Ausgabe 
19.11.1910 Drittes Blatt
 
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D®/u

der

Deutschen Togo*

in der

Togokolonie

Direktor der

Mark

(Ort);

den

(Name):

z. H. Herrn Direktor Fr. Hupfeld,

(W ohnung):

30

Berlin W. 57

Potsdamer Str. 63.

nicht.

191

Dr. F. Wohltmann Geh. Regierungsnf, Professor, Halle a.S

Otto Woeckel Pflanzungsdirektor, Tafle a. Agu, Tog.

Kommerzienrat

Dr. Cremer Rechtsanwalt, Hagen i.W.

Zeichnungsaufforderung

für die

Wir verpflichte ung, 25% dieses Betrages zuzüglich 5% für den Aktienstempel und Gründungskosten auf Aufforde­rung des Gründungskomitees, den Rest nach Maßgabe des Statuts in den Jahren 1911, 1912 und 1913 einzuzahlen.

Arbeitsplan.

Wir glauben davon absehen zu sollen, einen genauen Arbeits­und Haushaltsplan, für Jahre hinaus berechnet, aufzustellen. Es wird das Sache der neuen Gesellschaft sein und wesentlich davon abhängen, ob nur das Mindestkapital von 750000 M. oder ein höherer Betrag gezeichnet wird.

Wir rechnen aber auf Grund der tatsächlichen Erfahrungen in Deutsch-Ostafrika und Togo mit folgenden

GrundzilTern.

Bei Sisal schätzen wir die Anlagekosten pro ha bis zu der im 4. Jahre beginnenden Schnittreife an Löhnen für Schwarze einschließlich der schwarzen Aufseher auf 270 M., bei Manihot bis zur Zapfreife im 5. Jahre auf 600 M.

Für Wohngebäude und -Inventar rechnen wir 20000 M., für sonstiges Inventar und Geräte 10000 einmalige Anschaffung bei 4500 M. jährlicher Abschreibung und Erneuerung. Für Feld­bahn und Anschlußgeleise setzen wir 18 000 M. Anlage und ähnlich 1000 Mk., für eine Sisalfabrik 100 000 M. Anlage und ähnlich 15000 M. Abschreibung und Erneuerung ein. An Europäern wird man in den ersten beiden Jahren 12, vom dritten Jahre an dauernd 2 Pflanzer und vom dritten oder vierten Jahre an 1 Maschinisten benötigen. Die heimische Verwaltung wird rund 8000 M. jährlich kosten.

An Einnahmen rechnen wir bei Manihot im fünften Jahre 50 kg im sechsten Jahre 75 kg, im siebenten Jahre 100 kg und vom 8. Jahre an IN kg trockenen Kautschuk pro ha, die bei einem Verkaufspreise von 6 M. pro kg auf Grund der Erfah­rungen der Agupflanzung einen Bruttoüberschuß von 3 M. pro kg ergeben.

Bei Sisal rechnen wir im vierten, fünften und sechsten Jahre je 1% t Hanf pro ha, schätzen die Kosten der Erntebereitung vom Schnitt der Blätter bis franko Waggon ohne Europäer und

Wirtschaftlicher Beirat:

Louis Hoff

Generaldirektor, Harburg a E., Vorsitzender des

Zentral Vereins Deutscher Kautschukwaren- Fabriken

mit einer Beteiligung von

Aktien L 1OOO M. =

beizu treten.

Sitz: Berlin.

Kapital: mindestens 750 000 M und höchstens 1000 000 M. in Aktien zn Je 1000 I. auf den Inhaber.

Zahlungsbedingungen: 25% zuzüglich 5% für den Aktienstempel und Gründung«kosten auf Aufforderung des Gründungskomitees, weitere Je 25% nach Maßgabe des Statuts in den Jahren 1911, 1912 und 1913.

das Komitee zur Gründung der

Togo - fflaozongs-lklieogesellschaltlstand):

und Fabrikbesitzer, Krefeld, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Agupflanzunzsgesellschaft

J. C. Lange Direktor der Deutschen Agaven­gesellschaft, Berlin

aufnehmen soll, so geschieht das in der Erkenntnis, daß Togo klimatisch ähnliche Verhältnisse wie Ostafrika bietet, im übrigen iber eine Reihe besonders günstiger Vorbeding­ungen aufweist.

Die Kautschukkultur in Togo

ist keineswegs etwas Neues. Die Agupflanzung baut seit 1901 .n kleinem, seit 1906 in ansehnlichem Umfange Manihot an, und sine Reihe von Regierungsstationen hat ausgedehnte Versuche mit diesem Kautschukbaum gemacht. Es ist zweifellos festge­stellt, daß er in Togo sehr gut gedeiht, unter keinen Schädlingen zu leiden hat und einen gutbezahlten Kautschuk liefert. Vor allem aber besitzt der Manihotbaum in Togo die Eigenart, daß er durch den in Ostafrika im allgemeinen nicht anwendbaren Grätenschnitt angezapft werden kann und so ein gleichmäßiges und reines Produkt gewährleistet Daneben hat sich aber auch Hevea bisher gut bewährt.

Die Sisalhanf kultur In Togo

wird ebenfalls bereits seit mehreren Jahren betrieben. Die An­lage von rund 80 ha auf Plantage Kpeme und Versuchspflan­zungen an mehreren Orten, insbesondere auch am Agu, haben oewiesen, daß die Sisalagave in Togo gut gedeiht und im gleichen Alter schnittreif wird wie in Ostafrika.

Der Hauptvorteil Togos aber liegt in den

günstigen ArbciterverhältnlsRcn.

Bei der geringen Zahl der vorhandenen Plantagen findet die zahlreiche, erwerbsfreudige eingeborene Bauernbevölkerung in ihj?en umfangreichen Eingeborenenkulturen keine voll ausreich- ende Beschäftigung; Tausende von Eingeborenen aus Süd- und Mftteltogo gehen hinüber nach der benachbarten englischen Goldküste, um auf den dortigen Kakaoplantagen der wohl­habenderen Eingeborenen gegen Lohn zu arbeiten, Hundert­tausende von Eingeborenen in Nordtogo sind für Ausfuhrkulturen bisher so gut wie gamicht nutzbar gemacht!

Der übliche Arbeitsvertrag läuft in Togo ein volles Kalender­jahr, die Vertragsarbeiter kon m -n regelmäßig jeden Werktag zur Arbeit, die Verpflegung na.-ht keinerlei Schwierigkeiten. Werbekosten fallen fort, der Lohn wird in Bargeld bezahlt, die Ausgaben tur Unterkunft und für Krankheiten sind verschwin­dend. Neben den Vertragsarbeitern kann man ansehnliche Mengen von Tagelöhnern, darunter für leichte Arbeiten auch Frauen und Kinder, meist ohne Schwierigkeiten aus den Dörfern der Umgegend einer Plantage bekommen.

In bezug auf die Arbeiterverhältnisse ist die Togokolonie mithin Deutsch-Ostafrika bei weitem überlegen. Dasselbe gilt von den Schiffsverbindungen :

Togo hat deutsche, englische und französische Dampfer nach den wichtigsten Hafen- und Handelsplätzen von Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich und England; der Verkauf der Plantagenerzeugnisse wird dadurch außerordendlich erleichtert. Dabei ist der Seeweg kürzer, die Frachten sind billiger (keine Suezkanal-Gebuhren!) und die Verladungsgelegenheiten ungleich häufiger als m irgend einer anderen deutschen Kolonie.

Angesichts dieser günstigen Verhältnisse wird man von den beiden in Deutsch-Ostafrika maßgebenden und nachweißlich tfewirmbnngenden Kulturen in Togo die gleichen Erfolge erwarten durften.

" Als, Grundlage des neuen Unternehmens wird von der Deutschen Togogesellschaft ein geschlossenes Areal von

rund 7500 ha

in der Landschaft Gadja, einige Kilometer südlich des Aguberges einschließlich einer Versuch spflanzung eingebracht. Das '

Zeichnungsschein.

Auf Grund der ~ zugegangenen Zeichnungsaufforderung ... , . ich mich, , verpflichte----der Laufe des Winters, spätesten,

bis 3L März 1911 zu errichtenden

To^o-Pflanzungs-Aktiengesellschaft

1 Land wird im Osten durch den Schiofluß auf über 10 Kilometer - Länge begrenzt und reicht im Westen an den Aweto und den 1 vom Agu kommenden Egbifluß heran. Hier wird es von der 1 Eisenbahn LomePalime

durchschnitten. Die Anlegung einer Anschlußweiche dicht bei der Versuchspflanzung, rund 100 km von Lome entfernt, ist geplant.

u u f dem Lande ruhen keinerlei Abgaben oder Betriebs- ' boschränkungen. abgesehen von Bestimmungen zum Schutze des Uferlandes des Schio, sondern nur die geringe Verpflichtung, jährlich 50 ha neu in Kultur zu nehmen, bis die Hälfte des Landes in Kultur genommen ist.

Der auf die Gesellschaft übergehende Landbesitz ist von der amtlich bestellten Landkommission bereits untersucht, irgend- welche Enteignung zugunsten der Eingeborenen ist ausgeschlossen- Die Eintragung in das Grundbuch ist beantragt. Die 7500 ha werden die größte geschlossene Landfläche darstellen, die von der Eisenbahn berührt in Togo in Privathänden ist. Das Land ist nach den Gutachten der Herren Geh. Regierungsrat Professor Dr. Wohltmann, Pflanzungsdirektor Woeckel und Pflanzungsleiter Meinhardt (Gomba, Deutsch-Ostafrika) für Manihot- und Sisalbau gut geeignet.

Die Versnchspflaiizung,

im Jahre 1907 angelegt, umfaßt mehrere ha dreijährige Sisal­agaven, die zum Teil aus Deutsch-Ostafrika stammen, 1 ha drei­jährigen Manihot Glaziovii, ferner mehrere ha verschiedene ein­jährige Gerbstoffpflanzen und Baumwolle.

In Saatbeeten stehen rund 60000 Sisalbulbillen, sowie mehrere tausend aus Deutsch-Ostafrika stammende Pflänzchen des Kapok- oder Baumwollbaumes, deren Auspflanzung als iS eben kultur sicherlich empfehlenswert ist.

Außerdem befindet sich auf der Pflanzung ein kleines Arbeiterdörfchen.

Für weiteres Saatgut von Sisalagaven und Manihot ist Vor­sorge getroffen.

Die Deutsche Togogesellschaft, welche ihrerseits alle Kosten für die Aufbringung des Kapitals der neuen Gesellschaft über­nimmt, erhält für die Einbringung der 7500 ha einschließlich der Versuchspflanzung 250000 M., wovon 150 000 bar und 100 000 M. in Aktien, die als vollbezahlt gelten. Die 150 000 M. Barzahlung werden mit je 50 000 M. fällig mit dem Tage der Eintragung der neuen Gesellschaft in das Handelsregister, sowie 1 Jahr und 2 Jahre nach diesem Tage.

Die Organisation

der neuen Gesellschaft ist so gedacht, daß die heimische Verwaltung vereinigt wird mit der der Deutschen Togo­gesellschaft, der Pflanzungsgesellschaft Kpeme in Togo und der Agupflanzungsgesellschaft; auf diese Weise wird nicht nur an Ausgaben in Berlin wie bei Inspektionsreisen gespart, sondern auch der Betrieb durch Austausch von Erfahrungen und gegen­seitige Aushilfe mit Beamten bei Krankheit, Urlaub oder vor­übergehender Arbeitsüberhäufung sehr erleichtert.

Die Oberaufsicht in Togo soll dem seit 1892 dort tätigen mitunterzeichneten Pflanzungsdirektor der Agupflanzung, Otto Woeckel, übertragen werden.

Als Pflanzungsleiter ist der älteste Angestellte der Agupflanzung, Carl Feubel, ins Auge gefaßt, der, seit 1902 teils auf der Agupflanzung, teils auf der Plantage Kpeme tätig, so- w°hl Kautschukkultur wie Sisalanbau genau kennen gelernt hat

Selbstverständlich steht es aber der neuen Gesellschaft völlig frei, vorstehende Vorschläge für die Organisation zu beachten oder nicht.

Abschreibungen auf 130 M., Fracht und Verkauf auf 120 M. prot und erhalten bei einem Verkaufspreise von 550 M. (heute für ostafrikanischen Hanf 580600 M. pro t) einen Bruttoüberschuß von 300 M.

Aus diesen Bruttoüberschüssen sind die Kosten für Europäer Abschreibung und Erneuerung von Gebäuden, Inventar, Feld­bahn und Fabrik, Neupflanzung von Kautschuk und Sisal, um die Pflanzung stets auf gleichem Stande zu erhalten, endlich heimische Verwaltung und Unvorhergesehenes zu bestreiten.

Wir kommen auf Grund dieser Ziffern zu dem Ergebnis, daß ein Aktienkapital von 750000 M. voraussichtlich ausreichen wird um eine Anlage von 200 ha Kautschuk (Manihot Gl az io vi) oder Hevea) und 300 ha - 1 000000 Pf 1 a n zen Sisalagaven nebst Zubehör zu schaffen und bei jährlicher Neupflanzung von 100 ha Sisalagaven dauernd zu erhalten und dabei eine bereits im sechsten Jahre beginnende und dann schnell steigende Dividende zu erzielen.

Nicht berücksichtigt ist hierbei die Möglichkeit von Neben- und Zwischenkulturen, wofür u. a. Kapok und Baumwolle in Betracht kommen. Ebenso ist die Möglichkeit einer Ausnutzung des bei dem vorgesehenen Kapitale von der Gesellschaft vorläufig nicht in Kultur zu nehmenden Land­besitzes bei diesen Berechnungen nicht mit eingesetzt worden.

Die vorstehenden Ziffern bewegen sich auf dem realen Boden tatsächlicher Erfahrungen und bieten somit die Gewähr daß unter normalen Verhältnissen die ausgesprochenen Er­wartungen erfüllt werden.

Auf Grund der vorstehenden Zeichnungsaufforderung ladet das unterzeichnete Komitee ein zur Zeichnung auf das Kapital der zu errichtenden

Togo-Pflanzungs-Aktiengesellschaft.

Der Statutentwurf steht auf Wunsch zur Verfügung.

Komitee zur Gründung der Togo-Pflanzungs-Aklien-Gesellsclian.

Friedrich Hupfeld

Deutschen Togogesellschaft, der Pflanzungsgesellschaft Kpont in Togo und der Agupflanzungsgesellschaft, Berlin

Heinrich Möller

Ueber den gezeichneten Betrag hinaus hafte wir

Rechtsform: Aktiengesellschaft.

Wer die Entwicklung der deutschen Tropenkolonien in den letzten Jahren verfolgt hat, wird als eine der wichtigsten Er­scheinungen die steigende Vergrößerung des europäischen Plantagenbetriebes feststellen. Sowohl die statistisch nachweisbare außerordentliche Zunahme der Pflanzungsunter­nehmungen und der von ihnen angebauten Flächen wie die Be­richte von Sachverständigen beweisen, daß das Vertrauen in die Zukunft des Plantagenbaues stetig zunimmt, und daß die Zeit der Versuche im wesentlichen vorüber ist.

Wohl rechnet man nicht mehr mit den phantastischen Divi­dendenziffern früherer Jahre, aber die tatsächlichen Erfahrungen zeigen, daß bestimmte Kulturen, sachgemäß betrieben, in unseren Kolonien angemessene, ja gute Verzinsung des angelegten Ka­pitals nachweislich bieten.

An der Spitze dieser Kulturen steht der

Kautschuk bau.

der in Kamerun, Neuguinea und Samoa als Anpflanzung von Hevea, Ficus oder Kickxia betrieben wird, in Deutsch-Ostafrika sich, den klimatischen und Bodenverhältnissen entsprechend, dem Anbau von Manihot Glaziovii zugewendet hat.

Auch wenn die heutigen außergewöhnlich hohen Preise des Kautschuks zu einem normalen Stand zurückkehren, muß diese Kultur in Deutsch-Ostafrika als sehr gewinnbringend und zu­sammen mit Sisal als das Rückgrat der dortigen Plantagen­kultur bezeichnet werden.

An zweiter Stelle der deutschen Plantagenprodukte steht der Sisalhanf.

der bisher innerhalb der deutschen Kolonien fast ausschließlich in Deutsch-Ostafrika erzeugt wird und bereits eine eigene große Bedeutung auf dem Weltmärkte besitzt.

Wenn die zu gründende Gesellschaft diese beiden Kulturen

Der Aufsichtsrat der Deutschen ToSoSesellschaft

Carl Ladewig

Direktor der Moliwepflanzungsgesellschaft, Berlin. Vorsitzender, zugleich

Vorsitzender des Aufsichtsrats der Pflanzungsgesellschaft Kpeme in roko

. u T Sla,b Eduard Achelis u Erich Fabarlui.

"okrat, Direktor i. Fa.: Joh Achelis & Söhne i. Fa.: Knoop & Fabariu d. Kgl Wurtt. Hofbank Bremen Bremen

G. m. b. H., Stuttgart

Freiherr von Herman-Schorn

Schorn bei Neuburg a. D., Bayern, vormals landwirtschaftlicher Sachverständig bei der Kaiserlich-Deutschen Botschaft in Washington

r ui Oeor^ Marwitz Dr. Otto Warburg

Generaldirektor, Kommerzienrat, Dresden Professor, Berlin-Charlottenburj

Togo-Pflanzungs-Aktiengesellschaft

Zweck der Gesellschaft: Pflanzungsbetrieb in der deutschen Togo­kolonie. insbesondere Kultur von Kautschuk und Sisalhanf unter Uebernahme von rund 7500 ha Land in der Landschaft Gadja ein­schließlich einer Versuchspflanzung von der Deutschen Togo- gesellschaft.

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