hab?, Iri bei chinefuchen ReytevLnv «eryisttz «Wn befe QRzif.regel aii p r o L x' )t i c r r n , ön das Berbvt btt* nnfiid^rt Jrv- tereifni qctülyrtx Ter itrDoitiidr Qfcfanbte in Beir«y Hobe gegen faiejed Verbot ebenfalls Vern-ahnmg ringekgt.
3n K on st a n l i n ypc l sand am Samstag ein 5JT1 nister- i »t flott, der iidi mit ba Jyiöflc bet Verstärkung der Marine gemäß den Vorschlägen dos Flottenvereins beschäftigte. Nach einer Meldung dos „Sabal," bewilligte der Ministerrat den ungefähr 440000 Pfund betrag.udeu Kaufpreis für die auf den deutschen Werften hefrrimqßfertin befindlichen vier Torpedobootszerstörer. Dieser Beschluß hängt, wie „Jkdam" initteilt, mit den Ereignissen. in (Griechenland zusammen, deren mögliche Einwirkung auf das Gleichgewicht am Balkan der Ministerrat erörterte.
Aus Sera je wo, der .vyrrubtftabt Bo sniens, wird ge» meldet: Sonntag mittag erfolgte durch den Lanbeschef int Landös-- «gierrrngspotais inmitten einer glänzenden Feschersanunlnng die feierliche P r o l l n m a t i o n her Verfassung. Die Stadt ist festlich geschmückt. Tie Proklamation wird gleichzeitig im ganzen Lande befiunit gegeben.
Beide Hammern des schwedischen Reichstages imhmen den Aarschläg betreffend die Verlängerung des deutsch-schwedischen Handelsv'erträges an. <
Aus Tanger wird gemeldet: Am Samstag ist ein Abgesandter mit dein Ultimatum Frankreichs von hier nach Fez abgegangen. Der Sultan M u l e y fr a f i b wird in dem Ultimatum, das ihm von dem französischen Konsul überreicht wird, ßjifgeforbcrt, die in Paris abgeschlossenen Abmachungen binnen 48 Stunden zu ratifizieren. Der Gesandte teilte die Entschließungen 'inner Regierung El Gebbas und dem diplomatischen Korps mit.
Aus Kairo wird gemeldet: Der Ministerpräsident Bu t r o s Pascha ist am Sonntag in der Nähe des Ministeriums durch einen von einem Studenten abgegebenen Schuß schwer verwundet worden. Der Student wurde, verhaftet. Der ver- toimbete Ministerpräsident wurde ins Krankenhaus verbracht, wo festgestellt mürbe, dafj er non fünf Kugeln getroffen worden war. Staci Ge'chv'7 streiften ihn, während drei in den Körper eingedrungen waren und zurzeit entfernt werden. Dir Wunden sind schwer, jedoch wird gehofft, daß sie nicht lebens^ gefährlich find. Der Mörder, ein nationalistischer Mohamedaner, ist Apotheker und in Cairo an>ä'ftg.
Ans Stadt nnd Land.
Gießen, 21. Februar 1910.
TageSkaleuder für Montag, 21. Febr.: 2. franz. Vortrag von Lektor Dr Themas: Maurice Maeterlinck. Abends 8*/, Uhr int großen üörsaal bet Universität.
G i e tz e n erLe s e h a l l e - V e r e i n. Otdentl. Mitglieder- Versammlung um 87.» Uhr im Hotel Schuh.
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• • V om Groß herzoglichen Hofe. Die Groß- herzogin begab sich am Freitag vormittag in Begleitung der Chrendame Freiin v. Bellersheim im Auto nach Frankfurt und wohnte daselbst im Hofpiz „Baseler Hof" einer Sitzung des Vereins der „Freundinnen junger Mädchen" bei; nachmittags traf der Groß Herzog mit Gefolge ebenfalls in Frankfurt ein und fuhr alsdann mit der Großherzogin, einer Einladung des Professors Eberhardt zum Kostümfest der Techn. Lehranstalten folgend, nach Offenbach. Abends erfolgte die Rückkehr nach Darmstadt.
* * PfarrPersonalien. Der Großherzog hat den evang. .Pfarrer Adolf Koch zu Pfungstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt.
Stadttheater. Es fei darauf hingewiesen, daß Frl. Sybill Vane auch in der morgigen Abonnementsvorstellung die „Salome" geben wird. Ob noch eine weitere Aufführung des Wtlde'fchen Stückes sich ermöglichen läßt, ist sehr fraglich. Bemerkt sei, daß Direktor Steingoetter für den erkrankten Herrn Daubal sowohl in „Salome" wie Mittwoch in „Strandkinder" nochmals spielen wird. Am Freitag, 25. d. Alts., gelangt für den verdienten Obcr- regisseur unserer Bühne, Hermann B a k o f, das nach einem Dickens'fchen Roman gearbeitete Lustspiel „Klein-Dorritt" zur Aufführung. Sicher werden der Name des Benefizianten wie die Wahl des Stückes Anregung zu zahlreichen Bestellungen geben.
• " Vortrag. Am Freitag dieser Woche wird Gutsbesitzer Pohl mann, der 2. Vorsitzende des Bundes deutscher Bodenreformer, hier in einer öffentlichen Versammlung sprechen. Ort und Zeit des Vortrages luerbcn noch bekannt gegeben.
** I m K ü 1 o f f c u nt wurde am Samstag abend wieder mit einem neuen Programm begonnen, das an Abwechselung und Unterhaltung nichts zu. wünschen übrig läßt. Neben den vielen neuen Nuntmern finden sich auch noch ein paar beliebte alle, nämlich die vorgestern nichts weniger als gemütliche Urwaldgesellschaft, die ihrem Mißmut öfters ge^ hörig Lust machte, sich aber zuletzt dod) dem Willen des Wärters beugte. Namentlich eine Löwin schien in un gnädiger Laune und wollte sich, luie das ja auch mitunter bei ihren menschlichen Schwestern Vorkommen soll, ihrem .Herrn absolut nicht fügen, bis sie endlich das Vergebliche ihrer Anstrengungen einsah und der Not gehorchend, nicht dem eigenen unbändigen Triebe, schmollend gehorsam war. Auch der Herr Tiger war diesmal ungebärdiger als sonst, aber auch er zog schließlich den kürzeren und sprang nicht gut- mittig, aber folgsam, über die Hürde — freudig aber zog er ftd) nach getaner Arbeit in seinen Käsig zurück, wo er sich jedenfalls behaglicher fühlt als auf der Bühne — und wehmutsvoll feiner Heimat gedenkt. Drollig und nafchmäulig wie immer traut Meister Petz heimlich feine Flasche aus und gutmütig führte er dann mit filier Herrin, Madame Onprs, einen kleinen Ringkampf aus. Die Bändiger Wagner und Cäsar io hatten ebenfalls starken Beifall. Unter den neuen Künstlern dürfte die Verwandlungstänzerin Betti B e l l w o o d mit ihren temperamentvollen Darbietungen noch in bester Erinnerung stehen. Frl. S a f f, eine anmutige Sängerin, bringt hübsche Lieder und auch Frl. Hellmann, die als niedliches kleines Mädchen auf. tritt, erfreut durch ihre hübschen Vorträge. Recht staunens- luertc Leistungen zeigt der uiiglauMid) geschickte Fred Atherlan, der alle möglichen Tinge auf seinem .stopfe nicht nur balanciert, sondern regelrecht spaziereugehen läßt, wobei er gleichzeitig noch allerhand andere Kunststücke voll- führt. Viel Beifall errangen die G e prüder O r e n s e s, zwei lustige Akrobaten ü la Mcy, und Moritz, die ihre gewagten Stücke mit nnglanblicher Sicherheit aussiibren und herzliches Staunen Hervorrufen. - In dem vorderen Teil des Kolosseums ist augenblicklich ein schönes Plütenfest in den Alpen sowie moniert des Damen-Ord)csterS Pra- j’ ia n a, das viel Beifall findet.
•’ Der F r ü hling naht! Za, lucnii der Kalender heute den 21. Marz zeigte, würde man behaupten können, der Lenz fei schon da. Das Thermometer gibt 8—10 Gr. Celsius an. Die Stare schwatzen auf beu Dächern, und in der Abenddämmerung (lotet die Amsel in den Buschen am Wald
rand«. Autz be« dunklen Knospen der Weiden tommeo fttbet« graue Kätzchen, die Staubblüte« beS HaseiftramheS beginnen sich zn lockern, und an besonders geschützten Stellen blühen Aurikeln und Schneeglöckchen schon. Manche denke« mehr an Märzenschucc und Aprilschioßen; aber richtiger erscheint uns die sonnige Lebensauffassung eines alten Bauersmannes, der auf derartige Bedenken stets schlagfertig entgegnet: „Woas gout vorbei eaS, eaS vorbei!"
• • Schlägereien. In verstossener Rächt kam c§ in der Stein st raße zwischen jungen Leuten zu einer Schlägerei, mobet e6 blutige Köpfe gab. Auch in der Neustadt kam zu einem Streit, in dessen Verlauf ein Bursche dem andern mit einer blind geladenen Pistole (sog. Scheintod) in das Gesicht schoß und ihn verletzte. In beiden Fällen schritt die Schutzniannschast ein und wurde Anzeige erhoben.
* • Entlassen wurde der Gefangenaufseher am Provinzialarresthaus in Mainz Hch. Pet. Rapp. (Rapp vermittelte die Verständigung zwischen dem der Verleitung zum Meineide angeklagten und verurteilten Dr. Rolly von Osthofen und Detektiv Großkortenhaus von Köln).
△ Steinbach, 20. Febr. Ein SchulhauS-Neubau wurde endgültig beschlossen. Der Sitzung des Gemeinderats und Schulvorstandes wohnten vom Kreisamt Gießen Regier- ungLbaumeister Knöll und Kreisstraßenmeister Mohr bei. Das Gebäude kommt aus den Turnplatz; eS soll zwei Schulsäle und eine Wobnung enthalten.
4 Lich, 20. Febr. Der kürzlich hier gegründete Volks bildungsverein hielt gestern abend int Holländi''chen Hos feine erste Mitgliederversammlung ab, aus der die vom provisorischen Borstattb ausgearbeiteten Satzungen beraten wurden. Sodann erfolgte die Wahl des Vorstandes. Zum ersten Vorsitzenden wurde Forstrat Dr. Dieffenbach, zu dessen Stellvertreter Bürgermeister Dörmcr ernannt; Schriftführer ist Vorsteher Lorentz und Kassenwart .Hauptlehrer Roth. Die fünf Beisitzer gehören den verschiedensten Devölkermtgsklassen an. Außerdem steht der Stadt, die den Verein weitgehend unterstützen wird, das Recht zu, zwei DZitg lieber beet Gemeiubcrats in den Vorstand zu entsenden Auch Tarnen haben bas Recht ber aktiven unb va'iiven Wahl. Die Mitglieberzahl wirb bei weiterer Werbearbeit bic Zahl 100 halb überfteigen. Erfreulich ist es, baß alle Bevölkerungskreise int Verein vertreten sink). Die Bibliothek soll schon in ben nächsten Wochen eröffnet werben. Der Mit^ alicbsbeitrag beträgt nur 1 Mark, um auch Unbemittelten bic Vorteile oes Vereins zugute kommen zu lassen. — Das G r u n b - wasser steht hier eben so hoch, wie lange Jahre nicht. In ber tieferliegenben Altstabt haben viele Einwohner, baren Steller unter Wasser stehen, sehr bar unter zu leiben. Seit gestern sängt bic Wetter ivieber beträchtlich zu steigen au. Das Wettertal ist an vielen Stellen überschwemmt.
() Büdingen, 19. Febr. Düs Ansinnen der Regierung, ihr die entworfenen Projekte zur Ausnützung ber Wasserkräfte des Seemenbaches zu überlassen, wurde vom Stadtüorftand abgelehnt, ba die städtische Lichtsrage noch nicht geregelt ist. Die Regierung hat die Absicht, die Projekte auszuführen unb bei Aklenrob einen Stauweiher anzulegen. — önn großer Wald ist bei Langen- berghain abgetrieben worben? Der Abtrieb geschah, da mau bei der Feldbereinigung feststellte, baß sich das Gelände vorzüglich 'n Ackerland eignet.
- A u s dem Vogelsberg, 20. Febr. Ein herrliches Frühlingswetter hat man hier feit zwei Tagen. Der Schnee ist im unteren Vogelsberg fast überall geschmolzen. Nur hinter Rainen unb Hecken liegen noch die schon schmel- zeubeu Winbwehen. Ueberall zwitschert schon lüieber der Star. Das Auge tarnt sich wieder an dem saftigen Grün der Wiesen laben und schreitet die Natur so rüstig weiter, so haben wir ein herrliches Osterfest zu erwarten. Rodler und Schiläufer können jetzt ruhig Schis und Rodelschlitten wieder auf den Speicher tragen. Lange wird's nicht mehr dauern, dann füllen wieder Touristen und Sommerfrischler unsere schönen Wälder.
- d. Q3 üb in gen, 20. Febr. Heute mittag um 1/._,4 Uhr ertönte plötzlich die Feuerglocke. Ein großer Teil der Spaziergänger, bic das schöne Wetter hinauSgclockt hatte, eilte nach Hause, um den Brandplatz auszusuchcm. Das Feuer war infolge der Ueberheizung eines Ofens unterhalb der südlichen Emporbühne unserer Stadtkirche ausgebrochen; cs hatte schnell das Gebälk ergriffen, wurde aber durch das sofortige Eingreifen der Feuerwehr gelöscht.
x Bad Nauheim, 20. Febr. Der Wolzogcn- Abend des Vortrags-Vereins im Sprudel-Hotel erfreute sich guten Besuchs und Erfolgs. Ernst v. Wolzogen hatte ein reichhaltiges Programm ans feilten Werken zusammen- gestellt, u. a.: „Der Herr in hohen Stiefeln", „Deutschlands gltzckhaft Schifft', „Zuverlässige Vertobungsspiegel" unb „Eine reizende Automobilphaiitasie", welch letztere bis jetzt nur als Manuskript bekannt ist.
— Offenbach, 20. Febr. Dem Leiter des Offenbacher Jntcrims-Stadttheaters Direktor Adalbert St e ff ter vorn Stadtthcater in Hanau a. M. wurde von den Stadtverordneten in Offenbach auch für diese Spielzeit die übliche Subvention bewilligt. Bis zum Jahre 1914 ist Direktor Steffter auch das Stadttheatcr zn Hanau und das Kurhaus- lheater zu Homburg o. d. H. (Sommer unb Winter) weiter übertragen worden.
-Ä. M ain^, 20. Febr. Ein Wahrzeichen aus alter Zeit, bic bei 7aubenl)dni vor Anker gelegene idyllische Rheinmüh le, ist in der Nacht völlig durch Feuer zerstört worben und die Ueberbleibsel sind int Rhein versunken. Wie das steuer cni- stcmd, weiß niemand. In der schwimmenden Mühse schliefen zwei Mü'llerburschcn, die den Braird nicht wahrzunchmen schienen und von außen durch einen Nachen mit knapper Nvt gerettet werden, konnten. Das brennende .Holzgebäude auf beut Wasser, das, nachdem die Dollen abgebrannt waren, üts Treiben tarn, gewährte einen schwuerlick' schönen Anblick.
z. A tz b a ch, 20. Febr. Der heute hier abgehaltene fünfte Bundestag des Lahn-Tiinsberg-Turnbundes war gut befudjt. Ter Buitbesvorsitzcndc Daubcrt-Wicfeck gab feiner Freude darüber Ausdruck, das. nunmehr der Bund 22 Vereine mit nahesu 2000 Mstgliedmt zählt. ')^cuhiitzugetreten find im abgelaufen en Jahr Turnvereine in Waldgirmes, Steinberg, Watzenborn, Großen- Vufeck, Garbenteich und Steinbach. Der Bundesturmvart Sckr-midt- Launsbach iKridjtetc über bic rege Turntätigleit selbst in den tünqercu Vereinen. Die Rechnungsablage ergab einen Ueber- schutz von 185,02 Mk. Das Bundes- T urnse st in Oden Hausen a. d. Lahn soll am 19. und 20. 3uni gefeiert werden. Die Bundes- Turnsahrt wurde nach Lau ns buch auf Sonntag des 24. Juli verlegt. Für das Jahr 1911 wurde das Bundes-Turnfest dem hiesigen Turnverein zugespt'vdten. Die Neuwahl des Bundes- und Turn- ausjchusses ergab leine .wcfeiltlich^ Veränderung. Es ist für den Spätherbst im AnfMuß an den Turngang ein Bergfest geplant.
>v Marburg, 21. Febr. (Tel.) Der Sattlermeister Hänschen verfuchte gestern abend seine Frau durch Rev olVorschüsse zu töten und ging dann flüchtig. Die schwer verletzte Fran wurde in die Klinik aufgenommen.
ö Biedenkopf, 20. Febr. Bürgermeister Grünewald wurde auf weitere 12 Jahre • zürn Oberhaupt, der Stadtge-
uwatbc gewählt. — Postmeister und Rochnungsvat S«ryn konnte am Freitag sein 45jähriges Dienstjubilämn feiern.
” Universitäts-Naclrrichten."
Die Forstwisfeuschaft in Hesien.
In dem Februarheft i>cr Allg. Forst- und Jagdzeitung, dir in Frankfurt erscheint, lesen wir:
Die offizielle „Darmstädter Zeitung" teilte am 28. Oktober v. I. mit, daß an der techni>che>u Hoch'chule zu Darmstadt dein Oberförster Dr. Alwin Schenck zn Biltmore iNord-N'arolina) die venia legendi tüt F o r stw i j: e n j ch a f t erteilt worden fei. Diese Nachricht erregte in den forstlichen M reifen des Landes wie auch außerhalb derselben, namentlich an der Universität Gießen, lebhaftes Erstaunen. Was soll, fragte man sich, im Großberzogtum Hessen, wo der sorstliche Unterricht vor nahezu 100 Jahren mit der Landes-Universität verbunden worden ist, bic Errichtung eines neuen Lehrstuhls für Forstwissenschaft an der technischen Hoch schule bedeuten? Weiß man denn in Darmstadt nicht, daß keines wegs zu wenig, ionbent eher zu viel forstliche .Hochsclmlen im Deutschen Reiche vorhanden sind , daß die wohlbegründelcn Be Itrcbungen der Forstwirte, wie sic noch 1907 in Straßburg so deutlich und allgemein zum Ausdruck gekommen sind, auf eine Verminderung, d. h. Zusammenlegung einzelner dieser Äoch'chulen hinauslaufen? Oder denkt man in Darmstadt gar daran, deu forstlichen Unterricht allmählich von Gießen dorthin uberzusühren? Wenn man sicher berechtigt war, solche Fragen auszuwerfen, so wird es auch am Platze sein, hier den dafür interessierten Kreisen mitzuteileit, daß Absichten wie bic angebeutcte.it nicht vorgelegen haben. Nach mündlichen Versicherungen aus ben Kreisen ber technischen Hochschule und des Großh. Ministeriums handelt es sich vielmehr nur um eine persönliche Begünstigung des genannten Herrn, bzw. um eine Unterstützung der Privat-Forstlehränstalt desselben.
Dr. Alwin Schenck, ein geborener Darmstadter, hat zu Ende ber 80er unb Anfangs bei 90er Jahre in Tübingen unb Gießen Forstwissenschaft ftubiert, hier die Fakulläts- und die Doktor-Prüfung glänzend bestanden und später im Staatsexamen sogar die vorher noch niemals erteilte Note „ausgezeichnet" erhalten. Er fungierte dann eine Zeit lang als Assistent des Sir D. Brandis, früheren Generalsorstinspektors von Britisch-Jubien, bei dessen Studienreisen mit englischen Anwärtern des Indischen Forstdicnstcs; übernahm bann die Verwaltung der Vanderdilt scheu Forste in Nord-Karolina, errichtete dort eine Unterrichts- Anstalt für junge Amerikaner, die sicki dem Forstfach widmen wollten, etwa nach dem Muster der alten deutschen „Meister- schulen", »erfaßte für seine Schüler Anleitungen zur Forftbenutzung, Holzmeßkunde und .Holzzucht in englischer Sprache unb wurde vom Großherzog durch Verleihung des Obersörstertitels ausgezeichnet. Neuerbings hat er, wie inan hört, seine Verbindung mit Vanderbilt gelöst, aber bic Lehranstalt bäibehalten unb will nun seine Zöglinge alljährlich einige Monate lang in Deutschland unterrichten. Hierzu hat er feilte Heimatstadt Darmstadt gewählt, deren herrliche Waldumgebung ja ganz dazu geeignet ist, den Amerikanern moderne und intensive Forstwirtschaft vor Augen zu führen.
Ob zur Erreichung dieses Zweckes nun gerade die Erteilung der venia legendi an der technischen Hochschule nötig und besonders förderlich war, entzieht sich unserer Beurteilung. Immerhin mag es sich ganz stalllich ausnehmen, wenn etwa 40 Amerikaner als „Gäste" der Hockichule figurieren. Ob diese Herren, die doch in Deutschland etwas lernen wollen, es zuvor" der Mühe wert gehalten haben, sich einige Kenntnis befr beutschen Sprache zu eriverben, möchten wir nach sriihcrcn Ersayrungcn allerbmgs bezweiseln. Solange dies aber nicht der Fall ist, bürsten sic mmbeftens nicht als vollberechtigte „Kommilitonen" anzusehen fein. Auch bic Abhaltung von Vorträgen in englischer Sprach an einer beutschen Hochschule wird von vielen kaum gebilligt werben. Hat man es doch in früheren Jahrzehnten recht übel vermerkt, wenn einzelne Universitäts-Professoren sich dazu hcr- gaten, auch nur eine Doktorprüfung in srember Sprache abzuhatten !
Tod) sei dem, wie ihin wolle-, jcbcnsalls ist bie Erklärung mit Freude zu begrüßen, daß man seitens der maßgebenden Fak- torm nicht beabsichtigt, die Zahl der forstlichen Hochschulen noch dazu in dem Tic inen Lande: Hessen um eine weitere zu vermehren.
Verinrichtes.
* Die Stadtverwaltung Karlsruhe, die wegen Aufnahme einer 4prozentigcn, zehn Jahre unhmbbavcn Anleihe von drei Millionen Ai a r l mit einer Gesellichait Karlsruher Banken verhandelte, beschloß, ein angebotenes Darlehen bet Karlsruher Lebensversicherungs-Gesellschaft mit einer 4prozentigen Verzinsung anzunehmen, wodurch bic Ausgaben für Schuldverschreibungen und der damit verknüpften hohen Kosten (Stempel, Talonstcuern) erspart werden.
Kleine Tugeschronit.
Ein neuer Goethefund wurde der „Franks. Ztg." zufolge in Zürich gemacht. Ter Gyrnnasial-Professor Dr. Bildet er hat am 31. Januar die alteFassuug der biet ersten Bücher von „W i l h e l in M e i ist er § 2 c I) r i a 1) r tf* entdeckt, d. h. die vollständigen sechs Bücher von „Wilhelm Meisters theatralischer Sendung".
Ans Verzweiflung über zerrüttete Vermögeiisoerhältnisse Hot sich der 44jährige Fabrikant Friedrich S ch io e m m l jr. in P sorzhei m mit seiner Frau unb feiner 15jährigen Tnchier vergiftet. Eine 17jahrige Tochter befindet sich in einem answätigcir Pensionat.
Das Unterseeboot „U 4" wurde am Freitag abend durch, einen Hanbelsdampj-er im Kaiser Wilhelm-Kanal gerammt. Niemand wurde verletzt. Das etwas bcidiäbigtc Boot hat seine Reise nach Kiel mit eigener Ntaschinciikiaft fortgesetzt.
Am Sonntag wurde bic Fu n l c nt c l e g r a p ht u fta t ton Pol« als erste österreichische Küstenslation deut öffentlichen Verkehr übergeben.
Ein E r d b e b e n d e n k m a l in Messina? Wie gemeldet wird, soll in Rlessina zur Erinnerung an bic Zerstörung ber Stadt durch das Erdbeben vom 28. Dezember 1908 ein Denkmal errichtet werden. ! ! !
Die Bücher des großen russischen K'ohlensynbilates Prv- bugolun, in dem. Millionen ausländischeit Spitals steckst würben wegen unlauterer Geschäfte beschlagnahmt. Im Zuiammen- hang damit wurden fünf Beamte des Wegebau - Ministeriums! verhaftet.
Die Ernennung Pearys zum Ko ntrea dmirak wurde Von dem Repräsentantenhaiise, wie aus Neuvork gemelbck wirb, einstimmig angenommeii. Peary wird am 26. April seine Reise nach Europa antrcten.
Bandel.
** Die Gewerkschaft Gießener Braunstein^ werke, vormals Fernic, versendet gegenwärtig ihren Rechnung^ abfdstuß vom 31. Dezember 1909. Danach beträgt der '-Betriebe-* Überschuß (einschließlich 10 287,47 Mark Ncbenein.nahm.eiO 634 586,66 Mark. Nach Abzug von 157 036,87 Mart Zinsen und Nebenausgaben verbleibt ein Reingewinn Von 477 549,7'.) Mark, der wie folgt verwendet werben soll: 200 000 Mack Ausbeute an bic Kux-Besitzer, 20 000 Mark Tantieme au ben Grubcnvorstanb, 133 875 Mark Lbligalionsrückzahlungcit, 7350 Mark Rücklagen, 116 324,79 Mark Abschreibungen aus Inventar. Die Berggerechtsame werben nach 1 114 065,92 Mart Absckrev billigen noch auf 5 100 000 Mark bemessen, bic Gebanbe, I"' ventar usw. auf 928 736,36 Mark. Das Kapitalkviito beläuit sich auf 2 643 882,12 Marl, bic Anleihen auf 3 101000 Mark. Die Bilanz schließt mit 6 596 288,20 Alark ab.
Amtlicher weueroerichl.
Oeffentlichc Wctter^dieit st stelle Gießen.
Allgemcme Wetterlage seit Soimtag früh: lieber Schottlcuck lagert eine krallige Zyklone, die auf ihrer Ostscite über 'Nacht auf* frischenden Süd und strichweise geringen Regen gebracht Hal.


