Ausgabe 
3.5.1910 Drittes Blatt
 
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Vürffermeister, Lehrer usw. bei? Kreises. In TVrage kom­men der Rhein, Heidelberg unb Kässel^Wilhelmshöhe. Es wirb be­sä,losscn, eine zweitägige Reise von Coblenz über Bonn nach Äöfa zu machen

Ur bet eine Umfrage wegen bcr Verbreitung ber Pfennig-^ sparkassen im » reise berichtete Regierungsrat Dr. Mer cf. Im Jahre 190» bestauben int »reise 34 Pfennigsparkassen, in die insgesamt 38 559 Mk. eingelegt würben. Nur im Bezirk ber Bezirkssparkasse Giessen bestehen Pfennigsparkassen, während bie Bezirkssparkasse Grünberg nur in drei Orten des .»'reifes Alsfelb solche hat. Eine Psennigsparkasse ist an bie Spar- unb Darlehns- kassc äh Treis angeschlossen, einige anbere gehören zum Bezirk ber Bezirkssparkasse Laubach. Etwa bie Hälfte bcr Gemeinden 'ist heule noch ohne Pfennigsparkassen. Es wird dringend emp­fohlen, zur Förderung des Sparsinns in der Jugend überall Pfennigsparkassen einzurichten.

Die Behandlung von Geldsendungen hat, wie »anzlcirat Schi ff nie ausführt, vielfach nicht mit der erfordere listen Sorgfalt stattgcfunden. Am besten wird 0)eld mit der Post geschickt, wenn es dennoch in Briefen geschieht, sollte dock) wenigstens im Begleitschreiben darauf Bezug genommen werden, ferner macht Kauzl.irat Schissnic darauf aufmerksam, daß Privat- und reine Gcmciudesachen nicht als portopflichtige Dienst- lachen zu verschicken, sondern zu frankieren sind. Sendungen an nichthessische Behörden sind stets freizumachen, wie dies auch umgekehrt geschieht. >

Kreisamtmann Laug ermann teilt mit, daß am nächsten samslag in Grünberg die Versammlung des oberhessischen Obst- bauvcreins für den »'reis Gießen statt findet und ersucht um zahlreichen Besuch. Regierungsrat Merck ersucht um zahlreichen Besuch der Generalversammlung des KreiSvereins für die Zucht des Vogelsberger Rindes am Dienstag, 3. Mai, in Gießen und des »reisziegenzuchtvereins am Montag, 9. Mai, in Gießen.

Vom Landwirtschaftsrcunmer-Bezirk Großen-Buscck wird ge­wünscht, daß bei der Mäuscvertilgung auch Gift in die Mäuse­löcher in den Krcisstras-enböschungen gelegt werden darf. Nach einer Mitteilung des »reisamts ist dies gestattet, wenn die betr. »rcisstraßcmvärter rechtzeitig benachrichtigt werden.

Bürgermeister Fendt bringt bie seit 2 Jahren im Gebrauch befindliche Dienstanweisung für die Bewirtschaftung der Gemeindewoldungen zur Sprache, die manches schwer oder fast gar nicht Durchführbare verlange. Die Festsetzung des Holz- abfuhrtcrmius werde vielfach nicht gleichmäßig vorgenommen und bei bcr Bestimmung des 1. April als letzter Abfuhrlag würden bie Gemeinden vielfach durch die Konkurrenz der standesherrlichen Waldungen benachteiligt. Die jetzige schematische Anordnung der Vcrstcigcrungsprotokolle sei sehr unpraktisch und verlängere die Zeitdauer bcr Holzversteigerungen außerordentlich. Daß die Kreditgewährung ohne Sicherheitsleistung nicht gestattet ist, sei sehr mißlich und schädige namentlich die kleinen Leute.

Regierungsrat Dr. Merck geljt auf mehrere dieser Fragen näher ein. Die Abfuhrtermine seien fast überall auf den 1. Juni festgesetzt. Wo dies nicht der Fall sei, seien die Oberförstercien bereit, Nachfristen zu bewilligen. Die Vorschriften über die Kredit­gewährung seien früher sclion vorhanden gewesen, aber vielleicht nicht so streng gehandhabt worden. Die Bürgermeister seien nach den Bestimmungen zu den Holzabzählterminen cinzuladen.

Nach kurzer!weitcrcr Aussprache wird die Versammlung gegen 6 Uhr geschlossen.

GcrichtsdaaL.

fc. Wiesbaden, 2. Mai. Ein Mann, der mit dem Strafgesetzbuch schon öfters in Konflikt gekommen und bis jetzt« noch stets haarscharf am Zuchthaus vorbcistrcifte, ist der Tag­löhner Konr. Pa ul ans Villingen (Kreis Gießen). Erst unlängst verurteilte ihn die Gießener Straikammer wegen Betrugs in > Fällen zu 2 Jahren Gefängnis. Damals hatte er sich unter der Vorspiegelung, das reichste Mädchen von Oberhessen zu heiraten, Aussteuerartikel und andere Gegenstände erschwindelt. Unter einer «ähnlichen Anklage stand er heute vor der Wiesbadener! Strafkammer. Am 29. Januar d. I. wollte er in Höchst a. M. t ei einem Schuhmacher ein Paar Damenstiefel kausen. Er gab sich dabei als Hausbesitzer aus, und verajniaßte den Schuhmacher, mit ihm einige Wirtsst/aften zu besuchen, in denen eineweit-,

läufige Cousine" von ihm bedienstet sei. In den Lokalen ver­suchte er, .bem Schuhmacher die Stiefel abzulocken und damit durch eine Hintertür zu vcrsGmnden. Doch der Sckmhmacher kroch nickst auf diesen Leim. JUS er mit diesem am Bahnhof dasselbe Schwindelmanöver probierte, wurde er verhaftet. Diesmal ver­sagte das Gericht ihm die Milde und erkannte auf 1 Jahr 1 WocheZuchthaus und 150 Mark Geldstrafe. Wegen Flucht­verdachts wurde Paul sofort aus dem Gcrichtssaal in das Ge­fängnis abgeführt. «

Getreide-Wochenbericht

der Preisberichtflelke des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 26. April bis 2. Mai 1910.

Der Umstand, daß die zu Beginn der Woche gemeldeten Wetter- schädcn an den nordamerikanischen Terminbörsen wider Erwarten keine besondere Wirkung ausübtcn und die erneute Ermäßigung! der Cif-Forderungen ließ die anfangs festere Stimmung um so schneller abflauen, als England infolge mangelnder Absatzgelegen- hcit für eintressenden Wcißweizcm sehr matte Haltung bekundete. Trotz der bedeutenden Verbilligung, die der ausländische Weizen in der letzten Zeit erfahren hat, fehlt bisher nack) immer die Möglichkeit, auf Basis bcr Berliner Preise srerndes Material zur Mai-Andienung heranzuziehen. - Argentinisch Weizen kommt der Bczugsparität zwar sckpm ziemlich nahe, aber es ist zweifelhaft, ob seine Beschaffenheit den kontrakttichen Anforderungen entsprechen dürfte. Hierzu kommt ferner, daß das inländische Angebot knapp bleibt und in den Preisen gegenüber den Berliner Notierungen! gleichfalls wenig Rechnung bietet. Diese Verhältnisse erBären es, daß Berlin mit den Rückgängen des Auslandes in der letzten Wock)e nicht immer gleichen Schritt hielt und die von Amerika und Budapest heute gemeldeten Preissteigerungen mit einer mäßigen Befestigung beantwortete, so daß Mai sich schlieÄich nur 13A Mk. niedriger stellte, während Juli mit einem Verlust von 23/i Mk., September mit einem solchen von 3 Mk. abschließt. Roggen war durch Realisationen, die im Hinblick auf die zu er- martenben starken Andienungen vorgenommen wurden, zunächst einem weiteren Preisdruck untermorien. Als aber im weiteren Verlause mit der Möglichkeit gerechnet wurde, daß ein Test der Mai-Andienungen von nordrussischen Firmen, die hier größere Quantitäten zu fordern haben, abgenommen werden dürste, be­festigte sich die Tendenz, wozu auch der Umstand beitrug, daß in der Provinz, namentlich in Posen, Roggen zum Export nach Nordrußland gesucht wurde. Sehr schwierig gestaltete sich in ber Berichtswoche das Hasergeschäst, da sich für die ziemlich reichlich, angebotenen Mittclgualitätcn zu den geforderten Preisen nur schiver Käufer finden ließen, während seine Ware begehrt, aber knapp Angeboten blieb. Für russische Futtergerste waren die For­derungen weiter nachgiebig, aber noch billiger war zeitweise aus zweiter Hand zu kaufen. Für Mais forderte Amerika unveränderte Preise, dagegen ließen die argentinischen Offerten wieder eine leichte Ermäßigung erkennen.

1000 kg je nach Dualität, wobei

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Klammern ()

beigesügt ist, wie

ES stellten sich die Preiseur inländisches (Betreibe am letzten Markttage in Mark pro ' das Mehr (+) bezw. Weniger

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Roggen

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154 (- 2)

Danzig

229 (+ 1)

16« (- )

160 (- )

Stettin

221 (- )

162 (- 1)

157 (- )

Posen

226 ( 2)

148 ( 3)

löO (- 1)

Breslau

218 ( 5)

148 ( 2)

151 (- 1)

Berlin

223 ( 3)

153 ( 2)

170 ( 2)

Aiagdebnrg

220 ( 1)

152 ( 2)

165 (- )

Leipzig

220 ( 1)

155 ( 1)

167 ( 2)

Dresden

222 ( 2)

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163 ( 1)

Braunschweig

216 ( 2)

161 (- 3)

164 ( 2)

lltostock

- (- )

150 ( 1)

159 (4- 3)

Kiel

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150 (- 3)

165 (4- 5)

Hamburg

210 ( 1)

155 ( 1)

170 ( 2)

Düssetdori

223 (- )

164 (- )

164 ( )

Frankfurt a.Bt.

225 (71/,)

162«/, (- )

165 (- 5)

Ptannheim

225 ( 5)

167«/, (- )

165 (- )

Straßburg

225 (- )

172*/, (- 2«/,)

176 (- )

Stuttgart

23.) (- )

175 ( )

165 (- )

RU'mchen

226 ( 8)

158 (- )

Ibö (- 3)

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 220.00 ( 1 75) Juli 215.75 ( 2.75). Budapest Mai 212.55 (+ 12.55). Pari? Mai 204.15 (-f- 1.20). Liverpool Juli 163.60 ( 8.45). Chicago Mai 166.90 ( 2.55). Roggen: Berlin Mai 154.00 ( 2.50) Juli 159.75 (- 2.25). Hafer: Berlin Mai 153.25 ( 2.25), Juli 157.75 ( 2.25) Mk.

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-Wach auf befindet sich im täglichen Gebrauch Sr. Maj des Kaisers und Königs, der Königl. Prinzen, vieler in- und aus­ländischer Fürstlichkeiten, der Herren Offiziere der Landarmes und der Kaiserl. Marine, in ärztlichen Kreisen und der Gesell­schaft. Es wird von Kennern vor jeder Seifenart be­vorzugt. Auf Kriegs- und Handelsschiffen eingeführt. Zahl lose Anerkennungen.

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