Lamstag Ä8. Mai IS 1V
160. Jahrgang
Viertes Blatt
Nr. 122
Lrlchetnt tSglfch mit Ausnahme deS Sonntags.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
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Die nach- A pp7f a 8ind am Sonntag dem 29. «teilenden Ävl Zilv nur von 1? Uh< mittag« bis 12
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Rotanonsdruck und Verlag der Br Ührchen Unwersiläts - Blich- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
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Gießener Strafkammer.
Gießen, 27. Mai.
Wegen Beleidigung und Nötigung
wurde der Chauffeur W. K. von Dietesheim durch das Schöffengericht zu 5 Tagen Gefängnis verurteilt. Er hatte von Offenbach, wo er in einer Kraftfahrzeugfabrik bedienstet ist, mit einem Automobil eine Probefahrt nach Butzbach gemacht. Au: der Straße Bad-Nauheim—Niedcr-Mörlen ist er nach Ansicht des Straßenwärters — trotz der Warnungstafeln — schnell gefahren, weshalb ihm mit Erhebung einer Anzeige gedroht mürbe.
Müller'sche Badeanstalt.
Mass erwärm e der Lahn 16° R.
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Die „tztetzener Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krdsblan für den Kreis Giehen" zweimal wöchemlich. Die „Landwirtfchafllichen oett» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Spielplan der tturhaus-Theaterr Bad Nauheim.
Direktion: Hermann Steingoetter.
Sonntag, 29. Mai: „Floltenmanöver." Montag, 30. Mai: Ballett-Gastspiel der Schwestern Cortini: „Herbstzauber." „Der schlechte Rui." Mittwoch, I. Juni: „Die goldene Ritterzeit." Freilag, 3. Juni: „O diese Leutnants."
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Redaktion, Expeditioii und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition imb Verlag: Redaktion:«^ 112. Tel.-AdruAnzeigerDleßen.
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Suinme 15 (8) 9 (5) 4 (2) 2(1)
Anm.: Die in »uuminern geimuii Ziffern yeucn an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach liieren nphrnfhtP kranke kämmen.
Auszug a. ö. Stanöesamtsregiftern der Stadt Gietzen.
Aufgebote.
Mai. 23. Johannes Heller, Schloster in Gießen, mit Katharine Triebert in Oppershoien. — 23. Heinrich Sack, Buchbinder , mit Emma Ullrich, beide in Gießen. — 23. Karl Einil Weber, Schloster in Gießen, mit Anna Straub in Scholten. — 24. Max Voigtländer, Kanimann in Braunschweig, mit Emilie Richter in Gießen. — 24. Adolf Sudheimer, Kanimann, mit Henriette Lenz, beide in Gießen. — 27. Heinrich Ruppel, Erdarbeiter, mir Elise Löb, beide in Gießen.
Eheschließungen.
Mai. 21. Lndwia Eß wem, Bapnnieister in Dentsch-Rasselwitz, ft Lina Megger m Gießen. — 21. Heinrich Heymann, Oberlehrer
nachts für dringende Fälle sicher anzutreffen: *
Dr. KJ-in, Ost-Anlage 37.
Sanitätsrat Dr. Zinsser, Goetbestrasse 10.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für ivberhrgen
e ein Landwirt in seiner Nachbarschaft herum- . .. ie beste und den meisten Nutzen abwersende
Zentrifuge ist, so wird man ihm allgemein „21 ff a“ empfehlen. Und mit Recht. Ist Alfa doch der Separator, der stets an der Spitze der gesamten ZentrisugemFabrikation gestanden und durch rastlose Fortschritte in den Konstruktions-Einzelheiten r heute mehr denn ie unerreicht ist in bezug auf bobe Stunden- leiftuna, scharfe Entrahmung, geringen Kraftbedarf, folidc ja Ausführung, geringe Abnutzung, lauge Lebensdauer. Wer hiermit nicht übereinstimmt, kennt bett Alfa-Separator I entweder nicht eingehend, oder aber hat ein besonderes An teresse daran, sich durch arglistige Täuschung einen persönlichen W Gewinn zu verschaffen, indem er minderwertige Fabrikate 8 gewissenlos anpreist.
Fordern Sie sofort kostenlose Einsendung auMärender B Druckschriften von der [Dal3 ■
Alfa-Laval-Separator, Berlin NW. 28 b, Ges.m.b.EL |
2)er Angellagte erwiderte dem ^tragenwarter: „W.nn Sie sich ein rotes Röckchen verdienen wollen, so können Sie mich anzeigen," und fuhr weiter. Auf der Rückfahrt hielt er bei dem Straßenwärter an und wiederholte die frühere Aeußerung: er bemerkte "enter: „Wenn Sie mich anzeigen, dann können Sie sich in acht nehmen, denn ich werde in den Automobilzeitungen austrompeten, was Sie für ein Mann sind." Das Schöffengericht erblickte in der zuletztgenannten Aeußerung eine Nötigung zur Unterlassung der Anzeige. Ter Angeklagte bestritt dies, gab jedoch die Beleidigung zu und focht das Urteil an. Tas Berufungsgericht konnte sich nicht davon überzeugen, daß der Angeklagte durch die Aeußerung den Beamten zur Unterlassung einer Amtshandlung habe nötigen wollen, weshalb dieser Tatbestand fallen gelassen und wegen Beleidigung auf 30 Mark Geldstrafe anerkannt wurde, unter Aufhebung des Urteils im übrigen.
Auf Grund eines Indizienbeweises
wurde der Tienstknecht CH. V. von Staudenbühl wegen Diebstahls zu 2 JahreniZuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Nach Verbüßung längerer Zuchthausstrafen trat der Angeklagte im vorigen Jahre bei einem Pächter zu Rockenberg in Dienst. Im letzten Winter war er zeitweise im Brennhaus beschäftigt, wo der Brennmeister eines Abends die Dose hängen ließ, in der ein Portemonnaie mit etwa 53 Mark war. Als am andern Tag das Portemonnaie mit dem Geld verschwunden war, lenkte sich der Verdacht auf den Angeklagten, zumal er trotz seiner vorherigen! Geldverlegenheit von da ab größere Ausgaben machte, Zechschulden bezahlte und andere in Wirtschaften frei hielt. Ferner hat eine Wirtin bei ihm ein Portemonnaie gesehen, das dem gestohlenen glich: auch wurde er beobachtet, wie er um die Zeit des Diebstahls sich in der Nähe des Tatorts zu schaffen machte. Ter Angeklagte bestritt die Täterschaft: er will einen Geldbetrag von über 100 Mark, der ihm als Arbeitsverdienst bei seiner Entlassung aus dem Zuchthaus ausbezahlt worden fei, feit bietet Zeit bei sich getragen haben: ferner habe er für 40 Mark Mobü verkauft, auch will er neben seinem Lohn weitere Eimmhmen gehabt haben. Hiergegen sprach die Tatsache, daß er Schulden machte und sich Lohnoorschuß geben ließ. Da auch fein Vorleben für die Täterschaft sprach, hatte das Gericht keine Bedenken, ihn zu verurteilen.
Eine Privalklage
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Vhekn Main-Gaftwirteverband.
rm. AlSfeld, 27. Mai. '
Der 2 7. V ertrelertag des Rhein-Main-Gast- wirteverbandes fandi hier, wie schon kurz berichtet, am 24. und 25. Mai unter dem Vorsitz von Hau st-Darmstadt statt. Als Ehrengäste waren anwesend Kreisrat Heinrichs und Bürgermeister Dr. Völsing. Die Versammlung lourdc durch den Vvr- sitzenden des Vereins Alsfeld A. Schweizer begrüßt. 21 Vereine mit 1850 Mitgliedern waren vertreten. Für ihre fruchtbringende Tätigkeit im Interesse des Vereins erhielten die goldene Verbandsmedaille der Vorsitzende des Vereins GießenJaskowsky und das Ehrenmitglied Direktor Hermann-Darmstadt. Die silberne Verbandsmedaille wurde an A. Schweizer-Alsfeld verliehen. Der Geschäftsbericht wurde genehmigt. Den Kassebericht erstattete Traut- mann-Tarmstadt. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 7112 Mk. ab, das Verbandsvermögen beträgt 8815 Mk. Die von den Rechnungsprüfern beantragte Entlastung wurde erteilt. Der Verbandsvoriitzende berichtete über die Verhandlungen des Bundes deutscher Gastwirte und des Reichsverbandes deutscher Gastwirteverbände. Dann wurde in die Beratung der Anträge eingetreten. Der Antrag Mainz, betr. die Heranziehung von Wirten zur Abgabe von Gutachten bei den Behörden, wurde zurückgezogen. Die Anträge Darmstadt, betr. die Konzessionierung des Flaschenbierhandels und die gutachtliche Heranziehung der Wirtevereine bei den Verhandlungen über Konzessionsgesuche im Kreis- und Provinzialausschuß werden einstimmig angenommen und weiter beschlosien, eine Abordnung aus Vertretern der drei hessischen Provinzen zu einer Audienz bei dem Minister des Innern zu entsenden. Der weitere Antrag Darmstadt und des Verbands- Vorstandes, wonach Prioatkostgebereien der Nahrungs- und Genußmittelkontrolle unterworfen und die Vorschriften über die Einrichtung der Räume und die Ruhepausenverordnung für das Personal solcher Geschäfte Anwendung finden sollen, Privathotels und Privatpensionen konzessionspflichtig und von der Bedürfnisfrage abhängig gemacht werden sollen, werden angenommen. Der Antrag Darmstadt um Einleitung von Schritten, daß die Einjährigen nicht mehr gezwungen werden, in den Kasinos zu speisen, wird dem Darmstädter Verein zur Ausführung überlassen. Der Antrag um Ueberlaß einer Verordnung, nach der öffentliche Tanzmusiken an den 2. Feiertagen von mittags 3 Uhr ab durch die Kreisämter zu genehmigen sind, wird angenommen. Der Antrag Worms, betr. Festfetzung einer einheitlichen Spielzeit für Automaten und Musikwerke im ganzen Großherzo^inm, wird angenommen. Direktor Hermann berichtet, daß die Bundessterbekasse im verflossenen Jahre einen Ueberschuß von 39 000 Mark erzielt hat und ihr Vermögen 1800 000 Mk. überstiegen habe. Auch die Haftpflichtkasse hat einen Ueberschuß von rund 20000 Mk. erzielt. Das Fachorgan der Gastwirte war in der Lage, an die beteiligten Verbände einen Ueberschuß von 9000 Mark zu verteilen. Das dem Verband gehörige Kohlensäurewerk mit Mineralbrunnen, Selterssprudel „Augusta Viktoria" hat sein Absatzgebiet wesentlich erweitert und mit dem Versand von 2000000 Gefäßen das Vorjahr weit überschritten. Genossenschaftsanteile von 100 Mk. dieses Wohlfahrtsinstitutes können bei der Direktion in Löhnberg oder in Darmstadt bezogen werden. Ein Antrag Gießen, betr. das Bestehenbleiben der Hilfskrankenkassen, wurde angenommen, ebenso der dringliche Antrag Darmstadt, betr. die spanischen Weinstuben. Zum Ort des nächsten Gastwirtetages wurde Pfungstadt bestimmt.
IDöcbentL Uederslchl der Todesfälle t fr. Statt Gietzen.
21. Woche. Vorn 15. bis 21. 'Mai 1910.
Einwohnerzahl: angenommen zu 31 800 linkt. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitszisser: 24,51 %e,.
Kinder
Zur Erheiterung der Nachwelt.
Wenn Berliner Blätter recht haben, so hat der süddeutsche Flugkünstler Frey, dem es als erstem gelang, das Häusermeer der Reichshcruptstadt mit seinem Flugzeug zu überqueren, auch das Interesse der Polizei gefunden. Die soll ihm nämlich ein — S t rafmandat zuerkannt haben. Vermutlich, weil eine Störung der „Ordnung, Ruhe und Sicherheit" auf den Straßen Berlins die Folge der Freyschen Tat war.
Die „Rhein.-Wests. Ztg." gießt über dieses polizeiliche Vorgehen mit Recht scharfen Spott. Das Blatt schreibt:
Lat Harn mußte für feinen Ueberlandflug im September vorigen Jahres 150 Mark zahlen, Scann in, der von Johannistal nach Glienicke fuhr, soll dafür polizeilicherfefts um 50 Mark erleichtert worden sein.
Als in den dreißiger Jahren die Eisenbahnen den Weg auf das europäische Festland suchten, fanden sich Gelehrte, die nicht nur aus der Benutzung dieses schnellen Beförderungsmittels, sondern schon aus dem einfachen Ansehen eines vorüberfahrenden Zuges eine schwere Gehirnkrankheit herleiten wollten. Was werden unsere Nachfahren zur polizeilichen Besttafung der Berliner Flieger einmal sagen? Werden sie nicht ein Recht haben, sich über eine Zeit lustig zu machen, die die Zeichen der Entwicklung so wenig verstand? w ... . .
Im Ernst: War es nötig, zunächst einem Ausländer, dann aber zwei Deutschen (Jeannin ist Elsässer) mit solchen Verfügungen aus bureaukratiichem Geiste ihre Lebensarbeit zu erschweren? Wird man nicht hinter den Grenzen, wo heute schon über 100 und mehr Kilometer hinweg die Flugzeuge in ben Lüften schwirren, herzhaft darüber lachen, wie wir unsere Flieger reglementieren und bevormunden?
Gewiß, es konnte ein Unglück geschehen. Dann wäre wohl der Apparat an den Mauern der Großstadt zerschellt, und der kühne Lenker wäre als das Opfer seines Wagemutes auf der Strecke geblieben. Aber hieran hätte ja die Polizei nur ein passives Interesse. Sie dachte wohl so: das Flugzeug fann ab* stürzen, dann aber werden vielleicht Menschen gefährdet. Und solche Gefährdung ist strafbar. Richtig gedacht! Aber erstens ist ein solcher Doppelunsall noch niemals eingetreten, zweitens müßten dann doch alle Luftschiffer, namentlich die Lenkballon- [eiter, in Strafmandaten untergeben.
Sollte es so schwer fein, die Zeichen der Zeit zu deuten und dem Ungewohnten gegenüber eine Stellung einzunehmen, die Achtung und Anerkennung, nicht aber Beengung und Bestrafung in sich schließt? — Hoffen wir, daß der „Fall Frey" der letzte dieser Art war. Und hoffen wir weiter, datz der Anlaß nicht etwa, wie auch schon erörtert wird, dazu benutzt wird, um den Verkehr in den Lüften schon jetzt durck Verordnungen zu regeln. Dazu ist denn doch namentlich die Flug- maschine noch zu jung und neu. Für Haftpflicht aber und ^nliche Falle sollten, fo kann man annehmen, die bestehenden Bestimmungen ausreichen.
ui Oppenheim, mit vedwig Schmidt in (Sießeu. — 25. Weorg Schneider, Fuhrmann, mit Luise Schäfer, beide in Gießen. — 25. Julius Aulmann, Metzger, mit Katharine Schmidt, beide in Gießen.
Geborene.
Mai. 14. Tein Laternenwärter Karl Decbert eine Tochter. — 15. Tein Diplom-Ingenieur und Architekten Karl Ludwig ^Paul Müller eine Tochter. — 16. Dem Brauer August Will ein -Lohn, Angnst Gustav. — 17. Dem Schlosser Hermann Storger eine Tochter, Martha. — 18. Dem Kanalarbeiter Peter Franz ein Sohn, Theodor. — 19. Dem Fuhrmann Johann Heinrich Schwalm ein Sohn, Heinrich. — 19. Dem Postschaffner Lndwig Brnchschmidt eine Tochter, Klara. — 20. Dem Lokomotivheizer JulniS Ernst Sommer etne Tochter. — 20. Dem Schloster August Heinrich Noll eine Tochter, Karola Hedwig Elisabeth Kathinka Luise Marie. — 21. Dem Maschinemormer Ludwig Küspert eine Tochter, Marie Elise Helene. — 21. Dem Hausbnrschen Konrad Schivab ein Sohn, Karl. — 22. Dem Bauaspiranten Johann Georg Fischer eine Tochter, Anna Elisabeth. — 22. Dem Postschaffner ^Theodor Behm ein Sohn, Theodor. — 22. Dem Fiihrktiecht Mathias Huber eine Tochter, Katliarina. — 24. Dem Großh. Finanzrat Otto Müller in Darmstadt eine Tochter, Alice Wilhelmine Sophie Müthilde Marie.
Gestorbene.
Mai. 20. Berta Lotz, 62 Jahre alt, Lonystraße 20. — 21. Heinrich Martin Henn, 1 Jahr alt, Kirchenplatz 2. — 21. Anna Büchner, geb. Schleenbecker, 65 Jahre alt, Kaiser-Allee 47. — 23. Augustine Kratz, geh. Lang, 27 Jahre alt, Landgraf - Philipp-Platz 8. — 24. Christine Löber, geb. Klees, 90 Jahre alt, Kaiser-Allee 31. — 25. August Feldhaus, Tapezier, 59 Jahre alt, Schloßgaste 17.
Höchste Temperatur am 26. bis 27. Mai — -4- 22,6 0 0.
Niedrigste , „ 26. , 27. „ =4" H o eC.
zeitigte eine Versammlung zu Groß-Karben, in der unter dem Vorsitz des Landwirts H. F. B. der Redakteur einer Friedberger Zeitung einen Vortrag über die Reichsfinanzreform im letzten Winter hielt. Als der Handelsmann I. St. eine Frage an den Redner stellte, bemerkte der Vorsitzende, dieses gehöre nicht hierher, weshalb die Frage auch unbeantwortet blieb. Während der Redner mit dem Vorsitzenden den Saal verließ, äußerte St.: „Was will denn das Dreckmaul, der ift, so dumm, daß er brummt, was der weiß, habe ich längst vergessen." B. bezog, die Aeußerung auf sich uni) erhob Privatklage, doch das Schöffengericht zweifelte daran, daß die Beleidigung in bezug auf den Kläger gefallen ist, weshalb es zum Freispruch kam. Der Kläger focht das Urteil an, er konnte aber trotz des großen Zeugenapparates nicht nachweisen, daß ihm die Beleidigung gegolten hat, was die Bestätigung des Utteils zur Folge hatte._________________________
wandern und Reifen, Lader und Sommerfrischen.
= Buchschlag , 26. Mai. Die Hessische Regierung bat nunmehr dem im Vorjahre von Redakteur Keil gestellten Antrag, von jedem verkauften Quadratmeter Gelände Mk. 0,50 zur Bildung eines Gemeindefonds zu verwenden — damit die Kolonie bei Gemeindegriindung nicht ganz mittellos dasteht—, zugestimmt; es ist auf diese Weise möglich, die Bildung einer selbständigen Gemeinde noch auf einige Jahre hinaitszuschieben. Tie Verwaltung dieses Fonds soll durch einen im Heibste von den Koloniebewohnern zu wählenden Gemeinveausschutz erfolgen.
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* D i e Diamanten Deutsch-Südwestafrikas und ihre Bedeutung für den Wert unserer Kolonie sind in diesem Jahre oft der Gegenstand des öffentlichen Interesses und der Besprechung im Reichstag gewesen. In einem kleinen Aufsatz im soeben erschienenen 41. Bericht der Senkenbergischen naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt a. M., die in ihrer Schausammlung auch südwestafrikanische Diamanten besitzt, teilt Paul Prier interessante Zahlen über die Menge der Diamantengewinnung mit. Der erste Fund war im Mai 1907 gemacht worden: von da wurden bis zum September 1908 2720 Karat gewonnen, im September 6644, im Oktober 8621, im November 10 228 und im Dezember 11 549. Nachdem im Jahre 1909 die Diamantenregie in Kraft getreten war, wurde vom März an der Gewinn regelmäßig, und zwar in der Höhe von etwa 36000 Karat nach Europa verschickt. In Südafrika sind im Jahre 1907 etwas über 5 Millionen Karat, gleich einer Tonne Diamanten, gefördert worden. Aus den Kirn- berleygruben wurden seit 1870 etwa 90 347 750 Klg. gefördert, die einen Wert von etwa 2644V2 Mill. Mark hatten. Trotzdem ist der Preis der Diamanten gestiegen. Wurde im Mittel der Gesamtausfuhr und Gesamterlöses für Den Karat int Jahre 1893 26 Mark bezahlt, und ftel dieser Preis in den beidest nächsten Jahren ein wenig, so war er 1900 schon auf 33,15, 1903 auf 43, 1907 auf 44,75 Mark gestiegen. Natürlich fehlt es nie an Schwankungen.
* Die deutsch-österreichische Donaufahrt. Aus Wien, 26. Mai, erhalten wir nachstehenden Drahtbericht: Die Teilnehmer an der deutsch-österreichischen Donauf ah r t Regensburg—Wien, die sich aus Mitgliedern des Motorjachtklubs, des österreichischen Automobilklubs und des Union-Jachtklubs zu- scnmnensetzen, sind hier nach 5 Uhr eingetroffen. Die Fahrtteilnehmer, die sich in Kahlenbergerdorf vor Wien versammelten, waren in 28 Booten gemeinschaftlich zum Landungsplätze gefahren. Eine große Menschenmenge hatte sich eingefunden. Erzherzog Friedrich begrüßte die Gäste herzlich. Bürgermeister Dr. Neu- meher entbot ihnen den Willkomm, worauf Admiral Aschenborn (Mel) dankte.
aßer nur in IilascHen, wo 'Makate aushängen.
Es starben an: Zusammen:
Erwachsene:
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