Ausgabe 
23.3.1910 Erstes Blatt
 
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Unb Umgebung zeigen. Weiter sehen wir die Schattenlchre in ihrer Anwendung auf praktische Beispiele.

Ans den Arbeiten der Oberklasse ist der Entwurf eines fr ei­st ehendenWohnhauses mit sämtlichen Einzelheiten, Kosten­anschlag und statischer Berechnung hervorzuheben, sowie die Bau­formen, die auf Wunsch der Denkmalpflege sich auf Aufnahmen alter Türen, Tore und kleiner Gebäude unserer Stadt und Um­gebung erstrecken. Die Arbeiten des inneren Gebäudcausbaues urtc Fenster, Türen, Treppen, Zimmerarbeiten usw. sind zweck­mäßig in natürlicher Größe dargestellt. Die Schattenlehre, die Mauer- und Zimmerkonstruktion wurden im Anschluß an das , 2. Semester weitergeführt.

Die Fachklasse für Maler, Weißbinder, Schlosser u. a. m. lehrt das Freihandzeichnen nach der Natur und Stilisierung natürlicher Formen, als der besten Vorbilder für Kunstindustrielle. Außer teilt geometrischen Zeichnen, der Schattenlehre und Prospektive sehen wir das Zeichnen und Malen von Blumen nach der Natur und deren mannigfache Verwendung im Kunsthandwerk, an Wand- und Deckendekorationen, von Schüler­hand ausgeführt, in Leim- und Oelfarbe, sowie in Holzimitationen. Auch die zahlreichen Modelle in Plastilin beweisen Geschick und Verständnis.

Die ausgelegten Hefte und schriftlichen Arbeiten aus jeder Klasse zeigen in den zahlreichen Lehrgegenständen ein erfreuliches Bild von der Gesamtleistung der Schule und gereichen dem Leiter unb den Lehrern in der segensreich wirkenden Anstalt zur An­erkennung. Es kann nach Vorstehendem allen Interessenten der Besuch dieser sehenswerten Ausstellung nur warm empfohlen werden. B.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 23. März 1910.

* * Tageskalender für Mittwoch, 23. März. Stadt- theater: »Narziß". Aniang 7 Uhr.

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* * Ordensangelegenheit. Der Groß-Herzog hat dem Vorstand der Betriebsinspektion 3 Geh. Banrat Frey zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des Ritterkreuzes 1. Klasse des badischen Ordens vom Zähringer Löwen erteilt.

* * Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat dem Pfarrer Ferd. Naumann zu Nauheim die evang. Pfarr­stelle zu Schwickartshausen übertragen und den evang. Pfarrer Dr. Paul Thumm zu Zotzenheim auf sein Nach­suchen zwecks Ucbertritts in den preußischen Schuldienst aus dem Dienste der hessischen evang. Landeskirche ent­lassen.

* * Lehrerpersonalien. Ernannt wurde die Lehrerin an der höheren Bürgerschule zu Butzbach Jo­hanna Gockel zur Lehrerin an der höheren Bürgerschule zu Büdingen unter Belassung in der Kategorie dec Volks­schullehrerinnen.

" Erledigt ist die Stelle des ForstwartS der Forstwartei Hirschhorn I, Oberförsterei Hirschhorn.

Die Großh. Zentrale für Säuglings- und Mutterschutz hat von einem Freunde der Bewegung für Säuglings- und Mutterfürsorge 5000 Mk. überwiesen bekommen.

* * Landwirtschafts kaurrn er. In dar gestrigen 51. Vorstandssitzung wurde il a. beschlossen, bei der Re­gierung dahin vorstellig zu werden, daß. bei N o t s ch l a ch - tun gen im Falle der Verhinderung des Kreis rierarztes auch ein in der Nähe wohnender praktischer Tierarzt mit Her Fleischbeschau betraut werden darf. Der Gemeinde Flonheim wird zugegeben, daß die BezeichnungFlon­heimer" als Gattungsname im Sinne des Weingesetzes anzusehen ist. Weiter wird die Landwirtschaftskammer bei der Regierung dahin wirken, daß die Unpfändbarkeit der Auszugsleistungen gesetzlich fcstgelegt wird. Für die in diesem Jahre in Aussicht genommene Einfuhr von Fohlen aus Belgien und Oldenburg wurden die vorjährigen Mit­glieder des Ankaufsausschuises wiedergewählt. Die wachste Vorftandssitzung findet Samstag, 26. März, statt.

* * Ab gangsprüfung in der Gewerbeschule. Nachfolgende Gewerbeschüler bestanden vor dem staatlichen Prüfungsausschuß, unter strenger Beurteilung, der Leistungen die Abgangsprüfung, in der sie ein Maß viel,eiligen Wissens und Könnens zeigten: Ludw. Amend aus Aliendorf, Hch. Arnold aus Beuern, Ernst Enders aus Gießen, Adolf Gieseler aus Butzbach, Otto Klotz aus Großen-Linden, Karl Metzler aus Oberkleen, Ludw. Spieß aus Großen-Linden, Karl Warner aus Albshausen und Friedr. Zimmer aus Mbach. Im Anschluß an die Prüfung sand eure Ausstellung der Schülerarbeiten statt, die aus vielseitigen Wunsch bis Don­nerstag abend geöffnet bleibt.

* Stadttheater. Zur Vorstellung von »Rote Robe" am ersten Feiertag abend gelten Gutscheine; bemerkt sei, daß die sämtlichen Vorstellungen der beiden Feiertage zu kleinen Preisen stattftnden.

* * Aus dem Kolosseum wird uns geschrieben: Der Mann mit der Maske war das Ereignis des gestrigen Tags. Man sah im ersten Moment, daß man es mit einem scharfen und starken Kämpfer zu tun hatte, der aber mehr Kraft als Technik besitzt. Im Publikum wurden verschietene Mei­nungen laut; man glaubt, daß es ein Wirt, StudeM oder auch ein erstklassiger Prosessional-Ringer sei. Der bayerische Herkules, ter sich ihm als eriier Gegner stellte, mußte sich gestern als besiegt erklären, da er sich nicht genügend Vorsatz. Er hätte bei dem Wurf den Untergriff von rückwärts lockern müssen und sich nicht festumklammert mit dem Maskierten zu Boden werfen dürfen. So war nun das Schicksal des Herkules besiegelt. Herkules verlangte mit Tränen in den Augen Re­vanche. Da er regelrecht gelegen hatte, stellte ter Kampfrichter dem Publikum die Entscheidung anheim, wodurch dem Herkules die Revanche gewährt wurde. Einer der schönsten Kämpfe war der des Schottländers mit dem deutschen Weltmeister. Beide Gegner hatten tüchtig zu tun. Der Kampf dauerte 30 Minuten und wurde als unentschieden abgebrochen. Man kann mit großem Interesse die Entnstridung erwarten. Kazucky (Ungarn) konnte sich der übermäßigen Kraft des Rheinländers nicht lange erwehren. Man sah, daß der Ungar Statt, Ausdauer und Technik besitzt, und der Kampf bot ein schönes Bild. Der Ungar wurde nach 16 Minuten besiegt. Mit großem Interesse darf man heute dem Entscheidungskampf E i g em a n n mit P ier r e le Boucher entgegen,elym, J)ejich Ergeoms seht zweifelhaft ist.

4- Lich, 21. März. Seit einigen Jahren wird hier aus Veranlassung von Hauptletzrer Roth die Entlassung der Konfirmanden mit einer öffeilllickjen Schulfeier ver­bunden, bei der Deklamationen, ^turnerische Vorführungen und Gesänge den Leistungen unserer Sckjule immer ein vvrzüglicl-cs Zeugnis ausstellen. In ter Bevölkerung begegnet die Schluß- feier einem regen Interesse; dies bewies auch wieder der Besuch der diesjährigen Veranstaltung in der Turnhalle.

h. Münzende rg, 22. März. Ter hiesige Turn­verein ist schon eifrig mit den Vorbereitungen für die Gauturnfahrt des Gaues Hessen beschäftigt, die am 29. Mai nach unserem Städtchen gerichtet fein wird. OJlit ihr wird die Fahnenweihe des hiesigen Vereins verbunden iverden.

= Alsfeld, 22. März. Die Oberrealschule Alsfeld, deren Umwandlung von einer Realschule nun­mehr vollzogen ist, wurde im Anfang vergangenen Schul­jahrs von 269 Schülern besucht, durch 9 Eintritte und

16 Austritte stellte sich die Gesamtzahl auf 278 (249 im Vorjahr). Davon waren evangelisch 227, römisch-katholisch 15 und israelitisch 27; aus Alsfeld waren 148, aus anderen hessischen Orten 92 und aus nichthessischen Orten 29. Die Reifeprüfung bestanden 8 Schüler, davon studieren je 2 Heilkunde und Tierheilkunde, dem Bankfach widmen sich 2, der Kaufmannschaft und der Marine je ein Schüler. Die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig-freiwilligen Mi­litärdienst erwarben 31 Schüler. An der Anstalt unter-* richteten einschließlich des Direktors Dr. Pitz 17 Lehrer. Dem Jahresbericht ist eine Beschreibung und Abbildung des neuen Schulgebäudes beigegeben. In diesem Jahre kann die Anstalt Mus ihr fünfzigjähriges Bestehen zurück- blickem

)( Alsfeld, 23. März. Die seit etwa 5 Jahren ge­plante Renovierung der Walpurgiskirche kann, mit Rücksicht auf die Finanzlage des hessischen Staates, wieder nicht erfolgen. Der Kirchenbauverein hat seit Jahren die Summe von 13690 Mk. gesammelt. Aus der Großh. Kabinettskasse flössen dem Verein 230 Mk. zu. Dagegen ist die Wiederherstellung des Rathauses mit einem Kostenauswand von 59 000 Mk. genehmigt, und es soll dieses Jahr begonnen werden. Der städtische Vor­anschlag für 1910 rechnet mit einer Erhöhung der Ge­meindesteuer um 10 bis 15 Prozent. Diese Erhöhung ist wesentlich infolge der durch die Anleihe von 225000 Mk. erwachsenden größeren Zinsenlast verursacht.

§ Schotten, 22. März. Die Wanderversammlung des Oberhesfi schon Bienenzüchtervereins findet am 17. und 18. Juli mit Ausstellung und Verlosung in der Schützenhalle" statt. Geh. Rat Schönfeld hat den Ehren­vorsitz übernommen.

O Vorn hohen Vogelsberg, 21. März. Der Neu­schnee, der in den letzten Tagen gefallen war, ist fast wieder verschwunden, die Sonne hat ihm so zu schäften gemacht, daß die Halten imb Heiden fast völlig wieder frei sind. Anters sieht es im O b e r w a l d aus. Tort fyat sich noch eine dicke Schicht allen Schnees erhalten, die nur langsam weichen will. Es erinnert das an das Jahr 1907, in temi das Osterfest um dieselbe Zeit wie diests_Jahr fiel. Damals wars nur noch etwas schlimmer. Der alle Schnee lag da cm 1. April im Ober ward an manchen Stellen noch in Meterhohe. Ta er aber schon weich wurde, so daß man bei jedem Tritt bis zum Gründ einuTad;, war der Ooerwaldi kaum passierbar. Touristen, die am 1. Cflerfeiertog (1. April) vom Klubhaus auf den Hoherodskopf nach Hochwaldhausen wollten, mußten wieder umkehren.

-k. Stockheim, 22. März. Auf frischer Tat er­tappt wurden zwei 19iährige Bürschchen, als sie damit be­schäftigt waren, an der Kreisstraße EckartShausen-Manenborn etwa 8 jungen Obstbaumen die Krone abzubrechen. Bei der Untersuchung hat der eine zugegeben, die Tat allein ausgeführt zu haben.

rm. Offenbach, 23. März. (Tel.) Heute nacht wurde hier eine Falschmünzerbande verhaftet, die sich schon seit längerer Zeit mit der Herstellung von 1-Mark- und 10-Pfg.-Stücken beschäftigte. Es find drei junge Burschen, und zwar der Monteur Franz Derr et, der Marktsteher Heinrich Rückert und der Arbeiter Roth. Sie hatten in einer Wirtschaft ihr falsches Geld ausgeben wollen, der Wirt hatte aber Verdacht geschöpft und benachrichtigte die Polizei, worauf sie die Flucht ergriffen. Sie wurden in einer Wohn­ung in der Ziegelstraße verhaftet, wo man auch eine Menge von Hilfsmitteln und Werkzeugen befchlagnahmte.

M a i n z, 22. März. Ein E i ubrnchsdieb stahl wurde am Sonntag vormittag zwischen 11 und 12 Uhr in der kn LH. Pfarrkirche von M o m b a ch ausgeführt. Der Spitzvube wußte wohl, daß nach Beendigung des Hauptgvtiesdienstes die Kirche für einige Zeit von Besuchern frei und der Opferstock besonders gut mit Geldstücken an­gefüllt ist. Er raubte den letzteren völlig aus. Dabei wandte er große Gewalt an, denn Schloß und Eisenbünder des sehr festen Opserkastens waren vollständig verbogen. Dieser Kirchenraub ist bereits der fünfte, der innerhalb weniger Jahre in der Kirche unternommen wurde. Erst vor zwei Jahren erbrach ein noch nicht ermittelter Spitz­bube den Tabernakel und raubte eine wertvolle goldene Monstranz. Alle Nachforschungen nach dem Räuber blieben damals erfolglos, und aud) diesmal fehlt jede Spur von dem Einbrecher. Wahrscheinlich hat man es mit demselben Burschen zu tum

-o Mainz, 22. März. Die Einführung des 10Uhr- Schlusses für die Wirtschaften mit Damen­bedienung scheint nicht so glatt vor sich zu gehen. Meh­rere Wirtschaftsinhaber, die von jeher werbliche Bedienung haben und denen niemals ein Vorhalt wegen ihrer Wirt­schaftsführung gemacht wurde, haben einen Rechtsanwalt beauftragt, gegen die Beschlüsse der Stadtverwaltung auf dem Verwaltungswege bezw. im Zivilklageverfahren vor­zugehen. Nachdcnn nun die wenigen Ausnahmen, die ge­macht werden, bekannt fiitb, hat such heute auch der Verein der Gastivirte mit der Angelegenheit befaßt und auch er will gegen die Stadt vorgeheit. Von einzelnen Wirten ist bestimmt zu erwarten, daß sie sich am 1. April um das Polizeistatut nicht kümmern und cs auf gewaltsame Schließung ihrer Geschäfte ankommen lassen.

Worms, 22. März. Gestern traf die traurige Nach- rick)t hier ein, daß Geh. Schulrat Schädel gestern nach- mittag plötzlich infolge eines Schlaganfalles ver schieden ist. Alle, die ihn kannten, werden tief erschüttert sein; be­sonders trifft sein Scheiden sein Lehrerkollegium und seine zahlreichen Schülerinnen, die einen unersetzlichen Verlust zu beklagen haben.

Bickenbach, 23. März. (Tel.). Von dem letzten Abendzug der Nebenbahn, der gestern von hier nach Seeheim abging, ließ sich ein junges Mädchen namens Daom übers ahreu

Wetzlar, 22. März. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten teille Bürgermeister v. Zengen mit, daß Anfang Juni mit dein Bau der Unteroffizier­schule begonnen werden wird. Der 1. Beigeordnete Hiepe, dessen Amtszell am 5. Juli abläuft, wurde für weitere 6 Jahre wicdergewählt. Veranlaßt durch den Verein zur Züchtung reiner Hunderassen für Wetzlar und Umgegend" wird einheitlich mit dem Kreis eine neue Hundesteuerordnung erla,sen und zwar in der vom Kreistag beschlossenen Form. Danach soll von Hundezüchtern für sämtliche von ihnen gehaliencn Zuchthunde eine Pauschal­summe von 30 Mart jährlich gezahlt werden. sonstige Hundebesitzer zahlen sür jeoen Huno 15 Mark Steuer. Unter besonderen Verhältnis, en bleiben Hunde auch steuerfrei.

Fe. Nassau, 22. März. Zu dem Termin zur Ver­gebung der Roharbeiten an der neuen Stadtschule waren über 50 Angebote ciugcgangen, darunter solche aus' Gießen, Limburg, Diez, Ems und Köln. Der Andrang der Geschäftsleute war jo stark, daß nicht der Rathaussaal, sondern b.'i große Saal derKrone" in Anspruch genommen werden mußte. An S u b mi s j io ns v litten fehlte cS hierbei nicht.,

Einige Mindest- u. Höchstbeträge der Angebote seien erwähntx Erdarbeiten pro Kubikmeter 0,70 Mk. und 1,80 Mk.; Maurer­arbeiten 40 477 Mk. und 53 050 Mk.; Spenglerarbeiten 1720 und 2350 Mk.; Schmiedearbeiten 1647 Mk. und 2257 Mk.; Asphalta-rbeiten 774 Mk. und 1441 Mk.; Stcinmetz- arbeiten 801 Mk. und 1564 Mk. Daß so viele Angebote ein­gegangen Mrd, wird als ein Tiefstand im Baugewerbe bezeichnet.

Frankenberg, 22. März. Die Bewohner der durch den Bau der Edertalsperre dem Untergang geweihten fünf Dörfer seh-en sich unter der Hand nach neuen Wohn- stätt en um. Ihr Bemühen, in der Rühe eine neue Heimat zu finden, ist vielfach von Erfolg gefrönt. So hört man jetzt wieder, daß etwa 20 Familien aus Berich und Bring­hausen gewillt sind, sich bei der zu diesem Zwecke zur Ver­fügung gestellten Domäne Büllinghaus anzusiedeln und dort eoent. eine neueDorfgemein schäft zu gründen. Der anfängliche Plan, die Leute zur Ansiedlung in Posen zu veranlassen, hat keinen Anklang gesunden.

w. Frankfurt, 22. März. In der Stadtver- ordnetensitznng wurde heute der Schlußbericht des Finanzausschusses über den städtischen Haushalts­plan erstattet. Vor der Abstimmung erllürten die So­zialdemokraten, die bisher immer den Voranschlag mit­genehmigt hatten, daß, sie diesmal dagegen stimmen würden, weil verschiedene ihrer Anträge abgelehnt worden seien und wegen der Haltung des Magistrats zur Wahlrechts- Vorlage. Die Redner der bürgerlichen Parteien bezeich­neten diele Gründe als nicht stichhaltig und der Voranschlag wurde sodann gegen die sozialdemokratischen Stimmen ge­nehmigt. Weller richtete die Versammlung mit großer Mehrheit an den Magistrat das Ersuchen, einen gemischten Ausschuß zu berufen, um einer etwa dro he nd e n M i 1 ch Verteuerung entgegenzutreten.

----- Wiesbaden, 22. März. Vom 18. bis 21. April wird hiev unter dem Vorsitze des Geh. Med.-Rats Pros. Dr. Fr. Kraus (Berlin) der 2 7. Kongreß für innere Medizin tagen Die Sitzungen finden int Neuen K'urhausc statt. Als schon länger vorbereitete Verhandlungsgegen­stände sind vorgesehen: Die spezifische Erkennung uuo Be­handlung der Tuberkulose. Die Entstehung und Behand­lung der sekundären Anämien. Weitere Vorträge sind an­gemeldet zur Tuberkulose, Anämie, Magenkrankheiten und über Herz und Gefäße.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t c n. In Schlitz ist einer der ältesten Ein­wohner dahingeschieden, der Glafermeister Georg Hainer; er erreichte, verhältnismäßig rüstig, das Alter von nahezu 86 Jahren. Heute feiert die zurzeit älteste Einwohnerin von Wetzlar, Frau Stadtkämmerer Klara Werr Ww., ihren 9 0. Geburtstag.

Wandern und Reisen.

Friedberg, 21. DLärz. Tcc TaunusklubWet­ter an" (Sektionen Friedberg und Bad-Nauheim) hielt am Sams­tag bei Gastwirt PH. Steinhäußer seine 2 9. Gencralver-. sammln ng unter dem Vorsitz von Tirektor I. Dörr-Friedberg ab. Nach dem Rechenschaftsbericht war ter Klub, ter übrigens in keinen Beziehungen zum Gesamtlaunusklub steht, im abgelauseneu Vereinsmhr rege tätig, sowohl durch Wanderungen als auch durch Anbringung von neuen Markierungen, Wegweisern und Schildern im Arbeitsgebiet. In Touristxnkreisen wird es freubig begrüßt werten, daß das baufällige Anssichtsgerüst aus tem Winterstein im letzten Winter neu hergestellt Worten ist. Die Mitglieterzahl des Vereins ist beständig im Steigen begriffen, sie beträgt jetzt 331. Ter sog. Turm baufonds, der zwecks Errichtung eines Aussichts­turmes auf dem Steintopf beim Vorschuß- und Kveoitvereiu an­gelegt ist, ist auf 1237,43 Marl angewachsen. Tie Betriligungi an den Wanderungen des verflossenen Vereinsjahres hat gegen das Vorjahr etwas nachgelassen. An allen 9 programmäßigen. Touren nahmen zwei Herren teil, die Wanderauszcichnungcn er­hielten, ebenso konnten mehrere Mllglieter, die sich innerhalb fünf Jahren an mindestens 25 Märschen beteiligt haben, ausgezeichnet werden. ?ln Stelle des seitherigen V or - sitzenden, ter in 22 jähriger Arbeit den Verein auf seine jetzige Höhe gebracht hat, wurde Finanzrat H o o s - Friedberg gewählt. Turch Ergänzungswahl tarnen Reallehrer Zivth-Fried- berg und Oberlehrer Fuldner-Bad-Nauheiin in den Vorstand, lieber die Tätigkeit ter Kommission, die beauftragt Ist, ein eigenes Vereinstieterbuch herauszugeben, berichtete Finanzrat Hvos. Auf Anregung des letzteren sollen in Zukunft auch« monatliche Veroms- abente abweelßelnd m Friedberg und Bad-Nauheim eingerichtet werten. Bei ter Festsetzung des Wanderplans 1910/11 gab es im Anschluß an einen Antrag von Lehrer Oswald-Bad- Ällruheim, nach dem Beispiel anderer Touristenperein.e den Damen die Beteiligung an allen Wanderungen leichter zu ermöglichen wie seither und das durchs eine Veröffentlichung auf ter Mitglieds­karte bekannt zu machen, eine ausgedehnre Besprechung. T-chlicßlich wurde ein Antrag mit einer Stimme Mehrheit angenommen, iiadji tem vorerst nur zwei Wanderungen als jur Tarnen geeignet ein­gelegt werten sollen. Für tes kommende Wiirderiahr sind 12 Wanderungen vorgesehen, darunter drei außer Pvogramm.

n Hirzenhain, 21. März. Am Schlnsse ihrer Wante- rungen trafen sich hier gestern im Stolberger Hof die Zwcig- vereme Frankfurt, Offenbach, Büdingen und Hir­zenhain vom Vogelsberger Höhen-Cluo. Tie Frank­furter waren mit 50 Leuten von Echzell über Nidda hierher gewandert, die 40 Offenbacher hatten, den südlichen Vogelsberg durchauert und hatten eine sechsstündige Wanderung von'Wächters­back über Waldensberg, Rinderbügen, Michelau, Bindfachsen, Gelnhaar hinter sich und auch die Büdinger hatten ein halbes Hundert Leute hierher gebracht. Nach dem gemeinsamen Mittag­essen begann ein gemütliches Zusammensein, das manzu deutsch Kommers nennt", wie dessen Leiter, Prof. Georg Bender von Frankfurt, scherzhaft ausührte. Ingenieur Rauh begrüßte als Vertreter des hiesigen Zweigvereins die Besucher. In zündenden Worten sprach ter Vorsitzende des Frankfurter Zweigvereins, Prof. Bender, von den idealen Zielen der V.-H.-C.-Sache, die der Erschließung und Belebung des Vogelsbergs dienen und seinen Bewohnern neue Einnahmequellen öffnen soll. Lehrer Dern, ter Vorsitzende des nun über 100 Mitglieder zahlenden Zweig­vereins Offenbach widmeije feinFrisch auf" der ober hessisch en Heimat. Bürgermeister Fendt- Büdingen sprach im Namen des dortigen Zweigvereins und Lehrer Ritter-Frankfurt sagte den Hirzenhainern Dank für die freundliche Ausnahme.________

Luftschlssährt" ~ '

Monaco, 22. Vbarz. -rein y-Iteger Rangier, ter in den letzten Tagen mehrere wohlgelungene Flüge über tem mittel­ländischen Meere aus führte, >ow ie tem Gr trauer des Rouvierjchen Apparates, Voisin, wurde vom Fürsten von Monaco das Ritterkreuz tes Charies-Ortens verliehen.

Verinsschtes.

* Zu dem EisenbahnUnfall auf der Groak Western Railwüy werten aus Chicago nach folgende Einzelheiten gedrahtet: Ms ter Zug an tem Trümmerfeld eines kurz vorl-er auf einem Nebengleis verunglückten Güterzuges vorüberläm, sprang die erste Lokonwtivc aus den Schienen, und die zweite Maschine ftrhr auf die erste hinauf. Tie drei nächsten Wagen, Schlaf­wagen, Speisewagen und Rauchwagen, wurden ineinander- gcschvbcn und zersplittert. Nach den neueflcu Mit- reilungen sollen gegen 90 Menschen getötet sein; 45 Leichname konnten bisher aus den Trümmern gezogen roerten. Tic Trümmer fingen bald I-cuer, und es war den Hilssmaniv- jchastcn nicht möglich, sich ter Unglücks stelle zu nähern. Tie Aichrzahl der bisher gesunde neu Toten konnte nicht namhaft ge­macht werden, da die Leichen vollschndig verkohlt sind.