Ausgabe 
31.10.1910 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

Nr. 355

160. Jahrgang

Montag Sl. Oktober 1910

Erscheint tL-Uch mit Ausnahme des Vonnta-S.

A. Kaninchen: 1. Klasse (Belgische Riesen): Ehrenpreis und 1. Adolf Rau-Dieseck, 2. Jak. Roth-Trohe,

und Viertelshausen - Klein-Linden:

,Der

2. Klasse

(Silber): Wieseck und

Heinrich W e l l e r - Wieseck. teilung folgendes Ergebnis:

Diefcfttitt ZmnMeadlStter" werd« bem , Anzeigeick viermal wöchentlich beigelegt, boS Kreisblatt fSr den Kreis Siehrn" zweimal w-chentlich. Die ^Laadwirtschastlich« Sett- ftegfl41 erschein« monatlich zweimal.

politische Lagesschar».

Dem oerftorbeueu Reichsbankpräftdeut Dr. Koch lu-ibmct im Novemberheft der Halbmonatsschrift

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:«« 112. Tell-AdraAnzeigevGießen.

Rotationsdruck und vertag der BrühNsche« Universitäts-Buch» und Steindruckerei. «.Lange, Gießen.

3. Pannecke-Klein-Linden

Aus dem Strafprozehausschuh.

:: Berlin, 29. DU

Der Strafprozeßausschuß erledigte heute zunächst die zweite Lesung des ersten Buches der Strafprozeßordnung, das die all­gemeinen Vorschriften gibt. Hier gab es nur noch beim § 147 wesentliche Meinungsverschiedenheiten über die Frage, welche Akten" der Verteidiger einsehen darf. In der Vorlage heißt esgerichtliche Akten". Stall dessen wurde benantragt zu sagen die dem Rickster vorliegenden Akten". Dies wurde schließlich in der Beschränkung angenommen, daß dem Paragraphen hinzu- gefügt würde:Sobald der Antrag auf Eröffnung des Haupt- versahrens gestellt ist, darf dem Verteidiger die Einsicht aller dem Gericht vorgelegten Akten nicht versagt werden."

Das -weite Buch'regelt das Verfahren in erster In­stanz. Hier war zunächst der in der ersten Lesung eingefügte 8 lööa umstritten, wonach mit Zustimmung des zuständigen Ge­richts die Staatsanwaltschaft bei Übertretungen von der Er­hebung der Klage absehen kann, wenn die Verfolgung des Ver­dächtigen durch das öffentliche Interesse oder wegen Gcrrng- fügigkeit der Verfolgung nicht geboten erscheint. Es liegen An- träge vor auf Streichung des ganzen Paragrapbm, sodann aus Streichung des Erfordernisses der Zustimmung des Gerichts, und von anderer Seite auf Streichung der Voraussetzung des öffentlichen Interesses. Die Abstimmung erfolgt erst in der nächsten Sitzung am Mittwoch nachmittag.

Deutsche Kolonien.

Bestimmungen über Annahme von Land­messern im Kolonialdienst, lieber die Annahme von Landmessern zum Dienst in den afrikanischen und Südseeschutz­gebieten sind, wie uns mitgeteilt wird, Bestimmungen erlassen worden, aus denen folgende hervorzuheben sind: Ter Ent­sendung in die Schutzgebiete gehen im allgemeinen eine Be­schäftigung im Reichskolonialamt voraus, während welcher die Beamten im allgemeinen mindestens 2400 Mark Jahresremuneration erhalten. Sie müssen sich, sosern sie neben ihrer Beschäftigung im Reichskolonialamt am Seminar für orientalische Sprachen in Berlin für den Dienst in Deutschostafrika aus Kosten des Reichölolonialamts sprachlich vorgebildet werden, zur Ab­leistung zweier Dienslpechoden in Deutschostafrika, im übrigen zur Ableistung einer Tienstperiode verpflichten. Die Ver- pslichtungsperioden betrage» zurzett für Kamerun und Togo

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Staatsbürger" Prof. Dr. jur. et phil. M Biermer in Gießen einen Artikel, dem wir folgende Stellen ent­nehmen:

Koch war der Staatsmann, der die deutsche Goldwäh­rung in dem erbitterten jahrzehntelangen Währung stampfe vor allen Anstürmen zu schützen und zu bewahren verstanden hat. Die Reichsbank war unter ihm der Hort der Goldwährung ge­worden. Es mag unsagbare Mühen und Kämpfe gekostet haben, die zahllosen Widersacher im Zaum zu halten und die manchmal schwankend gewordene Reickjsregierung immer aufs neue zu festigen. Wissen wir doch, daß selbst der erste Reichst) ankpräfident, von Dechend, zeitweilig geneigt war, dem Bimetallismus Zugeständ­nisse zu machen. Es ist mehr als wahrscheinlich, wenn auch nicht mehr sicher festzustellen, daß sogar Fürst Bismarck, als er die Wendung in der deutschen Wirtschaftspolitik durchführre, an den Segnungen der Währungspolitik irre geworden ist. Die land- wirtschattlichen Interessenten waren ausnahmslos Gegner der neuen Gesetzgebung, Viele Großindustrielle waren ähnlich ge­stimmt.

Hand in Hand mit dem BimetallismuS, der später wie eine schillernde Seifenblase -erplatzt ist, ging die rücksichtslose Agitation zugunsten der Reichsbankverstaatlichung. Daß dieser gefährliche Eonp mißlang, ist das ausschließliche Verdienst des Präsidenten Koch. Ebenso ist fein Werk die großartige Organisation des Rcichs- bankgiroverkehrs, um den uns die ganze rtultiaroelt beneidet. Mehr als ein halbes Menschenalter hat er für ein deutsches Scheckgesetz gekämpft und schließlich es auch durchgesetzt. Hier waren Widerstände in der Bank- und Geschäftswett, die sonst währungs- und bankpolitisch auf Kochs Seite standen, zu brechen, wie auch sonst Koch oft genug den Kampf gegen zwei Fronten aufzunehmen hatte. Unterlegen ist Koch nur einmal, als es zur Börsengesetzgcbung kam. Er leitete zroar selbst die Verhandlungen der Börsenenquete, die die Reichsregierung veranstaltet hat, mit der größten Umsicht und Unparteilichkeit, aber er vermochte es nicht zu verhindern, daß es zu einem Börsengesetz kam, das dem deut­schen Wirtschaftsleben schwere Wunden geschlagen hat. Wir wissen, daß er an dieser verfehlten Legislative durchaus unschuldig war. Wir wissen aber auch, daß er es war, dem die späteren Ab­änderungen der gänzlich mißlungenen Bestrnmnrngen über den Börsenterminhandel in erster Linie zu verdanken sind. Als die Börsennovelle zur Verabschiedung gelangte, war Kcch allerdings nicht mehr im Amt. Er war nach der schweren Krisis von 1907 gegangen. Aber die Novelle reicht in das Jahr 1904 zurück. Damals wurde dem Reichstag zuerst ein Gesetzentwurf vorgelegt, 1906 folgte ein zweiter, und erst der von 1907 drang durch. Es besteht kein Zweifel darüber, daß alle diese Vorlagen ans du Initiative Kochs zurückzuführen sind.

L. Geflügel: L Iunggeflügel: L Hch Schwalb-Trohe, 2. Hch. Schwalb-Trohe, 3. Hch. Wagner-Alten-Buseck, Adolf Rau-Wieseck. Hch. Weller-Wieseck (2) und Hch Bernhardt-Klein- Linden, lob. Aüerkem.ung Gg. Dönges-Kl.-Lindeu und A. Dehnert- Klein-Linden; II. Alt-Geflügel: Staatspreis für Wycm- dottes Hch Weller-Wieseck, lob. Anerkennung Adolf Rau-Wieseck.

C. Geräte und Produkte: 2. für Hasen- und Geflügel­bauten usw. Kaninchenzuchtverein Gießen, A, für Geräte für Geflügelzucht Äug. Lotz-Wieseck.

Revolutionäre Anfänge in Uruguay.

£ London, 30. Okt

Der Korrespondent derTimes" in Monte Video tele­graphiert aus Buenos Aires, daß die Lage in Uruguay sehr bedenklich ist. Die Gegner der Kandidatur Senor Battles ziehen sich zusammen, und der Ausbruch einer Revolution wird befürchtet, er ift bisher nur durch den Mangel an Pferden hin aus geschoben worden. Nichtsdesw- weniger sind die Revolutionäre in Waffen und sammeln )id) an fast allen Grenzen. Die Presse ist unter Zensur. Die Revolutionäre haben die' Telegraphendrähte zerstört, und es ist schwer, Nachrichten zu erhalten. Die Gerüchte von Unruhen und Kämpfen an den Grenzen sind bisher nicht bestätigt, die Eisenbahnzüge kommen entweder verspätet

Storm in der französischen Kammer.

Wie der Ministerpräsident sich selbst ausdrückte, hat die Eösische Kammer tu der Samstag-SitzungunzweifÄ- nner Komödie beigewohnt". Sachlich haben die Erörte­rn über den Eisenbahnausstand natürlich nichts Neues Kutoge gefördert, aber als Herr Briand sagte, anarchisti­schen «Gefahren müsse er, wenn das Gesetz ihm keine Handhabe gebe, auch gegebenenfalls zu außergesetzlichen Maßregeln [Cordten, da gab es auf den Bänken der Sozialdemokratie einen furchbaren tzpektakel und, viel fehlte nicht, daß ijtnjt handgemein geworden wäre. Brürnd, der frühere Sozialist, der sicher auch heute noch nicht konservativ denkt, ist heute hei sänen früheren Genossen weit verhaßter als es irgend chtReaktionär" sein kann. Die Kabinetts krisis scheint Überwunden zu sein. Wir erhielten folgende Berichte:

Pa ris, 29. Okt. Die Kammer setzte heute nachmittag hie Besprechung der Anfragen über den Eisenbahnaus- stand fort Willm (Geeinigter Sozialist) sprach sich tadelnd aus, daß dieverhaftetenMitgliederdesStreik- komitees noch nicht verhört wurden, dadurch werde haS Gesetz verletzt Der Justizminister erklärte, alle Ver- basteten (den sich der gegen sie erhobenen Beschuldigungen bewußt Die Verhaftungen säen erfolgt wegen der An­griffe auf Freihett und Arbdt und wegen der Sabotage. Der Untersuchungsrichter zog erst Erkundigungen ein und begann dann die Verhafteten zu verhören. Das Gesetz sei also nicht verletzt worden. (Beisall.)

Im weiteren Verlauf der Sitzung kam es zwischen Rei- nach und mehreren anderen Abgeordneten zu einem Zwi­schen falt Als diese ihm vorwarfen, er erhebe gegen Die Ungesetzlichkeiten, deren Opfer die Eisenbahner geworden seien, feinen Einspruch, erwiderte Reinach, Ungesetzlichkeiten seien nicht erwiesen, er warte auf Beweise. Die Sozialisten antworteten mit dem Ruse: Nieder mit dem Juden! Iaurßs machte eine Anspielung auf den Fall Dreyfus, für den Reinach eingetreten sei und bemerkt: Wir haben keine weiteren Beweise verlangt, um Dreysns aus dem Bggno zu befreien, wir werden ebenso die EisenbahnangestciltLn aus dem Gefängnis befreien. Jcmrös warf in heftigen Worten den Ministern Viviaui, Milleoand und Briand vor, sie hätten früher den nord französischen Arbeitern ver­sprochen, sie wollten mit ihnen für das Recht auf den Aus­stand kämpfen.

Der Ministerpräsident Briand erklärte in seiner Er­widerung von neuem, daß das ganze Kabinett solidarisch sei. Jaurös er Härte erregt: Die Tatsache, daß kapitalistische Mütter dem Ministerpräsidenten ergeben seien, müsse den Rücktritt des Arbeitsministers Biviani herbeiführen. Darauf verlangte Biviani, der mittlerweile im Saale erschienen war, das Wort und erklärte, er habe gestern Jcmrös in den Wandelgängen angel)ört, aber nichts gesagt, was Jaures $n dem Schluß berechtigen könne, er (der Minister) habe ch« zugestimmt. Biviani fuhr fort: Es sei nicht gerecht, den Dlinisterpräsidcnten allein für etnx^ verantwortlich zu smachen, für das das Ministerium solidarisch verantwortlich sei Wenn ich, so fuhr der Minister fort, mit Briand eine iMeinungsverschiedenheit gehabt hätte, so hätte ich sie für mich behalten, weil es Augenblicke gibt, in denen ein Rück­tritt Flucht bedeutet. (Langanhaltender Beifall.)

Kun Schluß der Sitzung kam eSrufurchtbareaLu- multszenen. Briand sagte in seiner Rede, mit welcher er die Angriffe Jcmrös zurückwies: Wenn die Regierung in bem Gesetz nicht das Mittel gefunden hatte, um Herr der Laudesgrenzen und der Etseubahuen zu b6eiben, so hätte sie selbst zu Ungesetzlichkeiten chre Zuflucht genommen. Bei diesen Worten erhob sich auf der äußersten Linken, ins­besondere bei den Sozialisten, ein ohrenbetäubender Sätm. Man ruft: Diktator! Demission! Ver­räter! und schlägt dabei mit den Pultdeckelu den Takt Der sozialistische Abgeordnete Colly wollte sich auf die Tribüne stürzen, um offenkundig Briand tätlich anzu- greifea. Er wurde mit Mühe von Saaldieneru und Kollegen MrückgehaLten. Die Gturmszeue dauerte 40 Mi­nuten, während deren Briand auf der Rednertribüne blieb und für die Stenographen und seine dicht um ihn gescharten Anhänger seine Rede fort setzte, in welcher er sagte: Es ist nicht zweifelhaft, daß die Kam­mer einer Komödie b eiwo Hut, die niemand tau­schen kann. Ich wiederhole, daß die Regierung in der Legali­tät geblieben ist, aber daß eS Fälle gibt, wo es in höherem Interesse notwendig sein kann, zur Illegalität zu greifen. DaS Land, welches in der Gefahr der Anarck)ie schwebte, wird morgen sagen, wer Unrecht gehabt (Lärm auf der äußersten Anken.)

Die Sitzung wurde unter großer Unruhe und großer Aufregung aufgehoben. Morgen nachmittag findet die nächste Sitzung statt zur Beendigung der Aussprache. Briand verließ, umringt von mehreren Ministern und Wgeorüneten, den Saal, da man sichtlich befürchtete, daß einige Sozialisten welche ihn unaufhörlich weiter beschimpften, sich an ihm vergreifen könnten.

An» Stadt nnü Land.

Gießen, 31. Okt. 1910.

DaS städtische Museum für «ölkertundr

ist Sonntag in feiner Neuaufstellung im Philipp-Schlößchen am Landgraf-Philipp-Platz eröffnet worden. Die Verhältnisse brachten es mit sich, daß von eurer offiziellen Feier zurzeit Abstand ge- nonunen werden mußte. Der Besuch war gut. Es ist zu hoffen, daß nach vollendeter Ettkettterung der einzelnen Gegenstände manche Belehrung und Anregung gefunden wird. Dem mchrfack) geäußerten Wunsch nach einem Führer kann eben nicht Folge geleistet werden, da in nächster Zeit toieber reichliche Schenkungen und Neuankäufe, die nicht ohne Erläuterung bleiben dürfen, eingehen. Bei einer Sammlwrg von kaum 2000 Nummern wird man sich natürlich kein abgeschlossenes Bild Über die Kultur der einzelnen Völker machen können. Es entspricht den Foroerungen! der Völkerkunde deren Endzweck ja doch rkulturgeschichte der Menschheit ist den Schwerpunkt ethnographischer Sammlungen auf primitive Rassen zu legen. Zeigt doch die Aebnlichkeit prä­historischer Gegenstände mit solchen heutiger kulturell trefstehender Völker, daß wir es in beiden Fällen mit ähnlichen Leb ans beding- ungen und Lebensgebräuchen zu tun haben. Im Leben der so mit unrecht oftWilde" bezeichneten Bölter erkennen wir Sitten und Gebräuche unserer Vorfahren. So stammt auch im Gießener Museum das meiste von primitiven Völkern uni) manch Werkzeug oder Waffe erinnert an prähistorische Objekte Europas^

Am beften vertreten ist die S ü d s e e, wo Australien dcmt dem leider eben verstorbenen Fveiherrn von Leonhardi, Groß- Karben, eine reiche Ausgeftaltturg erfahren hat. Sehr reich aus- gestalttt ist Neu-Guinea eine erklärliche und häufige Erscheinung in unseren Museen. Die besten Stücke der Samm­lung befinden sich in dieser Abteilung. Wertvolle Ethnographien weisen aber auch die anderen Gebiete auf. Es heißt aber weiter sammeln! Diegewaltigeu Lücken in den Beständen können nur durch eine Opferwilligteit weitester Kreise einigermaßen gefüllt werden. 2000 Nummern bilden wohl eine ethnographische Samm­lung, deren Kuriositäten sich wohl mancher mal an einem ver­regneten Sonntag gerne ansreht, sind aber nicht geeignet, wirk­lich vo l ks b ildend zu jein, geschweige denn wissenschaftlicher Arbeit zu dienen.

Es ist geplant, in den Spalten dieses Blattes einige thv führcnde Artikel über Völkerkunde, deren Ziele und Aufgaben zu geben, um zu einer gedeihlichen Arbeit aller Kreise im Interesse unserer so überaus wichtigen jungen Gründung anzuregen. Es kann viel erreicht werden, ist doch so manches Museum, in dcssar Schrairkfluchteu auch der Kenner sich schwer zurecht findet, vor garnicht so langer Zeit aus ebenso geringen,' ebenso fcnnn einige Taufend Nummern umfassenden Sammlungen entsprungen. Hoffen wir das Best!

Die Besuchszeitar sind auf Mütwoch 35 Uhr (Eintritt M Pfg.) und Sonntag 111 Uhr (Eintritt frei) festgelegt wordar. Es braucht kaum besonders mitgeteill zu werden, daß Schulen nach vorheriger Anmeldurig an das Diuieum, freier Eintritt und Führung gewährt wird. Erwähnt sei, daß sich der Eingang pnj Mmte W $$b&d?en*' ^cht am Landgraf Phll^p-Platz

oder gar nicht an. Die Bevölkerung ist sehr erregt, aber die Regierung trifft energische Maßregeln und schickt Trup­pen an die Platze, wo sie am notwendigsten sind. In Monte Video und verschiedenen anderen Städten sind Nationalisten verhaftet worden. Der Präsident Williman hat den Rück­tritt oes Ministers des Auswärtigen Dr. B a ch e n i ver­langt, well er mit den Revolutionären sympathisiert.

Dr. Bachern ist übrigens schon immer als ein entschie­dener Gegner der Kanbioatur Senor Battles gewesen. Der Korrespondent fügt hinzu, es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß die Regierung dem Volke den unpopulärsten Kandidaten aufzuzwingen suche, den man sich überhaupt nur denken könne, er sei ein ausgesprochener Gegner alles Fortschrittes und der finanziellen Entwickelung des Landes, daher sei die Revolution sehr wohl verständlich.

Buenos Aires, 29. Oft Die argentinischen Blätter legen den Unruhen in Uruguay erhebliche Be­deutung bet Eine revolutionäre Abtellung, die von der brasiliarrischen Grenze kommt und aus 3000 Mann geschätzt wirv, ist in Uruguay eingebrochen und steht im Begriff, die Feindseligkeiten zu beginnen. Andere kleine Gruppen suchen sich mit dieser Kolonne zu vereinigen. Es kam zu verjchiedenen Scharmützeln. Nach der Meunuug politischer Kreise in Uruguay hat die Bewegung lebig lieb den Zweck, die Wahl Batele Aordonez' zum Präsidenten der Republik im Mär^ n. I. zu verhindern.

____(Belgisch-Land): Ehrenpreis Hch Müller- Gießen, lob. Anerkennung Karl Fleischer-Gießen; 3. Klasse

. : i: Ehrenpreis Karl Kaufmann-Gießen; K. Pfeifer- wieseck und Hch. Pjeif-Wieseck, 1. Aua. Rinker-Großen-Linden und K. Pfeifer-Wieseck, 2. Hch Dechert-Alten-Buseck, Hch. Müller- Gießen und Fr. Hartmetz-Alten-Buseck, 3. Joh. Bogel-Gießen, K. Philipp-Steinberg, Gust. Koch-Gießen,^ Wllh. Eisseller-Gießen, lob. Anerkennung Hch Dechert-Alten-Buseck und Gg. Eiff-Stein­berg: 4. K l a s s e (R u s s en): 3. Jak. Roth-Trohe; 5. Klasse (Blak and t an): 2. PH. Faber-Großen-Linden; 6. Klasse (Holländer): Hch Kreiling-Wieseck; 7. Klasse (Hasen- kaninchen): Staatspräs Gustav Koch - Gießen; lobende Anerkennung Ferd. Becker-Wieseck; 8. Klasse (Schlacht­tiere): 1. Gottfried Hofmann-Wieseck, 3. Wllhelm Schäfer- Annerod; 9. Klasse (Jungtiere): 1. Preise: Ad. Rau- Wieseck (2), Ludwig Schäser-Wieseck und Wllhelm Weller-Wieseck, 2. Gg. Döngcs-Wieseck, Phll. Faber-Großen-Linden, Otto Müller- Allendorf a. d. Lahn, 3. Hch. Müller-Gießen, Hch Faber-Großen- Linden, G. Hofmann-Wieseck, Ph. Zimmermann-Großen-Lindeu; 10. Klasse: Verkaufs klasse.

lr/r Jahr, für Ostasrika 2 Jahre und für die übrigen Schutzgebiete 3 Jahre. Für Aus- und Heimreise wird Vergütung gewährt. Das Gesamteinkommen im Schutzgebiet beträgt anfangs mindestens jährlich 6000 Mark und steigt in 6Vi Jahren bis auf 8100 Mark und weiter in 9 Jahren bis auf 9300 Mark. Daneben wird im Schutzgebiete freie Wohnung oder an berat Stelle eine angemessene (Ätfchädigung und, soweit möglich, freie ärztliche Behandlung und bei Ausnahme in Lazarette freie Ver­pflegung gewährt. Sofern freie Stellen vorhanden sind, kann die etatsmäßige Anstellung zu Beginn der zweiten Dienstperiode erfolgen. Bei der Pensionierung steigt das zugrunde zu legende Einkommen in 18 Jahren von 2700 auf 4800 Mark. Die Bewerber müssen möglichst unverheiratete und zwischen 24 und 32 Jahren alt sein, ferner ihrer Mllitärpflich genügt haben oder endgültig von ihr befreit sein. Als Bewerber kommen nur solche in Bett acht, die längere Zeit praktisch tätig gewesen sind und günstige Zeugnisse für ihre Vorbildung aufwasen können.

vezittr-llaninchen- und Seflügel-Aurstellung inwreseck.

O Wieseck, 31. Oft

Der Dank für die Manöverquartiere.

Vom Generalkommando des 18. Armeekorps ist an ba§ hessische Ministerium nachstehendes Dankschreiben er. gangen: »Dem Großh. Mmisterium beehre ich mich fCj)r

In der Gartenhalle des Gastwirts Wilh. Bierau hatte am Samstag und Sonntag der Kaninchen- und Geflügel-Zuchtverein Wieseck und Umgegend die Ausstellung des Bezirks Ober­hessen vom Mitteldeutschen Kaninchen- und Ge­flügelzuchtverband in geschmackvoller Weise eingerichtet. Die Ausstellung war sehr reichlich beschickt, doch war der Besuch infolge des schlechten Wttters nicht sehr stark. Bei der Prämi­ierung wurden u. a. auch zwei Staatspreise ausgegeben und zwar erhielt ihn für Kaninchen Gust. Koch-Gießen, für Geflügel Im übrigen hatte die Preisver-