Ausgabe 
25.7.1910 Zweites Blatt
 
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Nr. 171 Zweites Blatt

160. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieSiehener Familienblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Krcisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen

Montag 25. Juli 1910

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e®51. Redaktion:S^I12. Tel.-Ad ru AnzeigerGießen.

GeWerbestatisti! der Großstädte.

Di6 jüngste Veröffentlichung des Kaiserlichere Statistischen Amtes, das 2. Heft des Bandes 217 der Statistik des Deutschen Reichs, bringt die Tabellen der gewerblichen Betriebsstatistik zum Abschluß, die für die Großstädte aufgestellt worden sind. Dieser neue Teil deS gewerbestctistischen Quellenwerkes über die Betriebszählung vom 12. Juni 1907 gliedert einmal die 82 038 in den Großstädten des Deutschen Reichs ermittelten hausgewerb- lichen Betriebe, von denen 78 110 Hauptbetriebe sind, nach Gewerbe- abteilungen, -gruppen, Geiverbeklassen und -arten, scheidet dabei die Hauptbetriebe nach Betriebsgrößenklassen und gibt die beschäf­tigten Personen nach dem Geschlechte getrennt ait. Zu diesen Er­gebnissen auf Grrlnd der Angaben der Hausgewerbetreibenden selbst treten rwch die Grundtatsachen, die aus den Angaben der Unter- nehnrer, welche Hausgewerbetreibende beschäftigen, abzuleiten waren.

Die folgende Tabelle behandelt das Vorkommen offener Ver­kaufsstellen in den Großstädten für die einzelnen Gewcrbeabteilun- gen, -gruppen, Gewerbeklassen und -arten. Insgesamt haben 251 408 großstädtische Gewerbebetriebe offene Verkaufsstellen; sie haben zusammen 260 022 Läden (und dgl.). Weitaus die Mehr­zahl der Betriebe hat eine einzige offene Verkaussstättc, nämlich 245 816. Mit zwei Verkaufsstellen sind 4639 in Großstädten gelegene Betriebe verbunden, mit drei und mehr Läden 953. Auch die Betriebsgrößenklassen sind berücksichtigt. Von den offenen Verkaufsstätten entfallen die meisten, 161 424, auf die Klein­betriebe, es handelt sich hier um 158 271 Betriebe mit bis 5 Personen; auf die Zwergbetriebe, die Alleinbetriebe, die an Zahl 58104 betragen, kommen 58 380 Läden. Die 29138 Mittel­betriebe, als welche Gesamtbetriebe mit 6 bis 50 P» %nen auf- gefaßt werden, verzeichnen 33081 Verkaufsstätten und auf die 1456 Großunternehmungen (mit 51 und mehr Personen) treffen 2693 Läden und dgl. Da Zweiggeschäfte als selbständige Be­triebe gelten, so erscheint in dieser Statistik deü Anteil der Zwerg- und Kleinbetriebe etwas zu hoch. Der entsprecheirden ausgedehn­teren Tabelle für das Reich im Band 213 (Tabelle 6) tritt noch eine weitere über die Zweiggeschäfte zur Seite (Tabelle 7 des Bandes 213). Für die Großstädte gibt es eine Aufstellung über die Filialen aber nicht.

In einer ferneren. Tabelle wird die Benutzung von Motoren dargestellt. Die Darbietung der Ergebnisse für die einzelnen Großstädte wie für die Gesamtheit derselben gliedert auch hier die betriebe nach Gewerbeabteilungen, -gruppen, Gewerbektassen und -arten. Die 50 460 Gesamtbetriebe in den Großstädten, die Umtriebs- oder Kraftmaschinen anwerrden, verwandten 2,18 Millionen Pferdestärken und 489 Tausend Kilowatt elektrischer Kraft, in diesem Kraftmaß sind dabei gewisse in der Vorbemerkung zu dieser Tabelle 4 aufgeführte Motoren wie durch Wind bewegte Triebwerke, Dampfschiffe u. dergl. nicht enthalten.

Den Beschluß macht eine Uebersicht über die in den Groß- ftobten gelegenen Betriebe, die öffentliche Körperschaften (das Reich, die Staaten, Gemeinden und andere politische Selbftver- waltungskörper wie die sonstigen öffentlichen Körperschaften) inne haben. Es handelt sich hier nicht, wie das auch die Vorbemerkung zu dieser Tabelle ausführh, um reine Gewerbebetriebe, sondern' um die Tatsache des Bestehens von Betrieben schlechthin, auch wenn sie nicht gewerbsmäßig betrieben werden. Hier sind also z. B. auch botanische und zoologische Gärten, Bau- und Vermessungs­ämter, Eichanstalten, Sparkassen, die Krankenkassen der reichs­gesetzlichen Arbeiterversicherung enthalten und in einer Schluß­gruppe sind Betriebe wie Krankenhäuser, Heilanstalten, Museen u. dergl., die in das sonst gebräuchliche System der Gewerbe- arten nicht einzuordnen sind, aufgenommen.____________________

Tnrnfahtt der rahn-Dünsberg-TurnerbunderT"

r. L a u n s b a ch, 24. Juli.

Die Turner des Lahn-Dünsbergbundes waren heute in Launs- bäch zusammengeströmt, um die 5. Bundesturnfahrt festlich zp begehen. Eifrig hatte sich unser Turnverein bemüht, die aus­wärtigen Turner würdig zu empfangen. Das Dorf prangte im schönsten Festschmuck und mehrere Ehrenpforten waren errichtet. Alle turnerischen Leistungen gingen flott von statten, wie auch das Volksfest aufs beste verlief. Unter Leitung des Turnwartes Schmidt traten 172 Turner zum Wettbewerb an. Der von der Damenriege Launsbach vorgeführte Reigen soll nicht unerwähnt bleiben. Unter den Klängen der Gießener Jnfanteriekapelle be­wegte sich am Nachmittag ein stattlicher Festzug durch die Dors­straße. Nach der Begrüßung begannen die volkstümlichen Ueb- ungen, die bald eine große Zusckzauermenge aniedren. Gegen 7 Uhr beschloß der Bundesvorsitzende Daubert die Turnfahrt, indem er ben Turnverein Launsbach zu seinem schönen Feste beglückwünschte und an alte Bundesglieder die Mahnung ergehen ließ, nur die Turnerei im,Auge zu behalten. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis:

1. Preis Ehr. Karber-Odenhausen mit 42% Punkten, 2. Ldw. Hofmann-Lollar 41%, 3. Hernr. Rohrbach-Lollar 41%, 4. Karl Hildesheim-Lollar 41, 5. Gg. Kratz-Großen-Buseck 40%, 6. Hrch. Hahn-Großen-Buseck 39%, 7. Ludwig Feiling-Rodheim 39%, 8. W. Müller-Gr.-Bufeck 39, 9. Ernst Will-Lausbach 38%, 10. W. Schwalb-Daub ringen 38%, 11. Wilh. Dambmann-Großen-Buseck, Wilh. Spaar-Mainzlar 38%, 12. Balzer Bonarius-Großen-Buseck, Heinr.^Nootz-Großen-Buseck 38, 13. Otto Lehr-Daubringen, Gott­fried Speier-Odenbansen 37%, * 14. Karl Kliukel-Lollar 37%, 15. Ludw. Klinkel-Loltar 37%, 16. Ludw. Hofmann-Wieseck 36%, 17. Wilh. Frank-Lollar 36%, 18. Ludw. Schlund-Hausen, Aug. Lotz-Wieseck 36%, 19. Wilh. Seip-Rodheim, Heinr. Wißmann- Lollar 36%, 20. Heinr. Klo os-Großeu-Buseck 35%, 21. Louis Pfeiffer-Launsbach, Ldw. Ostvald-Lollar 35%, 22. Karl Schlier- bach-Rodheim, Heinr. Hofmann-Lollar, Ferd. Will-Lausbach 34%, 23. H. Rinn-Bieber, Karl Schäfer-Annerod 34%, 24 August Krämer-Ruttershausen 34Ve, 25. Karl Lückhoff-Lollar 34,26. Wilh. Walter-Großen-Buseck, Robert Eisenhut-Wieseck 33^/e, 27. Karl Klinkel-Loltar, Heinrich Krieger-Allendorf 33%, 28. Georg Becker-Wieseck, Ludwig Kraft I. - Odenhausen 33%, 29. Heinr. Frank-Wieseck 33%, 30. Emil Bergen-Allendorf, Wilhelm Pfaff-Launsbach, Wilh. Schneider-Großen-Buseck 33, 31. Wilh. Schienbein-Hausen, Ludwig Lehr-Daubringen 32%, 32. Otto Möser - Wieseck, Hermann Reucker-Lollar, Philipp Wagner- Großen-Buseck, Karl Winter-Launsbach 32%, 33. Aug. Pfeiffer - Launsbach 32%, 34. Wilhelm Frey - Lollar, Phil. Pfaff-Launsbach 32%, 35. Wilhelm Ott-Ruttershausen 32%, 36. Heinr. HofmannMieseck 32, 37. Karl Möhringer-Bieber 31%, 38. Wilh. Jung-Dorlar, Karl Schmandt-Watzenborn 31%, 39. Wilh. Platt-Rodheim 31%, 40. Heinr. Schmidt-Großen- Buseck, Gust. Weller-Wieseck 31%, 41. Ludw. Bernhardt-Bieber 31, 42. Karl Lan.g-Rodheim, Gg. Sommer-Steinberg, Wilh. Stenr- Großen-Buseck 30%, 43. Heinr. Walter-Großen-Buseck 30%, 44. Karl Vonderheid-Hausen 30%, 45. Hch. Christ-Bieber 30%, 46. Will). Junker-Wieseck, Gg. Schmidt-Rodheim 30%, 47. Herrn. Drommershausen-Wißmar 29%, 48. Karl Weller-Atzbach 29%, 49. Ludw. Fuchs-Mainzlar, Emil Schäfer-Daubringeu, Wilh. Schreiner-Wieseck 29%, 50. Ludw. Müller-Hausen 29%, 51. Phil. Klein-Lollar, Heinr. Vonderheid-Hausen 29%, 52. Heinr. Michel-Dau bring en 29, 53. Karl Bechthold-Rodheim, Ludw. Mül­ler-Hausen 28%, 54. Ludw. Müller-Lollar 28%, 55. Ludw. Kraft II.- und Gg. Hentel-Odenhausen 28, 56. Hch. Bittendorf- Wißmar, Gottfr. Henkel-, Hch. Kraft-Odenhausen 27%, 57. Wilh. Henkelmann-Wißmar 27%, 58, Herrn. Stroh-Wißmar 27%, 59.

Karl Balzer-Steinbach, Heinr. Beloff-Großen-Buseck, Karl Götz- Daubringen 27%, 60. Heinr. Münch-Großen-Buseck 27, 61.

Ludw. Bremer-Bieber, Otto Hartmann-Atzbach 26%, 62. Karl Hitz-Lollar, Heinr. Kolb-Wieseck, Wilh. Weller-Wieseck 26%, 63. Heinr. Amend-Garbenteich 26%.

Das nächstjährige Bundesturnfest 'wurde dem Turnverein Atz- bach übertragen, der die Weihe seiner Fahne damit zu verbinden gedenkt.

2lns nird Ccuibt

Gießen, 25. Juli 1910.

** Der Th eaierv erein hielt am 20. d. M. seine ordentliche Hauptversammlung ab. Auch im ver­flossenen Jahre bestand die Tättgkeit des Vereins in der Ver- aniftaltung von drei Opernvorstellungen durch das Hof- theater und die Hofmusi? von Darmstadt, in denen Frei­schütz, Tiefland und M i g n o n zur Aufführung tarnen. Bis auf den letzten Platz ausverkauft mar das Theater nur bei Mignon, während in der herrlichen Tiefland-Vorstellung noch zwei Plätze unverkauft blieben. An der Abendkasse war regelmäßig noch eine größere Zahl von Plätzen käuf­lich, die dann meist von Studierenden (zum halben Preise) er­worben wurden. Der Verein hatte 305 Mitglieder, die an Abonnementsgeldern 5271.50 Mk. einzahlten, der Tages­karten- und Zettelverkauf brachte 3977.30 Mk. Einnahme, so daß die Gesamteinnahme aus Billetts 9248.80 Mk. be­trug. Dieser Einnahme stehen folgende Ausgaben für die drei Opern gegenüber: Zahlung an das Hoftheater (einschl. Aufführungstantiemen) 7703.50 Mk., Sonderzüge 1248 Mk., Theaterpacht (5 Proz.) 462.44 Mk., Zahlung an Direktor Steingoetter 437.56 Mk., Inserate usw. 176.60 Mk., Porti- Auslagen 74.49 Mk., Gepäckfuhren und Löhne 135.05 Mk., Dekorationen usw. 178.90 Mk., im ganzen also 10 416.54 Mk., so daß die Einnahmen von den Äusgaben um 1167.74 Mk. überstiegen wurden, für jede Vorstellung also um 389.25 Mk. Zur Deckung des Defizits mußten die Mitgliederbeiträge herangezogen werden. Der nach Abzug desselben und der Besoldung des Vereinsdieners verbleibende Nest der Mit­gliederbeiträge wurde nebst den Zinsen des Kapitalver­mögens diesem zug'eschlagen, das nunmehr 9335.41 Mk. be­trägt. Der Zweck dieses eisernen Fonds ist die Beschaffung größerer neuer Dekorationen, die in den Besitz des Stadt­theaters übergehen. In den engeren Vorstand für das Jahr 1910/11 wurden gewählt die Herren Professor Fromme (Vorsitzender), Professor Biermann (Stellvertreter), Stadt­verordneter Haubach (Schriftführer), Musikalienhändler Challier sen. (Rechner).

** Besitz wechsel. Das Haus Neustadt 16 wurde im Jahre 1898 von dem bisherigen Besitzer im Interesse der Stadt Gießen zur Verbreiterung der Straße erworben und mit der Stadt längere Zeit Verhandlungen wegen Uebernahme und Abbruch gepflogen. Ein erneutes Gesuch um endgültige Uebernahme des Hauses wurde kürzlich ab­gelehnt und dem Besitzer G e n e h m i g u n a' z n m Umbau erteilt. Es ist sehr zu bedauern, daß die Stadt die Ge­legenheit, die mißlichen Straßenverhältnisse gerade an dieser Stelle zu beseitigen, unbenutzt vorübergehen ließ. Wie wir nun hören, ist das Haus an Schreinermeister Schön verkauft worden, der den genehmigten Umbau alsbald aus- sühren will.

** Die Eröffnung des neuen Rasensport- platzes an der Ecke der NodHeimer Straße und der Hardt- Allee fand gestern statt. Zwar fehlte dem Platz noch vieles, um ihn als Muster bezeichnen zu können. Die Rasenfläche ist noch zu wenig ausgeglichen und birgt daher Gefahren für die Spieler. Aber mit der Zeit wird sich die Sache schon machen. Die gestrige Eröffnungsveranstaltung war von ca. 600 Zuschauern besucht, die mit regem Interesse die Vor­führungen verfolgten. Das Faustba l l-Wettspiel der Faustballmannschaft des Gießener Gymnasiums gegen die Mannfchaft des Gießener Fußballklubs 1900 endete zu gunsten der Gymnasiasten mit 145 gegen 110 Punkte. Darauf be­gann um 4% Uhr ein Fußballwettspiel der Mannschaft des Hanauer Fußballklubs 1893 gegen die Mannschaft des Gießener Fußballklubs 1900, welches wie folgt endete: Halb­zeit Hanau 4, Gießen 2, wobei den Hanauern ein Eigentor von Gießen zusiel. Das Schlußergebnis mar Hanau 8, Gießen 2 Tore, wobei ein 11 Meter-Ball den Hanauern zu­siel. Die Hanauer Mannschaft besaß weit mehr Geübtheit als die Gießener, denen es an Deckung besonders der Außen­läufer mangelte, die sehr schwach waren. Jedenfalls ist die erste Veranstaltung auf dem Sportplatz als wohlgelungen zu bezeichnen.

)( Stockhausen, 24. Juli. Ihr Jahr essest ver­anstalteten heitte hier die in dem ober hessischen Po­saunen chorver band vereinigten Posaunenchöre. Zum ersten Mal fand im Vogelsberg ein derartiges Fest statt; es war stark besucht. Aus den 13 Verbandsvereinen waren etwa 200 Bläser erschienen. Ansprachen hielten auf dem Posaunen- und Missionsfest Pfarrer Lenz und der Verbandst Vorsitzende Kuhlo.

Mainz, 24. Juli. Die Schornsteinfeger-Ver­einigung für Hessen (Sitz Darmstadt) hielt'heute hier im .Vereinslokal der Mainzer Schornsteinsegergesellschaft ihre Generalversammlung ab. Der Altgeselle Graubner von hier hieß die Versammlungsteilnehmer willkommen und wünschte den Verhandlungen beften Verlauf. Der Vor­sitzende, Altgeselle E. Wenzel-Darmstadt, erstattete den Jahresbericht. E. Eckert- Mainz erstattete die- Rechnungs­ablage, die durch Entlastung des Vorstandes gutgeheißen wurde. Bei der Vorstandswahl wurde E. Wenzel wieder zum ersten Vorsitzenden und Eckert-Mainz zum Schrift­führer und als Vertrauensmann für die Provinz Starken­burg V. Wagner-Offenbach gewählt. Ms Gesellen­beifitzer des Gesellenprüfungsausschusses wurden E. Eckert und Martin M a y e r von hier gewählt.

w. Wetzlar, 22. Juli. Das Zusam menlegungs- verfahren ist jetzt in 17 Kreisgemeinden mit einer Fläche von 6564 Hektar durchgeführt. Im Verfahren befinden sich: Blasbach, Dorlar, Erda, Ehringshausen, Groß-Altenstädtei:, Hörnsheim, Kraftsolms, Lützellinden, Oberkleen, Oberwetz', Salzböden, Tiefenbach und Werdorf mit einer Fläche von

7156 Hektar. Weiter dürfte Dutenhofen demnächst damit beginnen.

Märkte.

-th. Gießen, 25. Juli. Tie Gießener Märkte für 1911 sind wie folgt festgefetzt: Januar: 10. und 11. 24 und 25. Februar: 7. und 8. 2J. und 22. März: 14. und 15. 28. und 29. (am 29. Frühjahrs-Pferdemarkt). April: 25. und 26. Mai: 9. und 10. 23. und 24. Juni: 20. und 21. Juli: 4. und 5. 18. und 19. A u g u st: 1. und 2. 15. und 16. 29. und 30. September: 19. und 20. (am 20. Herbst-Pferde­markt). Oktober: 10. und 11. 24. und 25. November: 7. und 8. 21. und 22. Dezember: 5. und 6. 19. und 20. Vom Monat März an ist am zweiten Markttage stets K r ä m e r nr a r k t auf Oswalds Garten.

LLnges<rsrdt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Das Pronrenadenkonzert.

Musik! Wenn ich das Wort nur höre. Wallt schneller meines Pulses Schlag, Und halbvergess'ne Liebeschöre, Sie zittern in der Seele nach. . 5 Drum, will ich billig mich ergötzen. An edler Töne Harmonie, Genügts, das Hütchen aufzusetzen, Mit dem ich stolz zurAnlag'" zieh! Im Sonntagsstaat find hier erschienen; Sowohl die Damen wie die Herrn. Der jungen Mädchen Unschuldsmienen Betracht' ich für mein Leben gern! Zwar lieb ichs nicht, so viel ^u grüßen. Weil Speichellecken nicht mein Fall Doch will man niemanden verdrießen. Muß man ihndeckeln" überall.

Dort steht ein hochbetagter Lehrer, Zu dessen Schülern man gezählt, Und dort ein jungerKunstverehrer", Der täglich mich mit Versen quält! Ein Mägdlein dort mit braunen Haaren Nickt stumm. Ich hatte einst sie lieb! Sie war bran schuld, daß ich vor Jahren^, Die ersten Liebesseufzer schrieb ..... Im Gegensatz zur Kaffeemühle Gehn hier die Kurven links herum'. Der Lindenbäume Schattenkühle Umrauscht ein buntes Publikum.

Viel' weiße Röckchen hör' ich knistern,- Und lächelnd lauscht so manche Mach Wenn sonst gedämpfte Töne ftüftem DenVorschuß auf die Seligkest",!

Paul Lincke's süße Walzerklänge Erzählen von des Südens Pracht- Vom Dufte der Orangengänge Und von Italiens blauer Nacht. Im Geiste hör' ich Wasser zischen. Weiß schäumetch um Sorrentos Strand.- Heiß ruht auf weißen Marmornischen Der Abendsonne roter Brand . . . .

So zaubern die geliebten Weifen Der fernen Länder Schönheit her Von jener unbekannten, leisen Sehnsucht wird das Herz mir schwer. Musik! Wenn ich das Wort nur höre. Wallt schneller meines Pulses Schlag, Und halbvergess'ne Liebeschöre, Sie zittern in der Seele nach, . , . .

Gießen. L. Beil.

Meiesro!ogische Beobachtungen Ser Station Sietzen.

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Höchste Temperatur nm 23. bis 24. Juli

Niedrigste , 23. 24. , =

Niederschlag: 0,0 mm.

19,3 °C.

-- 11,3 °C.

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