Ausgabe 
27.4.1910 Zweites Blatt
 
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schoft nicht zeitlich begrenzt? Man sonne Bergwerksbetricbe nicht zeitlich begrenzen, für die Kolonialgesellschaft ebenso -wenig tote für die anderen Interessenten. Er glaube, daß er altes, was gewünscht sei, in dem neuen Vertrage erfüllt habe.

Ein freisinniger Redner führt aus, in dem ueuen Ver­trage sei das erreicht, was der Ausschuß in leinen Richtlinien vorgeschlagen habe. Das sei das zweifellose Verdienst auch des Reichstags und des Ausschusses. ..Ter Staatssekretär habe die Prüfung zugesagt; man dürfe hoffen, daß noch eunges dadurch verbessert werden könne. Man müsse schon 1911 beginnen, im Etat von Südwestasrika Einnahmen aus direkter Besteuerung für "Deckung der Kosten zu gewinnen. Er sei für die Annahme der ersten konservativen Entschließung, zugleich mit Nr. 3 des freisinnigen Antrages, ebenso mit Nr. 3 des nationalliberalen und freisinnig-konservativen Antrages. Man solle alle diese brauch­baren Punkte zusammen revidieren.

Ein N a t i o n a l l i b c r a l c r betont, daß er gestern sich nur gegen die direkte Besteuerung im Rahmen des Erzberger,chen Antrages ausgesprochen habe, nicht gegen eine solche im all­gemeinen. Auch dieser Redner empfiehlt die gemeinsame Re­daktion der verschiedenen Anträge.

Der Abg. Erzbcrger lZeiftr.) betont, er beruhte den anderen Parteien nicht, daß sie seinem Anträge in den §§11 und 12 nicht sogleich zustimmen wollten. Aber cs sei letzt der Weg klargelegt, toie wir zu einer Ablösung kommen können; das solle doch im Herbst durch ein Gesetz geschehen. Schürf­freiheit müsse vorläufig für die Kolonien bestehen bleiben, weil das Land nur dadurch zu einer geologischen Forschung komme. Der Redner wünscht, daß der Vertrag jetzt nicht abgeschlossen werde. Man solle warten, bis die angekündigte Deputation aus Südwestasrika ankomme. Er empfiehlt aus gewissen Gründen ein neues besonderes Diamanten- bezto. Edelstein-Berggesetz. Das stimme mit dem Gedanken von Nr. 3 des nationalliberal-kon,er- vativen Antrages überein. _ ,

Staatssekretär D er nbur g will der vollen Regelung der Berghoheiten sich nicht entziehen. Ein besonderes Tiamanten- gesetz sei ihm sympathisch. Die vom Zentrumsredner geforderten Klarstellungen werde er veranlassen.

Ein sozialdemokratischer Redner spricht über die Dcckungssrage rücksichtlich der Kriegskosten. Er bezweifle, daß irgendeine Entschließung in dieser Beziehung etwas nütze. Er halte es im Prinzip für möglich, die Deckung wie in der Erzberger,chen Ausarbeitung in den Gesetzentwurf hineinzuarbeiten. Für besser halte er die sozialdemokratische Fassung des § 14.

Abstimmung.

Es kommt zur Abstimmung. Die Anträge Erzberger und Lattmann werden abgelehnt gegen die Stimmen des Zentrums und der Wirtschaftlichen Bereinigung, desgleichen der sozialdemo­kratische Antrag.

Eine Erklärung Teroburgs.

Der Staatssekretär gibt folgende Erklärung ab. Er sagt die vom Zentrum geforderten Gutachten zu; ebenso die Vor­legung einer Denkschrift über die.direkte Besteuerung im Sinne der freisinnigen Forderung; desgleichen die Revision des Berg­gesetzes. Tie Schaffung eines besonderen Edelstein-Berggesetzes sei ihm sympathisch. rr ,

Die Entschließung von Brockhausen betreffend die Erhebung besonderer Kriegssteuern wird angenommen gegen die Stimmen der Frcikonservativen und Nationalliberalen. Die Entschließung der Wirtschaftlichen Bereinigung über die zwingende Mitwirkung des Reichstags und Bundesrats bei der Erteilung von Land- und Bergwerkskorizessionen wird mit 12 gegen 11 Stimmen abgelehnt.

Der Bndgetausschuß übernimmt keine Verantwortung für den Abschluß der Verträge mit der Deutschen Kolonialgesellschast; dies wird ausdrücklich festgestellt.

Die Bittschriften sollen morgen erledigt werden.

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Wetter

§

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genommen.

April

1910

schien. Wie greifender ^cirt war sein Alter; sein Leben und Schaffen ein köstliches belebendes Getränk, nicht nur der nor­wegischen Heimat, sondern der ganzen Welt dargeboten.

rSekamen rote Backen."

Der Grund eines allzu garten Knochenbaues der Kinder und der damit verbundenen Schwie­rigkeit im Erlernen des Gehens ist auf die Kalkarmut der Knochen zurückzuführen. Die fehlenden mineralischen Stoffe müssen dem Körper also in Form eines Kräftigungsmittels zugeführt werden, was am besten durch Scotts Emulsion geschieht. Dank ihrem Gehalt dn solchen Substanzen festigen sich die Knochen rasch, werben stark und widerstandsfähig, während der dem Lebertran eigene hohe Nährwert den Ansatz

Eine neue T a n t e - H a n d s ch r i s t. Die Turiner Stampa bringt die Meldung, daß der italienische Privatgelehrte Dr. Luigi Eappelitti in Padua im Palazzo de la Ragioue Handschriften gesunden habe, die er dem Dichter derGöttlichen Komödie" zuschreibt. Dr. Eappelitti, der in dem zu Anfang des 13. Jahrhunderts erbauten Mtmiztpalgebäude seinen Studien ob­lag, sand in einem Pergamentbunde eine Anzahl Briefe, die nach seiner Ueberzeugung von Tante herrühreu. Sie sind an einen Paduaner Edelmann Francesco di Easamoldo gerichtet, der ein Jugendfreund und Studiengesährte des Tichiers gewesen zu sein scheint. Die Briefe stammen aus verschiedenen Jahren und ihr Inhalt ist geeignet, verschiedene Zeiten in Tantes Leben, die bis­her der Forschung nicht zugänglich gewesen sind, aufzuhellen. So findet sich unter anderem em Bericht aus dem Jahre 1289 über die Schlacht bei Eampaldino, an der Tante feilgenommen hat. Der Brici ist augenscheinlich einige Tage nach dem Kampfe ge­schrieben und berichtet über eine leichte Verwundung, die der Schreiber durch einen Schwerthieb an der linken Schulter emp­fangen hat. Auch ein Brief aus dem folgenden Jahre enthält eine Schilderung der Erstürmung der Festung Eaprona, an der Dante gleichfalls teilnahm. Die Schilderung ist in einem leb­haften, bilderreichen und prachtvollen Stil gehalten, der typische Wendungen von Tantes Stil zeigt. Ein anderer Brief spricht über literarische Pläne und enthält auch ein lyrisches Gedicht, das sich in veränderter Gestalt in der Sammlung von Gedichten Dantes, Jl Eaiizoniere" findet. Auch ein zweites bisher vollkommen un- bekannteS Gedicht enthält der Brief, das von hoher Schönheit ist und wenn es tatsächlich von Taute herrührt zu seinen besten Werken zählen fann. Unterzeichnet sind die Briefe mit einem ein- achenD". Genaue Untersuchungen sind im Gange.

Kurze Nackrichtcn aus Kunft u. Wissenschaft. Das Konzert des Weimarer E. E., Verbandes deutscher Sängerschaften, anläßlich seines dritten Bundesiestes vom 19. bis 21 P?ai in Weimar, wird am 20. Mai im Hostheater stattsinden. Der Reinertrag fließt dem Grundstock für das Wildenbruch- Denkmal zu. Das Konzert wird von ungefähr 600 Studenten aufgeführl. Für bic Festspiele des Deutschen Theaters zu Berlin, die unter Leitung von Professor Max R e l u h a r d t im August und September im 9)1 ü n ch e n e r Künstlertheater statt­finden ist anker den bereits angekündigten Vorstellungen eine Reihe non Lustspielen geplant, die die hauptsächlichsten Werke der Welt­literatur bringen wird.

bis 26. April = + 12,5 6 C.

, 26. = 4- 6,1 °C.

3hit echt mit bujtr SRatübcmßif<^er bem Barcntxe- jetdK« b«6 Ccott- Idjeu $er1et)rtn$I

Höchste Temperatur aut 25.

Niedrigste , , 25.

Niederschlag: 1,5 nun.

Seuche war früher selten, aber gefährlich, beute ist |ie langer, aber gelinder. Das fortgesetzte Durcheinandersluten infolge des Verkehrs, der Märkte usw. erfordert fortgesetzt andere Vorsicht maßregeln. Dies alles führte zu der Viesenchmnovell^ Dtc Ver­handlungen im Reichstag haben gezeigt, daß alle bann einig waren, den deutschen Viehbestand zu schützen, xer schaden ist tatsäeUich ganz außerordentlich, wie dies ,folgende Zahlen 5eigen, die eher zu niedrig als zu hoch gegriffen sind. Es verendeten von 18861907 an Milzbrand 2928 Pferde, 75 986 Rinder, 11 736 Schafe, 1241 Schweine, an Rotz 19 200 Pferde, an Lungen,euche 21 727 Rinder, 427 000 Schafe, an Schweineseuche gingen 4b 1 000 Tiere ein. Es erforderte dies eine Entschädigungssumme von 17 426 842 Mk., Rotz 6 791000 Mk., Lungcnseuche 4 710 000 Mk., insgesamt rund 30 Millionen. Der wirkliche Verlust ist hoher und das Nationalvermögen dürfte einen Verlust von 4050 Millionen Mark erlitten haben. Besonders großen Schaden hat die Maul- und Klauenseuche angerichtet, davon befallen wurden ut obigen 20 Jahren 7,4 Millionen Rinder, 6,2 Mill. Schafe, 2,7 Mill Schweine. Die Maul- und Klauenseuche hat einen schaden von rund einer Milliarde verursacht. Entschieden hat man die Bekämpfung der Seuchen ausgenommen. Preußen ging 1875 voran, 1880 hat das Reich das Gesetz übernommen. Tie Maßnahmen sind verwaltungstechnischer Art, (z. B. Sperren, Verkehrsein- schränkungen), tierzüchterischer Art und veterinar-technncher Art. Durch die Impfungen hat besonders der Schweinerotlaus lerne Gefahr verloren. Tie Stallzucht hat die Tuberkulose viel ver­breitet, allgemein sollte der Weidegang eingefuhrt werden. Brr allen Seuchen ist die Anzeigepflicht eingeführt. Die Maul- und .Äauenseuche ist jetzt ganz eingedämmt und hat nur noch euren Herd in Deutschland Die Tuberkulose richtet großen schaden an Mindestens 20 Prozent Rinder sind mit Tuberkulose be­haftet, die mit bloßen Augen sichtbar ist, bei genauer Unter­suchung steigt der Prozentsatz bis 50 Prozent. Sier hilft Werde­gang, Trennung Zugtiere von krankem Vieh und -Lötung stark tuberkulöser Tiere. Deutschland ist das erste Kulturland, das hier vorgeht. Die Milch ist, für die Nachzucht gefährlich, man nehme nur Milch von geimpften Tieren für Nachzucht und Fütterung der Schweine, die Stände tuberkulöser.Tiere münen desinfiziert werden. Versütterung roher Milch führt zur An­steckung, die Futtermilch von Molkereien sollte man erst kochen. Nur so kann man der Tuberkulose steuern. Der Blick in die Zu­kunft ist nicht trübe, mantf>c Seuchen sind ausgerottet, andere fast beseitigt oder nicht mehr so gefährlich.

Provinzialdirektor Dr. Usinger spricht den Dank der Ver­sammlung aus. Bürgermeister Krämer- Steinbach empfiehlt die Impfung gegen Tuberkulose und Weil- Lang-Göns wünscht bessere Durchführung der Impfung gegen Rotlauf.

kräftigen Fleisches begünstigt.

Ecoil« ckmulfton narb t>en an» aull»ltebttdi IM großen verlaust, ""»««ar nie lofe nach ®eroi<St ober Maß, lenbern nur tn »erftegelten OrlgtMttloi®«" ' »eiten mit unfern Schutzmarke «Atlcher mtt dem Dorfch). Scott u. »mone,

wisses Anschwellen der für ihre Kcmiridaten abgegebenen Stimmen feststellen, so kann doch bei genauem Hinsehen, da bei diesen Angaben nach Belieben alle sozialistischen Stim­men zusammengasaßt werden, kein Fortschritt für sie be­merkt werden. Die Opposition auf der Rechten bleibt^ un­gefähr die gleiche mit der Nuancierung, daß die Progressisten an Terrain verlieren, Nationalisten und Konservative da­gegen etwas gewinnen. Aber bei der überwältigenden Stärke der kompakten republikanischen Mehrheit haben diese Verschiebungen kaum ein Interesse.

Dagegen muß hervorgehoben werden, daß in dieser demokratischen Mehrheit eine kleine Verschie­bung zu Gun st en der gemäßigteren Elemente stattgefunden zu haben scheint, da Radikale und Radikal- Sozialisten einige Sitze an die Linksrepublikaner abgeben müssen. Das wäre aber schließlich, richtig betrachtet, nur ein Triumph der Briandschen Versöhnungs- und Konsoli­dierungspolitik. Ueberhaupt ist der Sieg des Ministeriums unzweifelhaft. Seine Mitglieder, Briand voran, sind ;nit großen Mehrheiten, selbst in den bedroht scheinenden Be­zirken, abgesehen von dem Bautenminister Millerand, gleich im ersten Wahlgange durchgedrungcn und auch die Stellung dieses im 12. Pariser Arrondissement erscheint verhältnis­mäßig günstig, wenn man bedenkt, mit welch heftiger Ge- hässiglert die Gegner von rechts und links dort gegen ihn vorgehen, indem sie alle klerikalen, syndikalistischen und unifizierten Leidenschaften wachrufen. Sehr bezeichnend ist die Zerschmetterung der Widersacher Briands in der Loire, wo sie ihrer Wut durch eine schändliche Brand st if- tunq an der Mairie von Ehambon-Feugerolles und Verwundung von fünf Gendarmen Luft machten. Daß der Unterstaatssekretär Sarraut nur mit 195 Stimmen Mehrheit bei der ersten Abstimmung über den sozialistischen Winzerapostel Dr. Ferroul in Narbonne siegte, muß an­gesichts der Stellung dieses in seiner Stadt, deren Maire er ist, trotzdem noch als großer Erfolg bezeichnet werden.

Von den hervorragenden Vertretern der Demokratie muß der alte Kammerpräsident Brisson in den Rhone­mündungen noch eine Stichwahl bestehen, wie auch früher; es müßte geradezu ein Verrat an der republikanischen Sache von den Unifizierten verübt werden, wenn sein progressisti- scher Widersacher Brion gewählt würde, da Brisson über fünfhundert Stimmen mehr als dieser erhalten hat und außerdem noch gegen zwölfhundert Stimmen eines un- äbhängigen Sozialisten ihm gesichert sind.

An der Ost grenze sind in einem Teile der Bezirke Nationalisten und Progressisten zurückgedrängt worden, haben aber in anderen wieder entsprechende Vorteile er­rungen, so daß der Stand der Dinge ungefähr der gleiche bleibt. Im übrigen sind aber alle hervorragenden Ver­treter der verschiedenen Parteien ohne großen Schaden da­vongekommen, so daß die einzelnen Standpunkte von den­selben Männern wieder vertreten werden, die auch in der vorigen Kammer das Wort zu führen pflegten. Nennen wir da Polletan, Berteaux, Etienne, Doschanel, Ehaumet, Barres, Admiral Bionaims, Denys Eochin, Vaillant, Jüles Guesde. Dagegen muß Jaurss in Earnaux sich einer Stichwahl unterziehen, deren Ausgang aber nicht einen Augenblick zweifelhaft sein kann, da sein Vorsprung ein gewaltiger ist. Auch Dubief und Lafferre, die Führer der sozialistisch-radikalen Partei, müssen noch vierzehn Tage auf die Wiederbestätigung ihres Mandats warten, was der letztere mit großer Ruhe tun kann, der erstere hingegen weniger. .

Am besten resümieren sich vielleicht die Eindrücke und auch die Tatsachen in den Spitzmarken der Wahlbesprech­ungen: Keine deutliche Strömung tritt hervor! Nichts ist geändert! Die Republikaner triumphieren auf's Neue! Demokratischer Sieg! Oppositions-Erfolg! Das Land ist zufrieden! Die Republik im ruhigen Kraftbewußtsein trotzt allen Stürmen! Alle Welt bleibt auf ihrer Position! Wind­stille! Die sozialistischen Massen rücken vor! Mehr für Männer, als für Meinungen, hat die Nation ihr souveränes Recht ausgeübt! Versöhnlichkeit ohne schwächliche Nach­giebigkeit ist die Losung! Kurz-, allgemein ist der Ein­druck, daß es im alten Gleise ohne Erschütterungen weiter gehen wird.

Feix, 26. April. Delcass6 wurde für gewählt erklärt, da er eine absolute Mehrheit von 167 Stimmen erhalten hat. Die Parteigegner protestieren gegen die Wahl, weil an verschiedenen Orten des Wahlkreises Stimmzettel entwendet und verbrannt «worden sind. Der Wahlprüfungs- aussümß entscheidet übermorgen.

Berlin, Ratiborstr. 19/V. links, 21. Oktober 1908.

Es ist mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen für Ihre vorzügliche Scotts Emulsion meine ganze Anerkennung auszufprechen, denn nur durch Scotts Emulsion sind meine Kinder das geworden, was sie jetzt sind. Franz und Frieda waren sehr zart, znnial das Mäd­chen, das lange nicht stehen, geschweige denn gehen konnte. Der Zustand der beiden Kinder hat mir große Sorgen gemacht, und Sie können gewiß meine Freude begreifen, als ich schon nach der ersten Flasche bemerken konnte, wie der Appetit der Kinder zunahm, sie ansingen, rote Backen zu bekommen, und wie das ganze Aus­sehen ein besseres wurde. Jetzt läuft das Mädel von Tag zu Tag mehr, und sie weiß ganz genau, wann sie Scotts Emulsion ein- nehmen muß, denn sie kommt jedesmal nach dem Essen mit dem Löffel in der Hand und sagt: »Frieda will was haben." Sie und ihr Brüderchen haben Scotts Emulsion von Anfang an sehr gerne

i (gez.) Frau Piotrowitz-

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Die Wahlen in Frankreich.

Ö Paris, 26. April.

Die Wahlergebnisse und Wahlzwischenfälle haben den Voraussetzungen gemäß wenig Ueberraschungen gebracht. Bis zum Schlüsse sind die Leidenschaften, soweit sie über­haupt zum Ausdruck kamen, auf ganz geringe Kreise be­schränkt geblieben und schon die Tatsache, datz die Massen in Paris viel weniger dicht als bei den früheren Volks­abstimmungen die Redaktionslokale umlagerten, von denen uns die Wahlresultate durch Transparente verkündet wur­den, legt Beweis dafür ab, daß die Gleichgültigkeit durch keine Aufreizungen erschüttert werden tonnte. Von den Repu­blikanern wird diese Entscheidung selbstverständlich und auch logisch als Vertrauen auf die Festigkeit der demokratischen Einrichtungen ausgelegt, von der Opposition dagegen als Anzeichen einer dumpfen Apathie, die Stürme für die Zu­kunft verheißen. Bei der Lage der Tinge muß in erster Linie hervorgehoben werden, daß die revolutionären Auf­rufe zur Wahlenthaltung recht wenig Erfolg hatten, da die Beteiligung durchaus normal, geblieben ist. J'm Zu­sammenhänge damit steht die Erfolglosigkeit der Versuche der unifizierten und revolutionären Sozialisten, in die republitanische Mehrheit eine Bresche zu legen. May auch dieHumanite" mit Vergewaltigung der Ziffern ein ge-

Lan-w. Vezickrverein für den Kreis Gießen.

x Gießen, 27. April.

Im Easö Ebel tagte gestern der lanbtp. BezirkLverein unter Leitung des zweiten Vorsitzenden Oekonomierat Hoffmann von Hof-Gill. Dieser begrüßte besonders den KreiSamtmann Langer- mann und den Vertreter des landw. Instituts an der Landes­universität, Professor Gisevius. Er bedauert sodann das Scheiden des seitherigen 1. Vorsitzenden Geheimerat Dr. Breidert, an dem der Verein und die Landwirtschaft des Kreises viel verloren habe. Hat ihm doch der Kreis mehrere Einrichtungen zu verdanken, z. B. die Ackerbauschule zu Lich, die beiden Wander-Haushaltungsschulen, die Kurse in naturkundlichem Unterricht für Fortbildungsschul­lehrer und die Kreissammelwasenmeisterei. Deshalb hat ihn der Ausschuß des Vereins laut Beschluß vom 11. März zum Ehren­vorsitzenden ernannt und ihm gelegentlich der Abschiedsfeier eine Adresse überreicht. Auf die Einladung zur heutigen Versammlung hatte Geheimerat Dr. Breidert ein Entschuldigungsschreiben ge­sandt, das der 2. Vorsitzende verlas und das mit einem Be­grüßungstelegramm erwidert wurde.

Die Gesamteinnahme betrug 1317,73 Mk., darunter Mitgliederbeiträge 346 Mk., von bat Sparkassen Gießen usw. 59,16 Mk., von der Aachen-Mnchener Feuerversicherung 978 Mk., davon für Bezirksverein Gießen 58,25 Mk. Die Abhaltung von Kursen in naturkundlichem Untcrrickft für Fortbildungsschullehrer erforderte 540 Mk., es nahmen Lehrer aus Kleinlinden, Kessel­bach, Lindenstruth, Hausen und Burkhardsfelden daran teil. Für Haushaltungsunterricht in den zwei Wander schulen wurden rund 300 Mk. ausgcgeben, an den landwirtschaftlichen Provinzial­verein flössen '298,50 Mk. Das Kapitalvermögen beträgt 795,95 Mark.

Der Voranschlag für 1910 zeigt eine Einnahme und Ausgabe von 1103,38 Mk., er wird einstimmig genehmigt. /Die Mitgliederheitväge betragen 790 Mk., an den landwirtschaftlichen Provinzialvcrein gehen 497,50 Mk. Der Reservefonds beträgt 127,88 Mk.

Nach Punkt 3 erfolgte die Vorftandswahl. Als 1. Vorsitzender wurde aut Vorschlag von Weil-Lang-Göns der jetzige Provinzial- bireftor Dr. Usinger einstimmig durch Zuruf gewählt, zum Rechner ebenso Kreisamtsgehilfe Schupp an Stelle des ver­setzten Herrn Weidmann. '5>er neue Vorsitzende dankte für das Vertrauen und hofft, daß es ihm vergönnt fein möge, für die Landwirtschaft gleich Ersprießliches zu leisten wie sein Vorgänger.

Hierauf hielt Kreisveterinärarzt Dr. Knell einen Vortrag über dasAuftreten der Viehseuchen und ihre Be­kämpfung nach dem Reichsviehseuchengesetz". Der Redner führte u. a. aus: Es treten fortgesetzt neue Seuchen auf, ober es zeigen sich doch andere Eharattere der alten Seuchen. Dies erfordert auch neue Maßnahmen. Die Schweinepest oder -Cholera, die aus England und Amerika kam, hat uns schwer geschädigt. !Tie

Vcrmifcbtcs»

* In der Klagesache Karl Mays gegen Lebius ist ein neuer Abschnitt zu verzeichnen. Lebius war, wie neuerdings festgestellt wurde, jahrelang Mitarbeiter an der berüchtigten Bruhn-» scheuWahrheit" und hat schon mehrfach eine seltsame Rolle ge­spielt. Gegen das Urteil des Charlottenburger Schöffengerichtes, das Lebius wegen Wahrung berechtigter Interessen freigei'pr od>en hat ein Urteil, das wir s. Z. «beanstandeten hat May nun Berufung eingelegt und in seiner Eingabe für 31 Behauptungen Beweis verlangt. Nun erhalten wir heute eine Erklärung vmi. Mays geschiedener Fran, die gegen Lebius scharf Stellung nimmt. Sie lautet: >. r ,

Ich höre, daß Rudolf Lebius, der meinen trüberen Männ Karl May einengeborenen Verbrecher" genannt hat, am 12. ds. Mts. vom Schöffengericht Charlottenburg freigesprochen wor­den ist, und zwar meinetwegen, auf Grundberechtigter In­teressen". Ich erkläre hiermit, daß Lebius n i c meine Interessen vertreten hat, sondern nur seine niedrige Rache gegen Karl ÜNay. Und ich höre, daß der betrefsende Richter diesem Lebius das Lob erteilt hat, er habeedel" an mir gehandelt. Tas ist mir rein unerklärlich! Der Richter hat doch den inkriminierten Brief in der Hand gehabt und laut vorgelesen! Da bekennt Lebius doch selbst, daß er mich vollständig ausgebeutet und mich sogar gezwungen hat, meine Juwelen zu versetzen, damit esn a ch a u ß en h i n" denA ns ch e in g ewinn e, daß Karl May, mein gewesenerMann, an diesem Elend schuld sei, welches ich doch keinem An­deren als nur Lebius verdanke!

Ich halte es für meine Pflicht, diese Zeilen an die Oeffent- lichkeit zu richten, vor der sich Lebius nun als Sieger geberdet, der er doch gar nicht ist.

Weimar, den 14. April 1910. gez. Frau Emma Pollmcr."

In einer weiteren Zuschrift sagt dann Fran Pollmer, daß sie von Lebius hiiftergangen worden sei, der sich ihr mit der Miene eines Freundes genaht habe, um siezu seinem gefügigen' Werkzeug" gegen May zu machen. Diestl Erklärung ist um so bedeutungsvoller, als Lebius dadurch« auch nicht mehr einen »Schein vonberechtigten Interessen" wahren kann und sich nun tat* sächlich als das entpuppt, was wir s. Z. ausgesprochen haben.

Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen.

26.

2

739,8

12,5

4,9

45

WSW

6

8

Bem. Himmel

26.

9«

744,0

o,6

6,1

89

WSW

2

0

Klarer Himmel Bew. Himmel

27.

7

748,2

5,3

5,7

86

WSW

4

7