Ausgabe 
21.12.1910 Drittes Blatt
 
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Nr. 299

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag».

DieSiefitncr Famlttendlätter" werden dem .Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, da» Kreisblatt für den Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Leit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

drittes via» J60. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Mittwoch, 21. Vezember lW

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäts - Brich- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuld straße 7. Expedition und Verlag: 6L

Redaktion:«-« 113. Tel.-AdruAnzeigerGietzen.

Arbeitsmartt in Hessen u. Heffen-Nassau im Nov. 19(0.

Frankfurt a. M., im Dezember 1910.

Der November zeichnet sich bei normalem Verlauf dadurch aus, daß das Angebot an offenen Stellen zurückgeht und die Nachfrage nach Arbeit stärker wird. Diese Tatsache muß bei der Beurteilung der Lage des Arbeitsmarktes besonders berücksichtigt werden. So ist z. B. in Frankfurt a. M. in der Metall-- i n d u st r i e die Zahl der Arbeitslosen am Ort gegen den Vor­monat gewachsen. Dies hängt damit zusammen, daß bei dem Ausschwung der Metallindustrie der Zuzug im Sommer beson­ders stark war, dieser aber auf die Dauer von der Industrie nicht voll ausgenommen werden konnte. Der Beschäftigungs­grad in der Metallindustrie darf trotzdem als günstig bezeichnet werden. In der Fahrrad- und Automobil industrie arbeiten die Maschinenarbeiter noch mit Nachtschichten. Für die Elektrizitätsindustrie hat die Intensität in einigen Be­trieben nachgelassen, so daß hier und da Leute entlassen worden sind. Auch die Veränderungen in einer großen Elektrizitätssirma haben im geringen Umfange aus den Beschäftigungsgrad eingewirkt. Bei den Bausästossern war der Beschäftigungsgrad günstig zu nennen. Besonders ist zu erwähnen, daß eine größere in Frank­furts Nähe befindliche Konstruktionsfirma einen großen Teil der bei der Städt. Arbeitspenmittlungsstelle in Frankfurt a. M. arbeitsuchenden Bauschlosser aufnehmen konnte. Auch Spengler

Die deutsche Zuckerinüuftrie, die früher vorwiegend auf den Absatz nach dem Auslande angewiesen war, bat seit dem Bestehen der Brüsseler Zucker- konvention ihren Export wesentlich einschränken müssen, dafür aber ihren inländischen Absatz entsprechend vermehrt. Die Zuckerkonvention ist am 1. September 1903 in Kraft getreten. In den drei Kampagnen 1899/19001901/02 hat in Rohzucker berechnet die Ausfuhr im Durchschnitt jährlich 1 112 300 Tonnen, der inländische Verbrauch aber nur 790 353 Tonnen betragen, und in der nächsten Kampagne 1902/03 stellte sich die Ausfuhr auf 1 179120 Tonnen, der inländische Verbrauch auf 811953. Die folgenden drei Kam- pagnen, 1903/041905/06, die also bereits unter der Herr­schaft der Konvention standen, brachte eine entscheidende Wendung: die Ausfuhr fiel auf 928 453 Tonnen, der Ver­brauch im Jnlande stieg aber auf 1 077 270 Tonnen. Wiederum drei Jahre später, in den Kampagnen 1906/07 bis 1908/09, hat sich die Ausfuhr zwar nicht vermindert, fie ist vielmehr auf 967 367 Tonnen durchschnittlich jährlich gestiegen; aber noch mehr hat der inländische Verbrauch zugenommen, der die Höhe von 1 203 178 Tonnen erreichte.

Tie letzte Kampagne (1. September 1909 bis 31. August 1910) brachte nun wieder eine erhebliche Abnahme der Aus­fuhr;'diese hat nur 783 437 Tonnen betragen, wogegen der Absatz im Jnlande auf 1 264182 Tonnen sich erhöhte. Der Gesamtabsatz der deutschen Zuckerindustrie hat sich demnach im letzten Jahre auf 2 047619 Tonnen belaufen, und davon kamen aus das Ausland 38,3 Prozent, aus das Inland aber 61,7 Prozent. In den drei Jahren 1899/19001901/02 hatte sich der Anteil des Auslandes noch auf 58,5 Prozent, bcc deS Inlandes dagegen nur auf 41,5 Prozent gestellt. In der laufenden Kampagne 1910/11 wird vermutlich die Aus­fuhr noch weiter abnehmen, weil sich der wichtigste aus­ländische Markt für deutschen Zucker, England, immer mehr mit Rohrzucker versorgt und daher von Jahr zu Jahr weniger Rübenzucker ausnimmt. Die deutsche Zuckerindustrie wird daher dem inländischen Markte noch größere Aufmerksamkeit zuwenden müßen als bisher. Im letzten Jahre ist zwar der Verbrauch von Zucker in Deutschland den Vorjahren gegen­über im ganzen gestiegen; auf den Kopf der Bevölkerung be­rechnet, war aber der Verbrauch etwas geringer als im Jahre 1908/09. Es kamen 19,53 Kg. auf den Kopf gegen 19,59 Kg. in 1908/09, 19,04 Kg. in 1907/08, 18,72 Kg. in 1906/07 und 18,49 Kg. in 1905/06. Der Verbrauch wäre im letzten Jahre wohl etwas größer gewesen, wenn nicht die Preise un­gewöhnlich hoch gestanden hätten. Die Rohzuckerpreise be­wegten sich stetig aufwärts big zum Mai 1910, wo sie ihren höchsten, selten erreichten Stand von durchschnittlich 31 Mk. erhielten. Sie behaupteten auch weiterhtn beinahe und mit nur geringen Schwankungen diese Höhe. Die Steigerung wurde dadurch hervorgerufen, daß schon zu Anfang deS Betriebsjahres die Zuckerbestände auf dem Weltmärkte ge­ringer waien als in der gleichen Zeit des Vorjahres, die Rübenernte in Deutschland nur eine Mittelernte war und die Erzeugung im übrigen Europa und auf Kuba den Er­wartungen nicht entsprach. Die Spekulation suchte diese Um­stände auSzunutzen und trug mit zu der Haussebewegung und dec Versteifung der Preislage bei. Ein Teil der Fabriken hatte jedoch keinen Nutzen von der Preissteigerung, weil sie ihre Erzeugnisse durch Vorabschlüsse bereits verkauft hatten.

und Installateure konnten untergebracht werden. Dagegen war die Vermittlung der Schmiede geringer. Durch den Konkurs einer Frankfurter Firma wurden 8090 Gießer betroffen, doch fanden auch diese Leute sofort am Platze Unterkommen. Die Nachfrage nach Elektromonteuren war in Frankfurt gering. Das gleiche trifft für die Gelbmetallindustrie, Msendreher, Maschinen­arbeiter, Mechaniker, Heizer und Maschinisten zu. Trotzdem ist die Beschäftigunasmöglichkeit in der Metallindustrie zufrieden­stellend. Die Lohndewegung in der Kartonnagen-Jn- dustrie endete für die Buchbinder und die weiblichen Arbeiter in den Buchbindereien und Buchdruckereien mit der Vereinbarung eines Tarifvertrages, der am 1. Januar in Kraft tritt. Der Geschäftsgang wird als gut bezeichnet. In der Lederindustrie sind die Sattler und Tapezierer geringer beschäftigt als im Vor­monat. Dagegen ist in der Offenbacher Lederindustrie der Be- schästigunasgrad günstig. In der Industrie der Holz- und Schnitzstoffe ist in der Möbelbranche der Beschästigungsarad schlechter geworden. Ebenso wird von Frankfurt a. M. berichtet, daß in den Möbelfabriken zurzeit genügend Vorrat vorhanden sei und keine neuen Bestellungen gemacht würden. Aus Mainz wird berichtet, daß die Lage des Küfergewerbes außerordentlich schlecht sei, da einer großen Anzahl Arbeitsloser fast gar keine Nachfraae gegenüberstehe. Aus der Industrie der N a h r u n g s - und Ge nußmittel erhalten wir aus Mainz die Nachricht, daß der Bierkonsum in Hessen stark zurückgegangen sei. Es ist festgestellt, daß infolge des erheblichen Rückganges des Bierkonsums verschiedene Brauereien mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. In wieweit dieser Rückgang des Bierkonsums auf die Arbeitsver­hältnisse eingewirkt hat, kann von uns noch nicht sestgestellt werden. In der Bekleidungs - und Neinigungsindustrie hielt sich die Vermittlung im Schuhmachergewerbe in der gleichen Höhe wie im Vormonat. Von Mainz wird mitgeteilt, daß in allen Berufen ein Rückgang der offenen Stellen zu verzeichnen sei, mit Ausnahme der Schuhmacher. Wenn im Oktober der Geschäftsgang im Schneidergewerbe nicht besonders günstig war, so ist dasselbe auch vom November zu beruhten. Im Bauge­werbe war die Besänftigung des günstigen Wetters wegen noch gut zu nennen. Mainz berichtet, daß für die Erbauung der Neustadt Mainzer und auswärtige Unternehmer in Bahnhof und Hafen tätig seien. Namentlich handele cs sich um die Herstellung von herrschaftlichen Wohnungen; dadurch wird Gewerbetreibenden und Arbeitern reichlich Beschäftigung geboten. Im Buch­druckergewerbe war die Zahl der Arbeitslosen in Frank­furt a. M. etwas geringer. Am Schlüsse des Monats verblieben 46 Arbeitslose gegen 49 im Vormonat, darunter 25 Setzer und 18 Drucker. Ter Bezirk Frankfurt a. M. verausgabte im No­vember Arbeitslosenunterstützung an 52 Mitglieder für 716 Tage 1556,50 Mk. (im Vorjahre an 81 Mitglieder für 1447 Tage 3174 Mk.) und an Reiseunterstützung an 36 Reisende für 151 Tage 194,50 Mk. (im Vorjahre an 40 Reisende für 168 Tage 205 Mk.). Ter Beschäftigungsgrad für die ungelernten Arbeiter war im November noch nicht so ungünstig, wie er sonst um diese Zeit in früheren Jahren hervortrat. So wird z, B. von Kafsel be­richtet, daß sich allenthalben für Bau- und Erdarbeiten noch reich­lich Gelegenheit bot. Dagegen war es für eine größere Anzahl älterer ^Burschen und Gesichäftsdiener nicht möglich, Arbeit zu finden, da festet Stellungen.fast gar nicht gemeldet waren. Aehnlich lagen Ruch die Verhältnisse fin Frankfurt a. M., wo gegenüber dem Vor­fahre eine größere Anzahl von Stellen besetzt werden konnte. Auch in Wiesbaden waren die Notstandsarbeiten noch nicht be­gonnen. Aus Darmstadt wird dagegen berichtet, daß gewöhn­liche Tagelöhner und Hausburschen gar nicht mehr verlangt wer­den. Au,i« 4 em Gebiet der Lehrlingsvermittlung setzt bei den Arbeitsnachweisen die Nachfrage nach Lehrlingen langsam wieder ein, während das Angebot z. Zt. noch sehr gering ist. Die landw. Vermittlung ist wie stets wahrend der Wintermonate schwach.

Von den Organen des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisver­bandes wurden 7713 Stellen vermittelt ^gegen 10 307 im Vor­monat), darunter: Rüdes heim ,a. Rh. 1, Westerburg 1, Wildungen 3, Eltville 4, Worms (Herberge zur Heimat) 5, Eorbach 6, Mar­burg a. L. 7, Marienberg 7, Fulda 8, Kreuznach (H. z. H.) 8,

Wiesbaden (H. z. H.) 8, Kreuznach 9, Oberlahnstern 11, Wetz­

lar 11, Bildungen (H. z. H.) 11, Biebrich a. Rh. 14, Herborn 15, Fechenheim a. M. 16, Weilburg a. L. 18, Darmstadt (H. z. H. 19,

Bingen 32, Diez 42, G i e ß e n (H. z. H. 45, Mainz (H. z. H.) 48,

Hanau a. M. 50, Gießen 92, Limburg a. L. 94, Frankfurt a. M. (H. z. H.) 181, FÄedberg i. H. 202, Worms 226, Darm­stadt 241, Offenbach a. M. 315, Mainz 414, Wiesbaden 822 Kassel 1205 und Frankfurt a. M. 3522.

Getreide-Wochenbericht

der PreiAberrchtsstelle des Deutschen Landwirt sch aftsrats vom 12. bis 19. Dezember 1910.

Mangel an neuen Anregungen und wohl auch die Nähe der Ferertage gaben den Gelreidchandel im In- und Auslande während der ganzen Berich swioche ein än'-erst ruh ges Gepcäge Tre Unternehmungslust hielt |ici) allgemein in engen Grenzen' nur Frankreich bekundet andauernd Interesse für fremden Weizen und wendet sich in letzter Zeit in stärkerem Maße dem argen* tinischen Angebot zu. Diesem Umstande ist es wohl auch w zuschreiben, daß die südanckrikanffchen Offerten wieder fester las­teten, trotzdem über den Fortgang der Ern e un) die Erdrutsch­ergebnisse günstige Berichte Vorlagen. In Nordamerika hielten stch die Preise im Hinblick auf den unbefriedigenden Saaten­stand. Rußland Ragt über mangelnde Kauflust des Auslandes, ohne aber seine Forderungen zu ermäßigen. In Deutschland brachte die letzte Woche etwas mehr Weizenangebot heraus, aber zum Export oder zu Andienungszwecken geeignete Qualitäten sind keineswegs reichlich vorhanden und finden meist schlank der den Exporteuren Aufnahme. Im LieferungsgesäM wurde infolgedessen wieder mehrfach Dezember gedeckt, so daß die Notiz

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Ter Feiertage wegen erscheint der nächste Wochenbericht am Montag den 2. Januar 1911.

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Weizen 198 ( 4)

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Königsberg Danzig Stettin

Polen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Dresden Rostock Hamburg Ha, mover Düsseldort Frankfurt a.M. Mannheim Straßburg München

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Weltmarktpreise: Weizen : Berlin Dez. 204.00 ( 4- L25) - Mai 202.50 (4-0.75); Budapest April 185.15 (2.80); Paris D«. 224.40 ( 1.25); Liverpool März 156.70 (+ 0.70); Chicago Dez.

140.60 (4- 0.30). Roggen: Berlin Dez. 147.25 ( 0.25), Mai

155.25 (4- 0.25). Haier: Berlin Dez. 145.50 ( 1.00), Mai

153.50 ( 0.50) Mk.

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für diesen Termin um l1/* Mk. anzog, und da für Mai febfr sonderliches Interesse bestand, so erhöhte sich neuerdings das Aufgeld für Dezember. Für Roggen bestand im allge­meinen wenig Unternehmungslust, so daß sich das mäßige A»^ gebot meist nur zu etwas gedrückten Preisen unter6ringelt liest. Andererseits zeigte sich mehr Interesse für russischen Roggen; teilweise wurde im Tausch gegen derartige Erwerbungen Mai- Lieferung abgegeben. Bemerkenswerte Preisschwankirngen im Lie- ferungsgeschäst haben sich nicht ergeben. Im Haferhandel ist die Situation insofern unverändert geblieben, als feine Ware begehrt, das reichliche Angebot von geringeren Qualitäten dagegen schwer zu verkaufen war. Im Lieferungsgeschäft drückten russische Offer­ten, die etwas niedriger lauteten. Die Nachfrage für seine Brau- aerste bleibt bestehen, namentlich in Süddentschland und am Rhein bewilligte man wieder höhere Preise. Futtergerste total vvn Rußland nicht billiger zu kaufen, aber das Inland verhielt sich in den letzten Tagen merklich zurückhaltender. Die Forde­rungen für Mais hielten sich ungefähr auf dem Niveau der Bor­woche; die Kauflust für diesen Artikel ist andauernd gering imb die Umsätze beschränken sich meist nur auf die Deckung deL unmittelbaren Bedarfes.

Das schönste der Feste wird uns verdorben, thU wenn ein Glied der Familie krank, ob. auch nur erfüllet ist, u. doch XXyj lt flerabe der Dezember bet Gesundheit besonders gefähr-- - Uch Man muh also gerade jetzt besonders vorsichtig sein, und das ist man am besten, wenn man Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen als ideales Hausmittel immer zur Hand und im Gebrauch bat. Fays ächte Sodener, die man für 85 Pfg. in einschlägigen Geschästen kaust, versagen nie und für Kinder besonders sind sie ein Segen. (ssy

lNärkte.

Gießen, 20. Dez. Marktbericht. Auf heutigem Äocken- markte kostete: Butter pr. Pid. 1,201.30 Mk^ Hühnereier 1 St. 1011 Big., Enteneier 1 Stück 0 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf., Käsematte pr. St. 56 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 DL, Hübner pr. St. 1,001,60 Mk^ Hahnen pr. Stück 0,801,80 Mk/ Enten pr. St. 1,80-2,20 Mk., Gänse das Pid. 75-85 Pfg_ Ochsen- fielseh pr. Pid. 8492 Pig., Rindfleisch pr. Pfund 8488 Pfg^ Kuäfleisch 70 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 8096 Pfg., Kalb- Üeisch pr. Pfd. 7680 Pfg., Hammelfleisch pr. Pid. 6084 Pfq., Kartoffeln pr, 100 Kg. 7.50 bis 8.00 Dik., Weißkraut das Stück 20 bis 30 Pfg., Zwiebeln per Ztr. 5,006,00 Ml., Milch das L'üer 20 Pfg., Birnen per Ztr. 12-15 Mk., Aepiel per Ztr. 8 bis 12 Mk., Nüsse 100 Stück 5000 Pfg., per Ztr. 000 Mk. Bohnen per Pfd. 0000 Pfg. Marktzeit von 82 Uhr.

Kartoffelmarkt-Bericht vom 10. Dezember 1910. Fried­berg (Hessen): Rote Sorte Mk. 0.00 - 0.00, Maqnum bonum 0.000.00 Bit., weiße runde 0. 00.00 Mk., Gelbfleischige blaue, 0. 000.00, rote 0.000.00, weiße 0.000.00 Mk. Dort­mund: Magnum bonum Dlk. 3.000.00, weiße runde Mk. 2.50 Geldfleischige rote Mk. 3.75. Hagen: Rote Sorten Mk. O.to' Magnum bonum Mk. 0.00-0.00, weiße runde Mk. 0.00, Gelb­fleischige rote Ack. 0.00-0.00, weiße Mk. 0.000.00. Köln: Rote Daber 0.00, and. rote Sorten Mk. 2.450.00, Magnum bonum Mk. 3.100 00, weiße runde Mk. 0.000.00, Gelbfleischlge rote Mk. 0.000.60, weiße Mk. 3.00-0.00. Krefeld: Role Daber Mk. 0.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0 00, Magnum bonum Mk. 2.903.10, Gelbfleischige rote Mk. 2.903.10, werbe runde Mk. 2.90-8.10. Kempen: Rote Daber 0.00-0.00, andere rote Sorten - Mk. 0.00-0.00, Magnum bonum Mk. 8.00, weiße runde Mk. 3.00, Gelbfleischige rote Mk. 3.50. Saffig: Rote Sorten Aik. 0.000.00, Magnum bonum O.0.00, weiße runde 0.00, Gelbflerschige blaue 0.000 00, rote 0.000.00, werbe 0.000.00.' Plaidt: Roie Daber 0.000.00, andere rote Sorten 3.30000, Magnum bonum 3.090.00, weiße runde 3.00-0.00, Gelbfleischige, blaue 0.00-0.00, rote 0.00-0.00 F r a n k f u r t o. M.: Rote Sorten Pik. 0.000.00, 'Magnum bonum 0.000.00, weiße runde 0.00, Gelbflerschige rote Alk. 0.60. (Alles zu 50 Kilo.)

feö stellten sich die Preise h"ir inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr ( +j bezw. Weniger () gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefügt ist, wie folgt:

Roggen

140 ( 143V, (- 144 (

Eine erfolgreiche Behandlung der Tuberkulose.

Es ist eine allgemein anerkannte Erfahrung, daß zur Entfaltiurg her Tuberkelbazillen im menschlichen Körper eine gewrsseDisposition der Befallenen gehört. Die Bazillen müssen einen günstigen Nähr­boden finden, sonst können sie sich nicht entwickeln und es kann auch keine Ansteckmrg erfolgen. Wenn also im Gesamtorganismus eines Tuberkulosekranken Veränderungen herbeigeführt werden können, die einen für die Ernährung der Bazillen weniger oder nicht mehr geeigneten Boden schaffen, so muß damit die Heilung des Erkrankten Land in Hand gehen. In der Tat ist man diesem Ziel jetzt rräher gekommen. Ausgedehnte Untersuchungen, toeldje in Universitäts- uinifen, Krankenhäusern und Sanatorien mit dem in letzter Zeit so viel besprochenen, von Herrn Dr. F e h r l i n in Schaffhausen entdecktenHistosan" gemacht wurden, haben ergeben, daß dieses Mittel eine gründliche Sanierung des Blutes und der Ge­webesäfte bewirkt, wodurch der erkrankte Organismus nach kurzer Zeit in einen Zustand versetzt wird, in welchem dann die Natur eingreifen und die völlige Genesung herbetführen kann. Das Histosan ist in den berühmten Sanatorien von Davos, Arosa, Lehsin, auf dem St. Gotthard-Sanatorium, ferner in Bozen, Meran, Abbazia und in vielen Heilstätten des deut­schen Reiches schon seit geraumer Zeit U erfolgreicher Ver­

wendung, ebenso in Kinderspitälern und Krankenhäusern. Die wohltuende Wirkung dieses Mittels macht sich sehr bald geltend Besonders auffallend ist, wie gut es gegen die Hustenansälle wirkt. Tie Verabreichung von Codein und ähnlichen Narcoticis wird voll- ständtg überflüssig. Das Präparat wird infolgedessen auch bei gewöhnlick^en, nicht tuberkulösen, z. B. bronchitischen Er­krankungen mit großem Erfolg angewandt. Es liegen hier­über ebenfalls ausführliche medizinische Veröffentlichungen vor, so u. a. von der Eisenbahnheilstätte Melsungen bei Cassel, welche berichtet, daß das Histosan bei Erkrankungen der letzteren Art sehr günstig wirke und zwar sowohl auf die sub­jektiven Besckstverden als auf den Krankheitsprozeß selbst. Auch bei Darmtuberkulose (Darmkatarrh), sowie bei Skro­fulose, Knochen- und G e l en k t u b e r ku l o s e sind ver- scknedenerseits überraschende Einwirkungen des Hiftosans beobachtet worden. Bei den letzteren Formen werden solckie tuberkulöse Pro­zesse hauptsächlich günstig beeinflußt, bei denen chirurgische Ein­griffe gemacht wurden.

WoraufberuhtnundieaußerordentlicheWirk- samkeit des Histosans? Es wird Guajaeol zu dessen Herstellung verwendet; der Grund seiner frappant antituberkulösen Wirkung liegt jedock) darin, daß es eine Eiweißverbindung von ähnlichem, Phenol artig em, kompliziertem Aufbau ist, wie die bei der Erzeugung eines Serums entstellenden Antitoxine, denen gegenüber es aber den Vorteil hat, daß eS innerlich angewandt werden kann und daß eS ein stabiler, ukbegrentzt haltbarer Körper

ist, tote er durch bte chemische Formel C72 H109 (C6 H40CH3)3 N1Ä S0S2 repräsentiert wird. Vermöge dieser originellen Konstitution paßt sich das Histosan den natürlichen biochemischen Pressen, die sich in den Zell- und Gewebsflüssigkeiten abspielen, wie fein bisher beranntes Medikament an, es verändert den Nährboden für die Tuberkelbazillen derart, daß die vorhanderren Kolonien darauf nicht gedeihen können, wirkt umstimmend und kräftigend auf bte er­krankten Zellen und daher stimulierend auf den ganzen Oraqnis- muS. xabei hat das Mittel den Vorteil, daß es ohne jede Neben­wirkungen ist und von Kindern wie Erwachsenen allgemein sehr gerne genommen wird.

Natürlich sind jetzt schon sogenannte Ersatz'prodnkte aufgetaucht, welche aber ferne Verbindungen wie Dr. Fehrlin's Histosan, sondern allerband Genttsche sind, vor denen getoamt werden muß, roeil sre.me dieselbe Wirkung wie das Histosan haben können. Das Histosan ist durch das Detttsche Reichspatent Nr. 162656 gesetzlich ae>chützt, während die sogenannten Ersatzprodukte keinen Patent­schutz gemeßen, well sie nur wertlose Nachahmungen von Dr Fedr- lm's Präparat sind. ^,9^

Das Mittel wird hergestellt üt der H i stosan-Fabrik Slng en a. H. Em direkter Verkauf des Histosans an das Privat gubhfum findet ,eckens der Fabrik selbswerständlcch nicht statt Es toftrd v!on den meisten Apotheken vorrätig gehalten bezw' prompt beschafft. Im übrigen versendet die S t a d t a p o t h e kc 1 n ® 1 Men eine Flasche Histosan -um Preise von Mark 3/20 ttartofrei gegen Nachnahme.