Ausgabe 
4.5.1910 Zweites Blatt
 
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Weßcucr Berrin zum dritten Male errungen rmd ist derselbe mm« meürr endgültig in dessen Besitz übergcgcngcn. 2. Verein am Gym- Inasium: Abteilung 120 Silben: 1. Prcnse: Dörmer, Strack. 3. Verein am Realgymnasium und der Oberreal^tzulc: Abdeckung ' 120 Silben: 1. Preise: Bode, Kcmig. Der Herbstbezirkstag findet Anfangs Oktober in Friedberg statt.

** Der Provinzialverband o b er he s s r s ch er Kaninchenzüchter hielt am Sonntag im ,^8atcr Jahn" seine Haupt Vers am m lu n g ab. Am 5. Mai findet in Gotha die deutsche Bundes-Bertr-etcrversammlung statt. Redakteur Rcaget in Neudietendorf wurde mit der Verivetung des Verbandes betraut. Hierzu stellt der Verband beit Antrag, alle deutschen Preisrichter sind gehalten bei Meb- düng einer Konventtonalstrcrfc nur nach den in Gotha fest- zulegendcn Bestimmungen Rasselcminchcn aui Ausstellun- gen zu prämiieren. Sollten in Gotha die Bestimmungen noch nicht fcstgclegt werden, so ersucht der Verband, ihre Ausarbeitung den verschiedenen Sonderklubs zu überlassen. Hiernach kam ein Schreiben des Herrn Martin Schmall, Gießen, zur Besprechung. Der Vorsitzende betonte, das; e.n Zusammenschluß aller oberhessischen Vereine und Etnzel- züchter wünschenswert wäre. Es lcürde mit Frerche be­grüßt werden, wenn sich die in dem schreiben angesül>rten Vereine dem Provinzialoerband, der den 2.» bezirk des Mittel­deutschen Kaninchenzüchter-Bundes b.ldet, aus liefen würden.

Z. Grünberg, 3. Mai. Der Ä i r ch e n g e s a u gv er c i n , verstärkt durch einige Atitglieder des Männergesangvercins, sowie durch die Solisten Fräulein Paula Buß _aus Wetzlar l Sopran), Herrn Apotheker Scl-äfer aus Grunbcrg (Tenor) und Herrn 'Karl Nessel aus Offenbach, vom Nassschen wonwrvatorium in Frank- furt a. M. (Baß), führte unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Lehrer Roth, am SonntagDas Lied Don bet G l o ä c" nach der Komposition von A. Romberg in der Turnhalle aus. Tie Hauptprobe, dte sehr stark von außerhalb besucht war, sand nachmittags statt. Auch) die Aufführung am Abend war sehr gut besucht und verlief vorzüglich. Das Orchester stellte die hiesige Ouartcttvcrcinigung, die verstärkt durch mehrere Mitglieder der Gießener Negimentskapelle war. Sämtliche Mitwirkeitden, be­sonders die Solisten und das Orchester, taten ihr bestes, und der reiche Beifall zeigte, wie sehr man mit dem Gebotenen zufrieden war. Sämtliche Solisten und das Orchester gaben, durch Beifall herausgcfordert, nach Beendigung der Glocke noch Zugaben zum Programm. Fräulein Paula Bus, die nicht allein mit ihrem bezaubernden Gesang, sondern auch mit ihrer anmutigen Er­scheinung alle Herzen eroberte und sich durch ihr erstes Auftreten m Grünberg sehr gut eingesührt hat, erntete bei jedem Auf­treten begeisterten Beifall. Auch Herr Nessel, der über eine schöne Stimme verfügt und gut intoniert war, wurde mit reichem Beifall belohnt. Desgleichen auch Apotbeker Schäfer, von dessen sckföner Tenorstimme man eigentlich sagen kann, daß sie den rechten Beruf verfehlt hat.

= Atzbach, 3. Mai. Auf eine 25jährige Tätig­keit am hiesigen Orte blickt unser Hauptlehrer Köster zurück. Er wurde am 1. Mai 1885 von Niederlemp als Nachfolger des Lehrers WeckmüUer hierher versetzt. Die Vertreter der Kirchen- und Zivilgemeinde brachten dem ver­dienstvollen Lehrer unter Ueberreichung schöner Geschenke ihre Glückwünsche dar.

LtrndwirtschafL.

Gießen, 4. Mai.

** Der KreisriuderzuchtvereinGießen r Vo­gelsberger Rind hielt gestern nachm. im Cafe Ebel seine Ge­neralversammlung ab. Der Vorsitzende, Regierungsrat Dr. M erd, erstattete den Jahresbericht. Die Einnahmen betrugen 261,24 Mk., die Ausgaben 39,65 Mk., der Ueberschuß ist also 221,59 Mk., das Vermögen beträgt 1702,02 Mk. Dem Verein gehören 10 Ortszuchtvereine mit 400 Mitgliedern an. Im Herd­buch stehen 73 Tiere, angefört wurden 5 Dullen und 58 weibliche Tiere. Am 7. Juli 1909 sand eine Ortsschau im Bezirk Grün- . berg statt, Preise in Höhe von 385 Mk. (gelangten zur Verteilung. Im Verein Watzenborn-Steinberg hielt Sekretär Schwarz-Gießen einen Vortrag über Viehzucht. Der Voranschlag für 1910 wurde in Einnahme und Ausgabe mit 371,59 Mk. genehmigt. Dr. Merck teilt mit, daß auf der letzten Generalversammlung der Oberhessischen Herdbuch-Gesellschaften beschlossen wurde, eine M1 r e u 3 u it g der Vogelsberger Rasse mit Franken- v i e h vorzunehmen, um die Rasse zu heben, sowohl im Gewicht,

als auch der Milchleistung. Solche Versuche werden in Ober Hess en in Heuchelheim, Lauter Busenbmm und Hof Zwiefalten gemacht. Zimmer-Bingmühle bei Lauter besitzt zwei Franlenkühe: er hebt die gute Eigenschaften dieses Schlages hervor, die Kühe ließen sich gut lernen und hätten sich gut bewährt, die vKälbm gebe sehr viel Milch, das Gewicht der Tiere sei 11 .Zentner. Dieser Züchter glaubt, daß man mit diesem Kreuzungsversuch das richtige ge­troffen habe. Regierungsrat Dr. Merck gibt dann einen Ver­gleich über die Leistungsfähigkeit der Simmentaler und Vogels- berger Rassen, nach dem die Vo.gelsberger Rasse recht gut ab- schneidct, ja bei geringeren Haltungskosten hinter der Simmen­taler nicht zurückbleibt. Die Leistungsprüsungen der Landwirt- schastskammer haben den Beweis geliefert, daß das Vogelsberger neben dem Simmentaler Vieh volle Berechtigung hat. Interessant war eine Mitteilung über das Vorkommen von Tuberkulose bei beiden Rassen. Die Statistik stammt aus dem Schlachthaus Wetzlar. 1908 wurden dort 1874 Stück Rindvieh geschlachtet, 1293 Vogels­berger und 554 Simmentaler. Von den 85 tuberkulösen Tieren waren 63 Simmentaler, aber nur 22 Vogelsberger, 1,7 Prozent, Simmentaler dagegen 11,5 Prozent. Das gleiche Bild zeigt die Statistik von 1909. Tixs ist der beste Beweis für die hohe Widerstaudssähigkeit des Vogelsberger Schlages gegen Tuber­kulose-Infektion. Tie Vogelsberger sind auch weniger anspruchs­voll. Besonderer Wert muß auf den Weidegang gelegt werden. Die Produktion muß verbilligt werden durch Verbilligung der Auszucht und Verwendung eigner Futtermittel an Stelle des teuren Kraftfutters. Bei der Feldbereinigung wird jetzt überall ba jür gesorgt, daß jedes Dorf eine flehte Weide erhält, damit die Zug­tiere wenigstens einen Tummelplatz haben.

Eine rege Aussprache erfolgte über die Beschränkung der Herdbuchkörung auf Bullen unter Ausschluß der R i n de r. Dagegen sprachen Bürgermeister Lenn-Grotzen- Linden, Bürgermeister Kiäm er-Steinbach und Dr. Schweickert- Gießen. Zimmer-Lauter will den Antörungstermin auf 2 Jahre hinausgeschoben haben. Der Beamte der Landwirtschastskammer »reutz vertrat die mit der Beschränkung der Körung beabsichtigten Zuchtzwecke der Landwirtschaftskammer, diese will von sämtlichen Zucktvercinen die Meinungen hören und nach Stimmenmehrheit entscheiden. Der Kieisverein spricht sich gegen den Ausschluß der Rinder aus und schlägt bei Tieren, die später ausarten, gelegentlich der Stallsckuruen die Abkörung vor.

Tann kamen die Vorarbeiten für Beschickung der land­wirtschaftlichen Ausstellung in Kassel 1911 zur Besprechung. Es wurde beschlossen, die Ausstellung zu beschicken und alsbald die vorbereitenden Schritte zu beginnen. Ter'Beamte der Landwirtschastskammer Kreutz gab die Bestimmungen bekannt. Sämtliche Tiere können sowohl in Einzelklassen als auch Sammel- klassen ausgestellt werden. Für den Bezirk Gießen kämen in Betracht etwa 510 Bullen und 1824 weibliche Tiere. Es wurde eine Kommission gewählt, bestehend aus den Herren Krämer- Sleinbach, Gilbert-Heuchelheim und Zimmer-Lauter, die vorläufig seststcllen soll, wieviel Tiere etwa in Frage kommen. Gelegentlich Der Kreiskörung im Herbst soll nochmals ausgewählt roerbeit..

Rege Erörterungen veranlaßten die von ber Landwirtschasts- Kämmer geplanten Grundsätze von A u f z u ch t s p r ä m i e n, sie würben freubig begrüßt. Herr Kreutz hob hervor, die Kammer bezwecke damit, daß bas beste Bullenmaterial nicht geschlachtet oder zu früh nach auswärts verkauft werden solle. Die Tiere müssen bis zu 18 Monaten im Besitz des Züchters bleiben. Die Prämie wird ausbezahlt, wenn der Bulle an eine hessische Gemeinde verlaust wirb. Die Auszuchtprämie entschäbigt die Züchter für die längere Haltung. Sie beträgt bis zu 100 Mk.

Die Verleihung von Zusatzpreisen der Land­wirt sch a f t s k a m m e r für Kühe mit guter Milch­leistung wird ebenfalls begrüßt. Es sollen bei Ortsschauen 10 Mk. und bei Kreisschauen 20 Mk. ausgeteilt werden. Der Zweck ist, die Tiere mit guter Milchleistung der 'Zucht zu erhalten und die Besitzer zum Weiterzücksten mit diesen Tieren anzueifern. Bei der Vogelsberger Rasse ist es ganz besonders mötig, um die Milchleistung zu steigern.

Die Notwendigkeit der Beschickung der Jungvieh i weiden wird allgemein betont. Kreistierarzt Dr. Knell hebt die gesundheitlichen Vorteile, Zimmer-Lauter die wirtsckwftlichen Vorteile des Weideganges hervor. Letzterer hat voriges Jahr eine eigene Weide angelegt und die besten Erfolge Erzielt. Durch Vorträge soll aufklärend gewirkt werden. Bei ber Neuwahl bes Rechners würbe Käeisamtsgehilfe Bechtold bestimmt. Es er­folgte die Ausnahme von 22 Mitgliedern, besonders aus Leih­gestern, Grünberg, Steinberg und Heuchelheim.

Vertreter ber Bezirke sind: für Bezirk Oberhörgern-Lang- Göns Bürgermeister Heß-Leihgestern, für Gießen Bürgermeister Hirz-Steinberg, für Grünberg Beigeorbneter Fulbat-Grünberg. Der Vorsitzende ermahnt zur weiteren Grünbung von Ortszucht-

Der einen. Solche werden vor allem in Saasen, Reiskirchen, Linbcn- struth und Burkhardsfelden beabsichtigt.

Airchiiche

Lvimgettjche Gemeinde.

Donnerstag den 5. Mai, Himmelfahrtfest:

In der Stadttirche.

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer D. Scdlofscr.

In der Iohannestirche.

Vormittags 91/, Uhr: Plärrer Ausielb.

In der alten Zriedhosskapellc.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Bechtolsheims r.

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Dr. Schäffer, Blockstrasse 9. Dr. Stuhl, Selterswe» 79a.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen

<Dlai

Wetter

1910

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auzatreffen : Am Himmelfahrttag;:

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Mühlacker, Württ. (Amt Maulbronn), 12. Juni 1908.

Da mein Töchterchen Elisabeth mit 2*/2 Jahren zwar im allgemeinen gut entwickelt war, ihm aber die rechte Widerstands- fähigkeit fehlte, so daß ich es vor allem Möglichen in Acht nehmen mußte, lien ich es zur allgemeinen Krä'lignng Scotts Emulsion nehmen, lieber den Enolg und die großen Fortschritte in der Entwickelung des Kindes, die schon nach Verbrauch weniger Flaschen zu Tage traten, war selbst unser Arzt erstaunt. Tas Aussehen des Kindes ist ein blühendes geworden, der Appetit vorzüglich, und die schon von Natur anigeiveckte Kleine zeigt seit kurzer Zeit eine solch ausgelassene Fröhlichkeit und Munterkeit, daß ich darübet ganz im Glücke bin. Tie Empfindlichkeit ist geschwunden, die Kleine schickst feft und gesund und hat einen fräftigen Körperbau bekommen." (gez.) Anna Müller Als rasch und sicher wirkendes Stärkungs­mittel hat sich Scotts Emulsion auch in diesem Falle wieder bewährt; dazu trägt in erster Linie ihre Zusammensetzung bei; die allerbesten

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