Ausgabe 
22.3.1910 Zweites Blatt
 
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Handel

des

Börse, 21. März, 1.15 Ühr.

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EisenbahnJ 112.00

Berliner Börse, 21. März, A.-ifa,nrs'cirii.

und Klauenseuche ist auSge

D ie Ma ul

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Lombarden E. B. Nordd. Lloyd,... Türkenlvttü .t

Canada E. B. . > - Darmstädter Bank' Deutsche Bank .

DieEirhener Zamllienbliitter" werden dem aiitAciflec'' viermal wöchentlich beigclegt, das Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal.

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politische Tagesschau.

Adel und Bürgertum in der Diplomatie.

Nachdem bereits in einer der letzten Reichstagssitzungen der Staatssekretär Frhr. v. Schoen von dem Abgeordneten Liebermann v. Sonnenberg sich die Aufrechterhaltung einer von ihm alserfunden" angefochtenen Meldung in der Königsb. Allg. Ztg." hatte gefallen lassen müssen - es handelte sich um die Haltung Oesterreichs und Spaniens zu der Mannesmann-Sache weist jetzt der nationalliberale Abgeordnete Stresemann in einem bemerkenswert scharfen Ton gleichfalls eine amtliche Erklärung des Herrn v. Schoen zurück. Es handelt sich dabei um dasGarden v-rinzip" bei der Diplomatie. Herr Stresemann schreibt in derNakionallil,. Korrespondenz":

In der Reichstagssitzung vom 16. März sagte der Herr Staatssekretär von Schoen in Erwiderung aus meine Ausführungen vom vorherigen Tage, nach lwereinstimmenden Zeitungsberichten,

den Hauptvortrag Mittelschullehrer

TeSenCDmoche

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für nnd Jndustrle^Glessen.'

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Deutsche Kolonien»

_ Eine amtliche Warnung vor verfrüh­ter Verminderung der Schutztruppen. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" weist aus den im Februarhest

nossenjcha't, öie ich mit begründen Hali, und an der mein Herz noch immer hängt, nicht noch mehr zu Schaden komme."

*

Die Wiesbadener Maife st spiele sind wie folgt iestaestellt rooibcii. Tie Festspiele werden eröffnet am 2. Mai mit oer Aufführung von .Fidelio', dann folgen am 3. Mai Herodes und Atarlamn c", am 4. Mai ,F r a D i a v o l o", am 5. Atai i e Journalisten", am 6. AtaiOberon". In denJournalisten" gasispielen Harry Walden und Arthur Aollmer, Oskar ileßler und Fräulein Hanna Arnstadt vom königlichen Schaufpielhause in Berlin. Tie Jestvorstellung am 7. Aiai steht zurzeit noch nicht fest.

Ter Verleger des jungen Deutschlands, dessen Hauptvertreter ohne ihr Zutun unter diesem Warnen zusammcu- aeiaf't unü grimmig verfolgt wurden, war der Buchhändler ^ulms Campe, ein Neffe dcs Siobinion-Lersassers Joachim Heinrich Eamp-, der 1823 die Verlagsbuchhandlung HoHmann und Eampe in Hamburg von seinem alteren Bruder Äugult übernonrmen hatte. Als Verleger Heines, Börnes, Gutzkows, Hebbels, Anastaiius Grüns, Hoffmanns von Fallersleben u. a. m. ist Julius Eampe eine vielfact) betannte literarhiswrische Pmönlichleit geworden, und so hat ein charakteristisches autooiographisches Zeugnis An­spruch auf Interesse, das der betannte Gutzlow-Forscher ^.r. H. H. Houben im Buchhändler-Börsenblatt eben veröffentlicht hat. Es ist in einem laugen Briefe Campes an den Königsberger -Lchrifl- steiler Alexander Jung vom April 1838 enthalten und lautet:

Bon 15 Geschwistern bin ich der Schluß, ein Zwillingspaar: den Vater habe ich nie gelaunt; eine l-arte, verwahrloste Jugeno verlebte ich. Schreiben, Rechnen usw. lehrte ich mir selbst: vom neunten b.s zum dreizehnten Jahre muple ich in einer Tabact- fatnik arbeiten, wo ich im Interesse eines geizigen Verwandten, der mich zu sich genommen hatte, wirten mußte. Bon Vermögen war nicht die Spur vorhanden; einen Taler bewahre ick) noch, ein Ueberbleibsel aus meiner Sparbüchse, das ist altes. Erheiratet labe icy gar nichts; meine Frau war sogar dürftig. Was ich habe, in 17 Jahren mir erwarb, ist ehrlich und redlich verdient nnd von dem Umfange, daß, ich nie einen Taler fremden Geldes vedurfte uno keinen Groschen Schulten au, meinem Geichäfte haften; mein eigenes Haus besitze, das ich für 30 000 Taler mit 1833 gelaust habe. Wie ich zu Verlegen begann, fragte ich regelmützig einige sogenannte Gelehrte um tftot; ich traute mir fern Urteil

Frankfurter

3'/i°/o Reichsanleihe

Ans StaOt itnö CanO»

Gießen, 22. März 1910.

* Tageskalender für Dienstag, 22. März: Stadt­theater: ,Tas Konzert." Anfang 8 Uhr. .

Bürgerverein: Hauptversammlung abends 87, Uhr im Hotel Einhorn. .

- Von der Landeöuniversität. Der Grobherzog hat dem ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Landesuniversität Dr. meck. Ernst Leutert die nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienst erteilt.

"Ordensverleihung. Der Gr0ßherz0g hat dem Lehrer an der Gemeindcschule zu Lauterbach Gg. Eontö aus Einlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Ritter­kreuz 2. Klasse des Verdlenflordens Philipps des Großmütigen verliehen.

Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, 24. März, nachm. 4 Uhr. ist folgende Tagesordnung vorgesehen: 1. Baugesuch Karl Ritter für Die Goctheslraße. 2. Baugesuch Ehr. Schmidt für die Bismarckslraße. 3. Errichtung einer Gartenhütte von Heinrich Spieß und Friedrich Groß für die Eichgärten. 4. Orts» baustatut für die Gutenbergstraße. 5. Unterhaltung des Platzes vor dem Universilätsgebäude. 6. Verkauf von Gelände an Philipp Euler IV. Erben. 7. Verpachtung von Gelände an das landwirtschaftliche Institut. 8. Druck des Hydranten- Verzeichnisses. 9. Gesuch des Kasper Wilhelm Backhaus um Erlaiibms zum WirtschastSbetrieb im Hause Sonnenstraße 13. 10. Desgl. des Emil Kalbfleisch im Hause Brandgasse 3. 11. DeSgl. des Wilhelm Valentin im Hause An der Hardt 12. 12. Desgl. des Friedr. Wilh. Schmidt zum Betrieb einer

Gotthardbahn

Lombard. Eisenbahn «K.Zx. Gesten. Staatsbabu

Princc - Henri 7Eisenbahn

Der Revue des Troupes Coloniales" <rid)ienenen Artikel hm, m welästm aus Anlaß des in unmittelbarer Nähe dcs Eisenbahnbaues aus gebrochen en Ausstandes in der franzö, ischen Kolonie CvtedlVoire über die verhängnisvollen Folgen verfrühter Ver m in der ungvonreaulär en Truppen in den afri­kanischen Kolonien Klage geführt wird, und knüpft daran die Bemerkung: Bei dem ständigen Drängen nach Ver­minderung uniercr Schutztruppenelats verdienen bie|c Erfahrungen auf kolonialem Gebiete einer so erfahrenen Macht weitgehende Beachtung. ., ,, . .. , w .

I nsormatiouSrei, en nach Kiau tschau. Auf Einladung tus rilcick-s^Marineamts untemef/nten un Herbst der nationalliberale Neicl)stagsabgeordnete Goerclic und der Zcntrums- abgoordncte Stacken caie Jn,ormationsreiie naa» Kiauticpau. Au, Dem Rückivcye sollen Die Betriebe in Port Arthur, Hongkong und Batavia besichtigt werden.

Stehbierhalle im Hause Bahnhofllraße 77.

* Deutscher Evang elischer Schulverein. Die Konferenz des Deutschen Evangelischen Schuloereins für Hessen und Hessen-Nassau wird am OsterdienStag m Frank- furt stattfinden. Den einleitenden Vortrag hält Pfarrer Werner-Frankfurt, Müller-Frankfurt.

brachen in Klem-Ltebenau (Vorwerk), KreiS Rosenberg in Westpreußen, Regierungsbezirk Marienwerder, am 17. Lllärz. In den übrigen Teilen des Deutschen Reiches ist die Seuche zur Zeit erloschen.

4 Hieb, 21. März. Dieser Tage weilte der Kreisarzt hier, um dre Kinder zu untersuchen, die au Ostern in die Schule ausgenommen werden, eine Einrichtung, die hier zum erstenmal getroffen wurde und sicherlich für Schule und Elternhaus von größtem Segen ist, wenn man bedenkt, wie oft geistig Ed körperlich unentwickelte Kinder zu früh­zeitig &r Schule überwiesen werden und dort zur Last fallen.

* Mainz, 21. März. Der Landesverein Hess. Zeitungsredakteure hielt hier gestern seine Haupt­versammlung ab. Der Vorsitzende, Redalteur Dr. Wald- aestel erstattete den Jahresbericht, in dem er zunächst über den Anschluß des Lunoesvereins an den Bund deutscher Redakteure und dessen Tätigkeit Mitteilungen machte. Die

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersitätS - Buch- und Steinbruderei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expediilon und Verlag: ea® 51. Redaktion:«« 112. Tel.-Adru Anzeiger Gießen.

zu: roü teuer mußte ich das befahlen! Tie Patrone führten mich nicht schlecht in die Irre! (P-egen Deren Ansicht, folgte ich endlich meiner Ansicht, kehrte mich den Henker an das Urteil >dci Laste; ich rief den Menschenverstanb zu Hilfe das half! Nun fragte ich keinen Menschen mehr als mich selbst, so verlor sich do 5 Buntsck-eckige deS Verlages und nahm eine bestimmte Farbe au, die oft angefochten und oer öfter ein höherer politischer Zweck zur Last gelegt wurde." In der Tat kam es im Jahre 1841 dazu, das die preußische Regierung ein Einsuhrverbot gegen den gesamten (5ampeichen Verlag erließ, ohne dornigfrnlich ben geroanöten und kampflustigen Alaun einzuschüchtern. Tiefer starb 1807 und hinter ließ oen Verlag seinem Sohne Julius Campe (geboren 1846,, tret noif vor kurzem erst durch fernen Ankauf des Heine-Tenknui' aus dem Achilleion die Oeffentlichkeit beschäftigt hat.

Saurierfunde in Deutsch-Ostairika. Die von den Herren Tr. Werner Janeusch und Dr. Edwin Hennig geleitete Tendaguru-Erpedilion" hat nun da» erste Jahr beendet, Nach Alitteilungen, die in dec Umschau veröffentlicht sind, sind die ge­machten Funde sehr vielversprechend. Die Größe der gefundenen Knochen übertrifft jedenfalls zum Teil alles, was je zuvor von Taurierüberrcflen bekannt geworden ist; so ist z. B. ein Oberschenkcl- lnochen von 2,08 Meter Länge zutage gefördert worden, Schulter­blätter und Stippen von je 2 Meter Länge usw. Ter die Saurier­reste bergende Tendaguru, der nach den bisher vorliegenden Be­funden mit Knocheuresten von Sauriern und anderem vorweltlicheu Getier geradezu gespickt sein muß, ragt ganz einsam aus einem ziemlich ebenen Gelände, das etwa 170 Meter über dem Meeres­spiegel liegt, bis zu einer rwhe von ungefähr 320 Meter auf. Tie Hauptmasse der Knochen findet sich am Tendaguru selbst, und es foUen, neueren Nachrichten zufolge, Anzeichen vorhanden sein, das; Die Knochenschicht sich vielfach bis zu 100 und selbst 150 Meter Tu < erstreckt. Bei der ungeheuren Fülle der Funde, die so zahlreich und, daß die beiden Geologen jetzt, nach drei Vierteljahren Arbeit, immer noch nicht recht wissen, wie sie bis Lude 1910 (etwa bis , dieser Zeit ist die Tauer der Expedition geplant) alles Material beiDälitgen, sichten oder gar bergen sollen, mußte man nach Gul- oüiilen bald hier, bald dort graben. Daß man sich nur auf Stich­proben beschränken kann, geht schon daraus hervor, daß das Haupt- nmbfelb über einen Quadratkilometer groß und m dieser ganzen Ausdehnung eben bis in sehr großen Tiefen mit vorweltlichen ttnochenresten besät ist.

4°/0 Italien. Rente

3% Portugiesen Serie I';

3% Portugiesen !I£ .

4/,% rasa. Staateanl. 1905 100.2d

47//O japan. Staatsanleihe

4°/0 Conv.TUrken von 1903 Tilrkeiilose

4"/0 Griech. Ilonopol-Anl. . 49.4o

4°/0 äussere Argentinier v. 91.65

3°/0 Mexikaner . 69.40

4'/,% Chinesen

Aktien:

Bochum Guss .

Buderus E. W.«*.- . < v Tendenz: ruhig.

Lrnst 0. Posta« und die vühnengenostcnschaft.

Generalintendant Ernst v. P 0 s s a r t hat der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger milgeteitt, daß er seine Ehren­mitgliedschaft bei dieser Vereinigung niederlege. In einem bemerkenswerten Schreiben begründet er diesen Schritt.

So lange die Genossenschaft nicht das Unrecht wieder gut mach', das sie in ihrer Generalversammlung vom Jahre 1908 durch den ungerechtfertigten Abbruch der Verhandlungen mit dem Deutschen Bühnen-Verein begangen hat, und nicht über die be- leidigenden Aeußerungen, die ohne jeöe Veranlassung gegen den Bühnenoerem und sein Präsidium in jeder Versammlung ge­schleudert worden sind, in aller Form ihr Bedauern ausspricht, 10 lange kann und werde ich nicht als Slreitgenosje Ihnen zur Leite stehen/ Nach Darlegung des Sachverhalts fährt Posiart fort: 2a Sie von Ihren Ehrenmitgliedern in erfler Lüste eine Stampf- berestschast in Ihrem Sinne zu ermatten scheinen, ich Ihnen aber auf dem Wege, den Sie beschritten haben, keine Gefolgschaft letfien kann so lege ich hiermit die Ehrennsttgliedschast, die mir beim 25iäi)tigen Jubiläum der Genossenschaft durch Ihre General­versammlung zuteil geworden ist, in Ihre Hände zuruck. Und hören Sie zürn Schluß noch ein Wort von mir: Sie sind durch Ihr ungerechtfertigtes Vorgehen auf dem Wege, die eadje der Genossenschaft in materieller Hinsicht zu schädigen und ihr gesell­schaftliches Ansehen herabzudrücken. Und ete haben durch Ihre argen Verfehlungen gegen die schönen parlamentarischen eitlen, die 30 Jahre lang in der Genossenschaft sorglich gehütet worden sind, ihre besten Freunde von sich gestoßen. ... 17 Jahre hindurch habe ich tedgenommen an den Versammlungen des deutschen Bühnenvereius. Niemals bis zu jener unheilvollen Katastrophe, die sie ohne Not heran,beschworen haben, i|l dort em Wort ge­lten, das nicht erfüllt gewesen wäre uom Geiste des Friedens und Wohlwollens gegen die Genossenschafter. Und wollen «ie wissen, wer von diesen Freuiiden Ihr beuer, von Ihren Gönnern imDirekiorial-Ausschuß der größte gewesen ist: Geors»von^Hülsen, dec Präsident des Bühnenverems. Er hat das Werk des Friedens, das vor einem Menschenalter fein lieblicher Vater Botho von Hülsen gegründet, im Geiste des Heimgegangenen forigefuhrt und gefordert. Und gegen diesen Mann richten <ne Ihre P'eile.

Possart schließt seinen Brief nut.der Mahnung: Steuern Sie endlich wieder m ruhigeres Fahrwasser, bannt die Sache der Ge-

Meine beiden Cnkelchen

trinken täglich Bioion. 'M ii n ch e n, Jackstattstraße 11. 7. Aua. W*'. Meinen beiden Enkelchen im Aller von 8 und 10 wahren, die so sed / blutarm und in der Entwicklung zurückgeblieben nnb, gab ich einige Zett lang täglich einen guten Eßlöffel voll von IhremBioson" 11111 etwas ttakav vermiichl und in Milch gekocht, welches (4etrunl sie sehr aerne nahmen. Schon nach ca. 14 Tagen zeigte sich die Wirrung Ihres Braparats, der Appetit besserte sich, das Aussehen wurde ein gesünderes u. das Allgemeinbefinden ein wirklich zufriedenstellendes. Ich werde den beiden Klemen noch weiterBiofon" geben und kam, ich dasselbe für ichwächliche Kinder nur empfehlen. Hochachtend! Kath. Biruer, Schnetders-Wwe. Unterschrift bcalaubigt: Alfons Gabel, Aoiariatsvertreter. Bioson ist das beste und billigste Slräf tigungsmittel. Paket 3 Mark in Apotheken und Drogerien. Man verlange von dem Biosonwerk Jranksttrl a. Al. eine GratiSprobe und die Broschüren. _________________

Mitaliederzahl des Becetns betrug am Anfang des ^ercnn- jahres 19, davon schieden 5 crus lvegen Wegzugs aus >.ieff<n, nmi eingekreten sind 6. Nach Mitteilungen aus dem inneren Vereinsleben wurde vom Vorsitzenden noch des schonen Verlauss dcs Pressefestes am 27. Nov. gedacht Den Kassen- bericht erstattete Redakteur B c u t h n c r. Haben sich die- ft nanziellen Verhältnisse dcs Vereins and) infolge der gröge ren Einnahmen gebessert, so ist das Vermögen doch noch nicht so bedeutend, daß die Zinsen für Wohl>ahrcüctnrichtnu gen ausreichen, und eine Vermehrung dcs Kapital.'> wnroe daher als wünschenswert und nötig bezcichnct.^et oer Neuwahl des Vorstandes wurden nstedergewahlt: -salo

aestel Darmstadt zum 1. Vorsitzenden, Nohaschel Maniz zum 2. Vorsitzenden, .tzannemann-Tarmstadt zum 1.

führcr, Beuthner-Tarnistadt zum Kassierer und neugewaHU Redakteur Strecse-Darmstadl zum 2. Schrtstilihrer, rr. Tannert^Worms, Heß-Gießen, Fände Lsienbach und --r. Sander-Darmsdadt zu Beisitzern. Als Ort der nächsten Versammlung wurde Darmstadt gewählt. .

§ Marburg, 21. März. Die gestern im Saale des Hotels Freidhof hier abgehaltcne 25. Vertreter-Versamm Lung des Kreis Krieger Verbandes beschloß, das Verbandsfest im sog. Universitätsdorf Kaldcrn abzuhal­ten. Der vorige Woche hier entwichene Sträfling wurde in Dillenburg ergriffen.

* Kirchhain, 21. März. In dem tatholtschen Dorfe Mardorf unterlag bei der G em e i 11 d c r a t s w a h l in der dritten Abteilung der Zentrumstandidat seinem sreisinnigen l^-egner. ___ ________-

Es findet keine Bevorzugung des Adels weder in der 1 Theorie noch in der Praxis- statt. Herr Stresemann hat be­hauptet, daß systematischer nur die Adligen mit großen Mm tonen betraut würden. Ich bin drei Jahre im Amte, habe aber von einem solchen System keine Ahnung, vielleicht hat Herr Stresemann eine bessere Quelle."

Meine Quelle ist das Handbuch für den König!. Preußischen Hos und Staat für das Jahr 1910. Aus ihm ergibt sich folgendes:

Das Deutsche Reich hat Botschaften tn London, Rom, Tokio, Wien, Petersburg, Madrid. Konstantinopel, Washington und Paris. Bei diesett Botschaften ist weder ein bürgerlicher Bot- fchafter noch em bürgerlicher Botschaftsrat, noch ist irgend eine etatsmäßige Stelle dcs ersten bis dritten diplomatischen Sekretärs mit Bürgerlichen besetzt. ^Nan wird wohl behaupten dürfen, daß die große Politik Deutschlands in erster fimie ut diesen An­tretungen bei den Hauptmächten getrieben wird. Das bürgerliche Element ist hierbei vollständig ausgeschlossen.

Bon den 16 Gesandten und 13 Ministerresidenten sind bürger­lich die Gesandten von Abessinien, Marokko, Mexü'o, Peru. Von den Ministerresidenten der Inhaber dieses Postens m Uruguay Alle übrigen Gesandschasten find nut adligen Gesandten und Gesandschaftsräten, bezw. Gesandschaftssekretaren bcietzt. Nach dem Staatshandbuch für 1910 gab es überhaupt nur einen bürger­lichen Legakionsselretär: Dr. Kieulieu bei der diplomatischen Agentur in Kairo und einen bürgerlichen Lcgationssekretar bei der Gcsandschaft in Venczuela-Earracas.

Ferner ist festzustellcn, daß unter den nichtetatmäßigen Per­sonen nur drei bürgerlickst: Attaches vorhanden find, nämlich der lächfisd-e Referendar Tr. Hoesch in Paris, der preußifche Referendar Dr. Hannhorst in Tokio und der preußische Referendar 2r Forst­mann in Washington. Soweit König!. Preußische Gesandtschafteii bei den übrigen Bundesstaaten, in Hesseii, Oldenburg, beim päpst­lichen Stuhl, in Sachsen, Thüringen und Württemberg bestellen, muß festgestellt werden, daß bei diesen weder em bürgerlicher Gesandtschastsrat noch Legationssekretär noch AttachL vorhanden ist.

Bei der Bcsetzung der Generallonsulach wird ebenfalls das Gardevrin^ip geübt. Zwar gibt es noch an einigen wichtigen Orten, so in Petersburg, Chicago, St. Franzisko, Bukarest und Rom bürgerliche Generalkonsuln. Ein Blick m die Liste der Konsulate und Generalkonsulate zeigt aber ebenfalls, daß man -war an den kleineren und kleinsten Orten regelmäßig Bürgerliche hinsendet, daß aber die Berufswnsulate in den bestgelegensten Orten immer mehr mit Adligen besetzt werden. ©0 fmb bon den Konsulaten in Oesterreich-Ungarn die in Wien, Budapest, Prag, und Lemberg, von denen in Italien die in Genua, Turm, Neapel unb Palermo, ferner die Generalkonsulate in Kairo und Sofia, in Bern unb Zürich, in Stockholm unb Warschau, in Schanghai, in Rauling, in Paris, in Havre, in Yokohama unb m Tunis mit Adligen besetzt.

Wenn man diese Gesamtaufstellung prüft uno fidi die ein­gangs wiedergegebcnen Worte des Herrn Staatsselrelärs von Schoen ihnen gegenüber vergegenwärtigt, so kann man bei aller gebotenen Höflichkeit der Poleniik wirklich nur zu der Anschauung kommen, daß man die Ausführungen des Herrn Staatsselretars wörtlich zu nehmen hat uni> daß ihm tatsächlich diese Verhältnisse nicht bekannt sind. Umso eigentümlicher wirkt es, wenn er diese Feststellung mit einer Gebärde überlegener Ironie tn der Debatte glaubt abtun zu können."

Dortmunder-Union 94.50

Dresdner Bank . . 165,80 Tendenz : ruhig.

Elcktriz. Lahmeycr . . . Elektriz. Sehnckcrt . .

Eschweiier Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk Lanralr te > .....

Nordd- Lloyd .v. . . - . Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. .

Darmstädter Bank Deutsche bank . .. Deutsch-Asiat. Bank - Diskonto - Kommandit Dresdner Bank -

Kreditaktien . -.

37,°/0 Konsols do.

3'/,70 Hessen

3'/i"U Oberhessen o* 4°/0 Ocsterr. Goldrente . . 476°/n Oesterr. Silbenente l1 4°;0 Ungar. Goldrente

Nr. «8 Zweites Blatt 160. Jahrgang Dienstag Marz 1910

--------Eichener Anzeiger

Seneral-Anzeiger für Gberheffen

. . 182.20 Harpener Bergwerk . 7 . 136.30 Laurahütte . . . . .1