Ausgabe 
5.1.1910 Erstes Blatt
 
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Aur Stadt und Land.

Gestern ging der Polizei 3 Gesicht hatte er eine Verlegung über dem linken Auge erlitten: i in der Sandgrube am 11115 dem rechten Ohr floß Blut und ein Bein war gebrochen.

Magdeburg, 4. Jan. Ein neuer Flugapparat ist! von emem hleygen Kaufmann, Otto Onigkeit, hergestellt wvr- beu.- Gs, ilt ein Eindecker, der bei fünfzig Pferdestärken zwei bis drei Perivnen tragen soll. Die Flugversuche sollen demnächst beginnen.

Keine Kindesleiche. Co...n >zmii die Mitteilung zu, St'inbcr hätten in de/ Sandgrube a°m Nahrungsberg eine Kindesleiche gefunden. Die polizeilichen Feststellungen ergaben, daß es sich um einen Fötus handelte, ec nrtbin gebracht worden mar.

* Nicht geHorben. Gestern brachte eine Zeitung die Natu, der ISjähnqe Schüler Becker sei infolge ber beim Explodieren der Frösche m seiner Tasche in der N.ujahrs- nacht erlittenen Verletzungen gestorben. Wir können be-

Deutscbes NeLcb.

Der Kaiser nahm am Dienstag vormittag im königlichen Schlosse die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und Ides Marinekabinetts entgegen.

Der Reichskanzler hat dem Kaiser über die preu­ßische Wahlreform Vortrag gehalten. Die Verhand­lungen darüber int Staatsministerium, die noch nicht abgeschlossen sind, haben, wie dieTägl. Rundschau" erfährt, u. a. ergeben, daß an der öffentlichen Abstimmung festgehalten werden soll.'

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Prä- £ Renten der Etsenbahndirettion Köln, Rudolf Schmidt, zum Präsidenten der kaiserlichen Gen er aldir ektio n der ^bahnen von El s a ß-L o t h r i n g e n in Srraßburq unter Beilegung des Charakters Wirklicher Geheimer Ober- regierungsrat mit dem Range eines Rates erster Klasse

Unter dem NamenElb wart" erscheint seit dem 1. Jan. in Hamburg als Organ des Reichstagswahlvereins von 1814 eine nationalliberale Halbmonatsschrift. Das Blatt will in enter Reihe ein Hamburger Blatt und 'daneben eine nordwestdeutsche Zeitschrift sein.

Gerichtssaal.

..§ffe5.burg, 4 Jan. Das Schwurgericht verurteilte die 21 tahrige Dtenstmagd Barbara A r b o g a st aus Segelhurst, welche chr zweijähriges Kind mit Natronlauge vergiftet hatte, wegen Totschlages zu vier Jahren Gefängnis.

** Bienenzucht. Die 4 8. Wanderversammlung be$ Ob er hessisch en Bienenzüchtervereins findet Ende Juli in Schotten statt.

" Herberge zur Heimat. Die vor den Feiertagen im Inseratenteil veröffentlichte Bitte der Herberge zur Heimat ist auf g iten Boden gefallen. Es sind ihr von mildtätigen Gebern nicht nur reiche Gaben an getragenen Kleidern und Schuhwerk, sondern auch bar 59 Alk. zugewendet worden, so daß den zahlreichen Wanderern eine schöne Weihnachts­bescherung bereitet werden konnte. Der Vorstand ist dafür sebr dankbar. Uebrigens ist es vielleicht nicht überflüssig, zu. erwähnen, daß getragene Kleider immer dankbare Abnehmer! finden. Der HauSvater sorgt natürlich dafür, daß sie auch wirklich angezogen und nicht, wie sonst oft, verkauft und in Schnaps umgesetzt werden.

, , 3r..l,edrichshascn, 4. Jan. Die bürgerlichen Kollegien haben sich bereit erklärt, bas Gelände für die Gründung einer Akademie für Luftschiffbau uncntgelt lich jur Ver­fügung zu stellen.

Lustschisfahrt.

Bordeaux, 4. Jan. Der Flieger Delagicange ist mit feiner Flugmaschine abgestürzt; er war auf

| . ü> Kinzenbach, 4. Jan. Am 1. Oktober 1907 wurde bei der hiesigen Spar- und Darlehenskasse der Sparkarte n- !verkehr eingeführt, der sich gut bewährt hat. Allwöchent­lich können kleinere Beträge schon 10 Pfg. eingelegt werden. Vor allem sind e§ Kinder und jugendliche Fabrik­arbeiter jetzt insgesamt 168 Sparer die ihre Erspar­nisse verzinslich bei unserer Kaffe einlegen. Infolge der Einschränkung im Fabrikbetrieb sind im letzten Vierteljahr nur 1220 Mk. eingegangen. Die Gesamteinlagen ergaben im Jahre 1907 = 6077 Mk.

1908 = 5357 , 1909 = 4883 r

Mithin wurden bei dieser Jugendsparkaffe bis jetzt 16 313 Mk. eingelegt.

Achten, daß dies erfreulicherweise nicht richtig ist; der Junge ist wieder auf dem Wege der Besserung.

?crs^e r.e in He ff. Waisenschutz hielt am 1. Januar FL (Stnborn eine Weihnachtsfeier ab. Nach

dem Gelang von Weihnachtsliedern erhielten 14 Halbwaisen Aw- Kvprbedeckungsn und Konfett. Zwei Herren nmrden zu Fechtwarten und sechs Herren zu Oberfechtwarten er-

e V?5 r J.c n, 4. Jan. Auf dem Freiherr von Ritter gute Hasselbeck erlegte vorgestern nacht im Erdawitz mit einem einzigen Schrotschusse der Zimmer- ^5^ §teumnagel einen kapitalen Vierzehnender-Taunushirsch im Dunkeln. W ist: dies bereits der siebente von diesem Schutzen aus der gleichen Feldmark zur Sttecke gebrachte Hirsch in diesem

Fest nahm einen sehr anregenden Verlauf.

? Schotten', 4. Jan. Demnächst werden in den Orten Rudingshain und Ober-Lais, die sehr überfüllte ein- klassige Schulen haben, zweite Lehrerstellen errichtet.

8 Vom oberen Vogelsberge, 4. Jan. Der an- längs November v. I. eintretende Schneefall hatte viele Landwirte im Einheimfen der letzten Feldfrüchte, sowie in I der Bestellung der Aecker mit Winterweizen überrascht, so daß mit diesen Arbeiten plötzlich abgebrochen werden mußte. Bis zum Schluffe des Jahres sah man noch Leute im Felde beschäftigt und hier und da wurde noch Weizen gesät, Kar­toffeln ausgemacht usw. Für das Wild, besonders die Hasen, boten die noch nicht abgeernteten Krautäcker willkommene I Nahrung. Durch das milde, schneefreie Wetter im Dezember wurden die Fällungsarbeiten in den Wäldern sehr gefördert. . AB, Darmstadt, 4 gan 3m Kaisersaal des Resi. denzschlosies fcmd gestern abend in Gegenwart des Groß­herzogspaares die übliche Neujahrstafel statt. Es nahmen im ganzen 93 Gäste daran teil, u. a. sämtliche hier anwesenden diplomatischen Vertreter, die hohen Mili- tars, die Minister, die obersten Hofchargen uff. In der Mitte saß das GroßHerzogspaar, rechts davon der Gesandte Graf v. Moy und Baronin v. Knorring, Finanzminister Gnauth mit Freifrau v. Riedesel, der englische Gesandte Mr. Har- ford mit Freifrau v. d. Hoop usw., links vom Großherzoa Freifrau v. Janisch, General der Infanterie v. Goßlar mit l arau Ltaatsminister Ewald, Mnisterresident Baron von ! Knorring mit Freifrau v. Riedesel u. a. Gegenüber dem Großherzogspaar hatten Staatsminister Ewald mit Frau

'Goßlar, Generalleutnant v. Strantz mit Frau Minister' Gnauth, Oberhof mar schall a. D. General v. Westerweller mtt Frau Oberhofmeisterin v. Grancy u. a. Platz genom­men. Aus Gießen nahmen Geheimerat Provinzialdirektor Dr. Breid ert mit Gemahlin und Rektor Prof. Dr. Strahl teil. Nack) Aufhebung der Tafel, während der die Kapelle des 23. Dragoner-Regiments konzertierte, fand Cercle statt, bei welchem das Großherzogspaar mit vielen der Gäste lebhafte Unterhaltung pflog.

N Mainz, 4. Jan. Heute Morgen 10 Uhr wurde im Konzerthaiye der Liedertafel eine Kochkunstausftelluug cm der nur Mitglieder des Mainzer Köche-Bereins beteiligt sind" eröffnet. Mit ihr verbunden ist die Ausstellung der Kvch- und Küchengeräte. Alles was dem' Besuckier vor Augen geführt wird tegt ein beredtes Zeugnis für das Können und die Fertigkeit der Aussteller ab, denn nicht nur Kvnditoreiwaren, Gebäck, lalle Platten und Fischgerichte, sondern auch gcuize gedeckte Tafeln, her rlich gearbeitete Tafelaust ätze, und Gerichte der vegetarianisck«n Kost sind zu sehen. Auch die Rohmaterialien und alle nötigem Gebrauchsartikel sind ausgestellt.

Hierzu wird aus Bordeaux Wetter gemeldet: Delo prange war am Nachmtttag gegen 3 Uhr mit feinem Eindecker auf dem Flugplätze Crvix d'Hms nufgeftiegcir Die Maschine flog sehr gut. Bei einem zweiten Fluge erhob sich Delagrange zu 30 Meter Höhe und hatte eben drei Runden vollendet, als infolge eines heftigen Windstoßes der linke Flügel der Flugmaschine brach und der rechte Flügel stch senkte. Tie Maschine fiel auf den Abhang einer zwanzig Meter hohen Anhöhe, stieß dabei gegen einen Wagen und einen -schuppen und stürzte bann zu Boden. Delagrange wurde Lopfüber von fernem Sitze geschleudert und blieb sofort tot

Ausland.

. 5rt etersburg fanb zu Ehren des Prinzen Heinrich Preußen am Dienstag beim deutschen Botschafter ein Diner Iura, an foent (u. a. auch der ihm zugeteilte Ehrendienst sowie me -Ollrziersdeputationen der preußischen Regimenter, die zur Beisetzung des Großfürsten Michael Nikolajewitsch dort einge» tränen waren, teilnabmcn. Prinz Heinrich legte im Laufe be£ 4>age§ einen Krairz am Sarge des verstorbenen Großfürsten nieder.

Die iungtürtische Partei ist, wie aus Konstantinopel vculautet, bemüht, den Generalissimus, dessen Stelle in­folge der Bedingungen Hakki Beys überflüssig sei, zur Annahme des Porteseuilles des Kriegsministers,zu bewegen.

iznne in ganz Spanien veranstallete Sammlung für die im m a rok kau ischen .Feldzuge zu Schaden gekom­men e n S o Ibtitcn unh die Famllien der ©cfallenen hat die Summe von 1 976 000 Peietas erbracht.

- i.etzt bekannt, wird, beschloß Präsident Taft, seine Spezialbotichaft, betrenenb bas Gesetz über den zwischen st aat- wo n H a n d e l, nochmals, inib zwar bis zur nächsten Woche, zu verschieben. Dreier abermalige Aufschub wirb als bedeutsam angeiehen, da er eine Folge der Besprechung des Präsidenten Taft mit den Eisenbahnpralidenten ist.

Aus W a s h i n g t o n wird gemeldet: Das Mitglied des Kon­greßes .vumpbrey brachte eine Vorlage ein, nach der den a m er i kanischen P o std ampfern nach S ü da m er i k a , China a b a n und Australien höhere Subsidien als bisher gezahlt werben sollen.

Die chinesischeStudienkommission ist am Diens­tag abend von Wien nach Berlin abgereist.

KMetke mtt dieser Konferenz etwa beabsichtigt, die erste Grundlage für einen Po st betrat zu schaffen, den ein Antrag Bassermann und Genossen erst ganz kürzlich rm Rmchstag forderte. Dieser Antrag, der im Parlament noch nicht zur Besprechung gelangt ist, lautete:

Ter Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu erwchen, daraus hinzuwirken, daß aus Verttetern des Handels, der Industrie, der Landwirtschaft und des Handwerks ein stän- bigerJöeirat für Post- und Telegraphen-Angelegenheiten zur forte gefe6tert Prüfung der bestehenden und zur Vittarbeit an neu SU schaffenden Einrichtungen des Post- und Telegraphenverkehrs ins Leven gerufen werde, der nach- Bedürfnis, mindestens aber ^ahre, im Reichspostamt zusammenzutreten hat."

Wir glauben vorerst, d. h. so lange uns Herr Kraetke nicht eines Besseren belehrt hat, da>ß es sich bei der Zu- sammenberufung der Postverkehrsinteressenten nur um ein Beschwichtigungsmanöver handelt, das dem Reichskanzler die Möglichkeit geben soll, bei Beratung des Antrags Basser­mann und Genossen int Reichstage entweder selbst oder durch den Staatssekretär des Reichsschatzamtes zu er­klären, daß dem Anträge nach seiner praktischen Seite hin schon völlig durch die früheren Konferenzen und vor allem durch die vom 7. Jatmar Genüge geschehen sei.

gleich darauf Heiligenbttder äbgedruckt waren. Der polnische Senat des obersten Gerichtshofes hat das Urteil bestätigt. DieAr­beiterzeitung" bespricht das Urteil unter dem Titel:Religiöser Wahnsinn bei Hoftäten des obersten Gerichtshofes".

Newyork, 4. Jan. In dem Prozeß, den die Gebr. Wright gegen eine Anzahl Aviatiker und Fluamaschinensabriken wegen Patentverletzung angestrengt haben, errangen sie gestern in der ersten Instanz den Sieg.

qRn^ Gießener V o 1 ksb a d. Im Dezember v. I. wurden 860o Bader verabreicht gegen 8772 im November und 8342 im D^ember 1908 oder ini Durchschnitt täglich 277 Bäder gegen 292 nn November und 269 im Dezember 1908. Der Besuch hat sich im einzelnen wie folgt verteilt: ' }

Schwimmbad: 3966 Manner, darunter 490 zu 10 Psg.

an " ,... 709 Frauen, 122 10 *'

Wannenbäder 1. Klasse 243 Männer, 56 Frauen, 2. 791 , 479

Brausebäder 1. Klaffe 855 Männer, 231 Frauen, . u 2. 934 210

kannst- u. peißlnstbäder, sowie Massage zuf. 114 Männer, 12 Frauen £ie Personenwage wurde uon 20u Personen benutzt und das Bad von 4 Personen besichtigt. Das Bad hat im aogelaufenen Fahre! °bgE°I>en a(S im Horjabte. Im ganjen wurden 2r.aber weniger genommen als 1908. Auch die Einnabme ist 1909 um 91916 Mk. zurückgeblieben. Ter Rückgang in der -benntzung der Anitalt ist daraus zurückzlikühren, daß im Sommer besoiiders nn Juni nnd Juli, das Wetter ungünstig war. Die GesanNzahl der abgegebenen Bäder beträgt 1909 112 290 aeoen 114042 in 1908. T,e Bader ver.eUen sich wie folgt (die in L" mern gestellten Zahlen sind die von 1908): 58 940 (61900) Schwimmbäder, darunter 12 038 (12 445) Volksbader ru 10 Wa

Mit solcher Erklärung aber ist den Antragstellern nicht gedient. Sie müssen, soll nicht der Bureaukratiegeist weiter in der großen Verkehrsanstatt der deutschen Reichspost un­gestört sein Wesen treiben, darauf bestehen, daß, wie es der Antrag Bassermann vorsieht, diese periodischen Unterhal­tungen mit bestimmt vorgeschriebener Tagesordnung sich, zu der ständigen Institution eines Postbeirats auswachsen, also zu einer Art Kontrollbehörde über Tun und Lassen der Postverwaltung. T-^ die Regierung einem solchen Ein­bruch in ihre bisherigen Rechte nicht ohne weiteres zu­stimmen wird, tut int Hinblick darauf, daß, wenn es so weiter geht, wie bisher, unser ganzes blühendes Verkehrsleben auf dem Spiele steht, nur wenig zur Sache. Die Reichs­regierung hat schon so oft den Tag von Damaskus gesehen, daß dieser schließlich auch auf dem Gebiet der Postverwaltung für sie anbrechen muß, wenn bie verkehrsfreundlichen Par­ieren mit ihrer Forderung nach einem Postbeirat nicht locker lassen.

Gießen, 5. Januar 1910.

Glaubrecht-Gedenkfeier.

Gestern wurde die an dem Hause des Mineralwässer- handlers Jean Weisel angebrachte Gedenktafel für den dÄAA^tstvller Rudolf Oes er, genannt O. Glaubrecht, EHE, der in dem Hause 1807 zur Welt kam. Aus diesem Anlaß veranstalteten die hessische Vereinigung für Volks­kunde und der oberhessische Gefchichtsverein eine Gedächtnis- feier im Cafs Ebel, die sehr gut besucht mar und einen recht " V/rlauf nahm. Nach kurzen Begrüßungsworten des Geh. Hofrats Pros. Dr. Behaghel zeichnete Pro- sesior Dr Roesch en in übersichtlicher Weise ein Lebens­bild des hessischen Volksschriftstellers, dessen Schriften mit tl)rem religiösen, volkskundlichen und volkstümlichen Gehalt, h pr Alf rh AaÄ CaicvmkmP ___LT. C V 1 . J .

... , UHU uuuöLumnmen toenair, |eryAAn Held kN, 4. Jan. Der Radfahrerverein

der auch.des Humors nicht entbehrt, zu den besten deutschen ~ 5°rI r°.'f rcicrte Qm Neujahrstag im Junkerschen

Dorfgeschichten gehören und es auch heute noch wert finb, ,e?albau l)lec Winterfest durch einen Ball mit Ver- 9,elen lverden. Mit ihrer Verbreitung wird man am ^ftmg und Christbaumversteigerung. Die Musik der fohwtpm r<ÜUr bekämpfen können. Dem mit 24. Dragoner bewährte sich vorzüglich und baS wohlgelungene

lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte die Bor-'^ - f-*----------° - - - y auungene

lefung einer der gemütvollsten Erzählungen Glaubrechts, !m^^kder Dicht^ seine Schulerlebnsife in einer sogenannten Winkelschule schildert. Die Erzählung war für b.e Zuhörer um fo interessanter, als sie ein hübsches Kulturbild aus dem Gießen im Anfang des vorigen Jahrhunderts enthält, dessen Schauplatz heute noch vorhanden ist. Der Abend wird manchen angeregt haben, sich mit den Schriften Oesers naher zu beschäftigen. Es wird unseren Lesern bekannt sein, daß das Weisel'sche Haus, an dem die Glaubrecht-! Gedenktafel sich befindet, eines der schönsten alten Fach- werDauten unserer Stadt ist. Vor anderen ähnlichen Bauten zeichnet sich das Haus vor allem durch den schönen ^ang (Verandabau) im Hofe aus, der im Jahre 130b Ebenfalls in den alten Formen und Farben wieder- tzergestellt wurde. Leider besteht die Gefahr, daß dieser einzigartige Hof in Wenigen Tagen feiner schönsten Zierde beraubt wiro. Der Besitzer beabsichtigt nämlich, den Ver- andabau abzubrechen, um die dahinter liegenden Räum- llchketten zu vergrößern und ihnen besseres Licht zu schaffen. Da das Haus, tote uns mttgeteilt wird, nicht unter Tenkmal- jchup steht, wird es kaum möglich fein, den Abbruch zu ver­hindern, wenn nicht die mit der Behörde schwebenden Ver­handlungen im letzten Augenblick zum Ziele führen

**. Ta^^a.Iender für Mittwoch, 5. Jan.: Stadt- theater: Nachmittags 3V» Uhr Kindervorstellung:Aschen­brödel , abends 7 Uhr:Die Hosen des Herrn von Bredow".

*

"Die Verkehrs einnah men aus dem Personen-! lind Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung für die Eisenbabndirektionsbezirke Frankfurt a. M. und Main;- nn November 1909 9 659 000 NU. oder gegen das Vorjahr '"ehr 971 000 Mk. = 11,17 Proz., in der Zeit vorn Be­ginn des NechnungSjahreS 88 415 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 5 904 000 Mk. == 7,16 Proz.; für die Preußisch-Hessische Eisenbahngemeinschaft: im Monat No-1 vember 1909 153 431 000 Mk. ober gegen baS Vorjahr mehr! 9 533 000 Mk. 6,62 Proz., in ber Zeit vom Beginn bes, Rechnungsjahres 1 296 076 000 Mk. ober gegen baS Vorjahr mehr 60 446 000 DU. = 4,89 Proz.

A us bem Militär-Wochenblatt. Dem Inten-, danturkanzlisten Schütt bes 18. Armeekorps rvnrde ber Charakter als Kanzleisekretär verliehen. Der Garnisons- Verwaltungsinspektor Ferrand in Celle wurde als Amts- Vorstand nach Babenhausen versetzt.

"Motorfahrer-Gautag in Gießen. Der erste Gantag für den Mitteldeutschen Gau der deutschen Motor- sahrcr-Veceinigung (D. M, V.) wirb im Frühjahr in Gießen Uattsinben. Die Vorbereitungen zu ber Veranstaltung, zu ber 600 Fahrer hier erwartet werben, liegt in ben Hänben des Gießener Antoinobilklubs.

c^fmnt^hfUILvUnir ltnu, Wetter ungünstig war. Die Wien, 4. Jan. Großes Aufsehen hat ein Urteil des

1U9426ü? 1908 b"ragt 1909 112 290 gegen Kassationshofs hervorgerufen, bas bte Nichttgkettsbeschwerd?.

mVrn nioJupn' PaMp» Ü rid) (btc in Klam- gegen ein höchst sonderbares Urteil ber ersten unb zweiten Iw'

^908) 1 58 940 (61900) Itanz verwarf. Eine Greislerin (Inhaberin eines Spezcreigeschchts) 19rt93-5 (19b8(?6) '^m.HPnhh»r °iqiq12/^ax^lf5b°bcc ru 10 Psg., '.N Krakau war zu einer Woche Haft, verschärft wit einem Fasttag, imh "'x 1919^2030J./Qiitof- UNÜ Heilbäder verurteilt worden, weck sic alte Nummern des jesuitischenHerz-

Änstalt im "xnx,ta;fJleu-S-efud) batte die Je u-Boten" zum Einbacken von Waren genommen batte,

und den schwächsten im Januar' " ' - - - - - -- -

mit 67!9 -Ladern. Die höchste Tagesfoequenz hatte das Bad am 6. Ium mit 1200, die niedrigste am 6. Januar mit nur 106 Be- ÄmSS1 belrug 1909 38198,25 M,. gegen

Die mitteleuropäische Rechihilfekonferenz.

r .^Wien, 4. Jan. Die Mitteleurvpäh'che Rechthilfefonferenz beschäftigte sich heute zunächst mit der Frage, für welche privat- rechtlichen Ansprüche eine erleichterte Vollstreckung gewährt werben wlle unb welche Exekittfonstitel wechselseitig anzuerkennen seien. ^^^?uäführlichere Behanblung erfuhren bic von ben öffentlichen rechtlichen Institutionen erlassenen sckiebsgerichtlichen Eiitschci- hungen unb bic notariellen sowie gerichtlichen Urlunben mit ber Vollstreckungsklausel; für diese wurde die Gewährung der Rechts- hilte als besonders wünschenswert be.zeichmet, unt vor allem dadurch eine stärkere Einbürgerung dieser Titel im internativiralen Verkehr zu ermöglichen. Tie weiteren Erörterungen bezogen sich aus die ^chutzvorschristen int Zustellungswesen und die Beseitigung des ^.ellberationsvcrfahrens, unter gleichzeitiger Ermöglichung eines raschen Zugreifens für eine spätere Durchführung der Vollstreckung.

- Tic Verhandlungen iverben mvrgen fortgesetzt.

Dievermahlung des Großherzogs von5achsen-weimar.

Meiningen, 4. Jan. Heute vormittag 9 Uhr hat die Ziviltrauung des Großherzogs Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar mit der Prinzessin Carola Feodora von Sachsen-Meiningen durch den weimarischen Staats­minister Dr. Rothe in Gegenwart des Herzogs von Sachsen- Meiningen und des Prinzen Albert von Sachsen-Weimar stattgefunden. Um 11 Uhr schloß sich die. kirchliche Trauung an, bei der Prälat Schmidthenncr-Karlsruhe die Traurede hielt. Hierauf wurde die Gratulationsconr ab­gehalten; dann war Festtafel.

Bei der Festtafel erhob sich der König fron Sach­s' c 11 Zu einem Trinkspruch, in bem er aus führte, 'ihm fei die bohe Ehre zuteil geworden, namens aller Anwesenden herz­lichen innigen Glückwunsch dem lieben jungen Paare auszu­sprechen. Es sei sein aufrichtiger Wunsch, daß Gott ber Allmächtige, ber Lenker aller Dinge, seine Huld und Gnade in reichstem Maße auf die Neuvermählten ausgießen und alle ihre Wünsche in Erfüllung gehen lassen möge. Er bitte den Großherzog und die Großherzogin, die freund­schaftlichen Beziehungen zwischen ihm und dem weimarischen Hanse auch, werter zu pflegen. Der Wnig schloß mit einem Hoch auf die Neuvermählten.