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5.1.1910 Erstes Blatt
 
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Preise als seither für die Verkäufer nicht zu erzielen. Die Handels, leute sind der Ansicht, daß vorerst bei der Einschränkung des Fleisch­konsums die allgemeine Konjunktur für fettes Rindvieh sich nicht besiern wird. Der Kälberhandel war, was gute Ware anlangte, günstig beeinflußt durch Frankfurter Einkäufer und Käufer aus dem Rheinlande, die selbst für Köln einkausicn und Preise an- legten, wie wir sie hier noch nicht hatten. Infolge der Hauge tn bester und guter Ware zogen and) die mittleren und geringeren Tiere im Preise an, so daß die soiistige Knndscha't für Kalber sich am Handel nicht beteiligte. Für den geringen Austrieb an Ochsen sanden sich keine Kausliebhaber. Ebenso war nie Jungtiere, die auch nur schwach vertreten waren, säst gar kein Begehr. -8eaaL)U wurden für das Stück: Kühe, frischmelkend und tragend 1- Qual- 450 bis 526 Mk. (einzelne Stücke bis o40 Mk.), 2. Qual. 37o42d Mk 3 Qual. 280 bis 350 Mk. Gehandelt wurde der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder 1. Qual 70 bis 72 Mk. (einzelne Stücke bis 74 Mk.), 2. Qual. 67-69 Mk^, fette Kühe 1. Qual. 61 bis 63 Mk., 2. Qual. 5559 Mk., 3. Quall ol bis 54 Mk., Wurstkühe 46-48 Mk., Kälber 1. Qual. 75-35 Mk. (einzelne bessere Stücke bis 90 Atk.), 2. Qual. 66 bis 72 Mk., 3. Qual. 58 bis 65 Mk. Fette Ochsen in bester Ware wurden der Zentner mit mit 7476 Mk. in der Gegend gehandelt und dre Metzger können ihren Bedarf darin bequem decken.

Deutsche Flug Woche Zwischen dem Ätrniklub, dem kaiserlichen Automobilklub und der Deutschen FlugvlatzaesMchatt ist tüte Bereinigung gebildet worden. Aus den beiden Klubs smd in den Vorstand der Deutschen Flugplatz- ge^ellschäft eingetreteu, deren Grundkapital jetzt auf 700000 Mark erhöht worden ist. Es sollen tn diesem! Jahre d r e i g r o ß e Flugwochen ftattsinden, Pfingsten, im Sommer und ttirz vor deut Herbstanfang. Die Vorbereitung liegt in den Händen De» Amokfttbs und des kaiserlichen Automobilklubs. Qb sich die 'anf der ersten Berliner Flugwvche so übel behandelten ausländischen Wieger hierzu wieder einfinden werden, bleibt allerdings ab- zuwcrrten.

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vermischter.

* Selbstuivrde in Deutschland. Nach Ausweis der Statistik des Deutscheti Reiches machten im Jahre 1907 nicht weniger als 12 777 Menschen ihrem Leben freiwillig ein Ende, im Jahre 1906 waren es 12 495. Von den 12 777 Selbstmördern des Jahres 1907 gehörten 9753 dem männlichen und 3024 dem Weib- litten Geschlecht an. In ganz Teutschland trafen rmJahre 1907 auf 100 000 Einwohner 20,6 ^Ibstmorde: die höchsten Zahlen weifen auf: Sachsen-Kvburg-Gocha mit 38,1, Lmmburg nut o6 Provinz Brandenburg mit 32,5 und Berlin mit 32,3 aus 100 000 Einwohner: die niedersten Zahlet mitfallen auf Lippe mit 11,5 Pwviniz Posen mit 10,2 und Elsaß-Lothrmgen mit 13,0 In Brausten trafen auf 100 000 Einwohner 20,0 Selbstmorde, in Bayern 15,1, in Sachsen 29,5, in Württemberg 16,2 unb m Baden 19,3. Wenn man die Bundesstaaten, Provinzen und otobte in Betracht zieht, in denen jeweils im ganzen mehr als 100 eselbst- morde hn Jahre 1907 verzeichnet sind, so Lmmen aus 100 mann- lirfi.c Selbstmörder die meisten weiblichen in .Anhalt Mit 43,-, weiterhin in Braunschweig 41,3, Sachsen 40,2, Berlin 37 und Hamburg 35. Verhältnismäßig die wenigsten weiblichen Lelbst- mörder treffen aus die Pfalz, nämlich 19,7 weibliche und 100 männliche. Jm> ganzen Deutschen Reich treffen aui 100 männliche Selbstmörder 31 weibliche.

* Ein geohrfeigter Richter. Vor dem Gerichte zu Nagyhalmagy in Ungarn kam es zwischen dem Be­zirksrichter Köhalmy und dem Verhcmdlungsleiter zu einem heftigen Wortwechsel. Köhalmy verlangte ritterlich^ G^> nuatuung, die der Richter mit Rücksicht auf seinen etanh verweigerte, worauf Köhalmy den Richter durchprügelte. Das Gericht Nagybrtttyin, das nun über die Affäre zu ur­teilen hatte, verdammte, einer Depesche des H. T. B. zu­folge, Köhalmy bloß zu einer Geldstrafe von 250 Kronen und erklärte es als MilderunAsgrund, daß Köhalmy als Reserveoffizier gezwungen war, nach der Ablehnung der ritterlichen Genugtuung den Beleidiger zu insultreren, da er sonst seines Offiziersranges verlustig gegangen wäre.

* Ern Pantoffelheld. Eine verdächtige Frauens­person wurde gestern in Peitz bei Kottbus verhaftet; die Unbekannte hab bei ihrer Vernehmung an, sich rn den letzten Wochen in Kottbus ihren Lebensunterhalt durch Aus­tragen von Backware verdient zu haben. Aus allerlei An­zeichen wurde geschlossen, daß man es mit einem Manne zu tun habe; bei näherer Untersuchung bestätigte stch diese Vermutung. Der Verhaftete legitimierte sich als ein Bäcker­meister aus Grünberg in Schlesien und erklärte, daß er schon seit November v. I. sich der Frauentracht bedien habe und im Lande umherziehe, um von ferner Frau nicht ermittelt zu werden; diese habe ihn durch schlechte Behand­lung zur Flucht getrieben. Die sofort in Grunberg ange- ftellten Ermittlungen ergaben die Richtigkeit der Angaben des Mannes; es liegt gegen ihn absolut nichts Strafbares vor, so daß er wieder aus der Haft entlaßen werden konnte^

* Ein Reiterstandbild für König Leopolds Ans Brüssel wird berichtet: Die Bewohner der belgnchen Haupt,tadt werden binnen kurzem ein Reiterstandbild ihres verstorbenen Königs bewundern können; es raub inmitten der f^stbn Arknde bic der Architekt Girault gegenüber der Rue de la Loi geschaffen bat seinen Platz finden. Als Giraiüt seinerzeit den Plan letnes Werkes dem Könige vorlegte, war König Leopold von dem Ent­wurf begeistert, er genehmigte sofort die Arkade,, aber ,nn Reiter­standbild strich er mit der Bemerkung: , q?,Af Tn?p Ie

Amtlicher wettervericht.

Oesfentliche Wetterdienststelle Gießen.

Allgemeine Wetterlage feit Dienstag früh: Auf der Rückseite der nordöstlichen Zyklone ist gestern vorübergehend Aufheilening eingelreken, sodaß die Temperatur sank. Wegen der großen -un- teuchtlgkeit aber bildete sich nun vielenorts dichter, näßender Rebell Die heutigen Morgenlemveraluren liegen bei 1 Grad Kalte. Im Rordivesten bei Island ist wieder ein Tiefdruckgebiet tm Anrucken, doch wird bei der Nähe des Hochdruckgebietes fern Einfluß nur langsam zur Geltung kommen. Niederschläge sind erst spater am Tage in Aussicht. _

Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag,dem 6. Januar 1510: Nur vorübergehend leichte Aufheiterung; spater Nieder­schläge (meist Regen, und wieder milder.

Vorstehhund,

vor, flotter Apporteur, Totver- weiser, kinderfromm, im 3. Felde, ist wegen Aufgabe der Jagd zu verlausen. (09870

Schmalbach, Ludwig,lr. 33 v.

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Kleine Tageschronir^

Eine Millionen erbschaf t ist der Stadt Nord- Hausen zugefallen. Der Rentner Hermann Arnold, der vor einigen Sagen dort gestorben ist, hat der Stadt über li/., Millionen Mark vermacht. Hierzu kommen noch Lände­reien und wertvolle naturwissenschaftliche Sammlungen.

Der bisherige Amtsrichter am Amtsgericht Dresden, Max Schönfelder, der Anfang Dezember wegen einer Schuldenlast von etwa 100 000 Mk. flüchtig geworden und Eiide Dezember seines Amtes entsetzt worden war, hat sich am Neujahrs- tQfle in der Nähe der S ch ä s e r w a n d , des bekannten Felsen- berges in der sächsisch-böhmischen Schweiz bei Bodenbach, er- ch *Der ^Breslauer Schriftsteller Stanislaus Lucas, der im 58 Lebensjahre stand, hat sich in der Neujahrsnacht er­schossen Er bekundete in seinen Romanen und Novellen ent hübsches Erzählertalent. Er hatte mit schweren Sorgen zu kämpfen.

Der Wiener Wechselstubenbesitzer Theodor Kohn und ein Fritz Roth wurden wegen Verdachts betrügerischer 5)and- lungen verhaftet, weil sie für den verhafteten Disponenten der Prager ,,Ezeska Banka" Josef Korinek, der die Bank um 390 000 Kronen geschädigt hat, Börse;pekulatwnen ausgesuhrt haben.

Ein Obersteiger der Mars zeche der Kohlenbergwerke von St. Etienne stellte bei einem Rundgange fest, daß 15 Stü tz- b a l k e n einer 3ed)titgalerte durchgesägt waren. Die Unter* suchung ergab, daß es sich ganz zweifellos um einen verbreche­rischen Anschlag handelt, durch den das Leben zahlreicher Ar­beiter gefährdet war.

Das Appenninendors Scopolo ist nach einer Meldung aus Mailand durch einen unaufhaltsam vorrückenden Bergsturz in äußerste Gefahr gebracht. Die Erdmassen, die an der Basis 500 Meter brert sind, erreichten bereits die ersten .Häuser, die sämtlich geräumt werden mußten.

* Schießpulver als Delikatesse. Der Ersiiürer des Cvrdite, des in der englischen Marine eitmesührten rauchschwachen fadenförmigen Schießpulvers, hat bei der >L>chaffung des furchtbaren Explosivstoffes. wohl kaum daran gedacht, daß er zugleich einen Leckerbissen ersonnen habe, der von den Jüngern des Mars lehr gewürdigt racrbeit würde. Aber diese merkwürdige Tatsache, w erzählt der Ganlois, ist unzweifelhaft bewiesen durch ine Unter­suchung, bic die britischen Militärbehörden letzt veranstaltet haben. Dabei ergab sich, daß die cnglildj-en Krieger sich allmählich daran gewöhnt hatten, die Korditefäden als einen köstlichen Ersatz lur Kautabak auszunutzen. Das Explvsivmittel hat dank eines starken Zusatzes von Niboglyzerrn einen Elchen Geichmack, der Tom Atkiiis Gaumen sehr zusagte. Und dazu fommt noch em zweites: in größeren Mengen genossen, ruft das Pulver eine Art Rausch hervor, der etwa dem des Haschisch entiprichst. Erst durch die,e Rauschzustände unter den Truppen wurden die Militärbehörden ausmerksam, es zeigte sich, daß das merkwürdige Laster nH schon wett verbreitet hatte, und nun hat man energische Matzregeln verfügt, um den englischen Soldaten abzugewöhnen, ihr Schietz- pulver als Leckerbissen zu behandeln.

* Ein chinesisches Kursbuch. In den nächsten Tagen wird das erste amtliche chinesische Kursbuch ausgegeben Werdern Einer der höheren Beamten des Verkehrsrnmisteriums hat sich vor einigen Wochen nach Japan beheben, um die dort geltenden Eisenbahnverkehrsbestimmungen zu studieren. Er hat nunmchr ein den chinesischen Verhältnissen angepaßtes Lrnndbuch des Eisen­bahnverkehrs zusammengestellt, das als ein Anhang die Fahr­pläne sämtlicher chinesischer Eisenbahnen enthaft. L,as Verkehrs- ministerium hat angeoebnet, das Handbuch unverzüglich in Truck ju geben, und an sämtliche Eisenbahnverwaftungsstellen zu ver-

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th. Gießen, 5. Jan. Ter gestern abgehaltene erste R mt d- viehrnarkt im Jahre hatte einen Austrieb von 1200 Stück Großvieh und 350 Kälbern. Die Marktkundfchaft war sehr zahl­reich gekomlnen, hierzu konnnt »toch das milde Wetter, das den Milchviehhandel überaus günstig beeinflußte, und so konnte auch das Milchviehgeschäst zu den guten Preisen des letzten Marktes .atuiut: uucl ,cui einen flotten Verlauf nehmen. Auch der Fettviehntarkt zeigte em

.Nicht, 'so lange ich lebe" be'riediaendes Ergebnis, was f?lbiatz anlanaie. doch waren belfere

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