Donnerstag 31. März 1910
160. Jahrgang
Nr. 74
Zweites Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag?.
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eifrig ba§ Wort redet in der Besorgnis, die Anhänger der! und ans chlag gebend Werben sollte. »;\v .s iid: aber in We >isaleit-Rtetnlanb
nationalliberalen Partei würden für die Preisgabe der
Sollte sich ergeben, daß die Bezirksdrittelung
des Flußes. Liberische Truppen hatten sich wieder in der Nähe
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erörtert. Dabei treten einige neue, interessante 6)e,ichts- puntte zutage, von denen wir Notiz nehmen müssen. Während S .23. die nationalliberale „M a g d "e b n r g i s ch e Z t g." einer Verslänlizung z .ishen Nation l b.ra en und K -i f ? bi i en
hatten sich an der Mündung eines kleinen Flusses ein Fort geb au, und von dort aus feuerten sie auf alle Boote, die auf dem Fluß herunter kamen und ebenso aus die deutschen, französischen und englischen Nieder-
Beginn der Herrenhausverhandlungen benutzt, um das für die Beratung dieses im Augenblick wichtigsten Punktes der
pclitifcbc Lagos,cyau.
Die 3»fuiift der preuhischen Wahlrechttvorlcige.
Bon den Blättern aller Parteien wird die bevorstehende Entscheidung in der preußischen Wahlrechts rage eingehend
Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Die „Gtehener Kamiltendlätter" werden dem „Anzeiger^ viermal wöchentlich beigclegt, da? „Hrefsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Vie Kriegsftidd auf der Elfenbeinküste.
lieber die ernsten Eingeborenenunruhen an der französischen Elfenbeinküste, durch die, wie wir bereits meldeten, alle europäischen Niederlassungen bedroht werden, kommen, uns aus London noch bemerkenswerte Einzelheiten zu:
£ London, 29. März.
Heber die Verhältnisse an der französischen Elfenbeinküste hat der 'Dampfer Salaga der Elder Dernvster Linie, der soeben in Liverpool ankam, feine erfreulichen Nachrichten mitgebracht. Der Dampfer verließ Kap Palmas in Liberia am 9. März. Mehrere Europäer wollten dort an Bord des Dampfers gehen, und als sie in Booten von der Küste abfuhren, wurden sie von den Eingeborenen beschossen. Sie erreichten aber alle glücklich das Schiff. Die feindlichen Eingeborenen gehören zu einem Stamm, der mit der Republik Liberia in Krieg und Feindschaft lebt. Diese Wilden
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:^S112. Tel.-Adru Anzeig erGießen.
Die Großindustrie ist gegen jede Wahlrefvrm, und and; weit größere Kreise des städtischen liberalen Bürger- mms, als bisher angenommen wurde, lehnen sie rundweg ab. Cs wäre deshalb auch kein Unglück, wenn in der Frage der Trst- ttlung ein Einverständnis zurzeit nicht erzielt und die Wahlrefvrm überhaupt auf ruhigere Zeiten verschoben werden sollte."
Gießener Anzeiger
Eeneral-Anzeiger für Gberheffen
Aus Darmstadt wird uns unterm 30. März geschrieben: Ausstellung des Deutschen
Künstlerbundes Darmstadt 1910. Die unter dem Ehrenschutz des Großherzogs ftattfinbenbe Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes wird am 12. Mai im Alten Palais eröffnet und am 16. Oktober geschlossen werden. Der Ausstellung wird von den Künstlern ein reges Interesse entgegengebracht; täglich gehen Anmeldungen ein. Die Lieferung der Werke beginnt am 1. April; die Jury wird am 21., 22. und 23. April zusammentreten. Zu Mitgliedern der Jury find die Herren Adolf Beyer, Prof. Carlos Grethe, Prof. H. Hahn, Prof. Graf v. Kalkreuth, Prof. Geheimrat Dr. Max Klinger, Prof. Geheimrat G. Kuehl, Prost Max Liebermann, Prof. Max Slevoat, Karl Moll, Prof. Hans Olde, Prof. Chr. Rohlfs, Prof. Wilh. Trübner, Prof. L. Tuaillon, Prof. D. Fritz v. Uhde (Frhr. v. Habermann). Das Ausstellungsplakat ist von Prof. Kleukens entworfen; es zeigt eine auf einem laufenden Pfau knieende Elfe. Das Verzeichnis wird Handzeichnungen, Wiedergaben von ausgestellten Werken enthalten. Die Handzeichnungen rühren von Hans Thoma, L. o. Hofmann, Wilh. Trübner, Max Liebermann, Graf Kalckreuth, Max Slevogt u. a. her.
— Ein Kampf um das Goethemanuskript. Ein Mtarbester des B. T. hatte eine Unterredung mit Professor Billeter, der die Handschrift des Goetheschen „Ur-Meister" auf- gesunden hat. Danach wurde mit der Firma Diederichs in Berlin vor einigen Tagen ein Vertrag rechtsgültig abgeschlossen, wonach Diederichs heute alleiniger 23esitzer des Erstveröfsent- lichungs rechts ist. Diederichs erwarb dieses Recht für achtzehntausend Franks. Gewisse Urheberrechtliche Fragen, über welche die Professoren M i 11 e l st a e d t und Kohler Gutachten abzugeben haben, bilden noch ein Hemmnis für den Beginn der Drucklegung. Von diesen Fragen ist bis jetzt nur die eine definitiv geklärt, batz nämlich der Manuskripteigentümer Dr. Denzler
in Zürich sowie der Erwerber des Erstveröffentlichungsrechtesi Dieterichs keinen Schutz vor Nachdruck genießen, nachdem die erste Veröffentlichung erfolgt* sein wird. Professor Billeter sagt ferner, die erste Veröffentlichung erfolge keinesfalls vor Oktober. Von der Handschrift sind bereits zwei Abschriften angefertigt worden. Um die Originalhanbschrist bewirbt iick) die Züricher Stadtbibliothek. Proses'vr Billeter betreibt jedoch mit allem Eifer die Auflieferung an das Weimarer Goethearchiv. Diese Frage ist jedoch nod) unentschieden.
— Der Tod des Kapellmeisters Edouard Co-? tonne wird sicher weit über die Grenzen Frankreichs hinaus als ein herber Verlust für die klassische Musik empfunden werden. Allerdings war man auf den betrübenden Ausgang des reichen Lebens Jules Judas, wie der große Orchesterleiter mit feinem wahren Namen hieß, seit geraumer Zeit gefaßt, da der 72 jährige schon Monate an einer schweren Krankheit in seinem Pariser Heime barnieberLgg. Seine Laufbahn enthält, das faitn man sagen, die wichtigsten Daten für die Entwicklung der klassischen Konzerte in Frankreich. Der aus Bordeaux gebürtige Musikenthusiast machte seine Studien im Konservatorium von Paris, errang dort große Preise, wurde zum ersten Geiger an die Oper berufen, blieb aber nicht lange, sondern schuf das (üoncert National, das kurz daraus die Association Arttstique wurde und mit den Konzerten Pasdoloup in scharfen Wettbewerb trat. Die Colonne-Kvnzerte wurden bald berühmt und find unverändert neben denen Lamoureux' und seines Schwiegersohnes Chevillard's, sowie denen des Konservatoriums die Pflegestätten der edelsten Harmonie geblieben. — Zu der Wagner-Verbreitung in Frankreich hat Colonne auch sein Teil beigetragen, aber sein Haupttuhm besteht entschieden in der Ehrenrettung Berlioz' in seinem eigenen Vaterlande, in dem der große Musiker so schnöde verkannt wurde. Der letzte große Erfolg Eolonne's war die Ausführung der Bühnenmusik für Rens Fauchois' „Beethoven" im Odeon, in der die bedeutendsten unbf schönsten Motive der Symphonien und Ouvertüren des Tondichters vereinigt sind.
— Die Haddock-Violin en-Sammlung, die in Musikkreisen für eine der schönsten Violinsamrnlungen im Privat- besitz gilt, wird demnächst versteigert werden. Die Sammlung wurde von dem verstorbenen George Haddock begonnen, der sie seinen Söhnen Edgar und S. P. Haddock in Leeds hinterließ. In. der Sammlung befindet sich die „Kaiser Stradivarius"-Violine, die Joachim als die schönste Violine bezeichnete, die er je ge'ehen habe. Diese Geige soll einen Wert von 200 000 Mark besitzen. Eine andere Perle der Sammlung ist die unter dem Namen „Drummond Amati" bekannte Geige, die die Jahreszahl 1615 trägt. Eine andere Amati ist vom Jahre 1648. Außer den Stradivari und Amati enthält die Sammlung noch vier schöne Guarnerii und Geigen von Angerius, Gagliano, Guadagnini, Jacob Steiner und Lupot. Ferner enthält sie Bogen von Frantzoie Tourse, Lupot, Voirin und bekannter englischer (Geigenbauer;
würde, so seien Mittel und Wege zur Abhilfe zu finden. Der Artikel schließt mit folgenden Bemerkungen:
„Ein gangbarer'Jö eg könnte gefüllten werden, wenn das Auftücken in eine höhere Abteilung von einer bestimmten Steuer fei ftung abhängig gemacht würde. Schon jetzt werden alle Woher, die nidjt zu einer Steuer veranlagt sind, der dritten Abteilung überwiesen. Man wird noch einen Schritt weiter gehen können und für das Auftücken in die zweite Abteilung ein steuerpflichtiges Einkommen ton etwa 1500 Mark und in die erste Abteilung von etwa 2400 Mark zugrunde legen, und demgemäß unter Berücksichtigung der Ergebnifie der letzten Wahl- ftatigit eine Ce amtsteuer le istung von etwa 50 Mark für ein Aufrücken in die zweite und von etwa 100 Mark in die erssk? Abteilung verlangen Müssen, selbstverständlich nur in den Gemeinden mit mehreren Urwahlbezirken. Em solches Verfahren würde auf der einen Seite den Vorteil haben, daß tee jetzt vor- d an denen großen Verschiedenheiten bei der Trittelung in Ui Wahlbezirken und die darauf auf gebauten Angriffe erheblich abgeschwächt werden. Anderseits würde dadurch un- zweiselhaft eine Stärkung des Mittelstandes insofern herbeigeführt Ivetten, als die gut bezahlten Lohnarbeiter, btc jetzt häufig in die zweite, ja schm in die er'je Aoteil'ung gelangen, teil berechtigten Einfluß d.s Mittelstandes auf das Endergebnis weniger schwächen, als es jetzt ter Fall ist.
leicht bei unten werden müßten.
Auch die konservative „Kreuzztg." beschäftigt sich wieder in interessanter Weise mit der schwerwiegenden Frage. So gibt die „Kreuzztg." eine Zuschrift aus dem Jndustrie- gebiete wieder, in der der Nachweis versucht wird, daß der Einfluß der Drittelung auf das Wahlergebnis vom Zentrum wie von den Nationallibera.en überschätzt werde:
„Es wird -'imäidst auf die Feststellung an kommen, welche Wirkung die Trittelung in den Urwahlbezirken, die 1891 be-
teuttid} btobadften. Ein liberischerKutter, Geschützen an Bord, schoß vom W a i ser aus kortges etzt auf die Rebellen, aber diese ließen nch dadurch offenbar nicht sehr stören, und als der Salaga abfuhr, hatte sich an den Lage nicht viel geändert.
Von ter französischen Elfenbeinküste wurde berichtet, daß zwei der mächtigsten Stämme revoltierten, die Kroos und die sogenannten Appolonischen Fentios, die aus dem Hinterland an die Küste kamen, um die europäischen Niederlassungen anzugretfen Jm ganzen sollen 34 Franzosen getötet worden |etn uno die Leiche eines französischen Kaufmanns wurde v om d c n Eingeborenen gefressen. Von Dakar aus unb 700 M^tn singalesischer Truppen an die Elfenbeinküste beordert worden. Tas englische Kriegsschiff Mutene war in Freetown Harbour, als ter Dampfer Salaga Sierra Leone am 12 März verließ, und es ist wahrscheinlich, daß dieses Kriegsschiff sich nunmehr nach Liberia begeben hat.
Goethe im Urteil einer Zwanzigjährigen.
Im neuesten Heft der preußischen Jahrbücher veröffentlicht Katharina Broicher aus den hinterlassenen Papieren ihres Großvaters, des im Jahre 1865 verstorbenen Hamburger Senators Hieronymus Hudtwalcker, der als junger Jenaer Student haung Gast im Haus-e Goethes war, eine Reihe von Famtltenbrtefen, die sich besonders eingehend über den Verkehr Goethes mit jungen Leuten äußern. Aus diesen Briefen, die aus dem Jahre 1800 stammen, sei einzelnes hier roietergegeben.
Hubtw alcker war durch Goethes Sohn bei ihm eingeführt und machte gleid; nach der Ankunft in Jena dem Dichter seine Aul- toartung. Er schreibt darüber: „Ich suchte ihn gleich am andern Morgen in Jena auf. Er war nicht ganz wohl, aber überaus liebenswürdig und schön. Er pflegte im Frühjahr gern Einige Monate in Jena zuzubringen und besuchte dann viel das ftttom- mannfebe Haus. Ich fand ihn bisweilen sehr still, aber nie stolz ober abstoßeiid, wenn man ihm sich nidjt aufbrangte. Namentlich befaßte er sich gerne mit jungen Leuten, wenn sie bescheiden waren Im botanischeii Garten, wo er fast täglich >parieren ging, unterhielt er sich lange1 mit meinen aus Göttingen etngetrof- ^nen Freunden unb mir, auch über vaterländische Angelegen- h^An seine Mutter schrieb er um diese Zeit: „Es vergeht kein Tag, wo ich nicht zu Frommanns gehe, wo Goethe te£ Abends bisweilen ist. Am Sonntag Abend war er von neben bis elf Uhr dort und sprach sehr viel. Und rote crjprW! Bisher habe ich zuweilen geglaubt, man könne ten Menjchm Goethe vom Dichter absonberii, aber nun ist er recht eigentlich auch meinem .Herzen tteuer geworden. Jedermann bildet sich em, wenn er mit N spricht, selbst Goethe zu sein, und fühlt sich unbewußt zu ihn heraufgehoben. Er schätzt Jedes, keimt Jedes beurtheilt.Jedes, was irgend, einen menschlichen G^sk beschäftigen kann. Am mtereti fantcüen ist es, ihn über naturhistorische Gegenstände, besonders über Blumen zu hören. Seine fast kindliche und rührende Zartheit, die seine Le^e? kennen, erscheint hier in einer Liebenswürdigkeit, b!e ton G-dichl erreich-« tarn. Ipricht met großer Le > haftigfett, unb Gries (ber Ueber jeher des 4,orquato ~affo), der ja fo taub ist, daß er feine Worte nicht W, m M er verstehe Viehes bloß durch feine Geberten. Blick ist hinreißend, unb wenn vollends eme Throne '
was ihm im Feurn seiner Begeijterung unb bei 1 einer Isttlichen Reizbarkeit nickst selten begegnet,. h??uKke gewiß jeter J^lglmg ihm um ben Hals fallen unb jedes Mabchm an leine J^rufL
An ben Grafen Baudissin berichtet Hubtwalcker m derselben Zeit: „Kürzlicko war ich mit Goethe in einer großen langweiligen Gesellschaft bei Knebel, wo er nicht viel iprach Dagegen war er zweimal allein bei Frommanns övm Abendessen, uich wa das letzte Mal so liebenswürdig, daß dieser Übend nur ten Donath Werth zu sein scheint, den ick) hier zubringe. Er 'bra^^s^.^^ viel, und auch mit mir, hauptsächlich über naturhistoryche Gegenstände, Ahndungen^ Aberglauben ujw. U. a. sagte er, daß die
tviinig mch 3 r'JJtanoale reruoren! Bei den >pureren Wahlen sind erheblickie Verschiebungen nicht vor gekommen. . . . streitig tm rheinisdj-westfälischen Industriegebiet zwiscken Zentrum unb National liberalen sind überhaupt nur folgende Mandate: Doitmund-»2tad t, j?tzt national liberal, T or imund-Lanb, Bochum, Gelsenkirchen, Mülheim a. Ruhr, jetzt Zentrum. Alle übrigen Mandate sind sicherer Besitz, mag so oder so gedrittelt werten. Möglich ist allerdings, daß in Zukunft bei einer tociterciS 3ntuftrialifierung der eine ober andere Wahlkreis noch stteitig wird, namentiid] wenn die Sozialdemokratie noch weiter erstarken 1 und ausschlaggebend werden sollte. Für ten Augenblick kann es sich aber in Westsalen-Rheinland nur um' 5 Mandate handeln.
Es muß, so-heißt es in der „Kreuzztg." weiter, erwartet
vom Grüninger-DorsgMer Markwald.
Aus Grüningen geht uns folgende Erwiderung auf die veröffentlichte Zuschrift vom Lande zu:
Auf den Artikel im zweiten Blatt des Gießener Anzeigers Nr. 73 vom 30. März d. I. erlaube ich mir zur Klarheit zu erwidern:
Die Grüninger und Dorfgiller Markteilhabcr hatten sich im Jahre 1839 auf Anraten des Herrn Landrats Schenk durch Statut geeinigt, daß der jeweilige Bürgermeister von Grüningen den Vorfttz und der jeweilige Bürgermeister von Dorfgill die Stellvertretung und Kontrolle führen sollten.' Zu weiteren Vorstandsmitgliedern sollten zwei Markteilhaber von Grüningen und ein Markteilhaber von Dorfgill alle drei Jahre gewählt werden. Auf Grund dieses Statuts fanden nun die Wahlen statt und zwar, da die Oberaufsicht dem Großh. Kreisamt zustand, nach den allgemeinen Vorschriften der Landgemeinde-Ordnung mit der Ausnahme^ daß nach Verfügung der Aufsichtsbehörde alle Markteilhaber, auch Frauen (Witwen), Stiftungen, Kirchen und bergt, durch Vollmacht von ihrem Mstimmnngsrecht bei den Wahlen Gebrauch machen konnten (vergl. Versügungen vom 20. Juli 1869, 5. November 1872, 18. März 1881, 28. November 1884 usw.). •
Weiter fanden auf Grund gesetzlicher Vorschrift in den gesetzlichen Rahmen die Betrieb^sregulierungen statt, und die Großh. Oberförstcrei fertigte die jeweiligen Wirtschaftspläne an, woran sich dann die Voranschläge jedes Jahr anschlossen und dem Großh. Kreisamt zur Prüfung und Genehmigung unterbreitet wurden. Nach denselben Regeln der Landgemeinden wurde das R e chn u n gs wesen geleitet, und der Großh. Oberrechnungskammer zur Prüfung und Revision vorgelegt, wobei jedesmal der Bürgermeister von Dorfgill seine Einwilligung zur Gültiglcit der Anweisungen nach gesetzlicher Vorschrift geben mußte.
Es erschernt mir deshalb sonderbar, da ich in dem Artitel- schreiber einen größeren Biarkteilhäber vermute, lucnit dieser schreibt — außer unserm Herrgott — hätten die Führung nur zwei Männer. Nach den obigen Ausführungen sind es doch drei und waren bis 1901 sogar sechs Männer. Würde der Artitelschreiber einmal in die jedes Jahr in fristgerechter Zeit offengetegte Rechnung nebst Urkundenband Einsicht genommen haben, so wäre eine solche falsche Schreibweise unnötig gewesen.
Hierdurch ist bewiesen, daß die technische Führung von der Oberförsterei und die materielle Führung von den beiden Bürgermeistern und den wetteren Vorstandsmitgliedern unter Aufticht des Großh. Kreisamts bis 1901 geführt wurde und von da ab ohne Vorstandsmitglieder.
So ging es, wie erwähnt, bis 1901, wo wiederum die Markvorstandswahl fällig war, und dabei wurde nach den. Gebräuchen wie altersher verfahren.
H e r r e n I) a u f c an das Abgeordnetenhaus zurück käme unb die Fraktionen zu neuen Beschlüssen unb Gruppierungen zwänge.
Im Anschluß daran gibt das Blatt einen Artikel der „Grenzboten" wieder, in welchem die Vermutung ausgesprochen wird, daß die Vorlage in veränderter Gestalt aus dem Herrenhause zurücktommen werde, und in welchem es weiter heißt:
Tiic Frage entsteht nun, was seitens ter Regierung sowohl wie des Herrenhauses geschehen müsse, um die Wahlrechtsvorlagc sv umMgestalt.n, daß ihr bic Frei^nservativen unb National- liberalen zustimmen. Als Basis wird die inbireftc Wahl mit geheimer Stimmabgabe ter Urwähler und die öffentlidje Wahl ter Abgeordneten zu gelten haben. Jede Abweichung von dieser grundsätzlichen Feststellung würde sicher ein Sck/e tern ber Vor- ■Talge herteisühren. Um dem zuzustimmen, verlangen die National- liberalen: ■
1. die Wieterherstellung der Steuerdrtttelung in ten Gemeinden ; 2. die Zulassung ter Auswahl von Wahlmännern in ten Urwahlbezirlen aus dem zugehörigen Landkreise; 3. Befestigung ter Ein- und Zweimännerwahlabteilungen; 4. eine anbeimdtigc Regelung ter Privilegierung von Urwählern: 5. Vermehrung ter Abgeorbnetenzahl in ten größeren Wahlbezirken.
Tie Freilonserrativen machen die Forterung zu 1 zur Voraussetzung ihrer Zustimmung zum Gesetz unb halten im übrigen die anderweitige Regelung ber übrigen Punkte zum Teil für wünschenswert.
Dazu macht die^Mtn. Ztg." folgende Bemerkungen:
Tieje Forterungen der 9tatiünallioeralen gehen in einigen 'Punkten über bas in Magkeourg Geforderte hinaus; ferner stellen sie noch einmal grundsätzlick; bas in ten Vordergrund, was in ten Kämpfen um die Vorlage -arg vernachlässigt worden war: die Vermehrung ber Abgeordneten;aht in den benachteiligten Wahlbezirken ; 'direkte Wahl freilich wird nicht gefordert. Die Frage würde tarnt .tftio p» zu stallen feint ob die direkte Wahl jo schwer wiegt, daß dagegen die übrigen fünf Forterungen, von ten.n jede einzelne eine Verbesserung des Wahlrechts will, zu
lange bezweifelte Sage vom Heerwurm sich neuerlich bewährt habe, intern ber Herzog von Weimar unb ber alte Hojrath Stark einen solchen bei Wilhelmsthal unweit Eisenach im Walte gefunden. Er hat die Länge einer Elle ober eines Fußes, dies weiß ich nicht gewiß, gehabt, und besteht aller Wahrscheinlichkest nach aus einem ungeheuren Raupennest in Gestalt einer Schlange: die Bewegungen unb Anstrengungen ber einzelnen Raupen wälzen bas Ganze wellenförmig langsam'fort, wie eine Schlange. In alten Ehroniken kommt er in einer Länge von zwei bis drei Ellen vor u"b sollte Krieg bedeuten. Warum der Herzog und Stark ihn i icht genauer haben untersuchen können, weiß ich nicht... lieber Blumen solltest Du Goethe einmal reden hören, roie eine Jungfrau zart unb innig unb begeistert wie eine Brahmine."
Freude an Reich unb Staat auf die Tauer an Parteiversamnt- I? 't?»1 Cd occ •'
hingen und dem Vereinsleben kein Genüge finden, schreibt werden, datz die S t a a^t s r: e g i e tug। bte: fß ) ö die aleichs-llr nattonallifcerale „Köln. Zig.": »-«'«n der tzerrenhm»sverhandlungen benutzt, um das für
Tie Fraktion hat allen Grund, ben Vorwurf ber Schwächlich- -------..o . r.„/4r4Y',A ,o • f ...
feit unb d.s ung.v,1.-? tfertigten Nachgevens zu 'cheuen; ein solcher Vorlage erforderliche einwandfreie statilti^che . caterjal KU Vorwurf loürte aber ' rrnehmlich laut unb mit Berechtigung er- beschaffen. Sollte sich ergeben, daß die Bezirtsbrittelung hoben werten, wenn die Fraktion nachträglich, mit kleinen Ge- zusammen mit der Maximierung demokratisierend wirken schenken bestochen, auf den Boten ter Kompromißparteien träte. - - . - ‘ "" .««*.<•« £-
Anders aber lägen die Tinge — und diese beinahe mit Sicherheit kommende Möglichkeit wirb bei der Beurteilung ter Haltung der Fraktion beharrlich übersehen —, wenn Die Vorlage in einer wesentlich veränderten Gestalt ans dem
Wirrung uvu striiicrung in utn un iw«, vu- 1 <. A < ■■ ■ 7 < 3 ..; \ r X 7-
schossen, zum ersten Male 1893 in Kraft getreten ist, auf bte la Hungen unb Lagerhäuser auf der gegenüberliegenden Sette Zusammenfttzung des Abgeordnetenhaufts gehabt hat. Ta er- te?
gibt fick» bezügüich dcs Zentrums solgentes: es sind gewählt 1888 ber englischen Niederlassungen sestge.etzt unb zwifchen 98 1893 95, 1898 100, 1903 96, 1908 104 Zentrumsabgeorbnete. biesen und ben Wtlben wurde em ständiges Feuer unter- Im Jahre 1893 hat * bas Zentrum bei ter jetzt gültigen Trit- halten. Man konnte ben Kampf von dem Teck des Dampfers aus


