Deutscher Reich
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Ausland.
Die Pforte hat den Minister Pichon davon verständigt, daß sie den in Smyrna verhafteten Tunesier Kittani gemäß der französischen Forderung an die ägyptischen Behörden ausliefern werde. Sie werde ferner die Lokal- oehörden beauftragen, die Privilegien der in der Türkei wohnhaften Algerier zu respektieren. Minister Pichon h a t Mm weitere bestimmte Mitteilungen ersucht.
Der türkische Finanzminister hatte, wie aus Konstantinopel gemeldet wird, am Dienstag eine längere Unterredung mit dem deutschen Botschafter.
In Madrid eröffnete am Dienstag der Jnfant Carlos den Kongreß zur Bekämpfung des Mädchenhandels. Der Justizminister hieß die Teilnehmer des Kongresses willkommen. Die Infantinnen Maria Isabella und Maria Delapaz wohnten der Eröffnung bei. Unter dem Vorsitz des Reichstagsabgeordneten von Dircks en sand sodann die erste Sitzung statt.
In Montevideo entdeckte man eine revolutionäre Verschwörung; die Hauptanstifter wurden verhaftet. Es soll sofort eine Depeschenzensur eingeführt werden, um die Verbreitung beunruhigender Nachrichten zu verhüten. Die Regierung ergriff alle Maßnahmen, um die Ruhe zu sichern.
Letzte Nachrichten.
S Steinberg (Kr. Gießen), 26. Okt. Gestern abend setzten halbwüchsige Burschen einen auf einer abschüssigen Straße stehenden mit Dung beladenen Wagen in.Bewegung. Dabei wurde das fünfjährigeTöchterchen Softe der Arbeiter Freund Eheleute «von dem Wagen erfaßt unb totgedrückt.
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Amtlicher Wetterbericht.
Wetteraussichten invesien tun Donnerstag öem 27. Oktober 1910: Meist heiler, vereinzelt Morgennebel, kühler, östliche Winde.
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rm. Darmstadt, 25. Okt. Der Hausierer und Natur- henklmdige Joh. Herzberge aus Queckborn hat in der letzten Zett in der Gemarkung Bieber bei Offenbach an einem minber- lahrigen Mädchen unzüchtige Handlungen vorgenommen. Nach Ansicht des Sachverständigen ist er geistig minderwerng. Er muß aber seine Verfehlung mit sechs Monaten Gefängnis büßen. ö
26. Okt Hier wurde ein Redakteur hu 4000 Mark sowie zur Festhaltung im Gefängnis bis zur Zahlung des Geldes verurteilt und zwar wegen Beleidigung des Gerichtshofes, weil er im August, während der Fall Crippen noch nichtabgeurteilt war, gemeldet hatte, daß Crippen seine Frau vergiftet habe und bereits geständig sei. , London, 25. Okt. Vor dem Geschworenengericht in Old- bauey begannen die Verhandlungen gegen Miß Le Neve, welche der Teilnahme an der Ermordung der Frau Crippen angeschuldigt ist. Eine dichtgedrängte Menge füllt die Halle, vor allem ist das weibliche Publikum stark vertreten. Kronanwalt M'u r r eröffnete die Verhandlungen und wiederholte die im Prozeß Crippen erfolgte Beweisaufnahme. Auf die übliche an sie gerichtete Frage erklärte die Angeklagte sich als nicht schuldig. Nach längerer Verhandlung wurde die Angeklagte von den Geschworenen freig e sprachen.
" Das Unwetter in Süöitaüen.
Rom, 25. Okt. Nach den neuesten Nachrichten sind He Beschädigungen in der Nachbarschasi des Vesuv nicht groß. Die Meldungen von Ischia bestätigen, daß das Unglück nicht so bedeutend gewesen ist, wie man nach den ersten Gerüchten über die Zerstörung Casamissiola und einen großen Teils von Ponte d'Jschia glaubte. In Casamissiola stürzten nur etwa 15 Häuser ein, hundert andere wurden allerdings beschädigt, ebenso das Elektrizitätswerk. 10 Menschen sind umgekommen. In Laceoameno und Ischia ist kein Sck-aden zu verzeichnen, dagegen ist die V e r w ü st u n g an der Küste von Amalfi und besonders in den kleinen Fischerdörfern Cetara Majori sehr groß gewesen. Der Minister Sächi ist in S al erno cingetrosfen und sckstifte sich auf einem Schleppdampfer zur Besichtigung der Küste ein. Die Zeitungen veranstalten jnit den neuesten Nachrichten über das Unwetter in Süditalien Sonderausgaben. Nach ihnen wurden die Städte C a s s a m i c c i o l a und Ischia auf der Insel Ischia nicht zerstört. Dagegen sollen in Cetara, in der Provinz Salerno, 200 Menschen umgekommen sein. Bis heute mittag waren 14 Leichen aus den Trümmern geborgen.
Salerno, 25. Okt. Minori hat durch die Ueber- schwemmun^ s e hr gelitten; man fand bisher vier Tote unter den Trümmern. In Majori sind viele Häuser ein» gestürzt. 20 Menschen wurden beim Einsturz erschlagen. Die Straße von San Salerno nach Positano ist unterbrochen, da mehrere Brücken zerstört sind.
„ Die persische Frage. u,
Teheran, 26. Okt. Ueber die Zurü ckz-ieh u n g der un russischen Truppen wird berichtet, das Kabinett fei v bereit, den Wünschen der rilssischen Regierung betreffend die Anerkennung des Statusquo in Bezug auf die Autom 0 - bile zu entsprechen, welche die Russen vor einigen Monaten aus der Straße Julfa-Tädris eingeführt Hütten, ohne Ein- uhrzölle zu bezahlen, wogegen der gegenwärtige Finanz- Minister später energisch Protest erhoben habe. Die Anerkennung des Statusquo hängt jedoch, wie es heißt, von gewissen wichtigen Bedingungen ab, von denen die hauptsächlichsten sind: 1. Rußland muß sofort nach der formellen
Geflügelzüchtern eine willkommene Gelegenheit sein, gutes Junggeflügel zu erwerben.
Igr Kreis Alsfeld.
A Alsfeld, 25. Okt. Die Provinzial-Kaninchen- AuSstellung war mit 100 Nummern beschickt. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: I. Jungtierklasie: Ehrenpreis: Hch. Marx-Butzbach und Hch. Benner-Gießen; 1. Preise: Peter Schmidt-Alsfeld, Hch. Schmidt - Gießen, 2. Preise : L. Bernhardt - Gießen, P. Schmidt - Alsfeld, W. Jakobi-Stammheim, O. Hahn-Vadenrod, Hugo Klingel- höser-Alsfeld, 3. Preise: Hch. Benner II.-Gießen, P. Riediger- Alsfeld, E. Ulrich-Butzbach, ft. Reitz-Stockhausen, H. Klmgel- höfer-Alsfeld und I. Eder - Alsfeld. II. Zuchttierklasse : 1. Belgische Riesen Ehrenpreis der Stadt Alsfeld Hch. Marx-
; Butzbach, 2. Preise: Fr. Faust-Brauerschwend, Ö. Hahn- Badenrod, Th. Rühl-Altenburg, W. Jakobi-Stammheim; 2. deutsche Riesen-Schecken: I. I. Rühl-Altenburg 3. Preis; 3. Silber: Ehrenpreis Hch. Marx-Butzbach, 1. W. Jakob» Alsfeld, 2. L. Harnisch I. - Watzenborn » Steinberg, Wilh. Jakobi-Stammheim, 3. Jak. Nolte-Gießen, K. Heil-Gießen und L. Harnisch-Watzenborn; 4. französische Widder: Verbands-Ehrenpreis: Hugo Klingelhöser-Alsfeld; 1. H. Klingel» böfer-Alsfeld, 2. K. Reitz-Stockhauien, 3. Klingelböfer-Als- ield; 5. Angora: 2. O. Hahn-Vadenrod; 6. Holländer: 3. Hch. Koch-Alsfeld.1
-tt- Eifa bet AlSseld, 25. Okt. Ein hier bediensteter Knecht aus Wernges wurde bei der Kirchweih am vergangenen Sonntag, nachts um 2 Uhr, durch einen Alsfelder Knecht namens Blum in den Unterleib gestochen. Der Täter, der sich auf dem Rückwege von einer benachbarten Kirchweih befand und in betrunkenem Zustand unruheftlftend in das Lokal eindrang, ist ein übel beleumundeter Mensch. Er wurde am Montag früh in Alsfeld verhaftet. Der Gestochene liegt im Alsfelder KreiSkrankenhaus. An seinem Auf» kommen wird gezweifelt.
Hesien-RaffaL.
[] Marburg, 25. Okt. Em auf heute abend in dem großen Saal des Restaurants Quentin einbernfene öffentliche Volksversammlung mit der Tagesordnung „Der Ausstand der Brauereiarbeiter in der Brauerei Bopp" konnte nicht stattfinden, weil trotz ausdrücklicher Mietung und Bezahlung der Miete, wie es im Flugblatt hieß, in letzter Stunde der Saal verweigert wurde. Das Lokal ist kürzlich in das Eigentum der Brauerei Bopp übergegangen.
X Niederwalgern, 25. Okt. Hier fiel gestern ein Kind in ein Waschf a ß und ertrank.
O Bottenhorn, 24. Okt. Ein großes Fest für unser Dorf war die heutige S ch u l einwe i h u n g. Die alten Räume, die erst 1878 in Benutzung genommen wurden, erwiesen sich schon lange Zeit als zu klein und der Gesundheit von Lehrern und Schülern schädlich. Das neue dreiklassige Gebäude kann dagegen als ein Muster feiner Art bezeichnet werden, sowohl ivas äußere, als auch innere Einrichtung an» belangt Ansprachen bei seiner Weihe hielten außer den beiden Lehrern, Stotz und Krause, Landrat Dr. Daniels aus Biedenkopf und Kreisschtllinspektor Prem er aus Gladenbach. Ersterer gedachte der Gemeinde Bottenhorn als Bau» Herrin, die auch auf anderen gemeinnützigen Gebieten schon viel Anerkennenswertes geleistet habe, und schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser, während Prerner sich mit Worten ernster Mahnung an Lehrer und Schüler wandte. Die Feierlichkeiten rourben sehr gehoben durch die Mitwirkung des hiesigen Posaunenchores und eines neugebildeten gemischten Chores.
iv Frankfurt a.M., 25. Okt. Der Umstand, daß sich die Kaimauer des im Bau begriffenen Osthafens auf einer Strecke von 70 Metern verschoben hatte, rief Beunruhigung hervor und führte zu einer Anfrage in der heutigen Stadtverordnetensitzung. Stadtrat Franze konnte jedoch die beruhigende Versicherung geben, daß die Aus- bauschung nur 38 Meter betrage und zum Stillstand gekommen ist. Die Ursache ist in einer Rutschfläche unterhalb des Fundaments der nahegelegenen Brotfabrik zu suchen.
Kardinal Kopp hat demnach seinen Bries von der „Verseuchung" des Westens selbst ausdrücklich bedauert.
Lustschiffahrt.
Landung des Ballons „Amerika".
c. - 2? r! t 25. Okt. Ein Telegramm aus Montreal bewgt, daß der bisher verschollene Ballon „A m e r i k a" im N o r - ^ent.rL niedergegangen ist. Die Fahrer sollen
wohlbehalten )etn und sich bereits auf dem Wege nach Quebec befinden.
St. Louis,25. Okt. Vom Bureau des Aerollubs zu i derben die Zeiten und Entfernungen der neun bisher gelandeten und ausgesundenen Gordon Bennett-Ballons folgendermaßen angegeben: B
„Düsseldorf" (deutsch) 42 Stunden, 1100 Meilen.
„Germania" (deutsch) 43 Stunden, 1040 Mellen.
„Helvetia (schweiz.) 45 Stunden, 850 Meilen.
„Azurea' (schweiz.) 42 Stunden, 772 Meilen.
„Harburg" (deutsch) 27 Stunden 46 Min., 750 Mellen.
„X? eobc }ce" (sranz.) 34 Stunden 36 Min., 725 Mellen.
„St. Lours' (amerck.) 28 Stunden, 550 Meilen.
"Andor (ftanz.) 22 Stunden 20 Min., 410 Meilen
'zMs lwn Population Club" (amerik.) 14 Stunden 32 Min., 31a Merlen.
. Am den Mühsalen und Gefahren, die unsere Landsleute in den Waldern Kanadas zu bestehen hatten, gibt folgendes Telegramm iwch em gutes Bild:
Bei den Landtags st ichwahlen zu Leipzig er» Hielt am Dienstag Zoephel (Natl.) 14452, Bammes lSoz.) 7780 (Stimmen. Zoephel ist somit gewählt.
Dio Straßenbahnangestellten in Bremen haben in einer Versammlung die von ihren Beauftragten mit der Aufsichtsbehörde getroffenen Vereinbarungen angenommen lund beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen.
In einer öffentlichen Versammlung des Ka- Lholischen Frauenbundes in Düsseldorf hielt Kardinal Fischer eine Rede, in der er u. a. sagte:
Ich nehme um so bereitwilliger an Ihrer Versammlung teil, als in der letzten Zeit etwelche Schatten auf das Wirken des Vereins zu fallen drohen. Sie wissen, wohin ich ziele, ich denke an einen von hoher Stelle rührenden Brief, der jüngst durch eine tadelnswerte Indiskretion in die Oeffentlichtest gedrungen ist. Ich weiß ganz bestimmt und bin autorisiert, c 5 hier auszusprechen. daß der hohe Verfasser des in Rede stehenden Briefes die in demselben eingeflochtenen scharfen Ausdrücke bedauert und daß er durckxius nicht die Absichten hatte, die man ihm unterstellt. Ich weiß namentlich und erkläre es auf das allerbestimmtesde, daß er die treue tirdy liche Gesinnung des Frauenbundes in keiner Weise bezweifelt, ihn vielmehr auch für die Zukunft seines Vettrauens ausdrücklich versichert.
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Berlin, 25. Okt. In der heutigen Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank führte der Präsident auf Grund des Bankausweises vorn 22. Oktober aus, die Rückflüsse hätten sich befriedigend gestaltet und der Stand i, sei wieder normal. Die Diskontierungen, insbesondere auch , in Berlin hätten nachgelassen. Die Frage der Diskonterhöhung stehe daher zunächst nicht zur Erwägung. Ob man mit dem jetzigen Satze bis zum Jahresschluß auskommc, hänge von den Ansprüchen an die Bank und von der Be» | wegung der Devisenkurse ab. Der Ueberschuß des Goldimports über den Export belief sich bis 23. Oktober 1910 auf n 145 Millionen Mark, hiervon erhielt die Reichsbank 70 Mill. Mark.
Griglnal.vrahtmelSungen.
Eine Ministerkrifis in Frankreich.
Paris, 26. Okt. Trotz der Erklärung des Ministerpräsidenten Briand, daß er an keine Umgestaltung des Kabinetts denke, wird voraussichtlich eine teilweise Kabinettskrisis wegen der im Ministerium bestehenden Meinungsverschiedenheiten über den vom Minister der öffentlichen Arbeiten ausgearbeiteten Gesetzentwurf über die Errichtung eines Eisenbahnerschiedsgerichts kommen. Mehreren Ministern geht der Entwurf nicht weit genug. Wahrscheinlich wird es zum Rücktritt Vivianis kommen.
Kleine Tnaesckironik.
Der Schnellzug 121 Metz-Gießen überfuhr am Dienstag morgen auf v>ent Ueberwege am nördlichen Flügel des . Bahnhofes Hetzerath bei starkem Nebel infolge noch- i maliger Oeffnung der ^bereits geschlossen gewesenen Zug. schranke ein Fuhrwerk. Der Fuhrmann wurde ge» tötet, der Wagen -zertrümmert.
Im Koblenzer Ausstellungssaal wurden bei einem Einbruch eine Menge historisch wertvoller Gegen^ st ä n d e gestohlen.
Bei einem Einbruch in das Pfarrhaus zu Habscheid bei Trier erbeuteten Diebe 15 000 Mark in 20-Markstücken. 80 Goldstücke trugen das Bildnis Kaiser Fredrichs.
Bei Sterling in Tirol ist man beim Setzen von elekttischem Leitungsmasten aus g o l d - und silberhaltiges Quarz- g e st e i n gestoßen, das reichen Gewinn erhoffen läßt. Tas Metall ist bis zu einer Stärke von 6 Mlllimeter eingesprengt und weißt einen Goldgehalt von 2 Gramm auf einen Kilogramm Gestein auf.
Der Postmeister Kämmerer vom Briespostamt Nürnberg wurde unter dem Verdacht der Unterschlagung amtlicher Gelder in Höhe von etwa 40000 Mark in Untersuchungshaft genommen.
Das Gepäck des Prinzen Heinrich von Bayern wurde während der letzten Jtalienreise zwischen Mailand und München von Dieben geplündert.
In Herzogenrath ist ein von Aachen kommender Klein bahnwagen mitten im Ott in der Nähe der Kirchs entgleist. Ter Wagen beschädigte die Umfassungsmauern der Kirche entgleist. Der Wagen beschädigte die Umfassungsmauer der Kirche und stürzte gegen einen Laden. E i n Mann tourbegetötet. Von den Passagieren des vollbesetzten Wagens wurden, soweit festgestellt ist, 22 teils schwerer, teils leichter verletzt.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 26. Oktober 1910.
** Lehrerpersonalien, lieber trag en wurde dem nchulamtsaspiranten Hch. Frey aus Sulzhcim eine Lehrerftelle an der Gemeinde,chule zu K.'lein-Auheim, dem Schul- -amts-aspiranten Joh. I l l y aus Hamm eine Lehrerstelle an der Gemeind es chtlle zu Astheim. Erledig ist die mit einem evang. Lehrer z-u besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- schu.le zu Dirlammen. Mit der Stelle ist Organisten-- und Lektorendienst verbunden.
** Geheimerat Karl Pückel ist, wie wir schon telegraphisch mitteilten, in der b ergangen en Nacht plötzlich im Alter von 67 Jahren gestorben. Er war Vortragender Rat und Mtnisterialrat im Ministerium der Justiz und seit langen Jahren auch Vorsitzender der Prüfnngskom- mrsston für das juristische Staatsexamen. Geheimerat Pückel war in Bndrngen geboren und gehörte dem hessischen Richter- 4tande seit Cmde 1871 an. Er war zuerst Assessor beim Amtsgericht Homberg, dann in ^Vilbel, wo er 1880 Amtsrichter wurde. 1881 wurde er Landgerichts rat in Gießen Im Jahre 1893 wurde er als Landgerichtsrat nach Darmstadt versetzt und ein Jahr darauf zu.m Oberlandesgerichtsrat betm Überlandesgericht berufen. Am 2. Mai 1896 erfolgte seine Berufung als Ministerialrat beim Ministerium des Innern und der Justiz; bei der Trennung der beiden Mi- mfterien blieb Pückel beim Justizministerium. Der Ber- ewrgte war bis zuletzt sehr rüsttg und in der Darmstädter Gesellsckwft aff gemein geschätzt und beliebt. Er führte auch ber der am vorigen Donnerstag beendeten mündlichen Prü- rung für das zweite juristtsche Examen noch bis zum Schluß den Vorsitz, so. daß sein jetziges Ableben recht unerwartet kommt.
"Juseum für Völkerkunde. Zu der Notiz über dre Erossnung des Museums, die in der Montagsnummer enthalten war, sei mttgeteilt, daß der Konservator des Museums Herr A v. Schultz ist.
Stadttheater. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Abendvorstellung am nächsten Sonntag („Försterchristei*) auSnahmSlveise um 8 Uhr statt 71/» Uhr beginnt wegen des nachmittags im Theater stattfindenden Konzertes des Konzertvereins. — Arn Montag, 31. Oktober, findet, wie schon erwähnt, daS einmalige Gastspiel der Schlaftänzerin und Mimikerin Madeleine Tr il bg statt, zu dem Abonnenten gegen Vorweis der Ermäßigungskoupons ermäßigte Eintrittspreise genießen. Madeleine Trilby singt und tanzt, bezw. versinnbildlicht im Traumzustande klassische und moderne Werke berühmter Meister aus Vergangenheit und Gegenwart, illustriert schauspielerisch Gedichte und Monologe aller Art in künstlerischer Vollendung und stellt alle menschlichen Empfindungen und Leidenschaften in plastischer Pose dar. — Der Darbietung deS Gastes, die auch in Kreisen der Wissenschaft Interesse erregen dürfte, geht eine Aufführung des Schwanke? „Im weißen Rößl" voraus.
*♦ Die Maul- und Klauenseuche ist ausge- ^^5AEn^nd erloschen in Dresden (Schlachtviehhof) E/2 >Okt. — Die Seuche ist au s gb r o che n in De u t s ch- ho s, Meis Schildberg, RegierungÄbezirk Posen, am 23. Okt.
Kreis Büdingen.
»Tü b i n g e n, 25. Okt. In der heutigen Kreis- ? ^2U lU u? 9 die von der Wahlkommission bestätigte Wahl des Sparkassenrechners Ringshausen öum Beigeordneten der Stadt N i d d a für ungültig erklärt uud Muhlenbefttzer Ludwig Erk als Beigeordneter bestätigt Die Kosten der Reklamationen wurden der Stadtkasse auferlegt.
29 Okt. In Verbindung mit der am
A- und 30. Oktober hier stattftndenden Provinzial- Geflug el-Au ssteklung veranstaltet der Landwirt- !H°!iskammer-Ausschuß für Oberhcssen eine I u n g g c s l ü - gzebenausrjf11 s°'s"°2?^^^szuchtstatronen. Zu dieser ähanhnH8PJUlb s17o = r-bhuhnfarbige Italiener, 11,20 toa =T'3 unb ,2A Wto<träe Minorka angemeldet.
Ietliche Tiere verkäuflich fein müssen, wird es den
Paris, 25. Okt. In einer Unterredung erklärte Ministerpräsident Briand heute abend, er habe die in ben i- Wandelgängen der Kammer besprochene Aeußerung in seiner Rede tim vieler Erkenntnis ihrer Tragweite getan. Bis jetzt seien die Minister einmütig darin gewesen, die Veranb« ® wortung für die Maßregeln zu übernehmen, die angesichts u )er Ereignisse nötig gewesen seien. Er wollte aber nicht, >aß das Kabinett inmitten einer Krise weitere Entschlüsse in Erwägung ziehe. Dadurch, daß er jedem Minister feine Ansicht Vorbehalten habe, habe er die Möglichkeit einer Krisis während der Sitzung der Kammer beseitigt und gleich- Ä zeitig die Kammer wissen lassen, daß die Regierung nicht willens sei, eine improvisierte Maßregel zu unterschreiben, zu der man sie mit Hilfe der Tagesordnung hätte zwingen wollen. Der Ministerpräsident fügte hinzu, der Minister- rat werde^erft nach Schluß der Aussprache über die Anfragen zu einer Sitzung zusammentreten, wahrscheinlich am SamS- $ tag. Es fei möglich, daß diese Sitzung eine der ivo interessantesten werde.


