Der Uaiser in Metz.
Tie entschiedene Haltung des Herrn v. Bechmann-Holl-
den der letzte Fall nahelegt."
Qur Lage in Albanien telegraphiert der Korrespondent der „Times" in Konstantinopel, daß nunmehr dret grotze Ab t eilun gen von Rebellen im ^Jelbc ffegcn. SDic - z. t m , y . . < f. '-1 X 4- trL Ak a r r A t 'R A i fn A
Die Annahme der Wahlrechtrvorlage im preuhijchen Herrenhaus.
Die „Nationalzeitung" sagt:
Tie Frage der Drittelung wird an Wichtigkeit übertroffen durch die geheime und direkte Wahl, auf der die Narionalliüeralen und die Freisinnigen bestehen. Die Spannung ist auch im jetzigen Stadium der Wahlreform noch nicht gewichen, denn niemand wird ernsthaft glauben.
2lus den ReichrtagrauLschüssen.
Berlin, 29. April.
Bei der Beratung des Rcichstagsausschusses für das Wert zuwachs st euergesetz blieb § 55, Befugnisse des Bundes; rates, unverändert. Sodann wird auf den § 20 zurückgegriffen? (Höhe der Steuer.) Es kommt darüber folgender Beschluß zu- ,lande: Die Steuer beträgt 10 Mk. vom Hundert bei einer Äert- steigerung von nicht mehr als 10 vom Hundert des Erwerbspreises, bis 30 Mk. vom Hundert bei einer Wertsteigerung von über 40 vom Hundert des Erwerbspreises. Absatz 2. Der Steuersatz ermäßigt sich für jedes vollendete Jahr der Besitzdauer bis zum 30. Jahre um eins vom Hundert seines Betrages. Dem Er- werbspreise werden für jedes Jahr der Besitzzeit hinzugerechnet 21/2 vom Hundert des Erwerbspreises zuzüglich der in § 10 Ziff. 4 und 5 genannten Aufwendungen, soweit diese Summe den Betrag von 100 Mk. für den Ar nicht übersteigt und ’l.Vu vom Hun dert vom Mehrertrag.
hinzuwirken.
Der Ausstand öer Albanier.
£ London, 28. April.
Herrenhause angenommen ist, für die Zentrumsfraktion des Abgeordnetenhauses unannehmbar. Wir halten uns verpflichtet, dies sofort festzustellen und mit um so größerem Nachdruck zu betonen, als im Herrenhause Stimmen laut geworden sind, die der Erwartung be§to. Hoffnung Ausdruck geben, die Zentrums- fralrion des Abgeordnetenhauses werde sich damit zufrieden geben, das geheime Wahlrecht für die preuß. Landtagswahl erobert zu haben und geneigt Jein, als Gegenkonzession den Antrag Schorlemer gewissermaßen mit in den Kauf zu nehmen. Wir sind überzeugt, daß in der ganzen Zentrumspartei im Lande das „Unannehmbar" ein lautes Echo finden wird.
des Kaligei etzes hat — v-- — . . ■ - ulutl
neben, und es ist trotz der am Dienstag erfolaten Abstirn- .. mung denn doch noch völlig unklar, wie sich j pater dte Vollversammlung zu etwaigen sozialen Festlegungen, über Löhne und Arbeitszeit, stellen wird. Ohne Zweifel wird es bei dieser Gelegenheit noch zu lebhaften und heftigen Auseinandersetzungen kommen. Tas Zenrrum hat bei der Abstimmung im Ausschuß Ävet Gesichter gemacht, cs scheint sich seine bestimmte Stellungnahme für spater Vorbehalten zu wollen. Dem tatenlustigen linken Flügel ist, wie es scheint, zuletzt vom Parreivorstand zum Ruckzug geblasen worden.
Den Herren Spahn und Hertling und noch manch anderem Zentrumsmann scheint die Gesetzgebungsmühle des >wrrn Erzberger allzu rasch und laut zu klappern. 5>er tolonialgewaltige Bolksbote von Buttenhausen hat sich immer mehr zu einem Universalgenie entwickelt. J£r i|t zu eifellos fleißig und begabt, dabei aber auch ein Streber und Draufgänger. Er liebt Enthüllungen und Ueber- Waschungen, und so glanzte er j. S. vor einten. Tagen wieder als Vortämpfer für die staatsrechtliche nelbstandig- ieit des Reichstags im Reichshaushalt. Es mag gerne zugegeben werden -. Erzberger ist einer der fletLigsten Abgeordneten im Reichstage. Wer nur von Zeit zu Zeit sieht man den Mten gern. In eine besondere Erwartung und Spannung hat er das deutsche Volt versetzt, als er es unternahm, dem Staatssekretär Dernburg ins Handwerk zu pfuschen. Wie er 80 Millionen aus den Taschen der Besitzenden in Südwestafrika für das Reich in Anspruch nehmen wollte und gegen die kaufmännische Erfahrung Dernburgs eiferte, erlebte er einen schmerzlichen Schlag. Die Seinen ließen ihm zwar den kriegerischen Bortanz gegen den Partei,ernd von 1907, aber als der Feuerbrand nicht zündete, zog man sich nicht nur von ihm zurück, sondern man überlieferte ihn auch dem Gespött der Zeitungen und Parteien. Erzberger hätte seinen auch von unö mikgeteilten Artikel in der „Germania" nicht zu schreiben brauchen, und man wurde doch gewußt haben, daß die Fraktion in der Tat dem L-ausend- tünstler das Feld zum Vorrücken überlassen hatte, denn deutlicher als der ZeitungSstreir redet die Wstimmung un Ausschuß! Freilich, der Ehrgeizige hat, nur mit allgemeinen! Richtlinien seiner Partei in der Tasche, gleich einen fertigen 80 Millionenantrag ins Reich posaunet! Nun kommt die „Köln. Voltsztg." und erteilt unter Aufzählung eines langen Sündenregisters dem radikalen „Führer" folgende ^ettion.
Wir hegen den dringenden Wunsch, daß die Presse nicht so bald'wieder mit einem Fall Erzberger überrascht werde. Es sind der Fälle nun gerade genug. Herr Erzberger selber scheint leider auch jetzt noch nicht das volle Verständnis sur seinen letzten Fall und alle die Fälle vor und nach dem. 13. Dezember 1000 zu haben. Wenn man im Lande alle Fälle Erzberger der letzten ,üns Jahre einmal ruhig abwägend überlegt, dann wird man wohl darin übereinstimmen, daß sie der Partei nicht zum Nutzen gereicht haben. Möge man nun denken an die Pöptau-Assare des Herrn Erzberger und seine Niederlage bei seinem Zusammenstoß mit Herrn v. Loebell am 4. und 5. März 1907 un Renystag, möge man im Reichstagsbericht nachblättern, wie er damals ---------------3 „
ohne Wissen der Partei im Namen der Fraktion in der Reiä)s- meg h^t ihre Wirkung nicht verfehlt: das Herrenhaus ist am kanzlei operierte, möge man an manche unvorsichtige und un- q^ftrigen Freitag auf die unumgängliche Bedingung — An- überlegte Rede im Lande draußen sich erinnern, oder <nt lern naI)tne des Antrages Schorlemer — eingegangen unö hat die Vorgehen in der Beamtenbesoldungsirage nock> un letzten Jahre, mrghlrechtsvorlaae (siehe unfern Bericht im 2. Blatt) ange- möge man seine Tätigkeit^ ui der Reichs 1 inanzreform mit nicht men Tamit sind Die Aussichten für das Zustandetom- m-nd°s«-»-r wieder b° s ser geworden.,
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Lrzberger mit allen diesen Dingen dem Ansehen der Partei' so wenig wie der Sache selber. Fraktion mid P artest eck ung haben u. E. ein Interesse daran, das; Herr Erzberger nicht als der Führer der Fraktion und der Partei erscheint, sondern innerhalb angemessener Grenzen sich betätigt. Wir erkennen dabei gerne immer wieder das ausgedehnte Wissen und die unermüdliche Arbeitskraft Erzbergers an: aber es fehlt chm das sichere Urteil über die politische Tragweite seines Tuns, es fehlt ihm an politischem Taktgcmhl der eigenen Sache und dem Gegner gegenüber. Ter Außenstehende muß es als einen ungesunden Zustand empfinden, wenn in einer Fraktion von 104 Mitgliedern mit so vielen erfahrenen Parlamentariern fast in jeder Kommission und fast in jeder Plenarsitzung der Name Erzberger genannt wird, nicht bloß einmal, oft ein halbes Dutzendmai als Redner zu Gegenständen, die andere Herren ebenso behandeln könnten. Wer so viel redet, schreibt und treibt, der kann nicht alles mst der gleichen Sorgfalt und Gründlichkeit behandeln, selbst wenn er ein Genie ersten Ranges wäre. Er wird deshalb politische und taktische Fehler begehen, uiü> daraus entstehen bann die Fälle Erzberger. Mögen sie in Zukunft so selten werden wie der Halleysche Komet. Das ist der wohlgemeinte und ernste Wumch,
M eß, 29. April. Der Kaiser hat heute vormittag bic Befestigungen auf dem rechten Moselufer in Begleitung des Chefs des Ingenieur- und Pionierkorps, Generalinspekteurs der Festungen v. Beseler, ferner des kommandierenden Generals v. Prittwitz und Gaffron und des Gouverneurs von Metz, Generalleutnants Mudra besichtigt. Zur Frühstückstafel bei dem Bezirkspräsidenten Grafen Zeppelin-Aschhausen war auch der Wgeordnete Mitglied des Staatsrats de Wendel geladen. Um 3 Uhr 45 Min. besuchten die Majestäten und die Prinzessin mit Gefolge die Kathedrale. Hierauf kehrten sie mit Automobilen nach Urville zurück. Der Statthalter Graf Wedel ist in Begleitung des Wjutanten Majors v. Donop hier eingetroffen und im Grand-Hotel abgestiegen. Heute abend um 8 Uhr beginnt ci-*c größere Truppenübung der Garnison in der Gegend von Amanweiler.
Nr. 100 Erstes Blatt 160. Jahrgang Samstag 3V. April 1S1O
Ter Lietzener Anzeiger ■iwiLir ä Q monatlich?^Ps^viertel-
äsä fl I ä>bX1> O Iz r zl II I llPI äfä« ssviv nv llvi 441 Liv IHV 103 ^ernsprech - Anschlüfie: politischen Teil: August
MZß General-Anzeiger für Oberhessen MM
Rotation$brtt<! und Verlag der vkllhl'schen Univ.-Vuch- and Sttinöruderei H. fange. Redaktion, Expedition und Druckerei - Schulftrahe 7. A^igeni-Ü? H. B--k.
bis vormittags 9 Uhr. 5
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Augenblicke noch aus eine materielle WürdiZUNg der neuen Situation und schreibt nur:
')2ur das eine Moment soll hervorgehoben werden, baß "es Herrn von Berhmann-Hollweg, der seine ganze Persönlichkeit für die,c erhebliche Annäherung an den liberalen Standpunkt ein setzte, zu danken ist, wenn du Vorlage im Herrenhaus nicht scheiterte, sondern in einer immerhin' diskutableren Fassung ait die Zweite Kammer zurückgeht."
Nach der „P o st" wiro es, wenn die Wahirechtsvoriage wieder an das Abgeordnetenhaus zurückgelangt, Ausgabe der freikonscrvativen Fraktion sein, nach bestem Wisien und Können für die Bereinigung einer mog sichst großen Mehrheit auf die Beschlüsse des Hervenhausev
Die heutige Nummer umfahl 16^§eitelU | ~r bereit5 früher einmal gedient; es hat aber nichts
I genutzt. Wir würden auch mehrfach den Erzberger'schen Oolrtriche Wochenschau. Reden etwas anderes vorgezogen haben, MId wenn schon
Gießen 30 April. seine eigenen Parteigenossen so scharf gegen ihn vorgehen, Wiegen, upru. kann man ermessen, welche Stimmungen und Urteile In den Reichstagsausschüssen ist wichtige und in- H ben Trigen Parteien gegen ihn herrschen. Nur die Gunst tereffante Arbeit geleistet worden. Dabei ist es aber Mg- k konservativen verschaffte der jungen Zentrumsgroge lich, ob nicht manche „Entschließung ebenso unter den Tisch I bcr Annahme einer sich auf den Kriegssteuer-Gedanken fallen wird, wie letzthin die Beschlüsse kö Wpruiuna^ auxauenben Entschließung eine bescheidene Genugtuung. Nusschusses. In der Beratung über das Reichswertzuwachs-1 Meister Dernburg, zeige wieder dein Geschick! Die steuergesetz werden die Paragraphen wie im ^uge erledigt, näl|l(id) herzlich unbestimmt. Lb die ko-
unb wenn eS auch bestimmt festsieht, daß diese neue,Honialc Entwickelung in Südwestafrika so weit vorgeschritten begründete Reichssteuer kommen wird, so liegen die Ernzel- . man ^ch öort bic Steuerschraube ansetzen darf, beftunmungen darüber doch noch in unübersehbarer Ferne. nrirb nun fetzten Endes doch der Staatssekretär ent- Wenn wir sonst für rasche Arbeit un Reichstag und Aus- .^^ben. Der Gedanke ist für das steuerlich fo stark aus- schaltuna aller unnützen Zeitvergeudung emgetreten sind, so gepreßte Mutterland gewiß verlockend, allem es geht doch sollte man doch bei so wichtigen Vorlagen wie Zuwachs- '^hf aiIz bcr Kolonie für ihre weitere Entwickelung steuer und Reichsversicherungsordnuna nichts überstürzen. L abzugraben. Zum mindesten werden bei der
In so schwierigen JnteressenverwickeliMgen wird auch den . ^ine 80 Millionen, auch schwerlich
tollkühnsten Abgeordneten hin und wieder ein scheues Zast-I herauskommen. In der gestrigen Vollversammlung dem anivandeln. Im 5Mndumdrehen wird man die Auf- Reichstags hat Herr Dernburg, inoem er dem erneuten, gaben nicht lösen; es gilt vielmehr sorgsamste Abwägung Iunangenehm berührenden Bo Pehen Erzbergers wieder aller Wünsche und Einwendungen, und die zahlreichen Ein- begegnete, keinen Zweifel darüber gelassen, LCLIU11UC11 vvll ....... v.. . ,
gaben der ^ntereifenteiii raerben mdit o^ieer den Gedanlen einer „Kriegssteuer" dauernd ablehnt bcr <gahn und hält Schefket Pascha
in die Versen tun a wandeln dur,en. Auch bei derBeratung schabe, daß die Konservativen, anscheinend mit Rücksicht Prischtina fest. Tie zweite, die aus Auf-
bes Kalige,etzes hat es Ziveisel und schwere Emschluhe ge- . Aentrum, solchen allen konservativen Grundsätzen ^ oer^ ©wjan unb Preschowa zusammengesetzt ist, neben, und es ist trotz der am Dienstag erfolgten Abstim- s ^i^rsprechenden Anträgen Wohlwollen z.llten. Wenn durch bcn Katschanick-Paß besetzt und bedroht die ruck- die gestrigen Beschlüsse des preußischen Herrenha.lfes in der n)brtiflen Verbindungen des Paschas, und die dritte, die Wahlrechtssache jetzt cme neue Revi.ion der Parteistellungen 1$ Kfwniern aus Lyuma und Pritzrend besteht, hall die erfolgen muß, so hoffen wir, daß den Konservatioen vor Don Pritzrend nach Ferisovitch besetzt. Die
dem Geiste Erzbergers denn doch allmählich ein Grauen L ^tbteUung kämpft, wie es scheint, gegenwärtig am anwandeln möchte. Tschernalova-Paß, der sich auch wieder in ben Händen
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Oft es erforderlich und ersprießlich, daß der Kanzler, kaum Albanier haben wahrend der letzten^Tage alle- Zuge ai im Amte dem Lande eine Ser^ai^un9^rerorm üeri;pro^^en geljalten unb bie bann 9efba”9c ßc
x-.Ln tr.' »rrifpr t. mn- Gnadenbeweise erteilt. Das ist, nommen, die tu r tisch en r-fsizierc lj a ul n in kW“ Ä
dem preußischen Wgeordnetenhaus hat sich auch der Reicks- dischen in der ganzen bon Crt ju Crt umb
Laa vergeblich bemüht, ähnlichen Bortommni,sen für die die Revolution predigen. er ganze Tistrikt von Kosowo Zulunst W-i?-lsftei vorzubeugen. Wenn di- Vccluutbarung ist in osl-uem Ausruhr und °°lfftand.g r otiert Sa* “Vtoei Äh P
der Presse, die sich anfänglich zurückhaltend äußerte, ist | Anordnung zu verlas,en und sich ins Gebirge zuruckzuziehen. lebhafter die Meinung kund geworden, daß das Reichs- —
luftschiff alllu sorglos einem bedrohlichen Schicksal preis- gegeben worden ift.-


