Nr. 224
Börsen-Wochenbericht.
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Die „Gießener ZamMenblatter" werden dem /Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Arelsb.alt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Selb fragen erscheinen monatlich zwetmaL
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Mer&hr ^angt. Immerhin droht
iihpr hia QnfHnlBewegung zu einem neuen Streit L ore Lollsatze führe der ohne Äorung des Geschäftsverkehrs mcht ausgesochten werden kann. Im heimischen i r t bi's wesentlich besser, wofür
m erster Linie die außerordentlich befriedigenden Einnahmen der aJ* bem Güterverkehr im August sprechen Auch das Anzrehen der Rohersenpreise läßt auf eine günstige Lage in m^Äaninrblf?ne ^ßen Auch MontanwerteOzecgten trotz der ^r!n fcs^tzaltung^ Bou anderen Industrie-
papieren waren ch e m r 1 ch e W e r t e, namentlich Höchster Farbwerke begünstigt E l e k t r r z i t ä t s a k t i e n wurden durch Abwicklungen beeinflußt, lagen aber ziemlich fest. Gute Meinung bestand auch sur Bahnen- und Schisfahrtsaktien Auch Banken waren mehr beachtet. Privat-Diskonto 37/8°/o.
M Entwürfe vorgesehen, selbstverschuldete und nicht selbstverschuldete Trunkenheit immer auseinander M halten. Man Müsse d°h« verlangen, daß es dem Richter überlassen Mribt « en£ imetoen, ob es in dem einen oder anderen Fall gereckstfertiat er- Znrechnnngsfähiakeit anzunehmen -der nicht, E § 309 Ws. L, wonach mit Geldstrafe bis zu 100 Mark ober nut Haft bis zu 1 Monat bestraft werden soll wer in emem Zustande selbstverschuldeter Trunkenheü, der geeignet ist Egernrs zu erregen, an einem öffentlichen Orte betroffen wird' ^olwe, z. B. sehr leicht als Klasseniustiz aufgefaßt werden. Denn es hege darin unstteitig ein Vorteil für den, der in der Lagesei
^ne Trunkeiiheit in einer Droschke zu verberge^ gegen- uber dem anderen, der nach Hause zu taumeln gezwungm sei Mes in allem aber bringe der Entwurf einen ungeheuren Fort- Wntt gerade im Sinne der Mediziner. Das sei aber ia^ zum HÄ* nIe ä^^Wen, daß die Mediziner an ihm eigentlich gearbeitet hätten. M
. . 9n ber Aussprache fand es Prof. Dr. Schimke lKieN mkonsequent, daß der erste Redner die Ausdehnung des §175 aut weibliche Personen Nicht auch wünschte. Das ei eine völlig < ?5ch?6te Ausnahme, wenn tatsächlich, was ihm nicht recht glaubhaft erscheinen wolle, durch Vergehen von Mäunnm gea^i diesen Paragraphen der Bestand des Staates gefährdet sein
drei Redner legten Leitsätze im Sinne ihrer Ausführungen vor, die entgegengenommen wurden.
Viertes 160. Jah^ang Samstag 24. September 1810
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Cberhefsen
82. Deutscher Naturforscher- und Aerztetag.
Königsberg, 23. September.
In den fortgesetzten Verhandlungen des 82. Deutschen Natur- 'l-rscher- und Aerztetages behandelte Dr. v. Haderer (Wien) uien seltenen tfaQ von echtem Haemangion der Parotis.
L Z" (emer gemeinsamen Sitzung beider Hauptgruppen verbreitete Z e nn eck (Ludwigshasen) über das Problem der k u n st l l ch e n Sa l p e t e r d a r st e l l u n g. Das Problem ist von ^gemeinstem Interesse, handelt es sich doch um die Darstelluna 7'^iMasten ^n?tüU^a!t außerordentlich wichtigen Körpers aus l'cn Qp0?rmaleu^ au§ Luft und Kalksteinen. Gelöst ^urde dlefts Problem mit Hilfe des elektrischen Flammenbogens.
rn9f.-ine^ ^Wtexbattme, wie sie bereits in Nor- ^egen m Tätigkeit ist, ivird von dein Referenten an der Hand w?^nQn a9^--rta,Utfrt Dl- verschiedenen Ofentypen werden )urch -Modelle in Tätigkeit vorgeführt, darunter der der barschen und Sodafabrlk. Am Schlüsse führte der Vortragende eine »eihe von Lichtblldern vor aus den Orten, an denen Luft alpeter- übnfen entstanden sind. v
Se&r interessant waren die Ausführungen, die in der ge» mein)amen Schung der Abteilungen für gerichllichc und soziale '«°dmn tuü> für Psychratrie und Neurologie zu dem Thema „Der ciülch V°rentwuri zu einem S tr a f g e s e tzb uch v ° m S t an d- J u lt *1 ? 9 1 e -r. oon ärztlicher und juristischer Seite
uis gemacht wurdeir Den Verhandlungen wohnten auch der eanzler des Königreich Preussen Dr, d. Plehwe, Geheimer ^beriufNzrat H a f fenstern und Reichstagsabgeordnetcr G v ß - !?3 T?® °5stc Berichterstatter, der Direktor des geiidit-
ch-mediziNlschen Instituts in Göttingen Pros. Dr. Lochte be. prach namentlich die wachsende Zahl der Fehlgeburtm Allein n Snlm leien lahrlich etwa 800 kriminelle Fehlgeburten zu verzeichnen. Darum mülse unbedingt an der Strafbarkeit der zruchtabtrechung seltgchallen und auch die Strafbarkeit des Ver- uches mit untauglichen Mitteln gruirüsätzlich un Gesetz ausge- prochcn werden. Die Ausdehnung des § 17Ö auf weibliche Per. onen erscheint entbehrlich.
DenS tau dpunkt des P sy chiaters vertrat als zwefter liedner Professor Dr. Ä olle über g (Straßburg), der beson- ,erv die B^eutung des Vorentwurfes in Bezug auf die ärztliche -achverstandigentätigkeit hervorhob, so weit es sich um geistige mangel und mgendliches Alter der Angeklagten handelt Gr ckannte im allgemeinen den Entwurf fteudig an, weil er nicht mr die Tat, sondern auch den Täter und den SckMtz der Gesell- chast im Auge behalten habe, wenn im übrigen auch manches .n ihm nicht den gehegten Erwartungen entspreche. In letzter Zeit ei in den Sacyverständigengutachten ein ausgedehnter, ja ein 11 ausgedehnter Gebrauch von geistigen Anomalien im Sinne >er Strafmilderung gemacht worden. Trotzdem sei nicht zu belichten, daß bei einer gesetzlichen Einführung der verminderten zurechnungsfahigkeit, wie sie der Entwurf vorgesehen habe, die Psychiater nun aUzu große Milde würden walten lassen.
An dritter Stelle behandelte Prof. Dr. Kohlrausch (Königs-
--- Frankfurt a. M., 23. September.
Der Abwicklungsprozeß setzte sich m den letzten acht Lagen weiter fort, ohne einen stärkeren Druck auf das Kursniveau auszuubcn. Das Geschäft blieb int engeren Nahmen, da die Vorbereitung zum Ultimo das Interesse in Anspruch nahm. Vielfach waren die Geldnehmer bedacht, ihre Hausseengagements frühzeitig zu versorgen und zweifellos sind die Hausseverpflichtungen besonders umfangreich, da die günstige Stimmung für die führenden Werte die Lpekulation und das Privatpublikum zur Vergrößerung ihres Esfektenbesitzes und zu neuen Engagements veranlaßt hatte. Der G e l d m a r k t bereitete her Börje bis jetzt kaum größere Schmierigkeiten. Er hat sich befriedigender entwickelt, als vorauszusehen war In den Ausweiseii der ZentratzNotenbanken haben die letzten Wochen keine Verschlechterung gebracht. Tie Summen, die die internationale Bankwelt in Erwartung einer Verknappung des Geld- Marktes bereilgestellt hatte, haben einen Ueberfluß an kurzem Gelde geschahen, und selbst die Bank von England kamt der Goldnachsrage des Auslandes vorläufig noch ruhig zusehen. — Prolongationsgeld wurde tn Berlin mit 5'/, Proz. bezahlt - und es ist möglich, daß die Reichsbant ihren TlSkoiitsatz um 1/t Proz. erhöhen wird, um einen Hinweis auf die schwierigeren Geldverhältmsse zu geben. Tic Bewegungsfreiheit der Börse wurde durch Geldsorgen nicht gehemmt und die Gesaintdisposttion ist trotz der teilweisen Stockungen m der Kursentwicklung immer noch freundlich; freilich ist an Stelle einheitlicher Kursbewegungen eine schwankende Kursentwicklung getreten. Tie unsichere Haltung der Auslandsmärkte tränt fefr^trarfrCr^t5r natürlich viel zur Zurückhaltung der b.utwrw\en bet nEt ^Us-e Kch Z" London und Paris hat die Untätigkeit einen selten beobachteten
caud) gemacht werden. Was die Be- Grad erreicht und in Newyork läßt das fortgesetzte Schwanken anlange, fo fei es nicht gut möglich, des Aktienmarktes bei geringster Beteiligung erkennen, daß man
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