Donnerstag 6. Januar 1910
ICO. Jahrgang
Gemmi-Anzeiger für GberheMn
Die „Sie-ener Lamittendletter" werden dem „Lnzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, dar „Krei$blatt für de» Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die ^Landwirtichastlichen 3tU» fragen** «scheinen monatlich zweimal.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fcheo UniversitätS - Buch- und ©tembrudereL R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Echulo stratze 7. Expedition und Bering: 5L
Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzelgerGießen.
kr. 4 Zweites Blatt
(Bicfjcuct
Es scheint fast, als wenn
Weise gerbet ift tot fraglich erscheinen. Kr^d«n W^.|
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen
Wetter
s
b>
des
s 181.00
Tilrkenlose . .
118.90
91.40
Börse, 5. Januar. Äut"an»skiirs3.
$
Zu früh geboten.
V. Mk. 1.10 ab
D6/t
•S
Elektriz. Lahmeyer . Elektriz. Schlickert . Eschweiler Bergwerk
2«
9“
7«1
Eisenbahn -x Gotthardbahn'.-.r Lombard. Eisenbahn
Jan.
1910
o,
5.
6,
67.50
99.90
251.20
116.45
+ 3,3 0 C.
— 1,6 “C.
Konsols do.
Hessen .
Oberhessen ■
104.60
63.30
65.10
Harpener Bergwerk Lanrahütte . . .
Lombarden E. B. . t Nordd. Lloyd .. . ‘ Tüikealusc .s-^.
Canada E. B Darmstädter Bank .- .
Deutsche Bank . ----
Dortmunder-Union 0.«-. Dresdner Bank . .
Tendenz, befestigt.
LH ff
211.00
200.25
23.80 103-60 181.15
200.75
103.60
112.30
182.75
138.00
250.00
153.00
1V6.30
163 25
212.00
3ti/0 Mexikaner . .....
4',2°/o Chinesen .
Aktien:
Bochum Guss Buderus E. W. , Tendenz fester.
Berliner
—- Schon verzollt! — Verlangen Sie Muster! —
ti. Henneberg) Zürich.
9435 85.40 94.25 85.30 93-40 93-00 99-90
3 °/„
37,°/(
die Zeit unserer früher so blühenden Gießener Schweinernärktc, bic iür dte nahe uub weitere Umgebung eine günstige Kaufgelegenheit für Ferkel und Läufer boten, nnwiberbringlich verloren ist.
Limburg a. b. Labn, 5. Jan. »zruchtmarkt. Durch- fchnittspreis pro Malter. Roter Weizen (naffauifdier) 18,40 Mk., weißer Weizen (angebaule yrcmbforten) 17,75 Mk., Korn 12,00 Ml., Gerste: . Futtergerste 9,00 TIC., Braugerste 11,00 Mk., Hafer 7,50 MC., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 4,00-5,00 Alk.
. 182.70
. 137.70
. 250.10
. 95.20
23.90
160.50
135.50
Oesterr. Staatsbahn Prince - Henri - Eisenbahn
TeSefomsclw
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Indnstrie'^Giessen.
Frankfurter Börse, 5. Januar, 1.15 Uhr.
DaS Los vorzeitig auf bie Welt gekommener Rinber ist ge- wähnlich kein leichtes. ES kann ihnen aber burch ben (Gebrauch von Scotts Emulsion, dieses allgemein bekannten Kräftigungsmittels, sehr wohl aufflcbülfcn werden. Oft haben solche Kinder dann baut Scotts Emulsion solche Fortschritte gemacht, daß sie ihre Alters genossen nicht nur ein-, sondern sogar überholten an Größe und Körperkraft.
Scotts ömulfloit Wirt) von unO auöldjltcßltcö Im groben verrann, uno jwor nte lo|e nach Gcwtcht über Matz, lonbern nur in versiegelten Ortgmalslaschcn tn Karton nut unserer Schuyuiarke (Fllcher mit dem Dorsch). Scott u. ‘Soronc. m. b H., öronCtutt a. M
Bestandteile: Hetnster Mebtztnal-r'ebertran 150,o, prima Glyzerin 6o,u. untcrpboSpbortflluurci Kalk 4,3, untert>l)oc-pl)ort<rauvc6 Natron 2,0, vnlv Traga-i ;;,O, teilt ft er arad QJummt pulv. 2,0. beftill Wasser 129.0, SUtohol 11.0 ptci, arotnaufdie Qnnnlfton mit Btmt«. Matibel und iHaultbcttadl le 2 Ttovien
4“ a Griech. Monopol-Anl. 48.00 4°;0 äussere Argentinier.,?
3*/,% Reichsanleihe do.
tii
SN-?«
C3.O
Etwas vom englischen Parlamentarismus.
Don Prof. Luley, Oberlehrer.
(Schluß.)
Nach Palmerstons Tod im Jahre 1865 zeigten sich die Whigs und Tories sehr verändert. Die Whigs waren unter Gladstones Führung Radikale geworden und bestrebten |ich, die politische Macht von den M i t t e l k l a s s e n aus Die Massen zu übertragen. Für jeden Haushalt das Stimmrecht! Die neuen Wähler sollten durch den Schulzäuang des in sie gesetzten Vertrauens würdig gemacht werden. Also erst Stimmrecht, dann Schulbildung! Die Tories unter Führung des in vielem modern denkenden Disraeli schrieben auf rhre Fahne: Soziale Reformen und nationalen Patriotismus, mc Liberalen aber waren unter sich uneins. Soll der Staat sich in das private Leben eimnischen oder nicht? Das war die trennende <yrayc. Obwohl es eine liberale Mehrheit im Unterl)aus gab, wurde die Wahlreformvorlage durch eine Mehrheit aus Konservativen und einem Teil der Liberalen verworfen. Nach der Tradition müßte dem gefallenen liberalen Kabinett wieder ein konservatives folgen. Das geschah. Und wieder regierte ein konservatives Mnisterium — ohne Mme h r h eit und zwar 2 Jahre, ja Disraeli schuf so g ar ein durch liberale Zusätze verbessertes neues Wahlrecht. Blockpolitik!
An dieser Stelle sei es gestattet, anAuführen, daß erst 1870 die geheime Wahl in England cingeführt wurde und daß von 1870 bis 1880 zweimal Gesetzeigemacht werden mußten, um den vielfach üblichen Kauf und Verkauf von Wahlstimmen zu unterdrücken, eine Tatsache, die auf die politische Reife ein grelles Schlaglicht wirft.
AirehLiche Had?rtcbtetu
Loangeilsche iveinemoe.
Freitag ben 7. Januar, abends von 5V,—7'/, Uhr: Vereinigung bet konfirmierten weiblichen Jugenb ber Johannesgememde.
Israelitische keiigicirsgemeinde.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage), Samstag ben 8. Januar 1910: Dorabenb 4.30 Uhr.
Morgens 9.00 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterkläruug.
Sabbatausgang 5.35 Uhr.
Israetittsche tteUgionsgesellschast.
Gottesdienst.
Sabbatieicr am 8. Januar 1910:
Freitag abenb 4.20 Uhr.
Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt.
Nachmittags 3.30 Uhr. .
Sabbat-Ausgang 5.35 Uhr.
Wochengottesdienst: Morgens 7.05 Uhr, abenbS 7.80 Uhr.
Mrehe und Schnle.
Die „Freie l ande skir ck>li ch c Vereinigung" in .Hessen. Wie uns aus D a r m st a d t berichtet wird, war auch in diesem Jahre die .Hauptversammlung der „Freien landeslirch- lichen Vereinigung" gut besucht. Der Zahl nach überwogcii die Pfarrer. Es ist aber Vorsorge getroffen worden, daß aum den Laien und insbesondere der Lehrerschaft der Besuch bet nächstjährigen Versammlung ermöglicht wird. Legt doch die Vereinigung auf die Mitarbeit der Laien das Hauptgewicht. Jahresbericht gab der Vorsitzende, Prof. Dr. Berger-Darmstadt, ein Bild der umfangreichen Arbeit, die die Vereinigung für unsere Landeskirche im letzteii Jahre leistete. Besonders wohltuend berührte die Erwartung, daß die starke Vertretung, die die Gebauten der Vereinigung durch die Wahl zahlreicher ^Mitglieder in die Landessynode in dieser finden werdeii, im »sinne der Gerechtigkeit und Freiheit und der Achtung jeder Hebei zeugung sich geltend machen werden. In dem Vortrag des Landgerichtsrates Friedrich aus Gießen Tagt der Unterschied zwischen der jetzigen Forur unserer Landeskirche und ihren Organen von der Gemeindekirche der Zukunft zu klarem Ausdruck. In Beurteilung der gegenlüärtigen Verhältnisse 'wie der Aufgaben, die unserer Kirche für die Folge — in der Staat und Kirche ihr gegenseitiges Verhältnis moderner gestalten werden müssen — erwachsen, sprach ebenso der kühl abtuägcnbc Jurist mit feinen Theorien wie der evangelische Christ, der unserer Landeskirche den sachlichen Einfiust evangelischer Frömmigkeit, Sittlichkeit und Kultur auf das Volkslebeii sichern will. Kennzeichnend war die hohe Einschätzung der Einzelgemeinde. Daß im Anschluß an den Vortrag von ben Diskussionsrednern — als Stimmung der ganzen Versammlung — die Erhaltung unserer Landestirche in klar abgegrenztem Verhältnis zur Staatsverwaltung, aber in enger Verbindung mit dem gesamten Geistes- und Volksleben und in kräftiger Betonung ihrer religiösen Aufgabe gefordert wurde, zeigte, wie die Freie landeskirchliche Bereinigung praktische Arbeit mit immer sich mehrendem Erfolge zu teilten versteht.
larnpf ziehen jetzt nicht 2 Parteien, sondern eigentlich 6: die liberalen Radikalen unter Asquith, bte Konservativen, die liberalen Unionisten, die liberale Arbeiterpartei, die sozialdemokratische Arbeiterpartei und die Iren, das sind die „Polen" des englischen Parlaments. Wenn keine so große Parteiz-ersplittemng bei der Aufstellung der Kandidaten erfolgt, so liegt das im wesentlichen an dem Wahlmodus: es gibt in England keine Stichwahlen, sondern der Inhaber der meisten Stimmen ist gewählt. Die hwei Arbeiterparteien haben 78 Kandidaten aufgestellt. Sie rechnen aus bic Eroberung von 60 bis 70 Sitzen; jetzt haben ste 29 titne. In diesem Falle wären zwei Zünglein an der Wage vorhanden: ethra 80 Iren und eine starke Arbeiterpartei.nut ogar zwei Spitzen. Eine dauerhafte Mehrheitsbrldung wird erschwert io erben. Sollte es dann noch dazu kommen, daß die radikalen Wahlrechtsforderungen durchgesetzt würden, so wäre England bald aus der Stufe unserer deutschen Parlamentsverhältnisse angelangt; denn ein Wahlrecht hne unser Reichstagswahlrecht würde wohl sofort 150 ms 200 Vertreter der Arbeiterparteien in das Unterhaus bringen, die bann allein mit den etwa 80 Iren nahezu die Halste ber Parlamentssitze — sie beträgt 335 itme hätten, bas gäbe eine Situation fast wie bie unsere. Nur bie konfessionelle Partei fehlte noch. Auch für England scheint mir zur Aufrechterhaltung des parlamentarischen Regierungssystems bie Zukunft $u liegen — in dem Blocksystem.
und Antiparnettiten).
Unb das Ministerium: ein Blockminifter i n m aus Konservativen unb liberalen Unionisten, worunter Chamberlain. Dieses Blockministerium lebte bis zu Ende seiner siebenjährigen Legislaturperiode, ja bie Neuwahlen hielten es 1901 aufrecht. Wir sind jetzt im 20. Jahrhundert angelangt. Das zweite Blockministerium wurde nach einigen Jahren durch ein liberales ersetzt, das nacheinander verschiedene liberale Ministerien von verschiedenem Charakter hatte. Aber nod) eine Neuerung ist zu vermerken: eine neue Partei, bie selbst schon wieder eine lung aufweist: die radikale Arbeiterpartei, bie teils bürgerlich, teils sozialbemokratisch ist. Auch bas Ministerium enthält einen Mann aus ihren Reihen: John Burns. Man sieche es gibt keine reine Parteimehrheit mehr in ber Heimat des Parlamentarismus und daher kein reines Parteiministerium. Woher kommt das? Den einen Keil in das alte Zweigefüge bildeten die nationalistischen Iren. Sie bildeten das Zünglein an der Wage. Um eine Mehrheit zu finden, suchte Gladstone sie zn befriedigen, gewährte Home Rule unb — spaltete seine eigene Partei. .Hierzu konrmt ein Mideres: das erweiterte Wahlrecht bringt neue Kreise ins Parlament. Es bildet sich eine „Arbeiterpartei", deren eigener Spaltpilz ber Sozialismus ist. Hierzu kommt nod) bie Wiedererwachung einer wirtschaftlichen Frage: Schutzzoll ober Freihanbel, unb in dieser Frage gehen and) die Konservativen unter ber Führung von Lord Balfour unb bie liberalen Unionisten unter Chamberlain nicht rcd)t einig. Im radikalliberaleri Lager hat ber leitende Münster Asquith wieder eine gewisse Einigkeit hergestellt, indem er — ojb ber Not gehorchend ober bem eigenen Triebe folgend, sei dahingestellt —, er, ber Imperialist, sich für .Home Rule wie einst Gladstone ausgesprochen hat. Ob die Einigkeit vorhält, wenn der jetzige Kampf gegen bas Oberhaus in ber einen ober anberen
4° 0 Italien. Rente .
3°,0 Portugiesen Serie I
8% Portugiesen » UI
4*/,% rass. Staatsanl. 1905 99.60
4I,.?/O japan. Staatsanleihe 96.75
40,0 Conv.Türken von 1903 94.50
' KasnMett-NachrichLen.
Geboren. Herrn Oberleutnant Raab in Mainz eine Tochter.
Verlobt. Frl. Lrfcl Jung in Gießen mit Herrn Prokurist. Heinrich Lenz in Oetde i. W. — Frl. Johanna Schmück in Büdingen mit Herrn Adolf Weiter in Frankfurt a. M. — Frl. Hedwig Jung in Echzell mit Herrn Hermann Jung in Friedberg i. H. — Frl. Marie Vogt in Butzbach mit Herrn Alexander Weide in Groß-Gerau. — Frl. Luise Schmidt mit Herrn Georg Meurer in Wetzlar. — Frl. Marie Seibert in Eifa mit Herrn Johannes Klee in Rainrod.
Gestorben. Frau Elise Spier, geb. Adler, in Alsield. — Herr Karl Cnlmann in Friedberg. — Herr Friedrich Müller in Wetzlar. — Herr Louis Jost in Lauterbach. — Frau Pfarrer Marie Jung, geb. v. Saint-George, in Wetzlar. — Frau Antonie Schocker, geb. Weidmann, in Assenheim. — Fran Marie Hoos, geb. Fink, in Cauter- bad). - Frau Paula Guht, geb. Küster, in Wetzlar. — Herr Emil Rehm in Wetzlar. — Frl. Erna Wallenstein in Nidda. — Frau Ehrrsline Krug, geb. Heß, in Bad Nauheim. — Frau Karoline Schroeder, geb Mardorf, in Marburg. — Frau Luise Schäfer, geb. Buss, in Darmstadt.
Daß selbst eine starke Mehrheit bei den Wahlen einen Parteimintster nicht aut die Dauer stützt, ^eigt sich wiederholt; so hatte Gladstone 1868 eine Mehrheit von 120 Stirn» men unb erlitt doch im Frühjahr 1873 eine Schlappe. Er Ibsts auch noch im selben Jahre das Parlament, das noch 2 Lebensjahre vor sich gehabt hatte, auf. Wahlergebnis: eine solide konservative Mehrheit. Die nächsten Wahlen ergaben wieder eine liberale Majorität von 100 Stimmen, die bann bic letzte große Wahlrechtsreform burchfährte (1884), nachdem Fehlschläge im Innern unb in ber äußeren Politik bas Ansehen des Kabinetts Gladstone schwer erschüttert hatten. Im nächsten Jähre wurde Gladstone sogar durch eine aus Konservativen und Iren (Home Rulers) ge- stürzr, das Parlament wurde nicht aufgelöst, sondern ein konservatives Minder h eitsm iuister ium trat bic Geschäfte an. Die am Ende ber Session vorgenommenen Neuwahlen ergäben toeber für bie Konservativen eine Mehrheit, noch für bte Liberalen. Eie Entscheibung Lag in ben Hauben ber irischen Home Ruler. Letztere halfen sehr bald das konservative Käbinett stürzen, Gladstone übernahm wieder die Regierung, um ein Vierteljahr später gleichfalls zu Fäll gebracht zu werden. Von wem? Bon ben Konservativen und nahezu 100 Mitgliedern feiner eigenen Partei, bie ben Iren kein selbstänbiges Parlament geben wollten. Das Unterhaus lebte nur ein Jahr. Die Neuwahlen ergaben eine große Mehrheit von konservativen und liberalen Unionisten, b. h. Abgeorb- neten, die bas von ben Iren geforberte unb von Gladstone gebilligte Home Rule verwarfen. Man sieht, es gab 'keine Parteimehrheit mehr, sondern eine Blockmehrheit, unb zwar 316 konservative unb 78 liberale Unionisten gegen 191 Gladstone-Liberale und 85 Iren. Und diese Mehrheit hatte Bestand. Nach 6 Jahren fanden Neuwahlen statt, bie eine kleine Mehrheit für Gladstone, ber von den Iren unterstützt wurde, ergaben. Ein englischer .'Historiker sucht diese Schaukelpolitik zu erklären, indem er sagt: „Es gibt immer eine Anzahl Wähler, die es für recht halten, ber anderen Seite Chancen zu geben, nachdem bie eine Seite eine Weile obenauf gewesen ist, ohne Rücksicht darauf, wer bisher in ber Macht war." D. h. also Zickzackpolitik der ALasten!
Von nun verschwindet bie 4 Vierteilung nicht mehr aus dem englischen Unterhause: Literale Radikale, liberale Unionisten, Konservative und Iren. Ja, trotz dieser Schwierigkecken sind bie liberalen Radikalen in (SXiqueu mit verschiedenen Ibeulen gespalten. Die nächsten Wahlen ergaben sogar 5 Gruppen: eine große Mehrheit von Konservativen, gestützt noch von etwa 70 liberalen Unionisten, ferner bie Liberalen unb 2 Gruppen von Iren (Parnellcken
Anträge in der Zweiten hessischen Kammer.
Die Abgeordneten Ucbel, Dorn und von Brentano haben zur Unterstützungsfrage arbeitsloser Tabakarbetter an bie Regierung folgende dringliche Anftage gerichtet:
Sind Großh. Regierung btc .harten und Mißstände bekannt, welche in den hessischen Bezirken der ^abafinbuftne bei Feststellung und Auszahlung der gemäß Art. II a des Reichs- gesetzeS vom 15. Juli 1909, die Aenderung des Tabaksteuev- gesetzeS betreffend, den arbeitslosen und geschädigten ^.abat- arbeitern gesetzlich gewährleisteten Unterstützungen zutage getreten snrd? Was gedenkt die Regierung zu tun, dresen Mißständen schnellstens abzuhelfen?
Der Abg. Köhler beantragt:
Die Zwecke Kammer wolle beschließen, Großh. Regürung zu cftuchen, die Ferien der Volksschulen zu Werh- nachten-Reujahr, Ostern und Pfingsten mit bäum der höheren Lehranstalten gleichzustellen.
Der Landesverband der Bürgermeister int Großherzogtum Hessen richtet über das Gesetz, die allgemeine -Einkommensteuer vom 12. Augufi 1899 betreffend, folgende Eingabe an die Zweite Kammer:
Nach Arttkel 4 rubrizierten Gesetzes sind Angehörige anderer deutscher Staaten sowohl als Reichsausländer, welche rm Grog- Herzogtum wohnen, im Falle sie nicht daselbst eine mrt Erwerb verbundene Beschäftigung ausüben oder ausgeübt haben, erst alsdann zur Einkommensteuer zuzuziehen, wenn fie bereits ent Jahr im Großherzogtum gewohnt haben.
Dieses Privilegium ist für die Landgemeinden, insbesondere die in unmittelbarer Nähe von Großstädten ltegew>en Gemeinden, die einen größeren Zuzug haben, von großem Nachteile. Gerade die aus der Stadt auf das Land ziehenden Familien machen an die Qfemdnben naturgemäß größere An- syrüchc geltend, bic Schullasten werden größer, das^ Unter- stützungsioohnsitzrccht wird schon mit einem Jahr erworoen und so kamt es nicht selten vorkommen, daß Zugezogene nach entern Jahr lieber wieder in die Stadt zurückkehren, dortselbst htlfs- bedürftig werden und der Lattdgemeinde zur Last fallen, ohne daß dieselbe auch nur die geringste Gegenlnstung zu v-erzetchnert hatte Die Bestimmungen in Artikel 4 des ztt. Gesetzes erachten wir deshalb durchaus nicht mehr zeitgemäß unb mir bitten deshalb: Hohe Zwecke Kammer der Landstände für das Großherzogtum Hessen die Aufhebung des Artikel 4 jit. Gesetzes höchsigeneigtest genehmigen unb beschließen zu wollen.
Die Verbände akademischer Beamten haben folgende Eingabe eingebracht: ., ... .
,,bcn Landständen, nötigenfalls unter Streichung aller irgend vermeidbaren oder irgend ausschiebbaren Ausgaben, sofort euteu fick eng an die neue Gesetzgebung in Preußen und ckn Reich anschließenden Gesetzentwurf für eine Neuordnung der D i e n st ei n kün f t e zu unterbreiten unb zur sofortigen Linderung des augenblicklichen sJlotftanbes für bic Zeck bis zum 1. April 1910, dem Zeitpunkt des Jnkrasttretens der neuen Tiensteinkommensordnung, der Beamtenschaft eine Teuerungszulage von ausreichenber Höhe zu gewähren."
Märtte.
th. (Sieben, 5. Jan. Der gestrige S ch w e i n e m a r f t hatte einen Austrieb von kaum 200 Tieren, die wie immer zu sehr hohen Preisen an ben Mann tarnen. Der Austrieb war viel zu
107.20 140.80 210.00
Gelsenkirchen Bergwerk . 221 60 Hamburg - Amerik. Paketf. 13.'.00 Harpener Bergwerk 211.70 Lanrahütte . ^.. .. • .
Nordd. Lloyd'.«. . . .
Obcrschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank Deutsche dank .... Deutsch - Asiat. Bank . -. Diskonto -Kummandit ... Dresdner Bank . . . ■ • Kreditaktien . . . v. .,-.
Baltimore- und Ohio- wp
3'/,°L
4°/n Oesterr. Goldrente
4',z°/„ Oesterr. Silberrente. 98.90
4° 0 Ungar. Goldrente 95.70
Höchste Temperatur am 4. bis 5. Januar —
Niedrigste „ 4. u 5. „ —
758,1
1,8
4,8
94
S
2
10
Nebel
757,6
1.9
5,1
96
SE
2
10
759,9
2,5
5,3
96
N
2
10
Dunst


