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30.12.1910 Erstes Blatt
 
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ddietni täglich, außer Benning*. - Beilagen: »lernt al roocbentlicb GlebenerZamiUenblStter irvrunal roöct)entl.Krei$:

len für >tn Kreis ©iefcen (DrenStag undFreiiag); gnwmal monntl. Land« vlrljchastUche -eltfrage» ^emipied) - Anfchlufje: für bte Äebafüen 118 Verlag u. Expedition M Hb teile Kii Tepeld)ea:

«nzetger Sieben.

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Ersin Blatt

160. Jahrgang

Aettag, 30. Dezember 1910

iehenerAnzei

General-Anzeiger für Gberheffen

Botafiottttrntr vvd Verlag -er Vrühl'lchev Uaiv.-Vuch» au- Stein-ruckerei R. Lange. Hebattion, Lrpedition und Druckerei: §chu!stratze 7.

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Dar Wirtschastrjahr (9(0,

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IHe Kaliin du strie litt noch unter der Krisis des Vorjahres und unter der Unklarheit über die toeirere Ent- ttndlung dieser für Dentschlanb so wichttgen Industrie. Die Wirkung des neuen Kaligesetzes, von dem man eine För­derung spekulattver Neugründungen erwartet, muß erst ab» gewartet werden, bis auch auf oiesem Gebiet wieder eine gewisse Stetigkeit eintreten wird.

Reckt Günstiges ist von der chemischen Industrie zu beruhten. Diese Industrie ist vernlöge ihrer überragen­den Stellung aus dem Weltmarkt weit unabhängiger, als andere Industriezweige, wenn auch zugegeben werden muß, daß die Zollregelungen in anderen Industrieländern ihr für die Folge einige Schwierigkeiten bereiten werden. Im­merhin ist aber zu hoffen, daß diese Schwierigkeiten durch Verbesserungen in der Technik wieder ausgewogen wer­den. Es darf aber weiter nicht vergessen werden, daß die Ungünstige Sage der Webereien und der Lederin­dustrie auch auf die chemische Industrie zurückwirken wird. Wie so viele andere Industriezweige, so leiden ge­rade die beiden vorgenannten stark unter den erhöhten Rohproduktpreisen.

Bei Baumwolle z. B. ist eine Preiserhöhung um 30 Prozent gegen den Höchststand des Jahres 1909 ein­getreten. Ungünsttge Ernteergebnisse, Ueberspekulation in Amerika, zunehmender Verbrauch Amerikas im ^Inland, das sind wohl die tzauptmomente, die hierbei milgewirkt haben. In der Ledersabrrkation haben die Preise für Häute eine ungeahnte Höhe erreicht, während oie Preise jür Fertigfabrikate nur mit größter Mühe aufrecht zu er­halten sind. Auch die Serdenwebereien besinden sich wegen der kleinen Ernte und dadurch verteuerter Roh­produkte in ungünstiger Lage.

Besonders ungünstig ist die Lage der Zementin- dustrre. Ein Blick aus die bei Submissionen abge­gebenen verschiedenartigen Offerten läßt dies leicht er­kennen und oen Synditatsbestrebunaen begegnen wohl auf keinem Gebiet so große Schwierig leiten, wie gerade aus dem der Zementtnoustrie, weil die Neugründungen auch nicht im mindesten im Verhältnis zu den Absatzmöglich­keiten stehen. Es läßt sich nicht absehen, wann hier wie­der auf eine anhaltende Besserung zu rechnen ist.

Günstiges läßt sich aus der Maschinenindustrie berichten. Sie ist wohl im allgemeinen während des ganzen Jahres gut beschäftigt gewesen.

In der Getreidebranche standen zu Anfang des Jabres umfangreiche spekulative Engagements in Amerika, wodurch ein ftarter Preisdruck ausgeübt wurde. Diese Preisrichtung wurde durch die günstigen Nachrichten über die Ernteaussichten in fast allen produzierenden Ländern weiter eingehalten.

Der Preisabschlag wurde von den Konsumenten umso freudiger begrüßt, als die verteuerte Lebenshaltung an sich für die Stagnation der wirtschaftlichen Verhältnisse des Jahres 1909 mit verantwortlich gemacht werden muß. Man versprach sich von der günsttgen Weltemte eine Zunahme der Kaufkraft im allgemeinen und von diesem Gesichts­punkt aus wurde z. Ä. die gesamte wirtschaftliche Lage Rußlands günstig beurteilt. Mts starke Interesse, das man den russischen Getreidebahnen und den russischen Banken entgegenbrachte, beweist dies zur Genüge. Als SckMten- seite dieser günftiaen Ernteergebnisse muß aber hervor­gehoben werden, daß sich die Mühlenfabrikate und der Getreidehandel in einer wenig günstigen Lage befinden und daß die großen Preisschwankungen im Laufe dieses Jahres manches Opfer gefordert haben.

Das B^rauereigewerbe und die Tabakindu­strie find d^rch die Steuergesetzgebung und durch erhöhte Rohproduktpreise in einer schweren Lage. Weitere In­dustriezweige, die unter erhöhten Rohproduktpreisen zu leiben haben, ohne daß sie in der Lage sind, die Preise für Fertigfabrikate entsprechend hinau'fzusetzen, sind die Gummibranche, die Oel- und Fettwaren- und die S e i f e n i n b u ft r i e.

Das Interesse für die Schiffahrtsgesellschaf­ten war ein lebhafteres. Die günsttgen Ziffern unseres Auslandshandels und der erhöhte Warenverkehr, nament­lich zwischen Deutschland und Amerika und Deutschland lind Kanada infolge der getroffenen Handelsabkommen waren die Ursachen für diese Erscheinung.

Das lebhaft pulsierende Leben in der heimischen In­dustrie und die sich immer mehr verschlingenden Welt­handelsbeziehungen Deutschlands haben auf bie Banken im Jahre 1910 günstig eingewirkt. Wohl allgemein wer­den die Abschlüsse steigende Ergebnisse ausweisen. Es ist klar, daß bei aufsteigender Konjunktur von Seiten der Industrie steigende Ansprüche an die Banken und den Geld­markt gestellt werden. Es kommt hinzu, daß durch die mehrfach erwähnten Preiserhöhungen ber Rohprodukte eben­falls größere Geldmittel von Handel und Industrie be­nötigt werden und diese beiden Erscheinungen machen sich durch steigende Inanspruchnahme der Reichsbank und durcy ein Anziehen der Geldsätze bemerkbar. Aus der Mahnung des Reichsbankpräsidenten, diese Ansprüche soweit als ir­gend möglich einzuschränken und die großen spekulattven Engagements zu lösen, glaubt man den Schluß ziehen zu sollen, daß für die Folge von unserer aufstrebenden In­dustrie noch weitere Mittel benötigt werden. Neben diesen Erscheinungen hat auch die Beschaffung des Geldes für die großen Auslandsanlehen unteren Geldmarkt stark in Anspruch genommen und wird bies auch weiterhin tun. Aus allen diesen vielseitigen Geschäften werden unsere Danken guten Nutzen ziehen und das Jahr 1910 wird wohl allgemein als ein günstiges jür diesen wichtigen Zweig nu­ferer Volkswirtschaft bezeichnet werden können. , i

Daß unser Wirtschaftsleben auf einer gesunden, entwickln ngSfa bi aen Basis steht, hat das Jahr 1910 gezeiat. Die schwierige Lage einzelner Industrie­zweige und die Rückschläge auf dem einen oder anderen Gebiet können dieses Bild nicht wesentlich verschieben.

Wenn es gelingt, unsere Volkswirtschaft vor inneren Erschütterungen, wie Ausständen, Aussperrungen usw. zu bewahren, und wenn es gelingt, ihr auch den äußeren Frieden, wie bisher, zu sichern, dann ist zu hoffen, daß die langsam und schrittweise aussteigende Siunjuiiftur auch im neuen Jahre noch anhält.

(Eine Rechtfertigung des Reidfsfolonialamts.

Auch wir hatten gestern Verwunderung darüber ge­äußert, daß das Kolonialamt die Nachricht von den Vor­gängen in Ponape so spät dem deutschen Volke mitgeteilt wurde. Heute liegt eine amtliche Erttärung hierüber vor, die eine volle Rechtfertigung des Kolonialamtes bedeutet, so daß Vorwürse nicht aufrecht erl-alten werden kömien. Die Nordb-wtsche Allgemeine Zeitung" schreibt:

Die Presse hat ber Annahme Ausdruck verliehen, baß die Nachricht über den Ausstand in Ponape bereits seit Längerer Zeit an amtlicher Stelle bekannt sei, aber der Oesfentlül-keit vorent- halten wurde. Demgegenüber sei festgestellt, daß die e r st e Nach­richt durch das am 2 6. Dezember hier eingetroffene Telegramm bed Jtellüertretenben Gouverneurs aus Iap hierher gelangte. Am aleick^n Tage wurde den Angehörigen der Ermordeten durch bchöroluche Vermittlung Mit­teilung davon gemacht und am folgenden Tage der Inhalt des Telegramms veröffentlicht. Ein aus Radaul über Sydney ab­gesandtes Telegramm über die gleichen Vorgänge ist erst am 27. Dezember eingetroffen. Das späte Eintreffen der Nachrichten er Hart sich daraus, daß weder in Ponape noch in Ra - baul irgendwelche telegraphische Verbindung ist. Ter einzige Ott im ganzen Schutzgebiet, der eine Kabeloei-bindung besitzt, ist Jap in den Westkarolinen, welche Insel von Ponupe über 1000 Seemeilen entfernt jft. Der PostdampferG er- m a n i a", welcher die regelmäßige Verbindung der Hauptplätze des Inselgebietes untereinander mit Hongkong einerseits und mit Sydney andererseits vermittelt, traf im November in Po­nape ein. Bis dahin hatte es jedenfalls an irgendwelcher Mög­lichkeit für Ponape gefehlt, eine Verbindung mit der 9kußenwelt herzustellen. DieGermania" lies nun, als Jie die bedrohte Lage der Europäer in Ponape erkannte, anstatt die Reife fort*» zusetzen, von Ponape nach Rabaul, dem Hauptort des Schutz­gebietes, um Hilfe herbeizuholen. Darauf begab fick, wie in dem Telegramm gemeldet wird, der stellvertretende E^vuverneur mit den verfügbaren farbigen Polizttsoldaten wiederum auf direk­tem Wege nach Ponape und requirierte gleichzeitig den in Neu- Guinea befindlichen KreuzerCormoran" zur Unterstützung. Nach dem die Pol iz ei so Idaten in Ponape gelandet waren, begab sich die Germania" nach Jap. Nunmehr war erst die Absendung des am 26. Dezember hierher gelangten Kabels möglich In Rabaul ist das Telegramm mit dieser Nachrickü mit derGermania" am 30. November eingetroffen. Die erste Verbindung mit einem Otte mit Kabeloerbindung stellte der am 17. Dezember von Rabaul nach Sydney abfahrende Lloyddampfer her, welcher fahr­planmäßig am 26. Dezember in Sydney ein treffen solle.

Die (Eröffnung der österreichisch-ungarischen Delegationen.

O sen p est, 29. Dez. Die feierliche Eröffnung der Delegattonen sand heute mittag unter dem üblichen Zere- monrell flott Der Präsident der österreichischen Delegation sagte il a.:

Erfüllt von unwandelbarer Dankbarkciit blicken die 23 öl brr zu dem Kaiser als Hüter des Friedens und Beschirmer aller fried­lichen Arbeit auf. . Die Monarchie kann aber, ohno ihr Ansehen und ihren Einfluß und bie Sicherheit auf das Spiel zu setzen, feine Sonderstellung ein- nehmen. ' Die Delegation wird deshalb bie in Aussicht ge­rn acht unter Bttmchtnähme auf bie internationale Stellung der Monarchie aber auch auf die Leistungsfähigkeit der Volkswittschaft gewissenl)aft prüfen und erwartet, daß die no-twendigen Opfer für eine einheitliche und auf den alten Grundlagen beruhende Armee gebracht werben. Durch die Beseitigung aller Hemmnisse insbesondere durch die zu erhoffenbe nationale Verständi­gung ber Volks stamme und durch eine ungestörte Ent­wickelung der Volkswirtschaft werden wir im Stande fein, die An­forderungen der sozialen Verpftichttlngen mit der intensiven Pflege der Wehrmacht, ohne Besorgnis wegen ber Höhe der Militär­lasten, in Einklang zu bringen.

Der Präsioentber ungarischen Delegation feierte ben Herrscher als Friebensfürsten imb errfarte, bie ungarische Delegation werbe nicht vergessen, was sie dem Ansehen bes Thrones und ber Machtstellung des Landes schulde.

Den Ansprachen ber Präsidenten folgten lebhafte Hoch- unb Elfen rufe.

Ofenpest, 28. Dez. Bei dem Empfang der Delega­tionen in der Hofburg erwiderte auf die Huldigungsansprachen der Präsidenten der Delegationen Erzherzog Franz Ferdinand namens deS staiserS und Königs:

Die ©efüble treuer Anhänglichkeit an Seine Majestät, welche Sie eben zum Ausdruck brachten, werde ich nicht veriehlen, Seine, 'Dlajefläl zur Kenulms zu bringen. Indem ich Sie zum Beginn der Ihrem Wirkungskreis vorbehaltenen wichtigen Tätigkeit namen» Seiner Majestät begrübe, hebe ich zunächst allerhöchstdessen wahre Genugtuung darüber hervor, daß sich bie a nswä r ti g en Ver­hältnisse durchaus erfreulich gestalten. Gestützt aufl ihre Allianzen und dank der guten Beziehungen zu allen Mächten wird bie Monarchie auch künstiglstn bie bisherigen erfolgreichen Bemühungen für die Erhaltung und Befestigung des Friedens nachdrücklich sortsetzen. Das ENordemis der Kriegsverwaltung für das Heer weist gegen bas Vorjahr eine Steigerung auf, welche bie enbliche Richtigstellung der einzelnen Bubgetposten be­zweckt. Die Kriegsmarine dagegen benötigt die Bewilligung größerer Mittel, um sich angesichts ber einschlägigen Vorberei­tungen anderer Mächte auf ber Höhe ihrer Aufgaben zu erhalten. Diese Krebitsorderuirg wirb aber nicht nur bte Schlagfertigkeit der Kriegsmarine erhöhen, sondern auch wittschaftlichen Nutzen bringen.

Nm Seiner Majestät beauftragt, Ihn«; den Ausdruck aller-'

höchsten Vertrauens in Ihre bewahtte Einsicht und patriotischem Eifer kundzutun, wünsche ich Ihren Arbeiten besten Erfolg, unh heiße Sie herz-lichft willkommen."

Die ö st erreicht sche Delegation begann bie Be­ratung bes Bu bgetprovisoriurns. Die Abgeorbneten Ubrzal, Seliger unb Lresic-Pavisic begrünbeten barauf den ablehnenben Stanbpunkt ber Tschechen, ber Sozialbemokraten unb bet Sübslaven gegen bas Bubgetproviforium. Geßrnann stellte nach meh--^ reren Vorrebnern fest, baß bie Angelegenheit 23a* sitsch für bie Mehrheit ber Delegation kein In­teresse habe unb er sprach sein Befremben bar üb er aus, baß sich ein österreichischer Delegierter zwecks takt­loser Reklame mit offiziellen unb nicht offiziellen Aus- länbern ,in Verbinbung gefetzt habe, um Material zu sam­meln, bas er bann gegen bis Ansehen ber österreichisch­ungarischen Monarchie üertoenbet habe. (Lebhafter Wider­spruch bei ben Tschechen.) Der Abgeorbnete Mayr stellte fest, ,baß nicht Forgach, sonbern ein untergeorbnetes Kanz- leiorgan mit Vasitsch verkehrt habe. Es gebe feine bipso­matische Mission, bie ganz aus politische Spionage ver­zichten könne. Mayr wies jeden Zweifel an dem Patrio­tismus und ber persönlichen Ehr en Hastigkeit MasarykS zu­rück. Das Bubgetprovisotium würbe barauf an­genommen.

Die nngariscbe Delegation nahm bas Bubget- provisorium ebenfalls an. Die Delegationen werben, ihre Tätigkeit nach bem 20. Januar sortsetzen.

Der Thronfolger empfing heute vormittag ben ungarischen Miuisterpräsibenlen in Aubienz. Im Ver­lause ber Audienz kam auch die A r m e e s r a g e zur Sprache. Der Thronsolger hob hervor, baß Ungarn, wenn es tm Rahmen bes neuen Wehtgesetzes ber Monarchie unb ber Heeresverwaltung alles bewillige, was für bi* Großmacht­stellung ber Monarchie unb bie Kriegsbereitschaft des Heeres unerläßlich fei, jenes große politische An­sehen, welches es früher besaß unb ben Glanz seines politischen Presttge, bas in ben letzten Jahren etwas ge­litten habe, wieder gewinne. Der Thronfolger er­klärte, er sehe der politischen Zukunst oer trauend do II ent­gegen.

Die persische Antwort.

London, 29 Dez. Die persische Antwort auf die bri­tische Note vom 17. November betretend bie im südlichen Persien herrschende Unsicherheit wendet sich zunächst gegen ine Behauptung ber brittschen Neuerung, baß die Frage der Anwesenheit der fremden Truppen in Persien ohne B.beu- tung sei und zählt sodann die verschiedenen Maß­nahmen auf, bie zur Wiederherstellung ber Orb* nung getroffen worben seien. Darunter befinben sch bie Ernennung eines neuen Generalgouverneurs für Fars und bie Bildung einer starken Polizeitruppe. Auch wirb die Or- aanisatton einer tüchtigen Genbarmerie unter fremden Jn- stru ft euren vorgeschlagen. Die persische Regierung, mit ber Ausarbeitung eines Planes für zweckentsprechenbe Verwen* buna ber beabsichtigten Anleihe beschäftigt, ist überzeugt, baß dies bie britische Regierung veranlassen wirb, ber (5h> Hebung einer Surtax von 10 Proz auf bie Eingangszölle in ben sübltchen persischen Häsen zuzustimmen.

London, 29. Dez. Wie das Reuter'sche Bureau aus Teheran melbtt, erwähnt der Minister des Aeußern üt dem Scheiben an ben Premierminister zur Motivierung seines Rücktritts N- a. bte bauernde Nichtbeachtunq ben Vertragsbestimmungen burch Rußland unb führt darüber Klage, bah die russische Negierung sich sottwälTrenb auf angeblicho Präzibenzfälle berufe, um ihr unrecktmäßiges Vorgehen zu recht- fertigen. In gewissen Kreisen wird ber Rücktritt Guli-Kl)ans seinem Wunsche zu geschrieben, vor der Rückkehr des Regenten Asr-el-Mulk aus dem Kabinett auszutreten, da dieser, wie man glaubt, dem Kabinett ein wesentlich anderes Aussehen, als es das jetzige hat, zu geben wünsche.

An- He^en.

Der Zweiten Kammer ist folgende dringende Anfrage des Abgeordneten Dr. Fulda, betreffend die Einrichtung eines Triebwagenverkehrs zwischen Frankfurt und Langen zugegangen:

Ist Grvßh. Regierung bekannt, daß die Eisenbahnbirek- tum Frankfurt a. M. bie Einführung eines Triebwageiwerkehrs von Franffurt bis zur Station Sprendlingen-Brtchsckstag unteä Ablehnung ber Weiterleitung bes Triebwagenverkehrs nach der nächsten in unmittelbarer Nähe gelegenen Station Langen plant?

Ist der Regierung bekannt, daß eine derartige Maßnahmg eine Bevorzugung der Villenkolonie .Buchschlag und eine selyo torocre Sck)ädigung der in erfreulichem Aufblülxm begriffenen Stadt Langen im Gefolge hätte unb was benft Großh. Regierung zur Abweubung dieser Idyroeren Nachteile von ber Stabt Langen und zur Glrichstellung der Stabt Langen mit der Villenkolonie Buschlag im rinzuführenden Triebwagenverkehr zu tun?"

R. B. Darmstadt, 29. Dez. Der Lanbesaus- schuß ber nationalliberalen Partei im Groß- Herzogtum Hessen ist vom Vorsitzenben, Reichs- unb Lanb- tagsabg. Dr. Osann für Sonntag, 8. Januar, zu einer Sitzung ein beruf en worben. Tie Sitzung finbet vormittags 10 Uhr im Gartensaal bes stäbtischen Sa.albaues statt. Dio Tagesordnung lautet: Dio nächsten Rcichstagowahlen.

Dcittidbcs Aercb.

»Der Staatssekretär bes Auswärtigen von Kiderlen- Wachter ist am Donnerstag in Stuttgart vom Könige von W ü r 11 emberg in Aubienz empfangen worben.

Ausland.

Teplih meldet man: Der Eisenbahn inspek- F" ka hinterließ sein gesamtes Vermögen von 300 000 Kronen bem tschechischen Schulvercin mit lleber- gehung seiner Verwandten.

Präsident Fall res empfing den Direktor der Mteiluno für Krunüralfachen im Justizministerium, ber ihm bie Alten in