Ausgabe 
29.8.1910 Erstes Blatt
 
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d. Go

Kriegsschiffe durch die Türkei, die Finanzkonserenzen Dscha- in Berlin, die Berufung des Generalobersten v. _ in den türkischen Generalstab und die Zusammen- iunft des Großwesirs Hakki Pascha mit dem österreichisch­ungarischen Minister des Auswärtigen, Grasen Aehrenthal, in Marienbad haben in London und Puris dermaßen ver­schnupft, daß die Türkei aus> eine wohlwollende Haltung der Wesimächte bei der Regelung der kretischen und make­donischen Frage nicht wird rechnen können.

Schwiegersöhnepoliti!.

.Während es zu Zeiten Bismarcks Kopenhagen war, wo im Kreise der dänischen Königssamilie Pläne gegen Deutsch­land und Oesterreich-Ungarn geschmiedet wurden, wird man jetzt den Verdacht nicht los, daß das kleine Cetinje zu. einer ähnlichen Schwiegersöhnepolitik berufen sein möchte. Der Fürst Rikita hat nicht nur den König von Serbien, sondern auch den König von Italien und überdies zwei russische Großfürsten zu Schwiegersöhnen. Und wenn Montenegro schon lange als Sturmbock Rußlands auf dem Balkan gilt, so rmrd es jetzt als solcher umsomehr benutzt werden, als Rußland nach seiner Annäherung an Javan eine aktivere Balkanpolitik einzuleiten bemüht ist und sich dabei seit Racconigi mit Italien eins weiß.

Die heutigen Krönungs- und Familienfestlichkeiten in Cetinje drücken gewissermaßen das Siegel unter das durch verwandtschaftliche Beziehungen vorbereitete montcneari- nisch-italienisch-russische Einverständnis, zu dem auch Zar Ferdinand von Bulgarien Ja und Amen sagt. Da nun England und Frankreich Rußland verbündet sind, stehen auch sie diesem unter Rußlands Führung zu schaffenden Palkankonzern wohlwollend gegenüber, unterstützen also Strömungen, die sich direkt gegen die Türkei und Oester­reich-Ungarn und damit auch indirekt gegen Deutschland richten. Das einzige Gute hierbei ist nur, daß sich einmal das Oesterreich-Ungarn und Deutschland befreundete Ru­mänien den Aspirationen Montenegros und Bulgariens nie anschließen wird, und daß sich auch vorläufig König Peter von Serbien grollend zurückhält, weil er in der Erhebung des stammverwandten Montenegros zum König­reich eine Gefahr für seine Dynastie erblickt. Denn zwei Serbenzaren sind auf die Dauer unmöglich.

So ist es also mit den russischen Träumen von einem Balkanbund vorläufig nichts. Aber trotzdem: wer steht dafür, daß das serbische Volk den König Peter nicht zwingt, sich Bulgarien und Montenegro anzuschließen, wenn Serbien dafür von Rußland der Zugang nach dem Meere ver­sprochen tv-ird? Wer steht dafür, daß nicht, wenn der Brand auf dein Balkan infolge der kretischen oder mazedonischen Frage auflodert, auch Serbien auf Seiten der Gegner der Türkei zu finden ist, und daß Oesterreich-Ungarn und Deutschland, deren Interessen auf dem Balkan und der asiatischen Türkei denen Rußlands, Englands und Frank­reichs geradezu entgegengesetzt sind und in der Erhaltung einer starken Türkei gipfeln, gezwungen werden, das Schwert zu ziehen? Die Ententemächte sind heute, nachdem es ihnen nicht gelungen ist, den deutschen Einfluß anr Goldnen Horn beseitigen, auf die Türkei nicht gut zu sprechen. Die Ablehnung der englischen Schiffahrtskonzession auf dem Euphrat und Tigris, der Gesetzentwurf, der die Ausschiffung von Waren am Kai verbieten will, der Ankauf deutscher

Konstantinopel, 28. Aug. Der M i n i st e r r a t beschäf­tigte sich in seiner heutigen Sitzung mit der Kretafr age und beschloß, wie verlautet, vor der definitiven Stellungnahme zu der Annahme der Wahl durch Benizelos und der anderen Kreter das Ergebnis der Feststellung der wirklichen Staats­angehörigkeit Venizelos abzuwarten, schon jetzt aber den Kretamächten zu eröffnen, daß die Pforte, im Falle der Bestätigung der Wahlen energisch vorgehen werde. Einem Gerüchte zufolge beabsichtigt die Pforte den Eintritt der Kreter in die gne** chische Nationalversammlung keineswegs zu dulden und die end­gültige Lösung der Kretafrage auf Grund der Autonomie, im' jetzigen Augenblick als die geeignetste zu verlangen. Dec Minister- rat hat weiter beschlossen, das Memorandum der griechischen repu­tierten nicht anzunehmen, da die Deputierten solche Beschwerden nur der Kammer unterbreiten dürften. Der Ministerrat hat endlich beschlossen, die morgen stattfindenden Wahlen der griechi­schen Gemeinden Konstantinopels für die Nationalversammlung des Patriarchats nicht zu verhindern, aber die Gewählten ver- antwortlich zu machen respektive ihnen die Teilnahme an der Versammlung zu verwehren.

Petersburg, 28. Aug. Der Kaiser ernannte König Nikolaus von Montenegro zum Generalfeldmar­schall der russischen Armee, den Erbprinzen Danilo zum russischen Generalmajor, Prinz Mirko zum Oberstleutnant.

Peter Hof, 28. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin» mit dem Thronfolger und den Prinzessinnen - Töchtern sind heuty abend 7i/2 Uhr von hier abgereist.

Fiume, 28. Aug. .Ein aus drei russischen Schiffen be­stehendes Geschwader ist hier eingetroffen, um den G r 0 ß r st en Nikolai Nikolajewitsch zu erwarten, der sich im Auf­trag des russischen Kaisers am Mittwoch von hier nach Cetinje begibt.

Cetinje, 28. Aug. Um 5Vr Uhr wurden die Festlich­keiten durch Glockengeläute und Kanonenschüsse etngdeitet Musikkapellen durchzogen die Stadt. Um 9 Uhr begann die festliche Beleuchtung. Um 10 Uhr brachte die Bürgerschaft beim .Herrscher einen Fackelzug.

Fürst Nikolaus empfing heute früh eine große Anzahl Abordnungen aus dem In- und Auslande. Um 10 Uhr vormittags fand die Einweihung des neuen Regierungsvalastesi statt, daran anschließend die Grundsteinlegung für ein Kinder- Hospital und eine chirurgische Klinik. Ter serbische Kron­ur i n z ist heute nachmütag hier eingetroffen, der Empfang ge* stattete sich sehr herzlich.

Graf Aehrenthal und Marquis di San Giuliano,

Rom, 28. Aug. Der Minister des Aeuherir Marquis di San Giuliano ist in Begleitung seines» Kabinettchefs heute vormütag .nach Salzburg abgereist.

Wien, 27. Aug. DasFremdenblatt" widmet denn Marquis di San Giuliano anläßlich seiner bevorstehen­den Begegnung mit dem Grafen Aehrenthal einen? herzlichen Begrüßungsartikel, in welchem es heißt:

Aus gründlichen theoretischen Studien, die der italienische! Staatsmann als Politiker trieb, zog er dieselbe Schlußfolgerung, für seine Ministertätigkeit wie alle seine Vorgänger in der consultä, die an der Verstärkung der italienischen Pfeiler des Dreibundes mit großer Hingebung gearbeitet haben. Als ihr Nachfolger ist San Giuliano durchaus der Mann, die italienische äußere Politik aus dem Schatze eigener Erfahrungen zu be­reichern. Nicht nuH in seinem Vaterlande weiß man, daß dieser von klaren Anschauungen geleitete Staatsmann die volle Be­fähigung besitzt, als gründlicher, selbständiger Denker die von ihm vorgefundene Politik mit neuem Leben zu erfüllen und ihr den Stempel seiner scharf ausgeprägten Persönlichkeit aufzudrücken.

Das Blatt erinnert sodann an die Begegnung di San Giulianos mit dem deutschen Reichskanzler und schließt: Der Dreibund und in seinem Rahmen das Der«

Blücher als preußischer Gefangener. Tas preußische Heer kann am 29. August einen seltsamen Gedenktag ieieru. An diesem Tage vor anderthalb Jahrhuitderten wurde in einem Scharmützel zwischen preußischen und schwedischen Husaren der schwedische Kornett Gebhardt Leberecht v. B l ü ch e r von den Preußen gefangen genommen. Das sonst ganz imbcbentcnbe Ge­fecht hat daburch historische Wichtigkeit erlangt. Die Sache verhielt sich so: Der bekaimtlich 1742 in Rostock geborene Kriegsheld war ber jüngste von sieben Söhnen, deren Vater, ehemals Hess en - k a s j e l s ch e r Rittmeister, mit einem mecklenburgischen AdelS- sräuleiii v. Bülow vermählt, auf Großen-Rensow in Mecklenburg als Gutsbesitzer lebte. Im Jahre 1757 nun hatte Herr v. Blücher den 15jährigen Gebhardt Leberecht und dessen ein Jahr älteren Bruder zu feinem Schwiegersohn, Herrn v. Strachwitz, Gutsbesitzer aus Rügen, zu Bestich geschickt. Die beiden Knaben rückten dem Schivager aus und heuen sich, von kriegerischem Tatendrang er­füllt, bei dem schwedischen Husaren-Regirnent Spcrrre (Mörner-

Ausstellung über Mdhosskunft in der Gewerbeschule zu Nidda.

Wer heute hier und dort auf dem Laude die Friedhöfe betrachtet, muß sich sagen, sie gleichen vielerorts einem großen Grabstein lager. Richt Friede und Stille, sondern Unruhe und Unbehagen, zumal schreiender sozialer Unter­schied, tritt einem da entgegen. Da ist mit Freuden begrüßen, toenn Männer mit tiefsinnigem Verständnis für bic heiligen Gefühle der Meirschenseele und ihres Volks­tums, diesen trostlosen Verhältnissen durch echte, an­sprechende Volkskunst auf den Friedhöfen entgegentoufen. Das bezw-eckt and) die Ausstellung überFriedhofstünft in der Gewerbeschule zu Nädda. Schon die ganze Anlage dieses Friedhvssrnodells wirkt. Wie finniq sind Familien- und Reihengräber angeordnet. Keine großen schreienden Kreuze treten uns hier entgegen, sondern die unseren lieben Alten noch wohlbekannten Grabsteine, igr welchen das Kreuz ein-

* Professor Maniegazza f-

Spezia, 28. Aug. Der Physiologe und Anthro­pologe Professor Paolo Mantegazza ist heute morgen in seiner Billa in San Derenzo gest 0 rben. Der berühmte Gelehrte, dessen medizinischen Werke, namentlich so weit sie das Liebesleben vehandeln, stark gelesen und besprochen werden, hat ein Alter von 79 Jahren erreicht. Er uwr am 31. Oktober 1831 zu Monza als Sohn eines Friedensrichters geboren worden. Seine Mutter war die durch ihre philanthropischen Anstalten und durch, chre Vaterlandsliebe bekannte Daura Solera. Rach dem Besuch der Universität Pavta machte Mantegazza Reisen durch ganz Europa und begab sich dann als Arzt nach Südamerika, wo er sich vermählte und vier Jahre lebte uitb späterhin noch zweimal weilte. Bon 6169 war er Professor der pathol. Anatomie in Pavia, und wurde bann Professor der Anthro­pologie zu Florenz. Bon 18651876 war er Abgeord­neter, später Senator. Seine Studien führten ihn dann nach Lappland unb nach Indien, die er in einem inter­essanten Buche geschildert hat. Bon seinen zahlreichen Werken sind namentlich zu erwähnen: Physiologie der Liebe, Studie über die Geschl.-Verh., Hygiene der Liebe, Die Kuirst, glücklich zu sein, Das nervöse Jahrhundert. Sehr bekcumt sind auch seineMemoiren eines Tierbändigers" geworden. Mantegazza war Mitglied vieler gelehrter Körperschaften.

'So bildet sich also der an sich schon bestehende Gegen­satz zwischen England, Frankreich, Rußland auf der einen und Deutschland und Oesterreich-Ungarn aus der anderen Seite im Feuer der Balkanfragen immer mehr heraus. Der Dreibundsmacht Italien ist aber seit Abschluß des Mittelmeerbundes und seit Raeconigi nicht mehr zu trauen. Erklärte doch erst vor ungefähr 14 Tagen ein halbamt­liches italienisches Organ unter dem Beifall fast der ge­samten Presse, daß die italienischen Staatsmänner nie­mals daran gedacht hätten, in einem Zwiste Deutschlands und Oesterreich-Unqarns mit den Weltmächten auch nur einen Kanonenschuß auf ein englisches oder französisches Schiff abzugeben. Mit dieser, den Dreibundsvertraa prak­tisch illusorisch machenden Haltung Italiens wird man immer rechnen müssen, mögen and) morgen in Salzburg ber italienische Minister des Auswärtigen, Marquese di San Giuliano, und sein österreichisck)-ungarischer Kol­lege sid) noch so sehr die Hand schütteln und der offiziöse Draht orbi et urbi verkündigen, daß zwischen Oesterreich- Ungarn und Italien alles in Ordnung sei. Denn Italien» ist ein durchaus demokratisches Laub, in bem es nur auf bic Bolkssttmmung, nicht auf bie Meinung ber Minister anfommt. Die Volksstimmung ist aber durchaus antiöster- reichisch, nicht nur aus Argwohn gegen die Wiener Poli­tik auf dem Balkan, sondern aud) wegen der Behandlung der in Oesterreich-Ungarn lebenden Italiener, ganz ab-i gesehen von dem sich immer mehr herausbildenden Gegen­satz zwischen romanischer und germanischer Wesensart.

Kann man so der Ministerzusammenkunst von Salzburg nur mit recht geringen Erwartungen entgegensehen, so sind die Aussichten, daß der Besuch des Zaren in Friedberg auf die internationalen Gegensätze irgendwie ausaleichend wir­ken könnte, noch viel geringer. Es ist ja freilid) immerhin ein gutes Zeichen, daß wir die Gewißhett haben, Kaiser Wilhelm wird im Laufe der nächsten Wochen mit dem Zaren zusammenrrefsen. Aber das gilt doch nur bis zu bem Grabe, daß es zwischen Deutschland und Rußland augenblicklich keine direkte Versttmmung gibt. Auf einem aanz anderen Blatt steht das seit der Balkaupolitik des Grafen Aehrenthal gespannte Verhältnis zwischen Peters­burg und Wien, das solange nicht aus der Welt zu schaffeu sein wird, als nicht auf dem Balkan die Entscheidung so oder so gefallen ist. Auck) töimtc der Zar, selbst wenn er wollte, Oesterreich-Ungarn gar nicht die Hand zur Ver^ söbnung bieten, wenn die in Rußland allmächttgen Pan- ssavisten nicht über den Verrat an den Balkanflawen zetern sollen.

Dem Zaren sind also ebenso die Hande gebunden, wie dem Marauese di San Giuliano. Das äußerste, was man von Friedberg und Salzburg erwarten kann, ist eine Vertagung des zwischen Slawen und Romanen auf der einen und den Germanen auf der arideren Seite vor­bereitenden und an den Baskanfragen sich erhitzenden Kon- ssikts. Es wird und muß einmal zum Austtag kommen, und die Krönungstage von Cetinse, die Schwiegersohn- polittt König Rikitas' sind es vielleicht, die zu seiner (5p plosion die Minen legen, gegen die die Gegenminen von Salzburg und Friedberg nicht stark genug sind und auch nach Lage der ganzen Verhältnisse nicht stark genug sein können.

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gearbeitet, bezw. ausgehauen ist. 9(ud) können auf solchen Steinen leicht die Symbole des Berufes des Entschlafenen angebracht werden, z. B. zwei oder drei Aehren bei einem Landmann, das betreffende Meisterzeichen bei einem Hand­werksmeister u. s. f. Neuen diesen ansprechenden jGrab- steinen finden wir auch schlichte, ziervoll gearbeitete Holz- kreuze und dann solche aus Schmiedeeisen; letztere mit den in alter Zeit so gebräuchlichen Kästchen, in welchen Name, Text usw. des Verstorbenen eingelegt und so vor dem Wetter geschützt waren. Das edle, echte Handwerk fomnü so aud) hier wieder zu seiner^vollen Geltung; neben dem Steinmetz und Bildhauer der Schreiner, der Schlosser oder ich will lagen: auch der Dorsschmied.i Das ganze erhält noch seine besondere Wethe durch die Iiuheplätzchen, die hier und dort zu sinden sind, mit der weißgcstrichenen, bequemen Holzbank, überschattet von den Zweigen des Lindenbaumes. Daß auch derManu der Schmerzen am Kreuze" auf dem evangelischen Friedhöfe nicht fehlen sollte und richtig und sinnig angebracht die heiligsten Gefühle in der Seele durch ein solches großes Kruzifix ausgelöst werden, das beweist ein Blick auf den I)ier int Modell dargestellten Friedhof. Fürwahr, mau muß Herrn .Hauptlehrer Höhlt, der Seele des Ganzen, dankbar fein, daß er aud) in dieser Beziehung in so feinempfundener Weise seine bekannten Meute dem Volks ganzen zur Bersügung stellt. Neben dieser 2lusstellung finden wir nod) viel Belehrendes und 9lnsprcchcndes in jenen Räumen, was durchweg der Heimatkunst, dem ehrlichen Handwerk und der Volksbildung in sozialer und veredelnder Hinsicht dient. Darüber wohl ein andermal! 0. V.-R.

Husaren) als Freiwillige auinehmen. Bei einem Streüzug nun, den am 29. August 1760 bie preußischen Husaren bes KoÜingschen Regiments unternahmen, fiel ber jüngere Kornett Blücher den Preußen in die Hänbe. Aber er hatte sich in biesem Geiecht so tapfer gezeigt, baß Oberst Betling bavoi: vernahm; er ließ sich betr Gefangenen vorführen, unb Blücher zeigte hierbei ein so frisches, keckes, echt solbatisches Benehmen, baß Cberft Betling ben Jüng­ling überrebete, ins preußische Heer überzutreten. Des großen Jriebrichs Ruhm leuchtete bamals hell genug, um einen tapferen Jüngling zu locken, sich solchem Kriegshelben anzuschließen, unb so, beburüe es keiner großen Uederrebungskunst von feiten Bellings. Blücher marb preußischer Kornett unb Betling nahm ihn sofort als feinen Abjutanten auf. Auf biese Weife gewann vor hunbertjünfzig, Jahren Preußen feinen volkstümlichsten Helben.

Großher mögliches Landesmuseum. Im Oft* Hügel bcs Kupserstichkabinetts ist eine 2lusskellung von Rcpro- buktioncn veranstaltet worden, die den Entwickelungsgang der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts veranschaulichen soll. Die ausgestellten Blätter sind zum größten Teil vorzügliche Kohle-- drucke, bie die Firma Ad. Braun, Dcnmach u. Paris, ourch Ver­mittlung ber Hofbuchhandlung Johs. Waitz dem Museum ge-- liehen hat. Die Ausstellung ist vom! 27. 2tugust ab auf bie Tauer von 4 Wochen dem Publikum zugänglich. Später wird eine Llusstellung folgen, bie in ähnlicher Weise bie Entwicklung ber deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts barftellen soll. Die 2tusstellung von FarbenhruckLN ÜU .Westflügel des Labiuclts bleibt vorläufig noch bestehen.

h. Mainzer Stadttheater. Durch den Umbau dcS Theaters und bie Tieferlegimg des Orchesterraumes war eine Orchester probe notwendig, um zu sehen, ob die Veränderungen bic Akustik ungünstig beeinflußen. Im allgemeinen bat man keine Veränderungen wahrgenommen; bie Töne der Instrumente klingen sogar feiner und edler als seither. Man ging bei der Tieserlegmtg des Raumes allerdings za weit und die Sitze einiger Orcheftermitglieder müssen daher erhöht werden. Auch beim Ge­sang fand man keinerlei Veränderung ber Schallwirkung.

Fernsprecher Paris-London. Die Versuche mit dem neuen Fernsprechkabel zwischen Dower unb Kap Grisnez- haben nach einer Erklärung des englischen Hauptpostamts so be- friebiflenbe Ergebnisse gezeitigt, daß von ber frmtzösischen Re­gierung in kurzem eine zweite Linie gelegt werden soll. Sie wirb parallel mit der unlängst vollendeten laufen, die in ivenigen Wochen dem Publikum eröffnet werben soll. Die neue beHcrung bcs Fernsprechverkehrs zwiscbcn Frankreich unb Eng» lanb wirb besonders ben Handelsverbindungen zugute kommen, da burd) bas neue Kabel bie Gebühren erheblich ermäßigt werben? fallen. Tic neuen Versuche ermutigen auch zu der Hoffnung.- daß bic Fernsprechverbilidung zwischen Englanb unb Deut|ck>lanbj bald nicht mehr LNtzcr bem Bereich ber Möglichkeit liegen ivir^

Rr. Äül Erstes Blatt 160. Jahrgang Montag 20. August 1810

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wirtschaftliche Zeitfragen ® M M W V " Chefredakteur: A. Goetz.

Fernsprech-Anfchlüsfe: ß f fign/ japT Verantwortlich für den

für die Redaktion 112, _ 9 Ä < M politischen Teil: August

ZW Seneral-Anzeiger für Sberhchen -MM !ur b.e T-gkrnttmmer Hototionsörad und verlas der vrühl'schen Univ.-Such- und Steinöruderci H. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Lchulftrahe 7. bis vormittags 9 Uhr. 3 1 ____________________________ ______________