Ausgabe 
19.11.1910 Fünftes Blatt
 
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Sttnftes Blatt

Nk. 272

160. Jahrgang

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonntags.

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General-Anzeiger für Gberheffen

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! klärlich, Laß die Beteiligung der Bürger an der Wahl l 1 stets lebhafter wird und oftmals , eine Agitation einseht,

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Meteorologische Beobachtungen der Station Giehen.

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die die bei den Landtagswahlen immer und die bei den Meichstagwahlen sehr oft zu übertreffen pflegt.

der verlange ausdrücklich Scotts und achte auf unsere bekannte hier abgcbildete Schutzmarke, die der äußern Verpackung aufgeklebt sein muß. Bei geringen Abweichungen in der Auf­machung handelt es sich um eine der vielen Nachahmungen, die den Ruf und Namen von Scotts Emulsion ausbeuten wollen. Die echte Scotts Emulsion leistet Gewähr für den ge­wünschten Erfolg.

Samstag, 19. November 1910

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersuätS - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

91 irr echt ritt dieser MartedemFisckcr dem Garantie» zerchen deS Scott» (dien Verfahrens

Bewährt seit Jahrzehnten

und als vortrefflich anerkannt von den Aerzteu aller Herren Länder gewiß deutliche Beweise für die offenkundige Wirkung und die Beliebtheit von Scotts Emulsion! Wer sich oder seinen Kindern den Nutzen einer wirklich zuverlässigen Lebertran-Emul­sion zuteil werden lassen will, der greife zu Scotts

DieStetzener SandHenblätter" werden dem .Anzeiger" thermal wöchentlich beigelegt, das Krcisblan für Öen Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Die£anömirtfd?aftltd?en Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expeditton und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: eagefr 5L Redaktion: 112. LeU-Ad cu AnzrigerGießen.

3ur Stadlverordnetenwahl.

Gießen, 19. Nov.

Dennoch schien den ersten Wahlvorbereitungen nach die Wahlbewegung sich friedlicher zu vollziehen als bei den Leiden vorhergehenden Wahlen. Standen doch 1907 sich 6 sozusagen oftizielle Wahlvorschläge gegenüber, vrn denen der bis auf eine Ausnahme siegreiche Zettel des Bürger­schaftsausschusses (Nationalliberaler Verein, Freisinniger Verein, Bürgerverein, Nordostverein und Südwestverein) 1963833 Stimmen erhielt. Ihm zunächst kam der sozial­demokratische Dahlvorschlag (870703 Stimmen), und es folgten der Zettel der Bereinigung für kommunale Wahlen mit 737258 Stimmen, der der Mittelstandsvereinigung mit 302194, der des Mietervereins mit 117 und der des 5?ausbesitzervereins mit 95 bis 32 Stimmen Im ganzen waren 41 Kandidaten aufgestellt und von 3883 Wählern stimmten 2786 (= 70,65 Proz.) ab.

19 04 bewarben sich um die 16 Stadtverordnetensitze 30 Personen. Bon 3576 Wählern wählten 2392 --- 67 Proz. Bei dieser Wahl war der Zettel der beiden liberalen Wahl­vereine mit 2084 bis 1021 Stimmen siegreich, indem nur 2 andere Kandidaten mit 860 und 736 Stimmen gewählt wurden. Schon damals stand die sozialdemokratische Partei mit 595476 Stimmen an zweiter Stelle, während der Nordostverein, der Wahlverein Zentrum (eine Eintags­fliege), die Seltersberg- und Riegelpfadvereinigung wesent­lich zurückblieben.

Jn diesemIahre hatte man, getreu dem allerdings nicht allseitig anerkannten GrundsatzPolitik gehört nicht aufs Rathaus" es versucht, alle dazu nur irgendwie berufe­nen bürgerlichen Körperschaften in einem gemeinsamen Wahlausschuß ru vereinigen. Die 23 vom Vorstand des Bürgervereins dazu eingeladenen Vereine folgten dem Ruf bis auf den Mieterverein, der diesmal von einer Beteili-

Wer mouferm künstl. Möbel zu wohlfnii^* i«n

vermischter.

* Graf Zeppelin in Amerika. Wenn das Schicksal dem Grafen Zeppelin ermöglicht, einen lang gehegten Wunsch erfüllen, so werden die Amerikaner in ihrem Heimatlande

will, veri. k<>aienfr. Offert,-, besichtig, uns. grosss+Mt oingerlcht r abrfk- lagers mit über So comnl. Zimmev-Elnrlcht. oehonawert u. lehrend. Bei grösa.Kauf: Fahrtveroüt. Lief.fr-i Wnhnungunter Garantie. Faetüberall vift'e R>f<,ren,on. Conr. Saugt Söhne, Fulde* Möbelfabrik mit

Dampfbeuieb. Cnigr. ,1888.

außerdem noch die seitherigen Stadtverordneten Emmelius und Helm enthält.

Auf allen Zetteln erscheint sonach der Name des seid» herigen Stadtv. Huhn, während die Herren Emmelius und Helm vom Bürgerschaftsausschuß und der fortschrittlichen Volkspartei vorgeschlagen werden. Nur auf der Liste des Bürgerschaftsausschusses bezw. auf der fortschrittlich-sozial- demokratischen Liste erscheinen je 10 Kandidaten, so daß im ganzen 23 ernsthaft in Betracht kommende Mandats­bewerber für die 13 in Betracht kommenden Stadtverord­netensitze vorhanden sind.

Beide Vorschläge haben übrigens in den Reihen der dazu gehörigen Wählerschaft keine allgemeine Befriedigung hervorgerufen, wie aus dem gestrigen Inseratenteil un­seres Blattes hervorgeht.Treue alte Anhänger der frei­sinnigen Partei" und einigeunabhängige Wähler" be­gegnen sich da in dem Vorschlag, die alten Stadtverord­neten sämtljch wicderzuwählen, während sie hinsichtlich der neuen Männer teilweise zu verschiedenen Vorschlägen kom­men. Beide Vorschläge sind aber so gehalten, daß sie nicht zur weiteren Zersplitterung der Stimmen beitragen.

Die Relchrversicherungrorümmg.

:: Berlin, 18. Nov.

Der Reichsversicherungsausschuß beendete heute die zweite Lesung des Abschnittes über die gewerbliche Unfallver­sicherung. Die heutige Beratung betraf die Verantwortlichkeit des Betriebsunternehmers für die Durchführung der Unfallver- hütuugsvorschristen und deren Beaufsichtigung. Durch eine neue eingefügte Bestimmung in einem 8 887 a werden die Unternehmer verpflichtet, den vom Reichsversicherungsamt beauftragten stän­digen Mitgliedern des Reichsversicherungsamts während der Be- triebszeit den Zutritt zu ihren Betriebstätten zu gestatten, um die Durchführung und Wirkung der Unfallvcrhütungsvorschriftcn festzuftellen. Nach der Regierungsvorlage ist der Betciebsunter- nehmer in jedem Falle, und nicht etwa statt feiner ein beauftragter Stellvertreter, haftbar für Zuwiderhandlung gegen die Pflichten, die auf Grund der Unfallverhütungsvorschriften sich ergeben.

Ein Zentrumßantrag wollte auch hierfür den Beauf­tragten an Stelle des Unternehmers haftbar machen; zur Be­gründung wurde z. B. angeführt, daß ein großer Bauunternehmer oft gar nicht in der Lage sei, täglich auch nur seine sämtlichen Baustellen zu besuchen. Aus den Einwand, daß die Beauftragten vielfach wegen Zahlungsunfähigkeit nicht würden herangezogen werden können, die Verantwortlichkeit also dann nicht wirksam werde, ergänzten die Antragsteller ihren Antrag durch eine Zu­satzbestimmung, die den Betriebs unter nehm er solidarisch haftbar macht. Hiergegen wurde von nationalliberaler Seite 'Einspruch erhoben und ein solches Vorgehen geradezu als Unter­nehmerhetze bezeichnet, während die Sozialdemokraten umgekehrt den Unternehmer in jedem Falle heranziehen wollen, da der Beauftragte kein Beschwerderecht habe und das Strafrecht der Berufsgenossenschaften sich nur auf ihre Mitglieder erstrecken dürfe.

Der erweiterte Zentrumsantrag wurde schließlich gegen die Linke angenommen.

Es gelang, in der heutigen Sitzung auch die ganze land­wirtschaftliche Unfallversicherung zu erledigen, so daß von dem Buche über die Unfallversicherung nur noch die See­unfallversicherung aussteht. Ueber den Umfang der landwirt­schaftlichen Unfallversicherung wurde in der zweiten Lesung be­stimmt:

§ 915: Als landwirtschaftlicher Betrieb gilt auch die Gärt­nerei, die Park- und Gartenpflege, sowie der Friedhvfsbetrieb, soweit er nicht der gewerblichen Unfallversicherung .unterliegt. Kleine Haus- und Ziergärten, die nicht regelmäßig und in erheb­lichem Umfange mit besonderen Arbeitskräften bewirtschaftet werden und deren Erzeugnisse hauptsächlich dem eigenen Haushalt dienen, gelten.nicht als landwirtschaftlicher Betrieb.

§ 917a. Binnenschiffahrts- und Floßernbetriebe oder Tätig­keiten fallen nur dann in die Versicherung des landwirtschaft­lichen Hauptbetriebs, wenn sie nicht über den örtlichen Verkehr hinausgreifen. In § 918 wurde der AusdruckFacharbeiter" ausgemerzt. Zu § 9o8 wurde bestimmt, daß die Genossenschafts­versammlung mindestens einmal im Jahre berufen werden muß.

Ter Ausschuß vertagte sich auf Donnerstag vormittag.

Gelegenheit haben, den deutschen Meister der Luftschisfahrt zu begrüßen. Der Bruder des Grafen, Hugo von Zeppelin, der gegenwärtig eine Reise durch Amerika unternimmt, hat in Neu- york den Wusch des Meisters vom Bodensee verraten, das Land wiederzusehen, in dem er zuerst im Luftballon einen Ausstieg unternahm. Es war während des Sezessionskrieges, als Gras Zeppelin zusammen mit dem verstorbenen Earl Schurz in einem Fesselballon aufstieg, um Truppenbewegungen zu beobachten. Graf Hugo verriet auch, daß derZeppelin 7" bereits in Arbeit ist und nach seiner Vollendung wohl alle seine Vorgänger an Größe übertreffen wird.

* T i e Bank auf Rüde rn. Ein neues Verfahren, um in abgelegenen Landdistrikten Bankgeschäfte abzuwickeln, wird nun von einer Neuyorker Automobilgesellschaft ins Werk gesetzt. Ein mächtiges Vehikel ist zu diesem Zwecke bereits fertiggestellt, ein großes Automobil, das eine ganze Bank mit Tresor umschließt. Um Ueberfälle zu verhindern, ist ein kompliziertes System von Schutzmaßregeln und Alarmvorrichtungen ersonnen worden: so­bald ein Zwischenfall eintritt, erfolgen automatisch elektrische Notsignale, die in einem Umkreis von einer enylifchen Meile gehört werden können. Tie Bank auf Rädern ist ein Koloß, der völlig aus doppeltgehärteten besten Stahlplatten hergestellt ist. Tas Innere dieser fahrenden Schatzkammer ist in zwei Ab- teilungcn gegliedert, vorn der Mlaum für den Wagenlenker, hinten das Lankbureau mit den Geldschränken. Ohne seinen Sitz zu verlassen, vermag der Chauffeur durch eine einfache Hebelbewegung den Wagen in eine Festung umzuwandeln, automatisch schließen sich alle Oeffnungen, Panzerplatten schieben sich vor, und da zu- aleich die heulenden Sirenenklänge einsetzen, werden verivegene Räuber oder Wegelagerer, die vielleicht einen Angriff auf diese rollende Bank maßen, kein leichtes Spiel haben: denn ehe es ihnen gelungen sein wird, die dicken Pairzerwände zu sprengen, werden die Alarmsignale Hilfe herbeigerufen haben. Tie Bank auf Rädern wird bereits in den nächsten Wochen ihre Tätigkeit aufnehmen, und von dem Erfolge wird es abhängen, ob noch weitere solcher Fahrzeuge zur Bequemlichkeit der Landbevölkerung in Dienst gestellt werden.

* Günstige Gelegenheit. Richter (zu dem Beklagten): Sie erklären sich also bereit, die Sck)impjworte rurückzunehmen?" Jawohl, alle, die ich ihm zugerufen habe:Meineidiger Lump, Spitzbube, Strolch, Falschspieler, Betrüger..." Der Gegner (wütend):Entziehen Sie khm's Wort, Herr Richter, jetzt macht der Lump ja noch immer mehr babei!" 1

gung an der Wahl überhaupt absah. Während der Ver- i Handlungen schieden noch der Verein der fortschrittlichen ' Volkspartei und die Ortsgruppe der Bodenresormer aus, beide aus dem Grunde, weil, nachdem ein Antrag der fort- ; schrittlichen Volkspartei auf Zuziehung der Sezialdemo- : Traten zu dem Wahlausschuß gegen fünf Stimmen bei einigen ; Enthaltungen abgelehnt worden war, von dem Sechzig^r- ausschuß der Mrgerbereinigung beschlossen tourt):, Angehörige der sozialdemokratischen Partei gruudsätz- ! lich nicht zur Wahl vorzuschlagen. Die Freisinnigen begrün- 1 beten ihren Beschluß damit, ocrß der Ausschluß einer poli- ( tischen Partei ihren politischen Grundsätzen to'derspreche ' und die Bodenreformer zogen sich zurück, weil sie in dem ' Beschluß des Bürgerschaftsausschusses eine politische Stel­lungnahme erblickten, die für sie nach ihren Satzungen ! ausgeschlossen sei.

! Die verbleibenden 20 Vereine wählten zur Geschäfts- führung einen Bürgerschaftsausschuß von 11 Mitgliedern und stellten dann in einer späteren Sitzung einen Wahl­zettel auf, der von den ausscheidenden Stadtverordneten

[ die Herren Emmelius, Helfrich, Helm, Huhn und Jann enthält und als neue Kandidaten die Herren Franz Brück, Wilhelm Homberger, Max Jaskowsky, Christian Jnderthal, i Karl Krailing, Prof. Josef Lulev, E. H. Müller und Adolf i Schmidt vorschlug. Die Auswahl der Kandidaten erfolgte | durch geheime Abstimmung in der Art, daß jedes Mit- f glied des Ausschusses 13 Namen aufschrieb und die dreizehn ! Höchstbestimmten als Kandidaten aufgestellt wurden.

! Die fortschrittliche Volkspartei schloß ein Bündnis mit den Sozialdemokraten auf der Grund­lage, daß sie auf ihren Zettel vier sozialdemokratische Kan- : bicaten (Stadtv. Karl Orbig, Georg Beckmann, Franz Schnell und Aug. Vetters) setzen will, wogegen die Sozial- i demokraten alle sonstigen, auf dem Zettel der Volkspartei ! stehenden Kandioaten übernahm, soweit sie nicht aus­gesprochene Anhänger der nationalliberalen Partei sind. Sonach stehen außer den obengenannten vier Sozialdemo­kraten auf den Zetteln der Fortschrittler und Sozialdemo­kraten die seitherigen Stadtverordneten Eichenauer, Faber, i Grünewald unb Huhn, Rentner Friedberger, Prof. Dr. R.

Sommer und Prof. Urstadt, während die freisinnige Liste

Me drei Jahre werden die Bürger der hessischen Städte und Landgemeinden dazu berufen, ihren, den vornehmsten Teil am Selbstverwaltungsrecht der Gemeinde auszuüben, -nämlich die Wahl des dritten Teils der Bürger vorzu­nehmen, die als ihre Vertreter gemein'am mit dem Biir- lgermeister und den Beigeordneten die Verwaltung der i Gemeinde zu führen haben. Bei der wachsenden Bedeu- 4 tung der Gemeinden im öffentlichen Leben als unterster, ; aber selbständigster Selbstverwaltungslorper und der Zu- rj -nähme der Gemeindebetriebe und -Einrichtungen ist es er*

Handel.

** ?ksche Togogesellschaft zu Berlin, die

mr chr letztes Geschäftsjahr 6°/o Dividende verteilt, hat sich mit oem Reichskolonialamt über die Regelung ihres Landbesitzes in -Logo geeinigt unb behält bezw. erhält insgesamt etwa 18 000 Öertar Land in der Togokolonie und zwar znm Teil an der Ellenbahn LomePalime, zum Teil an der im Dan befind lichen Bahn LomeAtakpame. Bon dem an der Palime-Bahn gelegenen Besitze will sie nunmehr eine Fläche von 7500 Hektar mit einer darauf errichteten Versucbspflanznng abtrennen und tu eine zu gründende neue Togo-Pflanzungs-Aktiengesellschaft etnbrmgen. Sie erhält dafür 150 000 Mark in bar und 100 006 Mark in Aktien, während die neue Gesellschaft mindestens 750 000 Mark und höchstens 1 Million Mark Aktienkapital haben soll Geplant ist in erster Linie der Anbau von Kautschuk und Sisathanf, daneben auch Kapok, Baumwolle n. a. Rach Mitteilung des Gründungs-Komitees, welches sich durchweg aus Persönlichkeiten zusammensetzt, welche im kolonialen oder im Handelsleben einen guten Namen haben, ist der Anbau der beiden Hauptkulturen' bereits seit drei Jahren auf der zu übernehmenden Versuchspflan- zung studiert worden. Auf Grund der günstigen Erfolge wurde der. Vertreter des Gründungs-Komitees nach Dentsch-Ostafrika entsendet, um die dortigen Plantagenkulturen eingefjenb zu studieren. Erst auf Grund seiner dort gewonnenen Ueberzeugung, daß Togo^ Kautschuk und Sifalhanf billiger fabrizieren wiro als Deutsch-Ostafrika hat man sich entschlossen, mit der an anderer Stelle unseres Blattes abgedruckten Zeichnungsaufforderung an das große Publikum .heranzukreten. Die günstige Entwickelung des Plantagenbaiies in den Kolonien wird neuerdings immer mehr anerkannt, und so ist es sicherlich freudig zu begrüßen, wenn nunmehr auch in der Togokolonie neben der ansehnlichen Ein- geborenen-Kultur ein aussichtsreicher Plantagenbau sich entwickelt.

Llnacsait-t.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Kreisstraße Lich(NonnenrolhOber-Defstngen)Röthges?

Ich habe es von Hörensagen, daß man vorhabe, eine Kreis- straße zu bauen von L i ch aus mit Einmündung auf die Langsdorf Nonnenröther N i e d e r - V e s s i n- g er Chaussee. Das war beim Bau dieser letzteren Straße schon im Projekt. Ich sagte damals wesentliches nicht da­gegen, weil ich mein eignes, ttotz des fast einmütigen Wider­standes meiner lieben Freunde zu Langsdorf, aber mit der nicht genug zu dankenden Hilfe des verstorbenen Geheimrats v. Bech­told, des damaligen Ministerialrats Dr. Breidert, des Baurats Stahl und des 5breis-Jngenieurs Müller doch durchgesetztes Projekt (die Erbauung der Straße nach Nieder-Bessingen mit Ab­zweigung nach Nonnenroth) nicht zu gefährden. Nun das aber glücklich erreicht ist, meine ich, noch die Pflicht zu haben, die Behörden und die Oeffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, daß es doch richtiger wäre, die neue Kreisstraße von Lich aus am westlichen Rand der Häußer-Wiesen entlang, an Mühl fach s en die Chaussee Nieder-Bessingen Nonnenroth schneidend, in möglichst gerader Richtung nach Röthges venaufen zu lassen. Tann wäre Lich und Nonnenroth direkt miteinander verbunden, den 160 Langsdorfer Besitzern auf den Häußer-Wiesen ein guter Weg gegeben, der Wert und die Bebauung dieser Wiesen bedeutend gefördert, der Waldbe- ftanb geschont unb doch gehörig aufgeschlossen und dem zwischen hohen Bergen eingellemmten Röthges der gute Talweg nach L i ch usw. geöffnet. Möchten meine Worte Verständnis unb eine gute Aufnahme finbett

Köhler- Langsdorf.

17. bis 18. November ---- 3,4 6 3.

17. 18. , = 0,4 *0.

Unser Gießen, das mit den anderen h"ss schen Städten hinsichtlich seiner kommunalen Einrichtungen mindestens !gleichzustellen ist, hat am nächsten Dienstag Stadtverord- netentoahl, Grund genug, daß sich die Einwohnerschaft schon seit Wochen mit der Wahl beschäftigt. Sie ist diesmal be­sonders wichtig, weil wiederum, wie vor 3 Jahren, der wachsenden Größe der Einwohnerzahl entsprechend die Zahl der Stadtverordneten um 2 (von 32 auf 31) vermehrt wer­den soll. Dazu ist eine Ersatzwahl für den aus der Ver­sammlung durch Amtsniederlegung ausscheidenden Stadtv Prof. Dr. Viermer vorzunehmen, so daß im ganzen 13 Stadtverordnete zu wählen sind, 12 auf neun unb einer auf sechs Jahre. Dank des Umstandes, daß in den letzten drei Jahren kein Mitglied der S'adrverordneten- j Versammlung gestorben und auch keine weitere Amtsnieder- legung erfolgt ist, ist die Zahl der zu Wählenden kleiner 1 als sonst, denn 1907 waren 14 und 1904 sogar 16 Stadt- | verordnete neu zu wählen. Dadurch ist die Qual der Wahl 1 diesmal noch größer als früher, denn die Zahl der zum Ämt berufenen und sich berufen glaubenden Mitbürger über­trifft die Zahl der freiwerdenden Sitze erheblich. Dazu , kommt, daß die ausscheidenden Stadtverordneten sich sämt- | klich 8iir Wiederannahme einer Wahl bereit erklärt haben, so "3 daß die Aussichten für neue Männer nicht allzu günstig sind.

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