Ausgabe 
31.8.1910 Zweites Blatt
 
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Nr. 203 Zweites Blatt

160. Jahrgang

Mittwoch 31. August 1910

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

DieGießener Familienblätter" werden dem -Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Gießener Anzeiger

Eeneral-Anzeiger für Oberhesten

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e«5L Redaktion: ^^H2. Tel.-Ad r.:AnzeigerGießen.

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Die Cholera im Ausland.

Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe«.

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1910

Höchste Temperatur am

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Preßburg, 30. Aug. Die an Cholera erkrankte, auf dem DampferRegensburg" bedienstete Antonie Tunka ist im hie- 'igen Epidemiehospital gestorben.

Erzerum, 30. Aug. Hier sind' zwei neue Cholera-- fälle vorgekommen, von denen einer tödlich verlaufen ist.

Wien, 30. Aug. Das Ministerium des Innern teilt amtlich mit, daß in mehr als fünf Tagen seit der im Franz-- Josef-Hospital erfolgten Isolierung zweier Cholerakranken jede Gefahr einer Weiterverbreitung der Krankheit be­seitigt ist.

Rom, 30. Aug. In den letzten 24 Stunden sind in San Ferdinando, Cerignola und in -Margherita di Savoia je eine Erkrankung an Cholera, in Trini- tapoli drei Erkrankungen und zwei Todesfälle, in Barletta fünf Erkrankungen und zwei Todesfälle, in Trani ein Todesfall, in Molfetta eine Erkran­kung und ein Todesfall vorgekommen.

der zwölfjährige Schulknabe Willy Buchholz aus der Ham^ burger Straße unb der vierzigjährige Glasermeister August Wachtel aus der Pichelsdorfer Straße zur Beobachtung cinLeliesert, wo sie schwerkrank darnieder liegen. Ob es sich wirklich um Cholera handelt, wird die Untersuchung erst noch ergeben.

Berlin, 30. Aug. Außer der Ehefrau des verstorbenen Hausdieners Vogt, ihrer bei ihr wohnenden Schwester und der beiden Kinder wurde auch noch eine Frau Schulz aus demselben Hause unter Choleraverdacht dem Virchow-Krankenhaus zu- aeführt. Die bakteriologische Untersuchung ist noch nicht abge- chlossen.

Charlottenburg, 31. Aug. Unter Choleraver­dacht ist ein Fräulein Hohenberger aus Hallensee ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Berlin, 30. Aug. Die bakteriolo gis che Unter­suchung der im Virchowkrankenhaus unter dem Verdachte der Cholera eingelieferten Personen hatte ein verneinendes Er-,

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R.-B. Darmstadt, 30. Aug. Das Kriegsgericht ver­urteilte heute den Dragoner Joh. Jos. Haas aus Datau i. Baden vom Leib-Dragoner-Regimenl Nr. 24 wegen tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten und Ungehorsams vor versammelter Mannschaft in zwei Fällen zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis. Der seit dem Herbst vor. Js. dienende Angetlagte erhielt in der Verhandlting fern günstiges Zeugnis bezüglich 'seiner Führung ausgestellt, er gilt als wtder- fetzlich und tft nicht beliebt. Beim Pferdeputzen am 13. August kam er dem Befehl des (Sergeanten widerwillig nach. Er beiiahm sich ungehörig und wiederholte dies einige Tage später. Schließ­lich vergaß er sich so weit, die Kartätsche nach dem Unteroffizier zil werfen, der jedoch nicht getroffen wurde. Er sucht diesen Wurf als Zufall hinzustellen, hat aber damit keinen Erfolg.

Ratibor, 30. Aug. Das wegen Ermordung seines Schwiegersohnes^ des Wirtschastsbesitzers Elb in, am 24. April vom hiesigen Schwurgericht zumTode verurteilte Häusler-Ehepaar Kuznik aus Gr.-Gauden (Kreis Kosel) wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Der Ehemann zählt 73, die Ehefrau 63 Jahre.

Lirigesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Obgleich das Verbot besteht, Hunde nicht mit in d i e W i r t- sch aft e n zu bringen, so scheint es, daß dieses gar (keine Beach­tung mehr findet. Es ist aber wirklich gerade zu empörend- wie man so oft als Besucher seines Stammtisches fortgesetzt von diesen Tieren in verschiedenen Arten belästigt wird. Es wäre sehr zu wünschen, wenn die Polizei diesem Paragraphen mehr Beachtung schenken würde und den Wirt, welcher selbst seinen Hund in das Lokal läßt, in erster Linie empfindlich bestrafen ließe.

29. bis 30.

29. , 30.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienst st eile Gießen.

Wetterausstchten in Hessen am Donnerstag bem 1. Sept. 1910 Heiter und trocken, nach tühler Nacht vielfach Morgennebel.

Luftschiffahrt.

Straßburg, 30. Aug. Nach einer Mitteilung des Dr. Eckener von der Deutschen Lustschisfahrts-Aktiengesellschast steht diese mit den städistchen und militärischen Behörden in Unter­handlungen wegen der Errichtung einer ständigen Landungs- stelleauf einem Anger bei Rupprechtsau. Die Unterhandlungen dürften Aussicht auf Erfolg haben. Bei der heutigen Fernfahrt desL. Z. VI" von Baden nach Straßburg, an der mehrere Offiziere als Passagiere teilnahmen, ging das Luftschiff plötzlich über Straßburg nieder, als ob es landen wollte, und Dr. Eckener ließ sich aus einer Höhe von 15 Metern an einem Tau auf dem Polygon nieder. Das Schiff kehrte darauf nach Baden- Baden zurück.

Le Havre, 30. tLIug. Der Flieger Moräne erzählte einem Berichterstatter: Als mein Höhenmesser 2040 Meter zeigte, stellte ich den Motor ab und begann den Abstieg: es waren 29 Minuten vergangen, seit ich den Boden verlassen hatte und in 9 Minuten langte ich im Gleitfluge unten wieder an.

Paris, 30. Aug. Aus Douai wird berichtet: Der Flieger Bregnet unternahm gestern, wie bereits kurz gemeldet, mit fünf Passagieren an Bord seines Zweideckers einen Flug. Das Gewicht des Fliegers, seiner Fluggefährten und des Bcnzinvorrates betrug 420 Kilogramm.

Die Cholera.

Choleragefahr in Berlin?

Spandau, 30. Aug. Heute vormittag sind zwei neue Fälle von Choleraverdacht zur polizeilichen Meldung gelangt; es wurden

August --- 4- 20,9 ' D.

, = + 12,4 eC.

Märkte.

th. Gießen, 31. Aug. Der gestrige Rindvieh markt hatte einen Austrieb von etwa 1200 Stück Großvieh, sowie 450 Jung- tiere und Kälbern. Der Vorhandel, der sich sonst nur auf Milch­vieh beschränkt, betraf, wie schon am letzten Markt, alle Vieh­gattungen außer Kälber. Er gestaltete sich sehr flott und ließ er­kennen, daß der Hauptmarkt sich gut gestalten würde. Es gab gestern eine sehr starke Nachfrage nach Milchware. Einkäufer für Frankfurt a. M. aus der Pfalz und von der Elsässer Grenze be­zahlten für gute Stücke, die stark vertreten waren, recht ansehnliche Preise. Auch die Nachfrage nach Fettvieh und Kälber war so, daß ein Anziehen der Preise nicht ausbleiben konnte. Für Jungtiere wurden ebenfalls recht hohe Preife erzielt, da hierin angesichts der guten Futterernte mehr tüte starke Nachfrage vorhanden war. Gebandelt wurden das Stück frischmelkende und tragende Kühe 1. Qual. 600 bis 650 Mk. (einzelne extra gute Stücke bis 700 Mk.), 2. Qual. 500 bis 575 Mk., 3. Qual. 400 bis 475 Mk. Jungtiere für Mast und Zuchtzwecke, '(-'/«jährig, je nach Form und Quali­tät 150 bis 220 Mk. Bezahlt wurde nach Schlachtgewicht für den Zentner: Fette Rinder 1. Qual. 84 bis 87 Mk., 2. Qual. 81 bis

83 Mk., fette Stiere 77 bis 80 Mk., fette Kühe 1. Qual. 69 bis

74 Mk., 2. Qual. 6568 Mk., 3. Qual. 59 bis 63 Mk. Kälber

I. Qual. 89-94 Mk., 2. Qual. 80 bis 85 Mk., 3. Qual. 72 bis

78 Mk. Fette Ochsen, die nur durch den Handel beschafft werden, kosten in 1. Qual. 89 bis 92 Mk., 2. Qual. 85 bis 88 Mk. der Zentner Schlachtgewicht.

fc. Frankfurt a. M. S ch w e i n e m a r f tb e r i dj t vom 31. Aug. Aufgetrieben waren 1302 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgew. 00.00-00.00 Mk., Schlachtgewicht 00-00 Mk. Vollfleischige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 56.0057.00 Mk., Schlachtgewicht 7071 Mk. Vollfleischige Schweine über 2llz Zentner Lebendgew. 56.0^57.50. Mk., Schlachtgewicht 70.0073^ Mk. Fett- fchweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 56.0057.50 Mk., Schlachtgew. 7274 Mk. Fleischige Schlveine Lebendgewicht 56.0057.00 Mk., Schlachtgewicht 72,0073 Mk. Sauen Lebendgewicht 0000 Mk., Schlachtgewicht 0000 Mk. Markt mittelmäßig, nicht geräumt.

Der demokratische Katholizismus in Frankreich vom Papste verurteilt!

Der Widerstand! der Geistlichkeit gegen die Bewegung Marc Sangniers, der bekanntlich die Demokratie mit dem Katholizismus versöhnen will, ist schon oft scharf her­vorgetreten und hat selbst zu Skandalen Anlaß geboten, die das Ansehen des Klerus beträchtlich schädigten. Man wußte auch, daß in Rom gegen den Sillonismus ge­arbeitet wurde, aber bisher war der päpstliche Bannfluch noch immer im letzten Moment von den Sillonistcn ab­gewendet worden. Bei der fortschreitenden Unversöhnlich­keit des Papstes gegen die modernen Bestrebungen war aber vorauszusehen, daß die Verdammung desSillon" nicht lange ausbleiben konnte. Sie ist nun, wie wir gestern bereits berichteten, in aller Form erfolgt, und dieCroix", das Blatt der Assnmprionisten, verfehlt nicht, mit Froh­locken dem Brief des Heiligen Vaters an die Bischöfe über die Sillonistcn die größte Verbreitung zu geben. Heute übermittelt das Wolffsche Bureau eine Anzahl von Presse­stimmen:

Paris, 30. Aug. Fast die gesamte Presse beschäftigt sich lebhaft mit dem Schreiben des Papstes über die katholisch-demokratische Jugendver­einigung. Die radikalen Blätter äußern ihre Befrie­digung darüber, daß der Papst jeder Zweideutigkeit ein Ende gemacht habe. DieAktivs schreibt:

Das Schreiben des Papstes bedeutet einen endgültigen Si'g derjenigen, die in religiöser und politischer Hinsicht einen un­versöhnlichen Standpunkt einnehnren. Wenn die liberalen Katho­liken sich unterwerfen, dann gehen sie einem neuen HAigen Kampfe zwischen der Republik und der Kirche entgegen; wenn sie Widerstand leisten, bflint werden wir einem Streit der katholischen Parteien beiwohnen, der der Republik und der sozialen Demo­kratie nur zu großem Nutzen gereichen farat. Möge der Papst in seiner Verblendung und seinem Fanatismus uns noch manchen solchen Dienst leisten.

DiePetit Republik" schreibt:

Wir werden das Schicksal der Sillonisten nicht beweinen; mögen sie sich mit der Kirche auseinandersetzen, wenn sie das für notwendig halten. Unsere Sache ist es, auf die Unduldsamkeit und Engherzigkeit der päpstlichen Anschauungen hinzuweisen.

Die ,Lantere" meint: Dank dem Papste ist die Lage nunmehr klar; ein Katholik muß nicht nur antirepubli­kanisch, er muß auch antidemokratisch sein. Der konser- vativ-royalistisch-eGaulvis" meint:

Der Heilige Pater leistet uns einen Dienst selbst auf politischem Gebiete, indem er uns zur Bescheidenheit, zum Gehorsam und zur Vorsicht mahnt. Es ist gut, daß die höchste Autorität der Welt uns an unsere Pflichten erinnert. Wir sind überzeugt, daß der Sillon sich vor der Verurteilung beugen wird und daß die ihm erteilte Lehre uns allen zum Nutzen gereichen wird. Wir haben uns in die Leitung der religiösen und kirchlichen Aw- gelegenheiten nicht einzumischen, dazu ist die Kirche da. Wir haben ihr nur zu gehorchen. ..

Paris, 30. Aug. Der Advokat Marc Sangmer, der Grün­der und Präsident der vom Papste verurteilten katholisch-demo­kratischen JugendvereinigungLe Sillon", erllärte einem Bericht­erstatter, daß er sich den Weisungen des Papstes ehrfurchtsvoll füge. Er sei vor allem Katholik uni) freue sich, einen Beweis von seiner treuen Anhänglichkeit an den katholischen Glauben geben zu können. Er werde sich nicht mehr mit der/Leitung des Vereins beschäftigen und die jungen Sillonisten wurden nun unter die Führung ihrer Seelenhirten zurückkehren, doch werde er persönlich seine Tätigkeit vermittels des von ihm begründeten Blattes, sowohl in politischer, wie in wirtschaftlicher Hinsicht fortfetzen und zu beweisen suchen, daß Katholizismus, Republikanismus und De­mokratie keineswegs unvereinbare Dinge seien, wenn er auch dabei den Befehlen des Papstes in kindlichem Gehorsame Rechnung tragen werde.

Gegen Brechdurchfall und Darmkatarrb schätzt man die- Säuglinge am besten, wenn man sie mitStufetc" und Milch ernährt. Beides zusammen wird im Magen gut verdaut und geht im Darm weniger leicht wie Kuhmilch allein zur Gärung über.Atufete" verleiht der Milch einen höheren Nährwert, wird von allen Slmbcrn, gern genommen und ermöglicht einen rationellen Uebergang zur

Universitäts-Nachrichten.

Der Privatdozent Dr. Friedrich Brie in Marburg wurde vom 1. Oktober d. I. zum etatsmäßigen außerordentlichen Professor für englische Philologie und zum Direktor des Seminars für englische Philologie an der Universität Freib ur g i. Br. als Nachfolger von Prof. Wilhelm Wetz ernannt.

Vorlesungen über Kolonialwesen an der Frankfurter Akademie. Die Akademie für Sozial» und Handelswissenschaften zu Frankfurt a. M. veranstaltet auch im kommenden Wintersemester eine Reihe von Vorlesungen und Uebungen zum Studium des Kolonialwesens und der Kolonialpolitik. Außer verschiedenen allgemeinen Vor­lesungen aus dem Gebiete der Volkswirtschaftslehre, Rechtswissen­schaft', Geschichte, Geographie und der Naturwissenschaften und zahl­reichen sprachlichen Uebungen (Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Holländisch, Russisch, Türkisch, Arabisch) dienen diesem Zwecke besonders die Vorlesungen und Uebungen von Dr. Franz über Kolonialwesen und Kolonialpolitik und die Geschichte des Weltverkehrs, die von Professor Arndt veranstalteten Besprech- imgeii wichtigerer Fragen der äußeren Wirtschasts- unb Macht­politik, insbesondere der Kolonialpolitik, bie Vorträge von Pro­fessor D e ck e r t über Meereskunde und von Professor Kraus über Asien, ferner die Vorlesungen von Hofrat Dr. Hagen über die geistige Kultur der Naturvölker, von Professor S ch w a l l y über die arabische Weltherrschaft unter den Chalisen und von Dr. Bruck über die wichtigsten Handelsgewächse, ihre Kultur, Verbreitung und Bedeutung im Welthandel.

Heer und Flotte.

Berlin, 30. Aug. Vizeadmiral Schroeder, Chef des zweiten Geschwaders, und Vizeadmiral v. Geringen, Befehls­haber der Aufklärungsschiffe, wurden unter Enthebung von diesen Stellungen zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee gestellt; Vizeadmiral v. Jngenohl, zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee, wurde zum Chef des zweiten Ge­schwaders ernannt; Kontreadmiral Dick, Oberwerftoirektor der Werft Wilhelmshaven, zum Direktor des Werstdepartements des Reichsmarineamts, gleichzeitig zum stellvertretenden Bevollmäch­tigten zum Bundesrat ernannt; Kontreadmiral Gr apow , zweiter Admiral des ersten Geschwaders, «unter Enthebung von seiner Stellung zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee gestellt; Kontreadmiral Bachmann, zweiter Admiral der Auf- llärungsschiffe, zum Befehlshaber der Aufllärungsschiffe ernannt; Kontreadmiral v. Kr osiak, Abteilungschef im Marinekabinett des Kaisers, zum zweiten Admiral des ersten Geschwaders ernannt; Kontreadmiral Graf v. Spee, .Chef des Stabes des Kom­mandos der Marinestation der Nordsee, zum zweiten Admiral der Ausllärungsschisfe ernannt; Kapitän zur See Eckermann, kom­mandiert zur Dienstleistung bei der Werst Wilhelmshaven, zum Oberwerftdirektor dieser Werft ernannt.

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Landwirtschaft.

Versteigerung von importierten Fohlen. Die Landwirtschaftskammer hat in diesem Jahre 10 belgische und 9 oldenburger Stntfohlen erworben. Die Transporte treffen dem­nächst in Darmstadt ein und werden am Montag, 5. September, auf dem Pferdemarktplatz in Darmstadt unter die Besteller ver­steigert.

Beschickung der Braugersten-Ausstellung in Berlin. Mit Rücksicht darauf, daß der Erdrusch der Gerste in diesem Jahre etwas verspätet ist, wurde der Anmelde- tetmin für die Beschickung der Berliner Braugersten- Ausstellung von der hessischen Landwirtschastskammer bis zum 10. September verlängert.

ehr gefährlich werden. Jedenfalls ijt die Aufregung sehr iroß und erstreckt sich iveit über Calais hinaus auf die Eisenbahnarbeiter des Nordbahnnetzes, in dieser ganzen Gegend. Andererseits regt es sich auch wieder unter den Angestellten der Ostbahn-Geseltschast, von denen in mehreren Versammlungen btc Zustimmung zum Ausstande ausgedrückt wurde, wenn das Komitee ihn anordnen werde.

Ausstandsgefahr bei den Lifenbahnangestellten in Zrankreich.

O Paris, 30. Aug.

Die Drohung des Eisenbahn-Ausstandes erscheint wie­der am Horizonte, und zwar muß man bei noch so vor­sichtiger Beurteilung der Umstände crllären, daß dabei die .Haltung der betreffenden Eisenbahn-Gesellschaft sehr eigen­artig und bedenklich erscheinen muß. Aus Calais meldet nämlich dasJournal", das doch mit Sozialisten und Syn­dikalisten nichts zu tun hat, folgendes: *

Zwischen dem Arbeiterpcrsonal der Bahnhöfe in Calais und der Nordbahn-Gesellfchaft ist ein ernster Streit aus­gebrochen. Am 2. Juni fand eine Entgleisung zwischen dem Haupt- und dem Seebahnbose statt, die nur einige kleine Materialbeschädigungen uno eine unbedeutende Verzögerung der Züge und der Abfahrt der Paketboote nach Dover ver­ursachte. Man schrieb sie dem Umstande zu, daß die Erd­aufschüttung nicht hinreichend war. Bei dem Forschen nach den Urhebern dieses Unfalles erfuhr die Gesellschaft, daß der Schienenweg kurz zuvor an dieser Stelle von Arbeitern aus gebessert worden war, die von dem Sekretär der Gruppe des Eisenbahner-National-Syndikats von Calais, Eckman, beaufsichtigt wurden. Man machte also diesen für die Ent­gleisung verantwortlich. Er tonnte das aber gar nicht sein, denn er war während dieser Wegausbesserung von einem Vorgesetzten zu einer anderen Arbeit abbernfen wor­den, so daß er seine ihm sonst untergebenen Leute nicht beaufsichtigen konnte. Mit Recht verlangte also Eckman eine Uiltersuchung, die ihm nicht bewilligt wurde, und kurz darauf wurde er nach Anvin strafweise versetzt, einem ganz kleinen Oertchen an einer winzigen Nebenbahn. Eckman verlangte neuerdings eine Untersuchung, um wiederum ab­schlägig beschieden zu werden. Die Gruppe des Rational- Syndikats trat natürlich für ihren Sekretär ein und beschloß, eine Abordnung an den Verwaltungsrat der Gesellschaft nach Paris zu senden, um dort die Unter­suchung durchzusetzen. Auf Grund dieses Schrittes wurde Eckntan am letzten Freitag bedeutet, man könnte die Ent­scheidung nicht rückgängig machen, nehme ihr aber den Strafcharakter. Das konnte natürlich we-der Eckman noch das Syndikat befriedigen. Und deshalb wurde neuerdings von den Eisenbahnern in Calais beschlossen, eine Mordnung an die Regierung zu senden, um diese zum Einschreiten zu veranlassen. Auch der Maire von Calais ist ganz auf Seiten des Personals und hofft, der Bautenininister Mille­rand werde die Gesellschaft veranlassen, die mit Recht ver­langte Untersuchung vorzunehmen. Sonst könnte die Lage

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