Ausgabe 
19.3.1910 Drittes Blatt
 
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Samstag 19. Marz 1910

160. Jahrgang

Drittes Blatt

Nr. 66

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

int Weitz«! iciüft waren <rraucieiib. Als Gast hatte sich der ViE* \ Cent ix§ Provinzi allere ins Schiente eingestrnden. -oetbe ab-

zu zerstören.

SCHIRME

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Gegen das Altern

Redaktion, Expedition und Dnickerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e*g®5L Redaktion:«^ 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

DieLietzener Zamilienblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gictzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen SeU- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Ä Gebr. Waag ä

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderheffen

hingewiesen (s. Inserat).

** Cellospieler erwünscht! Von einem Musikfreund wird uns geschrieben: Beim Wechsel des Schuljahres beschäftigen ich viele Eltern auch mit der Frage des Musikunterrichtes für ihre Kinder. Ich möchte daher den gegenwärtigen Zettpunkt nicht vorübergehen lassen, ohne auf einen alten Notstand im Musik­leben unserer Stadt hinzuweisen, ich meine den Mangel an Esel lo spiel er, der sich stets in unliebsamer Weise be­merkbar macht, sobald es sich darum handelt, Quartette, Trios oder sonstige Vereinigungen zu gemeinsamer Hausmusik zu- ammcnzubringen. An Geigern ist dann stets Ueberfluß, statt zweien, die notig wären, kann man leicht vier und noch mehu haben, die etwas Tüchtiges gelernt haben (daß es im Interesse, des Zusammenspiels sehr wünschenswert wäre, daß ieder Violin- pielcr auch die Bratsche spielen lernt, sei nebenbei bemerkt), aber an einem Cellisten sehlt cs in Gießen stets und daran scheitert, jede Quartett- und Trio-Vereinigung. Daraus geht hervor, da« es Vorteilhast und im allgemeinen Interesse gelegen! ist, das Cellospiel zu erlernen. Ter Berufsmusiker findet leicht Engage­ment, der Liebhaber ist mit seinem Cellospiel in allen musikalischen Kreisen stets gesucht, willkommen und beliebt. Es ist ein viel­fach verbreitetes Vorurteil, daß das Cello als Soloinstrument weniger dankbar sei als die Violine. Wohl eignet es sich weniger dazu, mit brillanter Technik darauf zu glänzen, dafür übertrifft es die Geige an Tonfülle und Wohllaut; eine einfache Melodie, auf dem Cello klangschön vorgetragen, ergreift jedermann und geht zu Herzen wie eine schöne Altstimme. .Das Cello ist also auch ein ausgezeichnetes Soloinstrument und die Literatur dafür ist sehr reichhaltig und mannigfaltig; unsere großen Meister haben viele herrliche Sachen für dies Instrument geschrieben,, auch fehlt es nicht an leichten, melodiösen Stücken für Anfänger. Zum Schluß wäre noch darauf hinzuweisen, daß ein gewöhnliches Cello nicht teurer ist als eine mittlere Geige.

Verml5d)tcs.

* Eine W arnu ng für Auto mobilistinnen hat einem Telegramm aus Nemtzork zufolge Dr. C. I. White vom. Hospital in Massachusetts ausgesprochen. Er schreibt die zu­nehmende Kahlheit der amerikanischen Frauen der Zunahme des Automobilsports unter dem schönen Geschlecht zu. 2t. White führt aus, daßMotorfrauen" entweder den Kopf vollständig bedecken und alle Lust auSschalten, oder barhäuptig fahren und so das Haar dem vollen Staub aussetzen, mit der Folge, daß! ein häufiges Shcmipooing. notwendig wird. In beiden Fällen ist die Folge Haarausfall. Jeder Mestsch von über fünfundzwanzig! Jahren, sagt Tr. White, der sich mehr als einmal tm Monat die Haare champonieren 'läßt, fordert den .Haarausfall direkt heraus. Amerikanische Frauen, so Meßt die Warnung, müssen! entweder weniger Auto fahren, oder aber an imnrer zunehmender Kahlköpfigkeit leiden.

Kleine Taaeschvonik.

Ich alten toNlägigen Haup tför ders'chck'ch t der Ze!che Victoria" bet Kupferdreh ist in vergangener Nacht auf dem Liegenden eine ruhende Schachtmauer int oberen Teile auf eine Länge pon zehn Meter abgerutscht. Durch diese Betriebs­störung wird die Förderung voraussichtlich einige Wochen ruhen. Verunglückt ist n i e m a n d.

Der Statthaltereikonzipist Oskar Mayer in Wien, der int Zweikampf den Baron Widerhofer erschoß, wurde gestern aus der Haft entlassen, nachdem der Kaiser seinem Begnadigung^ gesuch ftattgegeben hat. .

Dem Amerikaner Oldfield, der in Dayto u aus einem Benzwagen einen neuen Schnelligkeitssieg über eine eng* lische Meile ausgestellt hat, ging vom Kaiser ein Glückwunsch-, telcgramm zu dem auf einem deutschen Wagen errungenem Erfolge zu. . z

In Mo ntceau-les-Mtnes ereignete sich in einer Grube eine Explosion schlagender Wetter, wodurch drei Personen getötet wurden.

,ür Innere Mission l etaiiiialiet, )ci)lo|> Freitag, 18. Marz, mit einer Prüfung, die davon Zeugnis abtogte, daß die nt das Auge gefaßten Ziele vollauf erreicht waren. Lewer , sonnten nur wenige Kur si st innen teilnehnien, etwa der dritte Teil derer, die sich aus Oberhejsen gemeldet hatten; dafür war aber die Ausbildung umso gründlicher. In dem evange­lischen Schwesternhaus lernten die Teilnehmerinnen die Pflege der Kranken und wurden vow den Schwestern, die sie auch in die Häuser der Gemeinden begleiteten, tn allem für sie wissenswerten unterwiesen. Den ärztlichen Unter­richt, nach der theoretischen und praktischen Seite, leitete Dr. Richter, die religiöse Unterweisung, sowie die Ein­führung in die Versicherungsgesetze lag in Händen des Pfarrer Schwabe; dazu hatten die Leiterin der Haus- haltungsschule, Fräulein A. Deutsch, und die leitende Schwester des Säuglingsheims, El. Dietlen, bte Unter­weisung in der Bereitung der Krankenkost, sowie der Pflege und Ernährung der Säuglinge übernommen. Man sieht wohl, daß in dem Vierteljahr der Ausbildung ein reicher Stoff zu bewältigen war; und es ist nur zu wünschen, daß Alles, was mit Mühe erlernt wurde, unserer heben Landbevölkerung recht zu gut kommt. In vielen Landes­teilen Deutschlands, wie dem Rheinland, Brandenburg, Posen, Westfalen, Sachsen und Altenburg bestehen solche Kurse schon Jahre lang, und die in ihnen ausgebildeten Helferinnen wirken auch nach dem Urteil der Aerzte trefflich. Hoffentlich schwindet auch in unserem Lande bald das Miß­trauen, welches der neuen Einrichtung jetzt noch von manchen Seiten entgegengebracht wird. Die Helferinnen können und sollen mit Nichten die Dienste einer ausgebildeten Pflegerin oder Schwester ausüben, sondern in den abgelegenen Orten, wo eine volle Pflegekraft aus verschiedenen Gründen nicht eingestellt werden kann, freiwillig und gelegentlich zuma bei Unglückssällen oder jäh ausbrechenden Krankheiten ein- treten und dem Arzte da, cho er es anordnet, zur Seite stehen. Bei ihrer Tätigkeit unterstehen die Helferinnen der Aufsicht der Orts geistlich en und des die Ausbildung ver­anstaltenden Vereins.

** Stenographie. In einigen Tagen werden Wieder eine große Anzahl von Knaben und Mädchen aus der Schule entlassen, die sich einen Beruf gewählt haben, der von ihnen immer fteigenbe Fertigkeit im Änfertigen schriftlicher Arbeiten verlangt. Ihnen, seien es nun Kaufleute oder Bureaugehifien, kann nicht warm genug die Erlernung der Stenographie und der Besuch eines Schrechmaschinenkursus empfohlen Werden, denn die Kenntnis der Schnellschrift gibt ihnen zlveifelhohne einen be­deutenden Vorsprung. In vielen Gefchästen wird heute icfron die Kenntnis der Schnellschrist gibt ihnen zweifelsohne einen be- zur Bedingung gemacht, und das wird immer mehr der Fall sein, je mehr der Nutzen der Schnellschrist im geschäftlichen Leben erkannt Wird. Es sei d! ah er auf die durch den Gabels- berget Stenographen-Verein und den Damenverein Gabelsberger am 4. April zu eröffnenden An fäng erkursus und den mit ihm gleichzeitig beginnenden Schreibmaschinenkurftls

** Eine elektrische Ueberlandzentrale int Ob erwesterwald. Mau schreibt uns aus Höhn i. W. von beteiligter .Seite: Die Gewerkschaft Alexandria hat sich entschlossen, auf ihrem Werke eine elektrische Ueberlandzentrale von 7500 Pferdekraft für 5000 Kilowattstunden zu errichten, derart, daß sie das Werk auf 15 000 Pferdekraft mit 10 000 Kilowattstunden jederzeit ver­größern kann, sobald ein solches Quantum verlangt werden sollte. Dadurch daß die Lignit-Gasslammkohle dieser Zeche in Generatoröfen auf Gasgewinnung verarbeitet bezw. ver­feuert wird, um die großen Turbo-Dynamo zu betreiben, i die Gewerkschaft in der Lage, den elektrischen Kraft- und Lichtstrom so außerordentlich billig Herstellen zu können, daß sie ihn zu, 6 bis 8 Pfg. für die Kilowattstunde am Schaltbrett an die Gemeinden, industriellen Werke usw. im Radius von 70 Kilometer des Werkes abgeben kann. Schon in 40 Kilo­meter Radius des Werkes kommen >alle Ortschaften un Fabriken, z. B. von Höhn bis Wetzlar-Gießen, Koblenz Neuwied, Betzdorf-Siegen, Limbura-Ems in Frage und e dürfte daher ° bei Bekanntwerden dieser Ueberlandzentrale die ganze elektrische Erzeugung, die bei Vollbetrieb auf 40 000 000 Kilowattstunden für das Jahr eingerichtet wird, schon bis zu diesen Städten KU dem billigen Satze bald vergriffen fein.

X. Lich, 18. März. Heute sand hier die öffenttiche Schluß? feier der vor fünf Jahren durch unseren bisherigen Pvovinzial- direktor Geheimerat Dr. Breidert ins Leben gerufene Acker­bauschule im Saale des Marienstistes statt. Landesökonomierat Müller-Darmstadt wohnte der Schlußfeier als Vertreter der Re­gierung, Regierungsrat Dr. Merck als stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates bei. Auch die übrigen Mitglieder des Aufsichts­rates, Detoiromiepat Hoffmann-Hofgill, Bürgermeister Hvller-Ober- Hörgsrn, Bürgermeister Dörmer-Lich und der Vorsteher Oekonomie-

Ueber die geschäftliche Lage bei der Erledigung der < preußischen Wahlrechtsvorlage schreibt dieKreuzztg".

Da der Entwurf Verfassungsänderungen enthüll, so ' ist nach Ard 107 der Verfassungsurkunde eine wiederholte l Abstimmung erforderlich, die frühestens nach 21 Tagen stattfinden kann, also alsbald nach Beendigung der parla- 1 men torischen Osterferien. Die neue Verhandlung voll­zieht sich geschäftsordnungsmäßig in denselben Formen wi.e die 3. Lesung, es sind also Pbän derungsan- träge nicht ausgeschlossen. Gleich wohl wird es voraussichtlich die Rücksicht auf die Geschäftslage ver­bieten, in diesem Stadium der Angelegenheit eine Aende- rung an den bisherigen Beschlüssen vorzunehmen. Denn erfolgte eine solche Aenderung, so wäre die Vorlage nicht mehr' dieselbe, die in der gestrigen Schlustabsttmmung angenommen ist. Es wurde also, um der Vor­schrift der Verfassung zu genügen, eine nochmalige Abstimmung nach 21 Tagen erforderlich sein. Denn das verfassungsmäßige Erfordernis zweier Abstimmungen ist doch so zu verstehen, daß es eine identische Vorlage sein muß, auf die sich die beiden Abstimmungen beziehen. Das ergibt sich aus dem Sinne der Bestimmung, diese wurde ihren Zweck, besondere Kautelen gegen übereilte Beschlüsse zu schaffen, gänzlich verfehlen, wenn bei der zweiten Msttmmung vielleicht neue eingreifende ,Aen- derungen der Verfassung in den betreffenden Gesetzent­wurf fjiiieingcbradTt werden könnten, ohne daß dann eine Wiederholung der Abstimmung erforderlich wäre. Ta nun ohnehin, falls das Herrenhaus eine Aenderung an der jetzigen Vorlage übernimmt, bei der erforder­lichen Weiterberatung im Abgeordnetenhause die drei­wöchentliche Frist für die erforderliche zweite Abstimmung wiederum gewahrt werden muß, so wird es, um mit der Vorlage noch in ttefer Session zum Abschluß zu gelangen, voraussichtlich nicht möglich sein, etwaige Verbesse­rungen, über die sich die Mehrheitsparteien einigen, bei dieser Gelegenheit in den Entwurf aufzunehmen. Mau wird zunächst die Stellungnahme des Herrenhauses abzu­warten haben, die in diesem Falle um so bedeutsamer und um so wichtiger ist, als das Herrenhaus keine Wahl­körperschaft ist, also ben Brägen des Wahlrechts unbe­fangener und staatsmännisch freier gegenüber steht, als die aus politischen Wahlkämpfen heraus geborenen Par­teien des Abgeordnetenhauses.

Dazu schreibt das konservative Blatt noch weiter:

Es scheint uns im h ö ch st e n Maße wünsche n s - wer t zu sein, daß in der Frage der Dritte lung eine Uebereinftimmnng zwischen den Parteien d e r R e ch t e n erzielt wird, und das ist im weiteren Ver­lauf der Verhandlungen wohl auch zu erwarten. Der Führer der Freilonservativen hat ja erklärt, seine Fraktion fei bereit, auf Anträge einzugehen, die einen Mittelweg zwischen der Dritlelung nach Urwahlbezirken und nach den Gemeinden bedeuten würden, und der Führer der Konservativen versicherte daraufhin, daß seine Partei sich an der Auffindung eines solchen Weges gern beteiligt habe, bis zuletzt leider ohne Erfolg. Hoffentlich gelingt as in der nächsten Zeit, in dieser Frage ein alle Teile befriedigendes Resultat zu erzielen. Grundsätzliche Disfe- renzeii liegen hier nicht vor. Sollten aber in der nächsten Beratung im Abgeordnetenhause die taktischen Schwierig­keiten nicht zu beheben sein, so wird das Herrenhaus den Streit zu schlichten haben, und wir vertrauen da­rauf, daß es dazu den richtigen Weg finden wird.

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«ihmgen der Anstalt zusammen wurden von 31 Schulern besucht. Ter Zugang von ©djiiilern wird zweifellos wackpen, lobald die guten Leistungen der Schule unter der Bevölkerung bekannt^ werden und den Anreiz zum Besuch der Schule geben. Will iboaj fein Vater, daß fein Sahn, der die väterliche Wirtschaft einmal übernehmen soll, weniger gut ausgebildet ist, als der sahn des Nachbars. Lehrern und Schülern wurde nach der Prüfung ver­diente Anerkennung zuteil. Den Lehrern die Anerkennung, daß sie offenbar mit ganzer Hingebung gearbeitet und den Schulern, daß sie guten Willen gezeigt und durch ihr gutes Verhalten 'ihren: Lehrern die schwere Arbeit erleichtert hätten. Der Vertreter der Regierung war durchaus befriedigt von dem Resultat der Prüfung. Regierungsrat Dr. Merck gedachte in seinen Aus­führungen des Gründers der Anstalt, der nun schon die Provinz verlassen, dem man zu Dank verpflichtet sei für das große iJn- teresse, das er immer dieser seiner Gründung entgegengebracht. Im HoNändisckftN Hof vereinten sich nach Schluß der Feier die Väter mit ihren zur Entlassung gekommenen Söhnen, sonne alle die übrigen Herren zu einem fröhlichen Trunk, bei dem noch manches beherzigenswerte W-ott gesprochen wurde. Auch diese Schlußfeier fand in harmonischer Weise ihr Ende.

lz. Vom Vogelsberg. 18. März. Das Ver­brennen der Hecken im Frühjahr ist eine Unsitte,.die gar nicht genug bekämpft werden kann. Schon jetzt sieht man allenthalben in den Gemarkungen die Feuer rauchen, die viele Hecken mit ihrem dichten Bestände von vorjährigen dürren Gräsern zerstören. Und gerade dieses Untergrab der Weiß«- und Schwarzdomhecken bildet eine viel begehrte Niststätte der meisten Singvögel. Es wäre doch zu wünschen, daß bald etwas mehr Natursinn und Verständ­nis für des Menschen Freunde Ms tpr Tierwelt Platz griffe. Denn nicht mir jugendliche Uebxltäter sind es, )ie das dürre Gras der Hecken anzündien, sondern häuftg sieht man auch Erwachsene am Werke, in unüberlegtem Tun den kleinen Sängern ihre- Schutz- und Wohnplätze

Märkte.

Gießen, 19. März. Marktbericht. Aul heutigem Wocben- marfte kostete: Butter pr. Pfd. 1.201.30 Mk., Hühnereier 1 St. 700 Big., Enteneier 1 St. 0 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf., Erbsen p. Pfd. 0000 Pfg., Linsen v. Psd. 0000 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80<Dlf., Gänse pr. Pfd. 6070 Pf., Enten vr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Cdüenfleikl) pr. Psd. 7684 Pfg., Kuhfleisch pr. Psd. 60 Psg., Rindfleisch pr. Pfund 7074 Pfg^ Schweinefleisch pr. Pfund 8096 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 96 Psg., Kalbfleisch vr. Psd. 7680 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 6080 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.506.00 Alk., Zwiebeln per Ztr. 5,006,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 1015 Pfg., per Zentner Alk. 0.000.00., Aepfel per Ztr. 1018 Mk., Birnen per Ztr. 1015 All. Nüsse 100 Stück 4050 Pfg,, per Ztr. 000 Mk Marktzeit von 82 Uhr.

Schon seit 40 Jahren wird mit ausgezeichneten Erfolgen von ärztlichen Autoritäten das Nestle'sche Kindermehl angewandt, weil es sich bei Verdauungsstörungen aller Art am besten bewährt hat. Die von einem Kinderärzte verfaßte, illustrierte Broschüre versendet nebst Probedose kostenfrei die Nestle's Kindermehl-Ges., Berlin 8.42

[8S10/3]

poutiicbtr Lageshcyau.

Die gesetzgeberische Arbeit des Reichstags.

Man schreibt uns aus Berlin.

Die Parlamente sind in die Osterferien gegangen. Der Reichstag hat die meiste Zeit der vier Monate für die Haushaltsberatung in Anspruch genommen, das gesteckte Ziel, ttotz des frühen Osterfestes den Haushalt rechtzeitig zu verabschieden, hat er erreicht. Verabschiedet wurden von ihm einige Nachttagshaushalte für 19J9, die Handels­verträge mit Bolivien und Portugal, die Entwürfe über die Regelung der Handelsbeziehungen mit England und Ameriia, besprochen wurden Einträgen über den Kieler Werftbetrieb, den Arbeitsnachweis im Ruhrlohlenrevrer Privaibeamttnver'iche'ung, ManS^elder Stt i, Ka.is nii at, mecklenburgische Ver af ung, Kattowi- er Beamtenmaßregeln Berliner Wahlrechtsdemonstrationen.

Ju er st e r L e s u n g sind beraten worden das Arbeits- kammergesetz, das 5^ausarbeitsgesetz, die Novelle zur Ge­werbeordnung betteffs Lohnbücher, das Beam-euhajtpflicht- gesetz, das Reichstaligesetz, das Stellenvermittlergesetz, die neue Slrafprozeßordnung, die Sttafprozeßnovelle und das Reichsbesteuerungsgesch.

Noch nicht beraten sind: Entwurf über die Zu,tandigkett des Reichsgerichts, Reichsversicherungsordnung und der Ent­wurf zur Ausführung der Berner Konvention zum Schutze von Werken der Literatur.

Die zahlreichen Anträge, die vorliegen, sind sämtlich bisher unerledigt geblieben. 12 Gesetze find nach Ostern mithin noch ganz oder teilw^ije zu erledigen.

Die preussische Wahlrechtsvorlage.

Aus StaSt und Land.

Gießen, 19. Mörz 1910.

* Stadttbeater. Auf das am Montag stattfindend.' Benefiz für Regisseur Rudolf GollDer Veilchenfresser" sei nochmals hingcwiesen. In Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Gähne, Güldener, Ney und Scholz, sowie die Herren Goll, Gähne, Norden, Marx und Pauly. Letzterer scheidet mit dem Ende der Spielzeit aus unserem Ensemble.

" Kunst verein. Die Kollektion Tempera-Bilder von I. Martini München und Einzelwerke, die erst 8 Tage ausgestellt sind, gelangen am Montag zur Weitersendung, um an ihrer Stelle eine Anzahl neuer Bilder zur Ausstellung bringen zu können.

'** Der Kurs zur Ausbildung freiwilliger Helferinnen in der Landkrankenpflege, den Pfarrer Schwabe-Gießen namens des Oberhest. Vereins

Dr HommeFs Haematogen WARNUNG! Man verlange ausdrücklich den Namen Dr. Kommet.

Siehe das hochbedeutsame Werk: von Dr Lorand Cap. X. 3. BgKff

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