bestimmtes lvciß. Tic „Tägl. Rundsch." z B. fürchtet es, daß Deutschland von seiner Regierung plötzlich vor die vollendete Tatsache gestellt werde, mit „Kompensationen" im tropischen Afrika vorlieb nehmen zu müssen, und die „Possische Zei- t-ung", die sich befriedigt über die fast einmütige regierungstreue Haltung der deutschen Presse ausspricht, meint, die leitenden deutschen Staatsmänner würden doch noch besser daran tun, tvenn sie durch ihr Schweigen das Volk nicht in so kühler Entfernung hielten, sondern in engster Fühlung mit ihm blieben, was auch innerpolitisch nickt ohne Einfluß bleiben würde. Das Blatt scheint dabei auch dafür eintreten Ku wollen, daß Deutschland nicht mit „tropischen Ländereien" sich abspeiscn läßt:
Tic gegenwärtig zur (Erörterung stcl-enden Marokkofragen haben eine bei auswärtigen Angelegenheiten sonst selten zu bcobady icnbc sozialpolitische Färbung erhalten. Die Reichs» regicrung bat nichts getan, daZ Bild in andere Beleuchtung zu rücken, und muß der Stimmung, die sich entwickelt hat, 9tcd,* nung tragen. Die Lage ist diese: Tie Erhaltung des unabhängigen marokkanischen Staatswesens und das Festhalten an der Algecira satte wird als eine Sicherung von Absatzgebieten für die deutsck^e Industrie betrachtet. Ebenso wird die Forderung der Alldeutschen: „Wcstmarokko deutsch" begründet mü der Aussicht auf SiedelungSgebiete für deutsche Bauern. Kompensationen in den Tropenlandern dagegen erwecken den Anschein ein er Bevorzugung deS Kapitalismus. Die große Mehrheit des erwerbenden Volks und das Proletariat st ehe n hinter denen, die tropische Pflanzungsgebietc nicht eintauschen wollen gegen Ab sah- und Siedlungsgebiete. Tie Regierung bat cs verschmäh,, die öffent- tiche Meinung zu dirigieren. Vielleicht ist ihr die in Bewegung gesetzte Strömung erwünscht, vielleicht nichl. Wer weiß cd? .3ebenfalls hat sie die diplomatischen Verhandlungen nach alt» nwdischer Weise im verborgenen geführt. Eine Staatsleinmg, die das Richtige tut, ist deshalb noaj Nicht volkstümlich. Will sie es sein — und gewiß nmß ihr daran liegen —, so muß sie tm Volk von bornherein bic Ueberzeugung wecken und nähren, daß sie das Richtige tut.
9uun wird noch eine neue Betracktung in die öffentliche Diskussion geworfen. Mit der Frage der force noire werden schier unbegrenzte Mögliäckcüen aufgccollt. Afrikanische Rekru- ticrung^gebiete! Wir werben mit der Vorstellung geängstigt, daß Frankreich im Bunde mit afrikanischen Kriegshordcn unsere cuio püische Kultur bedroht und daß England mit indischen Hilfsvölkern an seine Seite tritt. Aus solchen Vorstellungen muß der Antimilitarismus einen Anschein von Berechtigung ziehen. Und die internationale Arbeiterverbrüderung wirft sich in die Brust als die einzige Besckmtzerui der heiligsten Güter der Völker Europas!
Sollte es angesichts solcher Perspektiven nicht an der Zeit sein,
Konraö Duven t-
Wiesbaden, 1. .Aug. Ter Geheime Regie- rungsrctt Tr. Konrad Tuben ist heute nacht in seinem Landhaus in Sonnenberg gestorben. Konrad Duden, der noch im vorigen Monat in voller Rüstigkeit seine goldene Hochzeit gefeiert, hat ein Alter von 83 Jahren erreicht. Ter Verstorbene war noch in den letzten Wochen mit der Durchsicht der neuen Auflage seiner „Deutfchen Rechtschreibung", die sein eigentlichstes Lebens- werk ist, beschäftigt. Tuben war am 3. Januar 1829 aus dem Gut Bossigt bei Wesel geboren unb wurde nach dem Besuch der Universität Bonn Gymnasiallehrer m Soest 1869 wurde er Direktor des Gymnasiums in Schleiß; 18<6 kam er in gleicher Eigenschaft nach Hers selb, wo er bis zum Jahre 1905 wirkte. 1872 erschien sein erstes Buck, bic „Rechtschreibung", dem vier Jahre später die „Zukünfte orthographie" folgte. Tann lam sein größtes und bekanntestes Werk, das vollftändigeortyographische Wörterbuch der deutschen spräche, das 1905 bereits in 8. Auflage erschien. Er gab noch eine Anzahl von Schriften über Dasselbe Thema heraus, die alle weit über bic Kreise der Fachgenofsen hinaus ins breite Voll gingen unb außerorbcntlich viel zur Klärung unb Festigung unserer Sprache beitrugen. Seine Rechtschreibung ist heute eines bei unentbehrlichsten Bücher geworden.
M.
Der Beginn öes Breslauer Unioerfitätsjubiläums.
AuS Breslau wird uns berichtet: Hier begannen am heutigen Montag unter Beteiligung von Vertretern 46 dem scher und ausländischer Universitäten unb von 16 'Jlfabenüen, sowie von tauicnben ehemaliger Stubemen der hiesigen Unioerfität die mehrtägigen Festlichkeiten des hundertjährigen Bestehens der Breslauer Universität. Straßen und Plätze der Stabt prangen im festlichen Schmuck. AIS Vertreter des Kaisers trifft ber Kronprinz am Mittwoch hier ein, während der größte Teil der übrigen Ehrengäste, so der preußische Kultusminister von Trott zu Sol;, der Kardinal Fürstbischof Tr. Kopp, bereits hier emgetronen sind. Ten Auftakt zu den mehrtägigen Festlichkeüen bildete die Eröffnung des deut sch- akademifchen Olympia durch eine Festsitzung, die am heutigen Abend im Musiksaale der Universität stattsand. Die überaus zahlreichen Nennungen für bic sportlichen Veranstaltungen beweisen, ein wie tiefes Interesse unb Verständnis
da- Schweigegebot aufzuheben und bic Diskussion wieder in reale Bahnen zurückzuführen'? Das auch das Endergebnis der Marotko- kriie fein mag, es kommt darauf an, aus der auswärtigen Politik auch Nutzen zu ziehen für dicinnervolitische Lage. Ter Reichskanzler hat eine Störung der Verhandlungen mit Frankreich von keiner politischen Partei zu besorgen, ^cr er muß ihm daran gelegen sein, im Einverständnis mit dem Volk zu einer Lösung zu gelangen.
Tie Ereignisse auf marokkanischem Boden.
Paris, 31. Juli. Ten Blättern zufolge ist in Tanger ein Funkentclearamm aus Fe; vom 29. Juli eingetroffen, nach welckem der Sultan die Befürchtung hegt, daß nach der Ernte die B e r b e r st ä m m e d e S Mittel- atlaS sich von neuem erheben werden. Mulan Hasid scheine sehr beunruhigt zu sein, tverl ihm bic zur Vermehrung ber scherisischen Armee erforderlichen Geldmittel immer noch nicht zur Verfügung gestellt worben seien.
AuS El Kfar wirb gemeldet, Oberst Snlvestre habe beschlossen, für die Besattungstruppen Hvlzbaracken zu errichten, um sie gegen die Unbilden der Witterung des Herbstes und des Winters zu schützen. Man erblicke darin den Beweis bahn, daß Spanien nicht baran benfe, feine Truppen aus El Kfar zurückzuziehen.
Paris, 31. Juli Aus Eadix wird gemelbet: TaS Kanonenboot „Panther" ist hier einaetrofsen, um die Post für beit Kreuzer „Berli n" hier aozuholen.
Richtigstellungen der französischen Regierung.
P a r i s, 31. Juli. Ter „Agcncc HaraS" wird versichert, daß bie in gewissen Pariser Blättern über den Stand der Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland veröfsentlichten Mitteilungen ungenau oder verfrüht seien: erst int Lause dieser Woche, nach den Unterredungen, die der Kaiser mit dem Reichskanzler unb dem Staatssekretär von Kiderlen-Wächtcr gehabt hat, iperben bie Verhandlungen einen aktiveren, entscheidenderen Charakter annehmen. (Diese Dericktigung bezieht sich auf eine Melbung, wonach ein günstiger Abschlug ber Verhandlungen schon für die nächsten Tage zu erwarten fei.)
Ferner veröffentlicht die „Agence HavaS" folgende Rote:
Verschiedene Zeitungen haben sich in ber letzten Zeit zum Echo ucn tendenziösen Gerüchten gemacht, denen zufolge Deutschland zu ungemöbnhajen Einberufungen von Reservisten schritte, während Frankreich außergewöhnliche ^militärische Maßnahmen träfe. Diese verschiedenen Gerüchte entbehren jeber Begründung. .________________________________________
poletifdyc fcaaesfeban*
(iine schaurige Statistik.
In einer der jüngsten Nummern ber HUmch. Zeitschrift „März" hat Hermann Fr i eb em an n in seinen Querzügen der Statistik solgcnbe sprechende Tatsache über unsere Kultur deS Friedens unter dem Titel: Struggle forlife (Kampf ums Dasein) zusammengestellt:
In Deutschland sterben jährlich 13000 bis 14 000 Personen durch Selbstmord: 10000 durch Unsall im Beruf: 1000 durch Verbrechen; ein paar Tausettd durch verschiedenerlei Unfall. Das find 30000 int ganzen, die auf gewaltsame Weise enden. Mitten im Frieden und jahraus, jahrein; mit tödlicher Präzision. So blutig ist der Alltag unseres Daseins. Scheioet mau aus der Selbstmord- zisfer bic Frauen und Kinder aus, so bleiben unter 300000 Todesfällen männlicher Erwachsener 10090 Selbstmorde. Jeder dreißigste Mann ist em Selbstmörder. . . Im Kriege 1870 sielen 26 000 deutsche Soldaten: 6000 Tote
unsere akademische Jugend den gesunden Leibesübungen entgegen- bringt. In so ziemlich allen seinen Zweigen wird der Sport in spannenden Kämpfen während ber Dauer des Unwersitatsiubi- läums täglich vorgesührt werden. Tennistourniere, Wettspiele, Ruderregatten, Fecktlourniere, Emzel- unb Sechskämpfe, Wettschwimmen, em Hochschnl-Eilbotenlausen, turnerische Wettlämpse und gemeinsame Hebungen deS Akabeinischcn Turnerbmrdcs sowie allerlei Leistungen auf dem Gebiet des Schwimmsports wird diese beutsch-akademiiche Clnmpia bilden.
Geheimrat Professor Tr. Hillcbrandt, Geh. Medizinalrat Professor Tr. P artsch (Breslau) (namens des akademifchen Ausschusses für Leibesirbnngen an der Universität Breslau), Oberlehrer Tr. Siebert .Berlin), Direktor Knorr, Vorsitzender des Verbandes alter Turnerschaitcn, Professor H. Raydt Leipzig) (ber Vertreter der Zentralstelle für Volks- unb Jugendspicle) und ftnb. jur. E. ftunert, Sucvia, (für die Breslauer .Studentenschaft- hielten Begrüßungsansprachen.
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— Ueber eine Freunbin Richarb Wagners, bereu Beziehungen zum Meister burch bic von Frau Eosima redigierten Lebenserrnnerungen in ein falsches Lickt gekom- men sind, schreibt Tr. Hans Scholz in der Münchener Wochenschrift „Marz":
Zu den wichtigen Punkten im Leben Wagners, bereit völlige Aufhellung ber Zukunft Vorbehalten ist, gehören des Meisters Beziehungen zu Mathilde Maier. In den Memoiren wird auch dieies Verhältnis als ein rem freundschaftliches hingcstellt. Um ,'o erftainilec ist man freilid) später über Wagners „unbefanaenen Wunsch", sich seinen Penzinger Haushalt — in Abwesenheit feiner au — von dieser Freundin führen zu fassen. Daß er Mathilde mit diesem erfolglosen Ansinnen „in die höchste Aufregung" versetzte, kann der Meister anscheinend nicht begreifen. Aber abgesehen davon, daß wohl lein junges Mädchen von gutem Rufe jid) zu einer so leicht mißmbcutenden Rolle beauemt haben würde, wird der, welcher die näheren Umstände kennt, die Aufregung Mathildens doppelt gut verstehen können.
War 'JJuatbilbc Wesendonck Wagners erste Isolde, so kommt Mathilden Maier dock mindestens die Bedeutung der „Isolde Weißhand" zu. Ta sie bie intimste Jugendfreundin meiner Mutter war, so bin ich in der Lage, heute schon ein Scherflem zur Berichtiguna entstellter Tattachen beitragen zu können. Wagner lernte, wie Weißheimer bestätigt, Malhüdc Maier 1862 zu Mainz im Schott scheu Hause kennen. Frau Schott hatte das schöne, intelligente 'Mädchen auch besonders deshalb cingelaben, um Wagners Behauptung, „es gäbe in Deutschland gar feine schonen, blonden Frauen mehr" zu widerlegen. Weißheimer erzählt, daß ihm Wagner naa) dieser ersten Begegnung Mathildens „ge
lt nb 70000 Verletzte kostet jährlich allein bic Industrie. Alles zusammenaerecknel, so schreiben dazu biiK „Münch. Neueste Nackr ", stirbt in deutschen Städten feder zehnte Mann eines gewaltsamen Todes. ES ist kein Druckfehler; jeder zehnte.
Noctot alS Ruhmtedner Preubevk.
Dir lesen in der „Voss. Zig.":
Ter französische Gewertschastsführer flvetot, ber vor acht Tagen im Gewerksckastshause zu Berlin den Mund sehr voll genommen hat unb sich dann als vorsichtiger Mann ber Ausweisung durch schleunige Flucht entzog, entpuppt fiel) nach feiner Rückkehr nach Paris als Ruhmredner Prenßens. Er bereitet feinen Parteifreunden in Deutschland, die seinen großen Worten vor acht Tagen jubelnd zustimmten, eine peinliche Uebcrraschung, iitdem er die preußischen Verhält nisse auf Kosten der eigenen Heimat preist. Pvetot gibt setz: in der „Bataille snndicaliste" seine deutschen Reiscembrucke zum besten. Er bedauert, daß er fick nickt hat^ fassen lassen, er hätte nützliche Vergleiche anstetten können. Schlimm c r, meint er, kann es unter ber Regierung beS Kaisers auch nicht sein als unter bet Eaillaux'.
„Jedenfalls," fährt er fort, „stelle ich fest, daß ich mit 10 Kameraden, französischen Qkiverficbaitcni, nacti Berlin gehen konnte unb daß keiner von uns die geringste Einschränkung erlitten hat. Kein preußischer Büttel hat uns belästigt oder herausgeforderl. Wir haben s o g a r f r e i e r s p r e- chen dürfen als in Frankreich. Vor einigen Jahren konnte der zu einer Pariser Volksversammlung ciiigclabeite Peter Kropotkin in Frankreich nicht landen, und Tom Mann wurde auogcroiefen. Dasselbe würde zweifelsohne auch beute geschehen Die Berliner Polizei beitete sich dagegen an meine Berten erp. nachdem ich gesprochen hatte, und auch das nur auf bic Hetze eines gewissen Teiles der deutschen Presse bin."
Hiemacy zu urteilen, meint das genannte fortfcnrntlidir Blatt, dürste bie agitatorische Ausnutzung beS Faltes Pvctot durch die deutsche Sozialdemokratie sehr bald aufhören.
Lin neuer Brief Oer LntMrer Richters.
Die Räuber, bic den deutschen Ingenieur Rickfter entführt haben, wollen sich anickeincnb tctzt mit einem geringeren Lösegelb zufrieden geben. Sie haben dnrck einen Schäfer einen neuen Brief üocrbringcn lassen. Es ist in: erhört, daß dieser Unfug immer noch nickt fein Ende erreichen kann. Nun heißt es gar, die türtischen Behörden wollten ihre Nachforschungen endgültig als ergebnislos ein- stellen. Jetzt wäre für bie beutsche Regierung dock bie Zett ncLommcii, energisch einzuschreiten. Wenn die Herren Räuber von den Hirten und Bauern so sehr gehegt und gehütet werden, so sollte man auch bic Hirten und Bauern dieser Gegend unter einen fchärseren Druck nehmen, wenn man nicht vorzieht, für die Rettung Richters eine hohe Belohnung auszuschreiben. Wir erhalten folgende Meldung:
iLaloniki, 31. Juli. Ein Schäfer brachte einen neuen Brief ber Rebellen, bie den Ingenieur Richter entführt haben. 5ic verlangen in dem Schreiben, bas deutsche Konsulat möge doch einen Vertrauensmann z u ihnen s e n d c n. Tiefer werde in keiner Weise feindselig angegriren werben, er habe nichts ;u befürchten, man wolle bloß mit ihm wegen der Höhe des Lösegeldcs ihtb der Zahlungsmobaliliten unter handeln. Tie Räuber fügten dem griechisch geschriebenen Briefe wieder bic Drohung zu, baß Mchter umgebrackt werde, falls man ihrem Verlangen nicht entspreche. Die Behörden beabsichiigen die Nachforschungen im Llhmpgebiet cintuftellcn, weil sie zwecklos sind. Ihrer Meinung nach haben bic Müder bereits den türkischen Boden verlassen. Emc Abteilung von türkischen Truppen
scheites Gesichtchen" unb ihren feinen Takt gerühmt habe. Von da an besuchte bet Meister bie rasch liebgewonnene Frcuiibin von Biebrich aus oft im Hause ihrer Mutter und embmig auch öfters den Besuch von Mutter und Tochter in seinem Biebricher Domizil.
Im Lause der Zeit vertiefte sich dieses Verhältnis mehr unb mehr; cs blieb nicht bei ber Freundschaft. Das gegenseitige Einvernehmen gestaltete sich so innig, daß Wagner diese Bezied ungen zu dauernden machen wollte. Allein bic Scheidung von seiner Gattin Mimia, bic zu jener Zeit ernstlich erwogen wurde, kam nicht zustande, und da sich gerade damals ein ererbtes Gehör leiden MaihildenS in bebentlichcr Weise steigerte, gab sie den Meister frei mit ber Degrünbung, ein Mann, dessen Reich di. Wett der Töne sei, könne unter diesen Umständen nicht glücklich mit ihr werden.
Im vergangenen Jahre starb Mathilde Maier als Siebcn- undsiebzigjährige, noch bis ms hohe Alter eine reizvolle Erscheinung. Sie hinterließ weit über hundert Briese dec Meisters, um deren Besitz Frau Cosima Wagner sich wiederholt, aber ver gebens, bewarb. Mochte eine möglichst lückenlose USublifatioir dieser intimen Dokumente recht bald zu erwarten sein.' (Sin* so wichtige Episode un Leben eines großen Mannes darf nicht mit Stillschweigen übergangen werden.
ff. Ein Blatt aus bcm Tagebuch des Weltum- seglers Eook. Bei So'thebys gelangte, wie aus London gemeldet wird, dieser Tage das einzige erhaltene Blatt aus dem eigenhändigen Tagebuche des ersten Weltumseglers über feine „Erste Reise" zur Versteigerung. Tas kostbare Blatt erzielte schließlich den außcrordeMlich hohen Preis von 9020 iRark. Es ist datiert vom 5. und 6. Mai 1770 und berichtet in schmuckloser Sprache über den Aufenthalt EookS in ber Bothany Bay (in Lst- au(Italien : es gibt zunächst bic Ursache für die Benennung dieser Bucht an: „Tie große Zahl von neuen Pflanzen usw, bi: unsere Herren Botaniker an diesem Orte gesammelt haben, veranlaßte mich, ihm Den Namen Botany Bap zu geben;" dann fährt Eook fort: „Mehrere Tage lang wurden wahrend unseres Ansenthattes in diesem Hasen die englischen Farben am Land gehißt; und ich sorgte ferner dafür, baß in einem der Baumstämme nahe dem Wasservlatze ber Name unseres .Schiffes eingeschnitten wurde."
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. In dem Palazzo Farnetz in Rom wurden zrn Bilder von Guido Bem unb eines von Rubens g e st oh len. Von den Tfcbcn jeblt jede Spur. Ter P.ortjer de- Pal.'s?, wurde verhaftet,
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